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569 von 587 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mutige und wunderschöne Literatur
Ein Australier, der eine Geschichte über Nazideutschland erzählt - ungewöhnlich? Nein, denn Autor Markus Zusak hat deutsche und österreichische Wurzeln. Die Erzählungen seiner Eltern über die Bombenangriffe auf München im Zweiten Weltkrieg verarbeitete er in diesem Jugendroman.
Zusak lässt diese ungewöhnliche und...
Veröffentlicht am 13. Juni 2008 von Media-Mania

versus
16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein Funke übergesprungen
Die Idee, dass der Tod persönlich die Geschichte der Bücherdiebin erzählt, machte mich ziemlich neugierig. Denn so was liest man selten bzw. für mich war es sogar das erste Mal, eine Geschichte aus dieser Perspektive zu lesen. Der etwas holprige Anfang nahm ich deshalb gerne in Kauf, um der Geschichte Zeit zu geben, sich zu entwickeln. Doch auch nach...
Veröffentlicht am 28. September 2009 von dark_angel


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48 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...furchtbar gutes Buch, 27. November 2009
Von 
Ingold Pommer "Ara" (Hildburghausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin. Roman (Taschenbuch)
Seit langem habe ich nicht mehr so ein gutes Buch gelesen!

Ich möchte nicht auf den Inhalt eingehen, nur festellend sagen, dass ich jetzt nachdem ich das Buch gerade aus der Hand gelegt habe, traurig und tief berührt hier sitze und sagen muss:

Der Tod schreibt wahrhaft charmant und tiefsinnig!

Selten hat mich ein Buch so berührt!
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50 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wundervolles Geschenk!, 10. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin: Roman (Gebundene Ausgabe)
Als ich das Buch zum ersten Mal in die Hände nahm, entschied ich mich es nicht zu lesen! Ich blätterte es durch und war, durch die simple Sprache und die ungelenken Zeichnungen, eher an ein Kinderbuch erinnert.
Dann bekam ich das Buch geschenkt.
Nachdem ich mich durch die ersten Seiten etwas bemüht hatte, tauchte ich immer tiefer in die Geschichte ein. Sie hat mich gefesselt und tief berührt.

Da der "Ich-Erzähler" dieser Geschichte nicht die Protagonistin sondern der TOD ist, wird neben dem Blick auf das Leben auch ein Blick auf das Sterben ermöglicht. Warum begegnen die Menschen dem Leben und dem Tod auf so unterschiedliche Weise? Worin liegt die größere Herausforderung und Schwere? Warum entscheiden sich manche für das Leben, andere dagegen?

Viele Personen in der Geschichte zeigen, trotz der Brutalität des Lebens, Charakter, Herz, Stärke, Liebe und Hilfsbereitschaft. Wenn auch nur das nötigste zum Leben bleibt, so hilft der Gedanke an geliebte Menschen sowie die Magie von Musik und Worten vieles zu überwinden.

Bis zum Ende war ich sehr gespannt wie die Geschichte für all die wunderbaren Charakteren ausgeht. Was bleibt ist Betroffenheit aber auch Zuversicht und die Erinnerung daran, nichts Wichtiges aufzuschieben, denn irgendwann ist es für alles zu spät - selbst für einen Kuß.

Ich bin dankbar für ein wundervolles Geschenk!
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein zutiefst beeindruckendes buch, das lange haften bleibt, 18. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wie schreibt man eine Rezension über ein derartig beeindruckendes Buch?
Es gibt wahrlich nicht viele Bücher, die mich bis zur Sprachlosigkeit beeindrucken. Gut, anfangs musste ich mich ein wenig an den Sprachstil gewöhnen. Aber diese Eingewöhnungszeit dauerte nicht lange und schon bald hatte mich dieses Buch gefesselt. Die knapp 600 Seiten waren schnell, zu schnell verschlungen. 'Der Name der Rose', 'Das Parfum' oder etwa 'Schatten des Windes' können noch in diese Kategorie einsortiert werden. Im Grunde müsste ich alle bisherigen Kritiken um einen Punkt abstufen, um diesem Buch gerecht zu werden. Ich kann leider nicht mehr als 5 Punkte vergeben. Und die reichen überhaupt nicht aus.
Für alle Leser und Leserinnen, die nahe am Wasser gebaut sind, stellt 'Die Bücherdiebin' eine Herausforderung dar. Ohne Tränen wird es bei ihnen nicht abgehen. Zusak verwendet eine Sprache, die einfach ist und doch nicht plump und naiv wirkt. Er schafft eine Bildlichkeit und Eindringlichkeit, wie ich sie nur selten beim Lesen entdecken kann. Hier gibt es kein Zuviel oder Zuwenig. Nichts wirkt gestellt oder gespreizt. Das ist Literatur für die Massen und doch wieder für den Einzelnen.
Das Schicksal der Protagonistin Liesel wie auch ihrer Pflegeeltern, ihres Freundes Rudi oder des Juden Max bewegen und lassen einen beim Lesen nicht mehr los. Wo noch bei Litell und seinen Wohlgesinnten ein homosexueller SS-Mann berichtet mit einer Kühle und einem intellektuellen Einschlag, erzählt hier der Tod die Geschichte der Liesel Memminger. Ein vielleicht ungewöhnlicher Schachzug des Autoren, aber ein sehr wirksamer. Der Tod hat ein Herz und er erweicht das des Lesers dazu. Bei der Bücherdiebin geht es nicht um Effekthascherei, hier wird das gemacht, was in der Literatur meines Erachtens nach gemacht werden sollte. Es wird erzählt, gezeigt, dargestellt. Alles andere liegt beim Leser selbst.
Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Schon sehr sehr lange hat mich ein Buch derart beeindruckt. Es wirkt immer noch nach. Und ich weiß, dass meine Worte es nicht ausreichend zu würdigen wissen. Aber ich habe es versucht. Und werde nicht müde werden, es weiterzuempfehlen.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über Feundschaft, Liebe - und den Tod., 5. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eine bewegende Geschichte, die es grade durch ihre naive, teils kindliche, Erzählweise versteht zu erschüttern und mitzureißen. Ob die Kinder den Krieg wirklich gesehen haben, wie er hier dargestellt war, ist dabei nicht die entscheidende Frage - wichtiger ist, daß man selbst nachvollziehen kann, wie sich die schreckliche Wahrheit mit zunehmendem Alter und steigender Brutalität der Nazi-Realität vor den Kindern ausgebreitet haben muß. Das dies in kindlichen Worten geschieht verstärkte für mich dabei das Entsetzen und gibt der Geschichte weit mehr, als es ihr nehmen könnte.
Dazu ist die Erzählperpektive des Todes abstrakt für menschliche Verhältnisse und bildet einen klinischen Gegenpol zur emotionaleren Erzählsicht der Bücherdiebin. Lediglich die teilweise Vorwegnahme der Geschichte störte mich - besonders bei der Vorwegnahme von Rudi's Schicksal mußte ich mich ein wenig zwingen weiter zu lesen - ich wollte wohl nicht wahr haben, was kommen sollte.
Die kleinen Nebengeschichten, die mal als Hintergrund und mal als Abschluß einer Nebenhandlung dienen, geben einen kurzen Einblick in das Leben außerhalb der Himmelstraße, kamen mir manchmal aber unnötig und ablenkend vor.
Ein schönes Buch, daß durch seine letztendliche Traurigkeit, durchbrochen von den Lichtblicken von Freundschaft, Liebe und kindlichem Glück, etwas besonderes für mich darstellte.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausgelutschtes Thema - Erfrischend anders!!, 10. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin. Roman (Taschenbuch)
Als ich diese Buch geschenkt bekam, hätte ich nicht gedacht, dass es mir gefallen würde.
Eine Geschichte, die in der Nazi-Zeit spielt - ein ausgelutschtes Thema denkt man sich. Man will es eigentlich gar nicht mehr hören. Doch dieses Werk von Markus Zusak ist erfrischend anders.
Was kann man aus diesem Thema herausholen, was nicht längst gesagt wurde, werden viele denken. Und so dachte auch ich am Anfang. Die Antwort ist: Nichts! Doch das ist es auch nicht, worauf der Autor Wert legt. Der Zauber dieses Buches besteht darin, dass Altbekannte auf neue, jedoch nicht minder tragische Weise darzustellen.
Zu diesem Zweck bringt der Autor einen neuen Erzähler ein, einen den es so noch nicht gegeben hat: Den Tod.
Der Tod hat viel Arbeit in jener Zeit. Doch mehr als um den Tod geht es um ein kleines Mädchen, das zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs aufwächst: Der Bücherdiebin. Es wird von Schrecken und Angst erzählt, aber auch von den kleinen Glücksmomenten des alltäglichen Lebens.Man liest von dem Risiko einen Juden zu verstecken und von der Freude und dem Trost, den das Stehlen von Büchern bringen kann.
Die sehr lebendigen Charaktere lassen uns mit ihnen mitfühlen, wir teilen ihre Sorgen, ihren Kummer, ihren Schmerz, aber auch ihre Freuden.
Dabei ist dieses Buch nicht auf Spannung basierend. Im Grunde weiß man eigentlich schon im Voraus, was geschehen wird, man weiß nur noch nicht wie. Was einen jedoch viel eher mitreißt und in den Bann des Buches zieht, sind die Schilderungen der Eindrücke und der Farben, die ein sehr lebendiges Bild vor dem inneren Auge entstehen lassen.
Zum Ende hin taucht man immer mehr in die Geschichte ein, versinkt praktisch in ihr. Ich bin jedes Mal regelrecht zusammengezuckt, wenn mich jemand angesprochen und damit aus der Geschichte gerissen hat. Ist man erst einmal in der Geschichte drin, lässt sie einen alles um einen herum vergessen und versetzt einen gleichzeitig in eine melancholische Stimmung.
Es ist unglaublich bewegend geschrieben, auf eine sarkastische, aber dennoch nicht alberne oder herablassende Art und Weise. Man möchte lachen und weinen zugleich.

Mein Fazit: Ein Buch für alle, die bereit sind, sich auf eine ungewöhnliche Reise in eine dunkle Zeit zu begeben und sich die Welt aus der Sicht des Todes und der eines kleinen Mädchens, dass in der Himmelstraße 33 trotz Krieg das Leben neu entdeckt, zeigen zu lassen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Tod und die Macht der Worte, 21. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin. Roman (Taschenbuch)
Dieses Buch ist etwas anders als andere Romane. Es hat Stil. Einen Stil mit dem sich nicht jeder unbedingt anfreunden kann oder muss. Wer sich darauf einlässt, erhält ein einzigartiges, ein bildgewaltiges und natürlich auch wortgewaltiges Bild aus dem Leben eines Mädchens im dritten Reich.

Ich halte mich nicht mit dem Inhalt auf, ist auch nicht notwendig. Wer will, kann die anderen Rezensionen lesen um etwas über den Inhalt zu erfahren. Das Augenmerk liegt hier vielmehr auf der Intensität, die dieses Buch entfachen kann (wenn man es zuläßt).
Alles ist aus Sicht des Todes geschrieben. Der Tod allerdings ist kein grausamer Sensenmann sondern eher jemand den seine Aufgabe, Seelen einzusammeln, nicht unbedingt mit Begeisterung erfüllt. Er tut es weil er es tun muss. "Ich bin von Menschen verfolgt" sagt er. Stets nimmt er Seelen mit, trägt sie auf Armen statt sie zu entreißen.

Neben dem Tod selbst liegt ein Hauptaugenmerk auf die Verarbeitung der Nazi-Zeit. Nie wird der Zeigefinger zur Anklage erhoben, niemand wird verdammt, auch der treueste Nazischerge nicht. Alle sind im Sterben gleich, der Tod macht keinen Unterschied zwischen Juden, Deutschen oder Russen.
Großartig gelingt die bildliche Aufarbeitung der Ängste, Träume und Hoffnungen durch Max, der Jude ist und sich bei Hubermanns versteckt. Er schreibt eine kurze Geschichte und illustriert diese auch. Als Papier dienen ihm herausgerissene und übermalte Seiten aus "Mein Kampf", wo Hitlers Orginaltext noch im Hintergrund durchschimmert.

"Die Bücherdiebin" lässt den Leser lächeln, mitfiebern oder auch sogar mitleiden, wenn er denn will. Es liefert aber immer ein authentisches Bild aus Kriegszeiten ohne auch nur die Andeutung von Schuld oder Rache aufkommen zu lassen.

Ein großartiges Buch (wenn man will).

Ich wollte.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen aussergewöhnliches Hörerlebnis !!!, 28. April 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin (Audio CD)
Zugegeben, am Anfang fand ich nicht problemlos in die Geschichte hinein.
das änderte sich zum Glück, denn ich hätte wirklich was verpasst, wenn ich nicht weitergehört hätte. Was die Story betrifft ,kann man den euphorischen Rezensionen zum Buch glauben. Die Besonderheit des Hörbuches macht im positiven die absolut gelungene Lesung von Boris Aljinovic aus, der sämtliche "Töne trifft".Die negative Seite: im Vergleich zum Buch ist es sehr schade, dass es Random House Audio wieder mal nicht schafft, ein ordentliches Booklet zu gestalten. Ich habe mir die Illustrationen dann im Buch angesehen. Das ist der einzige Grund, warum ich nur 4 Sterne vergebe.
Dieses Hörbuch hat mich sehr bewegt und mir fällt es im Moment schwer,mich auf ein neues einzulassen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufwühlend-spannend-feinfühlig-tragisch- geniales Buch!!!, 22. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin. Roman (Taschenbuch)
Eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Der Charakter der Figuren ist einfach genial herausgearbeitet... Alle Facetten der Menschen werden feinfühlig und auch manchmal eigentlich sehr direkt, fast schon brutal aufgezeigt. Auch die Erzählweise mit Rückblicken, Gegenwart und Zukunft macht das Lesen sehr spannend.
Genial finde ich, daß der Erzähler "der Tod" ist, der sich aber sehr menschlich darstellt und nichts Bedrohliches an sich hat, sondern eher mitfühlend wirkt.
Zum Inhalt: siehe die anderen Rezensionen bzw. Klappentext.
Ich finde, die Bücherdiebin ist ein geniales Buch, das für jeden, der gute, anspruchsvolle Literatur liebt, ein absolutes "Muss" ist.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Kriegsgeschichte mal ganz anders erzählt, 28. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin. Roman (Taschenbuch)
Am Anfang hatte ich etwas Probleme mich mit dem Erzähler Tod zu erwärmen.
Aber er kam so liebevoll daher, dass mir seine Art immer mehr gefiel.
Auch die Einteilung der Kapitel war ungewöhnlich. Aber mit dem Weiterlesen empfand ich sie als hilfreiche Vorbereitung auf das was kommt ohne die Spannung und die Emotion zu nehmen.
Die Erzählweise lässt ein Jugendbuch vermuten.
Eine Kriegsgeschichte mit ihrer ganzen Furchtbarkeit so genial zum Leser zu transportieren ist einfach grandios.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Wozu sind Worte gut?", 6. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin. Roman (Taschenbuch)
Cover:
Ich finde das Cover einfach nur toll. Es ist so schlicht und doch so aussagekräftig. Auf jeden Fall bleibt es dem Vorbeigehenden sehr im Gedächtnis. Ich finde vor allem gut, dass der Hintergrund ein wenig an Pergament erinnert und deshalb passt es für mich einfach nur perfekt zum Titel. Zuerst habe ich nicht verstanden, warum auf dem Cover der Tod abgebildet ist, aber beim Lesen habe ich es verstanden und das Cover gefällt mir dadurch noch besser.

Meinung:
Ich habe lange, sehr lange überlegt, ob ich das Buch lesen soll oder nicht. Gefühlte 13 Schuljahre lang behandelte man NUR dieses eine Thema... das Buch hat mich vom Titel und Cover sehr stark angesprochen, aber als ich den Klappentext gelesen hab, kam mir alles hoch. Nein danke.
Als ich dann aber mitbekommen habe, dass eigentlich wirklich jedem, der das Buch gelesen hat, unglaublich begeistert war, dachte ich, dass ich es einfach wagen muss. Kann ja nicht schaden und deshalb habe ich es dann gelesen. Nun bin ich sehr froh drum.
Die ersten hundert Seiten fand ich furchtbar. Ich habe fast überlegt, das Buch wieder zur Seite zu legen, weil ich mit diesem sehr eigenwilligen Sprachstil (und der Erzählperspektive des Todes) gar nicht klarkam. Ich hatte das Gefühl, dass die Dinge immer nur angedeutet werden und nicht richtig ausgesprochen und eigentlich die gesamte Zeit nur um den heißen Brei geredet wird. Ich mag Bücher nicht, bei denen man sich selbst alles erschließen muss, weil ich mir da nie sicher bin, ob ich das wirklich richtig auffasse. Gerade, wenn es um historische Dinge geht, weiß ich nicht, ob ich das richtig in Erinnerung hab oder nicht. Aber als ich die ersten hundert Seiten überstanden hatte, machte es pling und ich wusste: kein anderer Schreibstil wäre angebrachter gewesen. Er passt einfach perfekt zu diesem Buch. Man muss sich ein bisschen an die Unterbrechungen gewöhnen, die bestimmte Stellen noch einmal genauer beleuchten, Aufschlüsse geben oder Dinge direkt ansprechen, man muss sich an die äußerst ungewöhnliche Erzählperspektive gewöhnen (die ich aber sehr erfrischend und wunderbar finde) und ich mich auch an die Kapitelübersichten, die es bei jedem neuen Teil innerhalb des Buches gab. Ich weiß, dass es bei den Erich Kästner Büchern so etwas Ähnliches gibt und das hat mir damals schon nicht sonderlich gefallen. Hier finde ich es nicht allzu störend, aber gefallen tut es mir noch nicht wirklich richtig. Aber ich kann mich mit arrangieren.
Die Handlung fand ich wirklich gut. Ich finde vor allem sehr gelungen, dass zB Max Vandenburg (der Jude) auch meist nur als der Jude" bezeichnet wurde. Ja, es ist abwertend, aber genau dadurch wird klar, dass dieser ganze Hass einfach sinnlos ist und niemanden voranbringt, eher im Gegenteil. Ich bewundere, wie toll Markus Zusak diese Kritik, die ein sehr sensibles Thema betrifft, verpackt und dennoch deutlich macht, wie furchtbar es war und gleichzeitig unnötig. Ich fand vor allem die selbstgestalteten Bücher von Max dazu sehr hilfreich. Als ich Die Worteschüttlerin" gelesen habe, kam ich wirklich sehr stark ins Nachdenken. Das ist etwas, was leider kein Unterricht bei mir in dieser Form erreicht hat und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieses Buch eine viel bessere Lektüre im Unterricht ist als diverse andere, weil man sich nicht nur im Kopf mit dem Thema auseinandersetzt, sondern emotional.
Ich finde toll, dass Markus Zusak nicht anklagend mit dem Finger auf die Menschen zeigt und sagt: Nazis sind böse. Nein, er geht viel mehr darauf ein, dass auch Leute unter all dem zu leiden haben, die eigentlich nichts verbrochen haben und unschuldig sind. Es wird nicht drauf rumgehackt, dass wir Deutschen eine total schlimme Vergangenheit haben und uns dafür schämen muss, ich finde es kommt hier ganz stark raus, dass man daraus lernen soll und das wird meiner Meinung nach am besten dadurch klar, indem man Beispiele der Unschuldigbetroffenen aufzeigt, ohne immer wieder mit dem mahnenden Finger daherkommen zu müssen.
Die Charaktere fand ich allesamt seltsam aber auch liebenswürdig. Liesel ist mit ihrer Büchersucht einfach nur sympathisch. Der Titel passt perfekt zum Buch und ich bin mir echt nicht sicher, ob das Buch für den Titel geschrieben worden ist oder der Titel einfach zum Buch gewählt wurde. Es fügt sich irgendwie alles so harmonisch aneinander. Rosa und Hans hab ich trotz ihrer Eigenarten sehr liebgewonnen. Vor allem ihre Lieblingswörter Saumensch" und Saukerl" werden mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Rudi mochte ich eher nicht so, aber das ist nicht schlimm. Und ich habe gelernt, dass der Tod auch sehr humorvoll sein kann.
Über die Handlung möchte ich eigentlich nicht allzu viel verraten, weil ich niemandem den Lesespaß vorweg nehmen möchte, aber ich fand sie wirklich toll. Vor allem als Max Vandenburg ins Spiel kam und auch als Liesel begonnen hat regelmäßig die Bücher zu stehlen. Eigentlich hatte ich während der gesamten Lektüre immer ein bisschen den Atem angehalten, weil ich dachte: Irgendwann wird alles rauskommen und dann...! Genau das sollte erreicht werden, glaub ich. Ein Gespür für diese Zeit entwickeln, für die Angst und das Durcheinander, für die Knappheit an allem (Essen, Kleidung, Luxusgüter) und auch ein Verständnis für die jüdische Bevölkerung und auch für die Menschen zu entwickeln, die eigentlich gar nichts für all das können.
Selten hat ein Buch über dieses Thema mich so mitreißen und fühlen lassen können, weshalb ich es sehr zu schätzen weiß. Entgegen aller Befürchtungen hat mich das Thema hier nicht gestört oder irgendwelche Och ne, nicht schon wieder"-Gedanken hervorgerufen, was zeigt, wie gut das Buch wirklich ist.

Fazit:
Ein sehr außergewöhnliches Buch, das meiner Meinung nach einen anderen Blick auf die gesamte Nazizeit wirft, den ich sehr gelungen finde und auch dankbar dafür bin. Obwohl das Thema bei mir stark ausgereizt ist, habe ich das Buch trotzdem sehr gerne gelesen und würde jedem Schüler, der mit diesem Thema genervt wird, empfehlen dieses Buch zu lesen um sich so vielleicht ein bisschen das Interesse daran bewahren zu können.
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Die Bücherdiebin. Roman
Die Bücherdiebin. Roman von Markus Zusak (Taschenbuch - 7. September 2009)
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