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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein beeindruckendes Buch
Mongolei - Steppenland
Der Wolf ist den Völkern des Graslandes Urahn, Lehrmeister, Kriegsgott und Vorbild zugleich. Wölfe waren es, die das Grasland vor ökologischen Katastrophen schützten, und Nomadenvölker zollen dem Tier schon seit Jahrhunderten höchste Verehrung. Im spirituellen Leben der Graslandbewohner war der Wolf ihr Totem, im...
Veröffentlicht am 1. März 2009 von Lucy M.

versus
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen der Zorn der Wölfe
Der Roman ist eine glühende Verteidigung des Gleichgewichtes in der unberührten Natur, zugleich eine Liebeserklärung an die Wölfe als wesentlich am Erhalten dieses Gleichgewichts Beteiligter. Im Hintergrund steht eine Warnung, trotz dieser Liebe keinen Wolf zu sehr zu vermenschlichen, wie der Ausgang des Versuchs, einen Wolfswelpen zu zähmen,...
Veröffentlicht am 10. November 2009 von Hans Christoph Goetze


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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein beeindruckendes Buch, 1. März 2009
Von 
Lucy M. "cute & cool" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Zorn der Wölfe: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mongolei - Steppenland
Der Wolf ist den Völkern des Graslandes Urahn, Lehrmeister, Kriegsgott und Vorbild zugleich. Wölfe waren es, die das Grasland vor ökologischen Katastrophen schützten, und Nomadenvölker zollen dem Tier schon seit Jahrhunderten höchste Verehrung. Im spirituellen Leben der Graslandbewohner war der Wolf ihr Totem, im täglichen Überlebenskampf ihr Feind.
Der Bestand der Wölfe ist ein ökologischer Index für Grasland. Sind die Wölfe verschwunden, hat das Grasland seine Seele ausgehaucht. Die Natur hält da Gleichgewicht zwischen Tier und Mensch. Die Fähigkeit eines Volkes zu eigenem Schutz und Selbstverteidigung ist die Grundlage seines Überlebens. Die Menschen und Wölfe des Graslandes sind im harten Konkurrenzkampf die einzigen gesetzten Spieler, die eine Chance haben zu überleben.
Jedoch im Kampf zwischen Viehzüchtervolk und Wolfsrudeln herrscht ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis und es gibt eine ganz einfache Logik des Graslandes, die schlicht und einfach der objektiven Entwicklung folgt.
Die Bewohner des Graslandes haben gelernt, mit Wölfen zusammen zu leben. So eine Art Stilleben verwoben mit gewaltigen kriegerischen Strategien und Kämpfen zwischen den Fronten. Dieses Zusammenspiel von Ursache und Wirkung zwischen den Kreaturen dieser Welt prägte die Menschheitsgeschichte.
Der Roman Zorn der Wölfe greift, zu Recht, sehr hart die menschliche Ignoranz gegenüber der Umweltzerstörung an. Er zeigt die Verhältnisse während der Kulturrevolution in den 60er Jahren, als die chinesischen Studenten in die Innere Mongolei geschickt wurden, um das Leben der nomadischen Viehzüchter kennen zu lernen.
Viele von ihnen wurden von der Faszination, die von der mongolischen Kultur und ihren Traditionen, die sehr von der urtümlichen Schönheit des Graslandes und des mongolischen Wolfes beeinflusst werden, ausgeht, in ihren Bann gezogen. Die Arglist und die Weisheit der Wölfe, ihre hohe Kriegskunst und ihr unbeugsamer Charakter, die Liebe und der Hass der Graslandbewohner und die magische Anziehungskraft der Wölfe haben Chen Zhen dazu bewegt, eine untrennbare Verbindung einzugehen. Er beschließt ein Wolfsjunges aufzuziehen, um das Verhalten der Wölfe zu studieren und eine Kreuzung Wolf/Hund zu züchten.
Chen liebt seinen kleinen Wolf über alles, aber die nicht artgerechte Haltung des Tieres hat mich unsagbar berührt. Doch der kleine Wolf wusste sich oft selbst zu helfen.
Ich war total fasziniert von der Klugheit und dem Mut der Wölfe und umso mehr das Buch dem Ende näher kam, umso mehr habe ich mich auf ihre Seite gestellt.
Das Buch ist wirklich faszinierend und zeichnet das harte Leben der Viehzüchter in voller Härte aus.
Auch die Angst vor dem Fortschritt und das drohende Unheil der Zerstörung des Graslandes war ein ständiger Begleiter der Steppenbewohner.
Mit dem Einzug von Han-Chinesen in das Grasland, hat auch der Einzug der Ausrottungskampagne mit barbarischen Methoden begonnen. Ich war entsetzt, traurig, empört und zutiefst bewegt. In weniger als einem halben Jahrhundert wurde das Grasland zerstört. Da bleibt nur noch zu sagen: Der arme kleine Wolf, der arme große Wolf, die armen Tiere des Graslands.
Kritik: Obwohl mir klar ist, dass alle Warnungen der Mongolen bei den skrupellosen Han-Chinesen auf taube Ohren gestoßen sind, muss ich dem Autor anlasten, dass die immer wiederkehrende Wiederholung über die ökologische Erhaltung des Graslands, die stilistische Erscheinung des Buches etwas in Mitleidenschaft gezogen hat. Es war zwar immer eine andere Situation und aus der Sicht eines anderen geschildert, aber trotzdem eine Wiederholung.
Dem Buch gebe ich trotz dieser Kritik 5 Sterne, weil ich einfach absolut überwältigt bin von der erzählerischen Leistung und der Umsetzung der Buchidee. Das Buch mag zwar als Erstlingswerk seine Mängel haben, aber ich bin der Meinung, weil es lt. Klappentext in China das meist gelesene Buch ist, dazu beitragen wird, das Kriegsbeil zwischen Mensch und Wolf zu begraben.
Ich kenne mich in der politischen Welt zwischen China und der Mongolei überhaupt nicht aus, aber mein Wunsch ist, das Buch möge helfen, die Verbindung zur Natur nicht zu verlieren und die Steppenlandschaft mit ihren Tieren zu bewahren!
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37 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eintauchen in eine andere Welt..., 16. April 2009
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Zorn der Wölfe: Roman (Gebundene Ausgabe)
...und die Gedanken streifen lassen.

Dieses Buch ist von einer Vielschichtigkeit, wie ich sie lange nicht gelesen habe. Für den Biologen, der mehr lernen will über die Gattung Wolf, den Kulturwissenschafttttler, der über Herkunft und Entwicklung von Kulturen wissen will, den Politologen, der etwas über die Entwicklung des mongolischen Volkes angesichts der Übermacht der Han-Chinesen erfahren will...bis hin zu demjenigen, den das nicht interessiert, der aber ein spannendes, authentisches, fesselndes Buch lesen möchte - alle werden den Kauf dieses Buches in keinster Weise bereuen.
700 Seiten sind ein Wort und wollen erst einmal gelesen sein; aber es ist eine literarische Welt, wie ich sie sonst nicht kenne.
Absolut empfehlenswert.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Plädoyer für die Freiheit, 17. Mai 2010
Von 
Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Zorn der Wölfe: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mit seinem Roman hat der chinesische Autor Jiang Rong dem Totemtier der untergehenden Nomadenkultur der Mongolen ein Denkmal gesetzt. Voller Hoffnung, dass er seinem Volk das Streben nach Freiheit näher bringen könnte, welches er selbst in seinen Jahren in der inneren Mongolei erlebt und gelebt hatte, erzählt das Epos von den wichtigen Zusammenhängen zwischen Mensch und Tier und dem Gleichgewicht des sensiblen Ökosystems, dessen mutwillige Zerstörung weitreichende Folgen für die Umwelt hat. So liegt über der lebendigen Erzählung ein Schleier der Nostalgie, denn das üppige Grasland mit seinen Weiten existiert nur Jahrzehnte nach den Erlebnissen des jungen Chinesen in den 1970er Jahren nicht mehr. Die Wölfe, die von den Mongolen als Bewahrer des Weidelandes über Jahrhunderte geachtet wurden und als wichtige Lehrmeister der Kriegstechnik funktioniert haben, wurden ausgerottet. Doch der Autor ist sich sicher, dass das Wolf durch sein Werk zu einem neuen Totem geworden ist und Gedanken wie Mut, Freiheit und Unabhängigkeit in den Herzen der Leser erweckt.

Als der junge Chinese Chen Zhen in die innere Mongolei versetzt wird, um dort als Schafzüchter zu arbeiten, erwarten ihn große Herausforderungen. Er hat das große Glück bei dem alten Bilgee wohnen zu dürfen, dessen Name in der mongolischen Sprache so viel wie tiefe Weisheit bedeutet. Der weise Mann ist bereit, die Wissbegier seines Gastes zu befriedigen und ihm so viel wie möglich über die so fremde Kultur beizubringen. Dabei vergleicht er die Mentalität der Han-Chinesen, die einen Hauptteil der Bevölkerung Chinas ausmachen, mit den Schafen, die weder Freiheitsdrang noch Mut besitzen. Der Mongole dagegen ist in seinem Herzen dem gefährlichsten Tier nahe, welches im Grasland lebt, dem Wolf. Nachdem Chen Zhen seine erste persönliche Erfahrung mit den wilden Raubtieren gemacht hat, bei der er all sein neues Wissen anwandte, möchte er alles über die rätselhaften, undurchschaubaren und faszinierenden Lebewesen der Steppe lernen. Bilgee weiht ihn behutsam in das Geheimnis zwischen der engen Verbindung der Menschen der Grasebene zu den Wölfen ein. Zum Glück ahnt der alte Mann nicht, dass Chens Vernarrtheit so weit geht, dass er selbst gerne einen Wolfsjungen genommen und eigenhändig aufziehen möchte, um die Gewohnheiten des Wildtieres noch genauer zu studieren. Und tatsächlich gelingt es Chen Zhen mithilfe einiger neuen Freunde schließlich einen Wolfsbau aufzuspüren und die kleinen Wölfe zu entführen. Die Hunde sind wenig begeistert über den Neuankömmling, der bei ihnen aufwachsen soll, und auch die menschlichen Bewohner des Bulags begegnen dem wahnwitzigen Vorhaben des chinesischen Studenten mit Argwohn und Ablehnung. Bilgee ist entsetzt über Chen Zhens Plan, einen Wolf wie ein Haustier zu halten, was er als schweren Verstoß gegen die göttliche Ordnung der Natur ansieht. Dennoch scheint es der Schutzgott Tengger gut mit dem Wolfszögling zu meinen, denn Chen hat immer genug Fleisch, um das kleine Raubtier satt zu bekommen. Doch die Verwandten seines Schützlings werden immer stärker bedroht. Der Jäger wird selbst zum Gejagten, denn das chinesische Feindbild des Wolfes wird zur unmittelbaren Bedrohung der stolzen Raubtiere. Berichte aus dem Grasland über den nächtlichen Angriff auf eine Pferdeherde, bei dem alle Tiere, trotz der Bemühungen der Hirten, ein schreckliches Ende fanden, haben die Oberleitung des Bezirks bereits sehr beunruhigt. Die chinesischen Behörden unterstellen den mongolischen Züchtern, den Wolf übermäßig zu schonen und zu schützen. Der Gedanke, dass der Wolf den Einwohnern des Graslandes dabei hilft, das fragile Gleichgewicht der Natur zu bewahren, ist ihnen völlig fremd. Durch die Gefährdung des Wolfes ist auch die Kultur des Nomadenvolkes der Mongolen bedroht. Dieser Bedrohung muss Chen Zhen ohnmächtig entgegensehen, während er selbst immer faszinierter von den Verhaltensweisen des Wolfes ist, die er sorgfältig studiert. Dabei stößt er bei seinem Experiment, den freiheitsliebenden Wolf eigenhändig aufzuziehen, bald an seine Grenzen. Seine Erfahrungen jedoch trägt er gewissenhaft in seine Notizbücher ein, die eines Tages die Grundlage eines beeindruckenden Zeugnisses sein sollten, welches von den wichtigen Charaktereigenschaften der Wölfe Kunde gibt, die sich einst die kriegstüchtigen Mongolen anzueignen pflegten: Freiheit, Unabhängigkeit, Konkurrenzgeist, Zähigkeit und Teamfähigkeit.

Sechs Jahre lang hat der Autor an diesem Roman gearbeitet, in dem soviel Herzblut steckt. Die meisten Leser erhalten einen Einblick in eine für sie völlig fremde Welt und Kultur. Allerdings will das Werk viel mehr sein, als ein authentischer Erfahrungsbericht. Für seine Landsleute hat Lu Jiamin, der unter dem Pseudonym Jiang Rong, eine große Leserschaft erreichte, eine wichtige Botschaft, welche gesellschaftspolitische Veränderungen anstoßen sollte. Der Erfolg seines Romans, der in China offiziell mehr als 2,6 Millionen mal verkauft wurde und wahrscheinlich mit ca. 20 Millionen Raubkopien weitere Verbreitung fand, ist tatsächlich beeindruckend, wird diese hohe Anzahl verbreiteter Exemplare im Inland doch nur durch die legendäre Mao-Bibel getopt. Der Freiheitsgeist des Wolfes soll jedoch nicht nur die Menschen im eigenen Land beeindrucken, sondern auch seine Wirkung global entfalten. Mit Blick nach vorne, sagt der Autor: "In Zukunft werden unsere größten Kämpfe nicht zwischen Ländern oder Völkern ausgetragen, sondern gegen die Umweltzerstörung führen. Naturkatastrophen werden die Länder zur Zusammenarbeit zwingen. Es versetzte mich in Schrecken zu erleben, wie ein Ökosystem, das seit Jahrtausenden bestand, in nur einem Jahrzehnt zu Staub zerfiel. Mein Buch ist eine Lektion für die Welt."
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41 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kaufen! Kaufen! Kaufen!, 13. Januar 2009
Von 
Hakime Isik "Hakime Isik" (Ulaanbaatar, Mongolei) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Zorn der Wölfe: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wenn ich meine Lieblingsbücher aufzählen müsste, so wäre Wolf Totem sicherlich ganz oben auf meiner Liste (neben Michail Bulgakov)...

Das Buch sollte gewürdigt werden, nicht nur weil es eins der sehr wenigen Bücher ist, der uns Menschen hilft einen Einblick in die Welt der Wölfe zu bekommen sondern auch weil Jiang Rong, ein Chinese ein Buch geschrieben hat, der die Mongolen so darstellt wie es der Tatsache entspricht!
Denn wer die politischen Verhältnisse in China und ihr Verhältnis zu den Mongolen kennt weiß, dass sich der Autor auf Glatteis begeben hat.

Jiang Rong wurde von der Chinesischen Behörde inhaftiert, nachdem dieses Buch veröffentlicht wurde. Grund: Die Mongolen seien positiv dargestellt worden und warum nur angeblich die Mongolen die Wölfe verstehen könnten..."

Ich habe das Buch mittlerweile auf Chinesisch, Englisch und auf Deutsch gelesen- um die Wölfe in drei Sprachen zu verstehen:)
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen literarisches Denkmal für die Herrscher der Wildnis, 16. Mai 2009
Von 
robby lese gern (Belm) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Zorn der Wölfe: Roman (Gebundene Ausgabe)
Dieses Debütwerk des Chinesen Jiang Rong läßt mich beeindruckt und nachdenklich zurück, was mir zeigt, dass es ein gutes Buch war.

Die Inhaltsangabe spare ich mir, da schon einige Rezensenten dies gut uns ausgiebig erledigt haben.

Ging ich bisher davon aus, dass Wölfe eine gefährliche und gefräßige Gattung seien, musste ich mich durch die Lektüre dieses Buches eines Besseren belehren lassen. In dieser Geschichte wird dem Leser der Einklang mit der Natur näher gebracht, den gewissenlose Menschen nach und nach zerstören. Die Natur in ihrer Ursprungsform, in der sie noch ihre eigenen Regeln und Gesetzmäßigkeiten hatte, wird ebenso eindrucksvoll geschildert, wie die Zerstörung durch Menschenhand, die genau da eingreift, um die Welt ihrer Bestimmung zu unterwerfen.

Doch dieses Buch ist nicht nur ein Abenteuerroman, in dem man viel über Wölfe und die Mythen der Mongolen erfährt, sondern gleichzeitig eine provokante Reflektion der chinesischen Gesellschaft und ihrem Umgang mit ihren ethnischen Minderheiten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Exkursion ins Grasland der inneren Mongolei oder: Mitten unter Wölfen, 6. März 2014
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hérimoncourt, Frankreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Zorn der Wölfe: Roman (Taschenbuch)
Der chinesische Student Chen Zhen begibt sich ins mongolische Grasland, um Schüler des Mongolen Bilgee zu werden und über das Leben und Treiben der Wölfe mehr zu erfahren. Die Jagd auf Wölfe, die wiederum Pferde jagen, um zu überleben, die Jagd auf Murmeltiere und das Schlachten von Schafen und Rindern bestimmen den Alltag. Chen behält einen kleinen Wolfswelpen ein, den er zuvor aus einem Wolfsbau gestohlen und somit vor dem Töten für die Gewinnung von Fell gerettet hat. Doch Chen muss bald auch einsehen, dass ein Wolf kein Hund ist, sondern ein wildes Tier, das man nicht bändigen kann und das seine natürlichen Triebe ausleben will...

Der Roman ist durchaus nicht langweilig, vor allem für Menschen, die sich für die Natur oder Wölfe interessieren, dürfte dieses Buch ein gefundenes Fressen sein. Jiang Rong kombiniert perfekt eine Geschichte mit autobiografischen Zügen mit Kritik an chinesischen Sichtweisen und vergleicht diese Perspektiven mit den Mongolischen. Die Mongolen glauben tief an den Gott Tengger, von dem sie überzeugt sind, dass er die toten Wölfe zu sich aufnimmt, sobald sie erlegt wurden. In diesem Roman scheint keine Seite überflüssig zu sein, der Leser wird stets auf Trab gehalten und zum Weiterlesen animiert aufgrund blutiger, herzzereißender, glaubwürdiger Szenen, die sich einem vor dem geistigen Auge aufbauen. Erst durch diesen Roman wird einem als Leser bewusst, wie viel mehr wert ein Wolf ist, als man bisher angenommen haben mag und zwar, dass ein Wolf hochintelligent ist und Vorkehrungen, Pläne trifft, um den Menschen auszutricksen, um sich hierbei selbst zu schützen oder um zu ihrem Recht zu kommen. Ein Beispiel wären hier die geraubten und erlegten jungen Welpen, die den Wolfsmüttern weggenommen werden und die Mütter daraufhin jederzeit bereit sind Rache auszuüben, für ihr Ziel und den Schutz ihrer Jungen zu sterben. Der Titel des Buches, hätte also auch "Die Rache der Wölfe" heißen dürfen. Es lohnt sich allemal dieses Buch zu lesen, ja zu verschlingen und ich bin mir auch sicher, dass es einen prägen kann und man auf alle Fälle mehr über die mongolische Kultur erfährt, vor allem wenn man hier nicht so bewandert ist.

Der Roman ist noch mit einem Vorwort und Epilog bespickt und enthält zudem noch ein Glossar, in dem Begriffe wie "Li" oder "Jurte" für Laien erklärt werden.

~Bücher-Liebhaberin~
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hoch interessant, aber langatmig, 30. Juni 2009
Von 
Bernd Pfeuffer (Rheinland-Pfalz, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Zorn der Wölfe: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eine uns fremde Welt, sehr detailliert beschrieben. Das ist zunächst mal interessant, zumal es sich eigentlich um eine Autobiographie handelt. Pure Völkerkunde at it's best. Abstriche gibt es für die Langatmigkeit, insbesondere die schon predigthaften Wiederholungen der ökologischen Zusammenhänge. Ein verantwortliches Lektorat hätte locker 200 Seiten streichen können und sollen
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16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eigentlich eher dreieinhalb Sterne, 21. Januar 2009
Von 
K. Beck-Ewerhardy "kgbeast" (Moers) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Zorn der Wölfe: Roman (Gebundene Ausgabe)
1967 kam der Autor dieses Buches - der im wirklichen Leben anders heißt - in die innere Mongolei um dort als Student und damit als Vertreter "der alten Vier" (sowie als Sohn eines politisch ungeliebten Intellektuellen) umerzogen zu werden - in einer Gegend, die er wohl selbst dafür gewählt hat. dieser Roman ist eine erzählerische reflektion dieser Zeit.

Schnell findet das Autoren-Alter-Ego Anschluss und einen Mann, der bereit ist ihn zu schulen, da er mit der neuen Art des Lebens bei den Han-Chinesen unzufrieden ist. Sein mongolischer Lehrer weist ihn in die vermeintliche Überlegenheit der nomadischen mongolishen Kultur, die sehr von den Wölfen beeinflusst sein soll, ein, wohingegen die Han-Kultur den Charakter eher von den Schafen hat und darum auch weniger wehrhaft ist - ein Argument, das in der Regel mit ständigen Verweisen auf Dschingis Khan untermauert werden soll.

Nach seiner ersten Begegnung mit mongolischen Wölfen geht Chen Zhen - so der Name der Hauptperson - immer mehr in der mongolischen Kultur - und speziell im Bezug zu den Wölfen - auf und beschließt schließlich, einen Wolfwelpen zu sich zu nehmen und ihn großzuziehen um so möglichst viel über diese Tiere zu erfahren, denn sonst hört er vorwiegend Legenden. Dabei lernt er eine ganze Menge über die ökologischen Zusammenhänge im mongolischen Grasland.

Dies ist ein politisch-aufklärerisch gedachtes Buch und so hat es aus "didaktischen" Gründen sehr viele inhaltliche Wiederholungen und zum Teil für Europäer eher überflüssige Erklärungen zu ökologischen Zusammenhängen. In China sind diese Zusammenhänge aber bei Weitem nicht so bekannt, was die enorme Wirkung, die die Klappe dem Buch nachsagt erklären könnte. Insofern stellt es eine Mischung aus Jack London - den die Studenten in der Mongolei heimlich lesen - und Carsons "Stummer Frühling" dar.

Die ständigen Kulturvergleiche und die spenseristisch anmutenden Zitate zur sozialen Evolution lassen einige Passagen des Buches ziemlich stark nach den Abenteuerromanen des ausgehende 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts klingen - oder auch wie ein Teil des "Stürmers". Diese Tendenz nimmt ab der zweiten Hälfte des Buches - und ab dem Zeitpunkt, zu dem Chen Zhen den Wolf hat - deutlich ab, als er beginnt, seine mongolischen Leherer zu hinterfragen - wobei er allerdings nur bis zu einem bestimmten Punkt geht. Ab diesem Punkt lässt sich das Buch dann auch deutlich flüssiger lesen und zeigt deutlich, welche Veränderungen der Zuzug vieler Han-Chinesen in die innere Mongolei mit sich brachte.

Wenn der mongolische Wolf nicht deutlich anders ist, als die meisten anderen Wölfe der Welt, dann sind viele der "Fakten" in diesem Buch eher dem Reich der Legende zuzuordnen. Da das Buch in erster Linie soziologisch und weniger verhaltensbiologisch gelsen werden soll, werden eigentlich alle Lebewesen auf diesen Seiten aufs Fürchterlichste anthropomorphisiert.

Dies berücksichtigt ist "Zorn der Wölfe" ein interessanter Titel, dem ich darum aufgrund der genannten Mängel dreieinhalb Punkte geben würde - was hier ja leider nicht so ganz geht. ;-)
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der wenigen Bücher, die einen Menschen verändern können, 25. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Zorn der Wölfe: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Der Zorn der Wölfe" ist ein wunderbares, wunderbares aber auch trauriges Buch. Ein Roman, der noch lange in den Gedanken nachhallt, und eines der wenigen Bücher, die einen Menschen verändern können.

Chen Zhen ist einer von einhundert Han-Chinesen, die während der Kulturrevolution Chinas zur Umerziehung aufs Land geschickt werden. Chen verschlägt es in die Weiten des Olonbulag-Graslandes, dass mit seinen nomadisch lebenden Mongolen nahezu einzigartig ist. Fortan trägt er die Verantwortung über eine ganze Herde Schafe. Und je länger Chen Zhen im Olonbulag verweilt, desto mehr wird dieses weite Land zu seiner Heimat und umso faszinierter ist er von den legendenreichen Erzählungen und dem schwierigen Gleichgewicht zwischen Land und Tier. Während der alte Hirte Bilgee Chen immer weiter in die Geheimnisse des Graslandes und der Wölfe einweiht, wächst in Chen eine unglaubliche Faszination für das Totemtier der Mongolen heran. Denn während die Wölfe von den Bewohnern gleichsam verehrt und gehasst werden, leben sie doch in Einklang mit ihnen. Als sich für Chen die Möglichkeit ergibt einen Wolfswelpen aufzuziehen, greift er gierig nach dieser Chance ohne an die Folgen für die Hirten und den Wolf zu denken. Und schon bald lernt Chen, welche Wesensarten den mongolischen Wolf so besonders macht. Doch schwerwiegende Änderungen auf dem Grasland bahnen sich an: Bauern und Militär strömen ins Land - Menschen, die das sensible Olonbulag und seine ungeschriebenen Gesetze nicht verstehen und das empfindliche Ökosystem zu zerstören drohen ...

"Der Zorn der Wölfe" ist ein besonderes Buch, eine Geschichte, die ihre Leser in Traditionen und Legenden der Nomaden auf dem Olonbulag-Grasland eintauchen lässt, so dass man das Gefühl bekommt, man wäre Teil dieser Geschichte. Der Autor vermag so wunderbar dicht und farbenfroh von den Menschen, ihrer Lebensart und den Wölfen zu schreiben, dass man seine tiefe Liebe für diesen Landstrich richtig spüren kann.

Schon während des Lesens fiel mir auf, wie unglaublich kenntnisreich und detailliert der Autor vom Leben auf dem Grasland und den Gepflogenheiten seiner Bewohner zu erzählen weiß. Ihm gelingt es ausnehmend gut, den Leser an die Seite Chen Zhens zu katapultieren, und ihn tief in die Weiten des Olonbulag zu entführen. Erst in der Nachbemerkung las ich, dass "Der Zorn der Wölfe" ein autobiographischer Roman, und Chen Zhen, eigentlich der Autor selbst ist. Umso trauriger und schwerer wog diese Geschichte in meinen Gedanken.

Mancher Leser mag dem Buch negativ anmerken, dass der Tod darin eine so große Rolle spielt und dies teilweise vom Autor in recht blutigen "Gemetzeln" beschrieben wird. Wenngleich auch mir viele, viele Tierschicksale in diesem Roman unendlich leid tun, muss man dennoch anmerken, dass dies nunmal leider Realität ist, denn auf dem Olonbulag-Grasland geht es für Mensch und Tier ums Überleben.

Eigentlich kann man dieses wunderbare Buch nicht recht mit Worten umschreiben. Es ist vielmehr so, dass man die Freiheit auf dem Grasland, den harten Kampf der Viehhirten gegen Witterung, Naturkatastrophen und Wölfe regelrecht fühlen kann. Man ist so gebannt von dem Leben der Mongolen, von der rauen Schönheit des Landes und dem ständigen Kampf gegen Schädlinge und Wölfe, dass die Menschen in diesem Buch einem richtig ans Herz wachsen, und man gern jede Gefahr auf sich nimmt, nur um weiter bei ihnen bleiben zu können. Der Autor beschreibt Lebensart und Traditionen so eindringlich, dass man sich bald selbst in der Mongolei fühlt.

Es macht mich richtig traurig zu wissen, dass das Geschehen tatsächlich Realität und ein Teil der mongolischen Geschichte ist. Am Ende traten mir die Tränen in die Augen und mir wurde unheimlich schwer ums Herz.

Fazit: "Der Zorn der Wölfe" ist ein Buch, dass seinesgleichen sucht. Auf knapp 700 Seiten taucht man tief in Traditionen und Lebensart der wohl letzten mongolischen Nomaden ein, lernt ihre Legenden und Weisheit schätzen und verliebt sich sogleich in dieses weite Land voller Freiheit und Entbehrungen. Der Autor erzählt mit einer so tiefen Liebe zum Olonbulag-Grasland, dass es einen geradezu selbst dahin verschlägt. Gebannt verfolgt man das Geschehen, dass Jiang Rong eindringlich und voller Emotionen schildert. Am Schluss ist man nach vielen harten Enden und Schicksalen so unsagbar traurig. Dennoch würde ich diesen Roman am liebsten gleich nochmal von vorn beginnen, denn dass eine Geschichte mit so viel Gefühl, soviel Sehnsucht und Schmerz erzählt wird, geschieht nicht oft. Dieses Buch bewegt und ging mir wirklich zu Herzen, so dass ich mich weiter mit der Geschichte der Mongolen und den Wölfen beschäftigen werde, denn so richtig lässt mich das Gelesene nicht mehr los.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spitzenlektüre!, 29. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Zorn der Wölfe: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe mir das Buch aus purer Neugier gekauft. Weil es in China inklusive der ungesetzlichen Verbreitung so ein Millionenpublikum erreicht hat und was Wölfe mit Chinesen zu tun haben sollen, das mußte ich wissen. Und ich war überrascht. Es tauchen brutale Szenen auf, die einem die Sprache verschlagen, wenn z.B. Wölfe fliehenden Pferden die Bäuche aufreißen oder Fohlen halb verschlingen. Die Kunst liegt darin, die Wildheit der Wölfe mit Unbehagen zur Kenntnis zu nehmen und doch zugleich ihre wichtige Rolle im Gleichklang der Natur zu verstehen. Doch der Autor will uns nicht über Wölfe, Pferde und Gazellen eine Lehrstunde halten, obwohl man dabei sehr viel lernen kann, sondern er zeichnet im Grunde eine gewaltige Parabel der Menschheitsgeschichte. Insbesondere die Chinas und ihrer Rolle in der Welt. Die Aussage dieser Parabel kann ich in vielen Dingen nicht teilen, stellenweise mag sie auch sachlich historisch nicht korrekt sein (z.B. inwieweit Dschingis Khan wirklich alles von den Wölfen gelernt hat und überhaupt die sehr postivie Darstellung dieses "Schlächters der Völker" kann ich nicht nachvollziehen"). Und trotzdem, ich muss es gestehen, habe ich mich auf jeden Augenblick gefreut, wo ich das Buch weiterlesen konnte. Es haftet diesem Werk ein eigentümlicher Zauber inne, der mich für viele Tage in Bann hielt.
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Der Zorn der Wölfe: Roman
Der Zorn der Wölfe: Roman von Jiang Rong (Gebundene Ausgabe - 15. Dezember 2008)
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