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Kundenrezensionen

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Wie konnte aus Frank Lehmann schließlich und endlich Herr Lehmann werden? Diese Frage beantwortet Sven Regener in "Neue Vahr Süd", der neun Jahre vor seinem viel gelobten Debütroman "Herr Lehmann" spielt. Und um es gleich vorweg gesagt zu haben: "Neue Vahr Süd" ist noch um einiges besser als sein schon überzeugender Vorgänger!

Frank Lehmann muss zum Bund, da er vergessen hat zu verweigern. Und was er da erlebt, ist zum Schreien komisch. Frank, der eine einzige Verkörperung von Lethargie und Ziellosigkeit darstellt, sieht sich plötzlich mit Menschen konfrontiert, die ihn wegen jeder Nichtigkeit anschreien. Und damit nicht genug. Nach einem kleinen Streit mit seinen Eltern, zieht er in eine WG, die chaotischer nicht sein könnte. Und dann sind da ja auch noch Birgit und Sibille...

Ich war zwar nie beim Bund, aber trotzdem sind die Erlebnisse des schludrigen Melancholikers beim Militär an Humor und Wortwitz auch für Zivilisten nicht zu übertreffen. Ebenso seine WG-Erfahrungen mit seinen absolut verplanten Mitbewohnern, die, außer Saufen und Kiffen, munter die Weltrevolution betreiben.

Und doch liegt die Stärke des Romans in der tiefen Melancholie, die zwischen der offensichtlichen Heiterkeit zum Vorschein kommt. Im Roman wimmelt es nur so von gescheiterten Existenzen. Es gibt nicht einen glücklichen und zufriedenen Menschen. Ziellosigkeit, Trauer, Depressionen und gescheiterte Lebensentwürfe verbinden die Charaktere mit Frank Lehmann an ihrer Spitze.

Fazit: Dreimal so lang und dreimal so gut wie "Herr Lehmann". Ein Roman zum Lachen, zum Trauern und zum Nachdenken.
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am 26. November 2004
...und zwar ganz in Ruhe, denn das ist fast schon die Kernsaussage von "Neue Vahr Süd". Ohne ein wenig über das Geschriebene nachzudenken, kommt man auch nicht weit, denn der junge "Herr Lehmann" scheint in seiner wilden Jugend als Pionier und WGler noch komplizierter gewesen zu sein als in seiner Berliner Kneipierszeit.
"Neue Vahr Süd" ist ein intelligentes Buch, Sven Regener begegnet dem Leben mit den nötigen Prisen Ironie, Ernst, Misstrauen und dem inneren Wunsch, all das, was man bereits gelesen und verstanden zu haben gedacht hatte, nochmals auf den Prüfstand zu stellen.
Ich will weder behaupten, dass "Herr Lehmann" besser noch schlechter war, als "Neue Vahr Süd". Aber es ist anders und das macht gerade den Reiz beim Lesen aus. Vieles kommt einen bekannt vor und bei manchen denkt man sich, wo es wohl in Lehmanns späteren Leben geblieben sein mag, was natürlich am Ende des Buches auf Regenersche Art "aufgeklärt" wird...
Es war ein Spaß "Neue Vahr Süd" zu lesen und wenn man damit durch ist, hat man zwei Möglichkeiten: entweder man liest "Herr Lehmann" direkt nochmal hinterher; oder aber man denkt mal in Ruhe nach über alles, denn sonst könnte man sich noch in das Buch verlieben und das gibt am Ende wieder nur Ärger...
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am 20. April 2016
Regener fängt das Zeitgefühl junger Erwachsener (männlich) in den frühen 1980er-Jahren recht gut ein und schreibt damit einen sehr unterhaltsamen Zeitroman. Sein Protagonist Frank Lehmann wird zur Bundeswehr eingezogen und verlebt dort in der Ausbildungskompanie einer Pioniereinheit zuerst die üblichen Drangsale einer Grundausbildung und später die laxe Routine einer Versorgungseinheit. Viele seiner Bekannten bewegen sich am Rande der linken ML-Szene (KBW) und reagieren mit Unverständnis (Warum hat er verschlampt zu verweigern?) und Anerkennung (Politische Arbeit beim "Bund"). Das Letztere aber nicht ernsthaft, da er das weder beabsichtigt noch seine Freunde das wirklich erwarten.
Frank zieht bei seinen Eltern aus, die sein Zimmer sofort nach seiner Einberufung anderweitig nutzen und anscheinend schon lange auf sein Ausziehen warteten, und in eine chaotische WG ein, deren Bewohner sich in einem ständigen Kleinkrieg befinden und dabei die Wohnung ruinieren. Er verliebt sich, aber das läuft nicht so richtig. Auch seine nun versuchte Verweigerung scheitert. Monate später simuliert er einen Selbstmordversuch und wird als untauglich entlassen. Die WG hat sich aufgelöst, da das Gesundheitsamt die Wohnung gesperrt hat. Frank - ohne Wohnung, Arbeit und Freundin - verlässt am Ende Bremen, um zu seinem Bruder nach Berlin zu fahren. Ob dieser ein geordneteres Leben führt als er selbst ist höchst ungewiss. Auch Frank selbst schleppt seine Vergangenheit in Form seines ehemaligen WG-Genossen, dem Punk "Wolle", mit
Das Buch lebt durch seine zahlreichen skurrilen Dialoge, die teilweise Loriot'sche Qualität erreichen.
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am 2. August 2012
Komischer Buchtitel: Der Bremer Stadtteil, aus dem Frank Lehmann stammt, spielt für den Roman eigentlich keine Rolle. Frank muss nach der Lehre zum Bund, weil er "vergessen" hat zu verweigern. Sein Vater schmeißt ihn zuhause raus; er benötigt Franks Zimmer als Bastelraum. So landet Frank im Durchgangszimmer der neuen WG seines "Freundes" Martin Klapp, für 100 Mark im Monat. In der Kaserne wird nur rumgebrüllt und abends viel gesoffen. In der WG geht es chaotisch zu, alles versifft und verdreckt in kurzer Zeit. Die Sprache, in der Sven Regener schreibt, besteht aus 80er Jahre Sprech und zahllosen Wiederholungen, das nervt die ersten 100 Seiten ungemein, aber irgendwann hatte ich mich daran gewöhnt. Die Menschen in dieser Geschichte sprechen halt so: hören einander nicht zu, sagen alles vier, fünf, sechsmal, legen jedes Wort auf die Goldwaage, sind immer schnell gereizt und auf 180. Es erscheint alles irgendwie beliebig, auch die Liebesgeschichte mit Sibille, die dann doch keine Liebesgeschichte ist. Man weiß nicht, was sie an Frank findet, aber irgendwie passt das: man könnte ja mal, vielleicht, oder auch nicht, ist ja auch egal.

Ich fühlte mich beim Lesen in die eigene Jugend als Student in Göttingen Anfang der 80er Jahre zurückversetzt, da gab es solche Typen wie die hier im Roman, irgendwie waren viele meiner Bekannten so drauf wie die Kumpels, denen Frank in Bremen und in seiner Kaserne begegnet: unbestimmt, ziellos, Hauptsache dagegen, erstmal ein Bier trinken, oder einen Rotwein. Mir hat der Roman in den ersten Kapiteln gar nicht gefallen: Dieser angsteinflößende Schlägertyp Harry! Diese peinliche Autofahrt mit Sibille! Dieses sich im Kreis drehende Abschiedsgespräch mit den Eltern! Aber nach und nach übte Regeners Roman einen Sog auf mich aus, alles sehr authentisch, realitätsnah, eine Zeitreise in die 80er Jahre, lesenswert, vier Sterne.
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Herr Lehmann ist zurück. Überrascht vom sensationellen Erfolg seines Romanerstlings beginnt Sven Regener nun die biografischen Lücken von Frank Lehmann zu schliessen. Aber die Lehmannliebhaber erfahren nicht, wie es weitergeht, sondern was voranging. Soeben seine Lehre als Speditionskaufmann abgeschlossen, spediert es unseren norddeutschen Helden aus dem Elternhaus in eine chaotische Wohngemeinschaft und eine surreale Bundeswehr hinein. Wie in einem Ping-Pong-Spiel fliegen dem Leser die Bälle mal aus der militärischen Ecke um die Ohren, mal aus der klugscheisserischen, abgefackten und irgendwie trotzdem liebvollen, wo sich Lehmanns Freunde und Schulkameraden zurückgezogen haben. Ein Jahr im Leben Lehmanns, ein Jahr im Leben einer Republik, die ziemlich orientierungslos im Wertemeer treibt. Nach 581 Seiten geht's dann nach Berlin.
Halten Publikum und Autor durch, erwarten uns noch einige Lehmannbücher. Und hoffentlich auch Lehmannfilme. Denn das war merkwürdig während der Lektüre, ich sass irgendwie immer im Kino. Sven Regener ist bekanntlich Sänger und Texter der Band Element of Crime. Ist er auch ein verkappter Drehbuchschreiber? Immer wieder hatte ich das Gefühl, er schreibe mehr aus dieser Haltung heraus und opfere ihr zuliebe einen grossen Entwicklungsroman. Auch wenn Lehmann seine Bundeswehrkarriere durch Verweigerung abbrach, haben ihn die Tage in dieser eigentümlichen Welt nochmals geprägt und letztlich vom eigenen Umfeld entfremdet. Diese subtilen Mechanismen begreift wohl nur, wer das Tam-Tam selber mitgemacht hat. Jedenfalls wunderte ich mich bis zur letzten Seite über die Parallelen zu meinen eigenen Erfahrungen. Und die machte ich in der Schweizerarmee. Eine Armee mit anderer Vergangenheit, anderer Struktur, anderem Selbstverständnis. Aber jede der kleinen Filmsequenzen kam mir bekannt vor. Was macht es aus? Sind militärische Episoden Ausdruck von universellen Mustern? Und was ist das Faszinierende an ihnen? Nicht dass ich belehrende Romane liebe. Aber irgendwie verpasste es Regener eben doch, auf der Plattform des Absurden dem allgemein Menschlichen zu einem Auftritt zu verhelfen. Weil er sich im Zweifelsfall auf die Seite des Humorigen schlug? Weil er sich zu wenig um die Nebenfiguren kümmerte? Weil er die Umschlagpunkte vom Komischen zum Tragischen manchmal verpasste?

In einer Spiegelbesprechung heisst es: Als hätten sich die Pickwicker und Gregor Samsa getroffen, um eine Party mit Gustav Gans zu feiern." Ein tolles Bild. Auch weil es auf den Punkt bringt, weshalb Regeners Roman Unterhaltung vom feinsten, aber keine grosse Literatur ist. Denn Lehmann ist kein Held mit den Eigenschaften eines überzeitlichen Prototyps. Er bleibt eine sympathische Mischform, ein kleiner Alltagsheld mit wachen Gedanken, tapsig, eigen und zum Liebhaben. Regener kann schreiben, keine Frage. Mit faszinierender Leichtigkeit setzt er Worte, die aus einem stinklangweiligen Satzgebilde ein Ereignis machen, sich in die Köpfe fressen, sie explodieren lassen, Beklemmung hervorrufen, deutsche Heiterkeit mit englischem Humor verbinden. Geht Lehmanns Geschichte weiter, bin ich jedenfalls wieder dabei. Und auf den Film freue ich mich jetzt schon.
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Wie erging es Frank Lehmann eigentlich, bevor er nach Berlin-Kreuzberg kam, dreißig Lenze und »Herr Lehmann« wurde? Er wuchs in der Provinz auf, genauer gesagt in einem scheußlichen Stadtteil von Bremen, der jetzt auch als Titel auf einem großartigen Roman prangt: Neue Vahr Süd.

Frank lebt noch bei den Eltern, als die Bundeswehr nach ihm ruft. Von Natur aus ein wenig verlangsamt, vergisst er, obwohl er eigentlich nicht zum Bund will, zu verweigern. Er wird trotz Tricks und Täuschungsversuchen eingezogen und singt bald den öden Blues der Grundausbildung, in der die jungen »Schnüffel« von kaputten Kommissköppen geschunden werden.

Sein Glück im Unglück ist, dass er in Bremen stationiert bleibt, so kann er zum Wochenende seine Freunde sehen und sich auch um die chaotische Wohngemeinschaft kümmern, in die er mittlerweile eingezogen ist. Irgendwie will er dann doch noch verweigern, scheitert dabei aber an den Clowns, die sein Gewissen 'prüfen' sollen. Also kriecht er weiter durch den Schlamm. Nur das »feierliche Gelöbnis« will er auf keinen Fall mitmachen, und so kommt es zu einem herrlichen Showdown, der derartig anschaulich und detailreich geschildert wird, dass es eigentlich schade ist, dass schließlich die Akte des Rekruten Lehmann aus den schlammigen Tiefen der Bundesbürokratie auftaucht und ihn leider, leider, leider für untauglich erklärt.

Es hätte doch noch so wundervoll weiter gehen können, lieber Frank, und nun musst du nach Berlin, um Herr Lehmann zu werden. Da liest man das Buch am besten gleich ein zweites Mal!
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am 8. Januar 2005
Was hab ich gelacht. Ein wunderbares Buch. Glänzend geschriebene Dialoge. Und die Situationen beim Bund, in der WG, besoffen auf Parties, Gespräche am elterlichen Mittagstisch, genau so war es doch. Au weia. Ich hatte einen argen Backflash. Ich war zwar nicht so schlagfertig wie Herr Lehmann, und meine Freunde waren nicht so bekloppt wie Herrn Lehmanns seine (obwohl.... wenn ich nachdenke, waren sie genau so bekloppt), aber Sven Regener trifft die 80er Jahre saugut.
Nachdem ich ausgelesen hatte, hab ich drei Tage nix anderes gelesen, weil ich es noch in mir nachhallen lassen wollte. Und das passiert nur etwa alle 5 Jahre mal.
Ich weiss nicht wann er das Buch geschrieben hat, ob er die Verfilmung von Herrn Lehmann mit Christian Ulmen damals schon gesehen hat, aber irgendwie ist das Buch dem Ulmen auf den Leib geschrieben.
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am 20. Mai 2016
Auf Empfehlung eines Kollegen habe ich zu diesem Buch gegriffen. Die kurze Inhaltsangabe fand ich vielversprechend und freute mich daher, als das Buch ankam und ich mit dem Lesen beginnen konnte.
Recht schnell als störend empfand ich den Stil, lange unübersichtliche Sätze zum Beispiel. Hinzu kamen (wie bereits in anderen Rezensionen erwähnt) inhaltslose Dialoge. Mit der Zeit kommen verschiedene Figuren hinzu. Hier tun sich für mich (schwer zu beschreiben wieso ohne zu spoilern) Abgründe auf.
Sicherlich vom Ding her eine nette Idee, die so auch mehr hergegeben hätte bei besserer Umsetzung.
Aber so leider oftmals eine Geduldsprobe und zum Schluss ein Mischgefühl aus Erleichterung, das Buch geschafft zu haben und Enttäuschung.
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am 9. August 2006
Ein wunderbares Buch! Dabei passiert eigentlich nichts wirklich Außergewöhnliches, aber diese lapidare Beschreibung eines (scheinbar) durchschnittlichen Lebens eines jungen Mannes, seiner Kumpels, seiner Zeit beim Bund, eben diese Art des nebenbei Notierens ist das wirklich Außergewöhnliche. Sven Regener beschreibt das Leben dieses erstaunlich gelassenen, manchmal etwas emotionsarm wirkenden Frank Lehmann so fesselnd, daß der Leser das Buch nicht aus der Hand legen kann, und das nur aus purer Lust, das Geschriebene zu lesen. Es ist eines der besten und schönsten Bücher, die ich je gelesen habe. Stellenweise sehr witzig, und so echt....
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am 3. April 2006
Ich danke und liebe Sven Regener für seine Bücher und besonders für die Figur Frank Lehmann. Der trockene Humor des Buches ist genau meiner.
Frank Lehmann ist ein Jedermann, der Anti-Held persönlich. Da wandert er nach der Schule durch die Welt und vergisst spontan das verweigern des Bundeswehrdienstes, obwohl seine Freunde alle aus der linken Szene kommen und strigt gegen jenen, aber so ist nunmal das leben und er stolpert durch dieses, ignorant an großen geschichtlichen Ereignissen vorbei, fast unbemerkt vom Leser. Ein wichtiger Zeit-Roman!!! Lesen
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