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3,4 von 5 Sternen
Kann ich gleich zurückrufen?: Der alltägliche Wahnsinn einer berufstätigen Mutter
Format: TaschenbuchÄndern
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am 19. März 2015
Barbara Streidl schreibt in ihrem 2012 im blanvalet Verlag erschienen Buch über eine Woche in einer fiktiven Familie. Die Familie besteht aus einem Kind im Kindergartenalter (etwa 3 Jahre alt), der Teilzeit berufstätigen Mutter, die einem Bürojob nachgeht, und dem Vater, der Vollzeit in einer verantwortungsvollen und lukrativen Tätigkeit nachgeht.
Die Familie wohnt in einer Wohnung mit Busanbindung und wird regelmäßig von einer Putzfrau und der Mutter der Mutter unterstützt.

Das Buch ist in Tagebuchform geschrieben und geht von Montag bis inklusive darauffolgenen Montag, die Mutter schreibt in der ICH - Perspektive. Es werden die Alltagsprobleme der Familie in Puncto Haushaltsorganisation, Kinderversorgung, ausreichender Qulitätszeit mit dem Kind und dem Partner, berufliche Verpflichgungen, Arbeitsweg, erkranktem Kind und der Koordination all dieser Aufgaben beschrieben. Hierbei zitiert die Autorin auch aus statistischen Quellen, wir haben es hier also mit der gehobenen "Durchschnittsfamilie" zu tun. Beide Chefs sind schon ältere Semester und haben ein nach wie vor konservatives Rollenbild. Die Mutter hat nach 2 Jahren "Babypause" wieder ihren alten Job in der Projektleitung (mit Assistentin) zurückbekommen, der Vater arbeitet auf eine Beförderung hin. Die Großmutter ist sehr modern und sieht ihre Selbstverwirklichung auch nicht im ständigen "Sitten" des Enkels, sondern möchte autonom leben.
Mehr kann und will ich mich auch zum Inhalt verraten, damit die Lektüre spannend bleibt. Ich bemühe mich auch, meine Meinung so spoilerarm wie möglich zu gestalten.

MEINUNG:
Wegen der Aufmachung des Buches (Farbe, Piktogramm, Titel, Untertitel) habe ich Chick Lit erwartet, jedoch ein sozialkritsches Buch, ohne Lösungsansatz, bekommen. Das entspricht nicht dem, was ich mir gewartet und gewünscht habe, da ich mich ein Stück weit um locker-leichtes Lesevergnügen betrogen gefühlt habe - wegen der falschen Erwartungshaltung.

Die Recherchearbeit des Buches ist jedoch gut, das statische Material richtig gelesen und gut in die Handlung eingearbeitet. Jede Mutter (egal, ob berufstätig oder nicht) wird sich ein Stück weit in diesem Buch finden. Leider zeigt es nur Missstände auf, gibt aber weder individuelle noch gesellschaftliche Ratschläge zur Verbesserung, daher bewerte ich das Buch mit unterdurchschnittlich.

Aus meiner Sicht ist das Buch auch eine extrem positive Übertreibung. Aus wirtschaftlichen Überlegungen (damit ich einen unbefristeten Arbeitsvertrag und damit eine richtige Einstufung ins Entlohngsschema bekomme), bin ich sofort nach dem Mutterschutz wieder Teilzeit (75 % für ein Jahr) und danach wieder Vollezeit (mit Überstunden und allem drum und dran) wieder arbeiten gegangen. Während des ersten Jahres war mein Mann in Karenz und wird noch bis zum 3. Geburtstag in Teileit (60%) bleiben. Seit dem ersten Geburtstag "muss" mein Kind täglich von 7 bis 16 Uhr in die Krippe, was ihm aber nichts ausmacht, meist gefällt es ihm (tolle Betreuung) und er geht gerne und entwickelt sich gut.

Das schlechte Gewissen in dieser Form der Mutter, und besonders in der Intensität, kenne ich nicht und kannes ihr auch nicht nachfühlen. Ich habe sehr unter der Zeit im Mutterschutz gelitten (Kind hat kaum geschlafen, Schreibaby, 3-Monats-Koliken gingen fast nahtlos in Zahnungsbeschwerden über) - und ich genieße es auch keine Sekunde, mit meinem kranken Kind zu Hause zu sein, da ich auch dann (zumindest teilweise) weiterarbeiten muss, ich kann auch dann nicht meine Arbeitsleistung einstellen.

Ebenso bin ich neidisch über die Putzfrau und die Oma, die einspringt - für mich sind zwei Tage (zu je 6 Stunden) im Jahr ein Luxus, wo sich ein Großelternteil um den Kleinen kümmert, abends mal Weggehen oder Zeit mit meinem Partner verbringen, ist leider nicht drin (auch wegen der nötigen Arbeitsbelastung) - und eine Putzfrau könnten wir auch finanziell nicht stemmen, keine Ahnung, wieviel die Protagonisten verdienen (und auch ich musste für mein Geld studieren).

Dem Bus nachlaufen mache ich nicht, das ist einfach zu spätes Aufstehen der Protagonistin (ja, ich stehe auch 1 1/2 Stunden auf, bevor wir wegmüssen, das geht halt nicht anders) und lasse mir im Weggehen (abgeben im Kindergarten) und Arbeitsbeginn 20 Minuten Pufferzeit, die ich zwar ab und zu kaffeetrinkend herumsitze und tratsche, aber jeden Tag auf den letzen Drücker will ich nicht auftauchen, da bin ich unentspannt.

Fazit: dieses Buch ist eine statistische Zusammenfassung in Romanform, das man lesen kann, aber definitiv nicht muss.
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am 18. Januar 2013
Rabenmütter, Wochenendväter, Teilzeitkinder - und alle total am Ende?
Ihr Kind hat beim Frühstück getrödelt. Deshalb kommt sie zu spät ins Büro - und entschuldigt sich mit einem davongefahrenen Bus. Eine junge Mutter wie so viele andere, in der Rushhour des Lebens zwischen Kind und Karriere. Eine Woche lang begleitet dieses Buch sie durch den Alltag - der genau durchgeplant ist, um Muttersein, Job und Beziehung unter einen Hut zu bringen. Muss das Leben einer Frau, die weder auf ein Kind noch auf ihren Job verzichten will, noch immer an Wahnsinn grenzen?

Die Wahrheit über den Alltag der berufstätigen Mutter von heute.

Die Autorin Barbara Streidl hat in diesem Buch geschrieben -wie der Alltag ein berufstätigen Mutter ist - die noch während der Elternzeit wieder in Ihren Beruf zurückgekehrt ist! Während des lesen erfährt man mehr über die Vorteile und Nachteile aus dem Leben einer Karrierefrau die Hin und Hergerissen zwischen Mutterdasein, Ehefrau und Karrierefrau dasein ist! Jedem rechtmachen kann man es nicht! Ich persönlich bewundere die Mutter - das sie das alles so auf die Reihe bekommt!
Vorurteile im Berufsleben von den anderen gegen Mütter mit Kleinkindern...... Sich selbst stets und ständig unter Druck setzten
Schuldbewusstsein gegenüber ihren Sohn TIKA" ist an der Tagesordnung!
Geschrieben ist das Buch für werdende Mütter - sie können mal reinschauen was auf sie zukommen wird. Wie ein Tagebuch kann man eine Woche aus dem Leben dieser Mutter lesen von Montag bis Montag immer mit der aktuellen Sichtweise und Gedanken einer Mutter! Die ich wirklich sehr bewundere und ihre Gedankengänge sehr nachvollziehen konnte und mich ihr zu identifizieren!

Ich fand das Buch wirklich lesenswert und wer eine werdende Mutter hat die noch nicht schlüssig ist ob sie nach dem Mutterschutz oder dem Elterngeld wieder arbeiten gehen soll - lege ich dieses Buch als kleine Stütze doch sehr ans Herz! An was alles gedacht werden muss... Ein Netzwerk aufbauen für die Versorgung des Kindes und so weiter...

