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Kundenrezensionen

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am 8. August 2012
Ich habe dieses Buch wahnsinnig genossen. Das Cover ist sehr schön, leicht reliefartig. Das Buch selbst ist leicht zu lesen und man lacht Tränen dabei, kann es kaum aus der Hand legen. Als langjähriger Flusskreuzfahrtleiter kann ich bestätigen, dass die Abenteuer von Tillmann Birr als Stadtbilderklärer weder überspitzt noch übertrieben sind - ich habe sie alle in leicht veränderter Form aber fast mit demselben Wortlaut immer wieder, tagtäglich in meiner Arbeit mit Touristen erlebt. Jeder, der mal in irgend einer Form Reiseleiter war oder Touristen betreut hat, wird sich da wiederfinden und jeder, der mal gereist ist und sich mal für seine Mitreisenden fremdschämen musste, auch. Die Schilderungen über Berlin und die Berliner fand ich sehr gelungen und sie haben mir auf einen weiteren Berlinbesuch Lust gemacht. Sich mal auf so ein Ausflugsschiff setzen und die Spree entlang fahren, die Stadt, den Reiseleiter und die Passagiere beobachten... köstlich. Wer allerdings sehr politisch korrekt ist und nicht über sich selbst lachen kann, sollte das Buch einfach im Regal der Buchhandlung liegen lassen.
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am 31. Oktober 2014
Ich habe Tilman Birr zum ersten Mal auf einer seiner Lesungen gesehen, auf die ich mehr zufällig geraten war und nicht wusste, was mich erwartet. Da hatte ich so viel Spaß, dass ich mir gleich das Buch gekauft habe. Hier bin ich dann nochmal überrascht worden: das Buch geht über das, was Birr auf der Bühne macht, nochmal hinaus, weshalb ich auch jedem empfehle, das Buch zu lesen statt das Hörbuch zu hören. Letzteres ist nämlich nicht vollständig (warum eigentlich nicht?) und es fehlt ein ganz beträchtlicher Teil der ganzen Geschichte. Die ist nämlich mehr als nur lustige Begebenheiten eines Stadtführers, aber dazu unten mehr.

Wie hier schon viele geschrieben haben, sind die Geschichten aus dem Alltag als Stadtführer wirklich komisch und man denkt bei vielen Stories: Oh, mein Gott! Birr beschreibt Mentalitäten und Seltsamheiten sowohl von Touristen als auch von Deutschen und Berlinern und hat dabei offensichtlich gut hingeschaut. Es tauchen Leute auf, die aus nichtigem Anlass sauer werden, Berufsanfänger, die mit ihrem Job angeben und auch ein Wahnsinniger, der zum Schluss über Bord geht. Das gibt es überall und um das zu verstehen, muss man kein Berliner oder Stadtführer sein (ich bin aus dem Ruhrgebiet und hatte viel Spaß beim Lesen).

Darüber hinaus kann Birr aber auch wirklich gut erzählen. Wie Birr beschreibt, wie sein Protagonist (der auch Tilmann heißt) zufällig in einen Swingerclub gerät und das erst merkt, als er schon seit einer Viertelstunde an der Bar sitzt; wie er einen Stadtführerkollegen für einen Bettler hält und der das auch noch merkt; wie er selbst von asiatischen Touristen für einen Drogenverkäufer gehalten wird und wie er schließlich den Heavy-Metal-Musiker Lenny Kilmister trifft und sich von ihm in seiner Limousine ins Casino mitnehmen lässt, wo sich alle fürchterlich betrinken: das ist wirklich komisch und das habe ich so sonst nur bei Heinz Strunk gelesen.

Es geht aber noch um mehr, nämlich um die Frage, die wohl jeden Menschen Ende zwanzig umtreibt: muss ich mich wirklich diesem kapitalistischen Ausbeutersystem unterwerfen und dümmliche Praktika machen oder unbezahlt arbeiten? Kann ich das nicht anders machen und mehr Spaß haben? In diesem Buch steht: ja, das geht anders. Tilmann entscheidet sich gegen die Ochsentour des Universitätsabsolventen, denn er hat sich das Ziel gesetzt „mehr Spaß als Ärger“ zu haben. Das schafft er irgendwie, mit viel Holterdipolter, aber dafür wird er nicht frustriert. Eine erfrischende Alternative für die "Generation Praktikum".

Sicher: einige der Geschichten kann man so weglesen und denkt danach: ja, war ganz nett. Das tut dem Gesamtgenuss aber keinen Abbruch. Man kann das Buch sowohl den einzelnen Geschichten nach lesen, als auch in einem Rutsch runterlesen. Und es hält für den, der nach mehr sucht als nach literarischem Fastfood, ein paar schöne Perlen bereit.
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am 12. April 2012
Als in Frankfurt lebende Berlinerin die auch noch die geschilderten Lehrkräfte identifizieren kann, habe ich mich sehr über dieses Buch amüsiert.
Der Humor des Autors ist einfach großartig, Leute wie den geschilderten Klaus meine ich abends in einem Lokal hinter dem Tresen gefunden zu haben.
Lieber Tilman Birr. bitte mehr davon.
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am 7. Januar 2014
Tilman Birr, gebürtiger Frankfurter mit Geschichtsstudium, sucht einen Job. Nichts anstrengendes. Da heuert er als Stadtbilderklärer bei einer Berliner Reederei an und erklärt fortan amerikanischen, spanischen und bayerischen Touristen, Schulklassen und Senioren die Sehenswürdigkeiten links und rechts der Spree. Natürlich erlebt er da jede Menge witziger Situationen (meine Favorites: die betrunkenen Spanier und die Gummibärchen-Bestechung der Schulklasse). Und mit der Besatzung des Dampfers ergeben sich auch immer wieder interessante Dialoge.

Dieses Buch ist kein Reiseführer der anderen Art... auch wenn man einiges an geschichtlichen Daten und Fakten erfährt. Vielmehr geht es um die Menschen, die Tilman kennenlernt (Einheimische wie Touristen). Die Dialoge wurden mundartlich wiedergegeben, also Englisch, Spanisch und auch Bayerisch und Berlinerisch. Da ich selbst gebürtige Berlinerin bin, musste ich oft herzhaft lachen!

Ich kann jedem dieses Buch empfehlen, der kurzweilige Unterhaltung sucht, Berliner Sehenswürdigkeiten anders kennen lernen möchte und sich vor allem an der Berliner Schnauze erfreuen kann.
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am 15. November 2015
Protagonist Tilman hat gerade sein Universitätsstudium der Geschichtswissenschaften abgeschlossen. Doch der Historiker fühlt sich mit Ende 20 aus verschiedenen Gründen noch nicht dazu bereit, einer anstrengenden, geregelten Berufstätigkeit nachzugehen.
Doch von irgendetwas muss man ja leben, und der Job als Stadtbilderklärer - die Bezeichnung Stadtführer ist politisch nicht korrekt! - scheint ihm ideal: "Quatschen" und einen Text runterreden, das kann er prima.

Er heuert auf einem Berliner Ausflugsschiff an, das einstündige Touristen-Touren auf der Spree macht.

Doch so einfach und problemlos, wie Tilman sie sich vorgestellt hat, ist die Tätigkeit wahrlich nicht:
• Da droht ihm gewaltiger Ärger, weil er pflichtgemäß eine heftig dagegen protestierende Senioren-Gruppe wegen eines drohenden Hagelsturms
unter Deck verfrachtet hat, der dann aber "leider" ausblieb.
• Welche Kommunikationsform wählt man bei einem Ur-Bayern, der offenbar weder des Deutschen noch des Englischen mächtig ist - und andere Sprachen beherrscht nun wiederum Tilman nicht?!
• Wie geht man mit nervenden, notorischen Besserwissern um?
• Kann man aus einer extrem gelangweilten oberfränkischen Schülergruppe begeisterte Berlin-Fans machen? Tilman schafft das!
• Asiatische Touristinnen beharren hartnäckig darauf, dass er ein Drogendealer sein müsse; da braucht es mehr als eine schlichte Richtigstellung.
• Die Beantwortung heikler und zum Teil völlig abwegiger politischer Fragen erfordert oft weniger Wissen als vielmehr Phantasie.
• Wie verhält man sich, wenn man sich als Privatperson unversehens in einem Swinger-Club wiederfindet und dort einen Kollegen trifft, der sich
zudem auch noch extrem merkwürdig verhält?

