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41 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Weg ist das Ziel :-)
Bei diesem Buch gilt: "Der Weg ist das Ziel". Dies ist das erste Buch von Neal Stephenson, das ich gelesen habe (und es wird nicht das letzte sein!). Verschiedentlich wurde es mit den Werken von Umberto Eco verglichen, und dies ist durchaus zutreffend: beide Autoren haben einen aehnlich dichten Schreibstil, der sich inbesondere durch zahlreiche erzaehlerische...
Veröffentlicht am 16. September 2006 von Mork Senfberater

versus
3.0 von 5 Sternen Viele historische Hintergrundinformationen und noch viel viel viel viel mehr Text.
Wie bei den beiden anderen Bänden gilt auch hier: Weniger wäre mehr gewesen.
Drei mal je rund 1000 Seiten ist einfach zuviel.
Ein Zweiteiler mit je 800 Seiten hätte es auch getan.
Vor 15 Monaten von Gally veröffentlicht


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41 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Weg ist das Ziel :-), 16. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Quicksilver (Taschenbuch)
Bei diesem Buch gilt: "Der Weg ist das Ziel". Dies ist das erste Buch von Neal Stephenson, das ich gelesen habe (und es wird nicht das letzte sein!). Verschiedentlich wurde es mit den Werken von Umberto Eco verglichen, und dies ist durchaus zutreffend: beide Autoren haben einen aehnlich dichten Schreibstil, der sich inbesondere durch zahlreiche erzaehlerische Ausschweifungen auszeichnet. Und genau darin liegt der Wert des Buches: nicht in der Handlung, sondern in der abwechslungsreichen Schilderung der gesellschaftlichen Umstaende, philosophischer und religioeser Dispute, der teilweise voellig absurden Experimente der Naturphilosophen, der politischen Hintergruende (hier sollte man etwas Gelassenheit mitbringen, da diese ohne weiteres Hintergrundwissen tatsaechlich ziemlich verwirrend sind) usw. Wem dies alles zu langatmig ist, sollte sich lieber an Dan Brown halten. Wer allerdings Buecher liebt, die sich nicht direkt vom Start ins Ziel begeben, sondern gemaechlich maeandern und dabei intelligent unterhalten, sollte dieses Buch lesen.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein Buch für Jedermann, 20. August 2006
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Quicksilver (Taschenbuch)
Dieses Buch scheidet mal wieder die Geister. Die einen findens langweilig oder haben nicht gemerkt, dass es sich um einen 3-teiler handelt und mukieren sich über die vielen Handlungsstränge, welche nicht nur sehr unterschiedlich in ihrer Länge sind, sondern auch nie ein Ende zu finden scheinen oder nie zusammengeführt werden.
Die anderen loben es in den Himmel.

Dazu muss ich sagen, ich würds ja auch am liebsten hoch loben. Aber wie in allen meinen Rezesionen bin ich auch wieder etwas bemüht die negativen Seiten, die mich aber nicht sonderlich störten, ausfindig zu machen.
Tja, die negativen Seiten wären: Es ist zeitweise etwas langatmig, und die vielen Handlungsstränge scheinen weder zu enden, noch zusammengeführt zu werden.

Wobei zu der langatmigkeit des Buches zu sagen ist: es ist nunmal doch ein bischen ein Buch für Gimps, Nerds oder Technikfreaks. Der Autor kann seine beruflichen Wurzeln aus dem Bereich der Informatik nicht leugnen und verliert sich gern in technischen und naturwissenschaftlichen Fragen und Erklärungen.
Die Highlights in seinen Büchern sind die aberwitzig Schrägen Charaktäre und ihre etwas überzogen wirkenden Abenteuer. Wenn er es wieder einmal etwas mit der Theorie in den Waterhouse Geschichten übertrieben hat, folgt eine aberwitzige Erzählung über die Abenteuer von Shaftoe.

Kein Buch für Neal Stephenson - Einsteiger. Habt ihr gegen SciFi nichts einzuwenden versucht es mal mit Snow Crash. Mögt ihr Geschichtlich angehauchtes, dann nehmt Cryptonomicon zur Hand (Was generell hilft die Charaktere dieses Buches schneller zu verstehen).
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27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wo bleibt die Übersetzung der Fortsetzung?, 12. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Quicksilver (Taschenbuch)
Es ist unglaublich, genaugenommen ein literarischer Skandal, daß die Übersetzung der zwei Folgebände dieses Meisterwerks noch nicht erschienen ist!
Diesen Ausruf zuoberst, und damit dürfte klar sein, wie ich Stephensons jüngstes auf Deutsch erschienenes Buch bewerte. Es mußte vielleicht erst ein Amerikaner kommen, um ein derartig pralles Portrait des barocken Europas zu entwerfen. Ich hatte es mir von Eccos "Insel des vorigen Tages" erhofft und war enttäuscht worden, kannte das siebzehnte Jahrhundert also bislang eher aus Mantel- und Degenromanen wie Dumas "Die drei Mustetiere". Doch was damals so alles "abging" hierzulande, das weiß erst Stephenson zu schildern.

Anfangs ergeht es einem mit diesem Buch wie schon mit dem "Cryptonomicon" und "Diamond Age" - man ist etwas verwirrt von den verschiedensten Handlungsstängen, Zeitsprüngen, abrupten Themen- und Stilwechseln. Nach dem Motto: "Immer gerade dann, wenn's spannend wird!"
Normaler auktorialer Erzählstil wird abgelöst von eher personaler Sichtweise, von Sitzungsprotokollen der Royal Society (der Vereinigung der ersten britischen Naturwissenschaftler), Briefpassagen oder Theater-Texten. Mindestens drei Haupthelden, Jack Shaftoe, Daniel Waterhouse und Eliza werden eingeführt, dazu Dutzende anderer "Nebencharaktere" am Leben erhalten, von Newton bis Leibniz, vom Sonnenkönig bis zu Wilhelm von Oranjen, nicht zu vergessen den unsterblichen Henoch Root. Das Hofleben in Versailles kommt ebenso vor wie eine Walpurginsnacht im Harz, der Türkenansturm auf Wien, die Pest mit anschließendem Großbrand in London, die Vorläufer des Massachusetts Institut of Technologies oder das Leben im seltsamen Staate Qhwglm (oder so ähnlich).
Das Thema des Buches? Die Aufklärung. Kryptografie (ganz kann er's nicht lassen...). Politik zu Beginn des bürgerlichen Zeitalters. Das fette, pralle Leben. Und Sterben.
Und der ganze Rest.
Es ist dies der erste Band einer Barock-Trilogie; keine der 1145 Seite möchte ich missen. Vor allem aber will ich die Fortsetzungen, deren Originalausgaben längst erschienen sind, endlich auf Deutsch lesen!
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45 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aufklärung und Barock, 7. Februar 2005
Von 
H. P. Roentgen - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Quicksilver: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein Bote kommt 1713 nach Massachusetts, um den alten Dr. Daniel Waterhouse zurück nach England zu locken. Er kommt im Auftrag der Royal Society of London, der Vereinigung der Naturphilosophen (heute würde man Naturwissenschaftler sagen). Denn der Zwist zwischen dem genialen Isaac Newton und dem ebenso begabten Dr. Leibnitz soll endlich beigelegt werden. Dazu wäre Daniel Waterhouse der richtige Mann. Er hat mit Newton zusammen in Cambridge studiert, er hat dessen Vertrauen und kennt auch Leibnitz. Obendrein hat er die Entwicklung der Royal Society aus einem kleinen Zirkel weniger Männer miterlebt. Wenn er den Zwist nicht beenden kann, kann es keiner.
Und damit wendet das Buch sich dem Jahr 1655 zu und entführt den Leser nach Cambridge, wo Daniel und Isaac als arme bürgerliche Studenten unter lauter Adligen leben und studieren müssen. Daniel ist der Sohn eines puritanischen Predigers, ein guter Beobachter, aber niemand, der selbst die Initiative ergreift. Isaac ist da ganz anders. Er will alles wissen, von der Theologie springt er zur Mathematik und von da zur Alchemie.
Damit ist auch der Rahmen des Buches abgesteckt. Es geht um die aufkommende Mathematik und Naturwissenschaft am Ende des siebzehnten Jahrhunderts und wir Leser treffen sie alle, Sir Isaac Newton, dessen Principia zwei Jahrhunderte lang das Weltbild prägen sollte, den holländischen Uhrmacher und Astronomen Christian Huygens, Christopher Wren, Robert Hooke und all die anderen, die die Welt mit neuen Theorien auf den Kopf stellen und die genialsten wie albernsten Experimente anstellen.
Stephenson gelingt es, dem Leser daran teilhaben zu lassen, wir erfahren, wie schwierig sich die Experimente ohne brauchbare Messgeräte gestalten, wie wichtig es wird, als Huygens eine Pendeluhr erfindet, die wenigstens eine halbwegs genaue, zuverlässige Zeitmessung in Sekunden gestattet. Überhaupt erfahren wir, wie viel wir auch in ganz banalem Alltag dieser Zeit verdanken - die Erfindung der Wasserwaage wird im Buch ebenfalls gestreift. Alchemie und Naturwissenschaften hängen noch eng zusammen, obwohl sie heute so gerne als Gegensätze gesehen werden.
Eine zweite Ebene des Buches spielt auf den gerade eröffneten Börsen von Amsterdam und London, die den Beginn der Finanzwelt, wie wir sie heute kennen, bilden, mit ersten Spekulationen, Kursmanipulationen und manchem mehr. Auf diesem Parkett bewegt sich die zweite Heldin des Buches, die ehemalige Haremssklavin Eliza, überraschend geschickt, was ihr am Ende den Titel einer Gräfin einträgt. Und da sie mit Leibnitz befreundet ist und eifrig mit ihm korrespondiert, bleibt es nicht aus, dass das Buch auch manche Teile über neue Geheimschriften und die Möglichkeiten der Spionage enthalten.
Wir erleben auch die Politik dieser Zeit, die Kriege Louis XIV, die Belagerung Wiens, die Restauration, als Charles II. nach Cromwells Tod wieder die Macht in England ergreift, gefolgt von englischen Adligen, die in Frankreich aufgewachsen sind und einem Bruder, der katholisch (also papistisch) ist und bei den Engländern die schlimmsten Befürchtungen auslöst. Nur langsam gewinnt die Auffassung, dass jeder nach seinem Glauben leben darf, an Boden, noch neigt kaum eine der verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen zur Toleranz.
Leider leidet der Autor Neil Stephenson leidet wie so manch anderer unter chronischer Diarhoe verbalis (vulgo: Wortdurchfall), „Quicksilver" ist nur einer von drei Bänden und selbst der umfasst bereits über tausend Seiten. Zu viele, um das Buch einfach im Bett oder der Badewanne zu lesen, eher scheint es geeignet, jemanden damit zu erschlagen.
Immer wieder beschreibt der Autor uns Details seiner sorgfältig recherchierten Geschichte, verliert sich in zahllosen Einzelheiten, manchmal werden auch geduldige Naturen den einen oder anderen Absatz überspringen. Vor allem am Anfang tut sich der Leser hart, in die Geschichte hinein zu finden, die eigentlich keine Geschichte ist - jedenfalls keine mit Anfang, Plot, Hauptperson und Ende-, sondern eine Vielzahl von Schicksalen auf dem Hintergrund des barocken Europas, eine Vielzahl von Ebenen, die der Autor häufig und gerne wechselt. Dafür erhält der Leser aber auch eine erheblich realistischere Schilderung des Barocks und einen Roman, der sich nicht an die 08/15 Regeln üblicher historischer Romane hält.
Doch das ist auch die Krux des Buches: Es liest sich alles andere als leicht, ist kein Pageturner, sondern ein Text, den sich der Leser langsam erlesen muss. Allerdings lohnt sich dieser Aufwand auch für den, der sich für Geschichte und die Entstehung der Naturwissenschaften interessiert. Man hat das Gefühl, dass man in eine andere Zeit getaucht wird, die Probleme und Verhältnisse dieser Epoche miterlebt und versteht und die Historie nicht nur ein farbloser Wandteppich für die üblichen Liebes- und Abenteuergeschichte herhalten muss.
(c) Hans Peter Roentgen
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, dass man sich erarbeiten muss - aber es lohnt sich, 22. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Quicksilver (Taschenbuch)
Gut, die vielen Leser, die dem Autor einen abschweifenden Schreibstil vorwerfen, haben nicht ganz unrecht. Auch die multiplen Handlungsstränge, die zugegebenerweise nicht so sehr zusammenlaufen, wie man es bei "Cryptonomicon" erlebt hatte machen es nicht zu einem einfachen Buch. Obendrein verlangt einem die Seitenzahl von über 1.000 Seiten eine gewisse Durchhaltefähigkeit ab.

