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Kundenrezensionen

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am 5. Oktober 2014
Ich habe dieses Buch gelesen und kann sagen, daß es etwas in mir bzw. meinem Leben bewegt hat... mir ist klar geworden, daß ich etwas tun muss... mein Leben nicht verplätschern ... sondern mutig gelebt werden soll.

Man einer schreibt, die Nachrufe seien so oberflächlich, gar banal ... ja, in gewisser Weise stimmt das. Aber was ich für mich aus all diesen Geschichten herausgehört habe ist die Tatsache, daß eigentlich nur das bedauert wurde, was man nicht getan hat... wo man mutlos war, gezögert und verschoben hat... und das ist m.E. die Botschaft dieses Buches....

Wer spannende, außergewöhnliche Geschichten vom Leben erwartet, wird enttäuscht sein... aber sind wir einmal ehrlich, ist das Leben nicht letztendlich banal und einfach?

Ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen, der evtl. gerade selbst über den Sinn seines Lebens nachdenkt... er wird hier ein Stück weiter in seinen Gedanken vorankommen...
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am 6. November 2014
Ich bineine deutsche Psychotherapeutin in Mexiko und beschäftige mich intensiv mit Trauerarbeit und beteilige mich an der Ausbildung von Sterbebegleitern. Dabei stört mich oft, dass viele Sterbebegleiter ihre eigenen Theorien von Spiritualität an den Sterbenden, die sie begleiten, bestätigt sehen wollen, anstatt auf den jeweiligen Menschen einzugehen. Genau das aber tut Christiane von Salm. Die Geschichten, das eigene Leben reduziert auf 2 oder 3 getippte Seiten, berühren mich tief. Ich finde ein Stück von mir in jeder Geschichte und liebe jeden dieset von ihr interviewten Menschen und ich möchte weiter und weiter und weiterlesen, es ist dieselbe Geschichte des Menschseins mit seinen Höhen und Tiefen immer auf neue Weise, jeder von ihnen und jeder von uns ein kleiner Mosaikstein der grossen und ganzen Menschheit. Diese Lebensgeschichten, die jemand aufgeschrieben hat, der, die, einfach mit offenem Herzen zuhört, lassen mich die ganze Menschheit lieben ( und das, wo ich in einem Land lebe, dass gerade von Korruption und Kriminalität geschüttelt wird). Dieses Buch ist ein Schatz und lässt mich neu über die 2 Seiten nachdenken, die ich über mich schreiben könnte.
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TOP 1000 REZENSENTam 26. Oktober 2013
Selten hat mich ein Buch so "mitgenommen und abgeholt" wie dieses.
Nachdem wir im Mai diesen Jahres einen Sterbefall in der Familie hatten, wurde ich das Thema für mich nicht mehr los. Diese Nachrufe sind ein wundervolles Vermächtnis für jeden, der sich dafür interessiert.
Mehr Lebensweisheit, Lebenssinn und Lebensmotivation in kompakter Form kann man nicht bekommen.
Was denken Menschen im Angesicht des sicheren Todes über ihr Leben, was hätten sie anders machen können.
Diese Geschichten bewegen mich, ob kleine oder große Schicksale (gibt es das überhaupt?), jeder überlegt sich, was er hätte anders machen können. Verpaßte Chancen, falsche Erwartungen, verschenkte Zeit und was war wirklich gut & wichtig.
Ich habe nie etwas gelesen, was für mein eigenes Leben wichtiger war. Dieses Buch - nein diese Berichte, ist/sind die Wirklichkeit, kein Spiel, kein Film, kein Phantasiegebilde. Auf der einen Seite ist es endgültig und traurig, auf der anderen Seite ist es für den Leser voller Motivationen, voller Ideen und voller Kraft selbst etwas zu ändern.
Was man von diesem Buch nicht erwarten darf, sind sensationelle und höchst ungewöhnliche Einsichten. Hier werden mehr normale Schicksale beleuchtet und reflektiert, aber ich persönlich finde gerade darin liegt die Kraft des Buches, den Leser zu motivieren, sein Leben evtl. noch anderes zu gestalten.

Für mich hat dieses Buch zwei Auslöser, zum einen mein Leben zu überprüfen und zum anderen mir Lebenserinnerungen von noch lebenden und geliebten Menschen zu holen und diese für die Nachwelt festzuhalten.
Einen großen Dank an die Autorin, dass sie dieses Buch zusammengetragen hat.
Absolut lesenswert !
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TOP 100 REZENSENTam 22. Oktober 2013
Ich war im gleichen Sterbebegleiterkurs wie die Autorin, habe sie also persönlich kennengelernt. Ob das jetzt für das Schreiben dieser Rezension ein Vor- oder Nachteil ist, möge der Leser entscheiden. Auf jeden Fall wollte ich keine "Gefälligkeitsrezension" schreiben - auch wenn mein sofortiger Kauf des Buches und die vergebenen 5 Sterne darauf hindeuten könnten. Um dem Eindruck der Gefälligkeit entgegen zu wirken, werde ich auch kritischere Dinge ansprechen, die der Leser wissen sollte, über die aber im Buch nichts steht - sei es, weil die Autorin dies nicht wollte, wahrscheinlich aber eher, weil sie es nicht schreiben konnte.

Zunächst möchte ich die Autorin vor dem Generalvorwurf in Schutz nehmen, der solche Bücher wie ihres immer trifft: dass mit dem Leid von Menschen nur Publicity und Geld gemacht werden sollte. Natürlich wird sie Aufmerksamkeit und auch Geld für Buch bekommen. Aber warum sollte sie es nicht verdient haben? Schließlich hat sie eine wertvolle Dienstleistung erbracht - zum einen für die Leser, die als "Weiterlebende" von den Lebensgeschichten der Sterbenden unheimlich viel lernen können. Zum anderen aber auch für letztere selbst. Die Autorin schreibt: "Dass sich überhaupt jemand dafür interessierte, wie sie ihr Leben am Ende selbst sahen - das hat die meisten der Patienten erfreut." Diese wollten also reden, wollen etwas an die "Überlebenden" weitergeben, freuten sich darüber.

Nun aber zu den Nachrufen selbst. Was mich beim ersten Durchblättern total frappiert hatte, war zunächst mal die Länge der Geschichten - bzw. ihre Kürze. Jede ist nur etwa 3 Seiten lang. Passiert denn in einem Leben nicht mehr, als was auf 3 Seiten passt, fragt man sich zwangsläufig? Wird mein eigener Nachruf auch nicht länger werden? Das war für mich der Moment, wo ich das Buch das erste Mal zur Seite legen, und über mein eigenes Leben nachdenken musste. Bin ich in meinem Leben noch auf Seite 2 oder schon auf der letzten Seite (und weiß es nur noch nicht?) Könnte mein Nachruf jetzt schon geschrieben werden, oder kommt nach was Wichtiges, was Überraschendes - so eine Art geniale Wendung, wie sie sich Krimi-Autoren manchmal einfallen lassen? Das Buch von Frau zu Salm ist in Bezug auf die Förderung des Nachdenkens über das eigene Leben eine Art Katalysator...

Nun zu dem, was in den Nachrufen steht. Der erste Satz der Autorin im Buch heißt: "Es ist kein Buch über Sterben, sondern über das Leben." Und darum geht es in den Nachrufen - um das Leben in all seinen Facetten, all seinen Höhen und Tiefen, seinen Hoffnungen und Enttäuschungen. Ich möchte hier nur einige Aussagen der Sterbenden aufgreifen, die mich besonders beeindruckten:

BITTE UM VERZEIHUNG
Eine Frau hatte heimlich als Prostituierte gearbeitet und verschwieg ihrer Tochter ein Leben lang, dass diese von einem Freier abstammt. Am Ende ihres Lebens bittet sie ihre Tochter um Verzeihung: "Mach es besser, meine Tochter, raff dich auf und lass Dich nicht gehen, so wie ich es getan habe. Ich hätte dich so gerne noch um Verzeihung gebeten, es hätte mein schweres Herz erlöst. Bitte verzeih mir - irgendwann."

VERPASSTE LEBENSCHANCEN
Das Gefühl der Sterbenden, sein Leben nicht richtig gelebt, es nicht richtig genutzt zu haben, zieht sich durch sehr viele Nachrufe. "Vielleicht hätte ich Maschinenbau studiert, wäre Ingenieur geworden. Hätte es sogar irgendwo zum Abteilungsleiter gebracht oder zum Chef. Man hätte in der Zeitung von mir gelesen. Da bin ich mir sicher." erklärt jemand. Ein anderer fragt sich: "Ob ich mich nicht doch für ein spannendes Leben hätte entscheiden sollen? Für was Besonderes?" Sehr ergreifend auch die bittere Erkenntnis einer Frau: "Mein einstiger Mädchentraum, später mal auf einem Pferd einen ganzen Tag lang durch meine Farm in Südamerika zu reiten - gekappt." (durch eine plötzliche Krankheit, die sie an den Rollstuhl fesselte.)

Das Gefühl, zu lange gewartet zu haben, bis es zu spät war, scheint viele Menschen am Ende ihres Lebens zu bewegen. Eine Frau erklärt z.B. "Eigentlich habe ich immer nur auf das richtige Leben gewartet. Gelegenheiten habe ich ungenutzt gelassen, Blicke nicht erwidert, Anrufe nicht beantwortet. Weil mir mein Gefühl gesagt hat, dass ich noch warten sollte." Tja, solche nicht genutzten Gelegenheiten - und das schlechte Gewissen dabei, kennt wohl jeder. Wie bereits erwähnt: das Buch ist eine Art Katalysator für das Nachdenken über das eigene Leben.

Und nun aber auch noch zu den kritischen Aspekten, die ich ja in meiner Einleitung angekündigt hatte. Die beziehen sich eigentlich gar nicht so sehr auf die Autorin, bzw. was im Buch steht, sondern darauf, was im Buch gerade nicht steht. Wer meine bisherigen Zeilen gelesen hat, könnte vielleicht sofort den Impuls verspüren, sich auch für so einen Kurs zum Sterbehelfer anzumelden - so wie die Autorin und ich. Ich möchte auch jeden gern dazu ermutigen. Dass man bei der Tätigkeit viel für das eigene Leben mitnehmen kann, das konnte ich in den vorigen Abschnitten hoffentlich etwas vermitteln. Dass es auch Dinge gibt, die nicht so angenehm sind, oder die man anders erwartet hat, gehört aber auch zur Wahrheit dazu. Dass die Autorin darüber nichts geschrieben hat, ist eigentlich verständlich, weil sie gewisse Rücksichten nehmen musste - es werden wohl auch rechtliche Aspekte eine Rolle gespielt haben. Ich als Rezensent muss diese Rücksichten aber nicht nehmen, und möchte den Leser deshalb auf 2-3 Aspekte hinweisen, die vielleicht unnötige, falsche Illusionen verhindern könnten.

DIE AUSBILDUNG
Im ersten Teil schildert die Autorin sehr gut, wie emotional intensiv die Ausbildung war. Ich kann dies bestätigen - ich war ja dabei. Und wenn man von Dingen wie "Befindlichkeitsrunden", "Loslass-Übungen" oder "eigenen Nachruf schreiben" liest, ist man sich bestimmt sicher, dass es sich um eine Art emotionalen Selbsterfahrungs/Grenzerfahrungskurs handeln muss. Das stimmt ja auch. Aber es ist eben nicht die ganze Wahrheit - die ist doch etwas nüchterner. Denn man darf nicht vergessen, dass man es bei der Sterbebegleitung in der Regel mit schwerstkranken Menschen zu tun hat. Deshalb lernt man z.B. auch, wie man Menschen füttert, Windeln wechselt oder Rollstühle (mit Besitzer) eine Treppe hochzieht. Und wer jetzt fragen sollte: Machen das nicht hauptberufliche Pflegekräfte? Antwort: Eigentlich schon - aber die haben vielleicht manchmal nicht so viel Zeit, wie es vielleicht wünschenswert wäre....

