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Kundenrezensionen

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am 21. April 2016
Ein toller Anzünder für ein Buch -- eine Zombie- Apokalypse ohne Zombies, ein Albtraum für jeden Teenie und für einen Großteil der Erwachsenen ebenso.

Denn : Das Licht geht aus ! Die Stromversorgung wird gekappt ! Erst kleinflächig, dann großflächig. Ausgangspunkt : Mailand in Italien, an einem kalten Tag im Monat Februar. Auch die Nachbarstaaten bleiben nicht verschont. Die Stromnetze Europas brechen zusammen ........

Was passiert mit uns so gänzlich ohne Strom ? Autor Marc Elsberg (geb. 1967) hat dies außerordentlich umfassend gut ermittelt. So mancher von uns wird spontan an sein TV- Gerät denken, an das Akku- Kabel für das Handy oder den Laptop. Aber es geschieht natürlich weitaus mehr : Kühlschränke tauen auf, Zapfsäulen an den Tankstellen können nicht liefern, Fahrstühle und überhaupt U- und S- Bahnen bleiben stecken, an Hygiene ist kaum mehr zu denken etc, etc, etc.

Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt in diesem Thriller, in der Fiktion, die auf vielen wissenschaftlichen Fakten aufbaut. Inhaltlich arbeiten die hochbemühten Experten unter extrem erschwerten Bedingungen an der Lösung dieses Sonderfalls, denn selbst Kommunikation in weitem Maße ist ja kaum noch möglich.

Elektrischer Strom, das ist, grob formuliert, die Gesamtheit an elektrischen Erscheinungen (Ladungen von positiven und negativen Teilchen) auf Ursache von Magnetfeldern (Kraftwirkungen zwischen Anziehen und Abstoßen). Dieses Phänomen bestimmt und regelt klammheimlich unseren (gesamten) Alltag. Nun wehe, wenn es plötzlich nicht mehr da ist ! Der Autor schildert dies ergreifend realistisch. Überhaupt : Sein Buch wurde zum "Wissensbuch des Jahres 2012" gekürt.

Bei all der Anspannung und Anziehung im Text stößt mich doch eines ab : Die Länge. Aus 800 Seiten Text besteht der intellektuelle, beklemmend reißerische Wälzer. Die Auflösung zum Schluss ist durchaus vorstellbar -- das Durchhalten lohnt sich also schon -- doch vorher führt uns Marc Elsberg auf unnötig viele Nebengleise.

Wer es jedoch liebt, sich festzubeißen, wer seine Konzentration mal wieder testen und herausfordern möchte, ja der befindet sich bei dieser literarischen HIGH VOLTAGE im genau richtigen Spannungsfeld !

Von mir gibt es elektrifizierende vier Sterne !!!!

P.S. : Über Filmrechte wurde offensichtlich schon verhandelt.
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am 6. April 2012
Ein Stromausfall, der sich von Italien und Schweden über Gesamteuropa ausweitet legt das öffentliche Leben weitestgehend lahm. Kein Strom, keine Heizung, kein fließendes Wasser, kein Benzin, keine Lebensmittel, keine Kommunikation - und die Behörden und Stromversorger tappen im Dunkeln was die Ursachenforschung und Problembehung angeht.
In Mailand kommt der IT-Spezialist mit Hackervergangenheit Manzano der Ursache auf die Spur. In Italien und Schweden wurden vor einigen Jahren die Stromzähler durch sogenannte Smart-Meter, intelligente Zähler mit Software, ersetzt. Genau dort setzt Manzano an, indem er sich mit Hilfe seines Laptops, der noch über Akkukapazitäten verfügt, in den Smart-Meter einhackt und einen Code entdeckt, der die Stromzufuhr deaktiviert. Er versucht seinen Verdacht dem örtlichen Stromversorger mitzuteilen, wird jedoch nur belächelt.

Nach einer abenteuerlichen Reise gelingt es ihm, mit Bollard bei Europol Kontakt aufzunehmen, Überprüfungen bestätigen seinen Verdacht. Ein terroristischer Angriff über die Smart Meter ist für den europaweiten Stromausfall verantwortlich. Neben dem Versuch Europa wieder mit Strom zu versorgen beginnen die Ermittlungen, doch die Terroristen scheinen Europol immer einen Schritt voraus zu sein. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Zahlreiche Schauplätze und Handlungsstränge geben einen absolut realistischen Eindruck, wie Europa unter dem Stromausfall zu leiden hat. Die Menschen leiden unter der Februarkälte in immer weiter auskühlenden Wohnungen, unter Hunger und den katastrophalen hygienischen Zuständen, da es weder fließend Wasser gibt noch die Toilettenspülungen funktionieren.

Anfangs ist die Solidarität groß, seinen Nachbarn und auch Fremden zu helfen, doch dies ändert sich dramatisch, je länger der Stromausfall anhält und je größer die Not jedes Einzelnen wird. Es kommt zu Plünderungen in Lebensmittelgeschäften, zu Einbrüchen und Überfallen und zu Benzinklau. Glücklich schätzen kann sich, wer auf dem Land lebt, über einen holzbefeurerten Ofen verfügt und einige Nutztiere hält.

Die Kapitel sind relativ kurz, die Handlungsstränge und Schauplätze ständig wechselnd, was einen ganz eigenen Drive erzeugt und das Gefühl entstehen läßt mitten dabei zu sein. Ich kam trotz der vielen Handlungsstränge problemlos in die Geschichte, durch die kurzen Kapitel ist immer gleich wieder der Bezug da. Die Charaktere hätten vielleicht etwas mehre Tiefgang vertragen können, allerdings ist das bei der Vielzahl an Personen vermutlich schwierig. Ich fand das nicht weiter störend, da der Thriller im wesentlichen von den sich überstürzenden Handlungen und vielfältigen Schauplätzen lebt.

Marc Elsberg ist mit "Blackout" ein packender und schockierender, zum nachdenken anregender Thriller gelungen, der von der ersten bis zur letzten Seite eine atemraubende Spannung hält. Eine Spannung, die teilweise schon fast unerträglich ist. Für mich eines der Highlight dieses Jahres, ein Buch das den Leser in Atem hält und das man so schnell nicht vergisst.

Wer sich für das Thema interessiert, sollte sich die Studie des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung "Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften - am Beispiel eines großräumigen und lang andauernden Ausfalls der Stromversorgung" im Internet durchlesen. Ebenso gibt es bei Wikipedia eine sehr gute Erklärung zum "Smart Meter", dem intelligenten Stromzähler.
1010 Kommentare|351 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. März 2015
Eine erstaunlich gelungene Mischung zwischen Sachbuch und Thriller. Erinnert ein bisschen an den Schwarm von Schätzing. Das Buch zeigt gnadenlos auf, wie abhängig wir geworden sind von Elektrizität und der IT Welt. Je vernetzter die Welt umso angreifbarer. Wie schnell die Ordnung sich auflöst und der Mensch wieder zur Bestie wird, ist spannend beschrieben. Am liebsten würde man in den nächsten Laden rennen und seine Vorräte aufstocken. Einfach lesen! Suchtgefahr!
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am 12. Juni 2014
Da meine vorhergehenden Rezensenten schon einiges zum Inhalt unterbreitet haben, spar ich mir diesen Teil. Der Wert dieses Buches lässt sich nicht absprechen: es regt zum Nachdenken an. Und zwar so sehr, dass ich schon angefangen habe mir den von der Bundesregierung empfohlenen Notvorrat anzulegen und es auch sicher nicht bereuen werde. "Blackout" macht deutlich, wie die einzelnen Menschen und Institutionen mittlerweile voneinander abhängig geworden sind und wie angreifbar unsere Gesellschaft ist. Ronald Wright sagte zur heutigen Situation in seinem Buch "Eine kurze Geschichte des Fortschritts: "Als wir die Leiter des Fortschritts empor kletterten, haben wir die hinter uns liegenden Sprossen zerbrochen. Es gibt kein Zurück, das nicht in eine Katastrophe führen würde".
Genau diese Katastrophe hat Marcus Elsberg detailreich skizziert und so realistisch dargestellt, dass einem als normaler Bürger nichts anderes übrig bleibt, als sich zukünftig Gedanken über unsere gesellschaftlichen Verhältnisse zu machen.

