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Kundenrezensionen

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am 3. Dezember 2009
Ich habe eben gesehen, dass es, zwar deutlich mehr gute, aber dennoch jede Menge schlechte Rezensionen zu dem Buch gibt, und habe sie mir teilweise durchgelesen. Ich habe das Buch schon vor einer ganzen Weile (min. 2 Jahre) gelesen und habe mich gefragt, was so viele an diesem Buch so schlecht finden. Was ich einerseits etwas nachvollziehen kann, ist, dass es vielen langweilig erscheint, weil nicht wirklich was superspannendes passiert. Ich selbst fand das Buch gar nicht langweilig, aber ich denke, das liegt auch an der Erwartungshaltung. Es geht um Schafe! Was sollen die schon groß denken oder machen? Wer ein richtiger Krimileser ist und hier erwartet, dass die Schafe mit Scharfsinn einem gefährlichen Mörder auf der Spur sind oder unter ihrem Wollkleid ein Waffenarsenal verstecken, der ist mit dem Buch wirklich nicht gut bedient. Alles was die Schafe interessiert, ist, warum ist unser Schäfer tot, mit dessen Ableben sie auf diverse Annehmlichkeiten ihres Schafdaseins verzichten müssen, und was passiert jetzt mit uns. Andere Leser verglichen das Buch mit Filidae, das ich selbst nicht gelesen habe, aber trotzdem einiges aufgeschnappt habe. Das ist in dem Fall vielleicht eine Geschmacksache. Ein Kater, der über jemanden sagt, er sei ein Karl-Lagerfeld-Verschnitt, hat in meinen Augen nicht mehr viel mit Katze zu tun. Was kümmert eine Katze schon Karl Lagerfeld? Da fand ich die Umsetzung in Glennkill doch sehr gelungen. Weiter wurde ab und an eine wirre Handlung beschrieben. Das kann ich auch nicht bestätigen. Ich konnte der Handlung insgesamt sehr gut folgen. Klar, da es sich um Schafe handelt, geraten diese, wenn sie auf Menschen treffen, schon mal in Situationen, die sie nicht verstehen und die sie verwirren. Als Leser sollte man aber schon in der Lage sein, deuten zu können, was hier passiert. Ein Rezensent mit schlechter Beurteilung hatte geschrieben, dass es in dem Buch keine Identifikationsfigur gibt. Stimmt! Ich konnte mich mit keinem der Schafe identifizieren. Ich bin kein Schaf.
Ach, dann wurde noch oft über den fehlenden Wortwitz rezensiert. Auch dazu muss ich sagen, direkt an Wortwitz kann ich mich jetzt auch nicht erinnern, aber es fehlt nicht an witzigen Szenen in dem Buch. Wenn die Schafe mal wieder in eine Situation geraten, in der sie so unbeholfen sind, oder wenn sie durch das Zusammensetzen der Indizien auf so bekloppte Schlussfolgerungen kommen, auf die einfach nur Schafe kommen können, ist das Buch wirklich sehr amüsant.
Alles in allem, finde ich, kommt es auf die Erwartungshaltung des Lesers an. Wer hier einen richtig spannenden und actionreichen Krimi mit scharfsinnigen Ermittlern in bedrohlichen Situationen und skrupellosen Mördern erwartet, sollte das Buch wirklich nicht lesen und es dann schlecht machen. Wer sich aber darauf einlässt, dass das ganze aus Sicht von Schafen in einem kleinen irischen (?) Dorf mit den typischen Dorfbewohnern spielt, hat sicher seine Freude daran. Mir hat das Buch sehr gefallen. Ich fand es unterhaltsam. Die Schafe sind allesamt liebenswert. Der britische Charme bzw. die Atmosphäre fehlt auch nicht. Und entgegen den schlechten Rezensionen: das Buch ist auch spannend. Nur eben nicht auf dieselbe Weise wie ein Actionthriller.
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TOP 500 REZENSENTam 31. Dezember 2006
Die Idee klingt nach einem schlechten Märchen: Ein Roman aus der Sicht von Schafen, die den Mord an ihrem Schäfer aufklären wollen?

