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Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen12
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am 21. März 2007
Herr Kemposwki wurde ja immer vom Feuilleton - sogar der "Titanic" - gehätschelt; auch ich kannte das Klischee vom Archivar, der in der norddeutschen Tiefebene in seinem Häuschen hockt, und der unermüdlich, bescheiden und bienenfleissig die deutsche Geschichte zusammenpuzzelt - WIE LANGWEILIG! Also natürlich nie was von ihm gelesen, man hat ja in der Schule immer schon bis zum Erbrechen Geschichte um die Ohren gehauen bekommen und will lieber über Sex, Crime und Drogen lesen, oder herzlich lachen. Nun habe ich aber neulich durch Zufall dieses Buch in die Hände gekriegt und war völlig begeistert. Kempowski erzählt in knappen Sätzen, aber in wirkmächtiger Sprache und in mitleidslosem Ton die Geschichte von Karl Kempowski (man vermutet, dem Vater des Autors?) und dessen großbürgerlichen Familie im Rostock der Jahrhundertwende bis hin zum Ersten Weltkrieg. Der Erzähler streut Rostocker Platt, zeitgenössische Zitate, Liedertexte, Abzählreime und lose Interviewpassagen wie Blütenblätter in den Text. Der plötzliche Wechsel der Perspektiven, der Erzählstil in Andeutungen und die assoziativen Fundstücke erzeugen grosse Spannung, und diesen merkwürdigen Schwindel und angehaltenen Atem, das kann nur grosse Literatur. Alle trivialen Geheimnisse, verborgenen Sehnsüchte, Lebenslügen, der bürgerliche Reichtum auf Kosten der Elenden, der Hurra-Patriotismus - man spürt, dass in dieser Gesellschaft und in dieser Schicht alles auf eine Katastrophe zusteuert, und dass auch für den Einzelnen Glück und Erfüllung nur eine Illusion bleiben werden. Und das ist harte Kost beim Lesen, auch wenn es so unaufdriniglich erzählt wird. Keine Wellness-Literatur, kein Happy End, aber ein intensives und orginelles Lese-Erlebnis. Sehr zu empfehlen!
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am 16. Juli 2008
Das faszinierende an Kempowskis Büchern ist, dass er schon vor dreißig Jahren einen literarischen Stil entwickelt hat, der unsere heutigen Lesegewohnheiten geprägt durch email, sms, Youtube-Clips und Forums-Kommentare grandios vorwegnimmt.

Literarische Versatzstücke und Kollagen wie die Bilder eines Fotoalbums zusammengeklebt und komponiert. Die Verbindung des Ganzen, das Füllen der Lücken bleibt dem Leser überlassen.

"Aus großer Zeit" ist das erste und zugleich beste Buch der "Deutschen Chronik". Es wird die Geschichte des Reeders Robert Kempowski und seiner Familie vom Anfang des letzten Jahrhunderts bis zum Ende des 1. Weltkrieges erzählt. Die Kempowkis ganz gutbürgerlich, aber irgendwie auch nicht, lavieren sich durch die großen und kleinen Tragödien des Lebens.

Da sind Robert und Anna, er derb und bodenständig, durch Syphillis an den Rollstuhl gefesselt; sie exaltiert, unberechenbar und großzügig bis zur Verschwendung. Was die beiden verbindet, man weiß es nicht so genau, sie wohl auch nicht. Da sind derer beiden Kinder: Silbi, derb und bodenständig wie der Vater; und Karl, das "Versehen", der zeitlebens unter der emotionalen Kälte seiner Eltern leiden wird und sich hinter originellen Bonmots verschanzt, "Tadellöser".

Auch die Kindheit und Jugend Karls zukünftiger Frau Grethe wird erzählt. Das Mädchen, dass in einer geborgenen, gutbürgerlichen aber auch moralisch einengenden Familie aufwächst und von Freiheit träumt.

