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Kundenrezensionen

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am 13. September 2010
Der Klappentext gibt einen zutreffenden Einstieg in die Geschichte an, deswegen keine eigene Zusammenfassung.

Authentisch: Ich finde die handelnden Personen wunderbar anschaulich geschildert, mit Stärken und Schwächen und passend zu ihrer Zeit. Die Dialoge, auch die in der dritten Person, sind gut lesbar und bewirken ganz en passent, dass man ein Gefühl für die damalige Zeit und den Umgang miteinander bekommt. (Eine andere Rezensentin beschwert sich über mangelnde Authentizität und gleichzeitig ist ihr die Heldin Ada nicht selbständig und selbstsicher genug - ... da hat wohl jemand keine Ahnung wie die Frauen damals erzogen wurden und was sie für Möglichkeiten hatten.) Mir gefällt gerade die liebenswerte Ada, die keine Überfrau ist, aber immer mutiger über ihre Grenzen hinauswächst.
Mir kommt auch das Zeitkolorit und besonders die Szenen im protestantischen und später im katholischen Heer sehr authentisch vor, ohne dass die Autorin dem Leser allzu brutale Beschreibungen um die Ohren schlägt.

Romantisch: Neben dem Historischen liegt der zweite Schwerpunkt der Autorin eindeutig auf der Beziehung zwischen Ada und Lenz und ihr ist eine wunderbare und glaubwürdige Liebesgeschichte gelungen. Ohne Kitsch finden hier zwei Menschen nach ungewöhnlichem Beginn und in wahrlich schwierigen Zeiten zueinander.

Die Sprache ist gelungen und der Plot spannend (und beim zweiten Lesen fast witzig, wer da so der Reihe nach Einlaß im Gut Wenthe fordert - von der Konstruktion her erinnert mich das fast an Agatha Christie).
Nebenbei ist auch das Cover sehr ansprechend, sowohl das Schlachtengemälde im oberen Drittel, als auch das goldene Relief und besonders das Frauenbild, das Adas rosige Apfelbäckchen zeigt. Dem Verlag bin ich dankbar, dass er uns einen Titel, nach dem Motto "Die ...in" erspart hat (z.B. wäre "Die Gutsherrin" möglich gewesen), wieviel aussagekräftiger ist dagegen "Herrin wider Willen"!

Absolute Leseempfehlung.
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am 17. April 2012
Die Witwe Ada soll zu ihrem Vater reisen um sich dessen Wille zu beugen und einen Mann heiraten den sie nicht leiden kann. Unterwegs geraten sie in ein Gefecht, Ada sieht es als letzte Rettung an, einen Mann zu heiraten, der sicher ist am nächsten Tag in der Schlacht sterben zu müssen.

Ada ist keine Heldin, sondern eher schüchtern, kann schlecht lesen und wird bei der kleinsten Bemerkung rot. Ihr Ehemann, der trotz allem überlebt hat, kann nicht glauben, dass sie ihn liebt und so leben die beiden nebeneinander. Diese Gefühle sind immer sehr realistisch beschrieben, wenn die beiden mal wieder streiten und jeder das Gegenteil herausschreit von dem was er in Wirklichkeit denkt.

Glücklicherweise passiert genug um die Beiden auch mal vom Streiten abzuhalten und den Leser jede Seite geniessen zu lassen.

Mich hat dieses Buch ausgezeichnet unterhalten. Die verschiedensten Gruppen haben alle für ihr Ziel gekämpft, die Verflechtungen und Verwickelungen waren von mir nicht zu durchschauen und doch hat alles sich ohne Probleme zum Schluss aufgelöst. Ich bin sehr froh, auf dieses Buch aufmerksam gemacht worden zu sein, es wäre wirklich zu schade es nicht gelesen zu haben.
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TOP 500 REZENSENTam 23. September 2010
Deutschland während des dreißigjährigen Krieges ist Schauplatz der Liebesgeschichte zwischen der jungen Witwe Konrade, genannt Ada und dem Grafensohn Lenz. Ada soll auf Wunsch ihres geldgierigen Vaters den ungeliebten Matthias Märtens heiraten. Da kommt ihr das Angebot von Lenz, der damit rechnet, in der kurz bevorstehenden Schlacht zu fallen, ihn zu ehelichen um sein Erbe zu retten, gerade recht. Obwohl die Beiden sich kaum kennen, verbringen sie eine leidenschaftliche Hochzeitsnacht. Doch wider Erwarten überlebt Lenz das Gemetzel schwer verletzt, allerdings nimmt auch sein Gedächtnis Schaden und er kann sich zunächst an Ada und das Geschehene nicht erinnern. Trotzdem machen sich die Beiden zusammen auf den Weg zu seinem Gut, wo Lenz seinen Vater unter die Erde bringen muss und die Beiden von den Kriegswirren nicht verschont werden '

