Kundenrezensionen


77 Rezensionen
5 Sterne:
 (23)
4 Sterne:
 (7)
3 Sterne:
 (8)
2 Sterne:
 (9)
1 Sterne:
 (30)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


37 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen .... wer nicht mit der geheimen Geschichte vergleicht...
... wird eine spannende, subtile, mit viel Liebe zum Detail entwickelte Geschichte erleben, bei der vieles an Tom Sawyer erinnert.
Ein düsterer Schatten liegt über dem Leben von Harriet und ihrer Familie: Ihr älterer Bruder wurde ermordet. Die Mutter vergräbt sich in Trauer, der Vater zieht sich von der Familie zurück. Harriet, die selbst ein...
Veröffentlicht am 22. Juni 2003 von Sista

versus
22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Trotzdem hat das Buch was!
Durch die Genialität der "Geheimen Geschichte" motiviert, kaufte ich mir den "Kleinen Freund", auf den ich viele Jahre gewartet hatte. Um ehrlich zu sein, hatte ich eigentlich auf ein Buch gewartet, das, bitte schön, genauso gut sein sollte wie Die geheime Geschichte". Das ist allerdings schier nicht möglich. So ist die Enttäuschung quasi...
Veröffentlicht am 12. Mai 2007 von Ela Flury


‹ Zurück | 1 28 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

37 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen .... wer nicht mit der geheimen Geschichte vergleicht..., 22. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Gebundene Ausgabe)
... wird eine spannende, subtile, mit viel Liebe zum Detail entwickelte Geschichte erleben, bei der vieles an Tom Sawyer erinnert.
Ein düsterer Schatten liegt über dem Leben von Harriet und ihrer Familie: Ihr älterer Bruder wurde ermordet. Die Mutter vergräbt sich in Trauer, der Vater zieht sich von der Familie zurück. Harriet, die selbst ein Säugling war, als der Mord verübt wurde, beschließt, dass sie den Tod ihres Bruders rächen will. Bald schon meint sie den Möder ihres Bruders gefunden zu haben. Um ihren Plan, diesen zu töten, in die Tat umzusetzen, spannt sie ihren etwas schlichter gestrickten Freund Hely ein - wie es ausgeht, wird nicht verraten.
Die Geschichte ist sehr detailreich und in langsamem Erzähltempo angelegt. Gelegentlich musste ich auch einige Seiten "quer" lesen, da es mir etwas langweilig wurde. Dennoch konnte ich nicht davon lassen. Im letzten Drittel legt die Geschichte dann erheblich an Tempo zu, und am Ende führen alle Erzählstränge auf wunderbare Weise zusammen. Die Figuren sind unglaublich vielschichtig angelegt - bei Donna Tarrt gibt es kein "schwarz" und "weiß", jeder Charakter ist einzigartig konstruiert.Die originelle Geschichte kann dem Vergleich mit der phantastisch gelungenen Debütroman "Die Geheime Geschichte" wohl nicht ganz standhalten, aber das ist vielleicht auch zu viel verlangt. Was bleibt, ist dennoch ein sicher überdurchschnittlich gelungenes Buch. Und wenn es plötzlich zu Ende ist, vermisst man die Welt von Harriet schon. Schön!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Trotzdem hat das Buch was!, 12. Mai 2007
Von 
Ela Flury (Rastatt, Baden-Württemberg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Taschenbuch)
Durch die Genialität der "Geheimen Geschichte" motiviert, kaufte ich mir den "Kleinen Freund", auf den ich viele Jahre gewartet hatte. Um ehrlich zu sein, hatte ich eigentlich auf ein Buch gewartet, das, bitte schön, genauso gut sein sollte wie Die geheime Geschichte". Das ist allerdings schier nicht möglich. So ist die Enttäuschung quasi vorprogrammiert. Und trotzdem..., wenn man endlich kapiert hat, dass man sich hier einem ganz eigenen Buch gegenüber sieht, findet man doch einiges, was Donna Tartts erstes Buch so faszinierend gemacht hat, nämlich deren Fähigkeit, Stimmungen und Atmosphären einzufangen und so wiederzugeben, dass man die Gerüche riecht, die Hitze spürt, die Grillen hört. Es ist schon eine ganze Weile her, seit ich dieses Buch gelesen habe und obwohl ich es streckenweise auch recht anstrengend gefunden habe, hat es einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Ich werde also auch ein drittes von ihr lesen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandios geschrieben, 26. September 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Taschenbuch)
Der kleine Freund ist ein wunderbarer Familienroman, spannend, lustig, anrührend, großartig geschrieben. Er ist aber kein guter Thriller. Dass Donna Tartt diese Leseerwartung weckt und am Ende unbefriedigt lässt, ist das Hauptproblem des Buches. Das ist so, als würde man seinem Kind Rotkäppchen erzählen und mit den Worten beginnen: Es war einmal im Schreckensdrachenwald ... Zum Schluss wird das Kind dann enttäuscht fragen: Wann kommt denn jetzt endlich der Drache? Und es wird dem Märchen nur einen Stern geben. Der kleine Freund beschreibt das Abenteuer eines gewitzten Mädchens, einer Art weiblicher Tom Sawyer, das sich in den Kopf gesetzt hat, den Mörder seines Bruders zu entlarven. Dabei schreibt Donna Tartt so einfühlsam, elegant und mit Liebe zum Detail, dass es eine Freude ist, ihr dabei zu folgen. Für alle, die auch einmal den Weg das Ziel sein lassen können, ist dies ein empfehlenswerter literarischer Roman mit Versatzstücken eines Thrillers. Der Drache wird allerdings nicht auftauchen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine klasse für sich, 25. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Taschenbuch)
ich gebe fünf sterne, weil das buch mich gefesselt hat, weil es sehr gut geschrieben ist, weil hier kein reisserischer schund sondern wirkliche literatur geboten wird, weil die atmosphäre hier so plastisch geschildert wird, dass ich sie fühlen kann usw.usf.
man solltze sich doch hüten, von einem autoren immer dasselbe zu erwarten. dies buch hier ist so geschrieben, wie ich mir einen modernen südtaatenroman vorstelle- die familie in ihrem schmerz und in ihrer dumpfen existenz ist da, die tumben typen in der nachbarschaft, die mit einem pickup durch die gegend cruisen. ein finsteres geheimnis ist da, ein kleines mädchen, das licht ins trübe bringen will. ich finde, das alles ist großartig geschrieben und verwoben und gelöst worden. keine minute war mir langweilig- meine erwartungen wurden sogar übertroffen. also, warum soll ich da keine volle punktzahl geben?
kann das buch nur empfehlen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gerne gelesen, 29. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Taschenbuch)
Die Story erinnert mich an den Film "Short Cuts". Wer den Film kennt, weiss sicher noch, dass er im Kino mit (einer?) Pause lief wegen Überlänge. Eigentlich gibt es in dem Film bis auf den Unfall des kleinen Jungen keine Handlung, die sich auf eine Lösung -von was auch immer- hinbewegt, ausser dem Zusammenführen der einzelnen Personen in eine Art Handlungsnetz. Genauso ist es in "Der kleine Freund". Hauptfigur ist ein kleines, sonderbares Mädchen, dessen Familie nach dem Tod des Bruders in eine Lethargie verfällt. Das Mädchen ist besessen davon, den Mörder ihres Bruders zu finden. Vieles bleibt ungesagt und offen, zum Beispiel warum niemand mit ihr so richtig über den Tod des Bruder spricht oder wie das Leben und Empfinden der Schwester weitergeht nach dem anfänglichen Kapitel über sie. Aber es ist Donna Tartt's Roman; welche Handlungen ich gerne noch vervollständigt gelesen hätte, kann sie offen lassen wie sie will... Wie in ihrem ersten Buch habe ich Probleme, ihre Beschreibungen von Orten bildlich umzusetzen, umso mehr gefallen mir ihre Charakterbeschreibungen, die sehr differenziert sind. Trotz der vielen Seiten sollte man beim Lesen unbedingt dranbleiben, um den Faden nicht zu verlieren, weil nicht eine Handlung ansich ständig weiter aufgebaut wird, sondern die Schwere und Leichtigkeit des Seins im Vordergrund steht...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Frau, die nicht enttäuscht, 29. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Gebundene Ausgabe)
Nach dem großen Erfolg der "geheimen Geschichte" ist es für eine/n Schriftsteller/in sicher nicht einfach, einen weiteren großen Wurf zu landen. Doch Donna Tartt enttäuscht nicht. Im Gegenteil, "Der kleine Freund" ist ein wunderbarer Roman, hervorragend übersetzt von Rainer Schmidt. Die Geschichte zweier Südstaaten-Familien ist von Anfang an von einer unheilvollen Bedrohung umgeben. Ein unaufgeklärter Mord und die Folgen zerstören letztlich beide Familien. Man bleibt über immerhin fast 800 Seiten atemlos ans Buch gefesselt und noch lange danach davon beeindruckt und beseelt. Nicht eine Zeile ist zu viel, denn hier stimmt einfach alles: Der Stil, die Sprache, die Atmosphäre, der Plot, die Figuren. Ich bin begeistert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Krimi, Familiengeschichte, moderner Bildungsroman, 15. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Taschenbuch)
Ein düsterer Schatten liegt über dem Leben von Harriet und ihrer Familie: Ihr älterer Bruder wurde ermordet. Die Mutter vergräbt sich in Trauer, der Vater zieht sich von der Familie zurück. Harriet, die selbst ein Säugling war, als der Mord verübt wurde, beschließt, dass sie den Tod ihres Bruders rächen will. Bald schon meint sie den Mörder ihres Bruders gefunden zu haben. Um ihren Plan, diesen zu töten, in die Tat umzusetzen, spannt sie ihren etwas schlichter gestrickten Freund Hely ein. Durch die Rachepläne löst das Kind eine Serie von tragischen Ereignissen aus.
"Der kleine Freund" ist ein von schrägen Gaunern, exzentrischen alten Damen und anderen sorgfältig gezeichneten Charakteren bevölkertes Panoptikum.
Thematisch beschäftigt sich "Der kleine Freund" mit Rassenproblemen, soziologischen Phänomenen und gesellschaftlichen Normfragen. Doch letztendlich ist das Buch ein psychoanalytischer Roman erster Güte. Dem aufmerksamen Leser werden die Hinweise und Symbole nicht entgehen, die Rückschlüsse ziehen lassen auf die unbewussten Gefühle, die in Harriet toben, und sogar auf die Identität des Mörders. Diese Hinweise sind es, die zum wahren Verständnis dieser einzigartigen Figur führen.
Auch wenn in dem Roman viel von kriminellen Handlungen die Rede ist - es ist kein Krimi. Es geht nicht primär darum, wer den kleinen Jungen ermordet hat, sondern darum, was eine solche Tragödie aus einer Familie macht.
Donna Tartt schafft mit wundervollen Worten und Sätzen ein Leseabenteuer ohne Wertungen und lässt die Leser teilhaben an Freud und Leid von drei Generationen, an unterschiedlichsten sozialen Stimmungen und an einem seelisch aufwühlenden und rasanten Kriminalfall.
Sie schreibt sehr anschaulich und farbenprächtig, aber nicht verspielt, nicht voluminös, sondern pointiert und präzise. Dabei zeichnet sie einfühlsam, elegant und mit Liebe zum Detail die detailliert ausgemalten Bilder unzähliger Augenblicke. Und wenn wir dann etwas zurücktreten, sehen wir ein großes Bild, das alle kleinen Bilder integriert.
Für alle, die auch einmal den Weg das Ziel sein lassen können, ist dies ein empfehlenswerter literarischer Roman mit Versatzstücken eines Thrillers. Und wer dann noch Freude an ehrlichen Geschichten und an dichter Atmosphäre hat, der wird von diesem Werk fasziniert sein.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine faszinierende Heldin - aber kein Krimi!, 27. Mai 2004
Von 
Edith Nebel "giora60" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Gebundene Ausgabe)
Zehn Jahre nach ihrem fulminanten Roman-Debüt EINE GEHEIME GESCHICHTE legt die US-amerikanische Autorin Donna Tartt ihr zweites Buch vor: DER KLEINE FREUND: In einer Kleinstadt in Mississippi wächst die 12-jährige Harriet Cleve Dufresnes im Schatten ihres Bruders auf. Er ist ermordet worden, als sie noch ein Baby war und wird von der Familie bis ins Unerträgliche idealisiert. Der Mörder wurde nie gefunden, und die Familie hat sich nicht mehr von dieser Tragödie erholt. Harriets Vater verließ Frau und Kinder, die Mutter hat psychische Probleme und betäubt sich mit Medikamenten, die Schwester träumt in den Tag hinein. Und Harriet, eigenwillig, belesen und phantasiebegabt, lebt ihr eigenes Leben unter der unzureichenden Aufsicht ihrer Großmutter und einer Reihe exzentrischer Großtanten.
Eines Tages setzt Harriet sich in den Kopf, den Mörder ihres Bruders zu finden. Einen Verdächtigen hat sie sich schon ausgeguckt: Danny Ratliff, einen Schulkameraden des Ermordeten und Mitglied einer ebenso asozialen wie kriminellen Familie. Zusammen mit ihrem schwatzhaften Kumpel Hely macht Harriet sich auf, den angeblichen Mörder zu überführen - und tritt damit eine Lawine von Ereignissen los, die nicht nur sie selbst in tödliche Gefahr bringt ...
Auch wenn in dem Roman viel von kriminellen Handlungen die Rede ist - es ist kein Krimi. Es geht nicht primär darum, wer den kleinen Jungen ermordet hat, sondern darum, was eine solche Tragödie aus einer Familie macht. Über 760 Seiten lang schaut man bei den Cleve-Dufresnes und Ratliffs durchs Schlüsselloch, lernt faszinierende Charaktere kennen und wird mit wachsendem Entsetzen Zeuge gestörter Familienverhältnisse. Doch das ganze führt zu nichts. Geheimnisse bleiben geheim, Probleme ungeklärt und die Personen machen auch keine nennenswerte Entwicklung durch. So bleibt es bei einem lediglich voyeuristischen Vergnügen, und das ist ein bisschen wenig.
Dass sich das Lesen trotzdem gelohnt hat, liegt an der energischen und tatkräftigen Heldin Harriet. Auf Seite 309 heißt es so treffend: "Sie war ein helläugiges Tigerjunges: ganz niedlich als Kleinkind, aber das ließ nach mit jedem Zentimeter, den sie wuchs. Noch war Harriet nicht alt genug, um selbst für sich zu sorgen, aber der Tag würde bald genug kommen, und dann würde sie (...) blühen und gedeihen, was immer ihr widerfuhr: Hungersnot, Bankenkrach oder der Einmarsch der Russen." Nach Harriet befragt, sagte Donna Tartt in einem Interview: "Ich denke, jeder Autor wird Ihnen erzählen, dass es extrem schwierig ist, über Kinder zu schreiben, aber der Trick ist, der Versuchung zu widerstehen, sie ‚liebenswert' zu machen." Stimmt, liebenswert ist die Heldin nicht. Aber eine sehr interessante Persönlichkeit.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein ausführliches Familiendrama, 20. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe das Buch bereits in Englisch gelesen. Donna Tartts neues Buch hat mit ihrem ersten Buch "Die Geheime Geschichte" nichts gemeinsam. Wenn man die ersten Kapitel liest, könnte man glauben, das Buch sei ein Krimi, wie sie z.B. Elizabeth George schreibt. Ob wohl der Mord am 9jährigen Robin Aufhänger und Motor des Buches ist, kommt es doch eher einem ausführlichen Familiendrama gleich. Robins jüngere Schwester setzt es sich im Buch zum Ziel, den Mörder ihres geliebeten und im wahrsten Sinne vergötterten Bruders aufzuklären. Sobald sie sich sicher ist, den Mörder gefunden zu haben, plant sie einen Racheakt. Harriet ist zu diesem Zeitpunkt 12 Jahre alt und der Mord liegt bereits fast ebenso lange zurück. Die Familie hat den Todesfall verdrängt. Das Buch zeichnet jede einzelne Figur genau nach, selbst Randfiguren sind so liebenswert beschrieben, dass man manchmal schmunzeln muss, wie genau Donna Tartt das Leben in den amerikanischen Südstaaten beschreibt. Die schwarze Haushaltshilfe fehlt ebensoweinig wie eine ganze Reihe von Tanten und einer Mutter mit psychischen Problemen. Das Buch entwickelt seine Geschichte sehr langsam und sehr detailiert. Vieles Wichtige findet sich dann schließlich eben in diesen Details, man muss das Buch aufmerksam lesen, um nicht zu verpassen, wie geschickt die Geschichte aufgebaut ist.
Mir hat das Buch gut gefallen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schleichender Schrecken, 31. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Freund: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eine bizarre, apokalyptische Inszenierung bildet den Auftakt: Am Himmel über Alexandrina, einem kleinen Kaff in den US-amerikanischen Südstaaten, ziehen Gewitterwolken auf, die Erde ist vom Regen durchweicht und schlammig geworden, ein Gospelchor singt im Radio Kirchenlieder, die Erlösung versprechen. Im Garten der Familie Cleve hängt der neunjährige Robin erdrosselt an einem Tupelobaum, von einem Unbekannten ermordet. Während im Haus die Familie den Muttertag feiert, befinden sich nur Robins jüngere Schwestern Allison und Harriet im Garten. Doch beide sind zu jung, um sich an den Tathergang zu erinnern.
Zwölf Jahre später: Die Erinnerung an den bisher unaufgeklärten Mord wird in der Familie Cleve verdrängt. Gleichzeitig sind jedoch die Folgen der Tat allgegenwärtig. Robins Mutter Charlotte ist seit dem Verbrechen in Lethargie verfallen, die Erziehung ihrer beiden Töchter Allison und Harriet hat sie ihrer Mutter, deren verschrobenen Schwestern und der schwarzen Haushälterin Ida überlassen. Während Allison, ähnlich ihrer Mutter, fast lebensunfähig erscheint, am liebsten schläft und in ihrer eigenen Welt gefangen bleibt, ist die jüngere Tochter Harriet ein aufsässiges, aufgewecktes und egoistisches Kind. Sie ist es, die ihre Großmutter Edith und ihre Großtanten Libby, Tat und Adelaide mit Fragen nach dem Mord an Robin löchert und regelmässig dieses Familientabu bricht. Auch wenn die Cleves von ihren gemeinsamen Erinnerungen und Erzählungen über Vergangenes leben, die Familientradition hoch halten - über den Mord an Robin wird der Mantel des Schweigens gehüllt.
Dieses Schweigen reizt die zwölfjährige Harriet: Sie will wissen, wer ihren Bruder, mittlerweile zu einem Art Heiligen stilisiert und sogar in der örtlichen Kirche in einem Glasfenster verewigt, ermordet hat. Da Harriet in ihrer Familie auf taube Ohren stößt, beginnt sie ihre Suche nach dem Schuldigen in der Stadtbibliothek, durchforstet alte Schuljahrbücher und Zeitungen und macht mit ihrer kindlichen Logik schnell den Täter aus: Danny Ratliff, ein Klassenkamerad Robins, ist nach Harriets Auffassung der Mörder. Beweise für seine Schuld findet sie nicht, dennoch will sie an ihm Rache nehmen. Danny Ratliff soll sterben und Harriet entspinnt, zusammen mit dem ihr ergebenen Schulfreund Hely Hull, einen perfiden Plan. Mit einer Giftschlange wollen die beiden Kinder den älteren Danny zur Strecke bringen. Doch bei der Ausführung ihres Plans geht einiges daneben und schließlich steht Harriet in einem dramatischen Showdown ihrem Feind Danny alleine gegenüber.
Mit ihrem Erstling "Die geheime Geschichte" legte die US-amerikanische Autorin Donna Tartt 1992 ein fulminantes Krimidebüt hin. In ihrem zweiten Roman "Der kleine Freund" vermischt die Autorin eine Kriminalgeschichte mit einer psychologischen Studie über zwei Familien. Da sind zum einen die kleinbürgerlichen Cleves, die unter den Folgen des Mordes an Robin leiden, und zum anderen die in ärmlichen Verhältnissen lebenden Ratliffs, die sich entweder als Kriminelle oder Laienprediger durchs Leben schlagen. Ist der Haushalt der Cleves vor allem durch Frauen geprägt (Robins Vater Dix hat die Familie kurz nach dessen Ermordung verlassen), die sich gegenseitig Schutz und Kraft geben, sind es bei den Ratliffs vor allem Männer, die durch ihr aggressives Konkurrenzverhalten, durch Gewalt, Drogenkriminalität und Rassismus in Erscheinung treten.
Obwohl mit vielen Gegensätzen gespickt, verzichtet Tartt dabei auf Schwarz-Weiß-Malerei. Ihre Figuren zeichnet sie differenziert und detailliert und spart nicht mit starken, manchmal allerdings auch überzeichneten und recht bizarren Bildern, wie etwa in der oben erwähnten Anfangsszene. Einige dieser Bilder geraten darum unfreiwillig komisch und absurd. Dort, wo Tartt beabsichtigt ihren trockenen Humor einsetzt, zum Beispiel bei der Schilderung der exzentrischen Großtanten, tut sie dies leise und sparsam. Ihr breit angelegtes Erzählspektrum umfasst mehr dramatische und spannende Ereignisse, etwa als Harriet und Hely gemeinsam eine Giftschlange stehlen, sowie ruhig erzählte Innenansichten ihrer Charaktere. Tartts kraftvoller, nüchterner und distanzierter Stil scheint in den stärksten Momenten die Zeit einzufrieren. Das Grauen der Erwachsenenwelt kommt für die beiden Kinder Harriet und Hely auf leisen und schleichenden Sohlen daher. Nicht ohne Grund spielen Schlangen eine wichtige Rolle in dem Roman.
Im Zentrum steht jedoch Harriet, ein Mädchen an der Schwelle zur Jugendlichen. Somit kann der Roman auch als Entwicklungsroman verstanden werden. Hier zeigt er aber auch seine größten Schwächen: Eine Entwicklung durchlebt Harriet nämlich nicht. Bis zum Ende der Handlung, die sich über einen Sommer erstreckt, bleibt das Mädchen eine störrische, egoistische und unsympathische Göre. Obwohl intelligent und aufgeweckt, lernt Harriet nichts dazu und wirkt mit ihren zwölf Jahren fast schon so verbohrt wie ihre schrulligen Großtanten, nur mit dem Unterschied, dass letztere eine Liebenswürdigkeit ausstrahlen, die Harriet vermissen lässt.
Dieses Manko führt dazu, dass nur wenig von Tartts ausschweifender Erzählkunst dem Leser wirklich nahe geht - zu distanziert, zu kalt schildert sie ihre Hauptfigur. Wesentlich gelungener sind da die dramatischen Begebenheiten, die den Leser gefangen nehmen. Trotzdem bleibt das Buch unausgewogen und hinterlässt den Eindruck, dass die Autorin eine literarisch anspruchsvolle Familiengeschichte schreiben wollte, letztlich aber durch überzeichnete Bilder und eine unterkühlt wirkende Hauptfigur gescheitert ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 28 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Der kleine Freund: Roman
Der kleine Freund: Roman von Donna Tartt (Gebundene Ausgabe - 12. Februar 2004)
Gebraucht & neu ab: EUR 3,88
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen