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am 30. November 2015
Dies ist der Debüt-Roman des 1967 in Wien geborenen Autors, der ebenfalls als Kolumnist der Tageszeitung „Der Standard“ tätig war. Ein Jahr später (2014) folgte der Roman „Zero“, in dem es um Internetüberwachung geht.

Zum Inhalt: Der Italiener Piero Manzano gerät an einem kalten Februartag in Mailand in einen Autounfall, weil alle Ampeln ausgefallen sind. Der Grund: die Stromnetze sind zusammengebrochen – der totale Blackout! Als Informatiker kommt er schnell dahinter, dass es sich um einen Hackerangriff handelt. Er versucht die Behörden zu warnen, doch keiner hört ihm zu. Nur Lauren Shannon, eine in Paris lebende US-Reporterin schlägt sich auf seine Seite. Als Europol-Kommissar François Bollard ihm endlich zuhört, tauchen in Manzanos Computer dubiose Emails auf, die den Verdacht auf ihn selbst lenken. Unterdessen beginnt der Kampf ums Überleben…

Meine Meinung: Ich wette Sie denken das Gleiche, was ich gedacht habe: wow, der Klappentext hört sich super an, tolle Ausgangssituation, vielversprechender Plot, interessante Roman-Idee. Alles korrekt, sogar die Recherche des Autors kann sich sehen lassen! Sie führt dem Leser – der vielleicht noch nie an solch ein Szenario gedacht hat, obwohl es durchaus eintreten könnte! – sehr anschaulich vor Augen, welche Konsequenzen sich durch einen Stromausfall ergeben könnten: die Kassen in den Supermärkten würden ausfallen, ebenso die medizinische Versorgung in Krankenhäusern, die Kernkraftwerke würden zu einer ernsten Gefahr werden und Vieles mehr – ja ohne Strom (und somit ohne Wasser) könnten nicht einmal die Klospülungen betätigen werden.

ABER, ja Sie haben es sich wahrscheinlich gedacht, es gibt leider einen großen Kritikpunkt, der auch sofort ins Auge fällt, weil er ein Lesen tw. fast unmöglich macht: viel zu viele Figuren und Locations! Ich habe mir mal die Mühe gemacht und gezählt: im ersten Roman-Drittel (!) werden neben dem italienischen Helden ca. 40 (!!) Figuren namentlich eingeführt und da fehlen z.B. noch all die Antagonisten, die erst später folgen. Im ersten Kapitel liegen zwischen der ersten Einführung des Helden und seiner zweiten Erwähnung ganze 9 Text-Abschnitte mit 19 (!!) weiteren Figuren, ein absolutes No-Go! Wie soll man sich das als Leser alles merken, v.a. wenn man bedenkt, dass man ein 800-seitiges Buch nicht an einem Tag ausliest? Der Autor sollte sich mal bitte in ein Klassenzimmer stellen, wo ihm 20 Schüler vorgestellt werden. Mal sehen, ob er die Namen am nächsten Tag noch memorieren kann. LOL Also Warnung an alle: Allzu lange Lesepausen sind bei diesem Roman tödlich!

In jedem Kapitel gibt es mind. 15-20 verschiedene Textabschnitte (manche nur eine Seite oder sogar weniger!) mit natürlich diversen Figuren und Locations. Der Autor greift zwar in den Folgekapiteln die Figuren wieder auf, aber es gibt verhältnismäßig viele Statisten (Figuren mit nur einem Auftritt), trotzdem werden ALLE namentlich genannt, manche erhalten sogar einen Background, den man natürlich einige Seiten später wieder vergessen hat, v.a. wenn zwischen dem erneuten Aufgreifen eines Settings bis zu über 30 Textabschnitte liegen. Da hat man bereits vergessen, wer diese Person ist, geschweige denn wie die Frau und Kinder hießen, die natürlich nichts zur Sache tun – Problem ist nur: wegen den Namen vermutet der Leser bei der Einführung einer Figur zunächst eine gewissen Wichtigkeit, nur um später festzustellen, dass die Figur nie wieder auftaucht. Da fühlt man sich als Leser ziemlich veräppelt. Wenn schon so viel Personal, dann hätte der Autor wenigstens ein Figurenverzeichnis im Anhang mit kurzem Background anfügen können.