ABER:
Trotz der Anschaulichkeit und der Aktualität des Themas muss ich zwei Sterne abziehen. Die Geschichte fängt zwar spannend ab, lässt aber gegen Ende stark nach - wie ich fand. Es punktete in der ersten Hälfte noch mit dem Schockmoment des Stromausfalls und dessen Folgen, aber dümpelt dann eher langatmig vor sich hin. Es werden meines Erachtens zu viele Charaktere eingeführt bzw. angesprochen, die man getrost hätte weglassen können, ohne dass es dem Inhalt geschadet hätte.
Desweiteren haben mich das Ende und vor allem die Ursache des Blackouts etwas unbefriedigt zurückgelassen. Gern hätte ich mehr über die Strippenzieher und deren Motive erfahren (wirkt bisweilen doch eher klischeebeladen) - aber wahrscheinlich lag der Fokus bei Elsberg mehr auf den Auswirkungen dieser Situation.

Fazit:
Gute Unterhaltung und hinsichtlich der Aktualität des Themas empfehlenswert, allerdings etwas trocken gegen Ende.
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am 30. November 2015
Dies ist der Debüt-Roman des 1967 in Wien geborenen Autors, der ebenfalls als Kolumnist der Tageszeitung „Der Standard“ tätig war. Ein Jahr später (2014) folgte der Roman „Zero“, in dem es um Internetüberwachung geht.

Zum Inhalt: Der Italiener Piero Manzano gerät an einem kalten Februartag in Mailand in einen Autounfall, weil alle Ampeln ausgefallen sind. Der Grund: die Stromnetze sind zusammengebrochen – der totale Blackout! Als Informatiker kommt er schnell dahinter, dass es sich um einen Hackerangriff handelt. Er versucht die Behörden zu warnen, doch keiner hört ihm zu. Nur Lauren Shannon, eine in Paris lebende US-Reporterin schlägt sich auf seine Seite. Als Europol-Kommissar François Bollard ihm endlich zuhört, tauchen in Manzanos Computer dubiose Emails auf, die den Verdacht auf ihn selbst lenken. Unterdessen beginnt der Kampf ums Überleben…

Meine Meinung: Ich wette Sie denken das Gleiche, was ich gedacht habe: wow, der Klappentext hört sich super an, tolle Ausgangssituation, vielversprechender Plot, interessante Roman-Idee. Alles korrekt, sogar die Recherche des Autors kann sich sehen lassen! Sie führt dem Leser – der vielleicht noch nie an solch ein Szenario gedacht hat, obwohl es durchaus eintreten könnte! – sehr anschaulich vor Augen, welche Konsequenzen sich durch einen Stromausfall ergeben könnten: die Kassen in den Supermärkten würden ausfallen, ebenso die medizinische Versorgung in Krankenhäusern, die Kernkraftwerke würden zu einer ernsten Gefahr werden und Vieles mehr – ja ohne Strom (und somit ohne Wasser) könnten nicht einmal die Klospülungen betätigen werden.

ABER, ja Sie haben es sich wahrscheinlich gedacht, es gibt leider einen großen Kritikpunkt, der auch sofort ins Auge fällt, weil er ein Lesen tw. fast unmöglich macht: viel zu viele Figuren und Locations! Ich habe mir mal die Mühe gemacht und gezählt: im ersten Roman-Drittel (!) werden neben dem italienischen Helden ca. 40 (!!) Figuren namentlich eingeführt und da fehlen z.B. noch all die Antagonisten, die erst später folgen. Im ersten Kapitel liegen zwischen der ersten Einführung des Helden und seiner zweiten Erwähnung ganze 9 Text-Abschnitte mit 19 (!!) weiteren Figuren, ein absolutes No-Go! Wie soll man sich das als Leser alles merken, v.a. wenn man bedenkt, dass man ein 800-seitiges Buch nicht an einem Tag ausliest? Der Autor sollte sich mal bitte in ein Klassenzimmer stellen, wo ihm 20 Schüler vorgestellt werden. Mal sehen, ob er die Namen am nächsten Tag noch memorieren kann. LOL Also Warnung an alle: Allzu lange Lesepausen sind bei diesem Roman tödlich!