Dies ist nur ein Bruchteil der Situationen, die zum täglichen Brot des Stadtbilderklärers gehören, und an denen Tilman die Leser teilhaben lässt.

Wir erfahren auch einiges aus seinem privaten Alltag, seine Ansichten über das Leben im Allgemeinen und Besonderen und natürlich eine ganze Menge Wissenswertes über die Sehenswürdigkeiten entlang seiner Spree-Tour.

Resümee:
Humorvoll und amüsant schildert der Autor die Erlebnisse des Stadtbilderklärers Tilman.
Als jemand, der privat und beruflich an etlichen Stadtführungen teilgenommen hat, hatte das Buch für mich einen sehr hohen Wiedererkennungswert, und ich habe mich - nun mit der nötigen Distanz - köstlich amüsiert.

Neben dem Inhalt hat daran die Sprache einen entscheidenden Anteil:
Locker, mit viel Wortwitz und der berühmt-berüchtigten Berliner Schnauze erzählt der Autor die einzelnen kurzen Episoden.
Englische Passagen sind nicht übersetzt, aber auf Grund des Kontextes auch für die Leser verständlich, deren Schulenglisch schon einige Zeit zurückliegt.

Zwar erfährt man auch viele Fakten über die Sehenswürdigkeiten entlang Tilmans einstündiger Spree-Route, ein Reiseführer ist dieses Buch jedoch nicht.

Fazit: Die "Erlebnisse eines Stadtbilderklärers" liefern kurzweilige Unterhaltung, die in ihrer komisch-unterhaltsamen Form und der gelegentlich durchscheinenden Gesellschaftskritik manchmal durchaus kabarettistische Züge trägt.
Achtung: Von der Lektüre dringend abzuraten ist Leuten, denen der Sinn für Humor fehlt und die jedes Wort auf die Goldwaage legen, jeden Ausspruch auf Political Correctness überprüfen!
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am 8. September 2015
Tilman Birr ist mit seinem Studium fertig und somit Historiker. Was nun? Er braucht Arbeit und findet diese als Stadtführer auf einem Ausflugsschiff in Berlin. Aber Achtung, das heisst in Berlin „Stadtbilderklärer“! Dort versucht er, den Touristen auf Deutsch und Englisch Interessantes über Berlin zu vermitteln.

Erster Eindruck: Auffälliges Cover mit Sehenswürdigkeiten (nicht unbedingt schön, aber auffällig), witziger Titel. Auf meinem Exemplar klebt noch ein Aufkleber: „Zum Schreien komisch und Pflichtlektüre in jedem Reisegepäck“ (reisen exclusiv). Macht mich neugierig auf die Lektüre.

Gleich zu Beginn habe ich mir natürlich die Frage gestellt, wieso ein Historiker Freude daran haben sollte, tagtäglich während Stunden auf einem Ausflugsschiff immer wieder die gleichen Sehenswürdigkeiten zu beschreiben. Findet er keinen anderen Job? Oder ist das sein Traumjob? Der Autor schreibt dazu: „Die ideale Arbeit für mich durfte also keiner dieser Berufsanfängerknechterjobs sein. Sie sollte keine körperliche sein, durfte von mir weder Autorität noch Durchsetzungsvermögen noch besondere Wachsamkeit verlangen… […]. Text runterquatschen war perfekt!“ Okay, dann soll es so sein.

Im Buch hat es etliche Passagen auf Pseudo-Englisch (also so wie der Titel ist) resp. richtigem Englisch, die nicht übersetzt werden, d.h. man muss schon Englisch können, um das Buch zu verstehen, z.B.:
„Is this a Nazi building?“, fragte jemand und zeigte auf den Fernsehturm. „Yes, it is“, sagte Martin. „Indestructable. You could put all of these Al-Qaida guys on airplanes and let them crash into it, one by one, and it would not collapse…“

Das Buch hat 300 Seiten, aber nach 120 Seiten, resp. nach obiger Aussage, war für mich Schluss. Es hat überhaupt nicht meinen Humor getroffen. Da ich das Buch abgebrochen habe, kann ich nur 1 Stern vergeben.
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am 10. September 2014
Einen Sommer lang dürfen wir Tilman Birr auf seinem Schiff als "Quatscher" für die einstündige Tour zwischen Friedrichstraße/Palast der Republik, Mühlendammbrücke, Reichstag, Waschmaschine, höherer Beamtenlaufbahn, schwangerer Auster und Brücke vorm Bellevue begleiten, besoffene Spanier ertragen, begeisterte Führer-Engländer, Schulklassen auf Stadtausflug, einsame Besserwessis, Herrentag-Feierer und Bayern mit mysteriöser Eingeborenensprache. Nebenbei erzählt er flockig über sein WG-Leben und den (Un)Sinn seines zukünftigen Lebens.

