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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum kennt in Deutschland niemand Vonnegut?????, 1. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Breakfast of Champions. Frühstück für Helden. Roman (Taschenbuch)
Kurt Vonnegut, hierzulande leider immer noch viel zu wenig bekannt, genießt in den USA schon lange hohe Anerkennung. „Frühstück für Helden" ist eines seiner bekanntesten Bücher. Es handelt sich um eine an einer Rahmenhandlung aufgehängte aggressive Kritik (voll schwarzen Humors!) an der amerikanischen Konsumgesellschaft, nein, an der amerikanischen Gesellschaft insgesamt, nein, an der gesamten Menschheit! Vonnegut hält uns der Spiegel vor, so daß wir über unsere eigenen lächerlichen Existenzen lachen müssen.
Der Held des Buches ist Vonnegut's altbekannter Held Kilgore Trout, ein alternder, drittklassiger Science-Fiction-Schriftsteller, der sich kuriose Geschichten über Außerirdische ausdenkt, die so oder mit geringen Abwandlungen durchaus auf unserer verrückten Erde spielen könnten. Leider blieb Kilgore der kommerzielle Erfolg bisher vorenthalten, denn seine Werke wurden nur in zwielichtigen Porno-Heften veröffentlicht. In „Frühstück für Helden" wird Kilgore zu einem Künstler-Treffen eingeladen, und auf dem Weg dorthin erlebt er allerlei skurrile Sachen. Sein Gegenpart, Dwayne Hoover, ein Autohändler, wird langsam verrückt. Die Geschichte kulminiert in der Begegnung der beiden, in deren Folge schließlich die Katastrophe hereinbricht ...
Vonnegut's Stil ist unnachahnlich: Er nimmt eine äußerst dünne Handlung zum Anlaß, sich über alle möglichen und unmöglichen Facetten der US-Gesellschaft aufzuregen, und sie mit seinem Zynismus und schwarzen Humor lächerlich zu machen. Seine Themen sind Rassismus, Krieg, Gewalt und all die anderen Dinge, über die auch wir uns schon immer aufgeregt haben. Ein sehr unterhaltsames Buch mit wirklich witzigen Zeichnungen des Autors. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial!, 2. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Breakfast of Champions. Frühstück für Helden. Roman (Taschenbuch)
Kilgore Trout, Vonnegut - Lesern wohl bekannt als Verfasser von unzähligen Science Fiction Geschichten, aber trotzdem als Autor den meisten Menschen unbekannt, bekommt von Eliot Rosewater, seinem größten Fan die Einladung zu einem Kulturfestival. Nach langem Zögern entschließt er sich dorthin zu fahren und an dem Festival teilzunehmen, das für ihn einschneidend in seinem Leben sein wird.
Und dann Dwayne Hoover, ein Gebrauchtwagenhändler in Midland City, dessen Leben plötzlich völlig aus der Bahn gerät, der den Sinn des Daseins mit Gewalt finden will und sich in der ihm bekannten Welt nicht mehr zurecht findet.
Und dann noch unzählige andere Nebencharaktere, Wayne Hoover, ein schwarzer Ex-Häftling, der aufgrund seiner Namensähnlichkeit mit Dwayne Hoover einen Job in seinen Geschäften haben will. Oder Rabo Karabekian, der moderne Kunst malt und es versteht, sie zu horrenden Preisen zu verkaufen und den Käufern auch noch weis zu machen, dass sie das Geschäft ihres Leben abgeschlossen haben. Und viele mehr. Unterlegt wird das alles mit akribischen Detailinformationen über Lebensläufe der Personen, Aktivitäten und Talente die sie besitzen, Gebrauch und Aussehen von Kraftfahrzeugen, Abmessungen von menschlichen Körperteilen.
Aber wie soll man Vonnegut rezensieren, der sich an keine Regeln, Vorgaben, Gewohnheiten von Literatur hält? Schließt man aus der Kernaussage des Buches, dann verrät man dem künftigen Leser alles und der Spaß ist dahin. Geht man auf den Inhalt der Geschichte ein, wird man nie jemanden überzeugen können das Buch auch zu lesen. So muss man hoffen, dass immer mehr Leser auf den Geschmack von Vonneguts Büchern kommen, in denen er selbst schaltet und waltet wie er will und dem Leser auf heitere Art vorzeigt, wie nutzlos literarische Kanone sind oder Bestsellerlisten. Vonnegut macht aus der Literatur das, was sie auch sein sollte: der Witz der Sprache, der Spaß am Formulieren mit derselben und den Ideen, die man hat. Deswegen höchste Empfehlungsstufe!
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5.0 von 5 Sternen Plädoyer für und gegen den Wahnsinn!, 16. Juli 2014
Von 
Timo Brandt "Ways are, there you go" (Quickborn) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Breakfast of Champions. Frühstück für Helden. Roman (Taschenbuch)
Wenn ich dazu ansetze Kurt Vonneguts Buch "Breakfast of Champions" als eine Kreuzung zwischen Douglas Adams, Richard Brautigan und Michael Moore (mit einem Schuss Mounty Python) zu bezeichnen, laufe ich natürlich Gefahr, mit einem dieser Namen potenzielle Leser zu vergrämen oder überdosierte Erwartungen zu wecken, die das Buch dann doch nicht im Sinne seiner Vergleichsobjekte erfüllen kann. Dennoch scheint es mir die angemessenste Art zu sein, dieses Buch gleichzeitig zu empfehlen und meine Wertschätzung dafür auszudrücken.

In seinen besten Momenten hat es die brillant Eigenheit und den Zug zum Sinnbildhaften wie eine von den Geschichten aus Per Anhalter durch die Galaxis, es hat in seiner Form und seiner Manier eine große, unterhaltsame Eigenheit, die daherkommt als wäre sie Nachlässigkeit, den Leser aber die ganze Zeit wunderbar in seinen Bann zieht, und einen wohl ausgerichteten Zynismus, der fast immer in Schwarze trifft.

Worum es in diesem Buch geht? Nun, Friedrich Dürrenmatt schrieb einmal, das Rationale am Menschen seien seine Einsichten, das Irrationale, dass er nicht danach handelt. In Vonneguts Kultbuch tut man sich allerdings schon schwer, rationale Einsicht zu finden. Oberflächlich gesehen und aufs Gröbste zusammengefasst ist das Buch eine böse Satire auf den Konsumwahn des Menschen und seine völlige Gleichgültigkeit gegenüber den Zerstörungen und Auswirkungen, die seine Taten mit sich bringen.

Etwas konkreter formuliert, ist es ein aberwitziger, geradezu elegant zwischen Kritik und Parodie balancierender Romanspaß, mit einer schmalen Handlung, vielen gelungenen Abschweifungen und einem großen Lesevergnügen - wollen Sie also dem Irrsinn der Normalität begegnen oder der Normalität des Irrsinns, so lesen sie dieses Buch! Es ist eine satirische Posse voller Anarchie und Weisheit, ein Meilenstein des unterhaltsamen und zugleich ernsten Scherzes - eine wunderbare schräges Plädoyer gegen den Irrsinn.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein absolutes Lieblingsbuch, 30. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Breakfast of Champions. Frühstück für Helden. Roman (Taschenbuch)
"Breakfast of Champions" wurde 1999 mit Bruce Willis und Nick Nolte verfilmt.Der Film war nicht wirklich erfolgreich, und ich habe ihn bisher (bis auf Ausschnitte) auch nicht gesehen, was aber wahrscheinlich für den Genuss von Vonneguts Erzählkunst von Vorteil ist. Denn der Film konzentriert sich grossteils auf die Handlung des Buches, wobei diese wohl am wenigsten zum Erleben dieses grossartigen, grotesken Meisterwerkes beiträgt.Beim Lesen habe ich mich manchmal gefragt, wie man die ganze Gesellschaftskritik und witzigen Zeichnungen in den Kontext eines Hollywood Movies packen will- es geht scheinbar nicht. Wäre so ähnlich, wie wenn man aus einem Kabarettprogramm einen Film machen will, das hat bisher auch nur bei "Indien" richtig gut funktioniert.
Darum unbedingt das Buch lesen,wer vorher den Film sieht verdirbt sich wahrscheinlich die Freude am für mich besten Buch des 20. Jahrhunderts.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Oliver Stone in print, 3. Juli 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Breakfast of Champions. Frühstück für Helden. Roman (Taschenbuch)
Wirklich gut an diesem Roman ist nicht eigentlich die Figur Kilgore Trouts, sondern die Hoovers: Ein sich ständig in miesen Werbespots im Lokalfernsehen prostituierender "self made man"; wird von seinen Mitmenschen auf dieses selbst kultivierte Strahlemann-Image reduziert. Nicht Hoover selbst ist aber das Ziel der Kritik und des Spotts, da er sich über den Aberwitz dieser amerikanischen Kleinstadtverhältnisse bewusst ist. Vielmehr sind es seine Angestellten, die Menschen, die ihn (einen fünftklassigen Autohändler) bewundern als "einen aus ihrer Mitte, der es wirklich geschafft hat", die ihn ihm immer nur den Gewinner aus der (ultraschlechten) Werbung sehen.
Ich finde nicht, dass Vonnegut hier die "ganze Welt" kritisiert, sondern vielmehr eine spezifische Form des "amerikanischen Wahnsinns". Dies ist wohl auch der Grund, warum seine Bücher beim US-Bildungsbürgertum so beliebt sind, in Deutschland aber eher unbekannt. Trotzdem ist Breakfast of Champions auch für Europäer lesenswert, besonders aber für solche mit antiamerikanischer Grundhaltung. Meine Empfehlung: Als "Vonnegut-Eignungstest" erstmal Oliver Stones "U-Turn" ansehen.
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Breakfast of Champions. Frühstück für Helden. Roman
Breakfast of Champions. Frühstück für Helden. Roman von Kurt Vonnegut (Taschenbuch - 1999)
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