Kundenrezensionen


105 Rezensionen
5 Sterne:
 (60)
4 Sterne:
 (8)
3 Sterne:
 (10)
2 Sterne:
 (7)
1 Sterne:
 (20)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


77 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ideen eines Schreibtischrevolutionärs - geeignet als Diskussionsanstoß
Mit "Anna, die Schule und der liebe Gott" legt Precht eine radikale Kritik des deutschen Schulsystems vor, die zwar viele Missstände durchaus zutreffend charakterisiert, insgesamt aber wenig Neues bringt und unter überzogenen Pauschalaussagen leidet. Der Rezensent ist hin- und hergerissen.

Einerseits ist es natürlich begrüßenswert,...
Vor 13 Monaten von Prof Dr Olaf-Axel Burow veröffentlicht

versus
14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Licht und Schatten
David Precht bleibt sich mit dem Buch mal wieder selbst treu. Er möchte das deutsche Bildungswesen nicht nur irgendwie reformieren, sondern es sozusagen komplett auf den Kopf stellen. Entsprechend stark sind seine Thesen, die aber leider oft nicht durch ebenso starke Argumente untermauert werden. Hier nur 2 Beispiele:

"Mathe gehört nicht ins...
Vor 15 Monaten von Falk Müller veröffentlicht


‹ Zurück | 1 211 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

77 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ideen eines Schreibtischrevolutionärs - geeignet als Diskussionsanstoß, 1. Juni 2013
Von 
Prof Dr Olaf-Axel Burow "oaburow" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Mit "Anna, die Schule und der liebe Gott" legt Precht eine radikale Kritik des deutschen Schulsystems vor, die zwar viele Missstände durchaus zutreffend charakterisiert, insgesamt aber wenig Neues bringt und unter überzogenen Pauschalaussagen leidet. Der Rezensent ist hin- und hergerissen.

Einerseits ist es natürlich begrüßenswert, dass es Precht aufgrund seiner medialen Präsenz als Bestsellerautor gelingt, ein breites Publikum für die wichtige Frage der Zukunft unseres in weiten Bereichen antiquierten Schulsystems zu interessieren. Andererseits leidet das Buch unter überzogenem Alarmismus und wenig fundierten Vorstellungen über die Zukunft von Schule und Unterricht. In Teilen sinkt der Schreibtischrevolutionär Precht dabei auf Stammtischniveau ab, obwohl seine Kritik an überholten Unterrichtsformaten, einem ungerechten Beurteilungssystem, des fragwürdigen Systems der Jahrgangsklassen, der überzogenen Stofffülle, der Konzentration auf Selektion statt Förderung und vielem mehr, durchaus zutreffend ist.

Nur hat man solche Analysen schon sehr viel fundierter an anderer Stelle gelesen. Etwa in Jutta Allemendingers hervorragenden Studie Schulaufgaben: Wie wir das Bildungssystem verändern müssen, um unseren Kindern gerecht zu werden. Prechts unterkomplexe Darstellung wegweisender Ideen bezieht sich - ohne dass dies dem Laien deutlich wird - auf Konzepte von Autoren wie Ken Robinson In meinem Element: Wie wir von erfolgreichen Menschen lernen können, unser Potenzial zu entdecken, dem es in einem 18 Minutenclip (Youtube: Ken Robinson TED) sehr viel besser gelingt, auf den Punkt zu bringen, warum unsere traditionelle Art des Schulemachens überholt ist. Und die Idee der Abschaffung der Jahrgangsklasse zugunsten mediengestützen individualisierten Lernens geht auf Salman Khan zurück (Youtube: Khan TED), der in seinem neuen Buch Die Khan-Academy: Die Revolution für die Schule von morgen mit seiner Khan-Akademie ein wegweisendes, machbares und teilweise bereits umgesetztes Konzept für die Schule bzw. den Unterricht der Zukunft vorstellt.

Abseits von solcher Detailkritik besteht das entscheidendes Manko an Prechts Schulkritik darin, dass es ihr an gesellschaftstheoretisch fundierten Analysen mangelt, weswegen ihn der Hamburger Schulsenator Ties Rabe in "Die Zeit" als "Sofa-Kritiker" bezeichnete. Hat er doch erleben müssen wie privilegierte Bildungsbürger selbst einen bescheidenen und von allen Parteien getragenen Kompromiss einer 6-jährigen Grundschule zu Fall brachten. Da erscheint es billig, vom bequemen Schreibtisch des schwadronierenden Philosophen und Medienstars aus, eine "Bildungsrevolution" auszurufen, die aufgrund der platten Zuspitzung auch prompt Bestsellerquoten erreicht.

