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am 21. September 2011
Black Prism ist ein Buch, dessen Handlung von der ersten Seite an so prallvoll ist mit Spannung, überraschenden Wendungen und einer Unmenge an aufregenden Geschehnissen, dass es schwierig ist, eine Buchbesprechung zu schreiben, ohne darin wesentliche Überraschungen zu verraten. Vielleicht ist das auch der Grund, warum der Klappentext geradezu nichtssagend erscheint - und einem so grandiosen Roman im Nachhinein nicht angemessen.
Brent Weeks entspinnt eine Geschichte aus der Sicht von drei Menschen, jeder zu Beginn mit seiner eigenen Nemesis, deren Schicksale sich jedoch nach kurzer Zeit schon unentwirrbar ineinander verstricken, auf eine oft tragische, unlösbare, manchmal überraschend komische oder schmerzhaft romantische Weise.

Da ist zunächst Kip, ein tolpatschiger Fünfzehnjähriger, dessen Freunde ihn für sein Ungeschick verspotten, der bei den Mädchen keinen Stich landen kann und zu allem Unheil noch mit einer drogenabhängigen Mutter belastet ist, die ihn von klein auf vernachlässigt, weil sie nur für den nächsten Rausch lebt. Sein Leben ändert sich mit einem Knall, als seine Heimatstadt von der Armee des lokalen Satrapen Garadul niedergebrannt wird, als eine Strafexpedition, die kein Mann, keine Frau und kein Kind überleben soll. Kip überlebt trotzdem, und zwar um Haaresbreite, doch er wird Zeuge des grässlichen Todes seiner Freunde und seiner Mutter - und sein Schicksal wird sich noch viel drastischer wandeln.

Dann Gavin Guile, der (religiöse) Herrscher über die sieben Satrapien, die nach einem katastrophalen Bruderkrieg, aus dem Gavin als Sieger hervorging, eine Einheit bilden.
Gavin ist ein charismatischer und ungewöhnlicher Mann, ein Krieger, ein brillanter Politiker, der beste Herrscher, den die 7 Satrapien je hatten und zugleich ein Getriebener auf der Flucht vor den Dämonen seiner Vergangenheit, der sich selbst in eine so entsetzliche Falle manövriert hat, dass einem der Atem stockt, als sie offenbar wird.
Gavin trägt den Titel eines 'Prisma' - dies verweist auf das sehr interessante Magie-System dieser Welt. Die sogenannten 'Drafter' (was man vielleicht mit 'Zauberwirker' übersetzen könnte) sind Magier, die in der Lage sind, aus Lichtfarben Materie zu wirken. Jede Farbe des Spektrums hat andere Eigenschaften, die sich nicht nur auf die Natur der Materie auswirken, sondern auch den Charakter des Wirkers beeinflussen. Die meisten Zauberwirker können nur eine einzige Farbe wirken, einige beherrschen zwei, und ganz selten gibt es welche, die sogenannten Polychrome, die mehr als zwei Farben beherrschen.
Der Lord Prisma jedoch ist in der Lage, alle Farben des Spektrums zu wirken, und daraus resultiert eine gewaltige Macht. Damit ist es eine seiner Aufgaben, Zauberwirker zu jagen, die außer Kontrolle geraten sind und schlimme Verheerungen anrichten können - etwas, das geschieht, wenn ein Wirker dem Rausch seiner Farben zu sehr verfällt und zu oft zu viel wirkt.

Und schließlich haben wir Karis, eine von Gavins Leibwächtern und eine Elite-Kriegerin und BiChrome-Wirkerin, eine aufregende Frau, die einst mit Gavin verlobt war und nie darüber hinweg kam, dass er ihre Verlobung nach dem Krieg gelöst hat. Denn auch nach 15 Jahren noch empfindet er ganz offensichtlich eine tiefe Liebe für sie und hört nicht auf, um ihre Zuneigung zu werben.
Karis wird auf eine Geheim-Mission gesandt, im der Satrapie Garaduls nach dem Rechten zu sehen - auf der von Anfang an alles schief läuft.
Und als sie herausfindet, dass Gavin einen Bastard-Sohn hat, der offenbar während ihrer Verlobung gezeugt wurde, führt das zu folgenschweren Konsequenzen...

Dieses Buch ist von einer derartigen erzählerischen Wucht, dass es einen trifft wie eine schwere Bombe und vollkommen atemlos zurückläßt, während man fast schon verzweifelt die Fortsetzung herbeihofft.
Mit seltener Kunstfertigkeit verwebt Brent Weeks all die Erzählstränge, die Ebenen und Subebenen und Meta-Ebenen einer komplexen Handlung, die sich zugleich aufregend-phantastisch und schmerzhaft-realistisch anfühlt.
Fantastisch, weil es wirklich epische Fantasy vom Feinsten ist, mit vielen frischen Ideen, die es nicht nötig hat, zum hundertsten Abklatsch einer tolkienschen Welt zu werden. Realistisch, weil die Charaktere und die politischen Intrigen und die Tragweite menschlicher (Fehl)entscheidungen sich so echt anfühlen, und so schrecklich und so folgerichtig ins Verhängnis führen - weil diese Welt sehr konsequent keine bunte Zauber-Märchen-Welt ist, in der eine wohlmeinende zaubrische Macht am Ende alles zum Guten fügt.
Hier zittert man mit den Figuren, man zittert wirklich, es bleibt einem förmlich das Herz stehen, wenn sich das Verhängnis entfaltet, von dem man die ganze Zeit hoffte, es möge unter dem Stein begraben bleiben, unter dem es sich verkrochen hat.
Und dazu ist es auch noch ungeheuer spannend und unterhaltsam zu lesen. Diese Figuren, die haben Saft und Leben und entfesseln echte Emotionen. Gavin, in den man sich als Leser(in) entweder unsterblich verknallt oder den man sich zum besten Freund und Bruder wünscht, und dessen Persönlichkeit aus so vielen Facetten besteht, dass man zum Ende hin fast Angst hat, was sich als nächstes enthüllt.
Karis, die leidenschaftlich ist und ein bisschen verrückt und der man manchmal Verstand einprügeln möchte. Und Kip, der einen so göttlichen Humor in seiner Erzählstimme hat, dass man gar nicht anders kann, als laut loszuprusten, selbst mitten in der grässlichsten Schlacht.