Was mir bekannt vorkam in letzten Kapitel - man setzt sich ständig immer und überall selbst unter Druck - wenn man aber die Ist mir alles Scheiß Egal" Haltung annimmt - hier im Buch des Jobs wegen- sich nicht die Gedanken mach was passiert wenn... Klappt es irgendwie doch viel einfacher....
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am 12. Januar 2013
Die 1972 in München geborene und heute dort lebende Barbara Streidl beschäftigt sich nicht nur als Gründerin und auf ihrem Blog [...] mit dem Thema Feminismus. Bereits 2008 wurden sie und die Mitbetreiber des Webblogs maedchenmannschaft.net mit dem Preis Best German Blog ausgezeichnet. Streidl studierte Germanistik und Komparatistik, arbeitet als Musikerin, Journalistin und Autorin. Aus ihrer Feder stammen die bei blanvalet erschienenen Bücher Wir Alphamädchen – Warum Feminismus das Leben schöner macht und das gerade vor mir liegende KANN ICH GLEICH ZURÜCKRUFEN? Der alltägliche Wahnsinn einer berufstätigen Mutter.

Beide Bücher würde ich, da mir kein anderes Genre dazu einfällt, in die Kategorie Nonfiction sortieren, obwohl Streidl ihre LeserInnen in KANN ICH GLEICH ZURÜCKRUFEN? Der alltägliche Wahnsinn einer berufstätigen Mutter an acht Tagen aus dem Leben einer fiktiven Mutter, aktuell und von eben dieser Mutter selbst erzählt, teilnehmen lässt.

Das Cover, soviel gleich vorab, vermittelte mir einen etwas falschen Eindruck. Das gelbe Piktogramm einer weiblichen Gestalt, der der Kopf zu summen scheint, mit klingelndem Handy in der einen und einem Kinderwagen an der anderen Hand, scheint zusammen mit dem Titel zunächst auf einen heiteren Roman für Frauen hinzudeuten. Auch die Inhaltsangabe erweckt, flüchtig gelesen, diesen Eindruck. Die gewählte Farbe (Dunkelmagenta) für den Bucheinband an sich verstärkte dann meine heiter-fröhliche Erwartungshaltung an das Buch zusätzlich. Lediglich ein Satz von Andrea Nahles, in dem Sie das Buch als leidenschaftliches Plädoyer für eine Arbeitswelt bezeichnet, in der man sich nicht für seine Kinder entschuldigen muss, weckte in mir den Verdacht, dass es sich dann doch um etwas anderes handeln könnte.

Und tatsächlich las ich dann eine eher sachlich-ernste Schilderung von acht Tagen im Leben einer jungen Frau. Sie ist verheiratet mit einem verständnisvollen und so erfolgreichen Mann, dass sie gar nicht arbeiten muss. Sie haben ein gemeinsames Kind. Besagtes Kind geht in die Kita. Es gibt eine Oma, die ebenfalls darauf aufpasst. Es gibt eine Putzfrau, die im Haushalt hilft. Es gibt Elternzeit, Elterngeld sowie Kindergeld. Eigentlich alles also, um glücklich zu sein. Wenn da nicht das wäre, wovon jede Mutter ein Lied singen kann - und zwar nicht nur die Berufstätigen, wobei die natürlich eventuell in verschärfter Form. Ständiger Druck bestimmt den Alltag der jungen Frau, die gerne arbeitet und so schnell wie möglich in ihren Beruf zurückgekehrt ist, um den Anschluss nicht zu verlieren. Dieser Druck wird von der Angst zu versagen ausgelöst. Nicht nur weil das Muttersein beim ersten Kind eben noch neu ist, auch weil das Organisationstalent permanent auf die Probe gestellt wird, wenig zeitlicher Spielraum bleibt und die Schere zwischen Plan und Realität bisweilen zu sehr auseinanderklafft. Der Druck wird auch ausgelöst durch Wut und schlechtes Gewissen. Gegenüber dem Kind (weil es da ist?), dem Arbeitgeber, den Kollegen, dem Mann, der Oma, den Kita-Angestellten (weil sie sich von allen irgendwo, irgendwie, irgendwann im Stich gelassen oder angegriffen fühlt?) Das eine bedingt das andere und umgekehrt. Ganz kritisch wird es, als die Oma von heute auf morgen aus gesundheitsbedingten Gründen ausfällt und selbst zu einem Problem wird.

Diese Probleme haben sich - mal Hand aufs Herz - nicht allzu sehr geändert in den letzten Jahren. Kindererziehung und Pflege von Angehörigen ist etwas, das nach wie vor eher Frauen als Männer stemmen. Wer aus einer wirtschaftlich sicheren Situation als Mutter arbeiten geht, wird auch heutzutage noch schnell als karrieregeil und eigensüchtig verschrien. Die Mütter, die aus wirtschaftlicher Not heraus berufstätig sind, müssen einfach funktionieren und froh um ihren Arbeitsplatz sein. Kita, Kindergeld, Elterngeld, Erziehungsurlaub, Arbeitsplatzgarantie - all das haben die Mütter vor einigen Jahrzehnten nicht oder kaum gekannt und in Anspruch nehmen können. Trotzdem ist mit Einführung all dieser wunderbaren Errungenschaften das Leben für sie nicht zwingend leichter geworden, weil die Ansprüche gestiegen sind.

Die Bildungschancen und Karrieremöglichkeiten der Frauen haben sich verbessert, in der beruflichen Perspektive werden Kinder jedoch immer noch als eine Art Hemmschuh betrachtet. Gleichzeitig verschärfen sich unabhängig davon die Bedingungen wieder. Wenn man etwa die brandaktuelle Entwicklung im Rentenbereich betrachtet, scheint es für alle künftigen Rentenempfängerinnen eindeutig ratsam, schnell wieder ins Arbeitsleben einzusteigen.

Streidl lässt ihr fiktives Elternpaar über diese Probleme diskutieren, bindet dabei die Ergebnisse diverser Studien ein. Die beiden kritisieren zusammen oder getrennt arbeitspolitische Fragen (von der eigenen Tätigkeit, im Bezug auf ihre eigene Putzfrau oder anlässlich der unterbezahlten Erzieherinnen in der Kita ihres Sohnes), führen mehr oder weniger konstruktive Gespräche. Spätestens hier wird unabhängig von den ständigen Beteuerungen (gar nicht arbeiten zu müssen) der erzählenden Hauptfigur klar, dass Streidls Hauptfigur keineswegs für alle berufstätigen Mütter steht, sondern eher gut gebildete, finanziell abgesicherte Mütter in stabilen sozialen Verhältnissen betrifft.

Mehr als eine (reale) Mutter wird sich in Streidls fiktiver Gestalt und den auf acht Tagen komprimierten Erlebnissen und Emotionen wiedererkennen. Bedauerlicherweise wird keine von ihnen einen ungefähren Lösungsansatz für die breit gefächerten, gut recherchierten aber sehr trocken dargestellte Problemstellungen finden. Obwohl die innere Zerrissenheit der Hauptfigur sehr gut dargestellt fand und diese auch durchaus sich durchaus selbstkritisch betrachtet, empfand ich sie zeitgleich fast bis zum Schluss als jemand, der auf hohem Niveau zu jammern gelernt hat.

Mit der beschriebenen Erkrankung der Oma und den daraus resultierenden Folgen deutet sich letztlich ein Wechsel an. Erst danach wird der jungen Mutter scheinbar bewusst, dass der meiste Druck von ihr selbst erzeugt wird und nur sie etwas ändern kann. Gleichzeitig deutet genau dieser Wechsel aber auch an, dass sie in gewisser Weise resigniert und sich den gesellschaftlichen Strukturen unterwirft, indem sie zurücksteckt. Das empfindet sie glücklicher- und sympathischerweise nicht als Verlust oder Versagen. Doch auch wenn mich das mit dem übrigen Buchinhalt an sich irgendwie versöhnt, frage ich mich doch unwillkürlich, was eine Autorin wie Streidl, die sich vorwiegend mit Feminismus beschäftigt, damit ausdrücken möchte.

Fazit:

Mit KANN ICH GLEICH ZURÜCKRUFEN? Der alltägliche Wahnsinn einer berufstätigen Mutter bietet Streidl einen Einblick in den täglichen Spagat zwischen Wollen und Können, zwischen Müssen und Dürfen. Kind und Karriere, beides ist auch heute noch schwer vereinbar. Eine romanähnliche gehaltene Darstellung dieser Thematik offenbar auch, denn die eher trocken-analytische Beschreibung Streidls hebelt eben diesen Versuch aus. Insgesamt frage ich mich nach Beendigung des Buches nach der eigentlichen Intention der Autorin, bietet sie doch nur eine Auflistung von gleichermaßen bekannten wie gesellschaftlich gerne ignorierten Problemen ohne Lösungsmodelle oder auch nur andeutungsweise Lösungsansätze. Trotz der guten und kritischen Recherche möchte ich deshalb nur drei von fünf Punkten dafür vergeben.

2013 Antje Jürgens (AJ)
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Eine Woche im Alltag einer berufstätigen Mutter, 7 Tage Zerreißprobe zwischen Kind, Job, Haushalt und Beziehung. Was für viele Frauen der tägliche normale Wahnsinn ist, wird hier in einer romanähnlichen Handlung erzählt.

Eine Mutter, die bereits nach einem Jahr in ihren Beruf zurückkehrt , weil sie es wollte und nicht weil sie es musste. Eine Frau die ihren Job gerne macht, die aber ebenso mit Hingabe eine Mutter ist und außerdem in einer glücklichen Ehe lebt, welche sie mit vollem Einsatz hegt und pflegt.

Solch ein Alltag ist sicherlich machbar und viele Frauen und Mütter leben ihn. Doch sie kennen es auch nur zu gut, wenn einer der Pfeiler, auf dem dieser durchorganisierte Tagesablauf ruht, kippt. Das kann ein zu spät gekommener Bus sein, oder ein krankes Kind, wenn die Krankheitstage bereits aufgebraucht sind. Es kann sein, dass der Kindergarten unvorhergesehen einen Tag nicht öffnet. Dann bricht die gesamte, perfekte, straffe Zeitplanung zusammen. Dann gilt es zu improvisieren. Das dies nicht immer einfach ist und zu gehetztem Dauerstress führen kann, wissen wohl alle berufstätigen Mütter aus eigener Erfahrung.

In diesem Buch begleiten die Leser eben diese Frau für genau eine Woche durch ihr Leben und lässt uns teilhaben an allen gehetzten, genervten und natürlich auch sehr schönen Momenten …

***

Die kurze Inhaltsangabe hatte mich gleich neugierig gemacht, denn auch ich bin eine dreifache Mutter, die immer recht schnell wieder ins Berufsleben eingestiegen ist. Zu meiner Zeit gab es noch den Erziehungsurlaub von drei Jahren, während denen ich aber auch immer schnell wieder Teilzeit arbeiten war. Ich hatte nicht die Möglichkeit meine Kinder in eine Krippe für unter 3-jährige zu geben, sondern habe das anderweitig organisiert.

Eigentlich hat mir das Buch ganz gut gefallen, mir hatte es jedoch zu viel Ratgeber- oder Sachbuchcharakter. Vielleicht war auch einiges absichtlich extrem überzogen, dass mag sein. Wenn ein Alltag jeder Mutter, die wieder arbeiten möchte, so aussieht, dann wird es viele wahrscheinlich abschrecken, überhaupt ein Kind zu bekommen. Arbeitgeber und Kollegen, die immer unfreundliche oder spitze Bemerkungen über die Mutterschaft fallen lassen, die sind meiner Meinung nach, bestimmt nicht die Regel.

Die Gefühle der Mutter kamen jedoch sehr gut rüber, wie etwa ihre innere Zerrissenheit. Beispielsweise wenn sie ihr Kind mittags im Kindergarten abholt und dann die freie Zeit mit ihrem Sohn zu Hause genießen könnte, stattdessen aber immer wieder überlegt, was sie noch alles tun muss/müsste: Haushalt, Wäsche, Arbeit, die sie mit nach Hause genommen hat. Das eigentlich nun nach der Arbeit der Kleine Priorität haben sollte, sie genau das eigentlich auch will, jedoch trotzdem abends dann froh ist, wenn ihr Sohn im Bett ist, damit sie die weiteren Dinge erledigen kann (und natürlich genau dann der böse Stich des schlechten Gewissens ins Herz erfolgt!).

Was mir auch nicht so gefiel war, dass in abendliche Unterhaltungen mit ihrem Mann, die die Protagonisten dann auf dem Sofa führte, stets politische Inhalte eingeflossen sind. Elterngeld, staatlich gesicherte Krippenplätze. Sicherlich sind diese Themen interessant, doch werden sie unter Ehepaaren, die beide einen schweren Tag hatten, bestimmt nicht regelmässig abends oder morgens am Frühstückstisch geführt.

Das es manchmal viel besser läuft, als man denkt erfährt der Leser an dem Wochentag, vor dem es der Protagonisten absolut absolut gegraust hat. Genau der Tag, wird dann wider erwartend überraschend gut und positiv. Was für ein Ereignis dies ist, möchte ich nicht verraten.

Das Cover macht in seinem Violett mit dem darauf abgebildeten gelben Kinderwagen und der Mutter den Eindruck eines humorvollen Frauenromans. Das ist das Buch aber in keinem Fall. Es beleuchtet eher ernsthaft und mehr sachlich diese Woche der berufstätigen Mutter.

Mein Fazit: 3 von 5 Sternen für interessante 7 Tage, die ich als Leserin die Protagonistin begleitet habe. Mir stellenweise zu „trocken“ und negativ dargestellt, was allerdings immer Geschmackssache ist oder ich vielleicht einfach das Glück hatte/habe drei Kinder und die Arbeit stressfreier unter einen Hut zu bekommen.

© Buchwelten 2012
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am 25. Februar 2013
Mir ist klar, dass es berufstätige Mütter nicht leicht hatten, haben und haben werden! Mir ist auch klar, dass der Alltag kein Zuckerschlecken ist! Aber das weiss ich, bevor ich mich drauf einlasse! Mich hinsetzen und drüber jammern und beschweren, während ich angeblich so viel zu tun habe, macht es nicht besser, sondern zieht das ganze fast ins Lächerliche! Vorallem wenn ich, wie die Autorin, auf hohem Niveau jammer!
Ich kann mir natürlich überall die Rosinen rauspicken, aber dann sollte ich mich nicht wundern, wenn das ganze Trockenobst auch Nebenwirkungen hat! Man kann vielleicht alles wollen, aber man kriegt nicht alles! Das bringt man schon kleinen Kindern bei! Irgendwo muss man Abstriche machen oder sich vierteilen!!!!
Ich habe mich immer wieder fürchterlich geärgert, als ich das Buch gelesen habe!
Wer als arme berufstätige Mutter Bestätigung sucht und zu viel Zeit hat, kann das Buch gerne lesen. Wer auf dem Boden der Tatsachen lebt und seine knappe Zeit mit spannenderen oder sinnvolleren Dingen verbringen will, sollte drauf verzichten!
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am 29. November 2012
Ich habe das Buch in einer Frustsituation gekauft, als der passende Bus zur Regionalbahn weg war und ich das Abholen meiner 4jährigen aus der Kita per Handy und Oma koordinieren mußte. Da lag das Buch im Schaufenster eines Buchladens - gekauft, am gleichen Tag ausgelesen und ein paar Mal dabei geheult, weil es einfach so realistisch ist. Wie aus meinem Leben beschrieben. Wenn in meinem Leben die Oma ausfallen würde, wäre Vollzeit arbeiten mit einem 1,5 Std. Arbeitsweg (also 3 Std. täglicher Fahrtzeit und 12 Std. außer Haus) nicht mehr möglich. Alleinerziehend würde ich mit Halbtagsarbeit aber in die Sozialsysteme fallen. Alles läuft bei uns perfekt auf die Minute durchgeplant, aber wenn der Bus oder die Bahn weg sind, dann bricht so ein Alltagssystem schon mal zusammen. Es war so eine Erleichterung, im Buch einen Teil meines Lebens nachzulesen und mich nicht mehr so alleine mit diesem täglichen Streß zu fühlen. Ich würde gerne mehr davon lesen, auch gerne mit den im Buch gegebenen Hintergrundinformationen, von denen mir einige tatsächlich unbekannt waren. Also - es ist vielleicht kein Erziehungsratgeber, aber für Mütter oder Väter in der entsprechenden Situation zwischen Arbeit, Kita, Grundschule, Spielplatz und (potentiell) Beziehung ein sehr tröstendes Buch.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. September 2012
Die Inhalte stimmen und ich denke die meisten berufstätigen Mütter werden sich darin wiederfinden. Allerdings finde ich es ziemlich dröge beschrieben und die Intention des Buches ist mir nicht klar. Ist ja gut und wichtig das zum Thema zu machen, aber die, die nicht in der Situation sind werden das Buch nicht lesen, und die die es sind... also wenn ich schon mal zum Lesen komme dann will ich auch was davon haben, und dieses Buch bietet keine Vorschläge wie frau besser durchkommt, keine Lacher trotz Probleme sondern schildert einfach aneinandergereiht die Ereignisse des Alltags. Wer soll denn was davon haben? Mich deprimiert das nur. Keine Ahnung was die Autorin vorhatte.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. April 2013
Inhalt:
Sie ist eine berufstätige Mutter mit einem dreijährigen Sohn und versucht trotz aller Widrigkeiten Kind und Beruf unter einen hut zu bringen. Trotz kranker Mutter, streikenden Erzieherinnen und dem ganz normalen Alltag.

Meine Meinung:
Welche berufstätige Mutter kennt das nicht: Das Kind möchte nicht immer so wie es muss. Der Chef beschwert sich und sieht einen nur als Arbeitstier und nicht die Mutter. Die das schlechte GEwissen plagt weil sie mit ihrem Kind zu wenig Zeit hat und es einen Tag nach dem Fieber wieder in den Kindergarten schicken muss.

Genauso geht es dieser Mutter hier. Mir Gott sei Dank nicht, denn ich arbeite nur teilzeit. Trotzdem bekam ich schon dumme Kommentare zu hören. Als mein Sohn fast zwei Jahre alt war fing ich an Taxi zu fahren. Es gab ja genug Verwandtschaft die sich bereit erklärte aufzupassen und am Wochenende war da ja auch der Papa. Dann kam das Angebot den Zwerg in den Kindergarten zu schicken bevor er drei wird und ich hab es angenommen und weiß noch das ich als Rabenmutter beschimpft wurde. Das werde ich wohl auch nicht vergessen. Dabei musste ich mit arbeiten ohne diesen kleinen Nebenverdienst ging es gar nicht und wir hatten gewiss keine Luxusvorstellungen. Geht man allerdings nicht arbeiten und ist "nur" Hausfrau und Mutter wird man für faul gehalten. Deswegen Hut ab vor den Müttern die Beides hin bekommen.

So wie auch die Mutter aus diesem Buch. Auch wenn nicht immer alles nach Plan läuft meistert sie Job, Kind und Mann doch sehr gut. Man wächst mit seinen Aufgaben. Dabei ist dieses Buch keine reine Unterhaltungsliteratur, sondern ist sozialkritisch. Sehr interessant ohne dabei langweilig zu sein. Gespickt mit Fakten die am Ende auch durch Fußnoten belegt werden. Ein Sachbuch was auch unterhaltsam ist und zeigt was Mütter heute teilweise leisten müssen. Wie sie den Spagat versuchen und dabei egal was sie tun anecken.

Es bleibt zu hoffen das der ein oder andere Chef und Politiker dieses Buch liest und mal darüber nachdenkt bevor er das nächste Mal handelt.
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am 20. August 2012
... aber trotzdem kann das (Arbeits-)Leben mit Kind schön und lustig sein.

Die Autorin beschreibt den tatsächlichen Alltag einer berufstätigen Mutter, so wie er ist. Tatsächlich ist er gerägt von Organisation, Zeitmangel und dem Versuch, bei dem Spagat allen gerecht zu werden. Dennoch bin ich der Meinung, dass der Alltag nicht so freudlos und absolut frei von Humor ist. Barbara Streidl knüpft viele gut recherchierte Fakten in die Geschichte und für viele berufstätige Mütter ist die Erzählung mehr als nachvollziehbar. Die Protagonistin scheint aber überhaupt keine Freude in ihrem Leben zu haben.
Schade, denn Kinder machen so viel Spaß, auch wenn man nebenbei noch vollzeit arbeitet...
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am 29. Mai 2014
Dieses Buch ist etwas für jede berufstätige Mutter, die den Wahnsinn
zwischen Mutterrolle, Kindererziehung, Haushalt, Ehe usw. kennt.
Es ist lustig, spricht einem aus dem Herzen und ist super geschrieben,
das beste Buch, das ich seit langem gelesen habe!
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