Mit viel Liebe zum Detail und ironisch-distanziertem Blick läßt uns der Autor am Leben der Familie teilhaben.

Hat man sich durch die ganze "Deutsche Chronik" durchgelesen, stellt man fest, Kempowski schreibt umso besser, je weiter das Geschehen von seiner eigenen Biografie entfernt ist.

So ist "Aus großer Zeit" der furiose Auftakt, während das Buch "Herzlich willkommen" (der letzte Band der Familiengeschichte) einen -leider- recht schwachen Abschluß bildet.

Nichts desto trotz, für mich ist Kempowski der beste Schriftsteller der deutschen Gegenwartsliteratur mit einem literarischen Stil, der seinesgleichen sucht und der den Leser nie langweilt. Der Autor fühlt sich dem Leser verpflichtet und das spürt man und das macht ihn so gut.

6 Sterne, wenn es das gäbe. ;-)
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am 19. Oktober 2004
Ich habe mit diesem ersten Band der deutschen Chronik begonnen und befinde mich nunmehr 5 Bände später am Ende von "Ein Kapitel für sich". Auch nach über 2000 Seiten stellte sich noch keine Ermüdung ein, die Figuren bleiben in ihrer geschichtlichen entwicklung interessant.
Das meisterliche an der Kempowski'schen Erzählweise scheint mir, dass die täglichen Details ausführlich geschildert werden, die dramatischen Gefühle aber größtenteils der Vorstellung des Lesers überlassen bleiben. Die Ehefrau hat den Mann mit Syphilis angesteckt, er verfällt körperlich, sie pflegt ihn. Was muss da an Schuldgefühlen, Vorwürfen, Emotionen im Raum stehen (die wohl auch schließlich zu ihrem Selbstmord führen), aber sie werden nur angedeutet, ausmalen muss, nein darf sie sich der Leser selber. Und dafür, dass mir nur die schlichten Tatsachen mitgeteilt werden und ich mir die großen Emotionen in eigenen Bildern schaffen darf, sie nicht vorgekaut erhalte, bin ich dem Autor dankbar.
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am 21. Januar 2001
Wenn mich ein Ausländer fragen würde, was er lesen sollte, um die deutsche Geschichte des letzten Jahrhunderts zu verstehen, ich würde ihm die Deutsche Chronik von Kempowski empfehlen (zu der dieses Buch gehört). Kempowski versteht es ausgezeichnet, mit seiner Familiengeschichte einer Rostocker Familie die Geschichte lebendig werden zu lassen. Uneingeschränkt empfehlenswert.
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am 5. Februar 2009
Der Roman "Aus großer Zeit" ist als Buch schon wunderbar, aber diese CD- Sammlung ist wirklich zu empfehlen!!
Kempowski liest selbst, mit einer ganz eigenen Sprachmelodie und Betonung, man kann sich sofort in die Zeit versetzen und ist so hautnah dabei, als ginge es um die eigene Familiengeschichte. Ich konnte es kaum erwarten, die nächste CD einzulegen und die Entwicklungen weiter zu verfolgen. Sehr spannend und wirklich excellent gelesen!Aus großer Zeit. 13 CDs
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am 9. Mai 2015
Anfangs des 20. Jh. geht es der Familie Kempowski blendend. Das erfolreiche Familienunternehmen ermoeglicht ein Leben in Saus und Braus in der großzügigen Villa in Rostock. Einmalig ist der Sprachstil des Romans: Redewendungen und plattdeutsche Einwürfe spiegeln einzigartig die Mentalität des Großbürgertums wider, das mit arroganter Selbstverständlichkeit das Leben genießt. Mit gleicher Ironie wird die Hugenottenfamilie de Bonsac aus Hamburg beschrieben, in der Grethe groß wird - die spätere Verlobte von Karl Kempowski. Die Familie de Bonsac ist ordentlicher und religioes, sie haben jedoch genügend Macken, die vom Autor auf die Schüppe genommen werden.
Schließlich bricht der Erste Weltkrieg aus, und Karl meldet sich als Freiwilliger. Kein Geschichtsbuch kann so eindrücklich die Mentalität der Deutschen beschreiben, mit der dieser Krieg durchgeführt wurde. Und kaum ein Buch kann so eindrücklich den Un-Sinn eines Krieges darstellen, die militärische Auseinandersetzung zwischen europäischen Kulturen, die sich so nah sind. In dieser Hinsicht übertrifft das Buch sogar Remarque.
Insgesamt ist erstaunlich, wie facettenreich dieser Roman ist: Familiensaga, deutsche Geschichte, Sozialkritik, Pazifismus, Ehekonflikte und Verlogenheit, Freundschaft, Sinnfindung.
Von allen Büchern Kempowskis scheint dies das beste.
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am 27. Juli 2013
Ich habe mich in mehreren Jahrzehnten stückweise in die Romane eingelesen, mein erstes Buch war Uns gehts ja noch gold. Es machte neugierig auf weitere Erfahrungen mit der Familie Kempowski und so ging es weiter mit den Folgeromanen. Jetzt, in meinem 7. Lebensjahrzehnt habe ich das Anfangsbuch dieser wunderbaren Familiengeschichte gelesen und es hat mir sehr gut gefallen. Man muß den Stil des Autors mögen und sich darauf einlassen, verschiedene Stränge der Erzählung ziehen sich wie ein roter Faden durch alle Bücher. Für mich ein großer Erzähler und die Bücher ein Dokument der deutschen Geschichte lebensnah erzählt. Auch die Verfilmung von Tadellöser und Wolff ist sehenswert und zu empfehlen. Viele Bücher gebe ich nach dem Lesen weiter, diese Reihe jedoch begleitet mich mein ganzes Leben und ich werde sie nie weggeben. Ich habe alle mehrfach gelesen.
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am 5. Juli 2015
Dies ist jetzt mein viertes Buch von Kempowski, und es wird nicht das letzte sein. Der Stil ist interessant und auch fesselnd. Der Autor ist in der Lage, aus scheinbar nebensächlichen Vorkommnissen, etwas zu formen, dass man weiterlesen möchte. Dieses Buch wird in Teilen aus der Sicht von unterschiedlichen Personen, wie, der Schwester, der Freundin, der Wirtschafterin etc. geschrieben.
Der Inhalt gewährt einen glaubhaften Eindruck der damiligen Zeit und der politischen schwierigen Verhältnisse.
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am 29. August 2013
Bei meiner Bewertung wirkt sich der Umstand ungünstig aus, daß ich "Tadellöser und Wolf" schon vorher kannte.
Auch in dieser feinfühlig - impressionistischen Schilderung einer bürgerlichen Familie in der Zeit von 1903 bis 1918 sind wieder zahlreiche zum Schmunzeln einladende Episoden enthalten. Trotzdem enthält das 440 Seiten starke Werk besonders im mittleren Abschnitt etwas zu wenig Handlung, um noch wirklich zu fesseln. Zum Ende nimmt das Buch dann mit Beginn des 1. Weltkriegs wieder Fahrt auf. Der geneigte Leser erfährt hier auf subtile Art, daß auch schon im 1. Weltkrieg so allerhand "geschoben" wurde und nicht nur alles hehres Streben nach Deutschlands Glückseligkeit war. Insgesamt wieder ein kurzweiliges Buch, das, nach Feierabend gelesen, wenig anstrengend, aber umso erbaulicher ist. Die aus "Tadellöser und Wolf" bekannte Dichte inspirierender Einfälle erreicht das Werk nicht ganz, daher 4 Punkte.
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am 14. Mai 2014
von Walter Kempowski

Ein Band aus der deutschen Chronik, der besten je verfassten, vom besten deutschen Dichter.
Wir besitzen alle seine Werke.
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