Allerdings müssen sich Bildungsforscher, Erziehungswissenschaftler und progressive Politiker angesichts dieses Erfolges fragen, warum ihre fundierten Analysen auf ein so geringes öffentliches Interesse stoßen. Bedauerlicher Weise wird beide, den Bestsellerautor und den solide argumentierende Fachwissenschaftler das gleiche Schicksal treffen: Weder Alarmismus noch Argumente bringen die Bildungspolitik auf einen vernünftigen Kurs, geht es doch in Wirklichkeit weniger um Pädagogik, oder gar um das Wohl der Kinder, sondern um knallharte Interessenvertretung angesichts schwindender Ressourcen und Aufstiegschancen. Um diesen Zusammenhang zu verstehen, sollte man Colin Crouch lesen Postdemokratie (edition suhrkamp), der nicht von Revolutionen schwafelt, sondern zeigt wie sie entstehen: Nämlich nicht als Kopfgeburten, sondern als Ergebnis sozialer Bewegungen für deren Entstehen es besonderer gesellschaftlicher Bedingungen bedarf.

Und der Weg dahin, führt nicht zuletzt auch über vergleichsweise kleine Schritte engagierter PädagogInnen, die mit konkreten Vorhaben unter schwierigsten Bedingungen, daran arbeiten, die Schule der Zukunft zu gestalten. Wie das geht, kann man in Reinhard Kahls FilmenTreibhäuser der Zukunft [3 DVDs] sehen oder auch in Konzepten einer "Positiven Pädagogik" Positive Pädagogik: Sieben Wege zu Lernfreude und Schulglück nachlesen.

Warum gebe ich trotz dieser Kritik Prechts Buch 4 Sterne? Bei aller Verkürzung, gelingt es ihm ein breites Publikum zu erreichen und trägt damit vielleicht dazu bei, längst fällige Diskussionen anzustoßen.

Fazit: Ideen eines Schreibtischrevolutionärs - geeignet als Diskussionsanstoß

Prof.Dr. Olaf-Axel Burow Universität Kassel
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


34 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 5+500 Sterne - kein Witz!, 1. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Anna, die Schule und der liebe Gott: Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern (Gebundene Ausgabe)
Was habe ich gelitten in der Schule; dachte die Uni wird besser. Dann das gleiche Drama: stillsitzen und auswendig lernen von Definitionen! Ich hatte immer Ideen wie das viel besser zu machen ist - und habe mich nebenbei über Jahrzehnte mit dem Thema befasst und viele Streitgespräche geführt a la "man muß ja erstmal die Grundlagen auswendig lernen". Meine Ambitionen, darüber ein Buch zu schreiben, hat Herr Precht beerdigt: er fasst das Thema ganz vorzüglich zusammen und führt die Absurdität kollektiven Handelns in verkrusteten Strukturen so deutlich vor Augen, daß man beim Lesen beinahe weinen muß - wenn es denn nicht noch größeres Elend in unserer Welt geben würde.

Aber zum Punkt: das Buch ist eine Zusammenfassung, eine Aufrüttelung, ein plakatives Deutlichmachen, damit es auch der Letzte versteht. Es ist keine wissenschaftliche Untersuchung! Liebe Kritiker: der Mann ist Philosoph und kein Wissenschaftler. Er kommt zu seinen Schlüssen durch reines Denken basierend auf eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen Anderer - losgelöst von rückschrittlichem Zeitgeist. Wenn man ihm hier a) vorwirft, nix sei neu und alles bekannt, und b) er nimmt zu wissenschaftlichen Untersuchungen wie PISA keine Stellung, dann hat man das Ziel des Buches a) nicht verstanden oder b) nicht gelesen, denn PISA wird z.B. in aller Form auseinander genommen.

Das Buch ist also i.W. eine Zusammenfassung! Nirgendwo sagt Precht, er hätte sich das alles selbst aus den Fingern gezogen - ganz im Gegenteil: er zitiert und verweist fleißigst auf Quellen. Im ersten Teil des Buches wird einem die Notwendigkeit von Veränderungen im Schulsystem vor Augen geführt - selbst wenn man das schon begriffen hat: eine schön zu lesende Wiederholung. Im zweiten Teil wird anhand von vielen Beispielen aus alten und neuen Denkansätzen und konkreten Studien gezeigt, wie es besser geht. Ob das alles im Detail so oder so richtig ist, oder eben doch nicht, spielt doch überhaupt keine Rolle. Teil 1 zeigt das Problem auf - Teil 2 zeigt mögliche (!) Lösung anderer auf - angereichert mit Prechts eigenen Ideen. Das Buch ist Anstoß zum Denken und ein Mutmachen für Leute, die etwas bewegen wollen. Wir müssen gemeinsam eine deutsche Lösung finden - keine 1:1 kopieren - genauso sagt es auch Precht.

Meine Kritik an dem reform-pädagigischem Ansatz und meinen eigenen Ideen dazu war immer, dass vielleicht nicht alle so sind wie ich. Viele sind halt nicht so hell, oder kreativ, oder sind einfach böse. Wie es so ein 1*-Kritiker hier beschreibt: bei üblen, lern-unwilligen Kinder geht es eben nicht mit gutem Willen. Heute weiß ich, daß ist quatsch! Auch der Dunkelste ist gar nicht dunkel, er kann eben nur andere Sachen. Diese Bewertung von menschlichem Wesen ist einfach nur arrogant. Was kenne ich für kreative Mitschüler, die einfach nur dumm gemacht wurden, weil sie Mathe eben nicht konnten. Und selbst wenn jemand nicht kreativ ist, dann ist er/sie vielleicht nett, oder witzig, oder zuverlässig, oder schnell, oder sauber, oder einfühlsam oder oder oder - irgendwas kann jeder richtig gut!
Und ein zweites Erlebnis hat mir diesen vermeintlichen Schwachpunkt genommen: eine Spiegel-TV-Reportage über die Laborschule in Bielefeld. Da waren die Kinder (und zwar alle!) traurig, daß Ferien waren! Die wollten nicht abhängen, die wollten lernen, Projekte machen, zusammen Erfahrungen machen und so weiter! Wie geht denn sowas?! Precht lesen, dann seine Zitierten :) Wenn ich das also mit meiner Leidenszeit vergleiche, dann weiß ich, was ich meinen Kindern ermöglichen will...

Ein letzter Punkt: die 1*Sterne-Fraktion echauffiert sich, daß der kleine "Sofa"-Precht eine Revolution ausruft. Wer sei er denn schon?! Diese Arroganz; und wieder das Buch nicht gelesen - wohl eine schlechte Schulbildung genossen? Denn ausführlich belegt Precht, wie das staatliche Bildungssystem durch private Träger löchrig wird - die Revolution ist im Gange und es kann sie niemand mehr aufhalten. Die Frage die Precht aber stellt: sollen nur die Reichen in den Genuß kommen, oder eben auch die Armen. Deren Kinder, BTW, mit der gleichen Varianz an Kapazitäten auf die Welt kommen, wie die der Reichen - nur erhalten sie eben nicht die Förderungen und werden vom System AKTIV unterdrückt (siehe UNESCO-Bericht über Deutschland etc.). Alles Dinge, die Precht beleuchtet und die das Buch unglaublich wertvoll machen und ein toller Einstieg in das ganze Thema für das GANZE Volk sind.

Grandiose Arbeit Herr Precht! Durch Sie und all die Anderen werden mehr Kinder schneller vernünftig behandelt - zum Wohle unserer Gesellschaft mit wirklich gebildeten und stabilen Bürgern. Ich bin froh, daß es Leute wie Sie gibt! Seien sie laut und bewegen Sie was! Danke und voll 505 Sterne von mir!

An Euch Leser: das Buch kann man leicht und schnell verschlingen - es macht Freude und Hoffnung, soviel Vernunft zu lesen. Viel Erfolg für Eure Kinder und SPREAD THE WORD - ich werde das Buch fleißig verschenken!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich..., 10. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
...nicht immer nur Kritik am greisigen Schulsysthem sondern mal neue Ideen, wie es besser werden könnte. Mir hat das Lesen dieses Buches sehr viel Spass gemacht und ich hoffe ganz stark, dass es etwas in Gang bringt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragender Einstieg in die Thematik, 4. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Anna, die Schule und der liebe Gott: Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern (Gebundene Ausgabe)
Das Buch vermittelt einen guten Überblick über das Thema. Die Darstellung ist interessant, recht ausgewogen, umfassend, sachlich, gut recherchiert und belegt. Hier geht es wirklich um die Sache, weitgehend ideologiefrei und sehr engagiert. Ein geeignetes Buch, um sich in die Thematik einzuarbeiten. Eine leichte Einseitigkeit Prechts wird man vielleicht erkennen, liest man ergänzend beispielsweise das Kapitel 6 "Bildung und Gerechtigkeit" aus "Deutschland schafft sich ab" von Thilo Sarrazin.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


94 von 123 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einen Stein ins Rollen bringen..., 20. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Anna, die Schule und der liebe Gott: Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern (Gebundene Ausgabe)
„Anna, die Schule und der liebe Gott“ ist ein typischer Precht. Es ist ein stilistischer Genuss, dieses Buch zu lesen, wenn auch seine Analyse nicht gerade angenehm ist. Wer kann schon den Scherbenhaufen schön finden, den der Autor beschreibt? Das Buch wendet sich explizit an Lehrer, Schüler, Eltern und Bildungspolitiker. Das ist sehr schade, denn das Problem Schule geht uns alle an und wir alle müssen dabei mitreden, mitdenken und mitbeschließen, sonst findet die Bildungsrevolution ohne das Volk statt, und wir wissen spätestens seit 1848, dass das in die Hose geht. Aber es ist ja niemandem verboten, das Buch trotzdem zu lesen, auch wenn er der anvisierten Zielgruppe nicht explizit angehört. Ich würde mir wünschen, dass Industriemanager, Banker, Handwerker und Nichteltern ebenfalls zu diesem Buch greifen. Ich verspreche dieser Zielgruppe, dass sie unterhaltsam begreifen wird, wie wichtig es ist, dass auch sie sich um Schule kümmert.
Auf den ersten 165 Seiten analysiert Precht die historischen Wurzeln unseres Bildungssystems und entlarvt vieles, das wir für selbstverständlich halten, als historisch gewachsen, und er kann sehr überzeugend zeigen, dass unsere Zeit diesen Wurzeln entwachsen ist. Hier kann der Leser sich einer animierenden Führung des Autors anvertrauen und sich mit ihm empören und den Kopf schütteln. Damit stellt Precht seinen Leser auf ganz sichere Füße, er gibt ihm einen sicheren Punkt, von dem aus sich das heutige Schulsystem aus den Angeln heben lässt.
Von Seite 165 an sollte der Leser auf kritische Distanz gehen, was bei einem solch sprachgewaltigen Philosophen nicht immer ganz einfach ist, gar zu gern geht man ihm auf den schmackhaft zubereiteten Leim. Precht schildert hier seine Vision einer Bildungsrevolution und er schildert sie eindringlich, überzeugend und – als ziemlich allein seligmachend. Aber Revolutionen sind selten friedlich, sie kosten in der Regel viele Menschenleben und landen oft genug in einer Diktatur, die nicht erträglicher ist als die Umstände, die sie abgeschafft haben. Auch Prechts Vorstellungen sind trotz wertvoller Ideen nicht frei von solchen Gefahren, wenn er wieder ein System schaffen will, in das wieder alle gleichermaßen hineinmüssen, auch wenn sie dort eine individuelle Lernbehandlung erfahren. Bei aller Revolutionsfreude sollte man genau hinschauen, was man den Kindern an Neuem zumutet oder schenkt.
Obwohl die Schlussfolgerungen, die Precht zieht, in meinen Augen manchmal sehr diskutierfähig sind, halte ich dieses Buch für höchst lesenswert. Je mehr Menschen es lesen, desto mehr Menschen werden über Schule nachdenken. Mit Prechts Anregungen gelingt es dann vielleicht, gemeinsam einen neuen Weg zu finden, in dem sich viele Schulvorstellungen verwirklichen dürfen und nicht nur die Prechtsche Vision.
Fazit für zukünftige Leser: Kaufen – lesen – weiter empfehlen – heiß diskutieren und nicht alles akzeptieren.
Fazit für den Autor: Klasse gemacht, danke für den Lesegenuss, super recherchierte Analyse! Hoffentlich bringen die Ideen dieses Buches einen Stein ins Rollen!
Fazit für mich: Hoffentlich rollt der Stein nicht nur in die Prechtsche Richtung, ich hätte da noch ein paar alternative gute Ideen…
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Licht und Schatten, 21. April 2013
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Anna, die Schule und der liebe Gott: Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern (Gebundene Ausgabe)
David Precht bleibt sich mit dem Buch mal wieder selbst treu. Er möchte das deutsche Bildungswesen nicht nur irgendwie reformieren, sondern es sozusagen komplett auf den Kopf stellen. Entsprechend stark sind seine Thesen, die aber leider oft nicht durch ebenso starke Argumente untermauert werden. Hier nur 2 Beispiele:

"Mathe gehört nicht ins Klassenzimmer" heißt es etwa an einer Stelle. Denn in keinem anderen Fach entwickelten sich Schüler so heterogen, werden die Begabten unterfordert und die Schwachen überfordert. Nun mag an der These der Heterogenität etwas Wahres dran sein, aber eigentlich könnte man sie auch für jedes andere Schulfach anwenden und den Schulunterricht gleich als Ganzes in Frage stellen. Aber was wäre die praktikable Alternative? Für jeden Einzelunterricht? Hier bleibt Precht etwas im Ungefähren.

Ein anderer starker Satz Prechts ist: z.B. "Denn im Grunde haben Schulaufgaben außerhalb der Schule gar nichts zu suchen." Er will also die Hausaufgaben abschaffen. Denn damit würden Lehrer nur ihre Arbeit auf die Eltern abwälzen und den Kindern ihre wertvolle Freizeit berauben. Sicher ist auch diese Aussage nicht ganz falsch, aber gleichzeitig doch etwas einseitig. Denn natürlich können auch die Lehrer wenig dafür, wenn die Lehrpläne so mit Stoff vollgepackt werden, dass sie in der normalen Unterrichtszeit nicht mehr zu schaffen sind.

Fazit: Vieles, was Precht im Buch schreibt, ist sehr nachvollziebar. Etwas dass nur 1-5 Prozent des vermittelten Stoffes als verstandenes, durchdachtes, abrufbares Wissen für den Rest des Lebens gespeichert bleibt - und der "Rest" sinnlos auswendig gelerntes Kurzzeitwissen ist. Manchmal überzieht er nach meiner Meinung etwas mit seiner Kritik. (Deutschland hat eines der schlechtesten Bildungssysteme aller Industrienationen der Welt) Außerdem entwirft Precht ein Idealbild des zukünftigen Bildungswesens (eine Schule, die ein Lernabenteuer ist, Neugier entzündet, Potentiale entfaltet) wie man es sich wahrscheinlich nur als Philosoph ausdenken kann, der sich nicht mit den Realitäten und Zwängen des Bildungsalltags herumschlagen muss.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


36 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weckruf an die Nation!, 4. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Anna, die Schule und der liebe Gott: Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern (Gebundene Ausgabe)
Anna und der ,liebe Gott` spielen in dem neuen Buch von Precht keine große Rolle. Das ist viel Getöse auf dem Cover. Aber mit dem Untertitel hat das Ganze schon deutlich mehr zu tun. Es geht um den Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern. Precht bringt es auf den Punkt. Unspektakulär, ruhig, ausgewogen, alle billigen Effekte weglassend. Gleichwohl spürt man den intellektuell gezügelten Zorn.

Als Vater von 3 Kindern, meine jüngste Tochter hat jetzt im März Abi gemacht, und als Hochschullehrer kann ich ebenfalls vieles berichten und muss, auch wenn meine Erlebnisse sicher nicht repräsentativ sind, Precht in vollem Umfang Recht geben. Seine Schilderungen sind weder über- noch untertrieben. Es ist wirklich so schlimm! Sicher gibt es auch sehr gute Schulen, engagierte, großartige Lehrer und es gibt tolle junge Leute, die die Schule nach 13 oder 12 Jahren angereichert und gereift verlassen. Aber es gibt sehr viele, die einfach drei Kreuze machen. Der Wirkungsgrad unseres Bildungssystems ist mehr als dürftig.

Bei mir im Hörsaal sitzen StudentInnen, die den Dreisatz nicht beherrschen, die sich mit der Prozentrechnung schwer tun und die mit einfachen Gleichungen nicht umgehen können. Kaum Rechtschreibung, Zeichensetzung überhaupt nicht. Man fragt sich, was haben die in den letzten Jahren gemacht? Schülerdemenz, weil von alledem nichts wirklich interessiert. Zeitung lesen, tagesthemen/heute journal, Allgemeinbildung: Fehlanzeige! Sie haben noch nicht einmal stillsitzen gelernt, denn still wird es im Hörsaal immer erst, wenn man eine Frage gestellt hat. Allerdings hat man den jungen Leuten abgewöhnt, ihrerseits nachzufragen, wenn man etwas genauer wissen will... will man nicht! Man will höchstens wissen, was in der nächsten Klausur drankommen könnte.

Deutschland, ein Land ohne besondere Rohstoffe, braucht eine ordentliche Geisteselite, eine breite, gebildete Mittelschicht und kann es sich nicht leisten, derart viele (junge) Menschen ohne Aus-/Bildung in der Sozialversicherung zurückzulassen.

Precht konstatiert, dass die Probleme seit Jahrzehnten bekannt seien. Auch gäbe es genügend brauchbare Lösungskonzepte. Aber Bildung ist etwas, von dem glaubt jeder, etwas zu verstehen. Also quasselt alles umeinander. Die bessere Idee ist immer der Tod der guten. So wird das nixx! Oder wir kommen nur langsam, viel zu langsam voran. Precht schöpft nach meinem Eindruck aus einem reichlichen Insiderwissen. Keineswegs verkopft, viel gesunder Menschverstand. Ein Weckruf an die Nation!

Precht bietet auch keine neuen, spektakulären Ansätze. Aber seine Darlegungen sind programmatisch rund und deshalb durchaus revolutionär.

Am Ende der Lektüre ist klar: Der Worte sind mehr als genug gewechselt. Es braucht keine Besserwisser, die alles wieder nur zerreden. Sondern es müssen zum Wohle unserer Kinder und zum Wohle unseres Landes endlich (!!!) Taten folgen! Alles andere ist nur beschämend! Precht hat mit seinem Buch einen erneuten Anstoss gegeben. Dafür sollten wir ihm danken. Ergo: Buch lesen... und auf geht's!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


102 von 135 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Chance nicht genutzt, 23. April 2013
Von 
Peer Sylvester "peerchen" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Anna, die Schule und der liebe Gott: Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern (Gebundene Ausgabe)
Precht hätte als Bestsellerautor die Chance gehabt wirklich etwas in Sachen Bildung zu verändern. Doch er hat sie kaum genutzt. Das fängt mit dem übertriebenden Alarmismus an: So soll Deutschland das schlechteste Schulsystem der Welt haben - Schlechter als Burundi oder Mexuiko - gehts nicht ne Nummer kleiner? Solche polternden (nicht belegten) Behauptungen findet man leider immer wieder. So meint Precht bald hätten wir wegen der Privatschulen ein Zweiklassenssystem. Privatschulen machen gerade einmal 8% aus. Der Anteil wäre rasant gestiegen. Ja, um ein Prozent in 10 Jahren. Usw.
Generell werden Zahlen nur dann präsentiert, wenn sie zu Prechts Aussagen passen. So passt die PISA-Studie natürlich nicht zum schlechtesten Schulsystem, wird also verworfen. Ausser in dem Punkt, der zu Prechts Thesen passt (Abhängigkeit des Abschlusses vom Elterneinkommen), da wird sie natürlich herangezogen. Solches Herauspicken von genehmen Studien verursacht Bauchschmerzen. Da fand ich selbst Lotte Kühns "Lehrerhasserbuch" ehrlicher, da wurde auf diese Taschenspielereien komplett verzichtet.

Im zweiten Teil, dann Prechts "Lösung", die böse besagt darin besteht, dass Lehrer machen, was Precht toll findet. Und das ist vor allem Projektarbeit. Das die Ländern, die in Prechts Augen vorbildlich gelten - z.B. natürlich Finnland - gar keine Projektarbeit machen, ist ein weiterer Beleg dafür, dass Precht nur darin interessiert ist, seine Agenda zu propagandieren. Dabei verstrickt er sich in Wiedersprüche: Natürlich sollen Kinder z.B. nur das lernen, was sie später brauchen (wie das auch gehen soll, wenn Zwölfjährige noch nicht wissen, welchen Beruf sie ergreifen), es sei denn es ist ein Thema, das ihm am Herzen liegt (Goethe z.B.). Mathematik und Fächer, die Precht nicht mag (oder die sich für Prechts Methode nicht so eignen), können Kinder -und das ist kein Scherz! - ja per Computerlernprogramm lernen. Das unterschiedliche Kinder unterschiedlich lernen und weder Computerprogramme noch Projektarbeit für alle geeignet ist, lässt Precht unter den Tisch fallen. Richtig gemacht, so sein Credo, werden schon alle Kinder angesprochen. Und zwar ausnahmslos.

Alles in allem kein Buch für jemanden, der wirklich etwas über das Bildungssystem erfahren will. Es wirkt alles wenig durchdacht, intellektuelles Stammtischniveau eben. Das ist schade, denn in einigen Punkten hat Precht durchaus recht - nur hätte er sich zwischen einer Objektiven Analyse und flammender Feuerrede á la Lotte Kühn entscheiden müssen. Wer sich mit der Problematik wirklich befassen will, sollte zu "Schulaufgaben" von Jutta Allmendinger greifen. Das ist vielleicht weniger gefällig geschrieben, schafft aber dafür das, wo Precht scheitert: Eine objektive Analyse und eine auf solidem Fundament gebaute (nicht viel weniger radikale) Forderung nach Reformen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Potenzialentfaltungs-Coaching, 28. Mai 2013
Von 
FMA - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Anna, die Schule und der liebe Gott: Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern (Gebundene Ausgabe)
Wie stellt sich Precht die Schule der Zukunft vor? Der Autor regt die Auflösung der Klassenstruktur an und empfiehlt die Unterteilung der Schule in Lernhäuser; eine dezentral ausgerichtete Schularchitektur mit einen Campus als Mittelpunkt, Nischen und Rückzugsorten, Begegnungsräumen. Hierbei solle sich die Struktur der Wissensgesellschaft abbilden.

In den Lernhäusern würden Lehrerkollegien die jahrgangsübergreifenden Lernteams die gesamte Schulzeit hindurch begleiten und einen guten Teamgeist kultivieren. Es gäbe gemeinschaftsstiftende Rituale und Werte; Schuluniformen würden die Differenzen unter den Schülern, die sich aus der unterschiedlichen sozialen Herkunft und materiellen Möglichkeiten des Elternhauses ergeben, entkräften.

Die Lust am Lernen, die Neugier des Kindes ist ein zartes Pflänzchen. Es komme deshalb darauf an, die "intrinsische Motivation" der Schüler zu hegen und zu pflegen. Jedes Kind sollte die Möglichkeit haben, in seinem individuellen Tempo seine eigenen Interessen zu verfolgen. Pauken nach starrem Lehrplan führt dazu, dass in erster Linie für Tests und Prüfungen gelernt und entsprechend schnell wieder vergessen wird. Ziel müsse ein projekt- und anwendungsbezogenes, fächerübergreifendes Lernen sein, bei dem sich SchülerInnen die Inhalte selbst erarbeiten.

Der ADHS-Epidemie will der Autor mit Konzentrationsübungen schon für die Kleinen entgegenwirken. Erforderlich sei ein Training, das vom ersten Schuljahr an unseren Kindern hilft, sich zu sammeln, zur Ruhe zu kommen, ihr eigenes Tun zu reflektieren, sich selbst besser zu verstehen. Ob man dieses Coaching nun "Glück" nennt, "Lebenskunst" oder "Philosophie", ist dabei vergleichsweise egal"

Noten sollen abgeschafft und durch ein "sorgsames, auf die Individualität des Kindes bezogenes Monitoring" ersetzt werden. Schriftliche Beurteilungen der Lehrer reflektieren den Lern- und Entwicklungsweg der Schüler, nicht nur im Hinblick auf Fragen der Wissensaneignung, sondern auch bezüglich der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes insgesamt.

Für das Berufsleben seien Zensuren ohnehin nicht aussagekräftig. Hier zählen Qualitäten wie "Führungsstärke, Begeisterungsfähigkeit, Teamgeist, Flexibilität oder die Fähigkeit, andere mitzureißen, von denen ein herkömmliches Zeugnis nichts weiß", so Precht. Weitere Stichworte in seinem Reform-Programm sind Kindergartenpflicht und Ganztagsschule. Dabei ist mitgedacht, dass Elternhaus und Familie für immer mehr Kinder kein anregendes Umfeld mehr darstellen und die Gesellschaft in der Pflicht sei, dem etwas entgegen zu setzen.

Unterbelichtet bleibt im Buch das Thema "Kinder mit Migrationshintergrund". Ein Drittel der Schulanfänger hat mittlerweile ausländische Wurzeln; in Metropolen wie Köln, Frankfurt oder München sogar mehr als die Hälfte. Der Erwerb von Sprachkompetenz sowie Fragen der kulturellen Adaption stellen hier eine wachsende Herausforderung dar. Auch zum wichtigen Komplex Einbeziehung außerschulischer Ressourcen und Kompetenzen weiß der Autor nicht viel zu sagen.

Dennoch - es ist zweifellos zu begrüßen, dass Precht seine Popularität nutzt, um den Diskurs zu diesem wichtigen Thema neu zu befeuern. Sein Buch liefert ohne Frage viele gute Ideen und Anregungen, wenngleich auch kaum etwas, was nicht schon andernorts gesagt und geschrieben wurde, ja sogar praktiziert wird. Die Evangelische Schule Berlin Zentrum, die von NDW-Star Nena mit begründete Neue Schule Hamburg, die Oskar-von-Miller Schule in Kassel (Berufsbildung), die Hans-Georg-Karg-Schule des CJD in Braunschweig (Grundschule), die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule Göttingen, die Werkstattschule in Rostock (integrierte Gesamtschule) sind nur einige Beispiele von vielen.

Merkwürdig mutet Prechts arroganter Tonfall gegenüber der Lehrerschaft an. All das, was er an Pädagogen kritisiert, praktiziert er hier selber: Defizitorientierung, Pauschal-Abwertung, Defätismus. Man fragt sich, mit wem der Autor seine Bildungsrevolution durchführen will, wenn er ein solches Lehrer-Bashing betreibt. Hätte er auf den von ihm beschriebenen endlosen Exkursionen durch das deutsche Schulsystem Best Practice-Beispiele gesammelt, wäre die Lektüre sicher sehr viel inspirierender geworden. Er hätte sich dann eben nur nicht mehr in dieser Form als Humboldt 2.0 gerieren können.

Weitere interessante Publikationen zum Thema: "Dichter, Denker, Schulversager: Gute Schulen sind machbar" von Jörg Dräger und Klaus von Dohnanyi, EduAction - Wir machen Schule" von Margret Rasfeld und Peter Spiegel, "Positive Pädagogik: Sieben Wege zu Lernfreude und Schulglück" von Olaf-Axel Burow. Interessante Websites zum Thema: news4teachers, archiv-der-zukunft, blickueberdenzaun.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heißer Diskussionsstoff über unser Schulsystem, 24. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Anna, die Schule und der liebe Gott: Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern (Gebundene Ausgabe)
Schule ist in vielen Familien ein heißes Thema, unabhängig davon, ob die Kinder mit mehr oder weniger Erfolg durch die diversen Schulformen unserer deutschen Schullandschaft ziehen. Dass viele von ihnen mit dem System nicht zurechtkommen, nach unten durchgereicht werden, bis sie im schlimmsten Fall ohne Abschluss und Zukunftsperspektiven vor den Schultoren stehen, lässt das spätestens seit PISA niemanden mehr kalt. Auch nicht Richard David Precht.
In gewohnt pointierter Manier analysiert er unsere heutige Schullandschaft und erklärt ausführlich, warum wir in unserem Land so ganz anders unterrichten als im Rest der Welt. Um zu begreifen, warum wir zum Beispiel Kinder mit zehn Jahren auf ihre intellektuelle Begabung und damit ihre berufliche Eignung hin selektieren, ist es wichtig zu wissen, wo die Ursprünge eines solchen Systems liegen, nämlich im Preußen des beginnenden 19. Jahrhunderts. Erst wer die Ideen einiger Reformpädagogen kennt, die sich im Verlauf der vergangenen 200 Jahre ebenfalls mal mehr, mal weniger deutlich niedergeschlagen haben, kann wahrnehmen, dass der bunte deutsche Schulstrauß eher ein zerzaustes Gestrüpp ist, das Wege blockiert, statt sie zu öffnen. An dieser Stelle setzt Prechts zweiter Buchabschnitt über die in seinen Augen notwendige „Bildungsrevolution“ an. Durchaus nachvollziehbar schildert er, welche Art von Schule Kinder und Jugendliche des 21. Jahrhunderts brauchen. Wer heute jung ist, erlebt vielleicht noch das Jahr 2100 und sieht sich einer Berufswelt gegenüber, die wir heute noch gar nicht kennen können, weil sich unsere Gesellschaft und Wirtschaft in immer kürzeren Perioden verändern. Kernthese Prechts ist es, Schüler nicht mit Wissen nach dem Prinzip des „Bulimie-Lernens“ vollzustopfen, sondern ihnen Mittel und Methoden an die Hand zu geben, ein allgemeinverbindliches Grundwissen nach Bedarf lebenslang erweitern zu können. Denn was Hänschen heute in der Schule lernt, muss für Hans zwanzig oder dreißig Jahre später längst nicht mehr gelten.
Ich wünsche und hoffe, dass Prechts Buch, so kontrovers es im Augenblick diskutiert wird, einen Stein ins Rollen bringt, damit unsere Kinder und Enkel auch in Zukunft eine echte Zukunft haben.
Mein Fazit: Lesen und mitdiskutieren!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 211 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Anna, die Schule und der liebe Gott: Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern
Anna, die Schule und der liebe Gott: Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern von Richard David Precht (Gebundene Ausgabe - 22. April 2013)
EUR 19,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen