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Kundenrezensionen

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TOP 500 REZENSENTam 16. November 2010
Meike ist Übersetzerin. Sie verlässt ihren Partner, ihr Leben ist ihr zu weichgespült, sie nimmt den Notausgang. In Nordfriesland kauft sie sich ein ziemlich heruntergekommenes Häuschen direkt hinter dem Deich. Dort will sie auf den neuen Roman von Henry LaMarck warten, den sie übersetzen soll. Als ihre Finanzen zur Neige gehen, reist sie kurz entschlossen von ihrem letzten Geld nach Chicago, um das Manuskript persönlich abzuholen

Anlässlich des 60. Geburtstags von Henry LaMarck hat sein Verlag in Chicago eine Überraschungsparty ausgerichtet. Von allen Seiten wird er auf den erwarteten Roman angesprochen, der den 11. September zum Thema haben soll. Schon wird er mit dem Pulitzerpreis in Verbindung gebracht, den er bereits einmal erhielt. Aber er hat noch nicht einmal damit begonnen, er wird wohl auch nie damit beginnen. Deshalb verlässt er die Party durch die Hintertür und taucht ab.

Jasper Lüdemann, ein junger Banker, der es von Bochum bis nach Chicago geschafft hat, wurde nach Jahren im Back-Office-Bereich einer großen Investmentbank in den Tradersaal befördert. Nun will er zeigen, was er kann. Hilfsbereit übernimmt er einen kleinen Verlust, den ein Kollege bei einem Geschäft erwirtschaftet hat und will ihn ausgleichen. Damit bringt er einen Stein ins Rollen, der als Lawine endet.

In Chicago trifft Meike Jasper, Jasper trifft Henry und auch Meike und Henry treffen sich und im Folgenden werden die Abhängigkeiten geschildert, die die Drei miteinander verbinden.

Auf diesen Roman wurde ich durch einen Wirtschaftstalk im TV aufmerksam, ein recht ungewöhnlicher Ort für Literaturtipps. Aber ich wurde nicht enttäuscht. Noch nie habe ich einen Roman gelesen, der die Börse mit ihren Finanztransaktionen und -manipulationen so allgemeinverständlich erklärt und dabei noch sehr unterhaltsam ist. Die Story ist intelligent konstruiert und spannend geschrieben. Die drei die Handlung bestimmenden Charaktere, die sich in gewissen gegenseitigen Abhängigkeiten befinden, sind recht einfach gehalten. Aber genau das macht den Reiz dieses Romans aus. Sie sind in ihrem Tun berechenbar und so hat der Leser keine Probleme , sich in die Protagonisten hinein zu versetzen. In nicht zu langen Kapiteln erzählen die drei Hauptdarsteller, andere Personen sind wirklich nur Randfiguren, abwechselnd in der Ich-Form ihre Sicht der Ereignisse und lassen den Leser so an ihrem Denken und Handeln teilhaben. Dadurch kommt es mitunter zu Überschneidungen, um die persönliche Sichtweise zu unterstreichen. So beschreibt der Autor auf sehr anschauliche Weise den Mikrokosmos seiner Helden. Dabei sind manche Szenen schon fast Slapsticks, andere lassen den Laien staunen, was an der Börse alles möglich ist. Humor und Ernst haben sich in diesem Roman im rechten Maß gefunden und geben eine wunderbare Paarung ab. Die finanzwirtschaftlichen Schilderungen zeugen davon, dass der Autor intensiv recherchiert hat. Inhaltlich korrekt und trotzdem amüsant zu lesen, haben besonders diese Szenen mich vom Können des Autors überzeugt.

Mein Fazit: "Das war ich nicht" ist eine gelungene Mischung aus Wirtschaftskrimi und Komödie. An keiner Stelle trocken oder langweilig, sondern stets spritzig witzig und gut zu lesen. Voller Sachverstand, erklärt Kristof Magnusson in seinem Roman ganz nebenbei die Hintergründe der Wirtschafts- und Finanzkrise. Dieses Buch empfehle ich gern weiter
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am 15. Juni 2010
Ich lese mir immer bevor ich ein Buch kaufe bei Amazon die Kundenrezensionen durch.
Und immer wieder bin ich davon überrascht, wie doch die Meinungen auseinadnergehen. Ich versuche nach Beendigung der Lektüre dann immer die Rezensionen erneut zu lesen und mit meiner eigenen Meinung zu vergleichen und prüfe somit, wie die Qualität der Meinungen meiner Mitleser ist.
Hiervon mache ich es abhänging, wie ich in Zukunft die Meinungen anderer beurteile.

Ich habe festgestellt, dass es so gut wie keine Bücher gibt, die nur positive Bewertungen erhalten.
Allerdings finde ich auch, wenn ein Buch viele sehr gute Beurteilungen bekommt und man eine gegensätzliche Meinung hat, sollte man diese fairerweise ausfühlich begründen. Mich stören doch immer wieder die drei Satz Kritiker, die mit ihrem "Statement" nichts wirklich wissenswertes Kund tun.

So auch bei vielen schlechten Rezensionen hier. Es wird zum Beispiel die Sprache kritisiert.
Von meiner Seite kann ich nur sagen, dass die Art wie der Autor schreibt ausgerwöhnlich und vor allem für mich recht unbekannt war. Die Sprache ist absolut klar und deutlich und läßt sämtliche Schnörkel weg. Das mag nicht jedermanns Sache sein, aber ist sehr angenehm zu lesen und dazu sehr orginell.

Die Charaktäre fand ich persönlich recht gut. Sicherlich hätte ein bisschen literarische Tiefe hier und da nicht schlecht gestanden, aber ich vermute mal, dem Autor ging es darum gar nicht. Die Geschichte, die vorkommenden Personen und die Art zu schreiben sind so aufeinander abgestimmt, dass man unweigerlich den Eindruck erhält, dies ist gewollt und genau die Identität dieses Romans.

Ich habe mich immer vor dem Lesen auf das Buch gefreut. Mir kamen während des lesens nie Kritikfähige Gedanken auf. Ich bin im Nachhinein betrachtet von der anderen Sprache Magnussons mehr wie beeindruckt.
Zudem möchte ich festhalten, dass mir der Roman eine klare und deutliche Geschichte hinterlassen hat, die zwar unspektakulär, aber irgendwie in der Summe sehr wertvoll erscheint.
Zudem fand ich den Humor und die Denkweise grad unseres Bankers sehr orginell und witzig.
Im Gesamtresumee betrachtet:

Sehr gutes Buch, absolut orginell, aussergewöhnlich gute und unbekannte Schreibweise und ein Buch welches man am Ende zur Seite legt und sich freut es gelesen zu haben.

In diesem Sinne....

D.L.
11 Kommentar|33 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 11. März 2010
Inhalt:
Das war ich nicht - ein Roman über drei Personen: Jasper, Anfang 30, ein Banker auf dem Sprung zur großen Karriere. Meike, eine Literaturübersetzerin, auf der Flucht vor einer vorhersehbaren Zukunft: Partnerschaft, Pärchenfreunde, zusammenziehen, über Kinder nachdenken... und Henry, ein international gefeierter Schriftsteller mit Schreibblockade und Altersangst, der von der Party zu seinem sechzigsten Geburtstag verschwindet und untertaucht.
Auf abenteuerliche Weise geraten diese drei Personen in Abhängigkeit voneinander: Meike Urbanski ist die Übersetzerin "ihres" Schriftstellers Henry LaMarck, ihrer Existenzgrundlage. Da dieser weder seinen versprochenen Jahrhundertroman beim Verlag abliefert hat, noch auffindbar ist, fliegt Meike nach Chicago, um ihn zu finden. Henry LaMarck verliebt sich in das Foto von einem jungen Banker, der verzweifelt auf die fallenden Kurse starrt - das könnte der Aufhänger für seinen großen Roman sein! - und eben dieser Banker namens Jasper Lüdemann versucht eine junge deutsche Frau wiederzufinden, die ihm im Café Caribou seinem Kaffee vor der Nase weggeschnappt hat...
Jasper will Meike treffen, Meike will Henry treffen, Henry will Jasper treffen. Jasper interessiert sich nicht für Henry, Henry fühlt sich durch Meike belästigt und bloßgestellt, Meike findet Jasper arrogant und unsympathisch, und jetzt?

Eigene Meinung:
Eigentlich ist es erschreckend, dass Menschen ihre Karriere und damit möglicherweise ihr ganzes Leben ruinieren, aber Kristof Magnusson verpackt das Ganze in einen urkomischen modernen Schelmenroman. Die Geschichte ist abwechselnd aus den Perspektiven der drei Protagonisten erzählt. Zu Beginn des Buches fand ich die Geschichte aus Jaspers Sicht etwas anstrengend, weil er auf mich einen sehr arroganten und unsympathischen Eindruck machte, und wer mag sich schon mit einem solchen Charakter identifizieren? Außerdem interessiere ich mich nicht für die Börsengeschäfte, die Jasper in seinem Job tagtäglich abwickeln muss. Aber selbst aus dieser Erzählperspektive hat mich das Buch nach einigen Kapiteln gefangen genommen, und als das Unheil plötzlich unaufhaltsam seinen Lauf nahm, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, und zum Ende hin sind mir die verschrobenen und stellenweise unsympathischen Charaktere doch tatsächlich ans Herz gewachsen ;o) Kristof Magnussons Charaktere wirken nie gekünstelt, konstruiert oder eindimensional und das macht diesen Roman so überaus lesenswert!

Fazit:
Dieses Buch war eine literarische Überraschung für mich. Zuvor hatte ich von Kristof Magnusson weder etwas gehört noch gelesen und war von seinem Schreibstil und seinem Humor schlichtweg begeistert!
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am 10. März 2010
Schnell, amüsant, lehrreich und nachdenklich. Ein moderner Roman eben. Aber was für einer.
Wer bis heute nicht verstanden hat, warum das mit der Finanzkrise eigentlich so schwer zu verstehen ist, der kann das ab sofort ändern.
Und der lernt von diesem Buch,
- warum kleine Handlungen große Auswirkungen haben können, wenn man nur lang genug daran glaubt, alles unter Kontrolle zu haben.
- warum der beste Plan immer noch kein Plan ist und der Zufall ein dichteres Netz webt, in das man fallen kann.
- warum Glück auf der Straße liegt und das kein Klischee ist.

Aber: wieder entsteht das Gefühl, dass nach der Scheiße, die so gebaut wird, letztlich ein blaues Auge bleibt. Da hätte Herr Magnusson vielleicht nicht so rosarot schreiben müssen. Alles wird gut, aber nur in Hollywood.

Trotzdem totale Leseempfehlung: der Unterhaltungsgrad ist enorm und man lernt noch was dabei. So wie ein moderner Roman eben.
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am 26. Juni 2012
Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht einer der drei Hauptpersonen erzählt. Jasper, aus einer Kleinstadt bei Bochum stammender, ursprünglich unambitionierter, gänzlich durchschnittlicher junger Mann gelingt es aus dem Backoffice einer großen Investmentbank in den Trading Room zu wechseln. Auch wenn er bei den Kollegen, noch ?, nicht gut angesehen ist: er hat es geschafft. Hipper Job, jetzt voll auf Karriere fixiert lebt und arbeitet er in Chicago. Eigentlich arbeitet er nur...
Meike hat es geschafft: in den Übersetzerjob hineingerutscht, da kellnern für sie keine Option zur Studienfinanzierung war, übersetzt sie jetzt die Werke des Erfolgsschriftstellers Henry LaMarck. Dessen Bücher halten auch sie über Wasser. Dumm nur, dass das neue Buch des Meisters auf sich warten lässt...
Henry hat den Höhepunkt seines Schaffens überschritten. Fatalerweise hat er sich vor über einem Jahr dazu hinreißen lassen einen großen neuen Roman anzukündigen. Der soll die Anschläge vom 11ten September und dessen Folgen thematisieren. Nichts weiter als ein Jahrhundertroman wird erwartet. Kein Wunder das ihn nun eine Schreibblockade plagt. Verlag und Übersetzerin erwarten endlich Material vom Chicagoer Autor...

Magnusson schreibt unkompliziert und direkt, ohne Schnörkel, aber mit viel Wortwitz und Einfühlungsvermögen. Mir gefiel besonders die ironisch sarkastische Art von Meike. Besonders die erste Hälfte des Buchs ist voller Tempo und dennoch genau beobachtet. Die Charakterisierung von Personen und Milieus gelingt dem Autor mit wenigen Sätzen. Wie die Protagonisten aufeinander zutreiben ist gut konstruiert und der Autor findet treffende Szenen um die Lebenssituation und das Innenleben der Figuren zu schildern. Die Situationen die wechselweise von einer der Hauptpersonen geschildert werden geben schöne Einblicke in die jeweilige Wahrnehmung und erinnern daran, dass wir die Welt nicht objektiv, sondern so sehen wie wir sind. Ohne je weinerlich oder moralisierend zu werden erzählt Magnusson von der Einsamkeit seiner Helden und ihrer Suche nach einem Ausweg.
Wenn der verunsicherte Jasper sich durch den Tag kämpft, gelingt es dem Autor das hin und hergerissen sein von Jasper überzeugend wiederzugeben. Gleichermaßen gelungen ist die Schilderung der blasiert wichtigtuerischen, ins bürgerliche abdriftende, das aber nie zugeben würdenden Szene der Meike den Rücken kehrt. Der Leser kann nachfühlen warum Meike das nicht mehr mitmachen will. Das sie nicht so recht weiß was tun, macht sie nur sympathischer, wenn auch nicht vernünftiger. Henry wiederum ist übersättigt, abgeschnitten vom richtigen Leben, und ist sich dessen sehr wohl bewusst.

Jaspers Arbeit ist für die Geschichte von zentraler Bedeutung und Kristof Magnusson macht den Leser mit den Hintergründen einiger Börsentransaktionen vertraut. Das gelingt ihm weitgehend ohne trockenes Finanzchinesisch und die Schilderung wie und warum Jasper unversehens an einem riesigen finanziellen Rad dreht, ja überhaupt drehen kann, sind plausibel. Hat es ähnlich ja tatsächlich gegeben.
Ein ungewöhnlicher Aufhänger und Motor für eine ebenso spannende wie humorvolle Geschichte, die aber vor allem die Lebenssituation ihrer Helden zum Thema hat. Das die Suche nach Sinn und Bindungen auch in Zeiten von Latte Macchiato und Aktienfonds den Menschen antreiben schildert der Autor unverkrampft, ohne verkopfte Philosophiererei. Der Blick durch die Augen seiner Helden genügt ihm.
Sehr unterhaltsam, originell, temporeich. Kaufen und lesen!
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Bei dem Hörbuch DAS WAR ICH NICHT von Kristof Magnusson habe ich spontan sofort an einen anderen Titel gedacht als ich die drei CDs mir anhörte - eher DAS BIN ICH NICHT wäre treffender gewesen, denn es läuft einen doch kalt den Rücken herunter wenn man mit anhört, was die drei Protagonisten zusammenbringt und wie sie sich - teils unabsichtlich - immer mehr ins Chaos verstricken. Mit keinem der Drei möchte ich tauschen und Kristof Magnusson schafft es sowohl mit humorvollen Details wie auch mit harter Feder uns eine Situationsanalyse der heutigen Gesellschaft am Rande des Finanzkollaps zu liefern. Gier, weltfremde Gedanken und auch Dummheit zeigen die Instabilität des ganzen Systems. Der Strudel dreht sich immer schneller und alle drei Protagonisten werden in den Orkus gesogen.

Drei Lebensläufe, drei Sprecher, drei Geschichten, sie alle haben am Anfang nur wenig oder gar nichts miteinander zu tun, doch im Laufe der Hauptgeschichte kommen sie sich unwillkürlich immer näher, verstricken sich ineinander und werden abhängig voneinander.

Geld, Liebe und das Überleben im Allgemeinen sind die Antriebsfedern eines jeden Einzelnen von ihnen, der eine ein gefeierter Buchautor in der Sinn-/ und Schaffenskrise, die andere eine Übersetzerin ohne Auftrag aber mit jeder Menge Schulden und noch der dritte im Bunde, ein mittelmäßiger Bankmitarbeiter mit größenwahnsinnigen Ideen seine Fehlspekulationen zu kaschieren.

DAS WAR ICH NICHT von Kristof Magnusson hörte ich mit sehr großem Interesse an, immer tiefer riss mich das Hörbuch in den Sumpf von Wahnsinn und grotesken Vorstellungen über die Wirklichkeit der Protagonisten.

Grandios in einer dreischichtigen und abwechselnden Lesung von Dietmar Mues, Jens Harzer & Fritzi Haberlandt vorgetragen, treibt man von Gedankenstrom zu Gedankenstrom der Protagonisten, wird hinabgezogen, aus der Wirklichkeit katapultiert und in die Phantasien der Menschen wie Du und Ich gestoßen.

Ein Hörbuch mit Gegenwartsbezug, unheimlich, direkt und schonungslos erleben wir das Desaster mit, werden ein Teil davon und mitschuldig - sind wir nicht ebenso - hätten wir es nicht auch so gemacht?

Teils sind die Abhängigkeiten komisch, doch auch berührend und stimmen einen traurig. Wie konnte es nur dazu kommen - ist treffend ausgerufen - denn mit DAS WAR ICH NICHT von Kristof Magnusson ist dem Autoren ein großer Wurf gelungen, so in etwa dem Vergleichbar - hinter dem der eine Protagonist, ein Pulitzerpreisträger, her war - ein literarisch großer Wurf.

Mit DAS WAR ICHT NICHT offenbart sich die ganze schräge Komik des Bankensystems, der Gier nach Geld, Erfolg und Bonuszahlungen aber auch die Verletzlichkeit des Einzelnen, die Tragik einer nicht vorhandenen stabilen Zukunft.

Wir sehen die Unausweichlichkeit des Endes voraus und hoffen weiter, wir sehen die Katastrophe die sich anbahnt und denken noch an das kleine Glück und wir sehen die Dummheit der Gesellschaft , ganz offensichtlich - und doch geht es weiter und weiter.

Ein wunderbares Hörbuch, ein fiktiver Krimi könnte nicht besser sein!

Sehr empfehlenswert!
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am 30. März 2010
Es beginnt wie einer dieser Thirtysomethings-Romane, wie ein Buch über das Älterwerden, das Kinderkriegen und die vermeintlich wichtigen Dinge im Leben: Die Literaturübersetzerin Meike entscheidet sich spontan gegen all das, verlässt ihren Freund und zieht in ein Häuschen aufs Land, "hinterm Deich", das sie sich allerdings nur leisten kann, weil bald der Vorschuss für das nächste Buch, den "Jahrhundertroman" des großen amerikanischen Erzählers Henry LaMarck, den sie sehr verehrt und in ihren Übersetzungen auch in Deutschland zu einem Bestseller gemacht hat, eintreffen wird - auf das Manuskript wartet allerdings nicht nur sie händeringend. Von Vorteil ist auch, dass die Hypothek für das hübsch-hässliche Häuschen über "HomeStar" läuft, eine Kreditbank, die auch weniger solventen Kunden gerne Geld gibt.

