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560 von 578 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mutige und wunderschöne Literatur
Ein Australier, der eine Geschichte über Nazideutschland erzählt - ungewöhnlich? Nein, denn Autor Markus Zusak hat deutsche und österreichische Wurzeln. Die Erzählungen seiner Eltern über die Bombenangriffe auf München im Zweiten Weltkrieg verarbeitete er in diesem Jugendroman.
Zusak lässt diese ungewöhnliche und...
Veröffentlicht am 13. Juni 2008 von Media-Mania

versus
431 von 524 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Gehirnjogging mit dem Tod
Auf den ersten Seiten dachte ich: Unglaublich. Was für eine Wucht! Hingerissen begann ich zu lesen und war überzeugt, ein neues Lieblingsbuch in der Hand zu halten. Der Tod selbst erzählt eine Geschichte, er will uns etwas zeigen, das hat etwas von Märchenerzähler, poetisch, schön, anrührend. Das ging etwa zwanzig Seiten lang gut und ich...
Veröffentlicht am 13. Juni 2009 von Paula Jakob


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560 von 578 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mutige und wunderschöne Literatur, 13. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin (Gebundene Ausgabe)
Ein Australier, der eine Geschichte über Nazideutschland erzählt - ungewöhnlich? Nein, denn Autor Markus Zusak hat deutsche und österreichische Wurzeln. Die Erzählungen seiner Eltern über die Bombenangriffe auf München im Zweiten Weltkrieg verarbeitete er in diesem Jugendroman.
Zusak lässt diese ungewöhnliche und anrührende Geschichte nicht aus der Sicht der Bücherdiebin erzählen und auch nicht aus der Sicht eines unbeteiligten Erzählers, sondern aus der Sicht des Todes. Der Tod in diesem Roman ist kein Sense schwingender Knochenmann mit schwarzem Kapuzenmantel, sondern ein interessierter und betroffener Beobachter, der die Menschen nur zum Teil versteht und sich seinen eigenen Reim auf die Geschehnisse macht. Im Jahr 1943, als schließlich die Bomben auf Deutschland herabregnen, ist der Tod bereits unglaublich müde von den tausenden und abertausenden Toten, deren Seelen er wegbringt. Er trifft Liesel Meminger an drei Wendepunkten in ihrem Leben und berichtet rückblickend über das Leben der Bücherdiebin.

Zusak gelingt es, diese Geschichte über das Dritte Reich, die schrecklich und schön zugleich ist, ohne erhobenen Zeigefinger, ohne Anklage, ohne erdrückende Moral zu erzählen. Er berichtet behutsam vom Krieg, vom Holocaust, von Wahnsinn und Liebe, von Menschen, die sich gegen die Judenverfolgung einsetzen und von Menschen, die Hitler bedingungslos folgen. Diese Geschichte ist naturgemäß eine traurige. Ein einziges Schicksal unter vielen hat der Tod sich hier herausgegriffen, und doch steht Liesel Meminger für viele andere Menschen im Zweiten Weltkrieg.
Zusak greift bereits am Anfang den Ereignissen vor, indem er den Tod berichten lässt, was sich zugetragen hat. Wir ahnen also bereits dunkel - auch wenn der Autor nicht alles enthüllt - was passieren wird. Die letzten Seiten, ja Kapitel, sind dennoch unglaublich traurig, und wie die Bücherdiebin möchten wir auf die Knie sinken und weinen. Es ist fast unmöglich, dieses Buch zu lesen und dabei keine Tränen zu vergießen. Dabei zeigt Markus Zusak seine größte Stärke, nämlich seinen ungewöhnlichen Umgang mit der Sprache. Er schreibt bisweilen poetisch, aber nie schwülstig, bricht die Sätze an ungewöhnlichen Stellen auseinander, greift zu neuen Wortschöpfungen. Er lässt uns staunen und leiden, denn diese Geschichte kann einen nicht kalt lassen.