Aber es wäre doch ein wenig zu einfach (und auch nicht sehr glaubwürdig), die Schilderung einer solch komplexen Epoche wie die des ausklingenden 17. Jahrhunderts so zu vereinfachen, dass nur noch eine oder wenige handelnde Personen oder Handlungsstränge übrigbleiben.

Auch ich habe zugegebenerweise, mich durch die ersten paar hundert Seiten regelrecht durcharbeiten müssen. Darüber hinaus ist es fast unerlässlich, sich zusätzlich zu dem Buch in der Geschichte (und den Persönlichkeiten) des 17. Jahrhunderts einzulesen. Wenn man diese "Mühe" auf sich genommen hat, wird man alsbald feststellen, welch komplexes und intelligentes Gedankengerüst in diesem Buch steckt. Nicht nur, dass man in diesem Buch unheimlich vieles dazu lernen kann, man kann sich gewissermassen auf eine Reise durch "Raum und Zeit" mitnehmen lassen. Im Grunde genommen kann man sogar behaupten, dass egal wieviel man schon vorher wusste, man immer noch etwas dazu lernt.

Das Buch ist also nichts für jemanden, der von einem Buch einfach nur nett unterhalten werden möchte, sondern für Leser, die mal ein bisschen mehr Herausforderung suchen, sich geschichtlich und wissenschaftlich weiterbilden wollen und sich nicht scheuen, dafür auch einige Zeit zu investieren. Dies ist ganz bewußt keine irgendwie geartete hämische Anspielung auf die Rezensionen, deren Leser nicht so viel Geduld mit diesem Buch hatten. Vielleicht kann diese Rezension helfen, noch mal anzufangen oder weiterzumachen - es lohnt sich.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Barocker Roman der Moderne?, 23. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Quicksilver (Taschenbuch)
Der Roman des Barock - und auch ein barocker Roman, jedenfalls vom Aufbau her. Im wesentlichen wechseln neben einer Einführungsgeschichte, die Anfang des 18. Jahrhunderts spielt, zwei bis drei Erzählstränge einander ab. In diesen wird zeitlich munter hin- und hergesprungen. Einen auch nur halbwegs einheitlichen Handlungsstrang gibt es nicht; der Leser muß sich damit zufriedengeben, daß vieles passiert und nichts geschieht. Denn es gibt kein erkennbares Ziel, keine Spannung im klassischen Sinne.

Wer daran Freude hat, immer neue Ideen und Gedankensprünge zu teilen, der wird in diesem Buch Erfüllung finden.

Es erübrigt sich, den Inhalt kurz zusammenzufassen, da der Roman letztlich keine Geschichte erzählt, sondern den Leser durch scheinbar willkürlich geöffnete und geschlossene Schaufenster dem Leben einiger Personen in ihrem geschichtlichen Zusammenhang zusehen läßt.

Dennoch ist der Roman fesselnd, denn man erwartet immer wieder besondere Ereignisse, die "Wende", in der die einzelnen Bilder zu einem Mosaik, das als ganzes ein Bild erkennen läßt, zusammengesetzt werden. Und wenn man über die einzelnen Abschnitte nachdenkt, erkennt man, daß genau das geschieht: Die verschiedenen Ereignisse lassen den Leser so in die Welt des ausgehenden 17. Jahrhunderts eintauchen, daß die blinden Stellen zwischen den einzelnen, angesprochenen Punkten vom eigenen Denken ausgefüllt werden.

Oder, um es mathematisch auszudrücken: Stephenson setzt in einer Ebene Punkte, die er dem Leser mitteilt. Die Verbindung zwischen den Punkten, die geometrische Formen und damit Kalküle ergibt, muß der Leser selbst ziehen. Überhaupt spielen die Mathematik und Logik eine große Rolle im Buch. Die vier großen Disziplinen Mathematik, Philosophie, Medizin und Theologie werden durch die Hauptpersonen aus verschiedenen Blickwinkeln mit Leben erfüllt.

Wer das Werk nicht nur durchliest, sondern durchdenkt, wird feststellen, daß es nach logisch-philosophischen Gesetzmäßigkeiten aufgebaut ist, die seine Hauptpersonen entdecken und anwenden. Das Fazit einer Beurteilung muß sein, daß hier Stil und Inhalt sich zu einer Art Gesamtaussage vereinigen.