Tilman Birr ist Hesse, beherrscht aber die Berliner Kodderschnauze beinahe perfekt. Nur eines wird er laut des Kellners Klaus nie werden: Berliner. Denn dazu muss man in der Hauptstadt geboren sein und mindestens ein Elternteil ebenso. Allet andre sind Menschen zweeter Klasse. Sajikmajetzeso.

Ja, Tilman hält uns Berlinern öfter den Spiegel vor, wenn uns großstädtische Arroganz und gleichzeitige Kleinpiefigkeit zu überwältigen drohen. Ich selbst nehme mich davon nicht aus, denn nur ein Außenstehender kann den Kosmos überschauen. Aber eines ist klar: Ich schwanke zwischen Neid, Bedauern und Erleichterung, dass mir auf meinen zahlreichen Bootstrips auf Spree und Landwehrkanal nie solche Exemplare touristischer Belästigungen über den Weg liefen.

Na schön, wenn der Hauptmann von Köpenick in Verkleidung als quatschender Stadtbilderklärer beim Loslegen abfragt, wer auf dem Schiff denn Berliner sei, hebe meist nur icke und meine Begleitung die Hand und ein kleines bisschen Stolz übermannt mich, dass ich in dieser Stadt geboren bin und immer noch leben darf/muss/will.

Um einen Stadtbilderklärer noch live in Aktion zu erleben, muss man heute auf die lange Brückentour ausweichen, oder man ergattert einen Platz auf dem letzten Schaufelraddampfer mit abklappbarem Schornstein, denn da turnt erwähnter Hauptmann als Original in unverfälschter Kodderschnauze herum - alles andere läuft heute vom Band oder der Cäptn macht dit alles alleene.

Am Ende hat Tilman Birr vielleicht die Zugereisten-Phobie der meisten Berliner begriffen: Sie bringen das Dorf mit, aus dem sie fliehen wollten, nörgeln rum, dass Berlin ja nicht so ist, wie zu Hause, meckern, was alles schlimm ist und einer Änderung bedarf. Tja. "Leben und leben lassen" weht in großen Lettern über dieser Stadt, das sollten sich Touristen und Zureisende merken. Und da dieses Statement für beide Seiten gilt, sollten wir öfter mal großzügig über Kehrwochen, Gentrifizierung, Fleischpflanzerln, Frikadellen, Wecken und Berliner hinwegsehen, vor allem dann, wenn Pfannkuchen gemeint sind.
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am 3. April 2012
Es gibt da eine Berlin-Seite auf Facebook,"111 Gründe, Berlin zu lieben". Ich hab das Buch gelesen, aber mag die Seite vorranging wegen der wundervollen Berlin-Fotos und tollen Büchertipps über die Hauptstadt! Und neulich haben sie über das Buch von Tillmann Birr berichtet, woraufhin ich mir den Buch-Trailer auf youtube angeschaut habe und schon da wirklich herzlich lachen musste. Ich dachte, wenn diese Autoren, deren Buch ich vom Humor her schon toll fand, den Berliner Autor (der is zwar nicht aus Berlin, aber lustiger als so mancher Berliner!!!) anpreisen, muss da was dran sein. Und ja, ich wurde nicht enttäuscht!
Es ist wirklich so, wie meine Vorredner sagen: allererste Sahne - der Humor des Herrn Birr!!! Ein Buch, das neben "111 Orte, die man in Berlin gesehen haben muss", "111 Gründe, Berlin zu lieben", und "Ich bin kein Berliner" vom Kultautor Wladimir Kaminer zu meiner neuen Berlin-Lieblingsliteratur zählen wird! Aller guten Dinge sind eben 3!
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VINE-PRODUKTTESTERam 15. April 2012
Ich muß hier ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich das "Hörbuch"
rezensieren möchte.

