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66 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Informativ und unterhaltsam
In ihrem Buch "Anständig essen" beschreibt Karen Duve ihren Ernährungs-Selbstversuch
von Bio-Kost über Vegetarismus und Veganismus bis hin zur frutarischen Kost.
Wobei weniger gesundheitliche Aspekte, sondern eher ethisch/moralische Gründe,
die Haupttriebfeder ihres Handelns darstellen.

Das Buch ist durchweg gut zu lesen,...
Veröffentlicht am 20. Juli 2011 von Barni G.

versus
56 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gar nicht so einfach...
Anständig essen, das ist gar nicht so einfach. Karen Duve macht den Selbstversuch.
Vom normalen Allesfresser und Cola Light Junkie wird sie zunächst zur "Ökotante" und kauft nur noch in Bioläden ein, dann wird sie zur Vegetarierin, danach zur Veganerin und schließlich sogar zur Frutarierin. Über ihre Erlebnisse und ihre Erkenntnisse...
Veröffentlicht am 4. November 2011 von josbookcorner


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66 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Informativ und unterhaltsam, 20. Juli 2011
In ihrem Buch "Anständig essen" beschreibt Karen Duve ihren Ernährungs-Selbstversuch
von Bio-Kost über Vegetarismus und Veganismus bis hin zur frutarischen Kost.
Wobei weniger gesundheitliche Aspekte, sondern eher ethisch/moralische Gründe,
die Haupttriebfeder ihres Handelns darstellen.

Das Buch ist durchweg gut zu lesen, unterhaltsam und spart auch nicht mit Selbstzweifeln.
Auch für Allesesser, die sich rein aus Interesse mit dem Thema beschäftigen möchten,
kann ich das Buch empfehlen.

Dadurch, dass die Autorin das Ganze als Selbstversuch beschreibt, habe ich nie das
Gefühl bekommen moralisch unter Druck gesetzt zu werden.

Die (anfänglichen) Schwierigkeiten der Nahrungsmittel-Auswahl und -Beschaffung werden
in dem Buch, spätestens ab der Stufe der veganen Ernährung, deutlich beschrieben.
Die Gründe für die jeweiligen Ernährungsformen werden ausführlich dargestellt,
auf diese Art und Weise transportiert das Buch viele Informationen und Fakten.

Das Literatur-(und Link-) Verzeichnis ist umfangreich und bietet die gute Möglichkeit der
weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema.

Nach der Lektüre des Buches kann allerdings niemand mehr sagen: "Ich habe von nichts gewusst."

Für mich persönlich war das Buch der Ausgangspunkt für die vegetarische Ernährung.

Danke, Frau Duve.

Barni G.
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse, nicht nur für die Hühner und Kühe, 18. April 2012
es tut uns sicher gut, etwas bewußter zu leben. Dazu leistet dieses Buch (ich habe das Hörbuch) einen ausgesprochen guten Beitrag. Lebe seit der Lektüre vegetarisch - habe allerdings schon vorher nur am Sonntag mal Fleisch gegessen. Bin eine passionierte Hobbyköchin.

Vegan schaffe ich nicht - ich halte es auch für dumm, Dinge die ich besitze (Schuhe oder ähnliches) wegzuwerfen, um nun "vegan" zu sein. Solange die Sachen noch gut sind und funktionieren, werden sie benutzt. Werde aber bei Neukäufen auf Wolle und Leder verzichten. Bin mir nicht sicher, ob es gut ist, z.B. auf Kunstfasern umzusteigen - denn irgendwer wohnt neben dem Chemiewerk!
Unser Konsum von Milchprodukten wurde radikal reduziert - Joghurt und Milch wurde durch Sojaprodukte ersetzt - Butter brauche ich doch gelegentlich. Eier nur aus Biohaltung, haben auch bald unsere eigenen. Fertigessen gibt es bei uns nicht.