"Die Bücherdiebin" ist ein mutiges und wunderschönes Stück Literatur, ergreifend, spannend und ungewöhnlich geschrieben. Für Jugendliche und Erwachsene unbedingt empfehlenswert.
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54 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Manchmal denke ich, mein Papa ist ein Akkordeon. Wenn er mich anschaut und lächelt und atmet, dann höre ich Musik." (S.562), 25. Mai 2011
Von 
Regenfisch - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin. Roman (Taschenbuch)
Es ist mir noch nie passiert, das ich nach dem Lesen eines Buches lange vor dem Bildschirm sitze und nicht weiß, wie ich meine Eindrücke in Worte fassen soll...
Zunächst: Ich habe beim Lesen von Markus Zusaks "Die Bücherdiebin" geweint, gelacht, geträumt, gezittert...
es hat in mir unglaublich viele Emotionen ausgelöst wie selten ein Buch zuvor. Es gehört für mich in meine Kategorie "Lebensbuch", das sind Bücher, die sich in mein Herz lesen und die mein Leben ein Stück prägen.
Ich bin einfach sehr froh, dass dieses wunderbare Buch geschrieben wurde.
Der Tod erzählt die Geschichte von Liesel Meminger und er umschreibt die Sterbemomente mit Farben, um das Leid ertragen zu können. Als Liesels Bruder stirbt ist der Himmel weiß, gleißend weiß. Ein bildhaftes und sehr stimmungsvolles Stilmittel des Autors.
Überhaupt ist die Figur des Todes sehr sympathisch, ja der Leser hat fast Mitleid mit dem vielbeschäftigten Gesellen. Behutsam löst er die Seelen aus den Körpern und legt sie auf das Förderband zur Ewigkeit. Was für eine tröstliche Vorstellung! In diesen Szenen wird die äußerst gefühlvolle und einfühlsame Sprache des Autors besonders deutlich. Es sind meine Lieblingstellen.
Zum Inhalt möchte ich gar nichts mehr schreiben, das ist zu Genüge geschehen. Besonders gefallen hat mir, dass ein schreckliches Thema, nämlich das des 2. Weltkrieges, dem Leser nahe gebracht wird ohne zu polemisieren, ohne zu belehren oder zu dozieren, nein, der Autor lässt es den Leser fühlen und miterleben. Und zwar die alltäglichen Schrecken des Krieges. Ich konnte das manchmal kaum aushalten.
Ich war stundenlang in diesem Buch gefesselt, habe mit den Menschen mitgelebt, gefühlt, geweint. Es hat mich Zeit und Tränen gekostet, aber ich habe sehr viel gewonnen: Die Einsicht, dass nicht der Tod der Feind der Menschen ist, nein, der Mensch ist selbst sein größter Feind. Und wir können uns nur gegenseitig vor uns bewahren, in dem wir der Welt ein Stück von uns und von unserer Liebe schenken. Und dieses Buch hat mir ganz viel geschenkt.
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306 von 326 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ergreifende Geschichte aus dunkler Zeit - Sehr berührend -, 24. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin: Roman (Gebundene Ausgabe)
Gerade eben habe ich die Lektüre dieses ungewöhnlichen, ergreifenden Romans beendet. Die Geschichte handelt davon, wie das Mädchen Liesel, die während des dritten Reiches bereits alle Menschen, die sie liebt, verloren hat, bei ihren Pflegeeltern Hans und Rosa Hubermann aufwächst.

Die Charaktere dieser Ersatzeltern sind überaus liebevoll mit all ihren Fehlern und Schwächen gezeichnet. Die Mutter Rosa hat eine extrem rauhe Ausstrahlung, sie nennt Liesel z. B. Saumensch und wirkt beim ersten Kennenlernen eher unsympathisch. Schon bald zeigt sich aber, dass Rosa zwar eine rauhe Schale aber ein weiches und gutes Herz hat.

Der Pflegevater Hans schließt Liesel sofort in sein Herz, er ist gutmütig und warmherzig.

Im Laufe der Geschichte, die uns vom Tod (dem Sensenmann) erzählt wird, versteckt die Familie einen jüdischen Faustkämpfer in ihrem Keller.
Trotz großer Angst vor Entdeckung kommt es für Hans und Rosa nicht in Frage, den Juden Max davon zu schicken und ihn seinem Schicksal zu überlassen. Das Leben von Max kann erst dann nicht mehr beschützt werden, als Hans einem halb verhungerten jüdischen Mann ein Stück Brot gibt, und er somit ins Visier der Nazis gerät.

Besonders schön und ungewöhnlich sind die im Roman enthaltenen bebilderten Geschichten, die Max als Geschenke für seine Freundin Liesel angefertigt hat.

Es ist für mich immer wieder unglaublich und zutiefst verstörend, dass es im dritten Reich so viele Menschen gegeben hat, die ihren jüdischen Mitmenschen jedes Recht auf Menschlichkeit und Menschenwürde abgesprochen haben. Max malt sich selbst in seiner Geschichte auch nicht mehr als Mensch, sondern als Vogel. (Seine Haare erinnern Liesel an Federn)

Sehr gut hat mir auch gefallen, dass die Geschichte zum Nachdenken anregt, sei es über Rassenwahn, Vorurteile oder nicht ganz einfache Entscheidungen, die man in seinem Leben zu treffen hat.

Das Schicksal ist nicht planbar und Herzenswünsche sollte man besser schnell verwirklichen, bevor es zu spät ist.

Alles in allem ist dieser Roman sowohl inhaltlich als auch sprachlich sehr gelungen und zu Herzen gehend. Ich kann die Lektüre nur empfehlen !
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weniger als 5 darf einfach nicht sein!, 5. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin. Roman (Taschenbuch)
Zur Aufmachung

Genial! Mir gefällt das deutsche Cover der Taschenbuchausgabe von all den vielen Covern noch immer am besten! Es deutet schon so vieles an und ich liebe es einfach. Es gibt auch noch eine amerikanische Ausgabe, auf der jemand den ersten Dominostein einer langen Dominokette anstößt, aber ich finde, der Tod gemeinsam mit Liesel ist einfach DAS Cover. Und der Titel... Das Buch dürfte gar keinen anderen Titel haben. Es ist fast, als habe der Autor die Geschichte nach diesem Titel geschrieben... Genial!

Zum Buch

Wie könnte ich diesem Meisterwerk nicht die volle Punktzahl geben? Unmöglich!
Markus Zusak kommt aus Australien und ist auch nicht gerade das, was man alt nennen würde. Trotzdem schreibt er einen Roman über ein kleines Mädchen, das in Nazi-Deutschland aufwächst. Und er macht seine Sache einfach grandios! (Kommt alles daher, dass er deutsche und österreichische Wurzeln hat und die Erzählungen seiner Familie über die Bombardierung in München in diesem Roman mitverarbeitet hat)
Nazi-Zeit. Zweiter Weltkrieg. Ist das Thema nicht einfach megadurchgelutscht? Ich hatte in der Schule auch immer das Gefühl als hätten wir über nichts anderes gesprochen als darüber. Und immer diese einseitige Darstellung über die bösen, bösen Deutschen. Klar, Nazis sind einfach nur sch****. Aber was ist mit der Bevölkerung? Haben all diese Menschen es verdient, bombardiert zu werden und zu sterben? Markus Zusak findet auf jedenfall: Nein. Das kommt in diesem Buch super raus.
Aber es gibt in diesem Buch nicht nur die Geschichte dieser Zeit, sondern auch die Geschichte von Liesel Meminger, auch wenn sie eng damit verbunden ist. Dass das ganze aus der Sicht des Todes beschrieben ist, den Liesel fasziniert, hat es geradezu perfektioniert.
Es gibt schöne Momente in diesem Buch, aber es gibt sehr viel mehr Momente, die einfach nur schrecklich sind. Ganz zum Schluss des Buches konnte ich einfach nicht anders, als zu weinen. Es ist einfach so furchtbar mitreißend und wunderschön geschrieben und wenn ich die Kurzbeschreibung im Nachhinein lese, dann kommen mir auch wieder die Tränen.

Fazit

Schreibstil: 5 Sterne
Charaktere: 5 Sterne
Spannung: 5 Sterne
Emotionale Tiefe: 5 Sterne
Humor: 4 Sterne
Originalität: 5 Sterne

Saumensch dieser, dass er uns so ein Ende angetan hat! Aber trotzdem gehört dieses Buch einfach zu meinen Lieblingsbüchern. Vielleicht liegt es genau an der Tatsache, dass Markus Zusak NICHT deutsch ist und dass er auch NICHT alt ist, dass dieses Buch so genial geworden ist. Ich weiß es nicht, aber Tatsache ist, dass man es (besonders als Deutscher) einfach gelesen haben MUSS.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Außergewöhnlich, 17. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin. Roman (Taschenbuch)
Dieses Buch ist außergewöhnlich. In allen Belangen. Zuerst ist es der Stil des Buches, die vielen Einschübe, Anmerkungen und Vorgriffe. Dies hat mich so lange gestört, bis mich die Geschichte in ihren Bann gezogen hat.

Die Geschichte ist mit das eindringlichste was ich je über das dritte Reich gelesen habe. Eine Geschichte so schön, wie sie häßlich ist, so lustig wie sie traurig ist. Ihre Besonderheit liegt vor allem daran, dass einem hier nicht die Millionen von ermordeten Juden vorgeführt werden, sondern nur ein paar Personen und Alltäglichkeiten, die jeder nachvollziehen kann. Jeder kann sich leicht selbst in die Jungs und Mädels hineinversetzen und in eine Kindheit wie sei im dritten Reich wohl gang und gäbe war. Genau dadurch und wird einem der Irrsinn dieses Krieges besonders bewußt. Ein großer Verdienst dieses Buches ist auch, dass man sich immer wieder dabei ertappt darüber nachzudenken, wie man selbst gehandelt hätte und nicht selten kommt man mindestens zum Schluß, dass man es nicht wirklich weiß. Dass dies alles ohne moralischen Zeigefinger und in eine fesselnde Geschichte eingebettet wird, macht es nur um so beeindruckender. Und gegen Ende dürfte es schwer sein, sich Tränen zu verkneifen. Tränen für die ermordeten Deutschen, Tränen für die ermordeten und überlebenden Juden.

Dieses Buch sollte eine Pflichtlektüre in der Schule werden, es bringt einem die Schrecken des dritten Reiches näher als viele Geschichtsbücher. Bewegend!
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein literarisches Meisterwerk, 1. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Tod selbst erzählt uns in diesem Buch eine Geschichte. Eine Geschichte eines kleinen Mädchens, das im Nazi-Deutschland aufwächst und die Schrecken des Krieges erfährt. Eine Geschichte, die den Tod berührt hat, die er in sich aufgesogen hat, die er weitergeben möchte.

Der Tod - ein rastloser Geist der Ewigkeit und Knecht seiner Aufgabe. Nie ist sein Leben zu Ende, nie kann er seine Aufgabe auch nur für kurze Zeit niederlegen, nie kann er Urlaub machen. Er flüchtet sich daher in Geschichten und in Farben. Wenn er eine Seele holen kommt, sie sanft in den Arm nimmt und nach Hause bringt achtet er stets auf die Farbe des Himmels. Ist er schokoladenbraun? Weint er weiße Flocken? ist er blutrot?

All dies wird in dem Buch beschrieben, und wie nebenbei wird dabei die Geschichte von Liesel erzählt. Die von ihrer Mutter mit 9 Jahren zu einer Pflegefamilie gebracht wird. Ihren Bruder, den sie auf der Fahrt dorthin an den Tod verliert. Ihren Albträumen. Der Liebe zu ihrem neuen Papa, dem Menschen mit den sanften Silberaugen. Ihrem besten Freund Rudi. Die Bombenangriffe. Dem Juden in ihrem Keller. Den Büchern, die sie stielt und die sie schließlich retten.

Das Buch ist so schwer zu beschreiben, so schwer einzuordnen. Es beschreibt all die furchtbaren Geschehnisse in der Zeit des 2. Weltkrieges, die Angst, den Verlust der Lieben, eine Kindheit in Armut und voller Hunger und dennoch bleibt es so voller Wärme, berührt einen in seinem Innersten, berührt einem direkt an der Seele.

Ein Buch, das ich nur jedem wärmstens ans Herz legen kann!
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89 von 100 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein faszinierender wie einfühlsamer Roman, 19. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin: Roman (Gebundene Ausgabe)
Markus Zusak ist mit der Bücherdiebin ein faszinierender wie einfühlsamer Roman über Menschen in Nazi-Deutschland gelungen. Das Buch berührt, denn es zeigt schnörkellos die Grauen des Zweiten Weltkriegs, aber auch die Herzlichkeit und die Hilfsbereitschaft der Menschen untereinander. von unserer Redakteurin
Silke Schröder

Und die Kraft, die Bücher haben, um Menschen in scheinbar aussichtslosen Situationen immer wieder in eine bessere Welt zu entführen. Der australische Autor mit deutsch-österreichischen Wurzeln verarbeitet in dem Roman Teile seiner eigenen Familiengeschichte – und verliert dabei trotz des ernsten Themas nicht seinen Humor, denn schließlich ist der Ich-Erzähler kein geringerer als Gevatter Tod selbst. Dass dem die kleine Liesel immer wieder von der Klinge springt, liegt auch daran, dass er eine Schwäche für Bücher lesende Menschen hat.

Eine eindringliche Aufarbeitung deutscher Geschichte auf einer sehr persönlichen Ebene, die durch die außergewöhnliche Aufmachung des Buches mit seinen Zwischenbemerkungen und Illustrationen noch unterstrichen wird. Wirklich empfehlenswert für Erwachsene und Jugendliche.
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101 von 114 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich spüre meine Seele, 9. März 2008
Von 
Andrea Koßmann "Kossis Welt" (Marl, NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
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Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin: Roman (Gebundene Ausgabe)
Lediglich einen Tag habe ich gebraucht, um die 592 Seiten der Bücherdiebin förmlich zu verschlingen. Normalerweise liest man Bücher, die aus der Sicht des Hauptdarstellers, des Mörders, des Opfers, des Liebenden oder eines anderen Menschen erzählt wird. Doch ich persönlich habe noch nie ein Buch gelesen, welches aus der Sicht des Todes geschrieben wird.

Markus Zusak macht in seinem Roman den Tod zum Hauptdarsteller und gibt ihm menschliche Züge. Der Autor schafft es sogar, dass man sich auf eine gewisse Art und Weise mit dem Tod auseinandersetzt und sich fast mit ihm anfreundet. Denn in diesem Fall ist der Tod mehr als nur ein Bote, der die Menschen aus dem Leben holt. In diesem Fall hat der Tod ein Herz und eine Seele.

In einer sehr leicht geschriebenen Art und Weise erzählt der Tod vom Leben der Bücherdiebin Liesel. Als Liesel das allererste Buch im Alter von 10 Jahren stiehlt, versinkt sie quasi in den Sog und die Faszination, die Worte in ihr auslösen können. Sehr oft habe ich mich in den Beschreibungen wiedererkannt, da auch ich eine Buchliebhaberin bin. Ich kenne das Gefühl, an Büchern zu riechen oder aber sie mit den Händen zu berühren und dabei ganz tiefe Emotionen zu spüren.

Die Bücherdiebin wird auch Ihnen etwas stehlen. Nämlich Zeit. Aber diese werden Sie ihr, sofern Sie sich auf diese sehr phantasievolle Reise einlassen, gerne geben. Die Randgeschichte dieses Buches spielt im zweiten Weltkrieg und gibt dem Leser die Möglichkeit, sich an die schreckliche Zeit von damals zu erinnern, die die meisten von uns ja nur aus dem Schulunterricht oder Lehrbüchern kennen. Liesel hat Freunde in ihrem Leben, die teilweise ihre Leseleidenschaft teilen und sie noch mehr zu etwas sehr Besonderem machen. Doch werden diese Menschen Liesel ihr ganzes Leben lang begleiten oder aber wird der Tod an ihre Stelle rücken?

Mich hat das Buch, vor allem am Ende, auch sehr zum weinen gebracht. Nicht nur wegen der Dinge, die in dem Roman geschehen sondern vor allem auch, weil es mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Machen wir immer das Richtige in diesem Leben? Handeln wir immer so, wie unser Herz es uns sagt? Würden wir anders handeln, wenn wir wüßten, dass der Tod schon an unserer Seite spazierengeht? Dieses Buch ist sehr einfühlsam, emotional und irgendwie auch zärtlich geschrieben. Wobei ich diese Zärtlichkeit nun mehr den Büchern gegenüber sehe.

Und es zeigt auch, dass man Worte so sehr lieben kann, dass man sie nicht nur liest, sondern vielleicht auch gerne niederschreibt. Und wenn man Glück hat, so überlebt das Papier sogar über Jahrzehnte hinweg. Papier ist geduldig. Und der Tod manchmal auch.

Für mich das Buch des Monats März 2008, welches ich vor allem jedem Buchliebhaber sehr ans Herz legen möchte! Die Zeichnungen, die dieses Buch zudem bildhaft machen, runden den tollen Gesamteindruck ab.

Und so beklemmend, wie einem das Thema "Tod" nun auch vorkommen mag, genauso tröstlich ist dieses Buch auch. Denn wüßte ich, dass der Tod so wäre, wie Zusak in beschreibt, so würde ich ihm meine Seele am Ende meines Lebens, gerne in die Hände legen.

Das andere Buch des Autors "Der Joker" habe ich direkt bestellt und ich hoffe, dass Markus Zusak mich damit wieder genauso in seinen Bann ziehen wird.
****
Nachtrag 23.02.2014: Inzwischen habe ich das Hörbuch dieses Romans gehört und ich bin so wahnsinnig begeistert von der Stimme des Sprechers. Eigentlich höre ich so gut wie nie Hörbücher, weil ich viel zu schnell dabei einschlafe. Und so hat mich Boris Aljinovic in den letzten Abenden in meinen Schlaf begleitet. Und dennoch habe ich das komplette Hörbuch gehört. Natürlich war es von Vorteil, dass ich die Geschichte schon kannte, aber es gab so viele Dinge, an die ich mich gar nicht mehr erinnerte und ich freute mich, diese nun wieder neu erleben zu dürfen. Boris Aljinovic spricht die Geschichte einfach wunderschön. Seine Stimme ist beruhigend, wird aber auch lauter, wenn der Text es verlangt und er schafft es auch sehr gut, an einigen Stellen seine Stimme zu verstellen, um sie der entsprechenden Person gegenüber authentisch wirken zu lassen. Wunderschön fand ich es immer, wenn er die "Liesel" gesprochen hat. So zaghaft und fein.

Ich bin mir sicher, dass ich dieses Hörbuch nicht zum letzten Mal gehört habe! Denn schlaflose Nächte kennt ja sicher jeder von uns und ein sehr gut vorgelesenes Buch zu hören ist sicher gesünder, als sich Schlafmittel einzuverleiben, oder? ;-)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit Tränen in den Augen..., 25. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin. Roman (Taschenbuch)
...habe ich Markus Zusaks Roman -Die Bücherdiebin-, nachdem ich ihn gelesen habe, aus der Hand gelegt. Glauben sie mir, ich habe schon Hunderte von Büchern gelesen, selten hat mich eine Geschichte derart bewegt, wie Zusaks Erzählung aus dem Nazideutschland der Jahre 1939 bis 1944. Da muss erst ein junger Autor, der seine Wahlheimat in Australien gefunden hat, ein Buch schreiben, um uns mit der eigenen Geschichte zu konfrontieren. Das auf eine Art und Weise, die ehrlich, bitter, emotional und bewegend ist. Dafür gebührt Markus Zusak meine ehrliche Hochachtung.

Liesel Meminger muss zu Pflegeltern nach Molching, bei München. Ihre Eltern sind Kommunisten, die das Regime "verschwinden" lässt. Ihr Bruder stirbt auf dem Weg zur neuen Familie. Das kleine Mädchen landet bei Rosa und Hans Hubermann. Es fällt Liesel schwer, sich einzuleben. Rosa macht aus dem Mädchen einen "Saumenschen", flucht und schimpft, hat aber doch ein gutes Herz. Hans, der als Anstreicher tätig ist und in der Freizeit Akkordeon spielt, ist eine Seele von Mensch und vereinbart alle Eigenschaften in sich, die Menschlichkeit ausmachen. So wird Hans schnell Liesels Papa und auch Rosa darf sich als Mama fühlen. Hans entdeckt schnell Liesels Vorliebe für Bücher. Er sitzt in den Nächten bei Liesel und liest mit ihr. Da Bücher Geld kosten, kommt Liesel zum Bücherdiebstahl. Das soll, neben dem Lesen, ihre große Passion werden.

In der Himmelstraße, wo Familie Hubermann wohnt, lernt Liesel Rudi Steiner kennen. Der Junge ist etwas sonderbar, so malt er sich z.B. schwarz an, rennt um den Sportplatz und fühlt sich dabei wie Jesse Owens. Rudi und Liesel werden unzertrennlich. Gemeinsam gehen die beiden durch schwere Zeiten und auf Bücherdiebstahl.

Der Krieg macht vor Molching nicht halt. Hans Huberann tut sich schwer, in die NSDAP einzutreten. So verliert er Aufträge und der Familie geht es schlechter. Als dann noch ein junger Mann vor Hubermanns Tür auftaucht und um Hilfe bittet, geraten die Hubermanns in Lebensgefahr. Max ist der Sohn eines Stuttgarter Judens. Dieser Jude hat Hans im ersten Weltkrieg das Leben gerettet und ihm das Akkordeon geschenkt. Hans hat ihm versprochen, ihm dafür zu helfen. Wer Hans Hubermann kennt, der weiß, dass dieser Mann seine Versprechen hält, egal ob er sich dafür mit den Nazis oder dem Teufel anlegen muss. So wird Max im Haus versteckt und Liesel nimmt, zunächst scheu und zögerlich, Kontakt zu ihm auf. Mit Max lebt sie ihre Freude am Lesen und Erzählen noch weiter aus.

Als der Krieg in seine entscheidende Phase geht, wird das Leben der Hubermanns noch einmal durcheinander gewirbelt. Kein Schicksalsstein bleibt auf dem anderen stehen. Beständig sind nur die Bücher, die Geschichten, die Liebe und alles, was Menschlichkeit ausmacht. Liesel weiß dabei genau, was sie zu tun hat...

Markus Zusak hat mit -Die Bücherdiebin- ein perfektes Buch geschrieben. In der Art von Michael Endes -Die unendliche Geschichte- oder William Goldmans -Die Brautprinzessin- schafft er es mit einem genialen Kniff den Leser mit in die Geschichte einzubeziehen. Immer wieder wendet sich der Erzähler direkt an uns. Dieser Erzähler, der hat es in sich. Es handelt sich dabei um niemand geringeren als den Tod. Was er uns aus seiner "beruflichen Tätigkeit" zu dieser Zeit erzählt, ist so erschreckend wie interessant zugleich. Es eröffnet einen völlig neuen Blickwinkel auf ein rabenschwarzes Kapitel unserer Geschichte.

-Die Bücherdiebin- ist eine gefühlvolle Erzählung, deren Sätze die Kraft haben starke Bilder zu schaffen. Ein Glücksgriff für jeden Leser. Es geht um das Leben, den Tod, die Liebe, den Hass und die Bereitschaft zu helfen. Es geht um die Magie des Lesens und den allgegenwärtigen Tod. Es wird lustig, gemein, grausam, gnadenlos emotional und traumhaft schön. Am Ende wünscht man sich, es hätte mehr Hans Hubermänner in dieser Zeit gegeben.

Ich bin ein Gegner von überzogenen Lobreden auf Klappentexten. Zu oft wird da mächtig Schindluder betrieben. Bei der -Bücherdiebin- steht lediglich ein Satz aus der New York Times. "Eines dieser Bücher, die Leben verändern können." Diesen Satz unterschreibe ich ohne wenn und aber, egal wie polemisch er auch klingen mag.

Sollten sie Spaß am Lesen haben, lassen sie sich -Die Bücherdiebin- nicht entgehen. Sie werden feststellen, dass auch der Tod ein Herz hat, und dass er ein begnadeter Erzähler ist. Dafür gibt es alle Amazon Sterne und die uneingeschränkte Empfehlung zum Lesen!
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47 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...furchtbar gutes Buch, 27. November 2009
Von 
Ingold Pommer "Ara" (Hildburghausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin. Roman (Taschenbuch)
Seit langem habe ich nicht mehr so ein gutes Buch gelesen!

Ich möchte nicht auf den Inhalt eingehen, nur festellend sagen, dass ich jetzt nachdem ich das Buch gerade aus der Hand gelegt habe, traurig und tief berührt hier sitze und sagen muss:

Der Tod schreibt wahrhaft charmant und tiefsinnig!

Selten hat mich ein Buch so berührt!
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Die Bücherdiebin. Roman
Die Bücherdiebin. Roman von Markus Zusak (Taschenbuch - 7. September 2009)
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