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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Keiner ihrer stärksten Romane
Als erstes muß ich sagen, ich halte es nicht nur für eine Unart das Geschehen eines Buches oder Filmes bis ins Detail ausgefeilt als Rezension wieder zu geben, sondern für eine gnadenlose Frechheit.

Möchte tatsächlich jemand vor dem Kauf des Buches wissen das einer der Hauptakteure sterben wird? Will der geneigte Leser wirklich jeden...
Veröffentlicht am 2. Mai 2007 von Gerard B.

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63 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der bitterste Roman der Reihe um Inspektor Jury
Schon der Vorgängerroman „Die Trauer trägt Schwarz“ (erschienen in der deutschen Ausgabe im September 2003) war für eingeschworene Inspektor Jury-Fans eine zwiespältige Angelegenheit. Obwohl die Handlung kurz vor Weihnachten einsetzte, mutete die Autorin ihren Lesern eine Geschichte zu, die bis dato vielleicht die traurigste in ihrer Reihe...
Veröffentlicht am 12. November 2005 von joergborchert3


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63 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der bitterste Roman der Reihe um Inspektor Jury, 12. November 2005
Schon der Vorgängerroman „Die Trauer trägt Schwarz“ (erschienen in der deutschen Ausgabe im September 2003) war für eingeschworene Inspektor Jury-Fans eine zwiespältige Angelegenheit. Obwohl die Handlung kurz vor Weihnachten einsetzte, mutete die Autorin ihren Lesern eine Geschichte zu, die bis dato vielleicht die traurigste in ihrer Reihe um den allein stehenden Inspektor von Scotland Yard war. Nicht nur, dass die Handlung nicht wie überwiegend sonst in einem idyllischen Dorf in der englischen Provinz sondern überwiegend in der winterkalten und anonymen Großstadt London spielte, am Ende wartete auf den Leser ebenso wie auf Richard Jury eine überraschende und an Traurigkeit kaum zu überbietende Auflösung, die den Roman in einem für die Autorin völlig ungewohnten „Cliffhanger“ enden ließ. Niedergestreckt von mehreren Schüssen am Ufer der Themse wartete der verblutende Inspektor auf seine Erlösung. Der Leser in Deutschland musste bis zum August 2005 warten, um Gewissheit zu erlangen, ob und wie es weitergehenden würde.
Nun also liegt der Nachfolger „Auferstanden von den Toten“ vor, doch der deutsche Titel täuscht in mancher Hinsicht: er signalisiert Hoffnung, obwohl am Ende nur Tod und Verzweiflung über die grausame Willkür des Schicksals herrschen werden. Insofern sollte der Leser sich die blutrote Färbung des Himmels auf dem Buchumschlag zur Warnung gereichen lassen. Jury mag dem Tod noch einmal entgangen sein, doch sein Schicksal wird es bleiben, dass Menschen, auf die er im Zuge seiner Ermittlungen trifft und für die er Sympathie entwickelt, viel zu früh und häufig völlig sinnlos dem Sensenmann zum Opfer fallen.
Wer mit Martha Grimes Romanen um Inspektor Jury noch nicht vertraut ist, sollte lieber zu einem der frühen Romane der Reihe greifen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Leser vor Traurigkeit und Melancholie schlicht überwältigt wird und lieber zu Agatha Christies Krimis zurückgreift, bei der die Nebenfiguren grundsätzlich niemals so sympathisch und liebenswert bzw. einzigartig lebensecht gezeichnet waren, dass ihr eventuelles Ableben den Leser schockiert oder gar abgeschreckt hätte.
Es ist das Verdienst von Martha Grimes, in ihren Romanen, die stets mehr Dramen als Krimis darstellen, auch abseits des kleinen Kreises der stets wiederkehrenden Hauptfiguren Charaktere in den „Nebenrollen“ zu entwerfen, die bestenfalls so ideal und perfekt, aber dennoch „lebensecht“ wirken, dass der Leser sich wünscht, er würde sie im tatsächlichen Leben einmal kennenlernen können: Vernon Rice und Nell Ryder in diesem Roman sind genau solche Charaktere. Sie leben vor dem geistigen Auge des Leser geradezu auf, entfalten sich zu plastischen Figuren mit Ecken und Kanten und scheinen streckenweise sogar mehr Eigenschaften zu besitzen, als einige der bekannten Hauptcharaktere.
Der Vorwurf, den sich Martha Grimes diesmal gefallen lassen muss, ist, dass sie zum einen bezüglich der Krimihandlung gegen ein ungeschriebenes Gesetz des klassischen Kriminalromans verstößt (nämlich zur Auflösung hin keine Figuren als Täter einzuführen, die zuvor weder genannt noch handelnd vorgestellt worden sind) und zum anderen dem Leser kurz vor dem Ende – auf Seite 444 von bis dato sehr packend und teilweise sogar köstlich humorvollen 475 Seiten dieses Romans – scheinbar aus purer Willkür (und nicht etwa, um die Handlung voranzutreiben) einer der lieb gewonnenen Figuren eine tödliche Kugel in den Leib zu verpassen und somit dem Leser einen unheilbaren Stich ins Herz zu versetzen.
Obwohl der Autor dieser Zeilen mit Sicherheit auch den nächsten Inspektor Jury-Roman, der in den USA bereits längst vorliegt, verschlingen wird, wünscht er sich nichts mehr, als dass Martha Grimes zum Ende ihrer kommenden Romane mehr Licht am Horizont scheinen lassen möge, als dies bei ihren letzten beiden Romanen der Fall gewesen war. Die ewige Trost- und Hoffnungslosigkeit ob der Ungerechtigkeit der Welt droht sonst ernsthaft aufs Gemüt zu schlagen.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Keiner ihrer stärksten Romane, 2. Mai 2007
Als erstes muß ich sagen, ich halte es nicht nur für eine Unart das Geschehen eines Buches oder Filmes bis ins Detail ausgefeilt als Rezension wieder zu geben, sondern für eine gnadenlose Frechheit.

Möchte tatsächlich jemand vor dem Kauf des Buches wissen das einer der Hauptakteure sterben wird? Will der geneigte Leser wirklich jeden Handlungsstrang zerlegt bekommen und jeglicher Spannung beraubt werden?

Wann lernen manche Freizeitrezensenten endlich ihre Finger in Zaum zu halten?

Zum Buch selbst kann ich nur sagen, es ist leider eindeutig eines der schwächeren Bücher von Martha Grimes. Trotz dessen bleiben die Hauptprotagonisten in gewohnter Weise liebenswert nervenaufreibend und man möchte auch diesen Band nicht missen.

Was den Inhalt angeht empfand ich manches Kapitel als unnötig in die Länge gezogen. Tief beeindruckt hat mich die Herangehensweise an das Thema Fuchsjagd und Mißbrauch von Tieren im allgemeinen im Dienste der Menschheit. Es wurde deutlich wie pervers wir Menschen manchmal doch sein können nur um unser eigenes Wohl über das jeglichen anderen Lebewesens stellen zu können. Ein herzliches Danke an Martha Grimes die dabei jedoch nie die Grenze zum Geschmacklosen überschritt und niemals als Betbruder der Tierliebe auftrat.

Wer die 17. vorangegangenen Bände bereits gelesen hat wird auch dieses Buch mit Freude kaufen und nicht unbedingt enttäuscht werden.
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31 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wurde aber auch Zeit!, 13. Juli 2005
Von 
Jan-W Hecker "j-whecker" (Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Endlich, endlich...nach geschlagenen drei Jahren die Übersetzung. Als Fan habe ich das englische Original gelesen und empfehle, wie immer, die Abenteuer von Inspektor Jury gerne. Ich gebe zu: es ist eher ein Wiedersehen mit alten Freunden und der Kriminalfall an sich steht für mich weniger im Mittelpunkt. So düster wie der Vorgänger wird es diesmal nicht, aber angesichts des Cliffhangers am Ende von "Die Trauer trägt schwarz" dürften die Leser doch gespannt sein. Und wer möchte nicht mal gerne an einer Mittagsrunde im "Jack&Hammer" teilnehmen und gemeinsam mit einem ziemlich gemischten und enorm unterhaltsamen Ensemble von Charakteren (wo bitte gibt es Vergleichbares??) über des Rätsel's Lösung sinnieren...? In diesem Sinne: viel Vergnügen!
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Krimis von Martha Grimes erfreuen die Leser,..., 11. Juni 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Auferstanden von den Toten (Taschenbuch)
...die bereit sind, sich auf folgende Prämissen einzulassen:

1. Die Romane spielen nicht in England, sondern im Lande Phantasien mit englischen Kulissen, einem zeitlosen Land - Jury und Co werden schon seit 20 Jahren nicht älter.

2. Wer einen klassischen Whodunnit sucht, greife zu den Altmeisterinnen, wer einen realitäsbezogenen britischen Polizeiroman sucht, greife zu Rankin, MacBride und Co. - Mrs. Grimes liebt es,bei der Auflösung ihrer Fälle ungeahnte Kaninchen aus dem Hut zu ziehen - Ärgerpotential!

3.Häufige Exkurse in die Psyche von Tieren und das fast stereotype Auftreten altersweiser, vollständig autonomer Kinder und Jugendlicher muß man aushalten können.

4. Aushalten muß man auch einen enormen Spagat zwischen immer düsteren Fällen und fast klamaukartigen Burlesken in Long Piddelton.

Ganz schön viele Vorbehalte...! ABER - wir lesen die Romane eben nicht wegen ihrer stringenten Fälle, wegen ihrer Realitätsnähe - nein, wir gehören doch längst zur Runde im Jack and Hammer und treffen uns mit unseren alten Freunden auf ein Old Peculier.Nur darum gehts!

Und zu unserer Beruhigung läßt sich sagen, dass der Fall deutlich sauberer und nicht halb so wirr konstruiert ist, wie seine Vorgänger und alle eventuellen Schwächen werden schließlich durch die köstliche Story um den Zier- Eremiten wettgemacht - allein diese sehr britische Szene am Rande lohnt das Buch zu lesen und zu genießen!
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30 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das war wohl nix :-(, 30. Juli 2005
Von 
Wombatsbooks - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Ich war einmal ein großer Fan der Inspektor-Jury-Serie und hatte mir den 18. Roman als englisches TB zugelegt. Leider hat sich noch nicht einmal die Investition für ein TB gelohnt :-(. Seit „The Horse You Came In On" - Fremde Federn" fand ich die Serie zwar immer weniger gut, gab aber jedem nachfolgenden Roman immer wieder eine Chance. Mit „The Grave Maurice - „Auferstanden von den Toten" hat Grimes allerdings den Vogel abgeschossen und ich glaube, ich kann es mir nicht zumuten, mir den 19. Teil um Inspektor Jury und die liebgewonnene Truppe in Long Piddleton zuzulegen:
Für mich war „Auferstanden von den Toten" - „The Grave Maurice" ein Wirrwarr aus unglaubhaften Handlungssträngen, die zum Ende unbeholfen zu einem mehr als fragwürdigen Schluss „montiert" wurden. Ätherische, verschwundene Mädchen hat Grimes leider auch schon zu häufig bemüht, als dass sie damit noch Spannung erzeugen könnte. So bleibt für mich hier ein mehr als nur schaler Nachgeschmack und ich hatte das Gefühl, Grimes wäre mit diesem Roman lediglich einer vertraglichen Verpflichtung nachgekommen.
Fazit: Ich kann mich Publishers Weekly leider nicht anschliessen, denn ich fand „The Grave Maurice - „Auferstanden von den Toten" weder wunderbar erzählt noch hochspannend und obwohl ich Liebhaber von Kriminalliteratur bin, hat es mich *nicht* begeistert! Gäbe es nicht die Truppe um Melrose nebst der ständig mäkelnden und nörgelnden Agatha, hätte ich wohl noch nicht einmal einen Stern vergeben können :-(. Wenn überhaupt, warten Sie bitte lieber bis zur preisgünstigeren TB-Ausgabe.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Pferdemilieu als Lichtblick, 19. Juni 2009
Von 
Renate Arnemann (Darmstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Auferstanden von den Toten (Taschenbuch)
Martha Grimes scheint nicht mehr damit zu rechnen, noch neue Leser zu erreichen. Da es viele Jahre her ist, dass ich zuletzt ein Buch von ihr gelesen hatte, und nun o.g., fühlte ich mich nicht wirklich einbezogen in das Leben und Treiben ihres literarischen Stammpersonals. Im Gegenteil, da passiert endlich etwas Dramatisches, und im nächsten Kapitel nervt dann das Herumgeplänkel der für die Story völlig zweckfreien Bekannten von Melrose Plant. Gerade dieses Nebeneinander von total Belanglosem und hoch Dramatischem gab mir das Gefühl, dass die Autorin ihre Story nicht ernst nimmt. Und die Figuren, die nicht zum Stammpersonal gehören und mich viel mehr interessiert hätten, werden zu oberflächlich abgehandelt. Die Geschichte ist nicht so wichtig, hauptsache, die Grimes-Fans haben mal wieder ihre Helden getroffen. Es passiert sehr selten, dass ich ganze Passagen nur überfliege, weil sie weder amüsant noch handlungsfördernd sind, deshalb nur 2 Sterne. Grimes hätte ihrer Story mehr Tiefgang verleihen sollen, das Potential mit dem entführten Mädchen war ja da. Immerhin kann man ihr zugute halten, dass sie auf effekthaschende Brutalitäten verzichtet.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nomen est oben, 8. September 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Auferstanden von den Toten (Taschenbuch)
Auferstanden von den Toten ist ein wahrlich treffender Titel für diesen Roman aus der Inspektor Jury Reihe. Es gibt wohl kaum einen Krimi in dem mehr tot geglaubte zum Leben erweckt werden als hier. Von einem Krimi würde man eigentlich das Gegenteil erwarten und das ist vielleicht auch die Schwachstelle des Romans, der durch dieses Übermaß doch ein wenig Gefahr läuft an Glaubwürdigkeit zu verlieren und damit gelegentlich am Rand des Absurden entlangschrappt. Der erste auferstande "Tote" ist natürlich Jury selbst, auch wenn trotz des blutigen Endes des letzten Romans niemand wirklich an sein Ableben geglaubt hatte. Bis die Geschichte zur ersten echten Leiche (die auch Leiche bleibt) kommt dauert es ein wenig.

Trotzdem setzt der Roman den Aufschwung der Reihe nach dem zwischenzeitlichen Hänger fort und kommt insgesamt wieder etwas heiterer daher als die letzten oft von Schwermut durchsetzten Romane. Im Übrigen bietet Martha Grimes die von uns Fans so geliebte Mischung aus skurillen Figuren, pituresken Schauplätzen und Spannung. Dabei fragt man sich manchmal ob es mehr darum geht den eigentlichen Fall zu lösen oder darum, welchen Irrsinn die Nebendarsteller angeführt von Melrose als nächstes verzapfen. Letzteres ist wie immer willkommenes Gegengewicht zum Drama des Kriminalfalls.

Alles in Allem also wieder ein kurzweiliges Lesevergnügen, auch wenn es noch nicht wieder ganz an die ersten Bände der Reihe heranreicht.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verbeugung vor Dick Francis, 9. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Auferstanden von den Toten (Taschenbuch)
Richard Jury liegt im Krankenhaus und erholt sich von seinen Schußwunden. Besuch bekommt er von seinem getreuen Wiggins, sowie dem Freund Melrose Plant. Während Wiggins Mitbringsel - ein historischer Krimi - ihn nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hinzureißen vermag, hat Melrose Plant in einer Kneipe um die Ecke einem interessanten Gespräch zweier attraktiver Damen gelauscht, in welchem es um die Tochter von Jurys Arzt ging. Da Jury des faulen Herumliegens und Untätigseins bald überdrüssig ist, beginnt er sich für das Schicksal des Mädchens zu interessieren. Seit zwei Jahren ist es scheinbar spurlos verschwunden - entführt aus dem Pferdestall ihres Großvaters...

Martha Grimes nimmt uns diesmal mit auf ein Feld, welches ihr berühmter Kollege Dick Francis im letzten halben Jahrhundert schon auf's Gründlichste bestellt hat: die Welt der Rennpferde. Und sie ist sich auch nicht zu fein, ihn einmal ausdrücklich zu erwähnen, also Werbung für einen "Konkurrenten" zu machen. Ich meine überdies in Vernon Rice eine Figur entdeckt zu haben, welche direkt einem Dick-Francis-Roman entnommen zu sein scheint: einer, der nur über die Familie Verbindungen zur Pferdewelt hat, der aber eigentlich seinem eigenen Beruf verfallen ist, der sich in exakt dem typischen Alter der Dick-Francis-Helden befindet und dessen Verhältnis zu den Frauen ebenfalls seltsam Francis-mäßig erscheint: Irgendwelche Geliebte hat er wohl, die aber nicht wirklich auftauchen und daher kaum zählen, seine sexuellen Bedürfnisse werden geradezu hastig sachlich-cool erwähnt und damit "abgehandelt" (die seltsame Prüderie, mit welcher das Erotische bei Dick Francis immer wie eine Pflichtübung abgehandelt wird, weil sie ja nun mal leider nicht gänzlich ignoriert werden darf in der Literatur, ist für mich schon ein wichtiges Erkennungsmerkmal seiner Romane) - und so kann er zum eigentlichen Protagonisten dieses Romans werden: ein Mann mit Geld und interessantem Job, der gut aussieht, Stil hat und auch noch nett und "zu haben" ist...
Dieser Held nun will sich (scheinbar?) nicht damit abfinden, daß seine Cousine spurlos verschwunden sein soll, er heuert einen Privatdetektiv an und ist geradezu verdächtig hilfsbereit, als er merkt, daß Inspektor Jury sich des inzwischen zu den Akten gelegten Falls wieder annehmen will...

Mir gefallen diese Anleihen bei Dick Francis außerordentlich, denn sie passen überraschend gut in den ansonsten für die Jury-Reihe typischen Stil. Selbstveständlich bekommen wir wieder ein paar neue Anekdoten aus Long Piddleton zu lesen, selbstverständlich wird uns eine weitere amouröse Verwicklung des Frauenschwarms Jury nicht erspart. Und wieder spielen Kinder (oder zumindest Jugendliche) eine wichtige Rolle in diesem Krimi.

Die Stimmung dieses Buches ist wieder einmal eher melancholisch - was manchmal schon ein wenig irritiert, da ja doch immer wieder die Skurrilitäten um den exzentrischen Melrose Plant, seine Tante und seine Pub-Freunde dazwischengeraten, der kauzige Wiggins zum Schmunzeln animiert... Immer mehr scheint sich die Welt von Grimes' Romanen aufzuteilen in eine ernste, in welcher echte dramatische Geschehnisse stattfinden, wo Leid und Angst und Verzweiflung und Trauer zuhause ist - und dann jene skurril-lustige, in welcher Melrose Plant sich von seinem Dienstpersonal tyrannisieren läßt und seine verfressene Tante als running Gag sich ein Kuchenstück nach dem anderen reinpfeift. Für diese Diskrepanz, sowie dafür, daß die Frauenleiche, welche sich eines Morgens auf der Pferderennbahn findet, kaum der Ermittlungen wert zu sein scheint (kaum wurde einmal ein Mordopfer in einem Who-done-it-Krimi stiefmütterlicher behandelt), ein Punkt Abzug. Bleiben vier Sterne übrig, für ein Buch, das in zwei Nächten durchgelesen werden mußte.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Auferstanden von den Toten, 9. September 2005
Nach der Lektüre des neuesten "Inspektor Jury" - Falles bin ich geneigt zu sagen: "Nie wieder einen Krimi von Martha Grimes!"
Das Buch ist langweilig, die Geschichte entwickelt sich träge, Motive und Handlungen der Charaktere sind nicht nachvollziehbar, verworren und unglaubwürdig. Auch die einstmals sympathische Pubrunde in Long Piddleton hat allen Biss verloren und ist nur noch ein Schatten ihrer selbst.
Auch eine erfahrene Autorin kann eben keine guten Krimis am Fließband produzieren.
Schade!
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker mit düsterer Note, 17. Januar 2006
Von Ein Kunde
In vieler Hinsicht ist "Auferstanden von den Toten" ein klassischer Jury-Krimi. Melrose Plant agiert wieder an prominenter Stelle, ebenso weitere, alte Bekannte aus Long Piddleton und von Ardry End. Martha Grimes entwickelt wieder sarkastischen Humor. Im Gegensatz zu einigen Vor-Rezensenten kann ich auch nicht finden, dass es sich zu viel um Pferde dreht - sie sind, wie Hitchcock sagen würde, nur das "McGuffin". Am Rande erfährt man das eine oder andere interessante über den Rennsport und die Pferdezucht, man kann es aber auch getrost überlesen. Zum Verständnis der eigentlichen Handlung ist es nicht erforderlich. Der Spannungsbogen entwickelt sich langsam.
Zunächst hat man es mit einer Vermißtensache zu tun. Dann passiert der erste Mord, der auch noch nicht so mitreißt, weil keiner das Opfer kennt. Gerade wenn man denkt, daß die Sache so vor sich hinplätschert und Martha Grimes sich dieses Mal mehr auf witzige Dialoge auf Ardry End konzentriert hat, nimmt die Sache eine finstere Wendung und das Ende kann man nur als düster bezeichnen ...
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Auferstanden von den Toten
Auferstanden von den Toten von Martha Grimes (Taschenbuch - 1. September 2007)
EUR 9,95
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