DER VERWALTUNGSWAHN MACHT NICHT VOR DEM TOD HALT
Wie gerade geschildert, sind die Grenzen zwischen Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen manchmal nicht so messerscharf gezogen, wie man es vielleicht erwarten würde. Jedenfalls sind letztere schon in das Betreuungssystem für die Patienten eingebunden. So sind genaue Listen zu führen (die auch überprüft werden), wer, wen, wo und wie lange besucht hat. Menschliche Zuwendung stundenweise abgerechnet - auch das ist Deutschland! Manchmal schießt das redliche Bemühen, Sterbenden zu helfen, auch über das Ziel hinaus, verkehrt sich gar ins Gegenteil. Ich kann mich z.B. an einen berichteten Fall erinnern, wo jemand am Vormittag im Krankenhaus seine "Nicht heilbar - Diagnose" erhielt und Nachmittag wurde gleich ein Sterbebegleiter losgeschickt. Der unglückliche Patient fragte natürlich erstmal: wer ist denn dieser fremde Mensch da? Antwort: das ist jetzt dein Sterbebegleiter! Ach so, klar, ich sterbe ja jetzt... Um nicht missverstanden zu werden: in der Regel wird schon viel Wert auf Pietät gelegt - aber die Verwaltungsmaschinerie produziert eben auch solche traurigen Einzelfälle. Auch das gehört zur Wahrheit.

Nun möchte ich aber meine kritischen Anmerkungen an dieser Stelle beenden. Ich wollte damit nicht die Autorin treffen - die kann ja nichts dafür. Vielleicht kann ja keiner was dafür... Vielleicht ist die Autorin mir ja sogar dankbar, weil ich Dinge angesprochen habe, die sie mit Sicherheit auch bewegt hat. Und vielleicht hat auch der Leser was davon, der sich nun ein objektiveres Gesamtbild machen kann.

GESAMTFAZIT ZUM BUCH
Dass ich das Buch meiner Mit-Kursteilnehmerin umbedingt haben musste, kann wohl jeder verstehen. Dass ich ihr Buch aber auch wirklich hilfreich und sehr gut gelungen finde, konnte ich hoffentlich mit meiner Rezension etwas vermitteln. Denn es zwingt jeden, über das eigene Dasein nachzudenken - man muss dies aber auch aushalten können. Und dann kann das Buch wirklich helfen, das eigene Leben zu verändern. Denn die Sterbenden haben eine Botschaft an uns "Weiterlebende": Macht was aus eurem Leben, lasst Gelegenheiten nicht achtlos verstreichen, bis es vielleicht zu spät ist, wie bei uns. Denn ihr habt ja noch die Zeit, die wir leider nicht mehr haben. Und so sollte sich jeder die ehrliche Frage stellen: habe ich bisher genug aus meinem Leben gemacht? Habe ich überhaupt jemals richtig gelebt?
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am 11. Februar 2014
Der einzige Haken an dem Buch ist, dass ich es nicht an einem Stück lesen kann. Ich muss nach 2, 3 Nachrufen pausieren und alles erstmal verarbeiten. Die Nachrufe zeigen mir wie wichtig es ist sich die eigenen Wünsche zu erfüllen und das ein unspektakuläres, einfaches Leben gut sein kann. Bisher habe ich nie etwas von ganz normalen Menschen und Ihr Leben gelesen, ich bin froh dieses Buch gefunden zu haben.
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am 4. November 2013
Der „einfache Mensch von Nebenan“. Menschen, die „ganz normal“ ihr alltägliches Leben gelebt haben. Gearbeitet, Familien gegründet (oder auch nicht), hier und da geurlaubt, vielleicht Eigentum geschaffen (vielleicht auch nicht), Freundschaften gelebt, Arbeit erledigt, das eigene Leben angegangen mit allen Lücken, die zu ertragen waren.

Ganz normale Menschen am Ende ihres Lebens, wissend, dass nicht mehr viel an Zeitspanne verbleibt, fassen ihren Rückblick als Quintessenz zusammen. Kurz jeweils, kaum mehr als 2-3 Seiten im Buch nimmt so ein „normaler Nachruf auf das eigene Leben“ an Raum ein. Und dennoch spiegeln sich in den vielfachen Resümees, den „Leitsätzen“, die formuliert werden, soviel vom Leben wieder, von dem Wissen über den eigenen Weg, dass der Leser ein und das andere Mal innehält und berührt wird. Sich wiedererkennt im ganz normalen Ablauf der Dinge.

Nachrufe und Gedanken, die unmittelbar zur Reflektion einladen. Einfache Sätze, welche die eigene Endlichkeit fühlbar in den Raum bringen und Respekt hervorbringen. Vor den Menschen hinter den kurzen Nachrufen, vor dem Leben an sich.