Jener Erfolgsautor, just zum zweiten Mal für den Pulitzer-Preis nominiert, wird soeben sechzig, weshalb auch im Verlag nicht, wie angekündigt war, ein Gespräch über die Taschenbuchausgabe seines vorletzten Romans stattfindet, sondern eine Überraschungsparty zu Ehren des Schriftstellers, der noch keine einzige Zeile seines langerwarteten Jahrhundertbuches geschrieben hat. LaMarck flieht von der Party, mietet sich in ein Hotel ein und schottet sich von der Welt ab, von der er glaubt, sie wäre ab diesem Moment detektivisch auf der Suche nach ihm.

Und dann ist da noch der junge Jasper, aus Bochum stammend, der es in der Chicagoer Investmentbank vom "Back-Office" in den Handelssaal geschafft hat, der also endlich "Trader" ist. Nachdem er irrtümlich geglaubt hatte, entlassen zu werden, wittert Jasper Morgenluft, weil es jenen Kollegen erwischt, auf dessen Posten der junge Deutsche scharf ist. Da er - aus seiner Tätigkeit im überwachenden "Back Office" - die gesamten technischen Strukturen gut kennt, hilft er einem anderen Trader, dessen unzulässige Transaktionen zu vertuschen, macht dabei aber versehentlich so viel Gewinn, dass nun wiederum er selbst in die Schusslinie geraten würde. Jasper fängt damit an, auf dem Konto des gefeuerten Kollegen Optionsgeschäfte mit Papieren der Kreditbank "HomeStar" abzuschließen, aber statt eines überschaubaren Verlusts explodieren die roten Zahlen plötzlich, und Jasper gerät in einen Teufelskreis, aus dem es nur einen Ausweg gäbe, würden die "HomeStar"-Kurse dramatisch fallen. Als sie das schließlich tun, geschieht das, kurz nachdem Jasper auf Gewinn gewettet hat, und alles wird immer schlimmer und schlimmer.

In Chicago treffen sich die drei. Der Erfolgsautor will den jungen Banker, dessen Foto er zufällig in der Zeitung gesehen hat, zum Helden seines Romans machen, aber eigentlich nicht nur das. Meike ist nach Chicago gekommen, um den vermeintlich verschollenen Schriftsteller zu suchen, trifft dort aber zunächst Jasper, der sich in sie verliebt. Aus den drei Geschichten wird eine, und zwar eine fantastisch spannende, extrem amüsante, wirklich vortrefflich erzählte.

Vor dem Hintergrund der längst nicht überstandenen Weltwirtschaftskrise, die zu einem Gutteil dadurch ausgelöst wurde, dass Leute in den Handelssälen der Banken Luftgeschäfte von grandiosem Ausmaß tätigen, erzählt Magnusson wechselnd aus den Perspektiven der drei Protagonisten eine fulminante Geschichte über Literatur, Wirtschaft, Liebe und geborgte Träume. Da passt jeder Satz, da ist fast nichts überflüssig, da stimmt jedes Detail. Ein beneidenswert gutes, gutlauniges, amüsantes und faszinierendes Buch, exzellent recherchiert, minutiös geplottet, toll erzählt. Großartig!
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TOP 500 REZENSENTam 26. Februar 2010
Drei Menschen, die mit ihren Lebensentwürfen, zur Geltung kommen wollen, eine Wirtschaftskrise die aufzeigt wo wir gerade stehen, ein Roman über eine Übersetzerin, einen Banker und einen Schriftsteller, deren Leben zum Stillstand kommt, wo einiges zusammenbricht, die Krise unabwendbar erscheint, die Zielrichtung des eigenen Lebens verloren geht.

