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4,2 von 5 Sternen
Die Hüterin der Krone: Historischer Roman
Format: TaschenbuchÄndern
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. März 2015
Man muss Mrs. Chadwick zugute halten, dass nicht zuviel Schleim vom e-Reader tropft.
Danke dafür.
Problem dieses Buches: Einen großen Teil nehmen nun mal sechs Jahre Bürgerkrieg ein - es liegt in der Natur der Sache, dass so etwas nun einmal aus Scharmützeln und Scharmützelchen besteht - *Gähn*.
Vielleicht wäre es erzählerisch sinnvoller gewesen, den Roman aus der Rückschau der Königinmutter, deren Sohn den Thron erfolgreich für sich beansprucht hat, zu schreiben - - dan hätte man nur die Höhepunkte eines spannenden Lebens erwähnen müssen. Die lineare und etwas simple Echzeit-Erzählperspektive läßt das natürlich nicht zu.
Nicht sehr gelungen ist die Person Adelheid von Löwen - zu wenig Abstand der Autorin, wo man doch tatsächlich das Gefühl hat, sich identifiziere sich mit einer so angepassten Frau.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 19. Juli 2013
Elizabeth Chadwick ist hier ein interessanter historisch verbürgter Roman, der den Kampf um die Krone in England des 12. Jarhunderts nach dem Tod Henry I. schildert, gelungen.

Matilda, Tochter Henry I., kehrt nach dem Tod ihres Mannes dem Kaiser aus Deutschland zurück nach England. Hier lernt sie die Frau ihres Vaters, die nur wenig älter als sie und nun ihre Stiefmutter ist, kennen. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine enge Verbundenheit. Da die Königin Adeliza ihrem Mann keine Kinder schenkt, will Henry I. den Machterhalt sichern und verheiratet seine Tochter Matilda zum Zeugen eines Thronerben mit dem noch nicht einmal vierzehnjährigen Geoffrey. Die beiden Frauen müssen sich trennen als Matilda nach Anjou zu ihrem Mann reist. Nach dem Tod Henry I. beginnt der Kampf um die Krone, die sich König Stephen in Abwesenheit Matildas gesichert hat. Aber Matilda will die rechtmäßig ihr zustehende Krone und damit die Macht für ihren Sohn, dem späteren Henry II., zurück erobern. Auch Adeliza findet nach dem Tod ihres Mannes Henry I. noch einmal ein großes Glück und heiratet Will, einen treuen Anhänger Stephens, mit dem sie auch Kinder bekommt. Die beiden Frauen gehören nun feindlichen Lagern an und bleiben dennoch eng verbunden.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, da es historische recherchierte Fakten verpackt in eine Geschichte wiedergibt. Das Buch dürfte für jeden interessant sein, der sich für englische Geschichte interessiert. Die Charaktere der einzelnen Protagonisten sind sehr gut herausgearbeitet, der Schreibstil ist flüssig und sachlich. Da es eine historisch verbürgte und keine fiktive Geschichte ist, wird der Kampf um die Krone in vielen Schlachten und Intrigen ausführlich geschildert. Mir war dies mitunter etwas zu trocken, da mich mehr die zwischenmenschlichen Beziehungen interessieren. Dies sind dann auch die Stellen, die mich besonders berühren und Emotionen hervorrufen. Natürlich gab es auch diese Stellen, aber im Verhältnis zur Länge des Buches waren es für mich zu wenige.

Das Buch ist geschichtlich interessant und lesenswert. Ich fand das Machtgerangel mitunter etwas langatmig, aber so war es ebend. Ich vergebe deshalb vier Sterne und eine Leseempfehlung.
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England im 12. Jahrhundert: König Henry I. stirbt ohne seine Nachfolge geregelt zu haben. Um die Krone Englands kämpfen seine Tochter Matilda und sein Neffe Stephen von Bois. Während Matilda noch in der Normandie weilt, lässt sich Stephen zum König salben. Doch Matilda hat den Ehrgeiz ihres Vaters geerbt und kämpft fortan gegen Stephen. Anfangs stehen die Zeichen gut für Matilda, doch dies ändert sich bald. Unterstützung findet sie bei der Königinnenwitwe Adeliza, die mittlerweile wieder geheiratet hat. Doch deren Ehemann steht auf der Seite von König Stephen.

Elisabeth Chadwick beginnt ihre Geschichte von Matilda, die Mutter von Henry II., der mit Eleonora von Aquitanien verheiratet und Vater von Richard Löwenherz und John Ohneland war, mit der Abreise der Kaiserinnenwitwe aus Speyer. Ihr unbarmherziger Vater Henry I. hat große Pläne mit seiner einzigen Tochter, die schon früh mit Kaiser Heinrich V. verheiratet wurde und nach dessen Tod nun mit dem Grafen von Anjou verheiratet und Mutter vieler Kinder werden soll. Ihr Erstgeborener soll Henrys Nachfolger auf Englands Thron werden. Da Henry dank seiner Überheblichkeit keine Gedanken an seine Sterblichkeit verschwendet, hinterlässt er keinen von ihm benannten Thronerben. England sieht sich nun einem jahrelangen Machtkampf um die Krone ausgesetzt.

Matilda wird oft als hartherzig und schroff beschrieben und die ehemalige Kaiserin und Königin des römisch-deutschen Reiches zeigt sich nach außen hin auch so: stolz und unnachgiebig. Aber Elisabeth Chadwick zeigt auch eine liebende Mutter und eine Frau voller Gefühle, die sich ihre Liebe zu einem treuen Verbündeten nicht eingestehen darf. Matilda weiß ganz genau, dass sie in der reinen Männerwelt hart auftreten muss, um als Herrscherin anerkannt zu werden und Verbündete zu gewinnen, die mit ihr gegen Stephen ziehen. Allerdings ist Matilda auch eine sehr temperamentvolle Frau, deren Wutanfälle berüchtigt sind und diese bekommt nicht nur ihr jüngerer Ehemann Geoffrey zu spüren. Aber nicht nur Matilda zeichnet die Autorin äußerst facettenreich. Auch alle weiteren, der nicht gerade wenigen Mitwirkenden, sind detailreich beschrieben, sodass Verwechslungen schnell ausgeschlossen sind.

Der Schwerpunkt der Geschichte liegt klar bei den politischen Machenschaften um die Krone Englands und der Normandie. Hierbei kommt aber auch das Privatleben einzelner Personen nicht zu kurz, wobei Matilda im Fokus steht. Aber auch der Königinnenwitwe Adeliza räumt die Autorin viel Raum ein, welche bereits kurz nach Matildas Rückkehr ihre beste Freundin und Vertraute wird. Bei Mathilda und Adeliza handelt es sich um zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Neben der rebellischen Matilda wirkt die grazile Witwe von Henry I. fast zerbrechlich und äußerst sanftmütig. Adeliza sieht sich als eine Friedensstifterin, die jedoch über einen starken Willen verfügt.

Perfekt verbindet Elisabeth Chadwick im Verlauf ihres Romans historische Fakten und Personen mit fiktiven Geschehnissen und gestaltet dabei einen wendungsreichen, spannenden und sehr unterhaltsamen Roman. Atmosphärisch dicht schildert die Autorin fundiert recherchiert einen Abschnitt im aufregenden und gefährlichen Leben von Matilda und dabei ist ihre Erzählweise gewohnt bildhaft und farbenprächtig. Mühelos gelingt es der Autorin hierdurch, einem die Normandie wie auch England im 12. Jahrhundert vor Augen zu führen.

Fazit: Ein farbenprächtiger, spannender und unterhaltsamer Roman über das Leben einer starken Frau, die für ihren Sohn den Kampf um Englands Krone aufnimmt.
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Matilda; Tochter des englischen Königs Heinrich I.; kehrt nach dem Tod ihres Mannes Heinrich V. zurück in ihre Heimat, denn ihr Vater hat, nachdem Heinrichs Thronerbe; Matildas älterer Bruder starb, sehr ehrgeizige Pläne mit ihr. Er will etwas durchsetzen, was es bis dato in England noch nicht gab- er will Matilda nicht nur geschickt verheiraten, sondern sie soll auch zahlreiche Erben mit ihrem Gatten zeugen, die so Gott will, eines Tages den englischen Thron besteigen werden. Bis die Kinder alt genug für die Königswürde sind, soll Matilda als Heinrichs Nachfolgerin, Königin von England werden und er besteht noch zu seinen Lebzeiten darauf, dass alle Edelmänner und wichtige Gefolgsleute ihr die Lehnstreue schwören.

Doch als Matilda erfährt, dass ihr Vater sie mit einem elf Jahre jüngeren Mann verheiraten will, mit Gottfried (Geoffrey) V. von Anjou, ist sie zunächst entsetzt. Nicht nur der Altersunterschied lässt sie frösteln, auch die Tatsache, dass er im Rang so weit unter ihr steht und sich dazu wie ein prahlerischer Gockel aufführt, sorgt für starke Differenzen zwischen dem mittlerweile frisch gebackenen Ehepaar. Nachdem Matilda, die mit einer äußerst spitzen Zunge gesegnet ist, von ihrem Ehemann bloßgestellt und schwer misshandelt wurde, erklärt Geoffrey zu allem Überfluss auch noch, dass er ihre Ehe nicht weiterzuführen gedenke, was Matildas Wünschen entgegen kommt. Doch ihr Vater besteht darauf, dass das Paar zusammen bleibt und so raufen sich die beiden Kampfhähne nach einer gewissen Zeit wieder zusammen, auch wenn niemals wahre Liebe zwischen ihnen entsteht. Beide verbindet etwas anderes. Ihr Kampf gegen Stephen von Blois, der sich nach dem Tod von Matildas Vater die englische Krone aufgesetzt hat und nun behauptet, dass er der wahre Wunschkandidat von Heinrich I. auf dessen Totenbett gewesen wäre. Matilda muss nun zusammen mit Geoffrey für ihr Recht und das ihrer Söhne kämpfen. Zur Seite stehen ihr anfangs nur eine Handvoll Verbündete; unter anderem ihre fast gleichaltrige, gottesfürchtige, verwitwete Stiefmutter Adeliza…

Meine Zusammenfassung:

Nachdem sich Elizabeth Chadwick in ihren letzten Büchern der Familie von William Marshal dem ersten Earl of Pembroke widmete (sehr empfehlenswert!), stehen in ihrem aktuellen Roman „Die Hüterin der Krone“, diesmal gleich zwei starke Frauen im Fokus des Geschehens. Während Matilda als starke, intelligente und oftmals auch schroffe und engstirnige Persönlichkeit in den Geschichtsbüchern beschrieben wurde, gelingt es der Autorin mit ihrem Roman, eine etwas freundlichere Sicht auf die deutsche Kaiserin und Mutter des englischen Königs Heinrich II. (Vater der Könige Richard Löwenherz und King John) zu ermöglichen; ohne dass die historischen Hintergründe allzu stark verzerrt wurden. Im Gegenteil. Man spürt beim Lesen das fundierte Hintergrundwissen ob der Historie, dass die Autorin sehr anschaulich und trotzdem unterhaltsam zu vermitteln vermag, sehr deutlich.

Ich bin schon seit vielen Jahren ein Fan der Autorin, da ihre Romane sehr viel historisches Kolorit verströmen und selbst Schilderungen von unzähligen Schlachten, taktische Winkelzüge der Herrschenden und Kriegsführungen nie zu einer trockenen, langweiligen Geschichtsstunde verkommen.
Es liegt wohl an der Art und Weise, wie die Autorin ihre Geschichten erzählt und dazu ihren Romanakteuren genügend Tiefe verleiht, so dass man als Leser; vorausgesetzt man hegt ein natürliches Interesse an der englischen Geschichte, nicht anders kann, als gebannt weiter zu lesen. Zumindest mir geht es mit jedem Buch von Elizabeth Chadwick so.

Eine kleine Warnung sollte man jedoch an diejenigen Leser aussprechen, die historische Romane bevorzugen in denen der historische Rahmen nur kurz angerissenes schmückendes Beiwerk ist und lediglich als Vorlage für einen Liebesromanze dient. In Chadwicks Romanen stehen die Historie und eine recht realistische Schilderung der damaligen Umstände, stets im Vordergrund und auch wenn sich in diesen Büchern das ein oder andere Paar findet, sollte man keine rosaroten Wolken, romantisch verklärte Liebeslieder o.ä. erwarten. Auch sind die Protagonisten keine Personen, die man schnell bzw. uneingeschränkt in sein Leserherz schließen kann. Chadwick offenbart sowohl deren Stärken als auch die Schwächen. So sind auch Matilda und Adeliza typische Vertreterinnen ihrer Zeitepoche. Während Matildas Dickköpfigkeit oftmals den Rahmen sprengt, gibt sich Adeliza lieber unterwürfig und freundlich zu jedermann. Sie sieht in jedem nur das Gute und fungiert als Vermittlerin zwischen Matilda und ihrem Mann.

Besonders interessant an „Die Hüterin der Krone“ empfand ich es, wie die Heldinnen dieses Romans versuchen ihre Probleme und Konflikte, jede auf ihre Art zu lösen, ohne sich dabei jemals untreu zu werden.
Etwas schade fand ich es jedoch, dass die Geschichte erst nach dem Tod ihres ersten Mannes beginnt und man nichts über ihre Jugendzeit oder die sicherlich ebenso interessanten Jahre in Deutschland oder Italien an der Seite von Heinrich V. erfährt. Auch ziehen sich die Romanpassagen, die sich mit Matildas Kampf gegen Stephen befassen, ein wenig sehr in die Länge, doch dieser kleine Kritikpunkt, fällt bei meinem sehr guten Gesamteindruck, den ich vom Buch hatte, kaum ins Gewicht.

Fazit: Ein unterhaltsamer historischer Roman, der diese Bezeichnung auch verdient!
4.5 von 5 Punkten. Eine Rezension von Happy End Bücher.de (NG)
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am 16. Juni 2015
Als echter Chadwick - Fan kam ich natürlich auch um diesen Roman nicht rum.
Anfangs war ich ganz gebannt von der Geschichte um die Kaiserin Matilda, die nach dem Tod ihres Mannes aus Deutschland nach England zurück geholt wird. Auch wie ihr Vater Henry I sie nach seinem Gutdünken an den noch sehr jungen Geoffrey von Anjou verheiratet, fand ich noch spannend. Matilda ist entsetzt als sie von ihrem zukünftigen Gemahl, der in ihren Augen noch ein Kind ist, erfährt. Doch die Anziehungskraft zwischen den beiden lässt es ganz schön prickeln. Allerdings ist reine Anziehungskraft alleine zu wenig und so kommt es nach einer bösen Auseinandersetzung auch zum vorläufigen Ende ihrer Ehe. Doch Henry I beschwichtigt die beiden und erwirkt ein weiteres Zusammenleben, um seinem zukünftigen Enkel die Krone zu versprechen.
Doch als Henry I überraschend stirbt, der Enkel für die Herrschaft über England noch zu klein ist und Henrys Neffe Stephan die Krone an sich reißt, kämpft Matilda um England für ihren Sohn.
Die erste Hälfte des Buches hat mich derartig verzaubert, dass ich sofort den nächsten Band "Das Lied der Königin" bestellt habe. Doch kaum war Matilda in England gelandet und ein Kampf nach dem anderen gefochten, fühlte ich mich gelangweilt. Die Geschichte wurde immer langatmiger ohne wirklichem Spannungsbogen. Ehrlich gesagt war ich froh, als die letzte Seite gelesen war und ich die stur köpfige Matilda hinter mir lassen konnte.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. August 2013
Ich habe dieses Buch vor allem deswegen gekauft, weil ich erst vor kurzem meine Abschlussarbeit an der Universität über Mathilde von England und ihren Kampf um den englischen Thron geschrieben habe, und sehen wollte, wie dieses Thema nun in einem Roman umgesetzt wird. Wenn an an Mathilde von England, die Enkelin Wilhelms des Eroberers denkt, dann fällt einem zu ihr ein, dass sie die erste Frau war, die als eigenständige Herrscherin über England hätte herrschen können, jedoch von ihrem Cousin Stephan von Blois übertrumpft und verdrängt wurde und sich nur mithilfe kriegerischer Auseinandersetzungen ihr Recht auf den Thron durchsetzen konnte - auch wenn sie noch vor der Krönung scheiterte und danach niemals wieder eine zweite Chance bekam. Erst ihr Sohn Heinrich II. trat ihr Erbe als König von England an. Mathilde ist eine extrem wichtige Persönlichkeit für die englische Geschichte - betrachtet man den Stammbaum der englischen Könige, so sieht man, dass alles, bis hin zu Elisabeth II., von ihr abhängt. Wäre Mathilde nicht gewesen, so wäre die englische Geschichte anders verlaufen.

Da ich mich während meiner Abschlussarbeit ausgiebig mit den Quellen für diese Zeit beschäftigt habe (etwa Wilhelm von Malmesbury, Ordericus Vitalis und die Gesta Stephani), konnte ich das, was Frau Chadwick schildert, sehr gut nachvollziehen, und alle Ereignisse waren wirklich 1:1 aus den zeitgenössischen Quellen übernommen und in die Geschichte eingebettet worden.Frau Chadwick muss sich also sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt haben, sodass auch kleine Details, etwa die Verletzung Gottfrieds von Anjou am Fuß bei der Belagerung von Le Sap, hier Eingang fanden. In den Quellen wird Mathilde, zumindest von gegnerischer Seite, als extrem unfreundliche, rachsüchtige, hochmütige und grausame Frau beschrieben, die sich jeden zum Feind machte, nachdem sie Stephan 1141 gefangen nehmen konnte und in London einzog, um ihre Krönung vorzubereiten. Dies wird als Grund dafür angeführt, dass sie letztendlich scheiterte und die Krone nie erlangte. Frau Chadwick versucht an diesem Image zu kratzen und stellt Mathilde im Gegensatz zu diesen Schilderungen als möglichst "normale" Frau dar, die zwar natürlich alle Mittel und Wege suchte, um an den ihr zugesprochenen Thron gelangte, aber dennoch nicht so grausam war, wie man sie darstellt. Mich selbst hat ein wenig gestört, dass Chadwick Mathildes barsche Ablehnung, Stephans Sohn Eustach Ländereien seines Vaters zuzusprechen, darauf zurückzuführen ist, dass sie zu dem Zeitpunkt ihre Tage hatte - eine etwas merkwürdige Begründung. Zudem schien mir die Schilderung der Schlacht von Lincoln, die die Machtverhältnisse in England 1141 entscheidend veränderte, etwas knapp. Auch die angedeutete Romanze zwischen Mathilde und Brian fitzCount fand ich etwas befremdlich, zumal ich diese Behauptung auch schon in einer älteren Biographie über Mathilde gefunden habe und sie damals schon merkwürdig fand. Zudem glaube ich nicht, dass Gottfried von Anjou seine Ehefrau zu Beginn der Ehe fast zu Tode geprügelt hat. Die beiden hatten Probleme, weswegen sie sich trennten, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas der Grund dafür war.

Wegen diesen, und auch noch anderen Details, die mir aufgefallen sind, aber vor allem aus meiner wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Thema resultieren, vergebe ich nur 4 von 5 Sternen. Ich hätte mir zudem gewünscht, dass die Geschichte bis 1154, als Heinrich II. den Thron besteigt, zu Ende geführt wird und Mathilde seine Krönung noch miterlebt - das wäre für mich ein, im wahrsten Sinne des Wortes, krönender Abschluss der Geschichte gewesen. Dennoch muss ich sagen, das Frau Chadwick die Geschichte um Mathilde sehr detailreich, spannend und unterhaltsam erzählt, zudem lernt man aus diesem Roman, auch ohne Geschichtsbücher und Quellen zu wälzen, viel über die englische Geschichte des 12. Jahrhunderts.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Oktober 2013
Das Buch ist in einem sehr angenehm und flüssig zu lesendem Schreibstil geschrieben. Ich fühlte mich sofort ins 12. Jahrhundert versetzt und fand es sehr interessant.
Ich habe dem Buch keine 5 Sterne gegeben, weil ich keinen Augenblick das Bedürfnis hatte "vorzulesen" um zu erfahren was weiter geschieht und auch am Ende des Buches nicht traurig gewesen bin, dass ich zum Schluss gekommen bin.
Irgendwie fand ich keinen wirklichen Bezug zu den Figuren des Buches.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Juli 2013
Ich habe dieses Buch in 4 Tagen durch gelesen.
Es beschreibt den Kampf um die Krone von England, zwischen Stephen I. , dem Neffen von Henry I. von England und dessen Tochter Mathilda, der Kaiserin, und Mutter von Henry II. Plantagenet von England.
Ein gut recherchierter historischer Roman von Elisabeth Chadwick, der besonders den Liebhabern englischer Geschichte im Spätmittelalter gefallen dürfte.
Ich vergebe 5 Sterne
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. August 2013
Ich habe schon Romane von dieser Autorin gelesen die für mich besser geschrieben waren. Die Hauptdarstellerein ( die Kaiserin ) ist etwas oberflächlich dargestellt, ich kann keinen richtigen Bezug zu Ihr finden. Beim Lesen beschlich mich die Empfindung - nur schnell einen Roman auf den Markt gebracht und damit ist gut. Es gibt einige Autoren ( z.B. Rebecca Gablè ) für die Recherchen wirklich Recherchen sind und das spürt man auch in den entprechenden Romanen. Ich bin etwas enttäuscht. Für ein kurzes Lesevergnügen jedoch recht ansprechend.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Mai 2014
Diese Buch beschreibt anschaulich eine Epoche von zwei Frauengestalten der England formenden Geschichte aus dem 12.ten Jahrhundert. Was das Buch so wertvoll macht, sind die detaillierten Recherchen, die Elizabeth Chadwick durchgeführt hat, um die Geschehnisse so getreu wie nur irgend möglich wieder zu geben. Dabei rankt sich um alle Figuren spannende Charakteresierungen und natürliche Lebensgeschichten. Landschaften mit den Burgen des 12.ten Jahrhundert entstehen vor dem geistigen Auge, ermöglicht durch die erzählerische Darstellung von Elizabeth Chadwick. Ich werde weitere Bücher von ihr lessen!
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