Dieses Buch hat mich begeistert, verzaubert, besinnungslos geschlagen, und irgendwo ganz tief berührt, weil es so wahrhaftig, so episch, so tragisch ist ... und ich kann es kaum erwarten, den Nachfolger in den Händen zu halten.
Denn ich weiß jetzt schon, ich werde den aufschlagen und bis zur Bewusstlosigkeit lesen, weil ich unbedingt wissen muss, wie das weitergeht. Wie sie aus diesem Schlamassel je wieder rauskommen wollen. Ob der Autor Mitleid mit dem Leser hat ...
'Black Prism' ist ganz großes Kino.
Mit einem Paukenschlag.

Da bleibt zum Ende nur die eine Empfehlung: LESEN!
1010 Kommentare| 134 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. September 2011
Mit "Schwarzes Prisma" setzt Brent Weeks den Auftakt zu einer neuen Serie, "The Lightbringer Trilogy". Im Mittelpunkt der Handlung steht Gavin Guile, der als Prisma den religiösen wie weltlichen Führer der Welt darstellt. Grundlage seiner Macht sind seine überragenden magischen Fähigkeiten; ein Prisma kann als einziger Mensch alle sichtbaren und unsichtbaren Anteile des Lichtspektrums beeinflussen und ist damit allen anderen Magiebegabten überlegen. Seine Überlebenszeit mißt sich in 7-Jahreszyklen, innerhalb derer er sich 7 scheinbar unmöglich zu erreichende Ziele setzen muß. 5 Jahre des dritten Zyklus sind noch übrig - allerdings gerät seine Planung völlig aus dem Ruder, als ihn die Nachricht erreicht, einen Sohn in einer fernen Provinz zu haben...

Wer gehofft hatte, eine Fortsetzung der "Nightangel"-Trilogie geliefert zu bekommen, muß sich hier umstellen. Weeks beginnt etwas völlig Neues mit einer anderen Grundstimmung, und so lesen sich die ersten 100 Seiten etwas sperrig, bis man sich darauf eingestellt hat, daß hier keine Assassinen auftauchen werden. Trotz Einsatz einiger traditioneller Fantasy-Elemente werden vertraute Muster auf den Kopf gestellt: Die Hauptfigur der Handlung ist kein verarmter Straßenjunge oder versteckter Prinz, sondern der mächtigste Mann der Welt. Seine magischen Kräfte sind beeindruckend, als Kaiser und religiöser Führer hat er scheinbar uneingeschränkte Macht. Was hinter dieser Fassade steckt, erschließt sich dem Leser nur in kleinen Schritten; immer wenn man davon überzeugt ist, nun durchschaut zu haben, wo der Plot hinführt, schlägt Weeks einen seiner typischen erzählerischen Haken, die Spannung steigt, und man liest weiter, wieder ahnungslos - bis zum nächsten Aha-Erlebnis.
Seine Charaktere sind keine strahlenden Helden, die mit weißer Weste gegen das Böse kämpfen und nebenbei ihre magischen Fähigkeiten entdecken; sie haben dunkle Seiten und Abgründe, manchmal schreckt man vor ihren Taten zurück; dennoch kommen sie im Lauf der Handlung immer näher und wirken unglaublich realistisch und überzeugend. Erfrischend wirkt auch, daß ihnen Fehler unterlaufen und Pläne scheitern - und der junge "Held" kein gutaussehender, mutiger Adliger ist, sondern ein übergewichtiger, linkischer junger Mann, der den Mund immer zum falschen Zeitpunkt aufreißt und dessen Kampfinstinkt sich auf einen Totstellreflex beschränkt.

Beeindruckend ausgebaut ist das Magiesystem, das auf Licht basiert. Komplex aufgebaut und bis ins Letzte logisch durchdacht, präsentiert er ein auf physikalischen Gesetzen beruhendes magisches System, mit Anwendungen in Alltag und Kriegsführung, eigenen Machtstrukturen und Gesetzmäßigkeiten; durch Berücksichtigung von Komplementärfarben und Sehschwächen bei Farbverwechslern wirkt es unglaublich vielschichtig und manchmal fast schon technologisch präzise.
Der technische Standard der Welt hat sich von der typischen Mittelalter-Szenerie schon weg entwickelt, es gibt Pistolen und Kanonen, was die Kämpfe und kriegerischen Auseinandersetzungen schneller und härter als in der klassischen Fantasy macht.

Es spricht für Weeks' Talent und Einfallsreichtum, daß er sich nicht auf dem Erfolg von "Nightangel" ausruht und einfach noch ein paar weiter Folgen anhängt (die dennoch sehr willkommen gewesen wären..!), sondern etwas beeindruckend Neues schafft. Mit seinem faszinierenden Magiesystem, überraschenden Wendungen in einem verwickelten Plot und seiner überragend direkten Erzählweise ist Weeks ein rundum überzeugender Auftakt seiner neuen Serie gelungen.
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am 6. November 2011
Es gibt nichts Entscheidendes zu dem Buch zu sagen, was nicht schon gesagt worden wäre. Es ist definitiv eine Bereicherung der Fantasy-Literatur und ich bin sehr froh auch ohne vorherige "Testmöglichkeit" ins kalte Wasser gesprungen zu sein und damit einen großartigen Autor entdeckt zu haben.

Einzelne Aspekte haben mich etwas gestört, diese sind aber eher marginal:
Gavin Guile, "Lord Prisma", wird auf dem Klappentext als ziemlich absoluter Herrscher dargestellt, im Laufe des Buches wird aber deutlich, dass er de facto in seiner Macht sehr eingeschränkt ist. Das hat mich etwas enttäuscht, ist aber wohl nötig um den Konflikt am laufen zu halten. Kip wiederum ist zeitweise schon sehr trottelig und ungeschickt, aber gerade über seine ironischen Selbstgespräche identifiziert sich der gewöhnliche Leser mit ihm.

Brent Weeks ist sehr geschickt darin, für die Handlung relevante Fakten und vergangene Ereignisse erst anzudeuten, bis er eines nach dem anderen langsam enthüllt. Was Gavins "dunkelstes Geheimnis" angeht, habe ich nicht allzu viel erwartet - das sollte man bei Klappentexten nie -, Tatsache ist aber dass mich die Enthüllung völlig auf dem falschen Fuß erwischt hat, es ist sowohl extrem wichtig als auch genial ausgedacht und durchgeführt, so dass man als Leser erst völlig der falschen Fährte folgt und es dann kaum erwarten kann zu erfahren, was daraus wird. Aus demselben Umstand ergibt sich auch eine Vielschichtigkeit der Charaktere, die sich niemals einfach in "gut" und "böse" einteilen lassen, vor allem ist es unmöglich die Charaktere bei der ersten Vorstellung treffend zu beurteilen, weil man immer wieder etwas Neues erfährt, was man nie erwartet hätte.

Es mangelt nicht an Action-Szenen - für mich manchmal fast ein bisschen zu viele. Dazu kommt eine nette Liebesgeschichte (und vllt auch eine zweite), bei der man noch lange nicht weiß was daraus wird. Ausserdem lebt das Buch natürlich von einem so simpel wie klug ausgedachten Magiesystem, zu dem es sicherlich auch noch die eine oder andere Enthüllung geben wird. Sogar eine eigene Religion spielt eine gewisse Rolle, was ich sehr gut finde. Es gibt leider zu viele Autoren, die selber religiös sind, und daher ihren Charakteren keine Möglichkeit zu einem anderen Glauben lassen.

Wie man erwarten könnte endet das Buch dramatisch (Nie so einen fiesen letzten Satz gelesen!). Und natürlich kann man es kaum erwarten den nächsten Teil in die Hände zu bekommen.
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am 15. Juli 2015
Ich habe verzweifelt nach Lesestoff gesucht, weil ich mal wieder auf dem Trockenen saß. Im Buchhandel hatte ich die Bücher von Brent Weeks schon in der Hand gehabt, weil die Cover sensationell sind! Die Klappentexte hatten mich auch angesprochen. Allerdings war ich damals schon mit Büchern gut eingedeckt. Und jetzt habe ich mir "Schwarzes Prisma" auf mein Kindle geladen.
Schon die Leseprobe von "Schwarzes Prisma" hatte mich umgehauen und ich MUSSTE weiterlesen. Hab mir auch gleich Band 2 gesichert, damit ich nicht wieder auf dem Trockenen sitze, nachdem einige ja schon geschrieben haben, dass beide Bände mit hundsgemeinen Cliffhangern enden. Das Buch macht süchtig. Man mag es überhaupt nicht mehr aus der Hand legen. Die von Brent Weeks geschaffene Fantasy-Welt, die Charaktere und die Geschichte packen einen und lasse nicht mehr los. Tolles Buch! Sehr empfehlenswert für jeden, der Fantasy auch mal ohne Zwerge und Orks lesen mag :-).
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am 16. März 2013
Tja, was soll ich sagen. Ich hatte mir von dieser Buchreihe wirklich mehr erhofft. Zum einen klang das Magiesystem, welches auf Licht und Farben beruht sehr interessant und zum anderen habe ich mich von den doch übermäßig positiven Bewertungen beeinflussen lassen. Ich habe jetzt Band 1 (Schwarzes Prisma) und Band 2 (Die Blendende Klinge) der Reihe gelesen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind nur diese beiden Bücher der Tetralogie erschienen. Angemerkt sei allerdings, dass vor vier Monaten, als ich mir das erste Buch gekauft habe, bei Amazon noch von einer Trilogie die Rede war. Der Autor gibt auf seiner Webseite an, dass er für die Reihe eigentlich drei Bücher geplant hatte, es aber nun doch vier werden.

Ich baue meine Rezension so auf, dass ich zu einzelnen Punkten meine Gedanken aufschreibe. Diese beziehen sich zwar teilweise auf beide Bücher, enthalten aber keine Spoiler zum Verlauf der Geschichte.

Eine Zusammenfassung der Handlung spare ich mir an dieser Stelle, da sie nicht so einfach gut zu erklären ist. Ich fand die Story durchaus spannend und es gab einige Überraschungsmomente. Das ganze ließ sich auch recht flüssig lesen. Zu den einzelnen Punkten die natürlich Teil der Handlung sind komme ich nun.

----- Magiesystem -----

Das Magiesystem hatte wirklich großes Potenzial. Ich kenne mich mit den physikalischen Begebenheiten von Licht und Farbe nicht allzu gut aus, daher kann ich nicht sagen wie realitätsgetreu diese Dinge beschrieben sind. Brent Weeks wirkt in seinen Ausführungen durchaus kompetent auf dem Gebiet.

Auf den ersten Blick wirkt das Magiesystem klar definiert. Hier die Dinge die ich so ungefähr verstanden habe:

- Es gibt Wandler die aus dem Licht einer oder mehrerer Farben feste Materie (Luxin) schaffen können.
- Wenn Wandler aus einer Farbe wandeln, nimmt ihre Haut die entsprechende Farbe an.
- Wandler können entweder eine oder mehrere Farben beherrschen (wobei auch Farben im unsichtbaren Bereich denkbar sind)
- Die Farben über die ein Wandler verfügt breiten sich im Laufe des Lebens (je mehr der Wandler wandelt) immer mehr in der Iris seiner Augen aus. Sobald die Iris ganz von den Farben eingenommen ist, wird ein Wandler zum Farbwicht. Dies ist für die meisten kein wünschenswerter Zustand, deshalb wählen viele bevor das geschieht den Freitod. Aus diesem Grund werden die meisten Wandler nicht älter als 40.
- Farben sind mit bestimmten Eigenschaften verbunden, die ein Wandler teilweise übernimmt wenn er wandelt. Grün ist Wildheit, blau ist Ordnung, rot ist Wut (alle anderen Kombinationen habe ich mir nicht gemerkt...)

Soweit so gut. Es gab aber auch einige Dinge hinter die ich nicht ganz gestiegen bin. Unterschiedliche Farben haben zum Beispiel einen unterschiedlichen Einfluss auf das gewandelte Luxin. Mal ist das Luxin hart, mal weich, mal klebrig, mal flüssig. Es wird hin und wieder schon mal auf die eine oder andere Farbe eingegangen, aber nicht so dass man ein Verständnis für das Gesamte entwickelt. Nach einer Zusammenfassung der komplexen Magievorgänge sucht man im Anhang leider vergeblich. Die Stelle wo beschrieben wird welche Konsistenz grünes Luxin nochmal hat, findet man bei Bedarf dann auch nicht so leicht wieder.

Achja, obwohl die meisten Dinge die im Buch gewandelt werden wie buntes Plastik aussehen, ist es scheinbar auch möglich realwirkende bewegliche Dinge zu erschaffen, oder zumindest eine Illusion davon. Wurde zweimal kurz im ersten Buch aufgegriffen, aber nicht näher erläutert, super.