In jedem Kapitel gibt es mind. 15-20 verschiedene Textabschnitte (manche nur eine Seite oder sogar weniger!) mit natürlich diversen Figuren und Locations. Der Autor greift zwar in den Folgekapiteln die Figuren wieder auf, aber es gibt verhältnismäßig viele Statisten (Figuren mit nur einem Auftritt), trotzdem werden ALLE namentlich genannt, manche erhalten sogar einen Background, den man natürlich einige Seiten später wieder vergessen hat, v.a. wenn zwischen dem erneuten Aufgreifen eines Settings bis zu über 30 Textabschnitte liegen. Da hat man bereits vergessen, wer diese Person ist, geschweige denn wie die Frau und Kinder hießen, die natürlich nichts zur Sache tun – Problem ist nur: wegen den Namen vermutet der Leser bei der Einführung einer Figur zunächst eine gewissen Wichtigkeit, nur um später festzustellen, dass die Figur nie wieder auftaucht. Da fühlt man sich als Leser ziemlich veräppelt. Wenn schon so viel Personal, dann hätte der Autor wenigstens ein Figurenverzeichnis im Anhang mit kurzem Background anfügen können.

Nicht nur die erhöhte Figurenanzahl ist ein Problem, sondern auch, dass der Leser in mind. 30 Perspektiven schlüpft – einfach unvorstellbar! Dabei hätten aus meiner Sicht 3 Perspektiven vollkommen gereicht: Manzano als Protagonist mit Shannon an seiner Seite und Bollard als Gegenpol (siehe Klappentext). Und vielleicht noch die Sicht des Antagonisten, aber bei 4 statt 40 Personen hätte der Autor den Figuren mehr Raum geben, tiefer gehen können. So wird jede Location auf 1-2 Seiten angerissen und man wird als Leser mit den Figuren nicht warm. Irgendwann habe ich nur noch den Main Plot gelesen und den Rest quer gelesen und siehe da, ich habe von der Handlung nichts verpasst.

Sprachlich ist der Roman auf einfachem Niveau gehalten – wobei die vielen Figuren das Lesen durchaus anspruchsvoll bzw. anstrengend gestalten – was aber am meisten nervt ist der sachbuchmäßige Stil. Dialoge klingen exakt gleich wie der Fließtext (es ist eigentlich gar nicht wichtig, wer spricht, denn ALLES klingt gleich!) und alles zusammen liest sich wie Nachrichten, sprich nüchterne, journalistische Artikel, d.h. viel Infogehalt (jede Kleinigkeit wird genau erklärt, zu genau!), wenig Emotion oder Tiefgang. Der Italiener war mir noch die liebste Figur (obwohl auch sehr klischeehaft), der Rest des Ensembles ist austauschbar.

Fazit: Ein Thriller, den ich zeitweise fast zugeklappt hätte, weil er streckenweise unlesbar ist. Für die spannende Roman-Idee und umfangreiche Recherche, die zum Nachdenken anregt, vergebe ich noch 2,5 Sterne, aber mehr war leider nicht drin: viiiiel zu viele Figuren und Locations und es liest sich wie ein nüchternes Sachbuch. Dieser Stoff hätte mit 3-4 Figuren und einem gestrafften Main Plot (s.o.) das Potenzial zu einem wirklich spannenden Thriller gehabt. Wirklich schade! Nicht lesenswert!
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am 12. Mai 2016
Im Winter brechen in Europa alle Stromnetze zusammen. Anfangs noch nicht wirklich ernstgenommen, entwickelt sich die Situation zum totalen Blackout. In Italien vermutet Piero Manzano einen Hackerangriff und informiert auch die Behörden. Doch diese sind entweder überlastet und werten ihn als Spinner ab, oder ignorieren ihn einfach.
Bei dem Europol Kommisar Bollard findet Manzano endlich Gehör. Verdächtige E-Mails auf Manzanos Computer bringen den Italiener aber selbst unter Verdacht.
Mittlerweile spitzt sich die Situation zu. Es kommt zu Unfällen, Heizungen und Kochöfen funktionieren nicht, Tanken und Einkaufen ist unmöglich, den Krankenhäusern wird auch die Notstromversorgung knapp und die Menschen geraten in Panik.

Persönliche Meinung:

Die Idee, was passiert, wenn auf der ganzen Welt die Stromversorgung zusammenbricht ist genial!!
Der Autor beschreibt wirklich klasse, wie der Mensch heutiger Zeit ohne Strom total aufgeschmissen ist.
Zudem muss ich sagen, dass “Blackout” das erste Buch ist, wo mich die kurzen Kapitel überhaupt nicht stören! Die Ortwechsel sind super und zusammenhängend gesetzt.
Es ist alles sehr leicht und flüssig zu lesen.

ABER: der Grund, weshalb ich das Buch dann doch zur Seite lege, ist der, dass es auf Dauer viel zu viele Behörden sind, die mitwirken. Elsberg gibt sich wirklich Mühe, jede neuauftretende Behörde sinngemäß zu beschreiben und deren Aufgaben bzw. Ziele zu erklären.
Jedoch tauchen alle 2 – 3 Kapitel neue Protagonisten auf, die es für mich langsam etwas unübersichtlich gestalten. Man bedenke, dass dieser Roman 800 Seiten hat und wenn dann ein Kapitel max. 6 Seiten hat, kommt da schon einiges Zusammen.

Obwohl ich doch irgendwie sagen muss, dass ich davon überzeugt bin, dass dieses Buch sehr gut ist. Für mich allerdings keins, das ich ein weiteres Mal lesen würde. Schade!! Dennoch haben die ersten 200 Seiten wirklich Spaß gemacht. Spannung war auf jeden Fall dabei.
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am 15. April 2012
Morgens führt unser erster Weg ins Bad. Ganz selbstverständlich wäscht man sich, putzt die Zähne, betrachtet sich im Licht der Lampen im Spiegel. Danach geht es zum Frühstücken in die Küche. Aus dem Kühlschrank nehmen wir uns die Lebensmittel, die wir bequem im Supermarkt gekauft haben. Kaffeemaschine oder Wasserkocher sorgen für den perfekten Start in den Tag, bevor es mit Bus, Bahn oder Auto zur Arbeitstelle, zum Einkauf oder in die Schule geht. Ganz selbstverständlich nutzen wir unser Telefon oder den PC, den Herd, wärmen uns dank Heizung im Winter, freuen uns über eine Klimaanlage und kalte Getränke im Sommer.
Was wäre, wenn all dies plötzlich nicht mehr möglich wäre?
Marc Elsberg schildert dies sehr eindrucksvoll in seinem Thriller "Blackout".

Ein Stromausfall legt Europa lahm. Zunächst geht man noch von technischen Schwierigkeiten aus, die sich innerhalb weniger Stunden beheben lassen. Aus Stunden wird ein Tag, dann mehrere Tage, und es wird klar, dass mehr hinter diesem Stromausfall steckt. Während Kraftwerksangestellte, Regierungen und Sicherheitsfirmen versuchen, die Ursache für den Ausfall zu finden, kämpft die Bevölkerung im kalten Winter zunächst darum, den Alltag in Gang zu halten, später ums nackte Überleben.

Das Buch hat mir unglaublich gut gefallen und mich beim Lesen sehr beschäftigt. Das ein oder andere Mal habe ich mich selbst dabei ertappt, wie ich so sehr in der Story gefangen war, dass ich mich über geöffnete Tankstellen wunderte. Ich war ein Teil der Geschichte, habe sie miterlebt, mitgefühlt und mitgezittert. Dies ist neben der spannenden Handlung, die an keiner Stelle langweilig wird, wohl vor allem dem sehr eindringlichen Schreibstil zu verdanken. Marc Elsberg gelingt es, die komplizierten Zusammenhänge der Stromversorgung verständlich zu beschreiben, ohne ihnen dabei ihre Komplexität zu rauben. Zusätzlich veranschaulicht wurden die Abläufe durch Vergleiche, unter denen sich jeder etwas vorstellen kann (z.B. mit dem menschlichen Blutkreislauf). Vor allem aber hat mich begeistert, dass es nicht nur um die technische Probleme und deren Behebung ging, sondern vor allem auch um die plötzlich auftretenden Probleme in der Versorgung der Menschen und ihr Umgang damit. Elsberg führt dem Leser damit vor Augen, wie unvorbereitet und abhängig wir vom Strom sind und wie schnell diese angespannte Notsituation das Verhalten der Menschen zum Negativen verändert.
Die lange Recherchezeit wird in den Ausführungen deutlich und Verweise auf Ereignisse in der nahen Vergangenheit (z.B. Fukushima) machen die Schilderungen sehr realistisch und lebendig.

Die Handlung spielt an vielen verschiedenen Orten und es werden sehr viele Personen eingeführt. Am Anfang fand ich dies etwas verwirrend, man findet sich aber gut in die einzelnen Handlungsstränge ein und kann sehr schnell zumindest die wichtigsten Personen zuordnen. Der Wechsel der Handlungsorte sorgt für einen großen Überblick, wie in den einzelnen Ländern mit der Katastrophe umgegangen wird und welche speziellen Probleme sich dort ergeben. Nach und nach finden sich auch Zusammenhänge zwischen einzelnen Orten und Personen.
Die Charaktere, vor allem Piero Manzano, haben mir sehr gut gefallen. Sie wurden sehr detailliert und vor allem abwechslungsreich dargestellt. Jeder hat seine kleinen Geheimnisse oder dunkle Seiten und man erhält tiefgründige Einblicke in ihre Gedanken und die Motivation für ihr Handeln.

Fazit:
Blackout ist ein spannender, realitätsnaher Thriller, der den Leser nicht nur vom Anfang bis zum Ende mitfiebern, sondern auch über das Leben nachdenken lässt. Der leicht verständliche, bildhafte Schreibstil macht die Geschichte und die vielen unterschiedlichen Emotionen greifbar und sorgt für einen angenehmen Lesefluss.
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am 4. März 2015
Ich kann die vielen guten Rezensionen nicht nachvollziehen. Ich bin ein absoluter Vielleser und hatte wirklich Mühe, das Buch fertig zu lesen.
Die Idee mit dem Stromausfall war wirklich gut und auch der Gedanke, wie die Hacker diesen Stromausfall herbeiführen ist super, aber .............. wie kann man aus einer solchen Idee ein so langweiliges, langatmiges Buch machen? Die Protagonisten sind oberflächlich gezeichnet, nicht mal mit der Hauptperson konnte ich richtig mitfühlen. Und die vielen Gespräche von irgendwelchen Behörden mit irgendwelchen Politikern (die natürlich immer Strom haben), bei denen unterm Strich nichts herauskommt... einfach nur nervtötend. Irgendwann habe ich bemerkt, dass mein Bemühen, die Namen besagter Behörden-Menschen auseinanderzuhalten völlig unnötig ist. Hätten diese Kapitel gefehlt, wäre das Buch 200 Seiten kürzer und mit Sicherheit besser geworden und - es wäre nicht aufgefallen. Usw., usw... ich war lange nicht mehr so froh, das Buch endlich durch zu haben.
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am 7. Mai 2016
Gratuliere, Herr Elsberg. Ein wahrer Pageturner, der einem den Atem verschlägt.
Sollte das Szenario, das hier beschrieben wird - totaler Stromausfall in ganz Westeuropa - auch nur theoretisch möglich sein, dann gute Nacht (im wahrsten Sinn)! Der Autor beschreibt eine Situation im Winter, die über einen Zeitraum von mehreren Wochen nicht in den Griff zu bekommen ist. Hacker haben jegliche Stromversorgung lahmgelegt.
Habt ihr euch mal überlegt, was das heisst? Vermutlich so viel oder so wenig wie ich vor diesem Buch. So richtig bewusst, was das heisst, im Winter ca. 14 Tage lang keinen Strom mehr zu haben, wurde mir erst beim Lesen dieses Buches. Die Beschreibung, wie nach ca. 8 Tagen Anarchie und der blanke Horror auf den Strassen ausbricht - in unserer hochgelobten Zivilisation - lässt mich schaudern! Nichts, aber auch gar NICHTS funktioniert mehr, denn die Lebensader unserer Gesellschaft/Zivilisation, die Elektrizität, wurde gekappt. Trinkwasserversorgung, Lebensmittelhaltung, Bargeldbezüge, Tankstellen, Heizungen - nichts funktioniert mehr. Besser dran sind jene, die über einen ausreichenden Vorrat im Keller verfügen - und eine Waffe und Munition ist auch nicht falsch...
Die vom Autor beschriebene Atmosphäre in Europa, die verzweifelten Bemühungen der Kraftwerke, die Stromversorgung wieder herzustellen, die noch verzweifelteren Bemühungen in einem AKW, die Kühlung der Brennstäbe zu gewährleisten, verzweifelte, hilflose Menschen auf der Strasse, der sofort aufkommende Schwarzmarkt (nur Bares ist Wahres!) und die mühsamen Ermittlungen von Interpol ist Spannung pur!!!
Selten ein so spannendes und beängstigendes Buch gelesen...
Also: Im Keller genügend Trinkwasser und Dosenfutter lagern, man weiss nie...
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am 6. März 2014
Offensichtlich ist, dass der Autor sehr brav recherchiert hat und sich über den technischen (und teilweise wirtschaftlichen)Hintergrund des Betriebes von Stromverteilnetzen kundig gemacht hat. Das ist sicher auch eine der Grundvoraussetzungen, um einen derartigen Roman glaubhaft darzubringen.

Nicht zuletzt dadurch, das Elsberg (der sämtliche seiner eindimensionalen Figuren auch stets völlig unpassend mit dem Nachnamen nennt), dieses Wissen großzügig mit seiner Leserschaft zu teilen bemüht ist, liest sich die Geschichte wie eine Aneinanderreihung entsprechender Wikipedia-Einträge zu dem Thema, mit einer flachen Rahmenhandlung als Verbindung zwischen den einzelnen Artikeln.

Noch phantasieloser, klischeehafter, innovationsresistenter und sich dem Mainstream anbiedernd geht es gar nicht mehr, aber Geld kann man mit derartigen Geschichten wohl ganz gut verdienen. Die komplette Story ist an den Haaren herbeigezogen, das es ärger nicht mehr geht.

[Spoiler] Obwohl sämtliche Spezialisten aus ganz Europa rund um die Uhr mit dem Thema beschäftigt sind und der Stromausfall selbstverständlich höchste Priorität hat, ist es ein einzelner privater Ex-Hobby-Hacker, der die Ursache zu identifizieren im Stande ist. Lediglich mit seinem Laptop bewaffnet, kann er schließlich mit primitiven Tricks in die Kommunikationsplattform der Terroristen vordringen und diese aufspüren. Wohlgemerkt: jene Leute, die es schafften, mit Cyberattacken die Stromversorgung von ganz Europa und den USA lahmzulegen und in sämtliche Netzwerke der Behörden und Regierungen einzudringen und diese zu observieren und zu manipulieren. Allerdings bemerkt er selbst nicht, dass auch sein Laptop bereits infiltriert wurde...

Eine Tussi, mit der er nachher zusammenkommt, hilft ihm natürlich dabei. Als er selbst als ein mutmaßlicher Mitverursacher verdächtigt wird, stellt sich die Exekutive derart dilletantisch an, dass er mehrmals entkommen kann und - selbst schwer verletzt - 2 bewaffnete Beamte einer "Spezialeinheit" mit einer Krücke (!) überwältigen kann. Und was sollte den die Einlage in der sich Menzano im Krankenhaus als Sterbehelfer betätigt...!?[Spoiler Ende]

Zudem werde ich den Verdacht nicht los, das Elsberg für diesen Schund eine Förderung von der EU erhalten hat. Die Dialoge sind größtenteils trashig, auf eine Erarbeitung von Charakteren wird völlig verzichtet. Stattdessen werden in der unaufhörlichen Aneinanderreihung von Kürzest-"Kapiteln" unerschöpflich immer wieder neue Namen eingeführt, die dem Leser wiederum völlig gleichgültig bleiben. Die zentrale Schwäche der Geschichte ist jedoch sicher die Langatmigkeit sowie die Schilderung von Belanglosigkeiten und sinnlosen Geplänkels. Spannung kommt zu keinem einzigen Zeitpunkt auf; dadurch liest sich das Buch eher wie ein zu lang geratener und öder Zeitungsartikel.
22 Kommentare|21 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden