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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Außergewöhnlicher, facettenreicher Roman über die versunkene Stadt Vineta und die Geschichte eines gescheiterten Traums
Sagen ranken sich um das Atlantis der Ostsee: Vineta, eine Stadt, die es nach heutiger Sicht der Fachwelt unter Berücksichtigung der schlechten, aber vorhandenen Quellenlage gegeben haben muss. So wie Atlantis fand auch die Vineta - Sage immer wieder Eingang in die Literatur und wurde bereits von Heinrich Heine, Lawrence Norfolk, Selma Lagerlöf und Günter...
Veröffentlicht am 18. November 2007 von Galarina

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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hervorragender Erzählstil, aber ...
...leider fehlt es diesem schönen Buch bisweilen an Erklärungen für bestimmte Handlungen der Protagonisten. Dadurch stockt der Lesefluss und Verwirrung macht sich breit, bis man sich an die plötzlichen Wendungen gewöhnt hat.

Der Anfang des Buches zieht den Leser schnell in seinen Bann. Das furchtbare Schicksal Natalias bewegt und die...
Veröffentlicht am 15. Dezember 2007 von S. Kapper


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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Außergewöhnlicher, facettenreicher Roman über die versunkene Stadt Vineta und die Geschichte eines gescheiterten Traums, 18. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Glocken von Vineta (Taschenbuch)
Sagen ranken sich um das Atlantis der Ostsee: Vineta, eine Stadt, die es nach heutiger Sicht der Fachwelt unter Berücksichtigung der schlechten, aber vorhandenen Quellenlage gegeben haben muss. So wie Atlantis fand auch die Vineta - Sage immer wieder Eingang in die Literatur und wurde bereits von Heinrich Heine, Lawrence Norfolk, Selma Lagerlöf und Günter Grass in ihren Werken verarbeitet. In ihrem Debütroman "Die Glocken von Vineta" macht Charlotte Lyne Vineta und seinen Untergang zum zentralen Thema. Sie zeigt uns dabei Vineta als freie Stadt im Mittelalter, stolz, reich und schön, die sich in den Auseinandersetzungen um die Macht in dieser Epoche zunächst neutral hält und sich dem Herrschaftsanspruch der christlich-römischen Kirche widersetzt. Dennoch machen die Konflikte zwischen Heiden und Christen keinen Halt vor den Toren der Stadt. Charlotte Lynes Roman ist aber viel mehr als die mögliche Geschichte der untergegangenen Stadt Vineta. Es ist die Geschichte zweier ungleicher Brüder, eine Geschichte von Liebe, Verbundenheit, Zerwürfnis und Hass in Parallelität zur Geschichte Vinetas.

Vineta, im 12. Jahrhundert: Die ungleichen, aber eng verbundenen Zwillinge Warti und Bole Sliwosz wachsen als Söhne eines vermögenden Bernsteinhändlers heran. Als der Vater bei einem Schiffsunglück ertrinkt, tritt Warti, der Ältere der beiden, das Erbe an, während Bole sich als Fischhändler verdingt. Bole heiratet Jula, die aufgrund des frühen Verlusts ihrer Eltern keine Aussicht hat, sich reich zu verheiraten. Warti begegnet auf einer seiner Handelsreisen nach Nowgorod der jungen rothaarigen Schönheit Natalia, Magd von Wartis Handelspartner, die aufgrund eines Schocks in der Kindheit die Sprache verloren hat. Die heimatlose Natalia willigt ein, mit Warti nach Vineta zu gehen. In Vineta nehmen die Spannungen zwischen Christen und Heiden zu und die schwierige Lage verschlimmert sich, da der dänische König die wohlhabende Stadt als große Bedrohung sieht, die er beseitigen will. Bole, der von seinem Bruder unabhängig sein will und in seinen bisherigen Geschäften glücklos war, heuert beim dänischen Hof als Spitzel an, um seine Familie ernähren zu können. Seine Verbindung mit den Dänen macht ihn immer mehr zum Außenseiter in einer Stadt, die nicht nur durch die herrschenden Machtkämpfe sondern auch durch Naturgewalten bedroht ist...

