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108 von 110 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kafkas "Prozess" invers - oder - "Du sollst dir kein Bildnis machen..." (Hörbuch-Rezension)
Jan Haigerer ist ein richtig netter Kerl. Aber unter der Fassade des hilfsbereiten und freundlichen Journalisten schlummert der Abgrund der Krise; die Beziehung zu seiner großen Liebe ist gescheitert, der Beruf erfüllt ihn nicht mehr und der Alltag ist bloß noch eine sinnentleerte Zumutung.

Da kommt das unfassbare; Jan Haigerer erschiesst eines...
Veröffentlicht am 2. August 2008 von C. Stotz

versus
55 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Knalleffekt, ganz leise
Der Plot ist einzigartig, spannend und skuril. Der Ausdruck gewohnt gut, vielmehr sehr gut. Die latente Ironie ist herrlich, ich lache regelmäßig laut auf, wie herrlich unterschwellig bis offenkundig der Ich-Erzähler, pardon Mörder, sich über gesellschaftliche Belange und seine eigene Situation lustig macht. So wird gekonnt ein Spannungsfaden...
Veröffentlicht am 31. Mai 2008 von Dr. Rudolf Pichler


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108 von 110 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kafkas "Prozess" invers - oder - "Du sollst dir kein Bildnis machen..." (Hörbuch-Rezension), 2. August 2008
Von 
C. Stotz (Esslingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Darum: 5 CDs (Audio CD)
Jan Haigerer ist ein richtig netter Kerl. Aber unter der Fassade des hilfsbereiten und freundlichen Journalisten schlummert der Abgrund der Krise; die Beziehung zu seiner großen Liebe ist gescheitert, der Beruf erfüllt ihn nicht mehr und der Alltag ist bloß noch eine sinnentleerte Zumutung.

Da kommt das unfassbare; Jan Haigerer erschiesst eines Nachts einen wildfremden Menschen. Ohne erkennbares Motiv. Ohne Streit, ohne jeden Grund. Und keiner glaubt ihm seine Tat. Erst als die Indizienlast erdrückend ist, wird er verhaftet.

Aber auch in dem sich anschliessenden Prozess wird er nicht als Mörder anerkannt. Immer wieder erscheinen Zeugen, die ihn entlasten: Jan kann kein Mörder sein, weil in ihm keiner den Mörder sehen will. Da helfen auch Jans immer neue Selbstanschuldigungen nicht; immer wieder treten Zeugen auf, die ihn aufs Neue entlasten. Nicht nur sein Leben scheint Jan entglitten zu sein - auch seine große Tat, sein Mord soll ihm genommen werden.

Peter Jordan liest diese lakonische Selbstanklage mit großer Ruhe und Könnerschaft. Jeder der auftretenden Figuren versteht er, einen eigenen Charakter zu verleihen.

Daniel Glattauer hat einen brillanten, pointierten, kafkaesken Roman vorgelegt, der raffiniert die Themen Schuld und Sühne, Eigen- und Fremdbild und Liebe und Erfüllung reflektiert, und dabei quasi en passant auch den Einfluss der Medien auf die Justiz hinterfragt.

Und der dazu mit einem wirklich überraschenden Ende aufwartet.

Sehr empfehlenswert.
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55 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Knalleffekt, ganz leise, 31. Mai 2008
Von 
Dr. Rudolf Pichler (Graz, Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Darum (Gebundene Ausgabe)
Der Plot ist einzigartig, spannend und skuril. Der Ausdruck gewohnt gut, vielmehr sehr gut. Die latente Ironie ist herrlich, ich lache regelmäßig laut auf, wie herrlich unterschwellig bis offenkundig der Ich-Erzähler, pardon Mörder, sich über gesellschaftliche Belange und seine eigene Situation lustig macht. So wird gekonnt ein Spannungsfaden aufgebaut, der letztlich aber weniger hergibt, als man sich im Lauf des Lesens und in Kenntnis von Glattauer erwarten möchte. Die Affäre und das Ende mit der Untersuchungsrichterin ist mir dann doch ein wenig zu weit hergeholt; das Mordmotiv ist nur leicht originell und so verbleibt ein doch leicht enttäuschender Höhepunkt, ein mäßig überraschendes Ende. Weil es sich dennoch spritzig liest und sich immer noch von so vielen anderen Werken positiv abhebt: 3 Sterne, Prädikat: lesenswert.
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40 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Atemlos zum Schluss gehechtet, 15. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Darum (Gebundene Ausgabe)
Was für ein Buch!

"Darum" habe ich in zwei Phasen gelesen: 60 Seiten vor dem Schlafengehen, 240 nach dem Aufstehen. Plötzlich war es Nachmittag, und ich am Ende angelangt. Schade. Ein solcher Geniestreich und so schnell vorbei - eines dieser Bücher, das man nur mit Widerwillen zuklappt, wenn man die letzte Seite erreicht hat. Am liebsten nochmal an den Anfang und alles von vorne beginnen!

Besonders beeindruckend ist, dass es Daniel Glattauer so meisterhaft gelingt, seinen Leser von der ersten bis zur letzten Seite in Atem zu halten, obgleich er vom monotonen Selbstmonolog nicht einen Moment lang abweicht. Die Emotionen, die sich in diesem Werk stauen und in gebündelten Absätzen mit einem Knall entladen, rauben einem förmlich den Atem. Die Geschichte zieht einen in sich hinein, man verschmilzt mit dem Protagonisten, fiebert stets mit ihm und wartet doch ebenso begierig auf die Auflösung wie jeder Polizist, jeder Anwalt, jeder Geschworene und jeder Journalist, der den Prozess verfolgt.

Das Ende ist nicht unvorhersehbar. In den letzen 50 Seiten habe ich geahnt, worauf die Geschichte hinausläuft, und ich habe Recht behalten. Doch ich WOLLTE schlichtweg nicht, dass sie so endet. Mein Mitleid mit diesem armen, geplagten Mann, der nie und nimmer ein Mörder sein konnte, war nicht minder gering als das der Figuren in Glattauers Buch. Man möchte Jan förmlich anschreien: "Nun gib doch zu, dass du nicht Schuld warst, dass du kein Mörder bist, dass alles gelogen war, lass dir doch helfen, quäl dich doch nicht!" Die Auflösung ist ein Paradebeispiel der berühmt-berüchtigten Ironie des Schicksals.

Etwas unbefriedigt und ganz und gar deprimiert bleibt man als Leser schließlich zurück. Legt das Buch zur Seite. Lehnt sich zurück. Schließt die Augen. Und denkt sich: Warum?

Die Antwort liegt vor einem: Darum!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stell dir vor, du begehst einen Mord, und keiner glaubt dir....., 4. Juni 2009
Von 
Christof Bente "cbente" (Sprockhövel) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Darum: Roman (Taschenbuch)
.....mit der Überschrift ist schon viel gesagt, denn allein dieser Satz erklärt hinreichend das "Dilemma" des Gerichtsreporters Jan Haigerer: Wahllos erschießt er einen Menschen und stellt sich der Justiz. Hier will man ihn als Mörder jedoch nicht in Frage kommen lassen - "ein so netter Mensch kann doch keinen Mord begehen".
Was sich, betrachtet man die reine Story, erst einmal etwas skuril und dröge anhört, ist ein erstklassiger Justiz- und Kriminalroman. Das große Plus ist, dass ich zumindest so eine Geschichte noch nie gelsen habe. Endlich mal eine andere Herangehensweise. Man beobachtet das Geschehen aus der Sicht des Mörders. Über seine Motive bleibt man fast bis zum Schluss im Dunklen, nur sporadisch streut der Autor einzelne Hinweise über die Beweggründe des Täters. Immer wieder muss der geständige Mörder Haigerer seine Schuld beweisen - und immer wieder gelingt es seinen "Jüngern" seine Schuld in ein anderes Licht zu rücken. Mit Jan Rufus Haigerer hat Daniel Glattauer eine spannende Romanfigur erschaffen, die von Anfang bis Ende überzeugend, ehrlich und realistisch beim Leser ankommt. Ein schickes Beiwerk an kraftvollen Nebenfiguren, die mal mehr oder weniger wichtig sind, ein Schuss "Liebe" und vor allem die immerwährende Frage: Schafft Haigerer es, seine wohlwollenden Mitmenschen von seiner Schuld zu überzeugen?

Eine Auflösung werd ich hier bestimmt nicht verraten, doch eins bleibt noch zu sagen: Mit Daniel Glattauers "Darum" ist mir eines der interessantesten, spannendsten und lesenswertesten Bücher des Jahres (zumindest bisher) in die Finger gekommen. Hier passt einfach alles.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen einmal glattauer,immer glattauer..............., 5. April 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Darum: Roman (Taschenbuch)
packend, spannend, überraschend anders.hervorragend!
habe bereits vier bücher von glattauer gelesen und war jedesmal begeistert.mir gefällt sein moderner fast sachlicher schreibstil, hinter dem sich immmer wieder starke abgründe, leidenschaftliche gefühle und allzu menschliche beweggründe verbergen.sehr empfehlenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen krimi mal anders, 10. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Darum: Roman (Taschenbuch)
es ist schon interessant, wie hr glattauer einen mörder "nett" machen kann. ein mörder, der alle überzeugen muss, dass er einer ist, um dann endlich in untersuchungshaft zu kommen. er möchte ungedingt eine strenge, angemessene strafe. warum? DARUM!!! während seines prozesses strengt sich der mörder fürchterlich an, um die geschworenen, seine freunde, arbeitkollegen, seinen anwalt etc von seiner schuld zu überzeugen (diese wollen sie aber nicht sehen - er ist doch so ein netter mensch!). endlich scheint es ihm zu gelningen - nur hat JEMAND etwas dagegen und so kommt es zu einem unerwarteten (ist es wirklich so unerwartet?) urteilsspruch. hr glattauer hat unheimlich gute beschreibungen und redewendungen. es ist einfach ein vergnügen. eigentlich hätten es 5 sterne werden sollen, aber das ende war doch etwas zu "exotisch" - daher nur 4 sterne. aber: unbedingt lesenswert
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum man ein Buch nicht sofort weglegen sollte, 4. Oktober 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Darum: Roman (Taschenbuch)
Das Buch habe ich gekauft, nachdem ich "Gut gegen Nordwind" und "Alle sieben Wellen" gelesen hatte. Nach dem Genuss der ersten paar Seiten habe ich es erstmal wieder weggelegt, weil es mich nicht so richtig angesprochen hat. Im Urlaub dann, nachdem alle anderen bücher ausgelesen waren, habe ich es wieder ausgekramt. Und so kam es, dass ich das Buch in 6 Stunden im Flieger verschlungen habe. Es wurde im Verlauf des Buches immer verwirrter und skurriler. Die Sprache von Glattauer ist lesenswert. Einige Sätze enthalten so viel, dass ich staunen muss. Absolute Empfehlung!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider nur unterer Durchschnitt.., 18. Juni 2013
Von 
Janie (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Darum: Roman (Taschenbuch)
Ich mochte "Gut gegen Nordwind" und "Alle sieben Wellen" sehr, daher hab ich mich auch auf "Darum" gefreut, wenn ich mir auch nicht richtig vorstellen konnte, wie Glattauer mit seiner emotionalen und verspielten Schreibweise ein solches Thema angehen könnte.
Nun er ging es nüchterner an als die Bücher um Emmi und Leo, sachlicher, ernster. Durchaus nicht verkehrt, bei einem solchen Thema.
Trotzdem fand ich auch hier seinen Schreibstil unverkennbar, fast schon ein wenig poetisch. Leider hatte ich hier aber Probleme mit der Geschichte.
Habe ich an vielen Stellen, als eine, die sich mit solchen Dingen auskennt, mit dem Kopf genickt und wissend vor mich hingebrummt, ja genau so läuft das vor Gericht oder im Knast oder in einer Ermittlung, hatte ich an anderen Stellen einfach nur noch Fragezeichen vor Augen, fragte mich, was der Autor mir mit dieser Liebschaftsgeschichte zwischen Mörder und Untersuchungsrichterin sagen will und zweifelte teilweise auch ein wenig an meiner Fähigkeit poetisch, literarisch und groß zu denken.
Zeiweise war ich einfach nur genervt, da rettete auch der schöne Stil oder die tolle Sprache nichts mehr, da dachte ich nur noch: "Mann! JAMMER NISCH!"
Das Ende kam für mich dann irgendwie auch nicht so überraschend, die Idee des Autors der zur Untermauerung seiner fiktiven Geschichten etwas Reales tut, ist halt leider nicht all zu neu oder genial.
So richtig schlecht war es, Dank dieses gewissen Einfühlungsvermögens und der schönen Erzählweise dann doch nicht. Richtig gut oder gar begeisternd aber eben auch nicht.
So richtig glücklich war ich mit dem Text also nicht. Leider...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen interessant, 22. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Darum: Roman (Taschenbuch)
"Ein Journalist, der keiner Fliege etwas zu Leide tun könnte, erschießt den Nächstbesten in einer Bar. Die Fakten sprechen für sich. Doch niemand kann es glauben, niemand will es glauben."

Die Idee ist einfach gut und auch gut dargestellt, wie es kommt, dass keiner dem netten Haigerer sowas Böses zutrauen möchte. Auch die Wandlungen: finde ich alles schon ziemlich klug. Wie schon in anderen Rezensionen beschrieben: streckenweise sehr spannend, dazwischen streckenweise leider etwas langatmig, teilweise sehr klug, teilweise auch ziemlich klischeehaft (siehe Romanze mit der Untersuchungsrichterin).

Das Ende: ein bisschen arg hinkonstruiert, zumal, wie auch schon an anderer Stelle beschrieben, es schon schwer fällt zu glauben, dass im Ich-Strom des Erzählers das Motiv bis zum Ende verheimlicht wird - was aber wiederum gut dazu passt, dass der Ich-Erzähler Haigerer die Blamage der Absage von 14 großen Verlagen quasi vor sich selbst am liebsten auch verheimlichen würde (die gute alte Verdrängung) - das passt also irgendwo ja doch zum "Psychogramm" des Protagonisten.

Nicht passend, da unrealistisch, finde ich die Aussage des Gerichtspsychologen, die für mich (als Psychologin) ziemlich Banane und nicht nach realistischem Alltag klingt (im großen und ganzen sei Haigerer total normal, so in der Art ("aus psychiatrischer Sicht im Grunde völlig gesund und keinerlei Spuren für eine wie auch immer geartete seelisch-geistige Abnormität"; "wir können nicht mit letzter Gewissheit sagen, woher dieser Mann mit diesem Kopf und diesem Gemüt die Energie für diese Tat hergenommen hat. Es muss ihn der Teufel geritten haben." Also bitte. Das nächste Mal mehr Recherche für Aussagen von Menschen dieses Berufs, pleeeease).

Aber noch was Kluges, etwas Witziges, was Glattauer sicherlich auch beabsichtigt hat: Die letztliche Selbstbezüglichkeit des Buches: Wer über einen Mord schreibt, muss selbst einen begangen haben, sonst wirkt es nicht authentisch ;-)
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leiden am Leben, 3. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Darum: Roman (Taschenbuch)
Ach, ja. Da ist Jan, er kommt nur schwer über den Verlust seiner großen Liebe Delia hinweg, die ihn eines anderen wegen verlassen hat, sein Job als Journalist bei einem Kulturmagazin erscheint ihm zunehmend hohl und sinnfrei.
So erschießt er eines Abends einen ihm völlig Unbekannten scheinbar ohne Motiv. All' das und andere Einzelheiten stehen schon in der Kurzbeschreibung des Bandes.
Warum?
Dieser Frage geht der Autor - in gewohnt sicherem, wundervoll pragmatischen Sprachstil nach; es ist spannend zu lesen, wie Jan der Justiz übermittelt wird, die ihn zu seiner zunehmenden Verzweiflung einfach nicht schuldig sprechen möchte - bis auf einen, einen der Beisitzer, der Jan auf unheimliche Weise versteht.
Dann gibt es noch das Techtelmechtel mit der schönen Helena, einer Justizrätin,der Helena, die ihn schließlich rettet, obwohl dieses Ende und die Rettungsaktionen, die dahinführen, ein wenig abstrus scheinen. Aber was dazwischen geschieht, ist wirklich aufwühlend, obwohl manches nur angetippt wird: Da ist eine Frau, deren Erwartungen Jan wohl enttäuscht hat und die schließlich Suizid begeht, da ist die Vergewaltigung Jans im Knast durch Mitinsassen - und immer wieder der Verweis auf 'Zwei sechs null acht neun acht.' Zunächst nahm ich an, es sei eine Telefonnummer, vielleicht die seiner verflossenen Liebe oder auch die des Opfers, dann dachte ich an eine Zahlenkombination, was sich schließlich auch als richtig herausstellt, allerdings nicht im erwarteten Kontext.
Das Buch ist für mich somit viel weniger Krimi als das Psychogramm einer verlorenen Seele. Sehr lesenswert!
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Darum: Roman
Darum: Roman von Daniel Glattauer (Taschenbuch - März 2009)
EUR 7,95
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