Auf jeden Fall hat das Buch mich nachhaltig in meinem Lebensstil beeinflußt - schade, dass Frau Duve nun gar keine Köchin ist - dann hätte sie sicher noch überzeugender eine vegetarische Ernährung rüberbringen können. Wir leben im Sommer aus dem Garten und im Winter haben wir viel Eingelagertes und Eingewecktes, klar ist das dann Bio.

Bei Kosmetik und Putzmitteln habe ich schon vor einem Jahr recherchiert und benutze Produkte von der Peta-Liste (der positiv-Liste natürlich).

Das Fazit der Autorin kann ich gut nachvollziehen - ich versuche auch das Machbare, wohl wissend, dass es immer jemanden gibt, der moralisch über mir steht. So wenig Schaden wie möglich anrichten halte ich für eine gute Lösung.
Ich fahre Auto, ich habe Hunde, die keine Möhren essen...aber ich versuche mein Bestes. Dieses Buch hat dazu einen großen Beitrag geleistet.

Literarisch gibt es vielleicht hochwertigeres, aber es muß ja nicht immer ein Pulitzer-Preis Buch sein.
Lest das Buch und lasst Euch unterhalten und beeindrucken.
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231 von 245 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anständiges Buch ;), 2. Januar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Auf dieses Buch habe ich schon monate lang gewartet, und das Warten hat sich erstens gelohnt und zweitens hat das Buch gehalten was es versprochen hat!
Karen Duve schildert sehr humorvoll aber kritisch ihren Selbstversuch so anständig wie möglich zu essen.
Sie versucht sich dabei als "Öko", Vegetarierin, als Veganerin und endet letzendlich als Frutarierin die u.a.auch Prahna unter die Lupe nimmt.
Auf ihrer ethisch kulinarischen Reise muss sie zuerst auf ihr geliebtes Cola verzichten, rettet Hühner und lernt kubistisch vegane Hähnchennachbauteile kennen.
Immer mit dabei ihre Mitbewohnerin Jiminy Grille, die zuerst als moralisches Vorbild voranschreitet und sich ebenfalls diesem Selbstversuch stellt.
Besonders bewegend ist dabei die Krankheitsgeschichte ihres Hundes, der an einem Tumor leidet.
Karen Duve ist hin und hergerissen zwischen Ethik, Moral, Essengelüste,ihrem Hobby - dem Reisport, neuen Erkenntnissen und der Erschütterung darüber was uns die Lebensmittelindustrie da auf Kosten anderer Lebewesen eigentlich auftischt.
Sie schildert, wie ihr Gedanke sich ethisch korrekt ernähren und kleiden zu wollen teilweise auf Unverständnis stößt und wie sie oft gezwungen ist sich zu rechtfertigen oder Gespräche mit ihren Mitmenschen in hitzige Diskussionen ausarten. ...All das, worin man sich als Veganer/Vegetarier immer wieder selber findet.
Sie verpasst ihrem Experiment eine Prise Humor, aber ohne jedoch irgendetwas ins Lächerliche zu ziehen oder respektlos zu erscheinen. Sie liefert nebenbei auch noch eine große Menge an aktuellen Informationen, etwa über die Haltung der sogenannten "Nutztieren", die den Leser jedoch nicht überfordern werden.
Dass Karen Duve nach dem Experiment nicht wieder zu ihrer alten Ernährungsform zurückkehren wird, wird dem Leser bereits nach ein paar Seiten klar. Ich war daher so neugierig auf das "Ende", dass ich das Buch an 3 Abenden ausgelesen habe. Wie ihr Experiment endet, werde ich natürlich nicht verraten... ;)