Charlotte Lyne erzählt die Geschichte der Brüder Sliwosz und die Geschichte Vinetas wortgewaltig in einer klaren, schönen, wo notwendig auch drastischen Sprache, die Stadt, Bewohner vor allem aber die Protagonisten so plastisch werden lässt, dass sie dem Leser förmlich vom Papier entgegen zu springen scheinen. Während Warti eher einem klassischen Helden gleicht, ist Bole der passive Held, schwankend und oft unentschlossen in seinem Charakter. Liebe thematisiert die Autorin in ihrem Roman in vielerlei Facetten und schließt dabei auch die Liebe in Abhängigkeit vom Trieb nicht aus.

So viel Charlotte Lyne ihren Lesern gibt, so sehr fordert sie diese auch. Die unaufhaltsambare Annäherung an die Katastrophe und die schonungslose Darstellung der Geschehnisse sind nicht immer leicht zu verdauen und fordern einen Leser, der bereit ist, sich mit dem Roman und seinen Botschaften auseinander zu setzen, da das, was die Autorin bietet, weit über den gängigen Unterhaltungsroman hinaus geht.

Der Blanvalet Verlag hat "Die Glocken von Vineta" als Taschenbuch im Sondereinband herausgegeben. Hinter dem geschmackvollen Cover verbirgt sich neben dem Roman eine Karte, ein hilfreiches Glossar, Übersetzungen und Erklärungen lateinischer Redewendungen und ein Nachwort der Autorin, in dem sie einige Erläuterungen zur historischen Quellenlage liefert.

Charlotte Lynes Debüt "Die Glocken von Vineta" ist ein außergewöhnlicher und facettenreicher historischer Roman, der als spannender Unterhaltungsroman gelesen werden kann, dem interessierten Leser aber deutlich mehr als das bietet. Allen, die gerne gehobene historische Romane lesen, kann ich nur empfehlen, sich von Charlotte Lyne auf eine Reise nach Vineta entführen zu lassen und die Geschichte eines gescheiterten Traums zu erleben. Sie werden es nicht bereuen.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Identifikation schwierig, 12. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Glocken von Vineta (Taschenbuch)
Nein, alle fünf Sterne kann ich dem Buch leider nicht geben. Ja, ich stimme allen anderen Rezensenten zu, dass das Buch ein wunderbares Debüt ist. Vineta ist zauberhaft, die Handlung dem sagenhaften Stoff angemessen. Charlotte Lyne kann sich sprachlich phantastisch ausdrücken und ihre Bilder sind originell, treffend und der Situation angemessen.

Womit ich allerdings Probleme habe, sind ihre Charaktere. Ich brauche in einem Buch nicht unbedingt Helden oder Identifikationsfiguren, aber wenn es um eine märchenhafte Geschichte von einer versunkenen Stadt geht, dann wäre es schön, "starke Helden" und "schöne Prinzessinnen", "böse Zauberer und Hexen" zu haben.

