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Kundenrezensionen

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am 30. Dezember 2013
Was eindeutig für das Buch spricht: es ist gut lesbar und witzig geschrieben. Dass die Autorin die sogenannten "Helikopter Eltern" kritisiert, gefällt mir auch. In unserer Gesellschaft wird eindeutig zuviel um Einzelkinder herumgetanzt und Mütter werden verunsichert weil hinter jedem nicht pädagogischen Spielzeug, fastfood,hinter jeder Strafpredigt...eine Gefahr der lebenslangen Schädigung lauert, wenn man Fachleuten glaubt.
Ich gebe zu, dass ich einiges anderes gemacht hätte, hätte ich die Ernährungstipps von Frau Druckermann schon vorher gelesen. Nichtsdestotrotz bin ich froh, dass ich dank des österreichischen Karenzsystems zwei Jahre daheim bleiben konnte - meine 2 Töchter haben sich dabei nicht zu Egomaninnen entwickelt- und auf "stichelnde Schwiegermütter" was die Figur der Frau nach der Geburt angeht, kann ich gern verzichten. Die Frage des Gynäkologen nach dem Beckenboden mit den Worten "Ist Monsieur zufrieden?" ist in meinen Augen eine himmelsschreiende Frechheit und Stimmung gegen das Stillen zu machen halte ich für verantwortungslos. Eine Freundin aus Belgien (ähnliches System wie Frankreich) hat nach drei Monaten unter Tränen abstillen müssen, um ihren Arbeitsplatz nicht zu gefährden. Darum beneide ich sie nicht.Schön, frei und voll natürlicher Autorität sind die Französinnen also... ich gestatte es mir, nicht perfekt zu sein, das tut mir gut. Ich messe die Fortschrittlichkeit einer Gesellschaft nicht daran, ab wann die Frauen perfekt gestylt ihr altes Leben zurück nehmen können und ihre Kinder ausgebildeten Fachkräften überlassen. Es hat sich noch niemand vor dem Tod gewünscht, mehr Zeit im Büro und weniger mit den Kindern verbracht zu haben!
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am 20. Mai 2015
Ich halte es mit Aristoteles und der goldenen Mitte. Bei extremen Ansichten und Lebensformen (egal in welche Richtung) kippt die ursprünglich gute Idee ins Negative. Wie der Titel verrät, sieht die Autorin Kinder grundsätzlich als Nervensägen an. Da ihrer Meinung nach französische Kinder nicht nerven, lobt sie die französischen Erziehungsmethoden. Diese sehen das Baby als ein unvollkommenes Wesen mit erheblichen Defiziten (nicht durchschlafen, nicht richtig essen etc.), die um jeden Preis beseitigt werden müssen, damit die Mutter endlich frei von den Bedürfnissen und Ansprüchen des Kindes nur noch auf Ihre eigenen Bedürfnisse schauen kann.
Auch wenn das Buch ein paar nette Ideen beinhaltet, witzig geschrieben ist, sollte man es mit gesundem Menschenverstand lesen und nicht alles ungefiltert übernehmen. Denn so charmant das Buch auch geschrieben ist, ist es sehr einseitig und unkritisch verfasst. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Der wird hier verschwiegen.

Gut finde ich die Beschreibung, den Kindern einen Rahmen (bezgl. Essen, Schlafen und guten Benehmens) vorzugeben, innerhalb derer sie sich aber frei und kreativ bewegen können. Gutes Benehmen ist wichtig, aber ich möchte kein verängstigtes Kind ohne Selbstbewusstsein, das wie ein Hund oder Roboter lustlos nur meine „Befehle“ ausführt. Genauso wenig möchte ich das Gegenteil - einen kreischenden Tyrannen, der vor lauter Verzweiflung so lange weiter macht, bis er endlich (bzw. spätestens von der Gesellschaft) Grenzen gesetzt bekommt. Gut finde ich auch die Ausführungen zur Ernährung (frisch kochen, viel Gemüse und Obst, große Vielfalt anbieten) und den Hinweis, dass man nicht bei jedem Piep des Kindes aufgeschreckt reagieren soll, sondern ein paar Sekunden wartet, um die Frustrationstoleranz zu schulen. Geduld ist im Leben eine sehr wertvolle Eigenschaft und wird das Kind weit bringen (siehe das im Buch beschriebene Marshmallow-Experiment). Wertvoll finde ich auch den Hinweis, dass die französischen Kinder Freiraum zum Spielen und Entdecken haben, ohne dass die Eltern die Kinder gleich zum neuen Einstein oder Mozart machen wollen.

Als äußerst bedenklich empfinde ich dagegen die Grundeinstellung, dass das Kind sich der Mutter so anpassen sollte, damit sie das Leben wie vor der Schwangerschaft weiter führen kann und dass der Mann über dem Kind stehe und die Mutter deshalb lieber für den Mann als für das Kind zur Verfügung stehen soll. Natürlich ist es wichtig, dass die Mutter auch auf ihre eigenen Bedürfnisse achtet und die Partnerschaft weiter gelebt wird. Aber dieses Buch geht anscheinend davon aus, dass es bei den frischgebackenen Müttern nur die topgestylte, akkurat geschminkte sehr dünne und auf High-Heels laufende sexy Mutter und die im Zelt gekleidete ungeschminkte dicke Mutter gibt. Dabei gibt es genug Mütter, die dazwischen einzustufen sind. Man muss nicht drei Monate nach der Geburt wieder superdünn sein und abstillen, nur um die Bedürfnisse des Mannes zu befriedigen. So einen egoistischen Mann würde ich nicht wollen. Wenn französische Kinder so geduldig sind, warum können Sie später als Erwachsene nicht auch den Anfang der Elternschaft geduldig genießen? Welche Angst steckt dahinter? Auch die Aussage, dass die französischen Mütter schon drei Monate nach der Geburt arbeiten gehen müssen, weil ihnen sonst gekündigt wird, verrät die dahinterstehenden Schattenseiten. Da bin ich für die deutsche Version, ein Jahr Elternzeit nehmen zu können, zutiefst dankbar.

Es wird außerdem berichtet, dass die Franzosen Stillen als etwas „Bäurisches“ betrachten und dass es die weibliche Brust entzaubere, weil das Stillen die Brust zu etwas Praktischem und Animalischen degradiert und die französischen Männer sie deshalb nur dann anschauen, wenn es einen sexuellen Hintergrund hat. Ist das denn nicht auch animalisch?
Laut Autorin gehen die Franzosen auch davon aus, dass Muttermilch nur für arme Kinder in Afrika, aber nicht für französische Mütter aus der Mittelschicht eine Rolle spielt und verweist dabei auf die Aussage von einer Journalistin, dass es allen Babys, die Säuglingsnahrung bekommen, gut geht. Noch oberflächlicher geht es kaum. Nicht umsonst empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation, das Kind bis zum ersten Lebensjahr zu stillen. Letztendlich muss jede Frau selbst wissen, ob sie sich mit dem Stillen wohl fühlt. Aber wenn die Männer solch ein Bild von der Frau haben, verwundert es nicht, dass nur die Frauen länger stillen, die von dem Vater des Kindes unterstützt werden. Über die Vorteile des Stillens sollte man sich zumindest mal informiert haben, da es sich hier auch um seelische Nahrung handelt (Urvertrauen, Geborgenheit, Oxytocin-Ausschüttung, Intensität emotionale Bindung etc.).
Auch die Aussage, Kinder soll man nicht loben, wirkt befremdlich. Jeder wird gerne gelobt und in Maßen und an richtiger Stelle kann es das Kind nur stärken. Das Buch ignoriert, dass Kinder verschieden sind, die einen sind sensibler als die anderen und verkraften z.B. zu wenig Körpernähe und zu wenig liebevolle Zuwendung, ständige Fremdbetreuung in Vollzeit etc. schlechter als andere Kinder. Mir fehlt in der Grundaussage des Buches auch die Herzlichkeit. Ich habe viel Spaß mit meinem Baby, wir lachen viel zusammen, wenn ich es an den Füßchen kitzle und wir BEIDE herum albern. Und natürlich soll man das Kind nicht rund um die Uhr bespaßen, aber ein Leben ganz ohne Spaß ist für mich nicht erstrebenswert.
Letztlich muss man sich immer fragen, wie möchte ich, dass meine Familie mit mir umgeht? Und dieses Verhalten lege ich dann auch bei meinem Kind an den Tag.

Wer wirklich verstehen will, was Kinder brauchen, dem kann ich nur das Buch von Herbert Renz-Polster „Kinder verstehen - Born to be wild – Wie die Evolution unsere Kinder prägt“ wärmstens empfehlen. Statt Defizite zu sehen, schaut er darauf, welche Vorteile es einem Baby bringt, zu weinen, nicht durchzuschlafen etc. Dort schildert der vierfache Vater und Kinderarzt, dass Eltern mehr als Rezepte, nämlich ein tiefergehendes Verständnis von der kindlichen Entwicklung benötigen. Unsere Kinder sind so, weil sich diese evolutionsbiologische Strategie der Natur bewährt hat. Hier erfährt man, warum gerade die Babys, auf deren Bedürfnisse man eingeht, früher selbständig und schon in der Schule und im Studium selbstbewusster sind, als die Kinder, die sich bedingungslos ihren Eltern anpassen mussten. Er schreibt, dass der Umgang mit Kindern uns leichter fällt, wenn wir unsere echten Gefühle nicht verbergen und authentisch sind, da Kinder uns Eltern alles abnehmen, was von Herzen kommt.

In diesem Sinne ist das Buch „Warum französische Kinder keine Nervensägen sind“ ein nettes leichtes Buch für einen verregneten Sonntag mit Schmunzelfaktor. Wer wirklich fundiert wissen will, was er seinen Kindern Gutes tun kann, um sie auf dieses Leben vorzubereiten, sollte sich nach anderer Literatur umschauen.
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am 30. März 2015
Ich würde bei Weitem nicht sagen, dass die französische Erziehungsmethode, so wie sie in dem Buch geschildert wurde, PERFEKT ist. Das sagt die Autorin im Übrigen. Sie hat jedoch in meinen Augen absolute Existenzberechtigung. Ich persönlich könnte mich am Wenigsten mit dem restriktiven Umgang mit dem Stillen anfreunden. Im Übrigen ist alles zumindest ein Denkanregung. Mit Abstand am Besten fand ich das Kapitel, in dem es um die Erziehung von Essgewohnheiten geht. Ich finde, dass darin die wirkliche Stärke des Buches liegt. Ich finde es sehr unerfreulich, dass deutsche Kinder oft nur bestimmte Sachen essen und durch die Eltern darin bestärkt werden, dass es fast in jedem Restaurant immer gleiche Kindermenüs gibt . Wenn es um diesen Aspekt der Erziehung geht, so muss man sagen: die Deutschen machen es sich viel leichter als die Franzosen. Ich habe einige Vorschläge (2 Gänge beim Essen) bei uns zu Hause umgesetzt, die Kinder waren begeistert!. Ich musste aber zugeben, dass die Methode mehr Arbeit macht). Überhaupt finde ich die Idee mit dem "Rahmen", den die Eltern vorgeben, sehr gut. Was genauso wichtig ist (und in allen negativen Kommentaren, die ich gelesen habe, keine Erwähnung fand), dass INNERHALB dieses Rahmens die Kinder machen können, was sie wollen. Da ist genug Raum für freie Entfaltung und Kreativität.
Auf der anderen Seite finde ich die bei uns leider noch sehr verbreitete Neigung der Eltern, das Kind zum absoluten Mittelpunkt zu machen, die Wünsche des Kindes über alles andere zu stellen, in ihren Auswirkungen verheerend. Kinder, die in dem Glauben aufwachsen, sie seien der Nabel der Welt und alles hört auf ihr Kommando, mag niemand leiden, außer ihren Eltern. Wenn die Gesellschaft bald nur noch aus solchen Kindern bestehen würde, wäre das ihr Untergang. Daher, finde ich, lohnt es sich auf jeden Fall auf Alternativen zu schauen und das Eine oder das Andere zu übernehmen.
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am 28. Dezember 2013
Selten hat mich ein Buch derart bewegt - deshalb kann ich meine Meinung auch nicht für mich behalten und schreibe diese Rezension. Meine beiden Söhne (2 und 6 Jahre) wachsen so auf, wie ich als Kind aufwuchs: tendenziell eher streng erzogen, aber mit ebenso viel Liebe und Freiheit zum Ausgleich. Wir als Eltern geben den Rahmen vor (hier bringt das Buch also wirklich keine bahnbrechende Neuigkeit) und meine Kinder wissen sehr wohl, zu welchen Punkten eine Null-Toleranz-Politik verfolgt wird und wo wir situativ auch mal die Zügel etwas lockerer lassen. Obwohl die beiden im deutschen Vergleich wohl als "wohlerzogen" gelten, testen sie die ein oder andere Grenze auch gerne mal aus und "nerven" und fordern mich damit. Meine gelegentlichen Klagen darüber und die Spiegel-Rezension veranlassten dann meine Schwiegermutter, mir dieses Buch unter den Weihnachtsbaum zu legen.
Innerhalb der Feiertage habe ich das Buch nun ausgelesen und positives wie negatives zu berichten:
Das Buch hat mir vor Augen geführt, dass unsere Erziehung teilweise sehr "französisch" ist und unsere Strenge in manchen Dingen absolut gerechtfertigt ist. Wie schön. Und darüber hinaus bin ich froh und dankbar, dass wir in vielen Dingen absolut unfranzösisch handeln. Auch wenn meine Kinder nicht auf Zuruf und an jedem Tag gleich "funktionieren" und ich deshalb hin und wieder genervt sein werde.
Nun zu den Punkten, die mich wirklich verärgern: 1. empfinde ich das so hochgelobte Frauenbild als indiskutabel. Jede Frau hat doch bitte 3 Monate nach der Geburt wieder gertenschlank und sexy zu sein, sie sollte voller Freude wieder in den Beruf einsteigen oder doch zumindest an ihrer Selbstverwirklichung arbeiten (dabei stören Kinder nur) und ausserdem auch glücklich und zufrieden über den Umstand sein, dass sie zu 95% für Haushalt und Kinder da sein muss, da die armen Ehemänner das halt einfach nicht so gut können. Fehlt nur noch die Angabe, an wieviel Tagen die Woche sie Sex haben sollte, um diesem Frauenbild zu entsprechen. Ich bin selbst nach beiden Geburten im Eiltempo wieder schlank gewesen (gute Gene), habe im 2. Lebensjahr meiner Kinder wieder begonnen Teilzeit zu arbeiten und studiere nebenbei auch noch. Aber ich tue das für mich, weil ich mich selbst dafür entschieden habe und nicht, weil die Gesellschaft mich sonst als zügellos, fett, faul und geistig unterbelichtet brandmarkt.
2. ärgert mich die Tatsache, dass die Autorin bei Ihrer ganzen Verehrung für die französische Erziehung jegliche kritische Auseinandersetzung mit dem Thema meidet. Mir fehlte die Zukunftsaussicht. So augenscheinlich zufriedene Kinder müssen doch auch im Erwachsenenalter glücklich und zufrieden sein. Und wie ist ihre Beziehung zu den Eltern? Liebevoll und auf Augenhöhe? Anfangs dachte ich noch, dies sei ihrer schwärmerischen Art geschuldet. Dann entdeckte ich in den Fußnoten den Hinweis, dass der Erfinder des Marshmallowexperiments einräumt, dass auch Kinder, die mit 4 Jahren noch keine allzu große Frustrationstoleranz haben, glückliche und erfolgreiche Erwachsene werden können. Mißtrauisch geworden habe ich im Internet gestöbert und war überrascht zu lesen, dass jugendliche bzw. erwachsene Franzosen die Beziehung zu ihren Eltern im Vergleich zu anderen Nationen alles andere als gut bzw. von Liebe geprägt bezeichnen. Und das es vglw. hohe Raten von Depressionen und Burn-Out-Syndrom in Frankreich gibt. Diese kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Erziehung im Erwachsenenalter hat die Autorin komplett unterschlagen.
Die französische Erziehung gründet auf Respekt - von Liebe habe ich wenig gelesen. Oberstes Ziel ist es, die Kinder Teil der Gesellschaft werden zu lassen. Dazu müssen sie erwartungsgemäß funktionieren. Ich drücke es jetzt bewußt übertrieben aus, aber mir fiel gleich der Begriff "Gleichschaltung" ein. Vergleiche mit anderen (z.B. in Schule und Kindergarten) werden nicht zugelassen, und dank ausgeklügelter Benotungssysteme wird es auch quasi unmöglich gemacht, durch gute Leistungen aus der Masse hervorzustechen. Individualität ist auch in der Erziehung scheinbar nicht nötig, alle Maßnahmen funktionieren für alle gleich (für mich kaum nachvollziehbar, denn was bei meinem ersten Sohn wunderbar funktionierte führte bei Sohn Nummer 2 teilweise überhaupt nicht zum annähernd ähnlichen Resultat) Schläge werden toleriert bzw. als notwendiges Übel erachtet, auch wenn sich Kinder untereinander schlagen wird nicht eingegriffen. Am schlimmsten fand ich dann, dass Kinder am besten gar nicht gelobt werden sollten (sonst würden ihre Ansprüche steigen)....
Wer Kinder als notwendiges Übel erachtet, die rund um die Uhr immer gleich gut funktionieren sollten, sollte sich das Buch als Erziehungsbibel unters Kopfkissen legen. Wer seine Kinder zu glücklichen Menschen machen möchte, die zwar in der Lage sind, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, aber mit eigener Meinung, kritischem Blick und dem Selbstvertrauen, mit jeder Situation fertig werden zu können, durchs Leben gehen sollen, der sollte dennoch auf sein Herz hören. Ob man dann zu Hause bleibt oder arbeiten geht - jahrelang stillt oder die Flasche gibt - ein eigenes Kinderzimmer oder ein Familienbett bevorzugt - bleibt jedem selbst überlassen und kann trotzdem - oder gerade deshalb - zu aufgeweckten, freundlichen und rücksichtsvollen Kindern führen.

Nachtrag: In einem Interview mit der Frauenzeitschrift Brigitte gibt die Autorin zu, nicht alle Erkenntnisse auch selbst umzusetzen. Auch empfände sie die in Frankreich herrschende Konformität und den fehlenden Optimismus als eher nicht erstrebenswert. "Franzosen sind nicht unbedingt positive Menschen". Schade, dass dieser kritische Blick in ihrem Werk fehlt - aber dann wäre es wohl auch nicht so ein Reisser und würde sich nicht auf der ganzen Welt so gut verkaufen...
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am 4. August 2014
Nicht mehr zeitgemäß. Die französischen Mütter orientieren sich mittlerweile an den deutschen Müttern.
Sehr lesenswert ist hierzu der Spiegelartikel "Stillender Protest"
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am 3. Dezember 2014
ich habe bisher noch nie eine Rezension geschrieben - bei diesem Buch mache ich eine Ausnahme, da ich mich stellenweise wirklich sehr geärgert habe.
Zunächst das Positive: Frau Druckerman schreibt witzig und unterhaltsam von ihren Erziehungserfahrungen in Frankreich.
Leider vergisst sie, ihr Buch auch als persönlichen Erfahrungsbericht zu deklarieren, sondern gibt dem ganzen einen - aus meiner Sicht - pseudowissenschaftlichen Anstrich mit der Idee, deutschen bzw. amerikanischen Müttern wertvolle Hinweise zu liefern. Eine wirklich neutrale Auseinandersetzung mit dem Thema - also den guten und schädlichen Seiten französischer Erziehung - findet nicht statt. Das halte ich für unseriös und stellenweise auch gefährlich. So gibt es z.B. - wie schon andere Rezensenten bemerkten - keinerlei Auseinandersetzung mit den ERGEBNISSEN der französischen Erziehung. Ich habe einige Jahre in einem mittelständischen französischen Unternehmen gearbeitet und dort auch französische Kunden betreut. Natürlich habe ich dort auch besonders den Umgang der Franzosen mit Autorität erfahren und beobachten können. Freundlich ausgedrückt finde ich diesen Umgang mit Autorität im großen und ganzen nicht erstrebenswert.
Es mag eine gute Idee sein, sich in der Erziehung der eigenen Kinder mit der Frage auseinanderzusetzen, wo die eigenen Grenzen sind, welchen (Erziehungs-)rahmen man seinen Kindern vorgeben möchte und ob die eigenen Bedürfnisse im Rahmen der Möglichkeiten genug Raum haben. Auch die Auseinandersetzung mit dem individuellen Verhältnis zu Autorität halte ich für sehr förderlich. Leider versäumt Frau Druckerman jedoch, ihre verschiedenen Beobachtungen lediglich als Anstoß zur Selbstreflexion zur Verfügung zu stellen und die Leser explizit immer wieder dazu aufzufordern, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen und dann für sich selbst passende Lösungen zu finden. Anstatt dessen wird das französische System weitgehend unkritisch einfach übernommen (was ja auch bei der Autorin nur bedingt klappt - das wird aber auch nicht wirklich reflektiert).
Schade - wieder ein Ratgeber, der Eltern nicht dazu ermutigt, die eigene Haltung in der Erziehung zu reflektieren und vielleicht neue, für die eigene Familie passendere Wege zu erarbeiten. Anstatt dessen bekommen wir wieder einmal mehr oder weniger ein "Rezept" serviert, wie wir es doch ach so einfach haben könnten, wenn wir einfach den Ratschlägen der Autorin folgen und das französische System unreflektiert einfach übernehmen. Ich finde, solche Ratgeber sind in erster Linie dazu geeignet, Eltern noch mehr zu verunsichern, anstatt sie dabei zu unterstützen ein solides Selbstbewusstsein in Sachen Elternschaft zu entwickeln.
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am 11. Januar 2014
Das Buch tut gut! Es entspannt und hilft das Kind ein wenig aus dem Fokus zu rücken und auch mal Frau Frau sein darf!
Wohltuend im Gegensatz zur angloamerikanischen Pädagogikliteratur!
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am 26. August 2015
Das Buch französische Erziehung perfekt. Da mein Freund Franzose ist und wir oft in Frankreich sind, kann ich eigentlich alles was in dem Buch beschrieben wird so unterschreiben. Französische Kinder sind sehr angenehm in einer Gruppe Erwachsener. Sie sind Teil der Familie, nicht der Mittelpunkt. Sie können sich alleine beschäftigen und man kann sie mit in jedes Restaurant nehmen. Ein Erziehungsstil wie in Frankreich erleichtert den Erwachsenen das Leben enorm. Das Buch zeigt, wie man sein Leben mit Kindern so gestaltet kann, dass man nicht unglücklich wird oder sich selbst / seine Partnerschaft aufgeben muss. Das Buch schafft Verständnis und ist eine gute Anleitung dafür, wir Kinder lernen ein Teil der Familie zu werden und zu akzeptieren, dass sie nicht der Mittelpunkt sind.

Das Buch habe ich schon mehrfach weiterempfohlen oder verschenkt.
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am 4. April 2014
Großteils hat die Autorin recht: Gesunder Menschenverstand und faire Grenzen tun jedem Kind gut. Esskultur, ein bisschen Bitte-Danke - auch sehr schön. Wenn französische Erziehung das leistet, haben die Franzosen wohl recht. Die Erfahrung, dass alle um einen herumtanzen, verdirbt die Menschen - darunter auch viele deutsche Kinder.

Dennoch muss ich die allzu schwärmerische Darstellung Pariser Erziehung hinterfragen. Ein Kind zeugen, austragen und gebären, es sogleich mühsam entwöhnen, um es tags in die kommunale Krippe zu bringen und abends flugs ins - eigene - Zimmer: Wozu der Stress? Für die anderthalb Stunden Gesellschaft am Tag kann man doch auch ein Wellensittich halten? Keine Cellulite; die Salatwochen danach und das nervige Beckenbodentraining hat man sich auch gespart. Sind wirklich alle Französinnen ach so glücklich, wenn sie nach drei Monaten auf 12-Zentimetern ins Büro zurückstöckeln dürfen, abends noch schnell eine Artischockencreme auf den Tisch zaubern, um sich dann "bereit zu machen für die Liebe"?

Wenn all dem wirklich so ist, haben die Franzosen wohl auch hier recht. Nur will ich dann keine Französin sein... und erst recht nicht deren Kind.

Ist es nicht vielmehr das Erbe der Französischen Revolution, dass selbst den Kleinsten schon der Staat die mütterliche Brust (oder meinetwegen Flasche) ersetzt? Wenn aber alle Franzosen so konsequent und gesellschaftstauglich erzogen sind - müsste dann nicht Frankreich den erfolgreichsten und effektivsten Staat überhaupt hervorbringen? Woran hapert es dann, Frau Druckerman? Ein wenig mehr Erklärung hätte ich mir hier gewünscht.

Von Frankreich kann man sicher lernen. Wenn auch nicht ohne eine gewisse Wertschätzung der eigenen Errungenschaften und auch nicht ohne jegliches Hinterfragen.
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am 3. Januar 2014
...die französischen Kinder sind deshalb nie nervenauftreibend, weil sie laufend Ohrfeigen bekommen... Es musste sogar Kampagne der “Fondation pour l'Enfance” ins Leben gerufen werden. "Der tagesanzeiger schreibt, 85 % der französischen Eltern hätten ihrem Kind schon eine Ohrfeige gegeben." "Französische Eltern verteidigen sich gar nicht erst, ihnen rutsche ab und zu die Hand aus – sie wenden die Ohrfeige bewusst als Erziehungsmethode an. Dabei berufen sie sich auf den gesunden Menschenverstand, laut dem eine Schelle oft mehr als langes Zureden wirke." Was für eine Entwürdigung der Kinder!
"In einer Spontanumfrage der Zeitung «Figaro» sprachen sich 92 Prozent der Franzosen gegen ein Gesetzesverbot aus. Das Hauptargument lautet, zur «gifle» (Ohrfeige) gebe es oft keine Alternative."

Diese Lobhudelei im Buch (Schätzen des guten Essens, blablabla) einfach unerträglich, wenn man Erwachsene kennen lernt, die an Folgen dieser Erziehungsmethoden (in allerbesten Familien wohl gemerkt, wie Ärzte und Anwälte) immer noch leiden.
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