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Kundenrezensionen

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VINE-PRODUKTTESTERam 15. April 2013
Ein heißer Sommer in New Hampshire, ein entflohener Häftling und ein 13jähriger Junge mit seiner Mom - mehr braucht es nicht, um diese große Story zu erzählen.
Und mit den ersten Seiten ist man schon mittendrin:

Frank, ein gesuchter Mörder, bittet Henry und seine Mom um Hilfe.
Gewaltfrei, mit viel Charme und dank seiner kumpelhaften Art, gelingt es ihm schnell, beider Herzen im Sturm zu erobern.
Das Leben in dem kleinen Haus verändert sich und ganz besonders auch Adele. Sie blüht auf.
Henry, anfangs glücklich, wird allerdings zunehmend eifersüchtig.
Ein Drama scheint sich anzubahnen. Verrat. Man spürt es mit jedem Satz.
Joyce Maynard gelingt es, diese Stimmung langsam ins fast Unerträgliche zu steigern.
Gleichzeitig dazu verfällt wegen der enormen Hitze alles in Lethargie. Selbst Henrys Hamster Joe liegt nur noch hechelnd auf dem Boden seines Käfigs.
Wie ein großes Sturmgewitter entlädt sich schließlich die Handlung. Und wenn man glaubt, dies sei nun das Ende der Story, so hat man sich zum Glück getäuscht.

Genau deshalb liest man schließlich - wegen solcher Romane!
Und so schmal er auch ist, so ist er doch all dies in einem:
Grandioser Liebesroman, Geschichte vom Erwachsenwerden und atemberaubend spannendes Drama.
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am 3. Juli 2011
...hatte ich, nachdem ich den Roman heute an einem Nachmittag durch gelesen habe. Eines der schönsten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe, einfache Sprache, aber alles sehr gut beobachtet und auf den Punkt gebracht. Zwei erwachsene Menschen, denen das Schicksal bislang nicht gut mitgespielt hat, finden in einem heißen Sommer zueinander und nach langer schmerzvoller Zeit endlich ihr Glück...oder doch nicht?
Der Hauptteil der Geschichte spielt Anfang/Mitte der 90er Jahre, denn der 13jährige Ich-Erzähler Henry, Sohn der weiblichen Hauptfigur, erzählt, dass gerade die Playstation (erste erschien 1994) und der Gameboy bei den Kids aktuell sind. Sein Leben in einer Kleinstadt ist hingegen irgendwie "stehen geblieben", nachdem es seiner Mutter nicht mehr so gut geht (warum, möchte ich noch nicht verraten) und sie kaum noch das Haus verlässt - bis zu diesem Sommer, als Frank auftaucht. Der "Duft des Sommers" ist neben der Liebesgeschichte der Erwachsenen vor allem eine Geschichte über das Erwachsenwerden und den damit verbundenen Ängsten und Unsicherheiten, dem Arrangieren mit den Stärken und Schwächen seiner Eltern, der Entwicklung der Persönlichkeit und der Sexualiät. Und es geht darum, dass es die einfachen Dinge sind, die glücklich machen und uns gut tun, wie etwa eine Berührung, ein gemeinsames Essen usw.
Großartiges Buch, kann ich nur empfehlen.
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TOP 500 REZENSENTam 30. Dezember 2011
" Der Duft des Sommers" von Joyce Maynard ist ein Buch,das bewegt und den Leser hineinsaugt in die Geschichte dreier Menschen, die 6 Tage miteinander verbringen, die ihr Leben für immer verändern sollen.

Erzählt wird dieser fesselnde Roman vom Ich-Erzähler Henry. Ein dreizehnjähriger pubertierender Junge, der nach der Trennung seiner Eltern ein sehr enges Verhältnis zu seiner Mutter hat.Adele, seine Mutter, hat nach einigen Schicksalsschlägen mit dem Leben abgeschlossen und verkriecht sich in ihrem Haus und versucht Kontakten mit ihren Mitmenschen aus dem Weg zu gehen, bis Henry und Adele eines Tages, beim Einkaufen einen entflohenen Sträfling kennenlernen, den Adele, sozial denkend wie sie ist, in ihrem Haus aufnimmt.Nur 6 Tage verbringen diese drei Menschen miteinander und doch verändern diese 6 Tage das Leben der Drei grundlegend.

Als ich den Umschlag dieses Buches sah, dachte ich an eine nette Sommerlektüre für den Gartenstuhl. Das mich diese Geschichte so gefangennehmen würde habe ich nicht geahnt, denn sonst hätte ich dieses Buch schon viel früher gelesen.
Sehr einfühlsam , fesselt und bewegend erzählt die Autorin von den Gefühlen, Beziehungen und dem früheren Leben dieser drei Menschen, die sie zu dem werden ließen,was sie heute sind.Ihr Blick für das Wesentliche läßt die Dreiecksgeschichte der Protagonisten sehr spannend und teilweise auch tragisch werden, ohne jedoch jemals ins Kitschige abzudriften.Die Gefühle eines Pupertierenden, der bisher eine enge und teilweise auch belastende Beziehung zu seiner Mutter hatte, werden genauso beschrieben, wie die Resignation einer Frau, der das Leben böse mitgespielt hat. Die leichte und teilweise beschwingte Erzählweise nimmt der Geschichte allerdings einiges an Dramatik, sodass man als Leser nicht heruntergezogen wird, sondern im Gegenteil hineingesogen wird in eine wunderschöne Liebesgeschichte, der man ein gutes Ende wünscht.Die drei Protagonisten werden so sympathisch dargestellt, dass man sie verstehen und nachfühlen kann, was diese 6 Tage für sie bedeuten.

Auf dem Umschlag des Buches steht."Ein Roman, den sie einfach lesen müssen".Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen.
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am 10. August 2011
Mit dem Roman >Der Duft des Sommers< hält man eine ergreifend schöne Beziehungsgeschichte in Händen, welche an einem Labor-Day-Wochenende in New Hampshire spielt, voller Sensibiliät und sogar ein wenig Dramatik steckt.
Joyce Maynard gewährt dem Leser Einblick in das Herz und das tiefempfundene Gefühlschaos des dreizehnjährigen, heranwachsenden Jungen Henry und erzählt schließlich die Geschichte aus seiner Sicht.

Henry, der schon früh lernen mußte, Verantwortung zu übernehmen, ist Außenseiter in seiner Schule und lebt mit seiner psychisch labilen, depressiven Mutter Adele zurückgezogen in einem kleinen Haus in einer Vorstadt. Bei einem der wenigen Ausflüge in einen Supermarkt bittet der verletzte Frank die beiden um Hilfe. Adele und Henry nehmen ihn mit nach Hause. Dort erfahren sie, dass Frank ein entflohener Häftling ist.
Schnell wird klar, dass das Leben aus Grautönen besteht, eben nicht nur schwarz-weiß ist, und dass die Dinge nicht immer sind, wie sie scheinen.
Frank ist zärtlich zu seiner Umgebung und sanft in Allem, was er tut. Er beweist Spürsinn für das Wesentliche und begegnet Adele und ihrem Sohn mit rücksichtsvoller Herzenswärme.
Adele, deren Verlorenheit man beim Lesen regelrecht spüren kann, hat durch ihre Traurigkeit Sehnsucht nach impulsiver Lebendigkeit. Schließlich findet sie Ihre verloren geglaubte Lebensfreude wieder. An diesem Labor-Day-Wochenende, an dem aus den drei Außenseitern eine Familie in einer eigenen Welt wird; an dem Frank für begrenzte Zeit ein Ersatz für den fehlenden Ehemann und Vater wird.

Die zarte Liebesbeziehung zwischen der einsamen Adele und dem hoffnungsvollen Frank ist zu keiner Zeit kitschig. Die Emotionen sind ausdrucksstark und voller Intensität in wenigen Worten, die genügend Raum für Phantasie lassen, zu Papier gebracht. Auch der pubertierende Henry mit seinem widersprüchlichen Seelenleben ist gut dargestellt. Seine ständigen Sorge darum, dass Sex eine Droge ist, treibt ihn um, bis er letztendlich zu dem Schluss kommt, dass die Liebe selbst die eigentliche Droge ist.