Nicht nur die erhöhte Figurenanzahl ist ein Problem, sondern auch, dass der Leser in mind. 30 Perspektiven schlüpft – einfach unvorstellbar! Dabei hätten aus meiner Sicht 3 Perspektiven vollkommen gereicht: Manzano als Protagonist mit Shannon an seiner Seite und Bollard als Gegenpol (siehe Klappentext). Und vielleicht noch die Sicht des Antagonisten, aber bei 4 statt 40 Personen hätte der Autor den Figuren mehr Raum geben, tiefer gehen können. So wird jede Location auf 1-2 Seiten angerissen und man wird als Leser mit den Figuren nicht warm. Irgendwann habe ich nur noch den Main Plot gelesen und den Rest quer gelesen und siehe da, ich habe von der Handlung nichts verpasst.

Sprachlich ist der Roman auf einfachem Niveau gehalten – wobei die vielen Figuren das Lesen durchaus anspruchsvoll bzw. anstrengend gestalten – was aber am meisten nervt ist der sachbuchmäßige Stil. Dialoge klingen exakt gleich wie der Fließtext (es ist eigentlich gar nicht wichtig, wer spricht, denn ALLES klingt gleich!) und alles zusammen liest sich wie Nachrichten, sprich nüchterne, journalistische Artikel, d.h. viel Infogehalt (jede Kleinigkeit wird genau erklärt, zu genau!), wenig Emotion oder Tiefgang. Der Italiener war mir noch die liebste Figur (obwohl auch sehr klischeehaft), der Rest des Ensembles ist austauschbar.

Fazit: Ein Thriller, den ich zeitweise fast zugeklappt hätte, weil er streckenweise unlesbar ist. Für die spannende Roman-Idee und umfangreiche Recherche, die zum Nachdenken anregt, vergebe ich noch 2,5 Sterne, aber mehr war leider nicht drin: viiiiel zu viele Figuren und Locations und es liest sich wie ein nüchternes Sachbuch. Dieser Stoff hätte mit 3-4 Figuren und einem gestrafften Main Plot (s.o.) das Potenzial zu einem wirklich spannenden Thriller gehabt. Wirklich schade! Nicht lesenswert!
11 Kommentar33 von 37 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. April 2012
Ein Stromausfall, der sich von Italien und Schweden über Gesamteuropa ausweitet legt das öffentliche Leben weitestgehend lahm. Kein Strom, keine Heizung, kein fließendes Wasser, kein Benzin, keine Lebensmittel, keine Kommunikation - und die Behörden und Stromversorger tappen im Dunkeln was die Ursachenforschung und Problembehung angeht.
In Mailand kommt der IT-Spezialist mit Hackervergangenheit Manzano der Ursache auf die Spur. In Italien und Schweden wurden vor einigen Jahren die Stromzähler durch sogenannte Smart-Meter, intelligente Zähler mit Software, ersetzt. Genau dort setzt Manzano an, indem er sich mit Hilfe seines Laptops, der noch über Akkukapazitäten verfügt, in den Smart-Meter einhackt und einen Code entdeckt, der die Stromzufuhr deaktiviert. Er versucht seinen Verdacht dem örtlichen Stromversorger mitzuteilen, wird jedoch nur belächelt.

Nach einer abenteuerlichen Reise gelingt es ihm, mit Bollard bei Europol Kontakt aufzunehmen, Überprüfungen bestätigen seinen Verdacht. Ein terroristischer Angriff über die Smart Meter ist für den europaweiten Stromausfall verantwortlich. Neben dem Versuch Europa wieder mit Strom zu versorgen beginnen die Ermittlungen, doch die Terroristen scheinen Europol immer einen Schritt voraus zu sein. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Zahlreiche Schauplätze und Handlungsstränge geben einen absolut realistischen Eindruck, wie Europa unter dem Stromausfall zu leiden hat. Die Menschen leiden unter der Februarkälte in immer weiter auskühlenden Wohnungen, unter Hunger und den katastrophalen hygienischen Zuständen, da es weder fließend Wasser gibt noch die Toilettenspülungen funktionieren.

Anfangs ist die Solidarität groß, seinen Nachbarn und auch Fremden zu helfen, doch dies ändert sich dramatisch, je länger der Stromausfall anhält und je größer die Not jedes Einzelnen wird. Es kommt zu Plünderungen in Lebensmittelgeschäften, zu Einbrüchen und Überfallen und zu Benzinklau. Glücklich schätzen kann sich, wer auf dem Land lebt, über einen holzbefeurerten Ofen verfügt und einige Nutztiere hält.

