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28
3,9 von 5 Sternen
Snobs: Roman
Format: TaschenbuchÄndern
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Edith Lavery hatte schon früh von ihrer Mutter Flausen in den Kopf gesetzt bekommen und so hat sie sich in ihr hübsches Köpfchen gesetzt, einen reichen und möglichst adligen Mann zu ehelichen. Das Schicksal lässt sie die Bekanntschaft mit dem Earl of Broughton machen und es dauert nicht lange, da baumelt der gutmütige Charles an ihrer Angel.

Der Autor Julian Fellowes überlässt es seinem Erzähler einen amüsierten Blick in die Welt des britischen Adels zu werfen, in der sich die nicht Eingeweihten auf einem rutschigen gesellschaftlichen Parkett bewegen. Hier hat alles eine Bedeutung, eine leicht hochgezogene Augenbraue, der Gebrauch von so peinlichen Spitznamen wie Würstchen oder Nuckel und andere feine Instrumente um unter sich zu bleiben. Edith will hoch hinaus. Sie möchte gerne in einem Herrenhaus leben und die Annehmlichkeiten einer Lady genießen und Charles Broughton kann ihr all diese Wünsche erfüllen. Seine Mutter Lady Uckfield sieht dieser Verbindung voller Abneigung entgegen, hat sie sich doch für ihren Sohn eine passende Frau aus ihren Kreisen erwünscht. Die Charaktere sind ‚Very British‘, ihre Handlungsweisen immer gut nachvollziehbar und der feine Humor köstlich. Nicht nur Edith muss einsehen, dass die Realität nicht der Feder einer Barbara Cartland entspringt und fader Sex, im Winter eingefrorene Wasserleitungen und die immer wieder gleichen Gespräche, der Romantik einen gehörigen Dämpfer verpassen.

Zusammen mit einem Earl Grey Tee und einem Sandwich, konnte ich mich an dem britischen Humor erfreuen und mit Edith die Höhen und Tiefen durchleben.
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26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Februar 2007
Mit einem geradezu genialen Schreibstil führt Julian Fellowes den Leser in die Welt des britischen Adels ein und macht ihn zum amüsierten Beobachter. Die Szenerie wirkt auf den ersten Blick herrlich klischeehaft: Die junge, hübsche Aufsteigerin aus der Upper Middle Class, die sich den naiven, etwas langweiligen jungen Earl angelt und ihre argwöhnische, snobistische Schwiegermutter. Doch Fellowes schreibt keine platten Komödien. Seine Charaktere bekommen, trotz aller Ironie und augenzwinkernder Leichtigkeit, ungeahnte Tiefe. Hier gibt es kein Schwarz und Weiß. Vielmehr gelingt es Fellowes ungemein farbig mit wenigen locker hingeworfenen Pinselstrichen, ein großartiges Gemälde zu kreieren. Als profunder Kenner der Welt des englischen Adels schafft er es, diesen in all seiner Skurilität und mit all seinen Spleens wirklichkeitsgetreu darzustellen, ohne aber die Protagonisten dabei lächerlich zu machen, denn eigentlich hegt er für alle eine gewisse Sympathie. Der Autor ist zynischer Beobachter und Insider zugleich und nimmt den Leser mit, die faszinierende Spezies des englischen Hochadels aus seiner ganz speziellen Perspektive zu betrachten. Ein genialer Roman, der hoffen lässt, dass Fellowes sich bald wieder schriftstellerisch betätigt.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. August 2011
Nach zehn Seiten war ich diesem Buch verfallen. Es ist interessant, spannend, witzig, extrem schnell geschrieben und eines der wenigen Büchern, bei denen man hofft, es würde nicht so schnell vorbei sein. Wer den Film Gosford Park mochte (Fellows hat das Drehbuch dazu geschrieben), wird auch Snobs mögen. Dieses Oberschicht-System, in dem jeder Satz einen Rattenschwanz an Subtext bedeutet und in dem sich die Adligen mit lächerlichen Kosenamen wie Nuckel oder Würstchen anreden, um allen anderen klar zu machen, dass sie nicht dazugehörigen - großartig! Ich habe mich schon lange nicht mehr so amüsiert beim Lesen.
Warum ich trotzdem einen Stern abgezogen habe: Die Perspektive ist nicht sauber. An sich schreibt der Autor aus der 1. Person singular, wobei diese ich-Figur nicht die Hauptfigur ist, was schonmal merkwürdig ist, aber natürlich geht. Dann aber beschreibt er Szenen, bei denen die Ich-Figur nicht dabei war oder er beschreibt Gedanken und Gefühle anderer Personen, die die ich-Figur nicht wissen kann. Das ist einfach nicht sauber gearbeitet.
Am Lesevergnügen ändert das aber nichts.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
VINE-PRODUKTTESTERam 23. Dezember 2013
Edith Lavery ist jung, blond, hübsch, ausgestattet mit guten Umfangsformen und dem erklärten Wunsch, ein angenehmes Leben zu führen - weswegen es folgerichtig erscheint, sich einen Earl zu angeln. Ihre Mutter, die immer schon in einer Barbara-Cartland-Phantasie gelebt hat, ist begeistert. Die Klatschpresse auch. Die Schwiegermutter weniger. Und als Edith merkt, dass sie sich als frischgebackene Hochadlige entsetzlich langweilt, nimmt das Schicksal seinen Lauf ...

Julian Fellows, der Schöpfer der großartigen TV-Serie DOWNTON ABBEY, seziert in seinem Roman SNOBS die britische Gesellschaft. Der namenlose und allwissende Ich-Erzähler kennt sowohl die Adligen als auch diejenigen, die gerne in diese erlauchten Kreise gehören möchten, und stellt ihre Beweggründe bloß. Das ist immer bissig, oft sehr amüsant, leider aber auch redundant - 50 Seiten weniger hätten diesem Buch gut getan. Trotzdem wird SNOBS niemals langweilig. Was mich verblüfft hat ist, dass ich die meisten Protagonisten denkbar unsympathisch fand, trotzdem aber nie die Lust verloren habe, der Geschichte zu folgen. Mein besonderer Liebling ist Lady Uckfield (die oben erwähnte Schwiegermutter), die sich von Edith in einer großartigen Szene sagen lassen muss: Du bist ein gemeines Biest ohne Herz, mit einer Haut aus Leder." Worauf sie antwortet: Wahrscheinlich hat deine unschmeichelhafte Beschreibung durchaus etwas Zutreffendes. Und vielleicht aus diesem Grund oder einem ähnlichen, der sich hoffentlich in klangschönere Worte fassen lässt, habe ich aus meinen Chancen einen solchen Triumpf gemacht, wo du erbärmlich gescheitert bist. Adieu, meine Liebe." Kurzweilige Unterhaltung auf angenehmem sprachlichen Niveau - sehr empfehlenswert.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. März 2014
Die ersten Seiten des Buches haben mich etwas irritiert. Besonders die Entscheidung des Autors, die Geschichte von einem lockeren Bekannten der Romanheldin erzählen zu lassen, habe ich nicht ganz verstanden. Später wurde mir allerdings klar, dass er gerade dadurch eine einigermaßen neutrale Position einnehmen konnte... Wie dem auch sei, der Roman wuchs mir dann doch rasch ans Herz und ich habe in jeder freien Minute weitergelesen.

Die Geschichte kann weniger mit einer aufregenden, spannenden Handlung punkten. Das wirkliche Plus des Romans liegt in der feinen Analyse der oberen britischen Gesellschaft, sehr ehrlichen und erfrischenden Dialogen sowie herrlich subtilem britischen Humor. Um diese Dinge zu schätzen und zu genießen muss man aber wirklich ein eingefleischter England-Fan sein. Ich kann deshalb die sehr unterschiedlichen Rezensionen hier gut verstehen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Februar 2014
Anfangen und dranbleiben!

Ich benötigte ein paar Seiten, um in den Schreibstil und die britische Society rein zu finden. Der Stil ist zwar flüssig, aber auch mit einigem trockenen Humor ausgestattet, der sehr gewöhnungsbedürftig ist. Und die vielen Earls und Ladys und was da noch so alles rumschwirrt können einem am Anfang auch etwas verwirren. Aber man gewöhnt sich schnell daran und findet letztendlich gut in die Story rein.
Bei einigen Stellen musste ich sogar laut auflachen und das habe ich schon lange nicht mehr bei einem Buch erlebt. Köstlich und mit skurrilen Begebenheiten begleitet man Edith Lavery durch die britische High Society und erlebt mit ihr einiges Amüsantes.

4,5 Sterne - Ein frischer Roman, der aufwirbelt und den man sich nicht entgehen lassen darf, trotz meiner kleinen Startschwierigkeiten.

****
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. September 2014
Dieses Buch würde ich als Gesellschaftsroman bezeichnen. Ein Liebesroman ist es eher nicht. Denn die Hauptdarsteller lieben sich nicht wirklich. Da ist Edith, eine junge Frau aus der Mittelschicht, die - abgesehen von einem hübschen Gesicht und einem schlanken Körper - seltsam eigenschaftslos ist. Sie hat keine Interessen, keine Hobbys, keine Leidenschaften. Sie ist auf einer Privatschule erzogen worden und hat dort nur einen mittelmäßigen Abschluss gemacht. Wie so viele junge Frauen ihrer Gesellschaftsschicht hat sie sich nicht um eine qualifizierte Berufsausbildung gekümmert, sie wird ja doch heiraten. Wozu sich anzustrengen? Sie hat einen Kreis von oberflächlichen Freunden und Bekannten und einige Liebschaften hinter sich, aber die große Liebe war nicht dabei. Und nun ist sie 27 und denkt so langsam daran, einen Ehemann zu finden, der sie versorgt und ihr ein angenehmes Leben bieten wird.

Durch Zufall lernt Edith Charles Broughton kennen, Sohn und Erbe eines großen Besitzes, von Adel und ansonsten ein gutmütiger und anständiger Kerl. Edith liebt diesen Charles nicht, aber sie will ihn unbedingt haben - und sie bekommt ihn. Aber sie bekommt damit auch eine intelligente und dominante Schwiegermutter, die Edith sofort durchschaut hat.

Über die Geschichte von Edith und Charles möchte ich nicht zu viel erzählen, denn ich will den Lesern nicht die Spannung nehmen. Aber das Leben an der Seite von Charles gestaltet sich für Edith viel schwieriger als erwartet.

Der weitere Roman zeigt interessante Facetten des britischen Gesellschaftslebens. Da gibt es David, den Ich-Erzähler, dessen Herkunft irgendwie seltsam undurchsichtig ist, er scheint aus aristokratischen Kreisen zu kommen, betätigt sich als Schauspieler und hat gesellschaftlichen Zugang zu den Broughtons. Da werden die Eastons geschildert, Freunde von Edith, ein Ehepaar aus dem oberen Mittelstand, was mit aller Energie daran arbeitet, gesellschaftlich aufzusteigen. Und es gibt noch Charles Schwester mit Aufsteiger-Mann und einen Freundeskreis von Charles.

Interessant und irgendwie abstoßend zugleich fand ich die Schilderung, was für Ziele die konservative Adelige Frau in Großbritannien verfolgt. Zuviel Intelligenz ist nicht gefragt, zuviel Bildung auch nicht. Mildtätig und gemeinnützig sein ist erlaubt und erwünscht. Ein ganz toller Erfolg wäre es, Hofdame bei einer der jüngeren Royals zu werden. Da habe ich mich an den Kopf gefasst und gefragt, in welchem Jahrhundert wir eigentlich leben. Das kann doch nicht wahr sein! Was haben wir in Deutschland für ein Glück, dass Kaiser Wilhelm abgedankt hat und wir diese rückständige und altmodische Adels-Gesellschaft mit all ihren Dummheiten und ihrer Arroganz so nicht mehr haben. Gleichwohl ist noch heute in Deutschland ein "von" oder gar ein "Freiherr" oder "Graf" im Namen äußerst hilfreich bei der Bewerbung. Es ziert den Briefkopf der Firma vielleicht noch mehr als nur ein schlichter Doktortitel. Ich kenne Blödmänner, die aufgrund ihres Adelstitels in Firmen, Vereinen und Verbänden auf vorderste Posten als Repräsentanten befördert wurden.

Der Autor Julian Fellowes kennt sich jedenfalls mit der britischen Gesellschaft bestens aus. Er kommt selbst aus der Aristokratie, seine Eltern waren Diplomaten, er hat Zugang zu den "besten" Kreisen. Jedenfalls zu den Kreisen, die sich für die Besten halten. Julian Fellowes Ehefrau ist... tatsächlich Hofdame bei einer britischen Prinzessin. Natürlich kennt Fellowes deshalb seine Pappenheimer. Er kennt die Feinheiten, Abgründe und Irrwege, den Hochmut, Arroganz und Snobismus der britischen Aristokraten. Und er kennt die oft verzweifelten Bemühungen der Mittelschicht um Aufstieg und gesellschaftliche Anerkennung. Außerdem ist Fellowes Schauspieler und sehr gut im Fernseh-Filmgeschäft - das kommt seinen köstlichen Isider-Schauspieler-Schilderung sehr zugute. So mancher dämliche Schönling im britischen Filmgeschäft wird sich fragen, ob er nicht in Fellowes Buch "Snobs" portraitiert wird.

Fünf Sterne für diesen Insiderroman.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. Januar 2014
Super, super, super – wie Julian Fellowes eigentlich immer! Habe das Buch des Autors auch von Downton Abbey schon vielen Freunden und Bekannten empfohlen, die sich für die englische Society, den Stil, die Gedanken der britischen Oberschicht interessieren. Man begreift, wie eine Kate Middleton sich William holen konnte, versteht, wie Beatrice, Eugenie oder auch Pippa Middleton denken mögen. (Nein, die kommen nicht im Buch vor, es gibt nur Analogien). Fellowes Stil abgeklärt, mit ironischer Distanz. Ein herrliches, leicht zu lesendes und sehr zu genießendes Buch!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. August 2008
Zuerst musste ich mich in diese Geschichte erst etwas einlesen. Doch dann konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Die Gepflogenheiten der britischen Oberschicht sind zu amüsant. Auch die Bestrebungen in dieser Gesellschaft Zugang zu finden - so wie es von einigen Charakteren im Buch betrieben wird - erweist sich als absolutes Lesevergnügen.Ein Muss für jeden, der Geschichten mit Gesellschaftskritik und auch mit einer gehörigen Portion Sarkasmus mag. Einen Stern Abzug also nur deswegen, weil die Story am Anfang etwas braucht um in Schwung zu kommen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Januar 2013
Ein absolut typisches Klischee über die "vergangene" englische Aristokratie. Sehr humorvoll und einfühlsam geschrieben, das kann nur ein Insider.Danke Mr. Fellowes!
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