Wer aber gerne etwas anderes liest als Standardkrimis, der sollte dem Buch von Leonie Swann eine Chance geben. Schnell hat man ihre intelligenten Schafe ins Herz geschlossen. Dabei bereitet vor allem ihre Sicht der Welt das größte Vergnügen. Leonie Swann versteht es, genau dieses Element auszukosten. Sie lässt ihre Schafe hinterfragen, was für uns Menschen selbstverständlich scheint. Und sie zeigt dem Leser, wie eine Welt aussehen könnte, wenn das Wichtigste im Leben das Grasen auf einer grünen Wiese ist und Gerüche einem mehr verraten als alle Worte.

Zum Glück sind die Schafe gut vorbereitet, als sie ihren Schäfer eines Tages brutal ermordet auf ihrer Weide finden. Er hat ihnen nämlich jeden Tag eine halbe Stunde lang aus Krimis vorgelesen. Aber hilft das den Schafen wirklich den Mörder zu finden, wo sie doch noch immer so vieles aus der Menschenwelt gar nicht verstehen können? Machen sich die Krimis bezahlt, auch wenn sich die Schafe bei den Lesungen üblicherweise auf ganz andere Details achteten als wir Menschen?

Wichtiger als die Kriminalgeschichte ist Leonie Swann aber die Erzählung aus der Perspektive der Schafe. Für mich war es ein Genuss, die Schafe mit ihren individuellen Fähigkeiten beobachten zu dürfen. Da die Schafe uns Menschen natürlich nicht wirklich verstehen, kommt es immer wieder zu amüsanten Verwechslungen.

Der liebevolle Humor, der sich schon bei der Wahl der Namen für die Schafe - etwa Othello für den schwarzen Widder - zeigt, funktioniert hervorragend. Immer wieder ist es amüsant, wenn die Schafe versuchen, etwas den Menschen nachzuahmen, wie das Zählen der Herde. Es ist zum Blöken, wie der Leitwidder die Zählung durchführt und zu welchem Ergebnis er kommt. Daher verrate ich der Stelle lieber nicht zu viel.

Spaß macht das Buch auch, weil manchmal sogar mehr in der Geschichte steckt, als man zunächst glaubt. Leonie Swann streut geschickt Hinweise, die sich erst später als wichtig erweisen. Und gelegentlich hilft es sogar, wenn man - wie die Schafe - gut belesen ist. Aber ob man nun sofort weiß, worum es sich bei der Operation Polyphem handelt oder nicht, das Buch macht dank des besonderen Humors ungeheuer Spaß!

Glennkill ist gewissermaßen ein Gute-Laune-Buch. Man sollte nicht verkrampft versuchen, den Mörder zu erraten, sondern einfach nur die Schafe genießen. Das mag vielleicht nicht für jeden das Richtige sein, aber mich hat das Buch sofort in seinen Bann gezogen und bis zum Ende nicht mehr losgelassen.
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TOP 1000 REZENSENTam 3. März 2012
Die Idee hinter dem Schaf-Krimi "Glennkill" von Leonie Swann fand ich sofort ziemlich witzig. Eine Herde Schafe ermittelt in einem Mordfall. Leider war dann die Umsetzung meiner Meinung nach nicht unproblematisch.

Zum Inhalt: Der Schäfer George wird auf seiner Schafsweide tot aufgefunden. Ein Spaten steckt in seinem Rücken. Die Schafe seiner Herde sind aufgeregt. Sie haben den Mord nicht bemerkt, wollen aber unbedingt herausfinden, wer ihren geliebten Schäfer ermordert hat. Da er ihnen regelmäßig aus Liebesromanen und Krimis vorlas, kennen sie sich ein wenig aus, und ermitteln auf eigene Faust. Wenn es doch nur nicht so viele Dinge bei den Menschen gäbe, die sie nicht verstehen können...

Neben der witzigen Idee besticht dieser Kirmi vor allem durch seine Charaktere, die Schafe. Jedes ist anders. Es gibt zum Beispiel Miss Maple, das intelligenteste Schaf der Herde, das sich am begierigsten auf die Ermittlungen stürzt und die manchmal sehr wirren Gedanken ihrer Mitschafe ordnet, oder Othello, das schwarze Schaf der Herde und als Widder mit vier Hörnern und ungeklärter Herkunft ein Geheimnis für die anderen. Mein persönlicher Favorit allerdings war Mopple the Whale, ein verfressener Widder, der zwar nicht der scharfsinnigste in der Herde ist, aber dafür mit einem einzigartigen Gedächtnis punkten kann. Ganz im Gegenteil zum alten Leitwidder Sir Ritchfield, der dauernd etwas vergisst und nicht mehr richtig hört, während die mutige Zora davon träumt ein Wolkenschaf zu werden und sich am weitesten auf die Klippen heraustraut...

