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Kundenrezensionen

155
4,1 von 5 Sternen
Die geheime Geschichte: Roman
Format: TaschenbuchÄndern
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93 von 97 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. August 2003
Die sieben Jahre, die Donna Tartt für dieses Debut verwendet hat, waren mit Sicherheit eine gute Investition. Es ist nicht die Geschichte, die dieses Buch außergewöhnlich macht: Arrogant-dekadente, vom Leben gelangweilte und dabei absurd sympathische Griechischstudenten begehen in vermeintlich dyonisos'schem Wahn einen versehentlichen Mord und daraufhin einen beabsichtigten, woran sie nach und nach zerbrechen. Das ist nicht unbedingt neu und in gewisser Hinsicht auch nicht wirklich überraschend. Der Autorin gelingt es dennoch mühelos, ein nervenzerreißendes Szenario aufzubauen, in dem man nägelkauend und mit feuchten Fingern die Seiten umschlägt. Wann werden die gräßlichen Verbrechen offenbar? Wer begeht den entscheidenden Fehler? Wie weit stürzen die Protagonisten ab für ihr Verbrechen?

Wunderbar und leider viel zu selten in dererlei Romanen ist die detailierte und originelle Sprache (ein Dank an den Übersetzer!). Aus der Sicht des Mitstudenten Richard in der Ich-Form erzählt, gewinnt die Geschichte an Authentität und läßt den Leser am Geschehen teilhaben.

Die Charakterisierung der fünf Hauptfiguren erscheint zuerst etwas stereotyp: der kluge, schweigsame und mysteriöse Henry, der neurotische Exzentriker Francis, die lebenslustigen, aber geheimnisumwitterten Zwillinge Camilla und Charles, der unbeschwerte, aufgeblasene Habenichts Bunny, die allesamt wahlweise ketterauchend, migränegeplagt, betrunken oder bekokst durchs College hasten. Doch durch das Klischeehafte werden sie erstaunlicherweise äußerst plastisch und glaubwürdig. Extrem treffend beobachtet ist die unheimliche, subtile Macht, die der kühl kalkulierende Henry auf die weniger nervenstarken Mittäter ausübt. Es erklärt sich von selbst, wie Charles zum haltlosen Trinker wird, Francis vom amüsanten Hypochonder zum hysterischen Nervenbündel mutiert, Camilla sich plötzlich unnahbar und geheimnisvoll gibt und weshalb unser Erzähler sich verstärkt mit diversen Suchtproblemen herumschlagen muß. Beim Lesen hatte ich stets Gesichter vor Augen, "Kino im Kopf" also, wie es mir als mittlerweile erwachsenen Leser nicht mehr allzu häufig passiert. Allein schon darum ist dieses Buch zu einem meiner Lieblingsbücher geworden.

Nur bedingt zu empfehlen ist die Lektüre klassischen Krimifreunden. Hier wird kein Verbrechen in mühsamer Puzzlearbeit aufgeklärt, und wir gehen auch nicht mit irgendwelchen schnieken Inspektoren in feinem Zwirn auf Mörderjagd. Es ist eine flüssig und amüsant erzählte Geschichte über Dekadenz und die Verkettung von Schuld und Sühne, und das Sahnehäubchen ist der großartige Schreibstil dieses Erstlings. Schade, daß es ein kleines Juwel bleiben wird - eine sorgfältige, im besten Sinne detailversessene, liebevoll erzählte Geschichte, an der sich der Leser festbeißt und nicht mehr losläßt bis zum bitteren Finale.
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42 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. September 2000
Eigentlich eher durch Zufall stieß ich in der "Bibliothek" meiner Eltern auf eine schon ewtas verlesene Ausgabe eines Buches, das mich immer wieder aufs Neue unheimlich fesselt und alles schon Gelesene in den Schatten stellt. Das Buch die geheime Geschichte stellt alle Standpunkte der Moral und Ethik in Frage. Die vielleicht sogar unbewusste Manipulation eines neuen Mitstudenten im engen Kreis der Griechischklasse eines verschrobenen Professors in einer malerischen Universität in Vermont spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein Buch über Freundschaft und über die Verbindung von 5 Collegestudenten in der heutigen Zeit, geprägt durch die gemeinsamen Rituale und schließlich auch durch den Mord an Bunny, auch ein junger Mann der eingeschworenen Truppe. Das Buch zieht den Leser völlig in den Bann, man identifiziert sich mit der Gruppe, eigentlich fühlt man sich sogar als 6. (oder 7.) Mitglied dieser verschworenen Gemeinschaft. Es ist erstaunlich und vor allem erschreckend, wie offensichtlich dem Leser im Verlauf des Buches wird, dass Bunny "beseitigt" werden muss, wie man sich in die Lage der Studenten versetzt und Teil von diesem grausigen Spiel wird, und sich dessen so bewusst ist, wie der Tatsache, dass Mord eigentlich nicht die richtige Bezeichnung für diese Handlung ist. Viel passender wäre Notwehr oder einziger Ausweg aus der verzwickten Situation, in der Bunny den Drahtzieher spielt. Schade, dass man von der so jungen und begabten autorin seit ihrem Debütroman nichts mehr gehört hat. Weiß jemand etwas von kurzgeschichten oder anderen büchern/Texten von Donna Tarrt?
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Dezember 2013
Als Richard Papen die Chance bekommt, an ein New England - College zu wechseln, ergreift er nur zu gerne die Chance, die sich ihm bietet und entflieht der sonnigen, öden Wärme Kaliforniens, seinen lieblosen Eltern und dem schrecklichen Medizinstudium.
Über einige Umwege erlangt er schließlich Zutritt zu einem illustren, kleinen Kreis, der in den schneebedeckten Bergen der Catskill-Mountains bei einem skurrilen Professor Altgriechisch studiert. Doch seine Kommilitonen hüten ein gefährliches Geheimnis.

Richard Papen ist jedermann und niemand zugleich. Vor seinen Augen, manchmal mit und oft ohne sein Zutun, breitet Donna Tartt alles aus, was Menschen bewegt, was sie ausmacht, was sie antreibt, was sie verzweifeln und was sie morden lässt. Kein Krimi, kein whodunit - wer das erwartet, wird enttäuscht sein - eher ein Psychogramm, ein Kammerspiel, dass den Leser in der Gestalt von Richard Papen hilflos ausliefert, Moral hinterfragt und vor allem Beweggründe darstellt. Vielschichtig, tiefgründig, abgründig.

Ich kann auch die negativen Rezensionen verstehen. Ich glaube, dies ist eines der Bücher, das einen auf dem richtigen "Fuß" erwischen muss, in der richtigen Stimmung, in dem Willen sich ganz und gar auf die Geschichte einzulassen, denn die Welt, die Donna Tartt erschafft, nimmt den Leser ganz und gar gefangen. Die Atmosphäre am New England-College hat etwas von Bret Easton Ellis' "Rules of Attraction".

Es ist eines der wenigen Bücher, die ich immer mal wieder heraus krame und noch einmal lese und jedes mal finde ich etwas Neues. Eine neue Facette, die mir vorher nicht aufgefallen ist, die ich erst verstehe, nachdem ich selbst etwas gereift bin.
Und es ist eines der Bücher, bei denen ich dankbar bin, dass noch niemand eine Verfilmung (aus welchen Gründen auch immer) gewagt hat.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Februar 2014
Die geheime Geschichte ist ein großartiges, spannendes und kluges Buch, das man glatt ein zweites Mal lesen könnte, so vielfältig sind die Bilder, die sich beim Lesen eröffnen.
Nur: bis zur Hälfte waren in der Kindle-Ausgabe mehr als 40! Rechtschreibfehler (ich lese trotzdem weiter, so gut ist der Inhalt).
Jedoch: Für die Autorin, den Übersetzer und die Leser elektronischer Bücher ist die Schlampigkeit der Umsetzung eine Beleidigung - für 8,99 Euro!!!
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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Juni 2003
Als Richard als Stipendant an das College von Hampton/Vermont gelangt ist er augenblicklich fasziniert von einer Gruppe Griechischstudenten um den verschrobenen Lehrer Julian. Trotz der Warnung, sich damit vom restlichen Collegeleben abzuschotten, schließt er sich der Elitetruppe an, deren einzelne Charaktere nicht unterschiedlicher sein könnten:
Da sind die androgynen Zwillinge Charles und Carmilla die wie Kletten nicht voneinander lassen können; der nervöse, aus adeligem Haus stammende Francis; der kumpelhafte Bunny mit seinem derben Humor und ewigen Geldsorgen sowie der heimliche Kopf der Clique, der lakonische, finaziell unabhängige Henry mit seiner außergewöhnlichen Gelehrsamkeit. Für Richard beginnt eine seltsame Zeit der Dekadenz und der Ausschweifung, die ein plötzliches Ende findet, als er hinter ein schreckliches Geheimnis kommt, das seine fünf Freunde miteinander teilen. Als einer von ihnen es auszuplaudern droht, sehen die anderen sich gezwungen zu handeln ...
Bereits auf der ersten Seite des umfangreichen Romans erfährt der Leser, wer aus der Clique von den anderen ermordet wird - doch der Spannung tut dies nicht den geringsten Abruch. Viel wichtiger als die Frage wer von ihnen stirbt, ist die, wie es zu diesem Vorfall kommen konnte und vor allem - wie dieses Ereignis ihre Welt verändern wird.
Die außergewöhnliche Mischung des Buches aus Psychothriller, Krimi und Charakterstudie, untermalt von einer mythischen Atmosphäre, fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Eines der Werke, die ich immer wieder gerne zur Hand nehme, um mich aufs Neue in seine Welt entführen zu lassen.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Oktober 2006
'Die geheime Geschichte' ist für mich als Vielleser ein absolutes Schlüsselerlebnis. Ich habe nur extrem wenig gelesen, das sich handwerklich mit diesem großen Roman messen kann. Es ist eines der raren Bücher, die dich bereits nach wenigen Seiten in ihren Bann ziehen und die man nicht mehr aus der Hand legen kann und will.
Das Innenleben, die Motivation der Figuren wird sehr gekonnt, spannend & unterhaltsam beschrieben. All diese faszinierenden Charaktere machen diese originell-spannend-traurige Geschichte zu einem der wohl größten Werke der psychologischen Kriminalliteratur. Und selten habe ich ganz unbewusst soviel Gefühl in eine Geschichte investiert - man fühlt sich dieser Gruppe von Studenten unglaublich nahe, ja, man möchte dazugehören! Man kann sich nicht Krimi-Leser nennen, ohne dieses Standardwerk zu kennen, es darf schlicht und ergreifend in keinem Regal fehlen.
Donna Tartt schrieb acht Jahre an ihrem Erstling, das ist eine lange Zeitspanne die man -so meine ich- durchaus herauslesen kann. Denn für mich hat dieser Roman praktisch keinerlei Schwächen, keinerlei Leerlauf, er ist stets glaubhaft und wahrhaftig.
'Die geheime Geschichte' feiert dieser Tage ihren 17. Geburtstag. Auch nach jährlichem Lesen kann ich nur sagen dass dieses Buch für mich seine Wirkung im Laufe der Jahre nicht verloren hat - es ist schwer vorstellbar, das es jemals passieren wird.
(Update 07/2010)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Juli 2015
Seit 20 Jahren begleitet mich dieses Buch, das ich für einmalig und genial halte. Ich glaube, es hat mir das intensivste Leseerlebnis beschert, das ich jemals hatte. Gleichzeitig erlebe ich über die Jahre, dass viele mit dem Buch überhaupt nichts anfangen können. Ich habe deshalb mittlerweile Abstand davon genommen, es zu empfehlen oder zu verschenken.
Es gibt ja bestimmt viele Bücher, die die Leserschaft spalten, deswegen ist es ein bisschen müßig darüber zu sprechen. Bei diesem Buch finde ich es aber doch interessant, weil ich nicht verstehen kann, warum das so ist. Das Buch ist leicht zugänglich durch einen einfachen Einstieg, eingängig geschrieben, die Personen werden sehr plastisch, es hat eine spannende Handlung und es ist komplex und tiefgründig. Man könnte höchstens sagen, es interessiert mich überhaupt nicht, warum jemand ermordet wird oder ich will nichts darüber hören, warum sich in einer Gruppe Spannungen aufbauen...Naja, ok. Schade trotzdem, wenn man es sich entgehen lässt, denn solche Bücher sind extrem selten. Und dass Die Geheime Geschichte ein weltweiter Sensationserfolg war und nach 20 Jahren immer noch gelesen wird sollte einem, wenn man ein bisschen schlau ist, schon zu denken geben.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Mai 2014
Ich persönlich finde den Roman zu langatmig, bis die Geschichte "Fahrt" aufnimmt, muss man sich etwa bis zur Hälfte des Buches durchlesen.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. August 2001
Eine „geheime Geschichte" wie sie fesselnder nicht geschildert werden kann. Der Titel des Buches ist Programm, schon der Prolog als ein Vorgriff auf das, was am Ende des ersten Teils geschehen wird, macht Hunger auf mehr. Man weiß, was passieren wird, die Spannung liegt darin, dass man nicht weiß, wie es dazu kommt. Man teilt sich die Beobachterrolle mit Richard Papen und hat das Gefühl genauso plötzlich in „Die geheime Geschichte" verstrickt zu werden wie er. Dabei war es doch nur das Interesse an ein paar seltsamen Griechisch - Studenten ... Ich habe jede Seite schneller verschlungen, was beim flüssigen Schreibstil von Donna Tartt kein Problem war und so kamen die plötzlichen Wendungen in diesem Roman um so unerwarteter. Ein Buch für Leute die unterschiedlichste Charaktere beleuchtet haben möchten. Das Buch tastet sie nur an, so dass sie um so geheimnisvoller erscheinen. Die Vorstellungskraft des Lesers wird mit einbezogen in diesen Roman voller Psychologie.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. August 1999
Nachdem ich dieses Buch gelesen hatte, wollte ich dringend und unbedingt Altgriechisch lernen. Natürlich habe ich es dennoch (noch) nicht getan, aber nach dem, was den Personen in diesem Buch so zustößt, ist es wahrscheinlich eh' nicht sehr empfehlenswert, sich allzu tief in diese Sprache und die griechische Literatur zu versenken. Richard Papen, der Ich-Erzähler, kommt frisch ans Hampden College in Vermont, nicht gerade eine Metropole und nicht gerade seine Traumstadt. Er sucht und findet Anschluß an eine Gruppe von fünf Studenten, die bei einem etwas obskuren Professor Griechisch-Unterricht nehmen: Bunny, Francis, Henry und die Zwillinge, Charles und Camilla (ohne Anspielung auf britische Thronfolger). Um es vorwegzunehmen (das ist nicht zuviel getan, da es auch auf der ersten Seite des Prologs steht): Bunny wird sterben, und nicht unbedingt eines natürlichen Todes. Dieses Buch erzählt, wie es dazu kommt, und das ist tatsächlich eine etwas ungewöhnliche Geschichte. Und wenn man denkt, jetzt ist es eigentlich alles vorbei, jetzt muß die Geschichte doch zu Ende sein (das ist in der Mitte des Buches), da geht es erst richtig los. Dieses Buch fesselt und läßt nicht los. Die Figuren sind hervorragend gezeichnet, werden von der Autorin so wunderbar beschrieben und dann ... Was zwischen diesen Personen abgeht, kann ich a) nicht so knapp darstellen und b) ist es viel zu spannend, es selbst zu lesen. Was ich jedem hiermit empfehlen möchte. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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