Im Dreieck erzählt, lernen wir Henry LaMarck kennen, 60 Jahre alt, der aufhört zu schreiben und nicht mehr schreiben will. Eine Übersetzerin, die keine "Hausfrauenp*rnos" mehr übersetzen will, und eine Abfuhr erhält, und ein Banker/Trader, der eine Bank mit seinen Geschäften und Spekulationen in den Ruin treibt. Im Wechsel der verschiedenen Perspektiven, lernen wir also diese drei Biographien Stück für Stück kennen, die in einem gewissen Zusammenhang stehen, und im Laufe der Geschichte immer mehr aufeinander zugehen.

Eine Story über Aufstieg und Verfall, in Zeiten der Rezension, die an manchen Stellen unglaubhaft wirkt, die Protagonisten irren durch die Geschichte, laufen mehr umeinander herum, als dass sie sich wirklich begegnen,verstehen sich nur teilweise und verlieren sich wieder aus den Augen. Ein wenig ratlos, verzweifelt, irgendwie dann doch in die unvermeidbare Sackgassen endent.

Auch wenn der Plot an die heutige Zeit der wirtschaftlichen Rezension angepasst ist und dadurch aktuellen Charakter hat, hat mich die Story nun wirklich nicht gepackt. Ein Schriftsteller der mit Elten John kommuniziert, naja ich weiss nicht, und ein Trader, der über die Bankkontodaten seines Kunden (LaMarck) verfügt und damit über 9 Mio. verfügen kann, naja ich weiss nicht.

Keine weissgott anspruchsvolle Sprache, keine grosse Spannung, keine grossen Gefühle, na was denn nun? Scheiternde Existenzen, die so dahindümpeln, nichts was einen wirklich vom Hocker reissen würde. Der Roman endet mit: "Steht nichts Weltbewegendes drin". Tja, muss ich mich leider anschliessen. Ein Suchen und wieder Verlieren, ob wir als Leser bei dieser Geschichte wirklich noch gewinnen? Vielleicht geht ja die Geschichte am Leser vorbei, was wäre eigentlich dann? Wird hier nicht wieder einmal der Durchschnitt in den Himmel gehoben? Irgendwie habe ich dann doch das Gefühl..Vielleicht findet ja der Roman ja ohne den Leser statt..Von einem Lesevergnügen, war zumindest ich wohl meilenweit davon entfernt..
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am 10. März 2010
Der Münchner Schriftsteller Kristof Magnusson ist nicht nur ein großartiger Übersetzer (zuletzt das geniale Buch von Hallgrimur
Helgason, Zehn Tipps, das Morden zu beenden und endlich mit dem Abwasch zu beginnen, Klett-Cotta 2010), sondern auch seine eigenen Bücher mausern sich langsam zu wirklich großer Literatur. Die Finanzkrise seit 2008 hat in der Zwischenzeit einige literarische Be- und Verarbeitungen erfahren. Der vorliegende Roman "Das war ich nicht" ist meines Erachtens der bisher beste unter ihnen.

Er erzählt von drei Menschen, deren Leben durch Zufall in eine abenteuerliche Abhängigkeit gerät. Da ist zunächst Meike aus Hamburg. Sie ist Übersetzerin und wartet sehnsüchtig auf das neue Manuskript eines amerikanischen Bestsellerautors, dessen Bücher sie seit einiger Zeit übersetzen darf. Im Vorgriff auf die zu erwartenden Tantiemen hat sie sich ein Haus im Grünen gekauft. Aber das Manuskript taucht nicht auf und sie begibt sich mit ihren letzten Rücklagen auf die Suche nach ihm.
Der hingegen, Henry La Marck, leidet unter einer Schreibstörung und hat von dem Roman, den der Verlag schon als den Schlüsselroman zum 11. September 2001 ankündigt und bewirbt, noch keine einzige Zeile geschrieben und hat sich in einem Hotel in Chicago versteckt.

Dort in diesem Hotel in Chicago findet Meike ihren Autor. Sie begegnet aber auch Jasper Lüdemann, einem deutschen, seit einigen Jahren in Chicago als Banker arbeitenden Mann, Anfang dreißig, der ganz für seine lange ersehnte Tätigkeit im Händlersaal einer großen Chicagoer Investmentbank aufgeht, nachdem er jahrelang nur im Backoffice arbeiten durfte. Er lebt ausschließlich für seine Arbeit, denn zwischen dreißig und vierzig muss man brennen" wie er, ähnlich wie Tausende seiner Kollegen sagt.

Die genaue Beschreibung dieser spekulativen Arbeit, die Japser in den Ruin zu treiben droht, ist eines der vielen Kunststücke, die Magnusson in diesem unterhaltsamen Roman gelungen sind. Er lässt seine drei Figuren abwechselnd in der Ich-Form erzählen und alle miteinander erleben sie, wie ihnen ihr jeweiliges Leben zu entgleiten droht. Magnusson führt die drei behutsam zueinander, indem er die jeweiligen Geschichten immer mehr verknüpft zu einem Roman, der eine gelungene Mischung darstellt zwischen Finanzkrimi, Komödie und Alltagswelt .

Eines der besten Bücher dieses Frühlings.
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Auf dieses Buch bin ich über eine tolle Livestream-Lesung bei Lovelybooks aufmerksam geworden. Eigentlich wollte ich bei meinem Buchmessen-Besuch den Autor auch noch mal persönlich erleben, aber in den Massen ergab sich das leider nicht. Dennoch habe ich mir das Buch von der Messe mitgebracht und nun in einem Rutsch gelesen.

Sehr flüssig, rasant, witzig und klug beschreibt Magnusson in diesem Roman die Verstrickung dreier Menschen in die Finanzkrise des letzten Jahres. Erzählt wird die Geschichte aus der Persepektive aller drei Protagonisten. Abwechselnd sind die Kapitel jeweils aus der Sicht von Jasper, Henry und Meike geschrieben.

Jasper ist ein junger Banker, der in Chicago bei Rutherford & Gold gerade zum Trader in den Händlersaal aufgestiegen ist und nun sehr ehrgeizig an der Börse handelt. Recht schnell gerät er aber durch unglückliche Umstände in eine Spirale nicht genehmigter Börsengeschäfte, die am Ende nicht nur ihn ruinieren.

Meike dagegen ist eine kleine Übersetzerin, die hauptsächlich den berühmten, mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Schriftsteller Henry LaMarck übersetzt. Gerade aus ihrem bürgerlichen Leben des nach und nach etablierten Hamburger Schanzenviertels entflohen (köstlich erzählt und auch im Berliner Prenzl Berg wiederzufinden), braucht sie dringend Geld. Der nächste Roman ihres Erfolgsautors läßt allerdings auf sich warten. Der Abgabetermin ist längst da, aber kein Manuskript.

Deshalb beschließt Meike nach Chicago zu fliegen und nach Henry zu suchen. Dieser wiederum hat keiner Zeile geschrieben, seit er großspurig verkündigt hat, der nächste Roman würde über den 11. September erzählen. Seitdem plagt ihn eine Schreibblockade und im Grunde sehnt er sich nach einem ruhigen Dasein als Rentner.

Zufälle bestimmen diesen Roman: Jasper lernt zufällig Meike in einer Bar kennen und da beide Deutsche und gerade ziemlich einsam sind, verbindet sie bald etwas ganz eigenes. Henry hingegen verliebt sich in das Zeitungsbild von Jasper und versucht, ihn ausfindig zu machen und für sich zu gewinnen.

In welchem skurilen Durcheinander das Ganze endet, kann man nun vielleicht schon ahnen. Auf jeden Fall ist die Story so amüsant geschrieben, daß man das Buch gar nicht mehr beiseite legen kann, bis man weiß, wie sie endet.

Also: unbedingt lesen!
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