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am 30. Januar 2011
Cristin, die schwangere Gattin des Goldspinners Lukas Bremer, führt mit diesem ein unbeschwertes Bürgersleben in Lübeck, bis nach der Geburt ihrer Tochter ihr Ehemann ganz plötzlich einen qualvollen Tod stirbt, der die Ärzte rätseln lässt. Cristin wird beschuldigt, ihren Mann durch Hexerei aus dem Wege geräumt geräumt zu haben, wird vor Gericht gestellt und aufgrund übler Verleumdungen zum Tode durch Begraben bei lebendigem Leibe verurteilt. Das Urteil wird vollstreckt - doch der Sohn des Henkers, Baldo, der Zweifel an Cristins Schuld hegte, befreit sie und zieht mit ihr ins Ungewisse auf der Suche nach ihrem Schicksal und den wahrhaft Schuldigen...

So weit so gut, doch wie in dieser Geschichte fortan Kommissar Zufall mitspielt, ist schon ernüchternd und schockierend. Die Handlung nimmt des öfteren dermaßen unglaubwürdige und durchschaubar konstruierte Wendungen bzw. Entwicklungen, um die Geschichte "am Laufen zu halten", dass ich den Satz nicht zuende lesen konnte, das Buch erstmal weglegen und den Wutknubbel hinunterschlucken musste und für mich dachte "nein, das ist jetzt nicht euer Ernst...". Hier nur ein paar Beispiele:
- Cristin --soeben befreit-- und Baldo --der ein verschwörerisches Gespräch belauscht hatte, das Cristins Unschuld bezeugen und die Geschichte schnell auflösen könnte-- flüchten Hals über Kopf; auf der Flucht begegnet Baldo einem Wildschwein, wird angegriffen, überlebt nur knapp und verliert dabei seine Erinnerung. Pech.
- Cristin streift mit Baldo auf der Flucht nach Hamburg durch das Land, sie treffen auf eine Gauklertruppe und der Narr ist wer? Natürlich der unbekannte Zwillingsbruder, der --von einer mysteriösen seelischen Verbindung geleitet-- auf der Suche nach der in Gefahr gewähnten Schwester just in dem Moment auftaucht, da die Handlung ansonsten ins Stocken geriete... Deus ex machina?
- Auf dem Weg nach Polen, um einer Mädchenschieberbande das Handwerk zu legen, finden die Freunde am Strand zwei Bernsteine und prompt kommt der gute Bernsteinhändler, der ihnen die Steine für ein kleines Vermögen abkauft. Ohne Geld ginge es nämlich nicht weiter.
- Man nächtigt in einem polnischen "Armenhaus" in Slupsk --wofür das Geld des Bernsteinhändlers benötigt wird--, dem einzigen, das auch durchreisende Fremde aufnimmt, und am anderen Tage kommt wer genau dorthin? - die schöne Königin von Polen, und die will mit niemand anderem reden, als mit Cristin über das Schicksal des kleinen Janek, den die Freunde unterwegs noch aus einem von Deutschrittern verheerten Dorf aufgelesen hatten. Damit nicht genug: die Schöne kippt um --schon länger von einem unbekannten Leiden gepeinigt--, schickt alle Diener und Wächter hinaus bis auf Cristin, die legt mal flugs ihre Hand auf --nebenbei ist sie ja noch Wunderheilerin-- und abrakadabra ist Jadwyga wieder gesund und die beiden werden ein Herz und eine Seele. Hach ja, schön.
- Cristin und Baldo entschließen sich letztlich doch, nach Hause zurückzukehren, um dem Unwesen der Mädchenschieber dort weiter nachzuforschen, was passiert? Das Schiff wird von den Vitalienbrüdern geentert --soweit okay--, sie werden auf deren Schiff verschleppt --auch noch ok--, die Piraten finden an Bord ihres eigenen (!) Schiffs geschmuggelte Mädchen --*schock*, wie kommen die denn dahin?-- und der plötzlich philantrope Piratenkapitän stellt an Deck ein öffentliches Verhör eines seiner Mannschaftsmitglieder an, der natürlich munter auspackt und den Freunden auf die Art all das verrät, was sie eigentlich ermitteln wollten. Der Piratenkapitän als Kämpfer für Gerechtigkeit, oh man, oh man...

An sich ist die Idee der Story ja gar nicht mal schlecht, aber die Art, wie sie sich entwickelt, ist einfach zu oft durchschaubar konstruiert und haarsträubend unglaubwürdig. Zwei Sterne, keinesfalls mehr.
66 Kommentare|52 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Christin Bremer führt mit ihrem Mann Lukas eine sehr glückliche Ehe. Zusammen betreiben sie eine gutgehende und angesehene Spinnerei in Lübeck. Gekrönt wird ihr Glück durch die Geburt ihrer Tochter Elisabeth.

Doch kurz nach der Geburt stirbt Lukas und Christin wird des Mordes angeklagt . Durch falsche Zeugenaussagen wird sie zum Tode durch lebendiges Vergraben verurteilt.

Baldo Schimpf, der Sohn des Henkers, glaubt jedoch an ihre Unschuld und rettet sie vor dem Ersticken.

Von nun an sind die beiden auf der Flucht und Christin hat nur einen Gedanken: Sie will den wahren Mörder ihres Mannes überführen und ihre Tochter zurückholen.

Das Buch ist sehr kurzweilig, läßt sich gut lesen. Allerdings passieren so viele unvorhergesehene Dinge und ein Zufall jagt den anderen; das empfand ich dann doch öfters als etwas sehr unwahrscheinlich für die damalige Zeit. Christin und Baldo kehren schon nach kurzer Zeit nach Lübeck zurück, obwohl sie genau wissen, das sie gesucht werden. Das würde ja auch kein normaler Mensch tun.

Gerade als sie entdeckt werden, kommen sie, natürlich durch einen weiteren Zufall, einem Mädchenhändlerring auf die Spur. Um die Täter überführen zu können, brauchen sie aber Beweise und dazu ist eine Reise nach Polen nötig.

Auch dort müssen sie wieder zahlreiche Abenteuer überstehen und das eigentliche Vorhaben, nämlich den Mörder Lukas zu finden und Elisabeth zurückzuholen, gerät ins Hintertreffen.

Aber natürlich fügt sich alles zusammen und in Polen finden sie auch die Beweise für Lukas Mord..

Also alles in allem, eine immer wieder abschweifende Geschichte mit vielen verschiedenen Themen.

Z.B. hat Christin heilende Hände und sie kommen auf ihrer Reise durch Hamburg. Dort nimmt sie ein Bader auf, bei dem sie einige Zeit leben. Christin lernt dort viel über Heilkunst, aber dann wird es nicht weiter ausgebaut.

Auch die Goldspinnerei wird nur auf den ersten Seiten erwähnt, der Titel des Buches ist eigentlich irreführend..

Für mich hätten es etwas weniger Verwicklungen auch getan, aber trotz dieser kleinen Schwächen läßt sich der Roman flüssig lesen und ist nicht langatmig.
Also eigentlich ein netter Schmöker, wenn man keine hochgeistige Literatur erwartet..
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am 28. Juli 2013
eine Mixtur aus Kriminalroman und Liebesroman in historisierter Verpackung. Spannend, aber ohne großen Tiefgang. Genau das Richtige für einen sonnigen faulen Urlaubstag. Ich fange jetzt mit dem Fortsetzungsband an.
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am 1. September 2010
Nach einem starken Einstieg konnte ich "Die Goldspinnerin" nicht mehr zur Seite legen und habe so ein Wochenende "verloren". Schon nach kurzer Zeit hatte Cristins Schicksal mich so in den Bann geschlagen, dass ich unbedingt wissen wollte, ob sich ihr Leben zum Guten wendet und sie und Baldo, eine wunderbar gezeichnete Figur, glücklich werden können. Die geschickt eingestreuten Details des Alltags machen das Mittelalter spürbar und lebendig.
Hervorzuheben ist auch die schöne Ausstattung des Paperbacks mit Prägetitel und Karten im Innenteil. Durch das Glossar werden spannende Informationen vermittelt.
Die Goldspinnerin macht Lust auf ein weiteres Buch von Gerit Bertram und auch darauf, sich mehr mit der polnischen Königin zu beschäftigen.
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am 21. September 2010
Dieses Buch habe ich gesehen und geliebt. Es war für mich das erste Werk der Aurorin.
Das wunderschöne Cover zog mich einfach an, dort paßte einfach alles zusammen in einer regelrecht warmen Harmonie. Vor einem rötlichbraunen Hintergrund, an dessen oberen Rand das Panorama einer Stadt zu sehen ist, sitzt eine junge Frau mit einer Handspindel, die in ihre Arbeit vertieft ist. Die Kleidung der Frau sagte mir gleich, Hier handelt es sich um einen historischen Roman. Die Kleidung ist in Rot-Weiß gehalten, der Titel steht in goldener Prägeschrift darunter.

Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war für mich klar, dass ich dieses Buch lesen musste.

Cristin und ihr Mann Lukas betreiben in Lübeck eine gut florierende Goldspinnerei. Beide sind sehr glücklich miteinander und Cristin erwartet ihr erstes Kind. Alle Menschen in ihrer Umgebung mögen das Paar, auch ihre Lohnarbeiter sind sehr gern dort angestellt. Beide sind gut zu den Menschen. Aber mögen sie wirklich alle'
Nein, den nach einem rauschenden Fest, welches Lukas gegeben hatte für alle seine Freunde und Angestellten, wird Lukas krank. Nach abklingen des unwohlseins fällt er einfach um und stirbt kurze Zeit später.

Cristin wird verhaftet und des Mordes an ihren Mann und der Hexerei angeklagt. Bei der Vollstreckung des Todesurteils kann Cristin entkommen, mit der Hilfe des Henkerssohnes Baldo.

Kann Cristin mit Baldos Hilfe ihre Unschuld beweisen? Ja das solltet ihr selber lesen.

Der fesselnde, flüssige, ja schon liebevolle und detailgetreue Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Historische Begebenheiten wurden kurz aber genau erklärt, so hatte ich auch Einblick in das Leben des 14. Jahrhunderts in Deutschland. Während ihrer Flucht, die Cristin bis an den polnischen Königshof bringt, wurden wahre geschichtliche Begebenheiten eingebaut, so das man auf dieser Reise als Leser auch Persönlichkeiten kennen lernt die man nicht vermutet hätte.

Dieses Buch aus der Hand zu legen fiel mir sehr schwer, es zog mich einfach immer weiter. Die Spannung nahm immer weiter zu, bis es dann zur alles entscheidenden Gerichtsverhandlung kommt.

Mein Kopfkino lief während des ganzen Werkes mit, und das mit Ton und in Farbe.

Für mich ist diese Autorin ein neuer Stern am Autorenhimmel. Band zwei werde ich auf jeden Fall lesen

Hier vergebe ich kristallklare fünf Sterne für dieses Werk.
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am 9. Mai 2011
Erster Satz:
Warum sie sich an diesem Tage in der Menge treiben ließ, Christin würde es später nicht mehr sagen können.

Kurzinhalt:
Christin Bremer betreibt mit ihrem Mann eine Goldspinnerwerkstatt im Lübeck des 14. Jahrhunderts. Als sie schwanger wird, scheint das Glück der beiden perfekt.
Doch das Blatt wendet sich ganz plötzlich.
Kurz nach der Geburt ihrer Tochter Elisabeth stirbt Christins Mann und Christin wird des Mordes an ihm angeklagt. Bei lebendigem Leibe soll sie begraben werden.
Zwar wird Christin von dem Henkerssohn Baldo in letzter Sekunde gerettet. Doch fortan sind beide auf der Flucht. Dabei möchte Christin nur eins: ihre Unschuld beweisen und ihre Tochter zurück.

Meine Meinung:
Würde dieses Buch nicht permanent von unglaubhaften Zufällen bestimmt, es hätte durchaus 5 Sterne verdient.

Aber was sich das Autorenduo (hinter dem Pseudonym verbergen sich Iris Klockmann und Peter Hoeft, die sich in einem Internet-Schreibforum kennengelernt haben) dabei gedacht hat, hinter jeder Hausecke - egal an welchem Zipfel der Welt man sich gerade befindet - genau den Menschen auftauchen zu lassen, den es zum Fortgang der Handlung braucht, weiß ich auch nicht.
Was ich aber weiß ist, dass mich das bald unglaublich genervt hat.

- Christin wird verfolgt? - Prompt wird zu von einem plötzlich auftauchendem Helfer in die rettende Hausecke gezogen.

- Christin sucht bestimmte Personen, die am Mord ihres Mann beteiligt waren? - Schon trifft man genau diese (obwohl in einem völlig anderem Land) im nächsten Gebäude an und sie unterhalten sich natürlich genau über das, was es gebraucht hat.

Die Liste ließe sich beliebig fortführen, aber ich möchte nicht zuviel vorwegnehmen.

Das Leben ist nicht so! Das Mittelalter erst recht nicht. Christin hat - gerade als Frau - oft zuviel Glück, als dass man das noch als realistisch empfinden kann.
So wirkt es z.B. einfach nur lächerlich, wenn Piraten eine Frau an Bord eines gekaperten Schiffes entdecken und nichts anderes mit ihr anzufangen wissen, als (ACHTUNG, SPOILER) sie natürlich unversehrt freizulassen.

Hinzu kommen fantstische Elemente, die es in einem Mittelalter-Roman nicht auch noch zusätzlich gebraucht hätte: Christin hat heilende Hände, ihr Bruder ist Hellseher - wozu? Gibt es keine anderen Möglichkeiten, Spannung aufzubauen und in einer Handlung voranzukommen?

Die Geschichte hat das Potential auch ohne all dies sehr spannend zu sein. Die Reise der beiden Hauptfiguren führt durch die hanse bis in das mittelalterlich Polen, wobei sie viele interessante Menschen treffen. Das Autorenduo hat das Talent, Figuren zu entwickeln und sich sehr mit der historischen Materie beschäftigt, was auch der Glossar der mittelalterlichen Begriffe am Ende sowie die historische Karte von Lübeck beweist.

Wen all das kritisch Vorgebrachte nicht stört, der wird mit diesem Buch auf jeden Fall gut unterhalten sein. Man trifft einen Querschnitt durch die gesamte mittelalterliche Bürgerwelt: Könige, Bettler, Gaukler, Huren, Handwerker, Bauern.

Einzig das titelgebende Goldspinnen spielt nur am Anfang des Buches eine Rolle.

Fazit:
Zu zufallsbeladen, zu fantastisch - dabei durchaus spannend und wunderbar geschrieben.
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am 9. August 2013
Ein gut gespannter Bogen, aus der Geborgenheit bis zum vermeintlichen Niedergang. Aber am Ende gibt es doch ein Positives für die handelnden Personen.
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am 4. Dezember 2010
'Die Goldspinnerin' von Gerit Bertram (einem Autorenpaar) hat mich die letzten Tage richtig fesseln können.
Es geht um Christin Bremer, die glücklich mit ihrem Mann Lukas in Lübeck lebt. Christin arbeitet in der eigenen Werkstatt als Goldspinnerin und ist glücklich mit ihrem Leben. Als sie dann auch noch Mutter wird scheint alles perfekt zu sein. Aber Lukas verstirbt plötzlich und Christin wird des Mordes an ihrem Mann beschuldigt. Von da an ändert sich ihr komplettes Leben und Christin hat einen oft ausweglosen Weg vor sich'
Ich selber lese nicht so oft historische Romane und trete diesen auch oft skeptisch gegenüber. Bei diesem Buch war es allerding anders, denn schon das Cover machte mich neugierig und hat mir sofort gefallen. Die Geschichte beginnt sehr brutal, lässt den Leser aber augenblicklich in einer anderen Zeit ankommen. Die Sprache ist flüssig geschrieben und die Seiten ziehen nur so an einem vorbei.
Für mich ein wirklich gelungenes Buch, dass durch die immer wieder aufkommenden Spannungsmomente wirklich keine Lesepausen duldet.
Ich kann und werde es durchaus empfehlen!!!
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Cristin Bremer lebt mit ihrem Ehemann Lukas, der eine Goldspinnerei führt, in Lübeck. Nach einigen Jahren Ehe wird Cristin endlich schwanger und ihr Glück ist perfekt, als ihre Tochter Elisabeth geboren wird. Doch wenig später fühlt sich Lukas unwohl und stirbt. Cristin hat sich plötzlich vor dem Richteherrn zu verantworten und wird als Hexe zum Tod verurteilt. Nur durch Hilfe des Henkersohnes Baldo kann sie fliehen. Um als ehrbare Kaufmannsfrau in ihrer Heimat weiter leben zu können, muss sie so schnell wie möglich ihre Unschuld beweisen und die wahren Mörder finden. Ihr abenteuerlicher Weg führt sie über Hamburg nach Krakau, bis sie sich erneut dem Gericht stellt.

Hinter dem Pseudonym Gerit Bertram verbirgt sich ein Autorenduo, das mit diesem Roman sein Debüt vorlegt. Es führt seine Leser dabei in das Lübeck des 14. Jahrhunderts, wo es Frauen weder gestattet war, Lesen und Schreiben zu erlernen, noch einem Mann Widerworte zu geben. Protagonistin Cristin setzt sich natürlich darüber hinweg und hat auch einen sehr rücksichtsvollen Mann. Somit sind die Grundlagen für eine mutige und eigensinnige Hauptfigur gegeben. Mit dem Sohn des Henkers, der in der damaligen Zeit wie ein Geächteter behandelt wurde, bekommt sie einen Gegenpol aus einer anderen Gesellschaftsschicht an die Seite. Bis zu dieser Stelle der Geschichte war ich sowohl vom Schreibstil als auch vom Handlungsaufbau beeindruckt. Flüssig und die Geschichte vorantreibend waren die Worte gewählt. Dass nach einer gefährlichen Aktion nun ausgerechnet ein hilfsbereiter Bader den Weg kreuzt, stößt dabei noch nicht sauer auf. Das Paar bekommt immer genau dann die passende Lösung zum Problem präsentiert, wenn sie eigentlich selber darauf kommen müssten, dass sie ein Problem haben. Die Frage nach sicheren Schlafplätzen wird ebenso rasch beantwortet wie die Frage der Mahlzeiten. Die Häufung der Zufälle verdirbt mir einigen Lesespaß, weil so das Mitfiebern im Vorfeld ausgeschlossen wird.

Die Hauptmotivation für Cristin, nämlich den Mörder ihres Mannes zu finden, tritt stellenweise dermaßen in den Hintergrund, dass ich fast glaubte, sie hätte sich nun einem anderen Lebensziel zugewandt. Die Fülle an Ereignissen auf ihrer Reise lenkt dabei vom roten Faden ab. Zur Suche nach dem Mörder gesellen sich bald noch die Untaten der Deutschritter in Polen, der Aufbau von Waisenhäusern, die Lebensumstände von Hübschlerinnen und Gauklern und natürlich auch das Treiben der Vitalienbrüder auf der Ostsee. All diese Punkte sind zwar passend zum historischen Zeitpunkt gewählt, überfrachten die Handlung der Goldspinnerin zum Negativen. Weniger wäre hier sicher mehr gewesen. Das trifft auch auf die Dialoge zu, die die angespannte emotionale Situation der Reisenden beschreiben sollen. Hier ist deutlich zu merken, dass zwei Autoren am Werk waren.

Das Buch macht es mir nicht einfach, mir eine Meinung zu bilden. Es gibt einige gute Abschnitte und die Grundidee des plötzlichen Abstiegs der geachteten Kaufmannsfrau ist interessant, wenn auch nicht neu. Die durch allzu konstruierte Dialoge an Qualität verlierenden Handlungsverläufe mindern allerdings das Lesevergnügen. Gern hätte ich auch facettenreichere Pro- und Antagonisten gehabt. Ein paar Ausflüchte hätten die mit den wahren Ereignissen konfrontierten Übeltäter schon haben können. Hier wissen aber sowohl die Mörder als auch die Ostseepiraten, dass sie eigentlich Unrecht tun und lenken sofort ein. Vermutlich werde ich ebenso lange mit der Entscheidung ringen, ob ich der Fortsetzung "Das Gold der Lagune" überhaupt eine Chance gebe.
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am 21. Januar 2014
Die Geschichte ist spannend geschrieben,und man bekommt einen Einblick in das Leben längst vergangener Zeiten.
Es handelt sich jedoch nicht um eine Dokumentation, sondern um eine fiktive, bzw. geschönte Beschreibung.
Ganz unwahrscheinlich ist, dass eine Regentin eine "hergelaufene" Person ohne Bedenken in ihr personliches Leben hereinläßt.
Auf jeden Fall ist es eine unterhaltsame Lektüre.
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