Der Sinn und der Ursprung der Prismen hat sich mir auch nicht ganz erschlichen. Sie können alle Farben wandeln und das wohl auch nur aus weißem Licht und ohne dass bei Ihrer Iris der Halo brechen würde. Sie sind dafür zuständig das Gleichgewicht der Farben zu bewahren. Warum jemand zu einem Prisma wird und wann das genau geschieht wird leider nicht erwähnt, obwohl es durch die Brüder Guile schon eine gewisse Relevanz hat, wie ich finde. Aber vielleicht wird das noch in den nächsten Büchern erläutert.

----- Charaktere -----

Die Charaktere sind ein gemischter Haufen. Eigentlich alle relativ sympatisch. Kip fand ich zu Beginn sehr nervtötend, es hat sich mit der Zeit aber etwas gelegt. Gavin, Karris und Hauptmann Eisenfaust waren ganz ok. Ich kann allerdings nicht sagen, dass mich irgendjemand wirklich begeistert hätte. General Danavis hatte Potenzial, kam allerdings so gut wie nie vor.

Was mich gestört hat waren die unausgewogenen Persönlichkeiten der Hauptpersonen. Kip benimmt sich eigentlich die ganze Zeit wie ein vorlauter Trottel hat dann aber auch Momente in denen er wiederum total erwachsen reagiert und genau das Richtige tut. Gavin wird zunächst als arrogant dargestellt, dann wieder als der gütige Herrscher der nur das beste für seine Untertanen im Sinn hat und niemanden verletzen will. Dann im nächsten Augenblick versenkt er wieder ein paar Schiffe wo einige hundert unschuldiger Sklaven bei draufgehen. Er ist ja auch ach so sehr in Karris verliebt, hat aber keine Probleme damit darüber nachtzudenken ob er sie töten würde wenn sie sein Geheimnis erfährt...

Des Weiteren kann man sich wirklich die Frage stellen, ob Weeks Teile der Story als 16-jähriger hormongesteuerter Teenager geschrieben hat. Ich sage nicht, dass zuviel Sex darin vorkommt, das kann man wirklich nicht behaupten. Allerdings verhalten sich sämtliche Charaktere in dem Buch dermaßen pubertär... nicht nur Kip der zumindest noch im entsprechenden Alter dafür ist. Nein, auch Gavin und Karris. Ständig wird sämtlichen Frauen in den Ausschnitt geguckt, oder der knackige Hintern von jemandem bewundert. Andauernd! Normalerweise mag ich solche Andeutungen recht gerne, wenn sie rar gestreut sind, sodass man sich drüber freuen kann. Aber hier artet das Ganze ein wenig aus.

Mhm, was gibt es noch zu den Charakteren zu sagen. Achja, hätt' ichs fast vergessen... Kip ist fett. Aber keine Sorge falls das in meiner Rezension nicht ausreichend genug rüberkommt. Es wird im ersten Buch mit konstanter Boshaftigkeit alle zwei Seiten erwähnt, manchmal auch öfter. ;)

----- Sprache/Formulierungen -----

Sprachlich sind die Bücher wirklich meilenweit davon entfernt ein Meisterwerk zu sein. Brent Weeks bedient sich da teilweise einer sehr vulgären Sprache. Ich werde hierfür keine Beispiele geben, da Amazon sonst meine Bewertung schon wieder nicht annimmt. ;)

Dann schreibt er manchmal Sachen bei denen ich den Eindruck hatte, dass er es einfach vergessen hat oder sich nicht ganz im Klaren darüber war, dass man bei einer erdachten Fantasywelt manche Dinge nicht einfach so schreiben kann als würde man eine realitätsbezogene Geschichte schreiben. Gavin erschafft zum Beispiel einmal eine große Mauer die von jemandem als das "achte Weltwunder" bezeichnet wurde. Akzeptabel wenn die Geschichte auf der "realen" Erde spielen würde. Interessant wenn es auch auf dieser erdachten Fantasywelt, sieben Weltwunder geben würde (oder gegeben hätte), die in irgendeiner Weise für die weitere Handlung oder zumindest den Aufbau der Welt relevant wären. Aber nein, nichts dergleichen wird erwähnt. Der Autor hat bei seiner Formulierung einfach nur nicht nachgedacht. Möglicherweise handelt es sich auch um eine schlechte Übersetzung, das kann ich nicht nachprüfen. Es gab aber noch ein/zwei andere Stellen wo ich mir gedacht habe, ääh, das kann jetzt aber nicht sein.

----- Welt -----

Die Welt war eigentlich recht gut ausgebaut. Es gibt die sieben Satrapien, in der Mitte ist ein großes Meer, weshalb eigentlich hauptsächlich mit Schiffen gereist wird. Jede Satrapie hat ein eigenes Völkchen. An mehreren Stellen im Buch wird das charakteristische Aussehen der unterschiedlichen Völker beschrieben, für mich ein bisschen zu intensiv. Typische Haarfarbe, Augenfarbe, Hautfarbe, krause oder glatte Haare. Bei jeder Rasse ist irgendwas anders. Ich hab mir nicht eine einzelne Kombination merken können. Besonders schön sind die Beschreibungen von denen die Mischlinge sind. Eine ausführliche Beschreibung des Erscheindungsbildes der einzelnen Figuren finde ich schon wichtig. Aber bitte nur für Charaktere die in mehr als zwei Kapiteln mal erwähnt werden.

Die Chromeria, Sitz der Regierung und Bildungsstätte aller Wandler und Schwarzgardisten, war ausführlich und recht bildlich beschrieben. Interessant fand ich die Spiegelkonstruktion die in der ganzen Stadt verteilt ist um das Licht bestmöglich auszunutzen. Es klingt vielleicht ein wenig albern, aber da besonders in Klein- und Großjasper sämtliche Bauwerke knatschbunt sind, hatte das ganze etwas sehr Teletubbymäßiges an sich. ;) Aber doch, grüne/blaue/rote/gelbe/violette/... Gebäude ergeben durchaus Sinn bei diesem speziellen Magiesystem.

----- Moderne Elemente -----

Die "moderneren" Elemente des Buches wie das mit Magie angetriebene Motorboot-/Flugzeuggleiterdings oder die Aufzüge haben mich persönlich nicht gestört. Die Musketen waren bei dem Magiesystem mit dem man eh schon fast alles wandeln kann, vielleicht ein wenig überflüssig, aber naja, das kann man sehen wie man will.

----- Sonstiges -----

Ein Punkt der mich wahnsinnig geärgert hat, war die systematische Verheimlichung. Mr Weeks schreibt aus den Perspektiven von mehreren Charakteren, die permanent sowas wie gedankliche Selbstgespräche führen. Das ist ja auch gut so. Aber wenn man aus der Perspektive von jemandem schreibt muss man den Leser auch an der kompletten Gedankenwelt der Person teilhaben lassen und kann auf Dauer nicht Dinge verheimlichen. In diesem Buch läuft das mehr als einmal so ab: "Mhhhm ja, ich bin Gavin, und ich habe ja ein furchtbar großes Geheimnis. Es wäre ja fatal wenn jemand dahinter käme. Aber nein, ich darf jetzt nicht darüber nachdenken was mein Geheimnis ist, denn sonst wüsste es ja auch der Leser..."

So geht das einige Male. Ich persönlich finde das ist schlechter Schreibstil. :/

----- Fazit-----

Ich schätze die Buchreihe ist in meiner Rezension nicht allzu gut weggekommen in den einzelnen Punkten.
Ich schwanke zwischen 2 und 3 Sternen. Zwei Sterne wären meines Erachtens in Ordnung, weil das Buch hier in meinen Augen eindeutig überbewertet ist. Ich vergebe dennoch 3 Sterne, da sich das Buch eigentlich (trotz des Umfanges) ganz flüssig lesen ließ und mir doch der eine oder andere Moment gefallen hat.

Das Magiesystem ist interessant, aber ich habe ein paar Dinge nicht richtig kapiert. Wenn das passiert bin ich mir nie sicher ob es an mir oder an dem Autor liegt und das hasse ich. ;)

Ich schätze ich werde die Bücher 3 und 4 auch noch lesen wenn sie einmal erschienen sind. Von dem anderen Werk des Autors werde ich allerdings erst einmal die Finger lassen, da mich seine Art zu schreiben jetzt nicht immens beeindruckt hat.
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TOP 1000 REZENSENTam 5. Januar 2012
Gavin Guile ist der Hohe Lord Prisma, und damit Herrscher über sieben Satrapien. Als Prisma ist er der einzige Mensch, der alle Anteile des Lichtspektrums beherrscht, und somit sämtliche Farben in Materie wandeln kann. Doch seine Herrschaft fußt auf einer Lüge, einem Kartenhaus, das jeden Augenblick einstürzen kann.
Als er erfährt, dass er einen Sohn hat, dessen Leben in Gefahr schwebt, muss er eine schwere Entscheidung treffen. Am Ende sieht Garvin sich nicht nur mit seinem Spross konfrontiert, sondern mit seiner Vergangenheit, und einem Reich, das in einem aufziehenden Krieg zu zerbrechen droht.

Eigentlich bin ich schon länger von der High Fantasy zur Urban Fantasy gewechselt, sodass ich dem Roman zunächst etwas unmotiviert begegnet bin. Doch der Autor hat es geschafft, mich sukzessive in seine Welt, in Garvins Welt, hineinzuziehen, sodass ich diesen 800 Seiten Klopper nach dem ersten Viertel nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Den Inhalt dieses Backsteins von einer Story zusammenzufassen würde den Rezensionsrahmen sprengen, darum nur so viel: Die Geschichte wird abwechselnd aus drei Perspektiven erzählt, wobei der Hauptfokus auf Gavin Guille liegt, dem Herrscher der sieben Reiche.
Neben Gavin erleben wir die Handlung zudem aus Kips Sicht, seinem Sohn. Er ist ein pummeliger Fünfzehnjähriger, der in der Hölle der Pubertät steckt. Außerdem ist er auf der Flucht, denn sein Dorf wurde dem Erdboden gleich gemacht.
Der dritte Blickwinkel beschreibt Karis Leben, eine Elite-Kriegerin der Schwarzen Garde, die nebenbei bemerkt Gavins große Liebe ist - und er ihre. Karis ist eine BiChrome Magierin, d.h., sie kann zwei Farben bändigen.
So dreht sich die Geschichte zum einen um Gavin und seine Beziehung zu Karis, dem drohenden Krieg und die Lüge, die das Prisma gesponnen hat um zu herrschen und seine Ziele zu erreichen.
Darin ist auch Kip involviert, um dessen Wandlergaben noch ein Geheimnis gemacht wird. Er ist der Underdog-Held, weil er so gar nicht zum Helden taugt, und doch über sich herauswächst, um an den kommenden Herausforderungen nicht zu zerbrechen.

Die Geschichte ist grandios erzählt, und hält ein Feuerwerk an Ideen bereit, sodass mir beim Lesen ein paarmal der Mund aufgeklappt ist. Dazu kamen immer neue Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe, und einem unerträglichen Spannungsbogen, der es mir unmöglich gemacht hat, das Buch aus der Hand zu legen. So war ich über die Feiertage an mein Sofa getackert, überwältigt von der erzählerischen Wucht, einer intensiven Bildsprache, sowie der Komplexität der Erzählstränge. Brent Weeks jongliert wie ein Akrobat mit den ineinander verwobenen Beziehungen, und bettet diese in ein Gesamtwerk ein, bei dem mir am Ende die Spucke weggeblieben ist.
Zum Schluss lag ich die halbe Nacht wach, und habe über das Ende nachgegrübelt. Wenn ein Buch bei mir solche Spuren hinterlässt, ist ihm die volle Punktzahl sicher.

Fazit:
Black Prism ist ein spannungsgeladener, kraftvoller Roman mit komplexen Charakteren auf unterschiedlichen Handlungsebenen. Genial erzählt und fesselnd bis zur letzten Seite.
Kurz gesagt: Ein Hammer!
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am 8. Mai 2012
Schwarzes Prisma von Brent Weeks ist ein sehr faszinierendes, mitreißendes und spannendes Werk, in dem die Begriffe "Macht", "Liebe" und "Verrat" eine zentrale Rolle spielen.

Inhalt:
Die Handlung spielt in den als "Sieben Satrapien" bekannten Ländern, genauer jedoch nur auf der Insel "Großjasper" und "Kleinjasper" sowie in Tyrea, einem der nördlichen Satrapien.
Grob zusammengefasst verfolgt der Leser den Kampf zwischen den derzeitigen Herrschern über die Satrapien, angeführt von der sogenannten Chromeria, einer Art Bund aller des Wandelns fähiger und ausgebildeter Menschen, und Rask Garadul, der sich selbst zum König ernannt und in Tyreas Hauptstadt Garriston für Unruhe sorgt.

Das Magiesystem funktioniert nach folgendem Prinzip: Einige (un)glückliche Menschen sind in der Lage, eines oder mehrere Lichtspektren in sogenanntes Luxin wandeln zu können, eine je nach Farbe in seiner Beschaffenheit unterschiedliches Material, welches dieser menschliche "Wandler" aus seinem Körper holen kann. Dabei wird unterschieden zwischen Monochromaten (z.b. "Grünwandler"), Bichromaten (Wandlungsfähige Personen mit zwei benachbarten Farbspektren wie "Rot" und "Orange") und Polychromaten (diese haben gleich mehrere Farben zur Auswahl, beispielsweise "Ultraviolett", "Blau" und "Grün"). Zudem gibt es noch Unterschiede in der Fähigkeit, welches Licht man erkennt und wie gut man dieses sieht. Einige sehen zum Beispiel nur die "normalen" Farben wie Rot, Grün, Blau, Gelb, Orange; Andere wiederum erkennen auch Ultraviolett und Infrarot.

Etwas genauer geht es natürlich auch:
Die Chromeria wird vertreten von Gavin Guile, auch genannt "Lord Prisma" sowie dem Spektrum (bestehend aus einem Mitglied für jede Farbe des Spektrums: Ultraviolett bis Infrarot) und der sogenannten "Weißen". Tyrea war vor 16 Jahren Schlachtort während des sogenannten "Krieges des falschen Prismas", als Gavin Guile und Dazen Guile (Brüder) gegeneinander um die Herrschaft kämpften. Seit dieser Schlacht, in der Gavin Guile als Sieger hervorging und Dazen als getötet gilt, wird Tyrea in einem Rhythmus von 2 Jahren abwechselnd von denjenigen Satrapien geführt, die während der großen Schlacht auf Gavin Guiles Seite standen.
Gavin Guile ist dabei einer der wichtigen Figuren in dem Buch, zumal er das Prisma ist und somit theoretisch über alle Menschen gebietet. Eingeschränkt ist dessen Macht jedoch unweigerlich von der "Weißen" sowie dem Spektrum. Eine drohende Gefahr führt das Prisma zu Beginn der Geschichte nach Tyrea.

Weiterhin lernt man Kip kennen, einen etwa 15 Jahre alten, pummeligeren Jungen, dessen Mutter den Drogen verfallen ist. Als, ziemlich am Anfang des Buches, sein Heimatdorf Rekton (in Tyrea) zerstört wird und er nur knapp den Verantwortlichen entkommen kann, stoßen er und Gavin Guile zum ersten Mal aufeinander.

Auch Karris Weißeiche, eine sehr starke und scheinbar von viel Leid geprägte Frau, eine sogenannte "Schwarze Gardistin", die es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, das Prisma zu schützen, ist dabei, als Gavin Guile und Kip sich zum ersten Mal sehen.

Einige der Personen wissen um das noch verborgene, sehr interessante Geheimnis, das Gavin Guile, Kip und Karris verbindet.

Gavin Guile nimmt Kip mit zur Chromeria, wo dieser seine Ausbildung als "Wandler" beginnt. Hier lernt der Leser dann auch Liviana Danavis kennen, kurz "Liv", Tochter von Corvan Danavis, ehemals General während des großen Krieges und ehemaliger "Meister" von Kip in Tyrea.

Eine von einigen Nebendarstellern geprägte, über viele Fäden verlaufende und sehr spannende Handlung beginnt sich allmählich zu entwickeln, die in einem gewaltigen, über gefühlte 300 Seiten verlaufende Endhandlung verläuft.

Meinung:

Schwarzes Prisma startet als ein Buch, das man ohne Zweifel als "gut!" deklarieren darf. Allerdings wirkt die Geschichte leider etwas schnell, glücklicherweise jedoch nicht zu hastig. Es kommen auf den ersten 100 Seiten noch keine richtig großen Tiefen auf, was man aber bei den vielen verschiedenen Charakteren, die nacheinander dargestellt werden, auch sehr schwierig ist.
Nichtsdestotrotz entwickelt sich spätestens ab ca. 200 Seiten eine hohe Spannung, die bis zum Ende des Buches immer weiter anwächst. Zugegeben, etwas schwer vorstellbar, aber meines Erachtens war dies wirklich so. Dazu beigetragen hat die Vergangenheit von Gavin Guile, der an Lügen, Täuschungen und Zweifeln wirklich einiges zu bieten hat. Aber auch Kips Gedankenwelt, die dem Leser sehr amüsant und prägnant übermittelt wird, ist schlichtweg ergreifend. Dazu kommen natürlich die weiteren Figuren des Buches, die alle ein anderes, wenn auch zum Teil ähnliches Ziel zu erreichen versuchen.

Besonders gelungen empfand ich die Figur des "Gefangenen". Gerade der letzte Auftritt, gegen Endes des Buches, brachte mich dazu, dieselbe Reaktion wie der Inhaftierte zu äußern: skurrile Hysterie! Die spärlichen Auftritte dieser Person sind wirklich amüsant und wirken beinahe wie ein Sketch.

Sprachlich liest sich das Buch sehr flüssig, es gab m.E. keine schwerwiegenden Auffälligkeiten, die den Lesefluss behinderten. Was, alles in allem, dazu beitrug, dass ich auch mal 100-150 Seiten am Stück lesen konnte und dabei das Gefühl hatte, es wären erst 5 Minuten vergangen.

Dafür, dass dies erst der Auftakt einer als Trilogie geplanten Reihe ist, bin ich wirklich schwer begeistert. Eine letzte Bemerkung für alle zukünftigen Leser, denen der Spaß recht früh vergehen sollte, da ihnen das Magiesystem komisch erscheint: Einfach weiterlesen, es lohnt sich wirklich! Und viele offene Fragen werden sehr bald beantwortet werden.
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am 7. November 2011
Nach den Schatten-Trilogie war ich mordsmäßig gespannt auf ein neues Buch von Brent Weeks. Die Kurzbeschreibung ist zwar nicht ganz falsch, aber sie gibt auch nicht wirklich den Inhalt des Buches wieder. Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend und die Ideen und Wendungen der Handlung fesseln vom ersten Moment an. Vielleicht sind die Charaktere ein wenig zu stark, das was "man" erwartet: das Prisma, eigentlich durch Verrat und Lüge an die Macht gekommen, aber im Herzen der echte charismatische und gute Führer, Kip, eigentlich Dick und Doof in einem, wächst aber immer wenn nötig über sich hinaus und schafft irgendwie alles, ... . Also ein wenig Klische schon, aber klasse. Uneingeschränkt empfehlenswert.
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VINE-PRODUKTTESTERam 1. April 2012
Rezension

Sieben Satrapien, sieben Farben, ein Herrscher. Und ein Junge, von zum zuvor niemand etwas ahnte. Als Kips Dorf von den Soldaten König Garaduls vollkommen niedergemetzelt wird, sieht auch er sich den Schergen des Königs schutzlos ausgeliefert. Doch kommt unverhofft Hilfe: Das Prisma persönlich rettet ihn in der Stunde der Not! Was Kip später erst erfährt: Er ist der Bastard Gavin Guiles höchstpersönlich! Auf dem Weg zur Chromeria, in der Wandler ausgebildet werden und welches das Machtzentrum Gavins darstellt, kann Kip die Wendung seines Schicksals noch immer nicht begreifen! Als er Gavin nach Garriston folgt, ahnt er noch nicht, was auf sie zukommt. Ein Krieg droht um die Herrschaft dieser Stadt! Doch um die Menschen Garristons zu retten, müssen Gavin und Kip mit allen Mitteln kämpfen und vielleicht ihre größten Geheimnisse offenbaren. Denn der Feind rüstet sich, und es sind nicht nur Farbwichte und verrückte Wandler, die König Garaduls Armee folgen...

Mit "Schwarzes Prisma" schafft Brent Weeks es, sich mühelos neben Autoren wie Abercrombie, Goodkind und Co. zu behaupten. Während Weeks "Schatten"-Trilogie brutal, schonungslos, ja sogar stellenweise ekelhaft ist, beginnt der erste Band der "Licht"-Trilogie etwas entspannter, doch nicht minder gut.
Aus verschiedenen Perspektiven kann sich der Leser einen Überblick verschaffen. Dabei sind sowohl Nebencharaktere, wie auch die Protagonisten der Geschichte von großer Bedeutung. Durch eben jene Perspektivechsel schafft Weeks es, einen sofort mit ins Boot zu holen, Begeisterung für den Handlungsverlauf zu erzeugen. Denn Spannung ist allgegenwärtig. Höhen und Tiefen wechseln sich dabei in angenehmer Weise ab, Langeweile kommt niemals auf. Ständiges Interesse für die Handlung, als auch für die Figuren sind mitunter ein Grund dafür.
Charaktere und Protagonisten innerhalb des Romans sind absolut authentisch gezeichnet. Es gibt nicht den typischen Heroen, der mittels seiner besten Eigenschaften, Moral und Stärke, völlig rein und unbefleckt die Welt zu retten vermag. Diese Figuren haben Geheimnisse, sie haben Dreck am Stecken und sie haben Schwächen. Das Prisma selbst steht als unglaublich ambivalente Figur da und auch Kip, ebenfalls Protagonist der Geschichte, ist wahrlich kein typischer Held. Dick, klein, und voller Pickel entdeckt er auf seiner Reise mit Gavin sein verschollenes Selbstbewusstsein und entwickelt sich von einem gemobbten Kind, der alles mit sich machen lässt, zu einer Figur, die sich zur Wehr setzt, und - neben ihren Schwächen und allgegenwärtigen Selbstzweifeln - auch endlich ihre Stärken entdeckt und einzusetzen vermag. Auch das Prisma selbst macht eine Entwicklung durch, reflektiert eigene Entscheidungen und Situationen, welche auch ihn einen charakterlichen Reifeprozess durchlaufen lassen. Die Individualität spielt dabei nicht nur bei diesen beiden Figuren eine große Rolle: Auch die Nebenfiguren erstrahlen in ihren Vorzügen und Schwächen und machen alle ihren eigene Entwicklung durch. Generell schenkt Weeks seinen Charakteren nichts, alles ist harter Verdienst und Arbeit und Fehler fordern ihren Tribut.

Neben den außergewöhnlichen Figuren, welche diesen Roman schon zu etwas Besonderem werden lassen, finden sich auch Detailarbeit und Liebe innerhalb der Konzeption der Geschichte wieder. Weeks führt ein Magiesystem ein, welches auf sieben Farben begründet ist. Damit sind die Figuren in der Lage, aus Lichtfarben Materie zu wirken. Dabei hat jede Farbe andere Eigenschaften, die sich wiederum auch anders auf die Materie auswirken. Jedoch beeinflussen sie auch den Charakter der Wandler, wie solche Magiebegabte genannt werden. Unter den Wandlern gibt es unterschiedliche Kombinationen, wie z.B. Grünwandler (Monochromat), Blau/Grünwandler (Bichromat), bis hoch zu den Superchromaten, die mehrere Farben wandeln können. Das Prisma jedoch nimmt in diesem Magiesystem eine Sonderstellung ein, denn es kann alle Farben wandeln und hat dadurch eine immense Macht inne, die sowohl religiöser, als auch politischer Natur entspricht. Dieses Magiesystem spiegelt unter Anderem auch die unglaubliche Vielschichtigkeit dieses Werkes wider: Brent Weeks schafft es, politische, emotionale und religiöse Einzelstränge der Handlung um Magie und Krieg geschickt miteinander zu verweben und pure Spannung daraus zu fördern. Es ist nicht nur Faszination - Es ist auch Schockierung. Schockierung, zu welchen Ausmaßen ein Mensch sich verlieren kann, wie Macht auf den Einzelnen wirkt, wie sich ein ganzes Land danach verzerrt und immer mehr das Gesicht der einzelnen Figuren sich darunter zeigt. Eben diese Szenen der Machtpolitik, der Intrige, der menschlichen Schwächen zeigen deutlich auch das Konfliktpotenzial einzelner Handlungs-und Beziehungsstrukturen innerhalb des Romans. Der anfänglichen Begeisterung folgt mit fortschreitender Seitenzahl die Zuspitzung der gesamten Situation, die in einer immensen Schlacht ihren Höhepunkt erreicht. Mit vielen unvorhergesehenen Ereignissen, überraschenden Wendungen und aus sich herauswachsenden Charakteren bietet "Schwarzes Prisma" vor allem zum Schluss nochmals einen grandiosen Höhepunkt, der viel Potenzial für den Folgeband eröffnet. Hoffentlich lässt dieser nicht lange auf sich warten!

Fazit

"Schwarzes Prisma" von Brent Weeks vereint düstere Fantasyelemente mit innovativen Ideen, ausgereiften Figuren und einer komplexen Handlung zu einem atemberaubenden Auftakt der "Licht"-Trilogie. Der Autor etabliert sich mit diesem Werk immer weiter auf den Stufen erfolgreicher Fantasyautoren und steht diesen in nichts nach. Für Fans komplexer Fantasygeschichten, Liebhabern toller Charakterzeichnungen und Lesern, die auf der Suche nach Spannung sind, ist dieser Roman genau das Richtige!

Pro & Contra

+ Ambivalente Charaktere
+ Keine klischeehaften Heroen
+ Überraschende Wendungen
+ Komplexe Handlung, die überzeugt
+ Authentisches Magiesystem
+ Gelungene Vernetzung einzelner Handlungsstränge
+ Potenzial, welches genutzt wurde

o Zur Atmosphäre passender, abwechslungsreicher Schreibstil
o Einiges, offenes Potzial

- Wartezeit auf die Folgebände

Handlung: 5/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4,5/5
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VINE-PRODUKTTESTERam 11. Januar 2012
Meine Meinung:
Schon im Vorfeld habe ich viel von diesem Roman erwartet und meine Hoffnungen, die ich in die neue Trilogie von Brent Weeks gesetzt habe, wurden belohnt.
Der Autor erschafft eine neue, eine ganz eigene Welt, die von Menschen bevölkert wird. Diese Menschen unterscheiden sich untereinander und auch von uns oft in Haut und Haarfarbe. Außerdem gehört Magie für sie zum Alltag, denn es gibt Wandler. Wandler können Licht in Macht wandeln. Blauwandler brauchen dafür blaues Licht, Rotwandler rotes Licht. Bichromaten haben zwei Farben und können zum Beispiel Rot und Infrarot wandeln. Natürlich ist nicht jeder Mensch ein Wandler und natürlich hat das ganze einen Haken: Man kann nicht ewig und nicht so viel wandeln wie man möchte. Irgendwann übernimmt die Farbe die Kontrolle. Man verliert den Verstand und wird ein sogenannter Farbwicht, der nicht mehr zwischen Feind und Freund oder gut und böse unterscheiden kann. In jeder Generation gibt es einen Wandler, der davon nicht betroffen ist. Er kann jede Farbe wandeln und es besteht nicht die Gefahr, dass er zuviel wandelt: Das Prisma.
Gavin Guile ist das Prisma dieser Generation und einer der Protagonisten, aus dessen Sicht Teile der Geschichte erzählt werden. Wie das üblich ist, steht der Leser zu Beginn sofort auf Gavins. Die Loyalität des Lesers wird aber in Frage gestellt, nachdem offenbart wird auf welcher Lüge, die im Klappentext angesprochen wird, Gavins Leben fußt. Ab jetzt muss sich der Leser neu entscheiden, wem er seine Sympathie schenkt und wem nicht.
Kip, Gavins Sohn, ist ein Anti-Held. Er ist nicht nur dick, sondern auch noch ängstlich und wurde in seinem Heimatdorf gemobbt. Außerdem musste er mit ansehen, wie sein ganzes Dort abgebrannt, seine Freunde und seine Mutter getötet wurden. Dafür hat er eine ziemlich große Klappe, die er kaum halten kann.
Es kommen noch weitere Charaktere dazu, die ab und zu die Aufgabe übernehmen aus ihrer Sicht, die Geschichte zu erzählen. Die Geschichte an sich ist gut. Die Handlung ist verzwickt, man muss aufmerksam lesen, damit man die Details nicht überliest. Dabei ist sie politisch nicht zu verworren, dass es anstrengend wird, sondern durchgehend spannend. Aber es sind am Ende die Charaktere, die dieses Buch zu etwas einzigartigem machen. Sie alle sind keine Helden. Sie haben ihre schwachen und vor allem auch ihre dunklen Seiten und nein, es sind auch nicht diese Seiten, die sie besonders liebenswert machen. Ich hatte mehr als einmal das Gefühl, dass ich manche Charaktere für das, was sie getan haben, verachte. Trotzdem muss man, wenn man einmal begonnen hat, ihrer Geschichte folgen. Sie lässt einen nicht mehr los.
Durch die sarkastische Ader von Gavin, Kip und manch anderem ergeben sich immer wieder sehr humorvolle Dialoge, die mich auflachen ließen. Dies gelang nur, weil sie nicht erzwungen komisch wirken, sondern es sich aus den Charakteren ergibt.
Eine neue Art der Magie zu erfinden weckt natürlich das Interesse jedes Fantasylesers. Brents Magie wirkt auf den ersten Blick kompliziert und verworren, aber lässt sich sehr schnell durchschauen, denn es gelingt ihm sie mit kurzen einfachen Worten zu erklären und ihr damit nichts der Faszination zu rauben.
Sein Schreibstil ist dem Genre angemessen. Es ist kein All-Age- oder Jugendroman. Es ist High-Fantasy für Erwachsene. Daher ist die Sprache gehoben, aber nicht abgehoben. Die Sätze unter Umständen länger, dabei aber nicht unverständlich in die Länge gezogen. Man muss sich Zeit nehmen für dieses Buch und kann es sicherlich nicht genießen, wenn man nur jeden Abend drei Seiten vor dem Schlafen gehen ließt, aber wenn man einige Tage hintereinander ein paar Stunden Zeit hat, kann man in eine wunderbare Welt eintauchen und danach sehnsüchtig auf Band zwei warten, denn das Ende beinhaltet einen kleiner böser Cliffhanger.

Fazit: Jeder, der einen High-Fantasy-Roman mit jeder Menge Magie, vielen spannenden Charakteren und ganz ohne die üblichen Verdächtigen wie Elfen, Drachen oder Orks sucht, wird hier fündig. Purer Lesegenuss!
Ich vergebe 5 von 5 Sterne.
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