Fazit:
Ein Buch zu einem alten Thema, das erfrischend anders ist und daher sehr lesenswert, sowohl für "Neo-Veganer/Vegetarier/Fruktarier" als auch für "Langzeit-Veganer/Vegetarier/Fruktarier"
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51 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr nachdenklich gemacht..., 23. Mai 2011
Karen Duve beschreibt in ihrem Buch wie sie allmählich einen Wandel ihrer Eß- und Lebensgewohnheien durchläuft. Aus der "möglichst-billig-hauptsache-satt-und schmeckt" Konsumentin wird eine Käuferin die sich kritisch mit dem auseinandersetzt was sie denn so täglich zu sich nimmt und was das für Umwelt, Tiere, Pflanzen und andere Menschen, unseren ganzen Planeten, bedeutet.
Der Satz " Es gibt noch etwas Schlimmeres, als das Denken zu veweigern - die Zusammenhänge zu kennen, ohne daraus die Konsequenzen zu ziehen." Das trifft genau den Nagel auf den Kopf - wer von uns ist nicht Meister im Verdrängen wenn es darum geht wo unser Fleisch, unsere Eier, etc. herstammen ?
Nach dem Buch fällt es mir schwer zu alten Eß-Gewohnheiten zurückzukehren. Zukünftig werde ich meinen Konsum von Eiern, Milch und Käse kritisch überdenken und auch die vegane Lebensweise testen. So Schritt für Schritt wie Karen Duve das machte kann ich mir das auch vorstellen - Rom wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut.
Ein lesenswertes Buch für alle die schon länger ein ungutes Gefühl beim Einkauf im Discounter haben.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch das wandert, 6. Januar 2012
Ich habe das Buch direkt nach Foers "Tiere essen" gelesen und fande es gleichermaßen gut, wenn auch das Konzept ein anderes ist. Hier wird weniger mi tharten Fakten, sondern auf einer emotionalen und humorvollen (aber nie flachen oder geschmacklosen Art) an das Thema Vegetarismus, Veganismus usw. herangeführt. Man muss den Selbstversuch nicht schon selbst gemacht haben um die Gedanken der Autorin nachvollziehen zu können. Denn jeder, der beginnt sich mit seiner Ernährung auseinanderzusetzen weiß schon vorher, dass es keine leichte Reise wird. Es werden genau die Fragen aufgeworfen, die sich viele am Anfang stellen und gleichzeitig Ängste und Hürden abgebaut. Die beiden Bücher haben mir nicht nur die Augen geöffnet, sondern mich auch ermutigt meine Gewohnheiten nach und nach zu ändern. Und oft musste ich auf meinem Weg an Karin Duve denken und daran, dass sie in den gleichen Situationen steckte.
Ich kann jedem das Buch nur wärmstens empfehlen. Hier wird keineswegs die moralische Keule geschwungen, noch wird man von allem Schlechten auf der Welt so erschlagen, dass man sich handlungsunfähig fühlt. Im Buch wird klar, dass man nicht immer radikal sein muss, sondern dass schon der erste Schritt ein Schritt in die richtige Richtung und für sich selbt immer lobens- und begrüßenswert ist. Gerne verleihe ich dieses Buch deshalb an Freunde und Bekannte, weshalb es immer auf Wanderschaft ist und erst nach 1 Jhar wieder bei mir auftauchte um sofort wieder auf die Reise zu gehen (und das ist auch gut so). Schön zu sehen ist, dass dieses Buch nur wenige kalt lässt und die vegetarisch-veganen Abende eine immer größere Beteiligung finden.
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93 von 102 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Buch liefert nachvollziehbare und unideologische Informationen, die dem Leser die freie Entscheidung ermöglichen, 3. Januar 2011
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Obwohl der Rezensent persönlich weit entfernt ist vom Vegetarismus und vom Veganertum, in Maßen Fleisch und Wurst isst und das auch moralisch nicht verwerflich findet, verfolgt er mit Interesse die in den letzten Monaten und Jahren immer stärker werdende Debatte um die Massentierhaltung und die Kritik von mehr oder weniger radikalen Tierschützern daran. Einige TV-Talkshows zu diesem Thema brachten mir wenig Aufschluss, außer der Erkenntnis, wie unversöhnlich sich Gegner und Befürworter des Fleischkonsums des Menschen da gegenüberstehen. Eine Mitte scheint es in dieser Debatte, die fast schon religiöse und stellenweise fundamentalistische Züge angenommen hat, nicht zu geben.

Es gibt nur pro und contra und das unerbittlich.

Deshalb war ich auf das neue Buch von Karen Duve sehr gespannt, die mich mit ihrem letzten Roman "Taxi" sehr überzeugte. Ehrlich und erfrischend unideologisch dokumentiert sie in "Anständig essen" einen Selbstversuch, der sie von einer eher gedankenlosen Fleischesserin zu einer überzeugten Vegetarierin gemacht hat, die nun auf dem Land zusammen mit Menschen und Tieren lebt.

Zuvor allerdings hat sie alle im Angebot befindlichen Arten, sich zu ernähren nicht nur selbst ausprobiert, sondern auch ihre jeweilige Weltsicht studiert und analysiert. Das ist eine der großen Stärken dieses Buches, dass es auch für Menschen wie den Rezensenten nachvollziehbare und unideologische Informationen liefert, die dem Leser die freie Entscheidung ermöglichen.

Es ist beeindruckend, wie schonungslos und kritisch die Autorin hier nachvollziehbar mit ihren eigenen Gewohnheiten umgeht und wie sie, wie schon in ihren Romanen, mit einem ihr eigenen Humor die ganze Sache betrachtet.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interressant und informativ, 14. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Da ich selbst noch gar nicht so lange auf vegetarische Ernährung umgestellt habe, fand ich das Buch von Karen Duve sehr interessant, sehr informativ und sehr gut geschrieben.
Es gefällt mir, dass sie die einzelnen Ernährungsformen mit Hintergrundinformationen beleuchtet und ich hatte das Gefühl, dass sie alles auch sehr ernsthaft durchgezogen hat.
Auch finde ich es gut, dass sie am Schluss des Buches ein Resümee für sich zieht, wie sie sich weiter ernähren will.
Dass sie ihre Katzen nicht vegan ernähren will, wird sicherlich von den Hard-Linern verurteilt, die selbst schreibt ja auch über diese Ansichten und Lebensweisen, eben auch, dass Veganer Tierhaltung als solche ablehnen, sie selbst hat einen anderen Entschluss für sich und ihre Katzen gefasst, was ich gut finde und absolut nachvollziehen kann.
Die Dialoge mit ihrer Freundin Jiminy finde ich nett, erheiternd und auflockernd.
Es ist ein ernstes Thema, mit dem sich Karen Duve beschäftigt, denn es geht um Massentierhaltung, um Tötung und unseren Umgang mit Essen und ich finde sie hat sich dem ernsthaft angenommen, aber mit ihrer eigenen Art von seltsamem Humor es in einem absolut lesenswerten Buch verpackt.
Ich empfehle es jedem, der sich mit dem Thema Ernährung kritisch auseinandersetzt.
Es ist gut, sehr lesbar und bei aller Ernsthaftigkeit auch irgendwie spannend!
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34 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hinter der Currywurst geht's weiter..., 12. August 2011
Von 
T. Jannusch "rumble-bee" (Velbert) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Stellen wir uns mal vor, vier verschiedene Leute würden mich fragen, um was es bei diesem Buch geht. Dem Ersten würde ich vielleicht antworten: Es ist ein Erfahrungsbericht, die Beschreibung eines Jahres, in dem jemand seine Essgewohnheiten ändert und hinterfragt. Dem Zweiten jedoch würde ich sagen: es ist ein Sachbuch, in dem viele Tatsachen zu Tierhaltung und Lebensmittelindustrie zusammengetragen werden. Der Dritte würde zu hören bekommen, es ist ein humorvolles Buch, ein Schwank voller witziger Anekdoten, bissiger Kommentare und haarsträubender Einsichten. Und der Vierte würde mit dem Kommentar von mir nach Hause gehen, dieses Buch biete einen packenden und oft unerwarteten Einblick in das Privatleben einer Schriftstellerin. Wenn diese vier Personen nun zusammenträfen, würden sie sich wohl erstmal streiten - doch jeder hätte Recht!

Natürlich konnte Karen Duve zu dem Zeitpunkt, als sie sich zu diesem Experiment entschloss, nicht wissen, dass ausgerechnet im selben Jahr ein sehr ähnlich gelagertes Sachbuch eines noch viel berühmteren Kollegen erscheinen würde - "Tiere essen" von Jonathan Safran Foer. Und ich finde es auch verfehlt, Karen Duve an diesem Buch zu messen - was ich aber leider aus vielen Kommentaren und Besprechungen herauslese. Sie ist keine kühle Analytikerin, und sie stand auch vor keiner Lebensentscheidung wie Foer, bevor sie das Buch schrieb. Der wurde nämlich Vater, und musste sich grundsätzliche Fragen über sein weiteres Leben stellen. Nein, bei ihr war es - geradezu grotesk banal - die "Grillhähnchenpfanne für 2,99 Euro", die ihr mit einem Kreischen von der gesundheitsbewussten Freundin aus der Hand gerissen wurde. Überhaupt fungiert diese Freundin, von ihr "Jiminy Grille" genannt (nach einer Figur aus "Pinocchio"), das ganze Buch hindurch wie ein Gegengewicht, ein Spiegel, ein Pendant, das Anlass ist für so manche witzige Anekdote. Wie ein Pat zum Patachon. Oder ein Watson zum Holmes.

Es fängt schon damit an, dass das Buch so nicht geplant war. Eigentlich wartete der zuständige Lektor schon seit über einem Jahr auf einen neuen Roman von Karen Duve, und es kostete sie (und vermutlich ihn!) viele Nerven, ihn von der absoluten Wichtigkeit dieser absolut neuen Idee zu überzeugen. Sich selbst überzeugen musste Karen Duve allerdings nicht: nach der Episode mit der Grillhähnchenpfanne scheint sich die Idee mit einer Plötzlichkeit völlig unhinterfragt ihn ihren Schädel gesetzt zu haben, die ihresgleichen sucht. Zumindest wird dem Leser dieser Eindruck vermittelt.

Mit der ihr eigenen lakonischen Entschlusskraft, und einer guten Portion trockenen Humor, startet Karen Duve in dieses Jahr. Es stimmt übrigens nicht ganz, was der Klappentext sagt: immer zwei Monate der Beschreibung einer neuen Ess-Strategie. Die ersten zwei Monate, Januar und Februar, sind in der Tat der Bio-Ernährung gewidmet. Doch werden die beiden Kapitel durch ein eher nachdenkliches unterbrochen: "Familienbande". Hier reflektiert die Autorin - überraschend tiefsinnig - darüber, was den Menschen eigentlich vom Tier unterscheidet. Oder ob überhaupt. Dieses Rezept wird im Buch wiederholt - immer wieder werden die "Ess-Kapitel" aus ihrem Alltag unterbrochen durch nachdenkliche, eher referierende Kapitel, in denen sie ihre Gedanken oder auch Ergebnisse ihrer Nachforschungen zusammenträgt. Da geht es z. B. um Mitgefühl, menschlichen Egoismus, wann ändert man sein Verhalten und warum - und wann eben nicht, die Milch und ihre Produktionsbedingungen, moralische Überlegenheitsgefühle, die Lebensrechte von Insekten, und und und. Und immer wieder schreiend komische Passagen, die mich wirklich oft laut haben auflachen lassen! Die Lese-Kompatibilität dieses Buches in der Öffentlichkeit sollte also genauestens überdacht werden...

März und April sind vegetarisch, und danach folgen vier, nicht zwei, Monate des Herantastens an die vegane Lebensweise. Ich sage bewusst "Lebensweise", denn genau aus diesem Grund dauert es für Karen Duve so lange, es umzusetzen. Schritt für Schritt trennt sie sich sogar von Gegenständen und Gewohnheiten, die auch nur in irgendeiner Weise der Ausbeutung von Tieren dienen. Das verdient meinen Respekt als Leser - auch und gerade weil sie immer wieder ehrlich zugibt, dass es doch oft eben "Verzicht" bedeutet. Sie wendet sich in einer geradezu radikal ehrlichen Weise an alle Moral-Apostel, und bestreitet deren Postulate, es sei alles ganz einfach, sobald man nur einmal "die richtige" Einstellung gewonnen habe.

September und Oktober - frutarisch. Hier habe ich wohl am meisten mit der Autorin sympathisiert, weil sie sich doch arg quält, mit der Richtigkeit der Entscheidung hadert, und sich u. a. auch fragt, ob das Leben, und somit das Essen, nicht eben auch Genuss bedeuten sollte. Zum Schluss ist es fast Trotz, mit dem sie ihren Obstsalat und ihre Erbsen mit Kokosmilch verputzt. Man kann förmlich ihre Erleichterung spüren, mit der sie in den November startet - der Monat, in dem sie zu einer Entscheidung kommen will.

Und in der Tat formuliert sie 5 Grundsätze, nach denen sie in Zukunft zu leben gedenkt. Manche Leser waren hier ob ihrer scheinbaren Inkonsequenz erstaunt. Doch ich finde, das mag daran liegen, dass man schon während des ganzen Buches die Zweifel, Kämpfe und Unsicherheiten evtl. überlesen hat. Schließlich muss man sich klar machen, dass es an sich schon eine große Leistung ist, innerhalb eines Jahres ohne äußere Not sich zu dieser Entscheidung zu zwingen! Ich finde die Grundsätze, die ich hier im Einzelnen nicht aufzählen werde, aus der Sicht der Autorin durchaus konsequent, und vor allem - machbar. Man muss bedenken, dass es immer ein konkreter Mensch ist, der da sein Leben ändern will oder soll. Und dies geht sie mit großer Furchtlosigkeit an. Das, was sie ändert, ist schon viel mehr, als es die "Grillhähnchenpfanne" hätte vermuten lassen.

Und genau aus diesen Gründen verleihe ich dem Buch auch 5 Sterne. Es mag kein zu 100 % fundiertes Sachbuch sein, es mag subjektiv sein, und es mag gelegentlich die Pointe der Wissenschaftlichkeit vorziehen. Dennoch - wer schafft das schon, Information mit Privatem und Humor zu einer solch gekonnten Einheit zu verbinden? Und sich selbst vor dem Leser dermaßen "auszuziehen"? Mein Fazit jedenfalls lautet, Hut ab vor Karen Duve!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wow!, 31. Mai 2013
Von 
Ich selbst bin Kraftsportler und daher absolut überzeugter Fleischfresser (1,5-2kg pro Woche).

Daher war ich bereits nach wenigen Minuten sehr kritisch, weil die Autorin ja in eine für mich sehr unbequeme Nische sticht.

Letztendlich muss ich aber sagen, dass sie mir den Hintergrund zum Fleischgenuss ausgesprochen madig gemacht hat - es ist für mich sehr schwer, zu glauben, dass tatsächlich so viele Tiere (und zum Teil auch Menschen, insb. in anderen Ländern) so leiden müssen, um den Fleischgenuss westlich orientierter Länder zu unterhalten.

Die ethische Betrachtung von Ernährungsformen ist der Autorin mehr als gelungen, was insb. im Hörbuch sehr gut zur Geltung kommt (wohl besser als im gedruckten Werk).

Ich habe durch dieses Werk tatsächlich den Anstoß bekommen, darüber nachzudenken, meine Ernährung abzuändern (was ich wohl im Leben nicht gedacht hätte, wenn Sie mich vor dem Hören gefragt hätten!).

Ich bin von dem Werk mehr als begeistert (und über die Umstände der Tierhaltung mehr als entsetzt), ich würde es jedem, der sich sowohl für Ernährung als auch insb. die Ethik dahinter interessiert, empfehlen.

Von der deutschen Politik bin ich (wie mittlerweile eigentlich gewohnt) mehr als enttäuscht - dass es gesetzesmäßig zulässig ist, solche Bedingungen der Tierhaltung und -pflege zu legitimieren, ist für mich kaum zu glauben und nicht zu verstehen.

Beeindruckende Arbeit, Frau Duve!
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39 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schonungslos ehrlicher Bericht eines Selbstversuchs. Und lustig obendrein., 4. Januar 2011
Auf dieses Buch hatte ich mich schon gefreut, seit ich von der Lesung Karen Duve's zusammen mit Jonathan Safran Foer gelesen habe. Zuvor kannte ich von Duve nur ein sehr gutes Spiegel-Essay, aber das heißt ja noch lange nicht, dass das Buch auch was wird. Wurde es aber:

Karen Duve ist absolut ehrlich mit sich. Das bedeutet, sie hinterfragt ihr bisheriges Verhalten rücksichtlos, hört beim essen nicht auf sondern überlegt sich als Hobby-Reiterin eben auch, ob Reiten dem Pferd oder generell das Halten ihrer Haustiere den Haustieren eigentlich so gefällt. Das bedeutet auch, dass sie die Verhaltensweisen von Bio-Essern, Vegetarieren, Veganern und Frutariern für den angedachten Zeitraum konsequent übernimmt, diese aber eben auch Punkt für Punkt hinterfragt und mit gut recherchierten Hintergrundinformationen unterfüttert. Dementsprechend kann sie den Verzicht von Milch durchaus nachvollziehen aufgrund der in der Milchwirtschaft vorherrschenden Verhältnisse. Das Abschwören von Honig hingegen kann sie zwar vom Gedanken her nachvollziehen, aber eben nicht als so schwerwiegend einordnen wie etwas das betäubungslose kastrieren von Schweinen oder Ähnliches. Ebenso probiert sie natürlich auch die Ersatzprodukte aus und gibt eben offen zu, dass ihr der vegane Käseersatz absolut nicht schmeckt. Das sind eben Dinge, die man in den meisten Büchern zu veganer Ernährung so nicht liest, weil eben oft ideologisch.

Unheimlich erfrischend eben auch die einfach amüsant geschrieben Passagen zum Alltag mit der ungewohnten Ernährungsform, wenn sie vor dem Supermarktregal steht und fast schon die Fertigsuppe kauft aber als 18te Zutat dann doch noch Laktose findet. Das klingt jetzt lustig, ist es auch, aber sie lässt die nötige Ernsthaftigkeit nicht vermissen. Es folgt dann meist ein eher ernsthafter Schwenk, z.B. in diesem Fall, warum zur Hälle eigentlich in Millionen Artikeln Laktose oder Molke sein muss. Klar, in Panna Cotta, Yogurt und Sauce Hollondaise liegt das auf der Hand, aber bei Kartoffelsuppe und Halspastillen fragt man sich schon, was der Sch**** soll. Genau so lustig die Berichte von Familienfeiern, wo sie gegen das Spinner-Image ankämpfen muss. Die ernsthaften Passagen sind treffend, aber auch für Zartbesaitete lesbar. Sie kommen generell ohne Belehrung aus, weil Karen Duve ja eben vor dem Versich selbst Fleischesserin ist, reden aber trotzdem Klartext.

Generell der Abschnitt über Milchverträglichkeit / Gesundheitsaspekt ist super, sehr objektiv, so ziemlich alle wichtigen Fakten einbeziehend. Auch weil sie eben nicht abschliesst mit "Milch ist total ungesund, alles Lügner" sondern die Entscheidung dem Leser überlässt, aber eben vorher auch die Ungereihtheiten der "Die Milch macht's"-Slogans darlegt.

Es ist außerdem einfach interessant, nach dem "Tiere essen" Hype ein Buch zu lesen, dass zur Situation in Deutschland richtig gut informieren kann und auch einen Blick auf Milch- und Eier-"Produktion" wirft. Zu Bio-Siegel, Haltungsformen, Verbrauchszahlen, Einkaufsmöglichkeiten usw usw. Auch wenn man zu dem Thema schon viel weiss sollte man sich nicht abhalten lassen: Mir war nicht klar, was lebend gerupfte Daunen bedeuten oder dass Ritter Sport Marzipan ohne Milch hergestellt ist.

--> Anständig lesen ;)
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Anständig Essen: Ein Selbstversuch
Anständig Essen: Ein Selbstversuch von Karen Duve (Taschenbuch - 18. Juni 2012)
EUR 9,99
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