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4.0 von 5 Sternen .... wer nicht mit der geheimen Geschichte vergleicht...
... wird eine spannende, subtile, mit viel Liebe zum Detail entwickelte Geschichte erleben, bei der vieles an Tom Sawyer erinnert.
Ein düsterer Schatten liegt über dem Leben von Harriet und ihrer Familie: Ihr älterer Bruder wurde ermordet. Die Mutter vergräbt sich in Trauer, der Vater zieht sich von der Familie zurück. Harriet, die selbst ein...
Veröffentlicht am 22. Juni 2003 von Sista

versus
15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Trotzdem hat das Buch was!
Durch die Genialität der "Geheimen Geschichte" motiviert, kaufte ich mir den "Kleinen Freund", auf den ich viele Jahre gewartet hatte. Um ehrlich zu sein, hatte ich eigentlich auf ein Buch gewartet, das, bitte schön, genauso gut sein sollte wie Die geheime Geschichte". Das ist allerdings schier nicht möglich. So ist die Enttäuschung quasi...
Veröffentlicht am 12. Mai 2007 von Ela Flury


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28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen .... wer nicht mit der geheimen Geschichte vergleicht..., 22. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Gebundene Ausgabe)
... wird eine spannende, subtile, mit viel Liebe zum Detail entwickelte Geschichte erleben, bei der vieles an Tom Sawyer erinnert.
Ein düsterer Schatten liegt über dem Leben von Harriet und ihrer Familie: Ihr älterer Bruder wurde ermordet. Die Mutter vergräbt sich in Trauer, der Vater zieht sich von der Familie zurück. Harriet, die selbst ein Säugling war, als der Mord verübt wurde, beschließt, dass sie den Tod ihres Bruders rächen will. Bald schon meint sie den Möder ihres Bruders gefunden zu haben. Um ihren Plan, diesen zu töten, in die Tat umzusetzen, spannt sie ihren etwas schlichter gestrickten Freund Hely ein - wie es ausgeht, wird nicht verraten.
Die Geschichte ist sehr detailreich und in langsamem Erzähltempo angelegt. Gelegentlich musste ich auch einige Seiten "quer" lesen, da es mir etwas langweilig wurde. Dennoch konnte ich nicht davon lassen. Im letzten Drittel legt die Geschichte dann erheblich an Tempo zu, und am Ende führen alle Erzählstränge auf wunderbare Weise zusammen. Die Figuren sind unglaublich vielschichtig angelegt - bei Donna Tarrt gibt es kein "schwarz" und "weiß", jeder Charakter ist einzigartig konstruiert.Die originelle Geschichte kann dem Vergleich mit der phantastisch gelungenen Debütroman "Die Geheime Geschichte" wohl nicht ganz standhalten, aber das ist vielleicht auch zu viel verlangt. Was bleibt, ist dennoch ein sicher überdurchschnittlich gelungenes Buch. Und wenn es plötzlich zu Ende ist, vermisst man die Welt von Harriet schon. Schön!
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Trotzdem hat das Buch was!, 12. Mai 2007
Von 
Ela Flury (Rastatt, Baden-Württemberg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Taschenbuch)
Durch die Genialität der "Geheimen Geschichte" motiviert, kaufte ich mir den "Kleinen Freund", auf den ich viele Jahre gewartet hatte. Um ehrlich zu sein, hatte ich eigentlich auf ein Buch gewartet, das, bitte schön, genauso gut sein sollte wie Die geheime Geschichte". Das ist allerdings schier nicht möglich. So ist die Enttäuschung quasi vorprogrammiert. Und trotzdem..., wenn man endlich kapiert hat, dass man sich hier einem ganz eigenen Buch gegenüber sieht, findet man doch einiges, was Donna Tartts erstes Buch so faszinierend gemacht hat, nämlich deren Fähigkeit, Stimmungen und Atmosphären einzufangen und so wiederzugeben, dass man die Gerüche riecht, die Hitze spürt, die Grillen hört. Es ist schon eine ganze Weile her, seit ich dieses Buch gelesen habe und obwohl ich es streckenweise auch recht anstrengend gefunden habe, hat es einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Ich werde also auch ein drittes von ihr lesen.
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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandios geschrieben, 26. September 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Taschenbuch)
Der kleine Freund ist ein wunderbarer Familienroman, spannend, lustig, anrührend, großartig geschrieben. Er ist aber kein guter Thriller. Dass Donna Tartt diese Leseerwartung weckt und am Ende unbefriedigt lässt, ist das Hauptproblem des Buches. Das ist so, als würde man seinem Kind Rotkäppchen erzählen und mit den Worten beginnen: Es war einmal im Schreckensdrachenwald ... Zum Schluss wird das Kind dann enttäuscht fragen: Wann kommt denn jetzt endlich der Drache? Und es wird dem Märchen nur einen Stern geben. Der kleine Freund beschreibt das Abenteuer eines gewitzten Mädchens, einer Art weiblicher Tom Sawyer, das sich in den Kopf gesetzt hat, den Mörder seines Bruders zu entlarven. Dabei schreibt Donna Tartt so einfühlsam, elegant und mit Liebe zum Detail, dass es eine Freude ist, ihr dabei zu folgen. Für alle, die auch einmal den Weg das Ziel sein lassen können, ist dies ein empfehlenswerter literarischer Roman mit Versatzstücken eines Thrillers. Der Drache wird allerdings nicht auftauchen.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine klasse für sich, 25. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Taschenbuch)
ich gebe fünf sterne, weil das buch mich gefesselt hat, weil es sehr gut geschrieben ist, weil hier kein reisserischer schund sondern wirkliche literatur geboten wird, weil die atmosphäre hier so plastisch geschildert wird, dass ich sie fühlen kann usw.usf.
man solltze sich doch hüten, von einem autoren immer dasselbe zu erwarten. dies buch hier ist so geschrieben, wie ich mir einen modernen südtaatenroman vorstelle- die familie in ihrem schmerz und in ihrer dumpfen existenz ist da, die tumben typen in der nachbarschaft, die mit einem pickup durch die gegend cruisen. ein finsteres geheimnis ist da, ein kleines mädchen, das licht ins trübe bringen will. ich finde, das alles ist großartig geschrieben und verwoben und gelöst worden. keine minute war mir langweilig- meine erwartungen wurden sogar übertroffen. also, warum soll ich da keine volle punktzahl geben?
kann das buch nur empfehlen.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gerne gelesen, 29. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Taschenbuch)
Die Story erinnert mich an den Film "Short Cuts". Wer den Film kennt, weiss sicher noch, dass er im Kino mit (einer?) Pause lief wegen Überlänge. Eigentlich gibt es in dem Film bis auf den Unfall des kleinen Jungen keine Handlung, die sich auf eine Lösung -von was auch immer- hinbewegt, ausser dem Zusammenführen der einzelnen Personen in eine Art Handlungsnetz. Genauso ist es in "Der kleine Freund". Hauptfigur ist ein kleines, sonderbares Mädchen, dessen Familie nach dem Tod des Bruders in eine Lethargie verfällt. Das Mädchen ist besessen davon, den Mörder ihres Bruders zu finden. Vieles bleibt ungesagt und offen, zum Beispiel warum niemand mit ihr so richtig über den Tod des Bruder spricht oder wie das Leben und Empfinden der Schwester weitergeht nach dem anfänglichen Kapitel über sie. Aber es ist Donna Tartt's Roman; welche Handlungen ich gerne noch vervollständigt gelesen hätte, kann sie offen lassen wie sie will... Wie in ihrem ersten Buch habe ich Probleme, ihre Beschreibungen von Orten bildlich umzusetzen, umso mehr gefallen mir ihre Charakterbeschreibungen, die sehr differenziert sind. Trotz der vielen Seiten sollte man beim Lesen unbedingt dranbleiben, um den Faden nicht zu verlieren, weil nicht eine Handlung ansich ständig weiter aufgebaut wird, sondern die Schwere und Leichtigkeit des Seins im Vordergrund steht...
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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein ausführliches Familiendrama, 20. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe das Buch bereits in Englisch gelesen. Donna Tartts neues Buch hat mit ihrem ersten Buch "Die Geheime Geschichte" nichts gemeinsam. Wenn man die ersten Kapitel liest, könnte man glauben, das Buch sei ein Krimi, wie sie z.B. Elizabeth George schreibt. Ob wohl der Mord am 9jährigen Robin Aufhänger und Motor des Buches ist, kommt es doch eher einem ausführlichen Familiendrama gleich. Robins jüngere Schwester setzt es sich im Buch zum Ziel, den Mörder ihres geliebeten und im wahrsten Sinne vergötterten Bruders aufzuklären. Sobald sie sich sicher ist, den Mörder gefunden zu haben, plant sie einen Racheakt. Harriet ist zu diesem Zeitpunkt 12 Jahre alt und der Mord liegt bereits fast ebenso lange zurück. Die Familie hat den Todesfall verdrängt. Das Buch zeichnet jede einzelne Figur genau nach, selbst Randfiguren sind so liebenswert beschrieben, dass man manchmal schmunzeln muss, wie genau Donna Tartt das Leben in den amerikanischen Südstaaten beschreibt. Die schwarze Haushaltshilfe fehlt ebensoweinig wie eine ganze Reihe von Tanten und einer Mutter mit psychischen Problemen. Das Buch entwickelt seine Geschichte sehr langsam und sehr detailiert. Vieles Wichtige findet sich dann schließlich eben in diesen Details, man muss das Buch aufmerksam lesen, um nicht zu verpassen, wie geschickt die Geschichte aufgebaut ist.
Mir hat das Buch gut gefallen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Warum eigentlich sollte man dieses Buch lesen...?, 22. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wer die "secret history" annähernd so stark fand wie ich, wird sich irgendwann über diesen "kleinen Freund" hermachen...und in aller Regel enttäuscht werden.
Wer will denn in einem -tja, vom Leser zumindest vermuteten- Thriller von einer Vielzahl nahezu satirisch gezeichneter Figuren lesen, von denen man in unserer Welt wohl kaum je einen einzigen unter seinen Bekannten zählen würde, geschweige denn gleich ein Dutzend davon...: egal, ob alle fünf Ratliffs, Catfish, die Familie Odum, Großmutter, Mutter oder auch die Schwester der Harriet, die bissige Nachbarin, natürlich auch der Vater, der pharisäerhafte Autohändler: sie alle könnten einen klasse Auftritt bei den Simpsons hinlegen. Nun ja, die Amerikaner sind halt anders, oder wie soll man das erklären? Wieso gibt es hunderte große Romane, ohne daß ein dermaßen merkwürdiges Panoptikum diese bevölkern müßte?
Vieles von den positiven Kritiken hier stimmt natürlich, und deshalb hat sie auch ihre 3 Sterne verdient: Tartt hat große Qualitäten in ihrer Erzählkunst, im Schaffen von Atmosphäre...und auch die Story ist so überkonstruiert nicht, sie zieht den Leser ins Geschehen rein und will ihn auch kaum mehr loslassen. Aber wie sehr wird an manchen Stellen übers Ziel rausgeschossen...mehrseitige Beschreibungen der Schwermut über den Weggang von Ida, der schwarzen Perle, und natürlich ist es dann auch Harriets Lieblingstante, die als Folge eines zu erwartenden Unfalls stirbt und Harriets Depression vertieft, bis der Leser ausruft: "Ja, mein Gott, ich habs ja jetzt verstanden, daß sie unendlich traurig ist!" Muß dazu noch der BRIEFBESCHWERER im Dreieck des durchs Zimmer wandernden Sonnenscheins wieder ins Dunkel abgetaucht sein, und "Kleider, die Libbys Berührung nie wieder spüren würden, in dunklen Wandschränken" hängen? Und dies, nachdem man sich schon über 6 lange Seiten der Schwermut-in-den-Dingen hindurchgelesen (und so manch einer sicher gequält) hat? Am Ende klappen wir den Buchdeckel zu: betroffen, und viele Fragen offen.
Die Beziehung zu Hely bleibt letztlich nicht nachvollziehbar und ebenso unaufgelöst wie vieles andere: Die Frage der getrennten Eltern, der Depri- und Messi-Situation der Mutter, die First Love der Allison, die Situation der kleinen Odum-Familie, die Erbschaft der Libby, der Gerichtsstreit von Edith. Und was soll das mit Eugene im Krankenhaus eigentich (der war doch sowieso der sanfteste der Familie, wie soll der Leser da Harriets unbegründete Angst plötzlich mitempfinden?),was sollte der Nebenstrang mit den roten Handschuhen, wieso behält Harriet das Geheimnis des (wundersamerweise doch NICHT tödlichen) Kampfes mit Danny, der sich zwei Tage lang durch Hüpfen im Wasser rettet, unbedingt für sich, obwohl er sie zu ertränken versuchte: Mordversuch an einem Kind, ungesühnt?!
Nun ja, mit vielem davon kann man leben. Für mich, ich gebe es zu, dann wohl Literaturbanausen wirklich wirklich wirklich unbefriedigend: wieso wird der Leser mit dem lange zurückliegenden Mord am kleinen Liebling Robin per Klappentext geködert, wenn dieser dann irgendwann so gar keine Rolle mehr spielt...? Ich hätte genau diese Frage gerne aufgelöst gehabt. Und für alle Schlaumeier, die offenbar mehr Grips haben als ich, bin ich dankbar für eine (klare, nicht enigmatische!) Antwort: wer ist nun eigentlich dieser "kleine Freund", zum Kuckuck?
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine faszinierende Heldin - aber kein Krimi!, 27. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Gebundene Ausgabe)
Zehn Jahre nach ihrem fulminanten Roman-Debüt EINE GEHEIME GESCHICHTE legt die US-amerikanische Autorin Donna Tartt ihr zweites Buch vor: DER KLEINE FREUND: In einer Kleinstadt in Mississippi wächst die 12-jährige Harriet Cleve Dufresnes im Schatten ihres Bruders auf. Er ist ermordet worden, als sie noch ein Baby war und wird von der Familie bis ins Unerträgliche idealisiert. Der Mörder wurde nie gefunden, und die Familie hat sich nicht mehr von dieser Tragödie erholt. Harriets Vater verließ Frau und Kinder, die Mutter hat psychische Probleme und betäubt sich mit Medikamenten, die Schwester träumt in den Tag hinein. Und Harriet, eigenwillig, belesen und phantasiebegabt, lebt ihr eigenes Leben unter der unzureichenden Aufsicht ihrer Großmutter und einer Reihe exzentrischer Großtanten.
Eines Tages setzt Harriet sich in den Kopf, den Mörder ihres Bruders zu finden. Einen Verdächtigen hat sie sich schon ausgeguckt: Danny Ratliff, einen Schulkameraden des Ermordeten und Mitglied einer ebenso asozialen wie kriminellen Familie. Zusammen mit ihrem schwatzhaften Kumpel Hely macht Harriet sich auf, den angeblichen Mörder zu überführen - und tritt damit eine Lawine von Ereignissen los, die nicht nur sie selbst in tödliche Gefahr bringt ...
Auch wenn in dem Roman viel von kriminellen Handlungen die Rede ist - es ist kein Krimi. Es geht nicht primär darum, wer den kleinen Jungen ermordet hat, sondern darum, was eine solche Tragödie aus einer Familie macht. Über 760 Seiten lang schaut man bei den Cleve-Dufresnes und Ratliffs durchs Schlüsselloch, lernt faszinierende Charaktere kennen und wird mit wachsendem Entsetzen Zeuge gestörter Familienverhältnisse. Doch das ganze führt zu nichts. Geheimnisse bleiben geheim, Probleme ungeklärt und die Personen machen auch keine nennenswerte Entwicklung durch. So bleibt es bei einem lediglich voyeuristischen Vergnügen, und das ist ein bisschen wenig.
Dass sich das Lesen trotzdem gelohnt hat, liegt an der energischen und tatkräftigen Heldin Harriet. Auf Seite 309 heißt es so treffend: "Sie war ein helläugiges Tigerjunges: ganz niedlich als Kleinkind, aber das ließ nach mit jedem Zentimeter, den sie wuchs. Noch war Harriet nicht alt genug, um selbst für sich zu sorgen, aber der Tag würde bald genug kommen, und dann würde sie (...) blühen und gedeihen, was immer ihr widerfuhr: Hungersnot, Bankenkrach oder der Einmarsch der Russen." Nach Harriet befragt, sagte Donna Tartt in einem Interview: "Ich denke, jeder Autor wird Ihnen erzählen, dass es extrem schwierig ist, über Kinder zu schreiben, aber der Trick ist, der Versuchung zu widerstehen, sie ‚liebenswert' zu machen." Stimmt, liebenswert ist die Heldin nicht. Aber eine sehr interessante Persönlichkeit.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Frau, die nicht enttäuscht, 29. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Gebundene Ausgabe)
Nach dem großen Erfolg der "geheimen Geschichte" ist es für eine/n Schriftsteller/in sicher nicht einfach, einen weiteren großen Wurf zu landen. Doch Donna Tartt enttäuscht nicht. Im Gegenteil, "Der kleine Freund" ist ein wunderbarer Roman, hervorragend übersetzt von Rainer Schmidt. Die Geschichte zweier Südstaaten-Familien ist von Anfang an von einer unheilvollen Bedrohung umgeben. Ein unaufgeklärter Mord und die Folgen zerstören letztlich beide Familien. Man bleibt über immerhin fast 800 Seiten atemlos ans Buch gefesselt und noch lange danach davon beeindruckt und beseelt. Nicht eine Zeile ist zu viel, denn hier stimmt einfach alles: Der Stil, die Sprache, die Atmosphäre, der Plot, die Figuren. Ich bin begeistert!
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderbares Buch, 24. Januar 2004
Von 
Paula Jakob (Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Gebundene Ausgabe)
Vielleicht habe ich ja einen seltsamen Geschmack, aber für mich ist „ Der kleine Freund" gegenüber „Die geheime Geschichte" klar das bessere Buch. Ich mochte auch „ Die geheime Geschichte", aber die negative Kritik an Donna Tartts neuem Buch ist in meinen Augen nicht berechtigt. Es ist brillant geschrieben, mit einer Dramatik, die hervorragend gesteigert wird und mit Protagonisten, die mit soviel Liebe und Genauigkeit gezeichnet sind, wie ich es selten in einem Buch gefunden habe.
Nein, sie sind nicht alle sympathisch, die Menschen in diesem Buch, im Gegenteil, es ist voll schmieriger und unangenehmer Charaktere und wer nicht böse, hartherzig oder verlogen ist, der ist zumindest verstört, traumatisiert oder mitten in der Pubertät. Als vertrauenswürdiger Fels in der Brandung stehen zumindest in ersten Teil der Geschichte noch die solide Ida und Harriets alte Tante Libby, ansonsten möchte man auch den liebenswerten Nachwuchs - Macho Hely manchmal gerne schütteln......
Aber daß das buch nicht voller Sympathieträger ist, macht nichts, jedenfalls dann nicht, wenn man Freude an ehrlichen Geschichten und an dichter Atmosphäre in Büchern hat. Es muss einen auch nicht stören, dass der Mord an Robin im Laufe des Buches immer unwichtiger wird. Es ist eben kein Krimi, auch wenn es genug Kriminelle und auch genug Verbrechen in diesem Buch gibt. Mich hat schon lange kein Buch mehr so gefesselt wie dieses und ich kann es jedem nur empfehlen. Und: Wer sich fragt, warum das Buch so heißt, wie es heißt, der muss es eigentlich nur zu Ende lesen, denn auf einer der letzten Seiten ist das doch ganz klar erkennbar.......das Buch hat eben mehr als eine Hauptperson.......Also, Donna Tartt - Fans und Fans guter Bücher, nicht verunsichern lassen, es lohnt sich, lest es!!!!!
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Der kleine Freund: Roman
Der kleine Freund: Roman von Donna Tartt (Taschenbuch - 16. Dezember 2013)
EUR 9,99
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