Charlotte Lyne hat ihre Figuren auch so angelegt, dass sie genau das sein könnten, aber das gelingt nicht ganz.
Warti ist der starke, schöne Held, bleibt aber oft sehr farblos und unverständlich. Wieso merkt diese Lichtgestalt, die doch so positiv gezeichnet wird nicht, dass seine Angebetete nicht sprechen kann? Wieso fragt er sie nicht einmal, ob sie mit ihm gehen will? Ist er so unsensibel? Auch gegenüber seiner Mutter ringt er nicht gerade um Verständnis.Ihre Ablehnung von Natalia versucht er nicht zu hinterfragen und so ist es auch kein Wunder, wenn er nichts über die Gabe seiner Mutter weiß.
Natalia, die schöne Prinzessin, ist eine schwer traumatisierte, dennoch sehr starke Frau. Eigentlich ist diese Person sehr interessant angelegt. Aber auch hier fällt die Identifikation schwer. Natalia ist für mich fast unmenschlich in ihrer Geradlinigkeit und Härte. Ihre Person erscheint oft starr und verhärtet. Über die Ängste, die zweifellos hinter all dem stecken, erfährt man leider wenig, kann nur auf sie schließen. Auch über ihre Gefühle bei ihrem großen Verlust gegen Ende des Buches erfährt man nur indirekt und so erscheint sie dort fast wieder so mutistisch wie am Anfang des Buches.
Anton ist der düstere junge Prinz, der seine eigenen moralischen Ansprüche so gar nicht erfüllen kann. Auch er bleibt eine schwer verständliche Person, die mir sehr ferne geblieben ist.
Bole, der dunkle Bruder von Warti, ist für mich am besten verständlich in seinen immer "böser" werdenden Handlungen. Bei ihm wird es auch am besten klar, welchen Zwängen und Verletzungen er ausgesetzt ist, und wie diese sich auswirken. Nur am Ende, bei der überraschenden Wende (ich will hier keine Inhalte verraten), fragt man sich, wieso man als Leser nicht eher einen "Tipp" gekriegt hat. Für mich wäre das sehr hilfreich gewesen, war ich doch vorher zu doof etwas zu merken.
Das nächste Buch werde ich aber auf jeden Fall wieder lesen!
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hervorragender Erzählstil, aber ..., 15. Dezember 2007
Von 
S. Kapper (Niedersachsen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Glocken von Vineta (Taschenbuch)
...leider fehlt es diesem schönen Buch bisweilen an Erklärungen für bestimmte Handlungen der Protagonisten. Dadurch stockt der Lesefluss und Verwirrung macht sich breit, bis man sich an die plötzlichen Wendungen gewöhnt hat.

Der Anfang des Buches zieht den Leser schnell in seinen Bann. Das furchtbare Schicksal Natalias bewegt und die blumige Sprache der Autorin tut ihr übriges. Gebannt verfolgt man das von Leid durchzogene Leben der jungen Hauptfigur und fiebert dem Moment entgegen, in dem sich das Glück auch ihr endlich zuwendet.
Es kommt in der Gestalt eines Mannes daher. Warti aus Vineta, der sagenumwobenen Stadt im Meer, verliert sein Herz an die stumme Natalia und befreit sie von ihrem Dasein als Dienstmagd, um sie in seinen eigenen goldenen Käfig zu sperren. Gemeinsam erreichen sie seine Heimat Vineta, wo er Natalia gegen deren Willen zur Frau nimmt.
Doch Warti ist ein einfühlsamer Mann, der seiner jungen Frau Zeit lässt, sich an ihn zu gewöhnen. Nach einiger Zeit vertraut sie ihm und die beiden werden ein glückliches Paar.

Doch einigen Leuten ist ihr Glück ein Dorn im Auge. Wartis Zwillingsbruder Bole und dessen Frau Jula hassen Warti aus tiefstem Herzen, Oda, Wartis Mutter lehnt Natalia ab, da sie ihrem Sohn angeblich den Tod bringen wird und ein Schatten hängt über Natalias und Wartis Glück, weil sie keine Kinder bekommen können.

Ein Zufall bringt sie mit dem Waisenjungen Anton zusammen, den sie aufnehmen und wie das eigene Kind aufziehen. Sie ahnen nicht, dass Anton ihr Schicksal einmal wenden wird...

Charlotte Lyne beschreibt die Personen und die unterschiedlichen Schauplätze auf ihre ganz eigene wunderbare Weise. Man merkt, mit welcher Begeisterung sie diese Geschichte geschrieben hat. Leider vernachlässigt sie in ihrer Begeisterung, wichtige Wendungen ihres Romans eingehend zu schildern. Plötzlich ändert sich die Situation Natalias, ohne zuvor erkennbaren Grund. Neue Fakten werden bekannt, aber nicht erläutert. Die so ausgelöste Verwunderung schmälert den Lesegenuss um einiges, deshalb gibt es nur drei Sterne von mir.

"Die Glocken von Vineta" ist Lynes erstes Buch, ihr Talent und ihre Erzählkunst sind offensichtlich. Deshalb warte ich gespannt auf ihr zweites Werk, um mich an ihrer Weiterentwicklung zu erfreuen. Ein junges Talent auf dem Vormarsch...
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen ziemlich konstruierte Geschichte, 2. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Glocken von Vineta (Taschenbuch)
Ich habe das Buch aufgrund der vielen positiven Rezensionen und dem Vergleich zu Rebecca Gablé gelesen. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.
Der Schreibstil ist zwar gut, aber die Charaktere und die Familiengeschichte fand ich äußerst konstruiert.
Warti wird zwar als strahlender Held aller Vineter beschrieben, aber tatsächlich kommt diese Ausstrahlung nicht wirklich zur Geltung. Auch mit der Geschichte von Natalia habe ich so meine Probleme. Da ist das Kind, das die Hölle auf Erden erlebt, dann als Frau ins Paradies kommt, sich dann selbst in die "Verbannung" begibt und dann im Angesicht des Todes wieder zu ihrem Mann findet... Für meinen Geschmack zu viel krasse Schicksalswendungen.
Zum geschichtlichen Hintergrund fand ich es sehr reizvoll, über Vineta zu lesen. Ich hatte vorher noch nie davon gehört. Doch die Darstellung ist nicht vergleichbar mit den detaillierten Beschreibungen in den Romanen von R. Gablé. Das zweite Buch von C. Lyne habe ich geschenkt bekommen und werde es auch lesen. Gekauft hätte ich es mir nach der Erfahrung mit diesem Buch jedoch nicht.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vineta, die legendäre Stadt, und das Schicksal einer Familie..., 28. September 2008
Von 
Yukon1998 "yukon1998" (NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die Glocken von Vineta (Taschenbuch)
Charlotte Lynes Erstlingsroman "Die Glocken von Vineta" führt seiner Leser in eine für historische Romane recht ungewöhnliche Szenerie: die legendäre Stadt Vineta.
Im Zentrum des Geschehens stehen die beiden ungleichen Bruder Warti und Bole. Während Ersterer mit Glück und Erfolg gesegnet zu sein scheint, versinkt Bole zunehmend in einem Morast aus Frust und Eifersucht auf seinen Bruder. Die Situation scheint zu eskalieren als Bole sich mit Jula vermählt und Warti Natalia heiratet, die er aus dem fernen Nowgorod nach Vineta gebracht hat.
Im weiteren Verlauf des Romans zieht drohendes Unheil auf - nicht nur für die handelnden Figuren der Geschichte, sondern auch für die Stadt Vineta...

Charlotte Lyne läßt die legendäre Stadt Vineta durch ihre bildreiche Sprache und ihre lebhaften Beschreibungen vor den Augen ihrer Leser aus den Fluten der Ostsee auferstehen. Vor meinem inneren Augen konnte ich mir während der Lektüre jede Einzelheit Vinetas vorstellen und habe mitgelitten, als sich in der so lebendigen und friedvollen Stadt zunehmend alles zum Schlechteren wendet.

Auch ihre Charaktere zeichnet Charlotte Lyne liebevoll und detailreich. Der Roman "Die Glocken von Vineta", ohnehin reich an einer Vielzahl von Personal - besticht insbesondere durch lebendige und eindrucksvolle Nebenfiguren, die dem Leser noch lange im Gedächtnis bleiben. Doch auch die Hauptfiguren sind vielschichtig und interessant, ohne klischeehaft zu wirken.
Auch wenn ich mit Natalia und Warti, Jula und Bole während der Lektüre nie wirklich "warm" geworden bin (vermutlich, weil es mir nicht gelang, mich in ihr recht kompliziertes Innenleben hineinzuversetzen und mich auf diese Weise mit ihnen zu identifizieren), habe ich doch mit dem Umschlagen jeder einzelnen Buchseite stets wissen wollen, wie es mit Vineta und seinen Bewohnern weiter geht!

Geschickt versteht Charlotte Lyne dem Leser darüber hinaus die doch auf langen Strecken recht fremde Kultur Vinetas (Polygamismus, fremde Götter und Feste etc.) vertraut zu machen und diese im Laufe des Romans in eher vertraute historische Sturkturen einzupassen.
Als bemerkenswert empfinde ich außerdem die Parallelität von der Geschichte einer Familie und dem späteren Untergang der Stadt Vineta. Eines hängt mit dem anderen zusammen, ist untrennbar verbunden - und, wer wie ich, von der goldene Stadt Vineta beeindruckt ist, MUSS einfach wissen wollen, wie es mit Warti, Bole & Co weitergeht!

Für Freunde ungewöhnlicher historischer Romane ist "Die Glocken von Vineta" ganz sicherlich eine Freude, für die Freunde fremder Schauplätze ein wahres Fest der Sinne!
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18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig!, 17. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Glocken von Vineta (Taschenbuch)
Mitgenommen habe ich den Roman trotz seines stolzen Preises (für ein Taschenbuch) wegen des wunderschönen Covers und der Thematik: Über die versunkene Stadt Vineta habe ich außer "Ein Nilpferd für den Papst" noch keinen historischen Roman gefunden. Ich fand, dass sich Charlottes Lynes Schreibstil sehr von anderen historischen Romanschreibern unterscheidet, das Gegenteil von süßlich und romantisch, dafür kraftvoll und sehr direkt. Ich kann das Buch allen empfehlen, die historische Romane mit Anspruch und Tiefgang bevorzugen.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Roman über eine sagenhafte Stadt an der Ostseeküste, 25. September 2008
Von 
G. Bogner (Nürnberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Glocken von Vineta (Taschenbuch)
Natalia hat eine entbehrungsreiche Kindheit in Rußland, in der sie als Küchenmagd arbeiten muß, bis sie dem reichen Kaufmann Warti auffällt, der sie loskauft und als seine Frau nach Vineta heimführt. Warti bietet Natalia ein sorgenfreies Leben und steigt selbst zum ersten Bürger von Vineta auf. Dennoch ist Natalia unzufrieden, bis sie Anton den man vor den Toren der Stadt verletzt aufgefunden hat, an Kindesstatt annimmt.

Das Buch ist flüssig geschrieben und erzählt eine interessante Geschichte mit sympathischen Protagonisten und fiesen Gegenspielern (Die Gründe für das Verhalten der Leute sind dabei jedoch meist nicht nachvollziehbar). Leider zeichnet die Autorin von Anfang an auch ein düsteres Hintergrundgemälde mit eher negativem Blickwinkel. Mir war das Ganze zu weitschweifig und die Story um die Hauptprotagonisten zu tragisch-dramatisch angelegt.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Debüt der Extraklasse, 28. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Glocken von Vineta (Taschenbuch)
Mit ihrem historischen Roman '"Die Glocken von Vineta"' legt die Autorin Charlotte Lyne für mich ein Debüt der Extraklasse vor.

Was ist an diesem HR so besonders? Was unterscheidet ihn von vielen anderen dieses Genres? Für mich ist es die Intensität. "'Die Glocken von Vineta' "schafft, was nicht viele Bücher schaffen: Es lässt einen beim Lesen vergessen, dass man sich in einer fiktiven Welt befindet. Vineta, das legendäre Venedig der Ostsee, ist (Haupt-) Schauplatz der Geschichte und wird so plastisch und lebendig beschrieben, dass man es förmlich sehen ' und riechen kann. Man verliebt sich in diese Stadt und um ihre Endlichkeit wissend, genießt man beim Lesen alles noch intensiver.

Diesen spannenden Stoff erzählt die Autorin mit einer dichten, ausgefeilten Dramaturgie, die den Leser immer wieder überrascht und in einem wirklich brillanten Ende gipfelt. Der dramaturgische Bogen, den die Autorin vom Prolog zum Epilog spannt, rundet das Ganze perfekt ab. Und der letzte Satz ist einfach klasse, der fährt so richtig ins Herz.

Aber die Dramaturgie von "Die Glocken von Vineta" schafft noch mehr: Die Autorin verlässt sich nicht darauf, ihre Figuren nur zu beschreiben,' sie setzt die Dramaturgie so ein, dass der Leser Dinge miterleben kann, die diesen Figuren passieren. Damit meine ich: Es wird dem Leser nicht einfach "nur" beschrieben, was mit einer der Hauptfiguren passiert, sondern durch das bewusste "Offenlassen" von manchen Fragen, stellt sich der Leser während des Lesens dieselben Fragen wie die Figur. Er fällt beim Lesen genauso ins Leere wie sie. Für mich persönlich ist dieses bewusste "Offenlassen" von manchen Fragen ein wichtiges Stilmittel, das mich beim Lesen eine glaubwürdige "Realität" erleben lässt.

Die Sprache der Autorin ist wundervoll zupackend und poetisch zugleich:
'"Als diese Nacht in einen lichtlosen Morgen überging, hatte der Sturm sich ausgetobt, und das gefräßige Meer legte sich schlafen. Es war kein Gezeitenmeer wie die benachbarte Nordsee, die kam und wieder ging, sondern eines, das nahm und blieb. In die Küstenlinie der Stadt hatte es sich eine klaffende Scharte geschlagen, darin breitete es sich aus und kräuselte sich spielerisch im Schlaf.'"
Die Autorin bemüht keine weit hergeholten oder abgegriffenen Beschreibungen, sondern erzeugt ihre aus der jeweiligen Situation heraus: Ein junges Mädchen wird ausgeschickt, Bucheckern zu sammeln - "'Als das letzte Licht verblich, waren ihre Finger von der Kälte so steif, als müssten sie beim Krümmen splittern wie die morschen Zweige."' Das sind auf der einen Seite sehr klare Beschreibungen, man kann sie "'sehen"', auf der anderen sind sie gerade durch ihre 'realistische Präzision' sehr poetisch.
Bei manchen Büchern '"stoßen"' mir die Beschreibungen ständig "'auf"', da sie einfach zu weit hergeholt sind. Sie stören für mich den Rhythmus der Szene, obwohl sie originell und poetisch sind, aber sie haben keinen inhaltlichen Bezug und reißen mich deshalb immer wieder 'raus'. Bei Charlotte Lyne habe ich jedoch von der ersten Seite an das Gefühl: Alles ist aus einem Guss. Ihre Beschreibungen passen so gut auf die jeweilige Szene oder die jeweilige Stimmung (siehe das Beispiel mit den Bucheckern), dass auf mich alles so lebendig wirkt.

Noch ein paar Worte zu den Figuren: Sie sind wunderbar menschlich, mit all ihren Abgründen, mit all ihren Schwächen. Man kann jederzeit nachvollziehen, warum sie nicht aus ihrer Haut können oder warum sie sich so verhalten, wie sie sich verhalten. Viele Figuren in Vineta haben mich durch eine bestimmte Handlung oder Reaktion zum Nachdenken gebracht- ' und das ist ein Mehrwert, der nur in wenigen Büchern zu finden ist.

Gut gefallen hat mir auch, wie die Autorin Sagen und Mythen rund um Vineta bzw. aus Vineta selbst in die Handlung und das Denken/Fühlen der Figuren eingeflochten hat.

Man kann als Leser von Glück sagen, dass es bis zum nächsten '"Lyne'" nur noch ein paar Monate hin ist. Und vielleicht hat man ja Glück und diese äußerst talentierte Autorin entdeckt auch noch andere Genres für sich. Den Krimi zum Beispiel - was wäre das für ein Fest!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ungewöhnlich und meisterhaft, 13. Mai 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Glocken von Vineta (Taschenbuch)
Mit ihrem ersten historischen Roman erweist sich die Autorin gleich als Meisterin dieses Fachs. Charlotte Lyne hat nicht nur ein in jeder Beziehung originelles Setting und eine ungewöhnlich faszinierende Epoche als Hintergrund für ihre Geschichte gewählt, sondern mit den handelnden Figuren auch besondere Charaktere gezeichnet, die in ihrer Sprödigkeit und Ambivalenz ausgesprochen authentisch wirken und den Leser förmlich zwingen, ihr Schicksal ohne innezuhalten und mitfiebernd gleichsam zu inhalieren. Erzählt wird die Geschichte eines Untergangs - von Menschen und ihrer Stadt - in einer Sprache, die so wortgewaltig und bildmächtig daherkommt, dass man sich ihr auf keiner Seite entziehen kann. Souverän und herausragend im Schreibstil, ein meisterlicher Roman, nach dessen Lektüre man mit Freude und Spannung auf das nächste Buch der Autorin wartet!
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer alten Sage Leben eingehaucht, 7. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Glocken von Vineta (Taschenbuch)
"Vineta" war mir zwar schon sehr lange ein Begriff, der aber nur am äußersten Rande meines Gesichtsfeldes vorkam. Trotzdem habe ich mich in dieses für mich so fremde Territorium vorgewagt.

Noch dazu, weil dieser Roman in solch herrlichem Gewand in mein Zuhause kam. Ich erstmal nicht genug davon bekommen, ihn anzufassen, anzuschauen, mich an den Karten zu erfreuen und an dem Kurz-Interview mit der Autorin hinten im Buch.

Überwindung brauchte es daher keine, das Buch zu beginnen. Der Prolog lockte auf den ersten beiden Seiten zart "komm, komm mit", um mich gleich darauf fest bei der Hand zu greifen und mittenrein zu zerren, hinter sich her, bis ich atemlos an dessen Ende angelangt war und mir sicher war, bis zur letzten Seite mich mit Natalia verbunden zu fühlen. Und so war es auch.

Charlotte Lyne versammelt in "Die Glocken von Vineta" ganz wunderbar gezeichnete Charaktere. Sperrig zumeist, wenig gefällig, und doch bezaubern sie einen. Und selbst Warti, der Sonnyboy, ist nicht makellos oder gar eindimensional. Das macht sie allesamt so lebendig und letztlich unwiderstehlich.
Es ist faszinierend zu sehen, wie sich alle im Lauf der im Roman geschilderten Jahre entwickeln, manchmal unvermutete Einblicke zulassen und sich auch das Beziehungsgefüge zwischen ihnen verändert und verschiebt.
Und über allem schwebt die immerwährende Bedrohung Vinetas durch das Meer, der Bedrohung einer Kultur/Religion durch eine andere. Überaus geschickt verteilt die Autorin dabei diese Aspekte der Vineta-Sage auf die einzelnen Charaktere des Romanes bzw. ihre Beziehungen untereinander.

Alte Motive verwendet Charlotte Lyne in diesem Roman: Die Fremde, die ungleichen Brüder, Liebe und Neid und Eifersucht und Hass beispielsweise, und erzählt sie doch in ihrer ganz eigenen Art und Weise neu. Ebenso, wie die Autorin mit ihrem Roman der alten Sage der Stadt Vineta neues Leben einhaucht.
Spürbares, authentisches Leben. Das ist für mich das wohl Faszinierendste an diesem Buch: dass ich einerseits das Raunen der Vergangenheit gehört habe, das Ewige einer Sage - und andererseits auch mittendrin war, so viel gefühlt und miterlebt habe. Der Aspekt des Authentischen ist mir auch sehr wichtig: Vin ist unverstellt geschrieben; kunstvoll, aber alles andere als künstlich. Kraftvoll, gewaltig, dabei aber keineswegs roh. Der Schreibstil ist eine Freude und macht süchtig! Und er passt perfekt zur Geschichte und zu Vineta.

Ich möchte den Roman gerne mit einem Bernstein vergleichen. Weil er eine Mischung aus Erdhaftigkeit und dem Meer ist. Weil er Altes, nahezu Vergessenes einschliesst und überliefert und sichtbar macht. Und nicht zuletzt, weil er einfach einzigartig ist.
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Die Glocken von Vineta
Die Glocken von Vineta von Charlotte Lyne (Taschenbuch - 1. Dezember 2007)
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