Die Kapitel sind relativ kurz, die Handlungsstränge und Schauplätze ständig wechselnd, was einen ganz eigenen Drive erzeugt und das Gefühl entstehen läßt mitten dabei zu sein. Ich kam trotz der vielen Handlungsstränge problemlos in die Geschichte, durch die kurzen Kapitel ist immer gleich wieder der Bezug da. Die Charaktere hätten vielleicht etwas mehre Tiefgang vertragen können, allerdings ist das bei der Vielzahl an Personen vermutlich schwierig. Ich fand das nicht weiter störend, da der Thriller im wesentlichen von den sich überstürzenden Handlungen und vielfältigen Schauplätzen lebt.

Marc Elsberg ist mit "Blackout" ein packender und schockierender, zum nachdenken anregender Thriller gelungen, der von der ersten bis zur letzten Seite eine atemraubende Spannung hält. Eine Spannung, die teilweise schon fast unerträglich ist. Für mich eines der Highlight dieses Jahres, ein Buch das den Leser in Atem hält und das man so schnell nicht vergisst.

Wer sich für das Thema interessiert, sollte sich die Studie des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung "Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften - am Beispiel eines großräumigen und lang andauernden Ausfalls der Stromversorgung" im Internet durchlesen. Ebenso gibt es bei Wikipedia eine sehr gute Erklärung zum "Smart Meter", dem intelligenten Stromzähler.
1010 Kommentare340 von 387 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. September 2013
Ich habe das Buch bei Seite 330 abgebrochen. Das Szenario ist interessant aber spannungsmäßig passiert einfach nicht viel. Bei noch zu erwarteten 500 Seiten hab ich aufgegeben. Das ständige springen zu einem anderen Schauplatz hat mich genervt. Wenn man das Buch auf 500 Seiten heruntergebrochen hätte wäre es bestimmt ein guter Thriller geworden. So ist es , zumindest bis Seite 330, eine Dokumentation der Ereignisse.
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am 12. Juni 2014
Da meine vorhergehenden Rezensenten schon einiges zum Inhalt unterbreitet haben, spar ich mir diesen Teil. Der Wert dieses Buches lässt sich nicht absprechen: es regt zum Nachdenken an. Und zwar so sehr, dass ich schon angefangen habe mir den von der Bundesregierung empfohlenen Notvorrat anzulegen und es auch sicher nicht bereuen werde. "Blackout" macht deutlich, wie die einzelnen Menschen und Institutionen mittlerweile voneinander abhängig geworden sind und wie angreifbar unsere Gesellschaft ist. Ronald Wright sagte zur heutigen Situation in seinem Buch "Eine kurze Geschichte des Fortschritts: "Als wir die Leiter des Fortschritts empor kletterten, haben wir die hinter uns liegenden Sprossen zerbrochen. Es gibt kein Zurück, das nicht in eine Katastrophe führen würde".
Genau diese Katastrophe hat Marcus Elsberg detailreich skizziert und so realistisch dargestellt, dass einem als normaler Bürger nichts anderes übrig bleibt, als sich zukünftig Gedanken über unsere gesellschaftlichen Verhältnisse zu machen.

ABER:
Trotz der Anschaulichkeit und der Aktualität des Themas muss ich zwei Sterne abziehen. Die Geschichte fängt zwar spannend ab, lässt aber gegen Ende stark nach - wie ich fand. Es punktete in der ersten Hälfte noch mit dem Schockmoment des Stromausfalls und dessen Folgen, aber dümpelt dann eher langatmig vor sich hin. Es werden meines Erachtens zu viele Charaktere eingeführt bzw. angesprochen, die man getrost hätte weglassen können, ohne dass es dem Inhalt geschadet hätte.
Desweiteren haben mich das Ende und vor allem die Ursache des Blackouts etwas unbefriedigt zurückgelassen. Gern hätte ich mehr über die Strippenzieher und deren Motive erfahren (wirkt bisweilen doch eher klischeebeladen) - aber wahrscheinlich lag der Fokus bei Elsberg mehr auf den Auswirkungen dieser Situation.

Fazit:
Gute Unterhaltung und hinsichtlich der Aktualität des Themas empfehlenswert, allerdings etwas trocken gegen Ende.
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am 4. März 2015
Ich kann die vielen guten Rezensionen nicht nachvollziehen. Ich bin ein absoluter Vielleser und hatte wirklich Mühe, das Buch fertig zu lesen.
Die Idee mit dem Stromausfall war wirklich gut und auch der Gedanke, wie die Hacker diesen Stromausfall herbeiführen ist super, aber .............. wie kann man aus einer solchen Idee ein so langweiliges, langatmiges Buch machen? Die Protagonisten sind oberflächlich gezeichnet, nicht mal mit der Hauptperson konnte ich richtig mitfühlen. Und die vielen Gespräche von irgendwelchen Behörden mit irgendwelchen Politikern (die natürlich immer Strom haben), bei denen unterm Strich nichts herauskommt... einfach nur nervtötend. Irgendwann habe ich bemerkt, dass mein Bemühen, die Namen besagter Behörden-Menschen auseinanderzuhalten völlig unnötig ist. Hätten diese Kapitel gefehlt, wäre das Buch 200 Seiten kürzer und mit Sicherheit besser geworden und - es wäre nicht aufgefallen. Usw., usw... ich war lange nicht mehr so froh, das Buch endlich durch zu haben.
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am 15. April 2012
Morgens führt unser erster Weg ins Bad. Ganz selbstverständlich wäscht man sich, putzt die Zähne, betrachtet sich im Licht der Lampen im Spiegel. Danach geht es zum Frühstücken in die Küche. Aus dem Kühlschrank nehmen wir uns die Lebensmittel, die wir bequem im Supermarkt gekauft haben. Kaffeemaschine oder Wasserkocher sorgen für den perfekten Start in den Tag, bevor es mit Bus, Bahn oder Auto zur Arbeitstelle, zum Einkauf oder in die Schule geht. Ganz selbstverständlich nutzen wir unser Telefon oder den PC, den Herd, wärmen uns dank Heizung im Winter, freuen uns über eine Klimaanlage und kalte Getränke im Sommer.
Was wäre, wenn all dies plötzlich nicht mehr möglich wäre?
Marc Elsberg schildert dies sehr eindrucksvoll in seinem Thriller "Blackout".

Ein Stromausfall legt Europa lahm. Zunächst geht man noch von technischen Schwierigkeiten aus, die sich innerhalb weniger Stunden beheben lassen. Aus Stunden wird ein Tag, dann mehrere Tage, und es wird klar, dass mehr hinter diesem Stromausfall steckt. Während Kraftwerksangestellte, Regierungen und Sicherheitsfirmen versuchen, die Ursache für den Ausfall zu finden, kämpft die Bevölkerung im kalten Winter zunächst darum, den Alltag in Gang zu halten, später ums nackte Überleben.

Das Buch hat mir unglaublich gut gefallen und mich beim Lesen sehr beschäftigt. Das ein oder andere Mal habe ich mich selbst dabei ertappt, wie ich so sehr in der Story gefangen war, dass ich mich über geöffnete Tankstellen wunderte. Ich war ein Teil der Geschichte, habe sie miterlebt, mitgefühlt und mitgezittert. Dies ist neben der spannenden Handlung, die an keiner Stelle langweilig wird, wohl vor allem dem sehr eindringlichen Schreibstil zu verdanken. Marc Elsberg gelingt es, die komplizierten Zusammenhänge der Stromversorgung verständlich zu beschreiben, ohne ihnen dabei ihre Komplexität zu rauben. Zusätzlich veranschaulicht wurden die Abläufe durch Vergleiche, unter denen sich jeder etwas vorstellen kann (z.B. mit dem menschlichen Blutkreislauf). Vor allem aber hat mich begeistert, dass es nicht nur um die technische Probleme und deren Behebung ging, sondern vor allem auch um die plötzlich auftretenden Probleme in der Versorgung der Menschen und ihr Umgang damit. Elsberg führt dem Leser damit vor Augen, wie unvorbereitet und abhängig wir vom Strom sind und wie schnell diese angespannte Notsituation das Verhalten der Menschen zum Negativen verändert.
Die lange Recherchezeit wird in den Ausführungen deutlich und Verweise auf Ereignisse in der nahen Vergangenheit (z.B. Fukushima) machen die Schilderungen sehr realistisch und lebendig.

Die Handlung spielt an vielen verschiedenen Orten und es werden sehr viele Personen eingeführt. Am Anfang fand ich dies etwas verwirrend, man findet sich aber gut in die einzelnen Handlungsstränge ein und kann sehr schnell zumindest die wichtigsten Personen zuordnen. Der Wechsel der Handlungsorte sorgt für einen großen Überblick, wie in den einzelnen Ländern mit der Katastrophe umgegangen wird und welche speziellen Probleme sich dort ergeben. Nach und nach finden sich auch Zusammenhänge zwischen einzelnen Orten und Personen.
Die Charaktere, vor allem Piero Manzano, haben mir sehr gut gefallen. Sie wurden sehr detailliert und vor allem abwechslungsreich dargestellt. Jeder hat seine kleinen Geheimnisse oder dunkle Seiten und man erhält tiefgründige Einblicke in ihre Gedanken und die Motivation für ihr Handeln.

Fazit:
Blackout ist ein spannender, realitätsnaher Thriller, der den Leser nicht nur vom Anfang bis zum Ende mitfiebern, sondern auch über das Leben nachdenken lässt. Der leicht verständliche, bildhafte Schreibstil macht die Geschichte und die vielen unterschiedlichen Emotionen greifbar und sorgt für einen angenehmen Lesefluss.
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am 23. März 2015
Eine erstaunlich gelungene Mischung zwischen Sachbuch und Thriller. Erinnert ein bisschen an den Schwarm von Schätzing. Das Buch zeigt gnadenlos auf, wie abhängig wir geworden sind von Elektrizität und der IT Welt. Je vernetzter die Welt umso angreifbarer. Wie schnell die Ordnung sich auflöst und der Mensch wieder zur Bestie wird, ist spannend beschrieben. Am liebsten würde man in den nächsten Laden rennen und seine Vorräte aufstocken. Einfach lesen! Suchtgefahr!
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am 4. November 2015
Vorweg: Ich habe das Buch aufgrund der "langatmig" Rezensionen als Hörbuch gehört.

Aber auch hier wird es nicht besser mit den langweiligen Nebendetails, die auch das Hörbuch nur unnötig in die Länge ziehen.
Am allermeisten nervt bei dem vorgelesenen Buch aber, dass der Sprecher ständig versucht die Stimmen zu imitieren! Spätestens, wenn er die Kinder nachmacht, wird es unerträglich.
Schon alleine dieser Umstand hätte dem Hörbuch nur eine mittelmäßige Bewertung beschert.

Hinzu kommt dann eben auch noch diese unsägliche Langeweile.
Da wird über Strecken Spannung aufgebaut, die dann sofort wieder durch einen langweiligen Abschnitt zerstört wird.

Alles in Allem, wäre es ein sehr interessanter "Stoff", der aber leider komplett zerschrieben (und zusätzlich vom Sprecher zerredet) wurde.
Schade!
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am 15. Oktober 2015
Wenn man sich wirklich mal realistisch überlegt, welche Auswirkungen eine tagelanger (oder länger) andauernder Stromausfall hätte, ist es verheerend. Besonders wenn dieser großflächig auftritt. Dieses Szenario liegt dem Roman zugrunde, daraus speist er seine Spannung.

Positiv zu vermerken ist die Beschreibung der Konsequenzen. Sie wirken logisch und korrekt recherchiert. Die Zuspitzung und Kettenreaktion erzeugt Spannung und hält einen bei der Stange. Immer wieder fragt man sich, was würde das für mich, meine Familie bedeuten. Wie würden wir handeln. Bei ein paar Details schummelt der Autor aus Spannungsgründen, das ist aber verschmerzbar.
Gleichzeitig wird das Krisenmanagement bei Stromversorgern, Regierung und EU dargestellt. Auch dieses wirkt schlüssig. Abwechslung und Kurzweil wird durch verschiedene Orte und Charaktere geschaffen. Außerdem wird die Ursache und die Hintergründe erst nach und nach aufgedeckt. So wird es trotz der über 800 Seiten nicht langweilig.

Negativ war für mich der einfache Stil von Elsberg. Es lässt sich gut runterlesen und ist leicht verdaulich, mehr darf man nicht erwarten. Wörter die explizit nicht den Stil beschreiben sind: Geistreich, hintergründig, intelligent oder poetisch.
Die Charaktere haben nicht die Komplexität, die man sich wünschen würde. Kurzum, Marc Elsberg ist kein großer Literat.
Die vielen Charaktere und Orte haben leider auch einen negativen Effekt. Es wird zu häufig hin und her gesprungen, das ist zu unruhig und kann, gerade wegen der flachen Charaktere, zu Verwirrung führen.
Manche Bücher rufen Kopfkino hervor. Man hat die Szenen bildlich vor Augen, sie wirken wie tolles, großes Kino. Bei diesem Roman hatte ich, man mag mir diesen äußerst subjektiven Eindruck verzeihen aber genau so habe ich es empfunden, immer nur einen einfachen Fernsehfilm vor Augen.

Fazit:
Wer einen einfach geschriebenen Roman erwartet, der keine Langeweile aufkommen lässt, einen aber auch nicht umhaut. Jemanden, der primär Wert darauf legt, einen großen Blackout mit Folgen und Krisenmanagement realistisch beschrieben zu bekommen. Der sollte zu diesem Buch greifen. Alle anderen können verzichten, dafür hat der Roman in den anderen Bereichen zu wenig zu bieten.
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TOP 500 REZENSENTam 17. März 2015
Wer kennt nicht den Ärger, wenn der Strom mal für kurze Zeit ausfällt. Aber ich hatte bisher nicht die geringste Vorstellung davon, was es bedeutet, wenn der Strom für mehrere Tage oder Wochen ausfällt. Und nicht nur in meinem Landstrich, sondern in ganz Europa. Eine schreckliche Vorstellung! Und genau dieses Szenario beschreibt Marc Elsberg in seinem Thriller Blackout.

Dabei geht er nicht behutsam vor, sondern wirft mich sofort mitten in das Geschehen. Schon nach den ersten Seiten hatte ich heftiges Herzklopfen, aber das war erst der Anfang. Marc Elsberg eröffnet nach und nach wahnsinnig viele Schauplätze und führt mich an die verschiedensten Orte. Das macht er so versiert, dass ich nie die Orientierung verliere. Hilfreich sind dabei natürlich die Ortsüberschriften, mit denen er jeden neuen Abschnitt beginnt.

Beklemmend fand ich die Kennzeichnung der einzelnen Kapitel. Es beginnt mit Tag 0 und endet mit Tag 23. Und dazwischen liegen Tage voller Grauen, voller Bangen, voller Angst und Hoffnung. Ich hätte nie gedacht, was so ein Stromausfall alles nach sich ziehen kann. Da gibt mir Marc Elsberg auf sehr eindrucksvolle Weise Nachhilfe. So eindrucksvoll, dass ich mich einige Szenen bis in meine Träume verfolgten. Ich lese normalerweise immer vor dem Einschlafen. Das habe ich hier schnell gelassen. Dieses Buch musste ich tagsüber lesen, sonst hätte ich meine Nachtruhe vergessen können.

Ja, Blackout hat mich total umgehauen. Es ist zwar Fiktion, aber doch so nah an der Realität, dass es mir Angst macht und ich immer noch sehr viel darüber nachdenken muss. Ich fürchte, ich werde zukünftig keinen noch so kurzen Stromausfall erleben ohne an dieses Buch zu denken. Das Buch beschäftigt mich immer noch extrem, ich habe meine Vorratshaltung überdacht und die Gedanken, was ich in so einem Fall machen würde, werden mich noch eine Zeit lang begleiten.

Blackout bewegt, rüttelt auf und macht sehr nachdenklich.

Marc Elsberg versorgt mich mit wahnsinnig vielen Informationen rund um das Thema Strom. Vieles davon war mir völlig neu. Und obwohl ich in Technikfragen nicht sehr bewandert bin, habe ich alles gut verstanden und fand diese Ausführungen äußerst interessant.

Marc Elsberg führt mich an viele verschiedene Orte und so erlebe ich die Katastrophe aus vielen unterschiedlichen Perspektiven. Ich erlebe die verzweifelte Suche nach einer Lösung seitens der Stromversorger, der Regierungen und der Sondereinheiten. Ich erlebe den Kampf ums Überleben einzelner Menschen und das fand ich besonders schlimm. Die anfängliche Hilfsbereitschaft untereinander weicht schnell dem gesunden Egoismus, der fürs Überleben wichtig ist. Besonders diese Szenen hat Marc Elsberg sehr eindrucksvoll und anschaulich geschildert und ich wurde Zeuge von vielen Abscheulichkeiten. Die Verzweiflung der Menschen war unglaublich greifbar nah. Marc Elsberg hat nichts ausgelassen und manchmal hatte ich Angst umzublättern, weil ich nicht wusste, welche Hiobsbotschaft mich auf der nächsten Seite erwartete.

Die einzelnen Abschnitte sind recht kurz, die Ortswechsel rasant. Der Schreibstil ist präzise und fließend. Geschickt platzierte Cliffhanger ließen mich teilweise durch die Zeilen rasen. Die Spannung steigerte sich fast ins Unerträgliche. Und als es zu Ende war, hatte ich das Gefühl, dabei gewesen zu sein. Und war froh, dass alle meine Lichtschalter funktionierten!

Blackout ist eines der eindrucksvollsten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe und vergessen werde ich es wohl nie.
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