Das ansprechende Cover hat mich dazu verleitet, das Buch zu kaufen. Dass die Pfirsiche auf dem Einband eine tiefere Bewandtnis haben, erfährt man im Laufe der Geschichte. Denn das Backen eines Pfirsich-Pie`s ist wie das Leben selbst - man muss erspüren, was in ebendiesem Moment das Richtige ist.

Am Ende des Buches zeigt sich, dass man im Leben auf das Glück vertrauen soll, und dass sich das Warten lohnt. Ich habe mitgefühlt mit Henry, Adele und Frank und das Buch in nur einer Nacht gelesen. Es hat weit mehr Tiefgang, als ich anfangs vermutet habe. Somit gibt es aus meiner Sicht nur einen Kritikpunkt: >Der Duft des Sommers< ist viel zu schnell verflogen.
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Ein ganz besonderes Buch, geschrieben aus der Sicht des 13-jährigen, mitten in der Pubertät sich befindenden Jungen Henry. Die Autorin hat seine Sprache, seine Gefühle, seine Ängste sehr gut nachempfunden und geschildert. Seine etwas "verrückte" Mutter trifft auf den Mann ihres Lebens, die große Liebe der beiden hat allerdings keine Chance. Was zunächst für die beiden Erwachsenen sowie den heranwachsenden Henry wie ein Glücksfall aussieht, verändert sich plötzlich dramatisch. Schwere Schuldgefühle belasten ihn und beeinflussen sein weiteres Leben.
Es gibt dann einen Sprung bis er ca. 30 Jahre alt ist, und wieder alles eine (un)erwartete, zumindest erhoffte Wendung nimmt.
Ein Roman, den man, einmal angefangen, nicht mehr weglegen möchte.
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am 21. Juni 2011
Drei Personen sendet Joyce Maynard in ihrem neuen Roman auf eine gemeinsame innere Reise. Örtlich in einem Haus, zeitlich an einem Sommerwochenende. Auf diesem engen Raum, in dieser gedrängten Zeitspanne allerdings gelingt es ihr, die wesentlichen und existentiellen Themen des Lebens der drei Personen (und natürlich über diese hinaus) in einer wunderbaren und intensiven Sprache fast spielerisch fließen zu lassen.

Henry, 13 Jahre alt, Sohn von Adele. Sein Vater hat die Familie verlassen und eine neue Familie gegründet, womit Henry allein mit seiner Mutter in einem kleinen Haus lebt. Zu einer Zeit, in der er sich gerade sehr intensiv für alles interessiert, was mit Frauen und deren Körper zu tun hat. Ein Junge, der schon früh seine Muter schützte, der einerseits das erwachende Leben spürt, andererseits aber in Adele eine Mutter an der Seite findet, die ihr Leben weitestgehend aufgegeben hat, sich ganz auf sich selbst und auf ihre vier Wände zurückzieht.

Adele, für einige Jahre glücklich mit ihrem Mann, einem, der wirklich fest und sicher Führen konnte beim Tanzen, mit dem Sie Abend für Abend auf dem Parkett schwebte, ein Glück, dass mit der Geburt Henrys für Adele perfekt wirkte. Bis der Mann ging. Sie gibt es nicht zu, aber sie ist aus dem Tritt geraten und findet nicht mehr hinein, in den Tanz des Lebens. Auch Henry hat es aufgegeben. 'Eine Weile habe ich noch versucht, sie aus dem Haus zu locken', keiner seiner Versuche aber fruchtete. Wohl, denkt er sich, hat seine Mutter seinen Vater 'zu sehr geliebt'.

Frank. Verurteilter Gewaltverbrecher. Mörder. Auf der Flucht. Was sich für Adele und Henry erst später herausstellen wird. Auf einem der seltenen Ausflüge von Mutter und Sohn in ein Einkaufszentrum begegnet Frank den beiden, spricht zunächst Henry an, sucht einen Unterschlupf und wird tatsächlich mit nach Hause genommen von Adele.