„Ich will nichts hinterlassen, weder Geld noch eine Botschaft. Außer dieser einen: Macht Euch die letzten Tage schön“. Denn, „wissen Sie, man muss dem Ende Leichtigkeit geben“. So sagt es ein 76jähriger, dem der Knochenkrebs nur mehr wenig Zeit noch gelassen hat.

Oder eine Frau, die durchaus kritisch sieht, dass vieles anders gekommen war, als sie es erhofft und erdacht hatte, dennoch aber zum Ende hin sagen kann: „das war mein Leben und schlecht war's nicht“. Auch wenn sie ehrlich darüber sinniert, dass sie ihrem Ehemann gegenüber durchaus reale Mordlust entwickelt hatte zu Zeiten.

Oder die 62jährige im Hospiz, die den Tod nicht begrüßt, zumindest aber aufzeigt, wie sehr eine gewisse Ordnung der Dinge in und durch die eigene Hand innerlich schwer Belastendes doch hinweg nehmen kann.

Und das man nicht hilflos sein Leben durchgehen muss, egal, wie einfach und eben „normal“ dieses Leben ist. „Man muss ja auch mal kämpfen für dies oder jenes“. Und dann seinen Frieden machen mit dem nahenden Tod, auch wenn nun nicht mehr für die Enkelinnen gekocht werden kann in diesen letzten Tagen des Lebens.

Es sind keine pathetischen Worte, keine ausgefeilten und tiefschürfenden Erkenntnisse, keine abstrakten Denkgebäude, die Christiane zu Salm bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit im Hospiz gesammelt hat. Und gerade deswegen rückt dieses Buch dem Leser so nahe.
Von Beginn an baut sich keine intellektuelle, damit auch schützende, Distanz auf, sondern ganz unvermittelt treffen die kurzen „Lebenszusammenfassungen“, schwingt die Unabänderlichkeit und, ja, auch Einfachheit des Sterbens und des Todes mit.

„Habe das Leben immer genommen, wie es kam und ziehe das jetzt durch (die sechste Chemotherapie)“. 14 Jahre als Verkäuferin bei Penny mit nur noch einer offenen Frage, was einen konkreten Kunden da angeht. Die nicht beantwortet werden wird. Was aber keine allzu große Belastung darstellt.
Am Ende der Tage kann es auch Innen ruhig und friedlich werden, auch das ist eine Botschaft des Buches.

Und je mehr man liest, desto mehr versteht man das persönliche Anliegen der Autorin. Die Suche nach dem, worauf es wirklich ankommt, was wirklich wichtig ist. Eine Suche, die vielfache Antwortmöglichkeiten im Buch findet. Antworten, die das Eigene des Lesers an Wichtigkeit nicht vorwegnehmen oder letztgültig beantworten, aber Resümees, die das eigene Fragen, das eigene Reden über den Tod und den Blick auf das eigene Leben in tiefer Weise anrühren.
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am 4. Januar 2015
Ein wirklich sehr interessantes Buch, das ich innerhalb von nur zwei Tagen durchgelesen habe. Interessant vor allem deshalb, weil die darin enthaltenen »Geschichten« von sehr verschiedenen Menschen überall auf der Welt stammen. Teilweise hätte ich mir jedoch ein bisschen mehr gewünscht. Klar, das ist genau das, was die Autorin nicht wollte (die Menschen sollten anonym bleiben), aber so ein paar Bilder aus deren Leben oder einfach ein paar mehr Infos hätte ich schon schön gefunden.
Trotzdem, das Buch ist wirklich sehr schön und man hat nach dem Lesen einen anderen Blick, ein anderes Empfinden von sinnvollem Umgang mit Lebenszeit. Es kann halt morgen schon vorbei sein...
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am 26. Oktober 2015
Ich habe mir von diesem Buch mehr Tiefgründigkeit erwartet.
Ich habe gehofft, dass in diesem Buch mehr Verständnis entwickelt wird für Prozesee, die im irdischen Leben mehr Lebendigkeit möglich machen, z.B.Bewusstheit im fühlen, denken und handeln.
Der Gedanke, dass man sich im Leben in schwierigen Situationen vorstellen soll, wie man auf dem Sterbebett liegend entscheiden würde, fand ich sehr gut.
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… und daraus auch seine Handlungen abzuleiten, das erinnert ja auf unbequeme Weise daran, dass man eines Tages sterben muss.“

Mit diesem Satz aus dem ersten Buchkapitel hatte mich Christiane zu Salm bereits auf ihre Seite gezogen. Denn das ist seit langem auch mein Thema. Die Schwierigkeit besteht doch vor allem darin, dass dies einem durchaus bewusst ist. Man weiß, das Leben ist endlich, der Tod ist für jeden Menschen unausweichlich. Betrachtet man andererseits näher, in welch geringem Umfang sich diese eigentlich banale Erkenntnis auf den eigenen Alltag auswirkt, kann man sich nur wundern. Darüber, wie verschwenderisch man trotz allem mit seiner Zeit umgeht, sich um materielle Dinge bemüht, kurzum sein Leben so führt, als würde es ewig so weitergehen.

Der Verdienst dieses Buches ist der Perspektivwechsel, der dadurch entsteht, dass die Autorin Menschen zu Wort kommen lässt, deren Leben am Ende angekommen ist und die dies nutzen, um zurückzublicken, Bilanz zu ziehen, zu werten, Fehler einzuräumen, sich zu entschuldigen, in Einzelfällen aber auch um mit anderen Menschen abzurechnen oder sich für ihr Verhalten zu rechtfertigen. Nicht jede Rückschau zeugt von Zufriedenheit mit dem Erreichten, oft schwingen Wut, Ärger, Bedauern und Traurigkeit mit.

Die persönlichen Rückblicke berühren aufgrund ihrer Authentizität. Sie umfassen nur jeweils wenige Seiten. Die aber genügen, um einen Eindruck zu vermitteln, was für ein Mensch hier spricht, was diesem Menschen in seinem Leben wichtig war und was am Ende wirklich zählt.

Sterben und Tod nehmen in diesem Buch eigentlich kaum einen Raum ein. Es geht um das Leben und eine ehrliche Bestandsaufnahme. Und das ist der Punkt, an dem auch der Leser von diesen Rückblicken profitieren kann, auch wenn es nicht seine eigenen sind. Mir erging es jedenfalls so – man entdeckt unweigerlich Parallelen, erkennt aber auch eigene Defizite und offene Baustellen.

Christiane zu Salms Buch regt mit Nachdruck an, die eigene Lebenssituation zu überdenken, wichtige Dinge anzugehen und Prioritäten neu zu setzen.

-> Kauf- und Leseempfehlung!
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Christiane zu Salm ist ehrenamtliche Sterbebegleiterin und hat Sterbende gefragt, wie sie im Angesicht des Todes auf ihr Leben zurück blicken. Diese Nachrufe berichten von Glück und von Traurigkeit, von Liebe und von Verbitterung, von Einsamkeit und Erfüllung, von verpassten Chancen und von begangenen Fehlern.

Die 'Betrachtung des Lebens aus der Perspektive des Sterbens' macht sehr nachdenklich, was das eigene Leben angeht: Ist man zufrieden und glücklich mit dem, was man hat? Was möchte man anders machen? Was würde man selbst im Angesicht des Todes erzählen?

Viele der Geschichten haben mich traurig gemacht, vor allem, wenn der/die Erzählende das Gefühl hatte, eigentlich nichts aus seinem/ihrem Leben gemacht zu haben, kein interessantes Leben gehabt zu haben, sich zu sehr an den Bedürfnissen und Wünschen anderer orientiert zu haben, ohne das zu tun, was er/sie selbst am liebsten getan hätte, oder wenn er/sie mehrfach enttäuscht wurde, ohne das jemals anzusprechen oder aufzuklären. Aber es gab auch sehr positive Geschichten, die von einem spannenden, erfüllten Leben berichten und in denen Sterbende ohne Angst und ohne das Gefühl, noch nicht fertig zu sein mit ihrem Leben, in den Tod gehen.

Die einzelnen Nachrufe lesen sich sehr flüssig. Dennoch habe ich wochenlang an dem Buch gelesen, da ich immer nur wenige Berichte nacheinander lesen konnte.

'Dieser Mensch war ich' ist kein einfaches, aber ein sehr bewegendes, zur Selbstreflexion anregendes und Hoffnung gebendes Buch. Sehr empfehlenswert!
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