Die Übersetzung dieses Werks muß schwierig gewesen sein, ist aber gut gelungen, vor allem grammatisch richtig und sticht sehr wohltuend aus der langen Liste moderner Fehlübersetzungen heraus. Nur einige wenige Ausdrücke werden zu sehr im Englischen belassen statt in deutsche Sprachbilder überführt zu werden, so "gefriert" z.B. einer Person das Blut in den Adern - "blood running cold" bedeutet aber, daß es gerinnt, der deutsche Ausdruck also eher "ihm stockt das Blut in den Adern". So mißfällt mir auch der deutsche Titel - warum heißt das Buch nicht "Quecksilber"? Aber das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und tut dem hervorragend geschriebenen, übersetzten und ungewöhnlichen Roman keinen Abbruch.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mit Einschränkungen faszinierend, 31. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Quicksilver (Taschenbuch)
Erstaunlich. Stephenson schafft es auf über 1100 Seiten, das Ende des 17. Jahrhunderts sehr spannend und unterhaltsam zu beschreiben, ohne eine Handlung zu haben. Die Handlung IST das Barock. Anhand von 3 mehr oder weniger voneinander unabhängig agierenden Personen wird die Entwicklung der Naturwissenschaften, aber auch die europäische Politik mit allen Kriegen und Intrigen beschrieben.

Die Erzählung wird in 3 Bücher aufgeteilt.

Buch 1 erzählt vom Leben des jungen Daniel Waterhouse, seinem Studium zusammen mit Isaac Newton und seinem späteren Wirken in der Royal Society. Dies ist chronologisch aufgebaut, aber nicht wirklich zusammenhängend. Das ganze kommt ziemlich unaufgeregt und gemütlich daher, teilweise auch witzig, aber immer unspannend und trotzdem sehr unterhaltsam.
Hier geht es vor allem um die Wissenschaft. Erste Kontakte zur Politik werden aber schon geknüpft.
Zwischendurch wird immer mal wieder eine Parallelhandlung eingeführt, die ca. 40 Jahre später spielt und die Rückkehr Daniels nach Europa beschreibt.

Buch 2 erzählt dann die Abenteuer von Jack und Eliza, die auf ihrer Reise quer durch Europa alle möglichen Abenteuer bestehen müssen. Die Reise beginnt in Wien, führt dann über das Erzgebirge, Leipzig, den Harz bis nach Amsterdam. Dieses Buch ist ein Abenteuerroman und ist der flüssigste der drei Teile. Zentraler Bestandteil ist hier das Geldanlegen und Geldverdienen. Die Börsen sind gerade erst im Entstehen.

Buch 3 erzählt hauptsächlich von Eliza als Vermögensverwalterin, als Spionin und als Teil der Gesellschaft in Versailles. Hauptthema ist hier die Politik. Dieser Teil besteht sowohl aus normalen Kapiteln als auch aus vielen Rückblicken in Briefform. Weite Teile der Handlung sind nur zu erahnen bzw. im Geschichtsbuch zu finden. Wikipedia ist beim Lesen eine große Hilfe! Dieser Teil ist leider etwas wirr und hier wird der Lesespaß getrübt.

Insgesamt ein unterhaltsames, intelligentes aber auch anstrengendes Buch. Man lernt vieles über die europäische Geschichte, was man aus seiner Schulzeit vergessen hat :-)
Genial ist die Verknüpfung zwischen echten und fiktiven Figuren. Im Anhang ist aber erklärt, wer erfunden ist und wer nicht.
Die Verbindungen und Parallelen zu den Protagonisten in Cryptonomicon ist eher als ein Scherz des Autors zu sehen. Inhaltlich haben die Bücher nichts gemeinsam.

Vorsicht: Das Buch hat einige offene Erzählstränge, so daß man Confusion wohl auch lesen muß!!

Empfehlenswert ist das Buch allemal, die 4 Sterne habe ich aufgrund des anstrengenden dritten Teils gegeben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Historienroman auf intellektuellem Niveau, 27. Juni 2007
Von 
Stephan Eichenlaub (Mandelbachtal-Ommersheim, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Quicksilver (Taschenbuch)
Wer sich bei Noah Gordons "Der Medicus" und ähnlichen Büchern über das interessante Szenario gefreut und die langweilige, zur Simplizität neigende Ausführung geärgert hat, ist bei Neil Stephenson genau richtig: Diese Trilogie ist erneut ein Meisterwerk Stephensons, vermittelt Hintergründe über den Beginn der Aufklärung und der Politik und Geschichte drumherum, vermischt Abenteuer und Absurdität.

Ja, er schreibt manchmal weitschweifig. Ja, man glaubt manchmal: Das ginge doch auch flotter. Aber wenn dann wieder einmal verschiedene Handlungsstränge aufeinander prallen und in einem mal grotesken, mal intellektuellen, mal einfach nur spannenden Feuerwerk kulminieren - das ist unerreicht, das kann in dieser Form und Intensität nur Neil Stephenson.

Abstriche (und damit nur 4 Punkte) gibt's für die deutsche Übersetzung! Ich habe den ersten Band aus Versehen in Deutsch und die folgenden in Englisch bestellt und gelesen: Viel vom stilistischen Flair Stephensons geht in der deutschen Übersetzung verloren.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht einfach aber lohnend, 4. März 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Quicksilver (Taschenbuch)
Was macht eine gute Geschichte aus? Authentischer Hintergrund, packender Schreibstil und dann möglichst gesicherte historische Fakten aus unterschiedlichsten Gebieten und erfundene Ideen wild zusammenrühren. Damit hat Eco beim "Pendel" und der "Rose" Erfolg, und ich hoffe dass Stephenson das gleiche bevorsteht - das Zeug dazu hat er.

Klar, eine Geschichte aus 3 x ca. 800 Seiten verlangt dem Leser schon etwas ab, aber es lohnt sich. Entgegen anderen Rezensenten bin ich überhaupt nicht der Meinung, man müsste mindestens drei Studiengänge belegt haben, um die Handlung verfolgen zu können. Zwar kommt man in so einem Mammutschmöker immer mal wieder an den Punkt, irgendetwas nicht zu kapieren, aber das tut der Geschichte nicht zwingend einen Abbruch. Und das Problem, sich im Laufe des Werks nicht alle Einzelheiten merken zu können, stellt sich bei dieser Grössenordnung immer (versucht mal, die Stammbäume des "Silmarillon" zu behalten). Natürlich kann man sich vorher über den historischen, naturwissenschaftlichen und philosophischen Hintergrund informieren, aber ich persönlich wollte dieses Buch lesen, und nicht 10 andere. Wenn man dann hinterher nicht weiss, was historisch belegt und was erfunden ist - was solls? Das kann ich bei anderen Autoren auch nicht auseinanderhalten. Ich will schließlich unterhalten werden und keinen Bildungsurlaub machen.

Also, Schluss mit dem blöden Gequatsche und ausprobieren.

Mein Tipp:

Telefon, Handy und Türklingel ausstellen, Packung Kekse und O-Saft paratmachen, Kuscheldecke raus und LESEN.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartig lang, aber auch einzigartig gut!, 6. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Quicksilver: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich denke die Rezensionen, die dem Buch ausschweifende Längen und Langweiligkeit bescheinigen haben Recht, diejenigen, die es als interessant und unbedingt lesenswert einstuften, haben auch absolut Recht. Nicht, dass ich mich nicht entscheiden kann, nein! Man muss aber immer beachten, mit welchen Erwartungen man an ein Buch mit mehr als 1000 Seiten geht. Immerhin einem Buch von drei Bänden, deren Ziel es ist, eine Epoche zu beschreiben, in der Naturphilosophie auf aufstrebenden Kapitalismus sowie die Auseinandersetzung der Religionen und die Machtansprüche selbstherrlicher Könige trifft. (Robert Merle brauchte allein für Frankreich weit mehr als 10 Bände, zugegebenermaßen nicht ganz so langen Bänden.)

Was dieses Buch auszeichnet ist die intelligente Darstellung verschiedener Handlungsstränge in Bezug auf die handelnden Personen. Da spielt Eliza eine Hauptrolle, aber nicht immer direkt, sondern u. a. in Form der "Übersetzung" ihres Tagebuchs durch einen Kryptographen. Da werden zufällige Begebenheiten inszeniert, um Personen ein- und zusammenzuführen. Was nicht gerechtfertigt ist, ist der Vorwurf, dass einzelne Handlungsstränge nicht zusammengeführt werden - es kommt ja noch was, also sollte man sich in Geduld üben, auch wenn ich ehrlich zugebe, auch ich würde zu gerne sofort weiterlesen wollen.

Was mir aber wichtig ist darzustellen - weshalb ich hier diese Rezension schreibe - ist der Witz. So intelligenten Humor habe ich selten in einem Buch gefunden, man muss ihn allerdings auch manchmal suchen. Soll heißen, man muss sich mit den Personen und der Zeit mitunter etwas auskennen. Hilfreich dazu ist auf jeden Fall ein bisschen zu recherchieren. Ich hoffe, dass dieser Witz in den kommenden Bänden genauso zu finden sein wird und durch die Übersetzung erhalten bleibt.

Kurz gesagt - kaufen, damit man fertig ist, wenn der nächste Band erscheint!
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Quicksilver
Quicksilver von Neal Stephenson (Taschenbuch - 18. April 2006)
EUR 13,00
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