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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Er stand Pate für Charles Bukowski, 28. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Ich - Arturo Bandini (Taschenbuch)
Wenn ein Schriftsteller sich von allem Hochmut und aller Eitelkeit befreit hat, wenn er sich zu seinen Schwächen bekennt und ohne künstlerische Schnörkel über sich und sein Leben schreibt, dann schreibt er die besten, glaubwürdigsten, Geschichten.

Die Figur des Anti-Helden, des vom Unglück verfolgten Außenseiters, der trotzdem niemals seinen Humor verliert, gelangte erst durch Charles Bukowski zu größerer Popularität. Aber vor Charles Bukowski war bereits John Fante.

Wie später Henry Chinaski, von Deutschland nach Los Angeles ausgewandert, lesen wir hier die Geschichte des Alter Ego des italienischstämmigen Fante, Arturo Bandini. Er wandert als junger Mann durch das Los Angeles der Weltwirtschaftskrise und sucht seinen Erfolg als Schriftsteller.

Jeder, der seine eigenen Träume vom Ruhm noch nicht ganz begraben hat, wird sich in der Figur Arturo Bandinis wiederfinden. Frei von jeder Bescheidenheit malt er sich schon nach seiner ersten Kurzgeschichte seine Reise zum Stockholmer Nobelkomittee aus, und beginnt schliesslich eine Liebesbeziehung zu der Kellnerin Camilla, die sich zu einem wahren Alptraum für beide Parteien entwickelt.

Um die Gefühle und Motive der Hauptfigur nachvollziehen zu können, muss man sich zuallererst seine eigenen Schwächen eingestehen. Fante schreibt ohne Bescheidenheit und ohne moralischen Zeigefinger- sein Alter Ego ist wie er ist, und kümmert sich nicht darum, ob der Leser ihn sympathisch findet. Fantes Stil ist erfrischend schnörkellos und beweist insbesondere bei Dialogen einen angenehm trockenen Humor. Durch die starke Neigung zur Umgangssprache empfehle ich jedoch die Lektüre der englischen Originalfassung.

Für mich steht dieser Roman eindeutig in der Tradition von CelineŽs "Reise ans Ende der Nacht" und des "Fänger im Roggen." Charles Bukowski sagte selbst, John Fante sei sein "Gott" gewesen, und es war dieser Roman, der ihn bewogen hatte, Schriftsteller zu werden. Ein größeres Kompliment kann man einem Buch doch kaum machen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leben am Rande, 2. Februar 2010
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Rezension bezieht sich auf: Ich - Arturo Bandini (Taschenbuch)
Mittlerweile ist Bandini erwachsen geworden. Doch der Ueberlebenskampf, dem seine Familie ausgesetzt war, ist geblieben. Bandini versucht sich in der Zeit der grossen Wirtschaftsdepression als Autor durchs Leben zu schlagen. Mehr schlecht als recht. Dennoch ist er davon ueberzeugt, es zu schaffen, der Armut zu entkommen und durch seine Schriftstellerei ein selbstbestimmtes Leben fuehren zu koennen. Sein Handeln ist an er Maxime seines eigenen Denken orientiert. Er bewegt sich ausserhalb der gesellschaftlich geforderten Normen und Werte, wenn diese nicht mit den eigenen uebereinstimmen. Die Liebe zu der Kellnerin Camilla, selbst Aussenseiterin der Gesellschaft, verdeutlicht seine Authenzitaet, seinen Anspruch, im hier und jetzt zu leben und keine Kompromisse zuzulassen. Nachdenkliches Werk ueber die Zwaenge des Lebens. Und die Versuche, ihnen zu entkommen, ohne daran zu scheitern. Hoffnungsvolles Meisterwerk eines leider zu wenig beachteten Autors.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...Arturo Bandini trifft die Kellnerin Camilla, ein schmerzlich-wildes Abenteuer beginnt ..., 28. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ich, Arturo Bandini (Broschiert)
Er, Arturo Bandini, der Held dieses kleinen Büchleins, ist ein italienisch stämmiger Autor, der ohne großen Erfolg im Los Angeles der 30 Jahre auf den großen Durchbruch wartet. Er wartet in wechselnden Hotelzimmern, die trister nicht sein können. Wenn er mal gar kein Geld mehr hat, ernährt er sich beutelweise von Orangen, die er billig vom asiatischen Händler um die Ecke bekommt, bis der hungrige Magen so übersäuert ist, dass er nur noch grüne Galle spuckt, oder der Lastwagen mit Milch wird heimlich erleichtert, dann steht nur Milch auf dem Speiseplan, manchmal erwischt er aber die Buttermilch, auch nicht viel besser als Orangen. Wenn jedoch der Verleger einen Scheck schickt, mit einigen hundert Dollar für eine veröffentlichte Kurzgeschichte etwa, dann kauft Bandini gleich mehrere Anzüge, Hemden, Hüte, die er allesamt dann doch nicht trägt, gutes zum Rauchen und besseren Schnaps, ist großzügig und freigiebig, als habe er Millionen erhalten. Ja, dann hat Arturo Bandini fette Tage. In einer dieser Phasen lernt er die Kellnerin Camilla kennen. Sie, wahrscheinlich Mexikanerin, vermeidet peinlichst Auskünfte über sich, ihre Herkunft, ihr Leben, Arturo tappt bei ihr ständig im Dunkeln, und doch, oder gerade deshalb, verfällt er der dunkelhäutigen Schönen, was ihn nicht hindert, sie von Zeit zu Zeit zu erniedrigen und zu beleidigen. Camilla gibt mit gleicher Münze zurück, nutzt Arturo aus, bringt ihn in Lebensgefahr, als sie am Meer so tut als könne sie nicht schwimmen und Arturo nur mit Mühe aus Strömung und Brandung zurück an den Strand findet. Aber auch dieses Erlebnis kettet ihn letztlich nur noch mehr. Er will ihr helfen, doch Camilla will sich von ihm nicht helfen lassen, sie verfolgt ihr eigenes Ding. Eine sehr eigenwillige Beziehung nimmt ihren Lauf.

Die Menschen dieses Buches sind die am Rande Lebenden, sich von Tag zu Tag Hangelnden, die zwischen Alkohol, mickrigen Jobs, Frauen und kleinen Glückssträhnen auf den großen Durchbruch hoffen. Welche nicht mehr hoffen, haben sich eingerichtet und halten egoistisch fest, an dem Wenigen was sie haben. Weiter machen sie alle, irgendwie. Die Probanden leben in einem Milieu in dem es ärmlich zugeht, die Hotelzimmer sind billig und versifft, die kleinen Bars ebenso klebrig, die Wohngegend ist düster, Beton und Hinterhöfe, Arturo wohnt in einer Gegend die Bunker Hill genannt wird, der Name ist Programm. Und doch, Bandini kann der Stadt und seiner Situation so viel Schönes abgewinnen „wenn vor seinem Fenster die die roten, blauen und grünen Neonröhren, die Straßenlaternen, schlagartig zum Leben erwachen, wie strahlende Nachtblumen … die weiße Linie auf dem Asphalt vorwegspringt wie eine brennende Zündschnur … an den steil abfallenden Meeresklippen das Getöse des Meeres hochsteigt, weit draußen Nebelbänke auf das Land zu kriechen, in deren Gedärmen sich Armeen von Geistern schlängeln …“.

John Fante, er konnte so elegant und lässig hin und her springen, zwischen Bildern und Erlebnissen, die billiger Fusel seinen Personen verschleiert und betörend schönen Blicken, die all den Schund und Schmutz vergessen lassen, indem es seine Personen aushalten müssen.

Und doch haben ihm seine Bücher keinen Erfolg gebracht, er musste sich mit dem Schreiben von Drehbüchern über Wasser halten, aber auch hier mit weniger Erfolg als sein Verehrer und Seelenverwandter Charles Bukowski, der mit dem Drehbuch zu „Barfly“ mit Mickey Rourke und Faye Dunaway Erfolg hatte. Bukowski hat dem kleinen Roman “Arturo Bandini“ ein Vorwort gewidmet, in dem er bekennt „Fante war mein Gott“.

Zugegeben, es ist auch eine Art von Voyeurismus, Fante oder Bukowski zu lesen, für denjenigen der das Glück hat, besser leben zu können. Aber ein bisschen muss man wohl auch selber schon mal die Kontrolle verloren, verschrammt nach Hause gekommen, mit ganz neuen Freunden in einer Kneipe hängen geblieben, oder ins eigene Bett gekotzt haben, um Verständnis aufzubringen und diese Literatur zu mögen, für die sich Mancher zu fein ist und als schmuddelig abtut, die leider passend dazu in diesem Fall nur noch gebraucht zu haben ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Balance, 19. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Ich - Arturo Bandini (Taschenbuch)
Hier wird immer die Balance gehalten zwischen derb und zärtlich. Immer kraftvoll und berührend geschrieben. Die Schwankungen der Figuren scheinen manchmal sehr seltsam, doch John Fante beschreibt dies so gut, das es doch verständlich wirkt. Womit wir wieder bei der Balance wären. Muß wohl eine Art von Wahnsinn sein. Immer mitleidend dabei.
Das Ende ist wahnsinnig bewegend, das auch Männerherzen erstmal sprachlos sind.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial, 19. Juli 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ich - Arturo Bandini (Taschenbuch)
Einfach genial - wie einfach aber doch ausdrucksvoll dieses Buch ist. Schade, dass Fante so wenig Beachtung und Würdigung erfährt. Wem Bukowsky gefällt, aber ihm nur 3 Sterne verleiht, sollte Fante lesen. Fante schreibt sauber, klar und nicht primitiv erogen. Das Leben, so wie es ist. Anregung zur Nachdenklichkeit. Ein wunderbares Geschenk für Leute, die etwas anders leben und denken.
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4.0 von 5 Sternen Arturo Bandini, 30. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Ich - Arturo Bandini (Taschenbuch)
Ausgezeichnet geschrieben. John Fante schuf mit Arturo und Camilla zwei Figuren die den Leser nicht kalt lassen.

Während des Lesens fluteten mich ambivalente Gefühle für die Protagonisten, wie es zuvor noch kein Buch vermochte. In einem Kapitel verabscheute ich Arturo genauso sehr wie Camilla es tat und im nächsten Kapitel wuchs er mir wieder ans Herz.

Das Ende ist bittersüß wie das Leben selbst.
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5.0 von 5 Sternen Bukowski hat ihn verehrt: Zu recht!, 2. Februar 2014
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Rezension bezieht sich auf: Ich, Arturo Bandini (Broschiert)
Wenn man das Buch liest, dann versteht man, warum Charles Bukowski den John Fante verehrt hat: Das ist ein Meilenstein der Literatur, ganz tiefe Geschichte, tiefe Gefühle, spannend. Ich werde es nochmals lesen!
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5.0 von 5 Sternen Tolle Leiferung eines ausgefallen guten Romans, 31. Juli 2012
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Rezension bezieht sich auf: Ich, Arturo Bandini (Broschiert)
Dieser sehr gute Roman, der aus mir unerfindlichen Gründen seit dreißig Jahren nicht mehr in Deutschland verlegt wird, erreichte mich in einem ausgezeichneten Zustand, so daß ich ihn wie gewünscht verschenken konnte. Der Verkäufer als auch der gekaufte Titel verdienen jeweils ein besonderes Lob. Vielen Dank.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Geheimtipp, 22. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Ich - Arturo Bandini (Taschenbuch)
Unglaublich schade, das John Fante mit seiner Arturo-Bandini Reihe, gerade im deutschsprachigen Raum so unbekannt ist. Zu diesem Buch kann ich nur sagen, das die Mischung aus Ironie, Witz und Biopic einen unheimlichen Sog entfaltet. In einem Vorwort von Bukowski schreibt er sehr lustig, wie er über einen seiner späteren Lieblingsschriftsteller gestolpert ist.
Also bitte: borgt es aus, kauft es, egal- einfach nur LESEN.
Kult!!!
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen eine Lebensgeschichte, 15. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Ich - Arturo Bandini (Taschenbuch)
In diesem Buch werden zwei Geschichten miteinander verknüpft. Auf der einen Seite der aufstrebende Schriftsteller, welcher von der Hand in den Mund lebt. Dieses wird sehr anschaulich dargestellt, so dass man sich als Leser sehr gut in das einfache und schwierige Alltagsleben von Arturo hineindenken kann. Auf der anderen Seite die Beziehung zu Camilla.
Die Kellnerin Camilla bringt Abwechslung in sein Leben, als er sie in einer schäbigen Bar kennen lernt.Im Laufe der sehr unterschiedlichen Beziehung zueinander fällt es Arturo sehr schwer seine Gefühle gegenüber Camilla offen zu legen.
Die ganze Geschichte wird noch dadurch kompliziert, dass Camilla ihre Gefühle zu Arturo nur auf einer ganz anderen Ebene erwidern kann. Durch den Drogenkonsum von Camilla wird diese Geschichte nicht leichter, aber aus meiner Sicht sehr authentisch dargestellt.
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Ich - Arturo Bandini
Ich - Arturo Bandini von John Fante (Taschenbuch - 2003)
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