Und dort beginnt eine intensive, emotionale Reise für alle drei. Adele, die aufblüht. Henry, der beginnt, die Fäden des Lebens miteinander in Verbindung zu setzen und Frank, der andeutet, dass der einfache Begriff 'Mord' noch lange nicht alles beinhaltet, was in seinem Leben wirklich passiert ist. Dass dies nicht die ganze Geschichte ist. Die aber im Lauf der Tage in der zunehmend intimer werden Nähe der drei Personen, zu Tage treten wird.

'Wie meine Mutter auf irgendetwas reagieren würde, konnte man nie vorhersagen'. Doch nun tritt das Leben in Person von Frank wieder eindeutig in ihr Leben und der Weg nimmt eindeutige Formen an. Liebe ist eben die Schlüsselkraft des Lebens, positiv wie negativ.

Mit großer Sprachkraft in doch ganz einfachen Sätzen rückt Joyce Maynard die Erlebniswelt dieser drei Personen in den Blick. Szenen, in denen sie beschreibt, wie sanft und doch bestimmt Frank Adele mit Seidentüchern fesselt 'um den Anschein zu wahren', kleine Blicke, die Maynard auf die errötenden Wangen der Frau lenkt, Beschreibungen von Augen, Handbewegungen, die kurzen, einprägsamen Dialoge, in denen nicht monologisiert wird, aber immer das Wesentliche gesagt wird, geben diesem Kammerspiel das, was ein Kammerspiel in seinen besten Möglichkeiten ausreizt: Einen direkten und intensiven Einblick in die Emotionen und Entwicklungen der Figuren.

'Der Duft des Sommers' ist ein Liebesroman der tiefschürfenden Art, ohne Kitsch oder Glamour steht nur die Essenz der Begegnung im Raum. Oder, wie der später erwachsene Henry es ausdrückt zum Ende des Buches hin: 'Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich auf jeden Menschen positiv auswirkt, wenn man ruhig und aufmerksam ist und den schlichten Impulsen der Liebe folgt.' Eine wunderbare Zusammenfassung dessen, was Maynard mit dem Buch umsetzt.
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am 15. Januar 2014
Ein sehr ungewöhnliches Buch, und ganz was anderes, als ich erwartet habe. Ein sehr einfühlsames Buch über sechs Tage, natürlich im Sommer, die das Leben vieler verschiedener Menschen nachhaltig beeinflußt.

Ganz unterschiedliche, gut gelungene Figuren.
Von einem pubertierenden Jugendlichen, einer alleinerziehenden Mutter, die oft überfordert ist und sich von der Außenwelt isoliert und der geflohene Strafgefangene Frank, der so eine interessante Art hat, daß ich ihn gerne mal kennenlernen würde. Der leibliche Vater und seine neue Familie.

Wir erfahren viel über die Leben der Protagonisten. Vor und nach den sechs Tagen.
Sehr einfühlsam geschrieben. Über ganz viele verschiedene Gefühle. Einsamkeit, Liebe, Angst, Neid ... aber alles total vielschichtig.
Mir persönlich war es etwas zu kurz an manchen Stellen, da hätten ein paar Seiten mehr gut getan. Und etwas zu traurig, dadurch nur die 4 Sterne.
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am 31. August 2012
Ein absolutes Highlight! Vielleicht das beste, was ich in diesem Jahr gelesen habe! Die Sprache u. der Schreibstil von Joyce Maynard sind unvergleichlich u. unschlagbar, so leise u. gefühlvoll, das man einfach nicht genug davon bekommt! Eine volle Leseempfehlung, ich muss unbedingt das Nachfolgebuch der Autorin haben!
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TOP 100 REZENSENTam 3. Juli 2011
Drei Menschen, die für einen kurzen Zeitraum auf engem Raum zusammen leben: Henry, seine Mutter Adele, und der entflohene Sträfling Frank.