Das Buch hat mich anfangs schon nach wenigen Seiten in seinen Bann gezogen. Die Protagonisten sind sympathisch, die Szenarien, sei es das Getümmel auf dem Schlachtfeld oder das Gewimmel in der Stadt, werden sehr lebendig beschrieben, so dann man sich alles sehr gut vorstellen kann. Die Sprache ist der Zeit angemessen, auch die plattdeutschen Sätze haben mich immer mal wieder schmunzeln lassen. Obwohl die Autorin sich sehr bemüht hat, den geschichtlichen Hintergrund authentisch wirken zu lassen und ihren Protagonisten Leben einzuhauchen, konnte das Buch mich leider nicht auf Dauer fesseln. Zwischendurch gab es immer mal wieder Längen, es wird ohne Höhen und Tiefen erzählt, erst gegen Ende wird es dann noch einmal richtig spannend. Hauptthema ist das Hin und Her zwischen Ada und Lenz, das zieht sich für meinen Geschmack etwas hin, so dass man als Leser den Beiden am liebsten einen Schubs in die richtige Richtung geben würde. Auch das war anfangs ganz amüsant, aber auf Dauer langweilig und einfallslos.
Die Aufmachung des Buches hat mir gut gefallen, das Cover ist liebevoll gestaltet, auf der Innenseite befinden sich ein Foto und eine Widmung der Autorin. Aber alles in allem ist es ein netter historischer Roman, aber für mich nur Mittelmaß.Wer die Lebendigkeit von Follett und Gablé liebt, wird sich hier genau wie ich eher langweilen.
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TOP 500 REZENSENTam 15. August 2011
Inmitten der Wirren des 30-jährigen Krieges treffen zwei wildfremde Menschen aufeinander und entschließen sich spontan zu einer Heirat. Die junge Witwe Ada möchte dadurch verhindern, von ihrem Vater in eine ungewollte Ehe gedrängt zu werden, der die Tochter für seine eigenen finanziellen Interessen benutzen möchte. Bei Lenz stehen Familienstreitigkeiten um das Erbe seines Vaters hinter dieser Entscheidung. Da der Grafensohn befürchtet, in der bevorstehenden Schlacht zu fallen, möchte er lieber sein Erbe in den Händen der fremden Angetrauten wissen als es dem verhassten, habgierigen Onkel zu hinterlassen.
In den leidenschaftlichen Stunden der Hochzeitsnacht kommt sich das frisch gebackene Ehepaar näher als gedacht, und als Lenz am Morgen darauf seine Braut verlässt, um in die Schlacht zu ziehen, spürt Ada ein leises Bedauern, über die Kürze dieser, für beide noch so neuen, Verbindung.
Wider Erwarten überlebt Lenz, wenn auch schwer verletzt. Ada pflegt ihren Gemahl hingebungsvoll, aber als dieser das Bewusstsein wieder erlangt, kann er sich an nichts mehr erinnern, was vor der Schlacht geschah. Das junge Paar zieht auf das Gut von Lenz' inzwischen verstorbenem Vater. Es entstehen Zweifel und Missverständnisse, und obwohl sie sich insgeheim ineinander verliebt haben, möchte sich das keiner von beiden eingestehen, und sie entfernen sich immer weiter voneinander. Neid und Missgunst und immer neue Angriffe aus ihrem Umfeld machen die Situation nicht gerade einfacher. Eigentlich möchte Lenz das geerbte Gut und damit auch Ada zurücklassen, aber er zögert noch, in Anbetracht einiger seltsamer Vorfälle sowie der Gefahr durch feindliche Truppen und den intriganten Onkel.