Ich habe herzlich gelacht. Man lernt als Berliner sehr humorvoll die Seite
Berlins kennen, die sonst im Normalfall nur Touristen so kennlernen.
Tilman Birr erzählt wie er zu dem Job als "Stadtbilderklärer" gekommen ist und von seinen
"Kollegen" an Bord des Schiffes und er berichtet von Besuchern und Besuchergruppen
aus verschiedenen Bundesländern.
Er erzählt von den "Klugscheißern", den desinteressierten jugendlichen Besuchern,
von den Vatertagsausflüglern aus Hellerdorf und da bleibt wirklich kein Auge trocken.
Auch die spanische Reisegruppe macht richtig Spaß, denen verkauft Tilman Birr den Reichtag
mal eben als Brauerei, um wenigstens etwas Interesse zu wecken. Woraus er dann für die
Spanier noch ein Bordell macht, das lesen Sie mal schön selber.
Viel passiert dann auch in deren Landessprache, man sollte schon etwas Englisch,
Spanisch, Bayrisch und rätoromanisch können, ist aber nicht zwingend notwendig,
weil wird übersetzt ;-)

Es ist aber einfach zu kurz. Da hätte man mehr draus machen können. Zwei CDs
reichen nicht aus, das ist höchstens ein Appetizer und man muß sich dann einfach doch
noch das Buch kaufen.

Ich gebe dem Hörbuch also 4 Sterne und empfehle allen, das Buch zu kaufen, das von mir
definitiv 5 Sterne und ein Bienchen mit Plus bekommen würde.
Im übrigen ist das Cover des Buches ganz toll gelungen, da hat man schon viel Freude
beim Anfassen und Anschauen.
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am 12. Juni 2012
Man sollte sich von dem etwas biederen Cover nicht abschrecken lassen, denn bei den "Erlebnissen eines Stadtbilderklärers" handelt es sich um lustige, schwungvolle, respektlose Kurzgeschichten. Die Episoden hängen thematisch zusammen; als Roman mit tiefer Figurenzeichung, essentiellem Konflikt und dramaturgisch mitreißender Entwicklung des Protagonisten sollte man das Buch deshalb allerdings nicht missverstehen. Im Zentrum des lässigen Short-Story-Reigens stehen vielmehr zu Satiren verdichtete und überhöhte Beobachtungen, die anhand verschiedener Touren auf einem Ausflugschiff einiges an deutscher Befindlichkeit und Berliner Atmosphäre einfangen. Birrs Spezialität sind treffsichere Skizzen unterschiedlichster Typen, seien es feierfreudige Spanier, brutalisierte Herrentag-Begeher, renitente Bayern, Urberliner oder - besonders gelungen - 10. Klässler auf Klassenausflug. Sicher sind solche Typen keine komplexen individuellen Charaktere, aber Birr hat die Menschen genau genug beobachtet und ihnen gut genug zugehört, um mehr zu bieten, als kalten Kaffee. Was der Verlag in seiner Vorbemerkung abdruckt, ist allerderdings Quatsch: "Für alle Leser erkennbar erschöpft sich der Text nicht in einer reportagenhaften Schilderung von realen Personen und Ereignissen, sondern besitzt eine zweite Ebene hinter der realistischen Ebene. Es findet ein Spiel des Autors mit der Verschränkung von Wahrheit und Fiktion statt, das bewusst Grenzen verschwimmen lässt." Birr ein solches poetologisches Konzept unterzujubeln, heißt, seine Stärken aus dem Blick zu verlieren. Und die liegen in gut beobachten und präzise geschriebenen Alltagsschilderungen. Birr nimmt mit einem geradlinigen und unprätentiösen Stil das alltägliche Geschwätz ins Visier: Reden in Phrasen, durch das sich ein faules und mutloses Denken in Versatzstücken offenbart. Wer Birr die Verwendung von Klischees und Stereotypen vorwirft, verwechselt den Überbringer der Botschaft mit der Botschaft. Nur hin und wieder (und wer will einem Debütanten einen Strick daraus drehen) gerät bei Birr die Darstellung des klischeegesättigten Denkens selbst zum Klischee. Viele der dialogstarken Texte sind für die Bühne konzipiert, denn Birr ist in erster Linie Kabarettist - ein sehr guter Kabarettist, der mit seinen pointierten Miniaturen auch in Buchform überzeugen kann.
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