Auch die Art, wie die Schafe mit den Menschen umgehen, ist richtig witzig. Sie analysieren an ihnen herum und versuchen aus Gesprächsfetzen schlau zu werden - was ihnen nicht immer gelingt. So wird zum Beispiel "Gott" zwischendurch zum Hauptverdächtigen in der Ermittlung - irgendetwas muss ja an dem dran sein, wenn alle darüber reden. Was die Schafe sich so zusammenreimen ist wirklich herzallerliebst.

Nur leider wurde der "Krimi" zwischendurch auch zäh und langweilig. Die Schafe brauchen lange, um überhaupt eine Möglichkeit zu bekommen, irgendetwas herauszufinden und so dümpelt alles nur so vor sich hin. Nach rund 150 Seiten brauchte war ich daher kurz davor aufzugeben, denn es wurde trotz der charmanten Protagonisten einfach nicht spannend. Mittlerweile bin ich zwar froh, dass ich es zu Ende gelesen habe, denn es kommen noch einige gute Wendungen und so manches Schaf hat noch eine Überraschung auf Lager, aber durch diesen sehr langen Mittelteil konnte mich das Buch insgesamt betrachtet einfach nicht umhauen.

Auch sprachlich ist es recht schwach. Die Sprache ist nicht immer flüssig, die kurzen Sätze wirken oft eher abgehakt. Zwar unterstützen die einfache Sprache und die vielen Wiederholungen ein wenig den Eindruck von kindlicher Naivität und Neugier, welche die Schafe an den Tag legen, aber wirklich interessant zu lesen war es nicht.

Fazit: Die Schafe sind einfach göttlich und ihre Ermittlungsversuche und Menschenanalyse in der Regel zum schreien komisch, aber leider gibt es einige wirklich zähe Längen und sprachlich konnte es nicht überzeugen. Daher trotz toller Idee leider nur mittelmäßig. 3 Sterne.
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am 28. September 2005
Mit „Glennkill“ ist endlich mal wieder ein Krimi auf dem Markt, der zugleich witzig, intelligent und spannend ist – und, wie ich finde, um einiges besser als Felidae, der das Genre Tierkrimi populär gemacht hat. Der Stil ist leichter, flüssiger, genauer, einfach besser, die Figurenzeichnung genauer und differenzierter, bis in die skurrilsten Nebenfiguren hinein – immerhin werden etwa ein und ein halbes Dutzend Schafe zu wohlunterscheidbaren, individuellen Handlungsträgern und sind nicht etwa bloß plakativ mit einer Eigenschaft gekennzeichnete Typen.
Dazu kommen die Menschen, die von den Schafen sehr genau beobachtet werden, um den Mörder des Schäfers zu entlarven. Sie bleiben zu Beginn teilweise etwas flach, weil der Roman nun einmal weitgehend aus der Sicht der Schafe erzählt ist, ihre Beschreibung also immer etwas ‚schäfisches‘ an sich hat – aber das macht auch gar nichts, gibt es doch schon genug Romane über Menschen. Die Unterschiede zwischen Schafen und Menschen aber werden nicht einfach nur für oberflächliche Witzigkeiten verbraten, sondern immer wieder für die Beschreibung der einen wie der anderen Seite fruchtbar gemacht.
Übrigens sind die Schafe zwar auch, ja sogar sehr – aber durchaus nicht nur rührend-putzige Figürchen. Ihre Hauptbeziehung zu den Menschen besteht ja darin, daß sie von diesen – – geschlachtet und gegessen werden. (Und zuvor regelmäßig geschoren.) Die Schafe in ‚Glennkill‘ nun waren von ihrem Schäfer immerhin vor dem Schlachter geschützt (und lediglich geschoren) worden – wenn sie nun seinen Mörder suchen, tun sie das auch um sich zu schützen. Ihre häufige rührend-tapsige Unbeholfenheit kontrastiert also einem sehr ernsten Hintergrund. (Ernst für die Schafe und das Gewissen eines jeden Fleischessers.) Indem sie auf dieser Suche ihrer eigenen Fähigkeiten, ihres Mutes und, tja, ihrer Würde gewahr werden – und Leonie Swann weiß die einzelnen Schritte dieser Entwicklung sehr genau zu beschreiben, ohne die Sache mit der Würde zu übertreiben – werden sie von den sprichwörtlich dummen, folgsamen, heteronomen Schafen zu – Personen. „Glennkill“ ist also auch ein Entwicklungs- und Emanzipationsroman, eine politische Parabel geradezu. Sehr erfreulich und, vielleicht, auch nützlich!
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TOP 500 REZENSENTam 24. Juni 2016
Handlung:

Die Schafe von George Glenn sind eine bunt zusammengewürfelte Herde ganz normaler und doch außergewöhnlicher Schafe, wie zum Beispiel Miss Maple, das vielleicht klügste Schaf der Welt, Mopple the Whale, der verfressene Widder mit dem perfekten Gedächtnis, oder Zora, die es liebt, todesmutig auf der Klippe zu sitzen und die Kräuter des Abgrunds zu fressen.

Auch wenn sie nicht immer alles verstehen, lieben sie es, wenn Schäfer George ihnen vorliest. (Dumm ist nur, dass er den Krimi weggeworfen hat, bevor sie erfahren haben, wer der Mörder ist.) Doch eines Tages ist Schluss mit dem Vorlesen, denn George liegt tot auf der Wiese, mit einem Spaten in der Brust... Dieses Verbrechen können seine Schafe nicht ungesühnt lassen! Er war vielleicht nicht der beste Schäfer der Welt, aber er war IHR Schäfer! Und so machen sie sich auf, den Mord aufzuklären, mit ihrem begrenzten Wissen darüber, wie Menschen funktionieren.

Meine Meinung:

Die erste Frage, die ich mir bei einer Buchbesprechung immer stelle, ist diese: ist die Geschichte originell und einfallsreich? Sprich, bringt der Autor oder die Autorin etwas Neues, was man so noch nie gelesen hat? Nur selten fiel mir die Beantwortung dieser Frage so leicht wie bei diesem Buch, und die Antwort lautet: Himmel, ja!!! Ich habe lange nichts so Erstaunliches mehr gelesen.

Es ist nicht nur die herrlich absurde Grundidee, dass diese Herde wolliger Möchtegern-Detektive fröhlich blökend losziehen, um ihrem Schäfer Gerechtigkeit zu verschaffen - die Geschichte setzt mit jedem Kapitel immer mal wieder einen drauf. Dabei fand ich unglaublich gut gelungen und glaubhaft, wie Leonie Swann ihren Lesern die Gefühlswelt, die Ansichten, sogar die Mythen und Aberglauben ihrer Schafe nahebringt. Denn natürlich sehen Schafe die Welt nicht so wie wir Menschen! Das ist oft zum Schreien komisch, hat aber auch Momente, die nachdenklich machen oder bestürzen, wenn zum Beispiel ein Schaf zum ersten Mal im Leben begreift, dass ein Metzger Schafe tötet, damit Menschen sie essen können...

Die Autorin stellt Vorstellungen, die Menschen über Tiere haben, manchmal auch auf den Kopf:

Zitat:
»Menschen haben keine Seele. Keine Seele, kein Geist. So einfach ist das.« »Wie kannst du so etwas sagen«, protestierte Moppel. »Wir wissen doch gar nicht, ob Menschen auch eine Seele haben. Es ist vielleicht nicht wahrscheinlich, aber möglich ist es.«

Ich habe die gesamte Herde schon nach kurzer Zeit fest ins Herz geschlossen, mit all ihren Stärken und Schwächen. Jedes Schaf ist ein liebenswertes Unikat, und ich war fast ein bisschen traurig, dass ich keine Miss Maple und keinen Mopple in meinem Garten grasen habe...

Der Schreibstil hat mich ebenfalls voll überzeugt, denn er beherrscht viele Facetten. Nur weil es ein witziges Buch ist, heißt das nicht, dass es nicht manchmal auch ein dramatisches, trauriges oder philosophisches Buch sein kann, und Leonie Swann variiert Tonfall und Atmosphäre entsprechend.

Zitat:
»Wollt ihr denn gar nicht wissen, woran er gestorben ist?«
Sir Ritchfield sah sie erstaunt an. »Er ist an dem Spaten gestorben. Du hättest das auch nicht überlebt, so ein schweres Eisending mitten durch den Leib. Kein Wunder, dass er tot ist.« Ritchfield schauderte ein bisschen. »Und woher der Spaten?«
»Jemand hat ihn hineingesteckt.« Für Sir Ritchfield war die Sache damit erledigt (...).

Besonders der Humor war genau mein Geschmack: oft trocken, oft zum laut Losprusten, manchmal böse, aber in meinen Augen nie platt. Aber ich vermute, dass der Humor der Dreh- und Angelpunkt des Ganzen ist! Wer mit dem Humor nicht warm wird, für den ist das Buch wahrscheinlich nichts, aber das lässt sich ja durch Lesen der Leseprobe schnell feststellen.

Der eigentliche Kriminalfall ist auf absonderliche Weise spannend. Denn die Schafe haben wirklich keine Ahnung, wie Menschen denken, und ziehen deswegen oft die völlig falschen Schlüsse! Dennoch kann sich der Leser so nach und nach zusammenreimen, was passiert ist, und dennoch kommen die Schafe mit ihren Ermittlungen immer irgendwie weiter. Das muss eine Autorin auch erstmal schaf(f)en: auf tausend falschen Wegen zum Ziel.

Fazit:
Ein Haufen Schafe zieht los, den Mord an ihrem Schäfer aufzuklären, und sie entdecken dabei Erstaunliches über die Menschen, die offensichtlich noch dümmer und merkwürdiger sind, als sie immer schon gewusst haben. Das Buch hat mich wunderbar unterhalten, ich habe oft gelacht - und dennoch hat es mich auch manchmal gerührt und zum Nachdenken angeregt.

Das Buch stand lange Zeit ungelesen in meinem Regal - und das würden die Schafe von Glennkill sicher als weiteren Beweis für die Dummheit der Menschen sehen.
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am 12. Juni 2016
Tierkrimis sind im Allgemeinen schon eine Besonderheit unter den Krimis, aber unter den ganzen Katzen und Hunden stellen Schafe eine noch größere Rarität dar.

Schäfer George wird tot aufgefunden. Unter den Bewohnern hält sich die Trauer in Grenzen. Schnell wird klar, wer wirklich unter seinem Tod leidet: seine Schafe. Einen besseren Schäfer als George kann es nicht geben und so können sie den Mord nicht auf sich ruhen lassen. So fangen sie an, selber zu ermitteln. Von Vorteil ist es dabei, dass George ihnen stets vorgelesen hat und sie dadurch erste Einblicke in die Welt der Menschen erhalten haben.

Die liebevolle Beziehung der Schafe zu ihrem Schäfer und umgekehrt hat mir sehr gefallen. Toll fand ich es auch, dass jedes Schaf einen eigenen Namen und passende Eigenschaften hat. Zu Beginn des Buches findet man eine Übersicht über die einzelnen Schafe und so fällt es leicht, immer wieder nachzuschauen, falls man ein besonderes Merkmal eines der Schafe vergessen hat.

Das Buch ist überaus humorvoll geschrieben. Es kann kaum etwas Lustigeres geben, als die Welt aus der Sicht von Schafen zu sehen. Dass diese aufgrund geringen Wissens und eingeschränkter Menschenkenntnis falsche Schlüsse ziehen, bringt einen viele Male zum Lachen. Gerade das stellte für mich aber auch ein Problem dar.

Einige realitätsferne Verbindungen und Schlussfolgerungen machten es manchmal schwierig, dem Geschehen und den Gedanken der Schafe zu folgen. Daher saß ich sehr lange an dem Buch und musste einige Stellen wiederholt lesen, weil ich zu schnell den Faden verlor.

Für den teils schwierigen Schreibstil muss ich daher einen Stern abziehen. Dass Thema, Cover und die sonstige Umsetzung haben mir aber sehr gut gefallen. Für Tierkrimi-Freunde zu empfehlen, auch wenn man vielleicht etwas länger an diesem Buch sitzt.
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am 30. Juli 2015
Hab das Buch geschenkt bekommen, und kann deshalb an Preis-Leistungsverhältnis nicht meckern. Schade ist es aber um die Zeit, die ich auf Kindergartenniveau erleben durfte. Als Hobbyschäferin sollte mir hier eine Freude gemacht werden mit der Literatur. Das ist leider gründlich in die Hose gegangen. Die zwei Punkte bekommt das Büchlein, weil ich trotz gähnender Langeweile und andauerndem Augenverdrehen noch in der Lage war, bis zum Ende zu lesen. Ich hab es geschafft, ein Genuß, es zu lesen, der sieht anders aus. Das die zwei Sterne geschmeichelt sind, ist mir bewußt. Bei einem Stern hätte es dann sofort in den Ofen gesteckt. Auf das Ende hin wird es immer platter. Die kleinen Episoden aus den angeblichen Schafsunterhaltungen, die eher einem Kinderbuch entstammen könnten, flauen immer mehr ab. Leider. Dennoch gab es wenige Stellen, an denen ich schmunzeln musste. Wie die Autorin aber darauf kommt, das Schafe auch nur im Entferntesten so denken und reagieren, wie sie schreibt, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis. Könnte ich mir nur erklären mit totaler Ahnungslosigkeit in der Schafhaltung. Eine Leseprobe war noch im Büchlein, das konnte ich mir dann aber nicht mehr antun. Die Tiere werden stark vermenschlicht. Sowas hat noch keinem Tier gutgetan, weil irgendwas bleibt immer im Unterbewußtsein hängen.
Wer auf ganz seichte Säusellliteratur steht, ohne jeden Anspruch auf Spannung, Realität und dem die Langeweile beim Lesen egal ist. Da kann ich das Büchlein nur empfehlen.Das Buch hat Talk-Showniveau.
Wirklich ein Bestseller? Ich kann nicht verstehen, warum.
Habe die "Schenkerin" gefragt, ob sie es gelesen hätte. Sie hat es nach wenigen Seiten als unzumutbar empfunden. Wollte es wegwerfen, hat aber dann dran gedacht, weil ich Schafe halte, mir eine Freude damit zu machen.
Wir haben uns lachend geeinigt, die Fortsetzung tut sie mir nicht mehr an.... smile.
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am 10. Juli 2014
Definitiv eines meiner Lieblingsbücher, welches ich kurz nach dem Erscheinen gelesen habe. Dieses Exemplar geht an einen guten Freund, der sich unter einem "Schafskrimi" nichts rechtes vorstellen konnte. :-)

Gut, inzwischen sollte ja bereits alles über das Buch gesagt worden sein. Der letzte Teil ist ein bisschen schludrig geschrieben, finde ich zumindest. Aber die ungewöhnliche Story und die eigenwilligen Charaktere machen das auch wieder wett.

Schade, daß abgesehen von den beiden Geschichten der Autorin nichts nachkam. Ich hätte zu gerne einen dritten Teil gelesen.
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am 6. April 2008
"Schafe sind normalerweise kein geschwätziges Volk. Das liegt daran, dass sie oft den Mund voll Gras haben. Es liegt auch daran, dass sie manchmal nur Gras im Kopf haben. Aber alle Schafe schätzen gute Geschichten. Am liebsten hören sie nur zu und staunen, auch deshalb, weil man gleichzeitig zuhören und kauen kann", heißt's im Buch. Wenn auch Ihnen nicht nach schwatzen ist und Sie in aller Ruhe kauen und zuhören wollen, bitte sehr, hier ist die artgerechte Rezension.

Versetzen wir uns nach Glennkill, ein Postkarten typisches irisches Dorf. Das Leben dort dreht sich um Pub, rothaarige Frauen, ein kleinwenig Tourismus und viele Schafe. Alles wäre beschaulich geblieben, hätte man nicht eines Tages die Leiche des Schäfers George Glenn gefunden - mit einem Spaten im Bauch. So erfährt der Ortsname plötzlich eine völlig neue Bedeutung. Da Inspektor Holmes seinem scharfsinnigen Namen nicht gerecht werden kann, müssen Vierbeiner ran, Schafsinn ist gefragt!