Ausgefeilte, lebendig beschriebene Charaktere sowie ausführlich und intensiv geschilderte Situationen lassen ein anschauliches, farbiges Bild der betroffenen Schauplätze entstehen. Die wunderbar angepasste Sprache, mit zum Teil mundartlichen Dialogen, verstärkt diesen Eindruck bestens. Mit Ada hat der Roman eine sympathische, anfangs ein wenig unsichere Protagonistin, die in ihrer Art bestens in die Zeit passt, sich im Verlauf der Handlung positiv weiter entwickelt und an Stärke gewinnt.Lenz, ihr Ehemann, hat anfangs große Gedächtnislücken, die durch seine schweren Verletzungen im Kampfgetümmel verursacht wurden. Nach seiner Genesung wird er nicht nur mit einer fremden Ehefrau konfrontiert, an die er sich nicht erinnern kann, sondern auch mit dem Nachlass seines Vaters, der einige Probleme aufwirft. Seine Unsicherheit, auch Ada gegenüber, ist verständlich und glaubwürdig beschrieben. Er muss sich erst an den Gedanken gewöhnen, eine Ehefrau zu haben, für die er überraschenderweise starke Gefühle hegt, welche er sich jedoch nicht eingestehen möchte, er wird von Selbstzweifeln geplagt und muss erneut um sein Leben fürchten.
In der Handlung gibt es mehrere überraschende Wendungen, die dem Roman viel Dramatik verleihen und den Leser fesseln. Der Debütroman von Martha Sophie Marcus wirkt sehr authentisch, mit viel Zeitkolorit. Die ideale Mischung aus Spannung, Romantik und geschichtlichen Hintergründen sowie glaubhafte Charaktere und interessante Einblicke in das Leben der damaligen Zeit haben mich restlos überzeugt, und ich werde mich ganz sicher nach weiteren Werken der Autorin umsehen.
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am 21. August 2011
Lüneburg während des 30.jährigen Krieges. Die Protagonistin Ada umgeht mit ihrer spontanen Hochzeit mit dem ihr eigentlich unbekannten Lenz die von ihrem Vater arrangierten Ehe. Da Lenz die Schlacht am nächsten Tage wider erwarten überlebt, nimmt Adas Schicksal ihren Lauf und sie wird Herrin wider Willen des Gutes ihres Gatten. So manch grosser Brocken wird dem jungen Ehepaar in den Weg gestellt. Werden sie sich eines Tages trauen, sich ihre gegenseitige Liebe einzugestehen?

Die liebevoll gezeichneten Figuren - allen voran Ada und Lenz - sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Ich bin ja kein Fan von Bücherserien. Aber in diesem Falle würde ich bestimmt eine Ausnahme machen und die Folgebände lesen wollen.

Martha Sophie Marcus ist es perfekt gelungen, die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Auch sprachlich liest sich das Buch sehr flüssig. Durch die sprachlichen Besonderheiten der damaligen Zeit, welche die Autorin immer wieder einfliessen lässt, wirkt die Geschichte noch authentischer.

Dieses Buch kann ich allen Histofans - und alle die es noch werden wollen - sehr empfehlen!
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am 21. Januar 2010
Endlich mal wieder ein historischer Roman, der sich um Authentizität bemüht!

Ich war erst ziemlich skeptisch, das Buch zu lesen, da es im Goldmann-Verlag erschienen ist und ich mit diesbezüglichen historischen Romanen alles andere als gute Erfahrungen gemacht habe. Eine Leseprobe hat mich jedoch überzeugt, und im Nachhinein kann ich sagen, dass das Buch etwas Besseres als Goldmann und gerne auch ein Hardcover verdient hätte.

Die Geschichte ist reizend und geht vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges gelungen auf die Beziehung zwischen den Hauptfiguren sowie die persönliche Entwicklung der symphatischen Heldin ein.
Die Autorin ist sehr um korrekte historische Details bemüht und schafft es insbesondere auch mit der Verwendung der zeitgemäßen Sprache, ein stimmiges Bild der Zeit und Umstände zu vermitteln. Neben den gut charakterisierten Protagonisten zeichnet sie liebevoll Nebenfiguren. Besonders gelungen ist die Einbindung des plattdütschen Dialekts.

Dass die Handlung nicht über die Maßen melodramatisch ist, wie man es vielleicht vor dem historischen Hintergrund erwartet, verzeiht man gerne angesichts der hübschen Liebesgeschichte (bei der auch der nötige Schuß Erotik nicht fehlt).
Nur gegen Ende hin passiert ziemlich viel Schlag auf Schlag. Da hätten es gerne auch ein, zwei weniger Überfälle und zusätzliche Verwicklungen sein dürfen.