Henry fungiert als Ich-Erzähler dieser Geschichte. Zum Zeitpunkt des Geschehens ist er dreizehn Jahre alt. Zusammen mit seiner Mutter lebt er relativ zurückgezogen. Die Eltern sind geschieden, der Vater holt ihn einmal die Woche zum gemeinsamen Essen ab. In der Schule ist Henry eher ein Außenseiter. Im Sport eine Niete (meint er zumindest). Von Mädchen träumt er, vermag in der realen Welt seine Träume aber nicht Wirklichkeit werden zu lassen.

Seine Mutter Adele war und ist eine begeisterte Tänzerin. Eine Abtreibung, zwei Fehlgeburten und eine Totgeburt haben ihr jedoch die Freude am Leben genommen, so dass sich schließlich sogar ihr Ehemann von ihr abgewendet hat. Sie verkauft übers Telefon Vitamine und lebt ausschließlich für ihren Sohn. Weitere Kontakte zur Aussenwelt sind rar. Eine Freundin mit einem behinderten Sohn kommt sie gelegentlich besuchen.

Frank: zu zwanzig Jahren Gefängnis war er verurteilt. Als er eine Blinddarmoperation zur Flucht nutzt, hatte er nur noch zwei Jahre Haftzeit abzusitzen.

Das Ende des Sommers. Labor Day (Tag der Arbeit; ein nationaler Feiertag, der in den USA am 1. Montag im September gefeiert wird) steht vor der Tür, und damit der Schulbeginn. Henry benötigt eine neue Hose, und so begleitet ihn seine Mutter zum Einkaufszentrum. Dort wird er von einem Mann angesprochen, der ihn um Hilfe bittet. Hilfe, die gewährt wird. Der Aufenthalt von Frank bei Henry und seiner Mutter wird das Leben aller Beteiligten verändern.

"Manchmal ist es auch einfach nur frische Luft, die gebraucht wird. Oder dass man dem Kind eine warme Hand auf den Bauch legt. Man muss einfach nur aufmerksam sein. Ganz ruhig werden. Den Rest der Welt ausblenden, der dann nicht wichtig ist. Erspüren, was in diesem Moment das Richtige ist." Achtsamkeit, Konzentration auf den Moment. Frank lebt diese Prinzipien, wenn er Henry die Geheimnisse des Pie-Backens erklärt, welches er bei seiner Großmutter gelernt hat, oder beim Baseball-Training. Er nimmt sich Zeit für den Jungen, geht auf ihn ein. Kann jedoch nicht verhindern, dass Henry sich seine eigenen Gedanken macht, als Frank und Adele von einem neuen Leben in Kanada sprechen. Henry hat Angst zurückgelassen zu werden, und begeht einen entscheidenden Fehler.

Joyce Maynard beschreibt in ihrem Buch eine Extremsituation: drei Menschen auf engem Raum zusammen. Mein erster Gedanke galt dem Stockholm-Syndrom. Dieses wird in dem Buch zwar nicht erwähnt, dafür aber die Geschichte der Patty Hearst. Die wahre Geschichte einer amerikanischen Millionenerbin, die erst entführt wurde, und sich dann ihren Entführern angeschlossen hat. Im Buch ist von Gehirnwäsche die Rede. Der Fall der Patty Hearst ist mit dem vorliegenden Buch jedoch nicht vergleichbar. Hearst wurde zwei Monate lang mit verbundenen Augen festgehalten, außerdem missbraucht. Frank hingegen behandelt Adele und Henry vom ersten Moment an sehr achtsam. Wenn er die junge Mutter mit Seidentüchern fesselt, dann nur, damit sie später eine Lügendetektortest besteht. Und Seidentücher nimmt er, weil diese nicht in die Haut einschneiden. Fürsorglich, besorgt. Ein Verhalten, das in krassem Gegensatz zu der Tat steht, wegen der er verurteilt worden ist. Im Laufe der Geschichte lernt der Leser jedoch, dass es immer zwei Seiten gibt. Wer die Guten sind, und wer die Bösen ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Und manchmal sind die Dinge anders als es zunächst scheint.

Womit wir bei meinem ersten Kritikpunkt sind: Frank ist ein Mensch, der zu gut ist, um wahr zu sein. Man hat ihm übel mitgespielt, und doch verhält er sich mustergültig. Es ist kaum zu glauben, dass die 18 Jahre im Gefängnis (und zuvor die Kriegserfahrung) so gar keine Spuren hinterlassen haben. Eine etwas unglaubwürdige Figur. Unrealistisch auch, dass jemand, der in Kürze freikommt (relativ gesehen auf die gesamte Haftzeit), einen derartigen Fluchtversuch unternimmt. Frank streicht die Fenster, spielt im Garten Baseball, und keiner sieht ihn? Auch wenn das Haus von Adele und ihrem Sohn am Ende der Strasse liegt (so ein Zufall!), so haben sie doch Nachbarn, denen die ungewohnte männliche Anwesenheit auffallen müsste.

Negativ aufgefallen ist mir außerdem die Angewohnheit der Übersetzerin Begriffe aus Englischen auch im deutschen Text beizubehalten. Gleich auf Seite 10: Shoppingcenter. Warum nicht Einkaufszentrum? Übrigens schreibt man im amerikanischen Englisch meines Wissens nach 'shopping center' auseinander. Und 'cranberries' (S. 9) kann man mit Moosbeeren oder Kranbeeren übersetzten. Ein 'pie' ist ein (gedeckter) Kuchen oder eine Pastete. Und ein 'center fielder' (S. 113) ist im Baseball ein Außenfeldspieler mit defensiven Aufgaben. Ein 'pitch' (S. 115) ist ein Wurf. Ein 'catcher' (S. 115) ist ein Fänger. Es gibt für alles deutsche Begriffe. Warum also hat man diese nicht benutzt? Des Weiteren bezweifle ich, ob jede(r) deutsche LeserIn die amerikanischen Baseball-Fachausdrücke kennt. Möglicherweise wäre es sogar hilfreich gewesen, wenn man in einer Fußnote die Grundzüge dieser Sportart erklärt hätte.

Mein Fazit:
Einerseits eine Geschichte über den Prozess des Erwachsenwerdens. Die körperlichen Veränderungen, die Gefühle für das andere Geschlecht bei dem 13-jährigen Henry werden einfühlsam beschrieben. Daneben wird der Beginn einer romantischen Beziehung geschildert. Des Weiteren erfährt der Leser mehr über den Hintergrund der drei Protagonisten. Zugegeben, die Geschichte ist an manchen Stellen etwas konstruiert, die Figuren sind nicht immer glaubwürdig. Dennoch hat mir dieses Buch gut gefallen, einfach aufgrund der Betonung eines achtsamen Umgangs miteinander. Allein deswegen lesenswert.

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Anm.1: Achten Sie auf das Umschlagblatt. Wenn Sie sacht darüber streichen, werden Sie merken, dass sich die beiden Pfirsiche auf der Vorderseite des Schutzumschlages etwas rau anfühlen. Ganz wie im wahren Leben. Das Motiv ist übrigens eine gute Wahl, da im Buch ein Pfirsichkuchen eine Rolle spielt.

Anm.2: Kate Winslet hat für die Verfilmung dieses Buch vor kurzem einen Vertrag unterschrieben. Die Rolle des Frank soll Josh Brolin übernehmen.
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am 16. Dezember 2013
Generell gesehen, fand ich das Buch gut, gefallen hat mir besonders das Ende.
Dass wie bereits in den vorherigen Rezensionen erwähnt die wörtlichen Reden nicht besonders hervorgehoben wurden, hat mich nicht gestört.
Deutlich gestört hat mich jedoch die oft sehr unrealistische Geschichte, deshalb vergebe ich auch nur 3 Sterne.
Eine sehr schnell aufkeimende, aufgesetzt wirkende Liebe, die vielen Situationen und Unternehmungen, die beschrieben wurden und im realen Leben so sicher nicht möglich wären haben mir beim Lesen den Wind aus den Segeln genommen.
Sehr schade!!!
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