Georges Herde beginnt, den Fall auf eigene Hufe zu untersuchen. Die Wolligen mochten ihren Schäfer, denn er konnte immer so schöne Geschichten erzählen und niemals hätte er einen von ihnen zum Schlachter gebracht. Sein Tod muss geklärt werden. Hatte George etwa der Koboldkönig geholt, gar der Wolfsgeist oder war er zu einem Wolkenschaf geworden und in den Himmel gewandert?

Miss Maple, das klügste Schaf der Herde, glaubt nicht an solche Legenden. Sie sucht nach Fakten. Ihrem engeren Ermittlungsteam gehören an: Mopple the Whale, ein ewig hungriger Merinowidder, der über ein ausgezeichnetes Gedächtnis verfügt; die schwarzgesichtige Zora, das einzige weibliche Schaf mit Hörnern sowie Othello, ein gänzlich schwarzer Hebridenwidder mit gleich vier Hörnern.

Ein ganz besonderes Schaf ist Melmoth, Othellos grau gezottelter Bruder, der wie eine Ziege meckert und gerne mal eine Krähe auf seinem Rücken spazieren trägt. Er ist Rebell und Philosoph in einem. "Ihr sollt nicht glauben, was ihr nicht versteht, und verstehen, was ihr glaubt. Vergesst die Herde, vergesst die Hunde, hütet euch selbst", redet er seinen kauenden Mitschafen ins Gewissen. Durch ihn lässt Leonie Swann ein wenig von George Orwells "Animal Farm" anklingen. Gut so!

Ansonsten beschreibt Swann ihre blökenden Detektive mit viel Ironie und Freude am Detail. Jedes Schaf in Georges Herde weist seine liebenswürdigen Besonderheiten auf. Der schafsinnige Blick auf uns Menschen fällt nicht immer positiv aus, wohl aber treffend. Und wenn Mopple den Metzger von den Klippen schubst oder Othello wie der Leibhaftige den Pfarrer im Beichtstuhl aufsucht, klatscht man unwillkürlich Beifall über so viel Bockigkeit. Wenn dann gegen Ende der Geschichte im rauchgeschwängerten Mad Boar Pub der Smartest-Sheep-of-Glennkill-Contest beginnt, schlägt die Handlung noch mal einen Haken - wie ein Jungschaf auf der Weide. Je schafsinniger, desto besser!
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am 1. April 2014
Für alle die es niedlich mögen oder einfach etwas zum Abschalten suchen ;-) Glennkill Rezension

“Glennkill” ist der erste Teil der sogenannten “Schafskrimi”-Serie von Leonie Swann. Wie das Genre bereits passender Weise erklärt geht es um einen Krimi, der aus Sicht einer Schafsherde erzählt wird. Der eigene Schäfer, George Glenn ist ermordert worden und nun gilt es den Mörder unter den Menschen zu finden.

Jedes Schaf hat dabei seine eigenen Fähigkeiten, Lösungsansätze und Gedankengänge die eingesetzt werden müssen, um das Rätsel zu lösen.

Ich finde die Idee von Frau Swann Schafe die Geschichte erzählen zu lassen einfach super. Ich mag es, wenn die Perspektive einfach mal anders ist. Hinzu kommt, dass die Geschichte aus meiner Sicht durch und durch schlüssig und authentisch ist. Es kommen keine abgedrehten Superkräfte oder Superereignisse vor, die den Schafen plötzlich widerfahren und die Geschichte voran treiben. Es geht um einen Mord. Und den gilt es aufzuklären.

Was oft bei einigen Lesern zur negativen Bewertung führt ist das süß-dümmliche Verhalten der Schafe. Dadurch wirkt die Story leider “lasch” und nicht unbedingt fesselnd. Ich aber finde ein gutes Buch muss nicht unbedingt komplex sein. Ab und an lese ich gerne “Fastread”, besonders im Zug, wenn der Kopf von der Arbeit bereits geistig überfüllt ist.

Für mich ist “Glennkill” ein absolutes Muss in jedem Krimi-Regal :D
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