Nichtsdestotrotz hat es mir sehr viel Freude gemacht, dieses Buch zu lesen und kompetent in eine andere Welt entführt zu werden. Daher noch fünf Sterne.
Bitte weiter so, Frau Marcus. Gerne auch Hardcover und mit ein paar hundert Seiten mehr.
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am 12. März 2015
In vielen Dingen kann ich mich verschiedenen Vorrezensenten anschließen. Auch mir gefiel "Der Rabe und die Göttin" hervorragend und auch ich war von diesem Werk, dem Erstlingswerk der Autorin, im Vergleich zu dem Wikingerepos, ziemlich enttäuscht.
Es ist eine sehr einfache Geschichte, die nach einem allgemein üblichen Schema verläuft, ohne großartigen Wendungen und das alles sehr kurz abgehandelt. Es ist wirklich nur ein mäßig umfangreiches Bändchen und es handelt sich auch nur um wenige Wochen, die geschildert werden. Die Lebensumstände sind nur minimal beschrieben, einmal ein Haus, einmal ein Schrank, ein bisschen die Kleidung und alles so schwammig, dass es mindestens von 1350 bis 1650 zutreffen könnte (die Kleidung ist vielleicht ein wenig eindeutiger zu datieren, zugegeben). Allerdings halte ich die Schilderung des 30j. Krieges für definitiv zu freundlich, die Verrohung bleibt dennoch recht zivilisiert. Außerdem sind doch einige Stellen etwas gezwungen oder kitschig.
Warum also doch drei Sterne? Es ist ein "-in"-Roman, wie eine der Rezensentinnen vor mir schrieb, der eine Frau beschreibt, die tatsächlich gelebt haben könnte. Keine Frau, die mit Schwertern oder Pistolen kämpft, Männerkleidung trägt, an der Uni summa cum laude abschließt oder etwas anderes fragwürdig Anachronistisches bewältigt. Ein dummes, kleines Hascherl, lebensunfähig, wie man Frauen damals eben gerne hatte; und mit dieser Erziehung macht sie auch keine weltbewegenden Selbstbewusstseinssprünge, sondern entwickelt sich als Frau der damaligen Zeit innerhalb ihrer Möglichkeiten und entgegen der indoktrinierten Vorbilder im Laufe des Buches - schon in erstaunlich wenigen Wochen, naja - weiter. Sie ist hübsch für die damalige Zeit, als mollig für gesund und reich stand, und keine schlanke Schönheit, die heutige Leserinnen sexy finden und damals als halbverhungert betrachtet worden wäre. Die anderen Figuren sind alle geradeso nicht ganz eindimensional. Die Sprache ist noch nicht so gewandt wie in späteren Werken, aber hin und wieder blitzen schöne Formulierungen auf und immerhin ist ein von Anfang an in Deutsch verfasster Roman doch geschliffener und versierter geschrieben als so manche Übersetzung eines englischen Originals.
Schön, dass sich Frau Marcus mit einem späteren Roman (s.o.) noch so steigern konnte. Diesen hier kann man lesen, zwischen zwei anspruchsvollen Büchern zur Entspannung, wenn man krank ist oder an einem heißen Strand liegt. Es ist kein toller Roman, aber ganz okay...
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am 22. August 2011
Ich habe erst wenige Bücher gelesen, die so kurz waren und mich dennoch so zufrieden zurückgelassen haben. Zwar ist die Grundidee an sich nichts besonderes, die Umsetzung ist es jedoch schon.

Nicht nur der Verlauf der Story ist originell, spannend und liebenswert. Mir hat vor allem gefallen, wie großartig die Autorin die damalige Art zu sprechen eingefangen hat. Ausdrücke und eine Grammatik, die heute keiner mehr kennt, das verleiht dem Buch eine ganz eigene Klasse, die ich noch bei keinem anderen gefunden habe.
Ich war hin und weg und hatte zum ersten Mal wirklich das Gefühl, in ein vergangenes Deutschland einzutauchen. Außerdem wohne ich zudem in der Gegend, in der der Roman spielt, und habe sogar ein wenig Interesse an der lokalen Geschichte entwickeln können - das heißt für mich schon was.

Auch die damalige Mentalität wurde hinreißend dargestellt. Allem voran ist es sehr erfrischend, dass die Heldin nicht dünn ist und der Held endlich mal einer, der auf üppige Frauen steht! So war das damals schließlich auch. Endlich traut sich mal jemand, den heutigen Magerwahn NICHT in einen historischen Roman zu pressen, wo die Kerle dann plötzlich auch auf Knochengestelle stehen. Damals herrschte eben ein völlig anderes Schönheitsideal!
Dass die Charaktere zudem völlig alltäglich sind, macht die Liebesgeschichte dann noch umso schöner. Ich konnte mich sehr gut mit Ada identifizieren, was ich sonst nicht unbedingt oft habe.
Anstelle von Sentimentalität und Theatralik darf man sich außerdem noch über gesunden Menschenverstand und Lebenskenntnis freuen!

Alles in allem ein riesiges Lob an Frau Marcus! Eine sympathische, individuelle, gebildete Autorin mit Mut zur Einzigartigkeit, von denen es mehr geben müsste. Weiter so!
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Die junge Witwe Ada soll auf Wunsch ihres Vaters seinen Geschäftspartner heiraten. Sie lehnt sich dagegen auf und ehelicht am Vorabend einer Schlacht des 30-jährigen Krieges den Adeligen Lenz von der Wenthe. Auch er hat einen persönlichen Grund. Er will mit dieser Ehe seiner Verwandtschaft das Erbe wegnehmen. Beide nehmen an, dass Lenz in der Schlacht fällt und achten nicht auf Gefühle. Aber es kommt anders. Lenz überlebt schwerverletzt. Ada weiß sich nicht anders zu helfen und schafft ihn in das Haus ihres Vaters nach Lüneburg, wo er genesen soll. Dort findet sie zufällig Briefe seiner Mutter in einer Truhe, die ihr ein wohlgehütetes Familiengeheimnis verraten. Plötzlich steht Ada dieser Ehe skeptisch gegenüber. Sie hadert mit ihren Gefühlen zu Lenz, der obendrein Lüneburg und sein Gut verlassen will. Ada soll sich als Herrin darum kümmern. Das allein wäre schon schwer genug. Nun muss sie ihr Heim auch noch gegen die angreifenden Schweden verteidigen.

Das Debüt von Martha Sophie Marcus versetzt den Leser zurück nach 1641 in den 30-jährigen Krieg. Die Autorin, die selbst in Norddeutschland wohnt, verbindet historische Ereignisse mit fiktiven Personen und kreiert damit einen wunderschönen Roman, der das 17. Jahrhundert lebendig werden lässt. Die ausführliche Recherche der Gegend, Bräuche und Historie wird beim Lesen greifbar. Ihre Hauptcharaktere haben ausreichend Ecken und Kanten, um interessant zu wirken. Einschübe plattdeutscher Sätze vermitteln die regionale Mundart und lassen die Szenen authentisch wirken.

Trotz des vielen Lobes war ich dennoch nicht rundum zufrieden. Angefangen mit der Hochzeitsnacht, die ohne vorherige Vorstellung der Teilnehmenden beschrieben wird, brauchte ich einige Zeit, um mich in die Geschichte einzufinden. Manche Gedankengänge hätte ich mir gerade von Ada und Lenz ausführlicher gewünscht. So wirken die Missverständnisse zwischen dem Paar teils konstruiert, weil alles nur auf einen Verdacht beruht. Versöhnt haben mich dann aber wieder die nicht nur kriegsbedingten Wendungen im Verlauf der Geschichte, die gerade zum Ende die Spannung halten. Bereits im Oktober 2010 erscheint der zweite Roman Salz und Asche von Martha Sophie Marcus.
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am 22. April 2013
Historische, etwas zähe Romanze während den Kriegswirren des 30-jährigen Krieges.

Die 21-jährige Ada, seit drei Jahren verwitwet und Tochter eines begüterten, geizigen und lieblosen Kaufmanns, soll gegen ihren Willen erneut verheiratet werden, weil sich der Vater davon Einnahmen und Vorteile verspricht. Sie geht ein Bündnis mit einem Adligen ein, heiratet ihn mit der Möglichkeit, auch wenn er auf dem Schlachtfeld liegen bleibt, dass sie sein väterliches Erbe antreten kann. Er aber überlebt und die Probleme fangen an.

Das Buch beschreibt das harte Leben im 30-jährigen Krieg, viele Tote auf dem Schlachtfeld, aber auch das Sterben durch Hunger, Krankheit und Grausamkeiten. Insofern ganz interessant, wenn auch etwas distanziert. Allerdings konnten mich die Charaktere nicht gefangen nehmen, nicht begeistern. Die Heldin ist seltsam naiv und unbeholfen, dafür dass sie im Krieg aufgewachsen ist und sich gegen einen grausamen Vater behaupten musste. In der Geschichte kommt kaum Positives vor, zuwenig für meinen subjektiven Geschmack.
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