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177 von 196 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zur Erhöhung der Selbstdisziplin braucht man Selbstdisziplin
Im amerikanischen Original heißt dieses Buch "Willpower. Rediscovering the Greatest Human Strength". Und dieser Titel trifft den Inhalt nach meiner Einschätzung besser als der deutsche, der mehr verspricht als das Buch letztlich bietet.

Vielleicht erwartet man nämlich, dass man in diesem Buch endlich lernt, diszipliniert zu agieren. Der Text...
Veröffentlicht am 16. Januar 2012 von Dr. R. Manthey

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27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Starker Beginn - schwache Mitte - fader Abgang
Das Buch beginnt meiner Meinung nach hochinteressant und fasziniert, durch die aussagekräftigen Studien & teilweise verblüffende Studienergebnisse (Durch die Lektüre dieses Buches sehe ich "Getting things done" von David Allen in einem positiveren Licht, da es sich sehr gut eignet, Disziplin durch die Umsetzung einer stringenten Struktur zu...
Veröffentlicht am 11. April 2012 von Frank Caspers


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177 von 196 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zur Erhöhung der Selbstdisziplin braucht man Selbstdisziplin, 16. Januar 2012
Von 
Dr. R. Manthey - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Im amerikanischen Original heißt dieses Buch "Willpower. Rediscovering the Greatest Human Strength". Und dieser Titel trifft den Inhalt nach meiner Einschätzung besser als der deutsche, der mehr verspricht als das Buch letztlich bietet.

Vielleicht erwartet man nämlich, dass man in diesem Buch endlich lernt, diszipliniert zu agieren. Der Text will zwar Ratschläge geben und tut das auch hin und wieder, doch eigentlich ist er mehr ein populärwissenschaftlicher Bericht über die Forschungen des Psychologen Roy Baumeister und seiner Schüler, aufgeschrieben vom Wissenschaftsjournalisten John Tierney.

Natürlich muss man die Willenskraft von Menschen nicht wiederentdecken. Willensstarke Menschen hat es immer gegeben. Sie setzten sich eine Aufgabe und verfolgten dieses Ziel mit eiserner Disziplin. Doch Willenskraft ist andererseits eine seltene und bei Partnern nicht unbedingt erwünschte Charaktereigenschaft. Wir bevorzugen Humor, Treue, Verständnisbereitschaft und andere uns nützliche Tugenden beim anderen. Willenskraft hätten wir hingegen lieber selbst.

Während also die Willenskraft von Menschen immer da war, verlor sie die Psychologie aus den Augen. Andere Themen, und hier vor allem die vielen Freudschen Hypothesen, zogen die Aufmerksamkeit der Psychologen in ihren Bann. Nun ist Dank Roy Baumeister - so lesen wir es jedenfalls in diesem Buch - endlich die Willenskraft wieder in den Fokus der psychologischen Aufmerksamkeit geraten. Nur Weniges in diesem Buch erstaunt wirklich, weil es sich entweder aus der Erfahrung oder dem gesunden Menschenverstand ergibt.

Baumeisters Leistungen, für die er in seinem Buch immer wieder in der dritten Person gepriesen wird, erstrecken sich vor allem im praktischen wissenschaftlichen Beweis dieser einfachen und relativ plausiblen Aussagen. Willenskraft und in ihrer Folge Selbstdisziplin entfalten sich erst dann, wenn man von einem Ziel im tiefsten Inneren überzeugt ist. Auf diese Grundvoraussetzung machen die Autoren mehrfach aufmerksam. Außerdem benötigt man eine funktionierende Methodik, um dieses Ziel zu erreichen, die man dann diszipliniert durchziehen muss.

Und genau an dieser Stelle drehen wir uns im Kreis, aus dem auch die Autoren keinen wirklichen Ausweg für jedermann aufzeigen können, weil es ihn nicht gibt. Bei willensstarken Menschen vermuten sie genetische Vorteile in dieser Hinsicht. Dann empfehlen sie an verschiedenen Stellen ein Training der Selbstdisziplin, beispielsweise durch Sport, durch Rituale oder durch anderen äußeren Druck. Im Grunde läuft dies alles stets darauf hinaus, über den Weg beständiger Wiederholungen einen Zustand zu erzeugen, den wir dann nicht mehr missen wollen.

Nach einer interessanten Einleitung erläutern die Autoren im ersten Kapitel, dass Willenskraft Energie verbraucht. Ihre Benutzung schwächt sie demzufolge. Danach folgt im zweiten Kapitel die erstaunliche Mitteilung, dass Baumeister und seine Schüler erst 2011 im Experiment zu der Erkenntnis gelangt sind, dass Glukose jedenfalls kurzfristig die Willenskraft wieder stärkt. Vermutlich haben Sportwissenschaftler das schon viel früher gewusst. Daraus folgt natürlich, dass man nicht körperlich geschwächt in Prüfungen oder Stressituationen gehen sollte, weil die Körperintelligenz bei Schwäche Glukose zur Erhaltung des Gesamtsystems aus dem Gehirn abzieht.

Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit dem Festlegen vernünftiger, sich nicht widersprechender Ziele und einer sogenannten To-Do-Liste, also mit den Grundvoraussetzungen selbstdisziplinierten Handelns. Interessant erschien mir in diesem Zusammenhang die Erwähnung der GTD-Methode von David Allen, der Unsummen damit verdient, in den Büros von Managern ein dauerhaftes Ordnungssystem zu installieren.

Das folgende Kapitel wird allen eine Erleuchtung sein, die schon einmal von einem Verkäufer zu einem sinnlosen Kauf überredet worden sind. Hier geht es um das Phänomen der Entscheidungsmüdigkeit. Mit der Selbstüberwachung (übrigens auch durch eigens mit dieser Idee gegründete Unternehmen) beschäftigt sich das fünfte Kapitel. Dass sich der Wille trainieren lässt, verrät uns das sechste Kapitel. Am besten geht das in Gruppen und durch Anleitung. Experimente beweisen nach Ansicht der Autoren, dass ein solches Training tatsächlich nachhaltige Ergebnisse liefert.

Selbstdisziplinierte Menschen automatisieren ihr Verhalten und benötigen deshalb kaum noch Willenskraft dafür. Das verrät uns das siebte Kapitel. Dort lernen wir außerdem, dass enges, konkretes und gegenwartsbezogenes Denken die Selbstdisziplin beeinträchtigt, während breites, abstraktes und zukunftsbezogenes Denken sie fördert.

Religiöse Bindungen helfen bei der Selbstdisziplinierung, weil man sich durch eine höhere Macht beobachtet fühlt. Sehr vorteilhaft für eine Selbstdisziplinierung sind darüber hinaus Gebete und Meditationen. Insbesondere für Letzteres benötigt man aber zunächst Selbstdisziplin, was wieder auf Anleitungen in Gruppen führt. All das lernt man im achten Kapitel.

Der Kindererziehung widmet sich das vorletzte Kapitel. Da es sich hierbei um eine Fremddisziplinierung handelt, wird man selbstverständlich umso erfolgreicher sein, je mehr man das vorlebt, was man bei Kindern erreichen möchte. Klare Ziele, einfache und überprüfbare Regeln gehören zur Kindererziehung ebenso wie ein einsichtiger Zusammenhang zwischen eventuellen Strafen und den entsprechenden Regelverstößen, lernen wir hier.

Ohne die leidigen Diäten kommt natürlich auch ein Buch über Willensstärke nicht aus. Die Autoren behaupten, dass Übergewicht nichts mit schwachem Willen zu tun hat. Diesen zweifelhaften Schluss ziehen sie daraus, dass diszipliniert eingehaltene Diäten in der Regel nichts bringen, was sie richtig begründen. Das aber sagt doch nur, dass eine blödsinnige Methode auch durch Willensstärke nicht genial wird, keinesfalls aber, dass zwischen Übergewicht und mangelnder Willensstärke kein Zusammenhang besteht.

Am Ende des Buches vermitteln uns die Autoren noch einen "Ausblick", in dem sie ihre Erkenntnisse mehr oder weniger zusammenfassen.
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27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Starker Beginn - schwache Mitte - fader Abgang, 11. April 2012
Das Buch beginnt meiner Meinung nach hochinteressant und fasziniert, durch die aussagekräftigen Studien & teilweise verblüffende Studienergebnisse (Durch die Lektüre dieses Buches sehe ich "Getting things done" von David Allen in einem positiveren Licht, da es sich sehr gut eignet, Disziplin durch die Umsetzung einer stringenten Struktur zu verbessern).

Die ersten fünf Kapitel sind einfach nachzuvollziehen und sehr kurzweilig und lebensnah geschrieben, echt prima. Ab Kapitel sechs wird dies allerdings schon weniger - die Beispiele von Extremsportler David Blaine sind zwar interessant, aber nur begrenzt in den Alltag zu transferieren - und die Kapitel 7, 8 & 9 sind für mich eine große Enttäuschung. Die Kapitel sind für mich absolut ohne Erkenntnisgewinn oder irgendeinen erkennbaren Mehrwert.

Das letzte Kapitel bietet nochmal eine gute Zusammenfassung, mit handfesten Tipps und einfachen Hinweisen:
- Setzen Sie sich Deadlines!
- Akzeptieren Sie Ihre Grenzen (Setzen Sie Prioritäten)!
- Beachten Sie körperliche Symptome von Ego-Erschöpfung!
- Erstellen Sie sich to-do Listen!
- Vorsicht vor der Planungsfalle!
- Denken Sie daran, die Socken zu wechseln (Setzen die verfügbaren Willensressourcen bewusst ein)!
- Konsequentes Nichtstun als Alternative zur Arbeit!
- Behalten Sie sich im Auge (Kontrollieren Sie sich selbst regelmässig)!
- Belohnen Sie sich oft!

Alles in allem ein gelungenes Buch, das auch einige Schlüssel zu dem avisierten größeren Genuss der Lebenszeit (S. 298) bietet - allerdings auch einige (sehr) langweilige und redundante Passagen für den Leser bereithält. In diesen Kapiteln ist das Ziel der Autoren vielleicht, unsere Selbstbeherrschung zu trainieren? ;-)
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61 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Den Willen stärken, um seine Ziele zu erreichen, 16. Januar 2012
Von 
Falk Müller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Viele unserer persönlichen und gesellschaftlichen Probleme hängen mit mangelnder Selbstdisziplin zusammen: zwanghafter Konsum, Verschuldung, Alkoholmißbrauch, ungesunde Ernährung, mangelnde sportliche Betätigung usw. Trotzdem steht die Disziplin als Tugend nicht sehr hoch im Kurs. Bei einer weltweiten Befragung von 2 Mio Menschen wurde sie als positive Eigenschaft am seltensten genannt. Dafür stand sie bei den eingestandenen Schwächen ganz oben. Mit dieser offensichtlichen Diskrepanz zwischen der Bedeutung von Disziplin und dem geringen Stellenwert, welche man ihr im Gegensatz zu solchen Eigenschaften wie Selbstbewusstsein oder Kreaktivität beimisst, beschäftigt sich das Buch. Darüber hinaus zeigt es Wege auf, wie man seine eigene Disziplin, seine Willenskraft verbessern kann.

Ein Aspekt ist z.B. die Focussierung auf eine bestimmte Sache. Am Anfang eines Jahres haben viele Menschen eine Liste guter Vorsätze: mehr Sport, weniger Essen, weniger Geld ausgeben, mehr Freitzeitaktivitäten. Kurze Zeit später wollen sie nicht mehr daran erinnert werden. Doch das liegt nicht am mangelnden Willen, sondern an der Liste selbst. Alles gleichzeitig anzugehen erfordert nämlich einen übermenschlichen Willen, und den hat niemand.

Fazit: Das Buch ist nicht immer einfach zu lesen. Die Autoren überhäufen den Leser oft mit ihren angeführten Studien, Fallbeispielen und Experimenten, so dass dabei manchmal die beabsichtigte Aussage etwas verloren geht. (deshalb 1 Stern weniger) Gleichwohl enthält das Buch, gerade durch manch anschauliches Beispiel, genug Denkanstösse um über die eigene Selbstdisziplin nachzudenken und vor allem, wie man sie verbessern und stärken kann.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessantes und hilfreiches Buch, 14. März 2013
Wer hier einen typischen Ratgeber sucht, der von Check-Listen oder Fragestellungen, die man noch während des Lesens beantworten muss, der sucht vergebens.
Dieses Werk ist viel mehr.
Es verzichtet komplett auf typische Ratgeber-Merkmale (eben solche Checklisten etc.) und vermittelt dem Leser vielmehr anhand interessanter Geschichten aus dem Bereich der Forschung das Thema der Disziplin.
Was ist Disziplin und wie wird sie gestärkt?
Was schwächt Disziplin und warum sind wir unkonzentriert?
Warum können wir uns manchmal nur so schwer entscheiden?
All diesen Fragen geht das Buch auf den Grund.
Dabei wirkt es zwar wie ein Forschungsbericht, ohne jedoch langweilig zu werden.
Ich habe das Buch verschlungen und hatte oft ein "Aha-Erlebnis".
Wirklich interessant.
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28 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Idee gut - Buch ungenügend, 23. Februar 2012
Mit viel Freude auf das Buch war der hohe Preis erst einmal kein Thema. Leider wurden die Erwartungen die der Titel und die Einleitung wecken bei mir null erfüllt. Das Buch beginnt schon einmal mit einer Seitenlangen Abhandlung zum Thema, die ermüdet und redundant erklärt dass Selbstdiziplin wichtig ist. Welche Neuigkeit...
Weiter wird völlig zu Unrecht auf die Sozialwissenschaft eingedroschen, weil diese das Thema angeblich für weniger relevant hält und sowieso nur so liberalen Selbsterfüllungs-Quatsch predigt (so las ich es zwischen den Zeilen). Hier gehen die Autoren sparsam mit Quellen um. Ich denke diese Seitenlange selbstbeweihräucherung der eigenen Disziplin, die ach so nützlich ist, steht eigentlich dem Buchinhalt entgegen. Denn die Autoren lehnen die Pflege eines Ego eher ab (oder doch nicht?).
Dann wird über viele, viele Seiten beschrieben was viele, viele Studien angeblich gezeigt haben: Selbstdiziplin ist gut und wenig Selbstdiziplin schlecht. Allerdings werden die Kategorien hier nicht hinterfragt. Ist wirtschaftlicher Erfolg unbedingt eine positive Kategorie für alle Menschen? Ich denke nicht. Auch wenn man weniger Selbstdiziplin hat, kann man glücklich sein. Die Autoren denken das wohl nicht...

Aber gut, ich selbst denke auch positiv über Selbstdisziplin. Leider ist man bis zu den letzten Seite eine echte Anleitung schuldig geblieben. Was kann der Leser nun tun um diese nachhaltig zu verbessern, wie in der Einleitung noch versprochen wird? Offenbar muss man sich das dann selbst beantworten. Wer hier eine nützliche Alltagsanleitung sucht wird sie nicht finden, sondern nur etwas Frust beim Lesen.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "...raffinierte Experimente, kluge Ratschläge und tiefer Einblick in das Menschsein..." St. Pinker The New York Times, 24. Februar 2012
Von 
Bookmark - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Ich habe lange hin und her überlegt, ob das Buch nun gut oder nicht
so gut gelungen ist. Ob der Titel passt, der Inhalt etwas bringt?
Ich sage: ja! Natürlich hatte auch ich erwartet, dass dort ordentlich,
an Hand von hübschen Punkten, die Lösung meiner latenten Disziplinprobleme
aufgelistet ist. Dann war ich mit dem Buch durch und nix mit hübschen Punkten.
Trotzdem oder gerade deswegen ist es ein wirklich gutes und unheimlich spannendes Buch.
Es liest sich wie ein richtig guter Krimi und ist eben nicht der klassische Ratgeber.
An Hand vieler interessanter Experimente wird die "Macht der Disziplin" in verschiedenen
Lebensbereichen (Kindererziehung, Diäten, Studium/Schule, Job, Alkoholikern, ...)
veranschaulicht.
Und genau an dieser Stelle kann man sich dann ganz für sich alleine die passenden
Tips und Tricks rausfiltern. Warum hat man da oder dort ein Problem und ich war
oft überrascht, dass die Lösung des Problems an einer ganz anderen Stelle liegt.
Erstaunlich fand ich die Ausführungen wann z.B. verurteilte Straftäter
ganz schlechte Karten haben, wenn es um eine vorzeitige Haftentlassung geht oder
das Kapitel über die Selbstdisziplinierung des David Blaine (der Mann, der
sich in einen riesigen Eisblock einschließen ließ). Oder Sie könne nachlesen,
warum Sie oft einen Ohrwurm über den Tag nicht wieder loswerden. Ein wirklich
amüsantes und kurzweiliges Buch, dass durchaus Lösungen aufzeigt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Steter Tropfen höhlt den Stein, 12. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Macht der Disziplin: Wie wir unseren Willen trainieren können (Taschenbuch)
Experimente, Untersuchungen, Studien, Nachweise, Begründungen, Theorien-Widerlegung, wenn und aber, hin und her, Testgedöhns um Binsenweisheiten, Diätfirlefanz seitenweise, ja sollen wir denn alle mit Mess-Geräten rumlaufen?, my Goodness, kostet das Selbstdisziplin (SD) beim Lesen. Bekomme streckenweise eine sog. Egoerschöpfung und bräuchte einen sog. Selbstregulierungs-Experten.
Da das Thema SD nicht lustfeindlich daherkommen soll, versucht es hier die Populär-Psychologie aber auch unterhaltsam rüberzubringen.
Bleibt einem nur im Auf und Ab interessanter und enervierender Passagen, etwas Nützliches herauszulesen. Für mich bekommt vor allem dieses altmodisch anmutende Sprichwort (s. Headline) einen neuen Glanz.

Ein Projekt verfolgen stärkt die SD (1). Biologisch wichtig ist Glukose (2). Ein klares Ziel ist der erste SD-Schritt. Langfristige Planer fahren besser und vermeiden Sprunghaftigkeit (3). Viele Entscheidungen ermüden den Willen. Man mache sich die Folgen einer Entscheidung klar. Glukose beeinflusst Entscheidungen. Sich Optionen offenhalten schwächt den Willen (4). Für Stimmungs-Shopper gibts unzählige Kontroll-Apps (5). Ein Ausdauerkünstler trainiert sich eine Extrem-Disziplin an (6). Ein Beispiel für den Willen zur SD ist der Entdecker und Forscher H.M. Stanley (7). Glaube und Gemeinschaft haben eine disziplinierende Wirkung (8). Wie stärken Sie ihr Kind? Erst die Leistung, dann das Selbstbewusstsein, nicht umgekehrt. Kinder brauchen disziplinierende Eltern (9). Man quäle sich nicht mit Diäten, sondern ändere seine Gewohnheiten schrittweise (10). Die Last-Minute-Aufschieberitis nimmt zu. Unsere To-Do-Methode muss gegen Versuchungen geregelt sein. SD hat viele Tugenden (11).
1
In der Selbsterschöpfung sind wir nicht mehr Herr unserer selbst, weil der Willensmuskel unter Druck ermüdet, Gefühle, Gedanken, Konflikte und Handlungen werden nicht ausreichend reguliert, dafür werden Emotionen und Bedürfnisse intensiver.
Vor einem näher rückenden Ziel oder einer Prüfung ist die Lust und SD geschwächt, wenn man die Energien falsch verteilt hat. Motivierender Lohn zu gesetzten Zwischenzielen ist deshalb wichtig. Projekte stärken die Willenskraft, bei der wir Gedanken und Gefühle kontrollieren. Entscheidend ist, wie ich mit einem Impuls umgehe, Impulskontrolle, Leistungskontrolle. Bitte nur eine Entscheidung, eine Sache oder einen Vorsatz vornehmen ohne Konkurrenz.
2
Mehr Gewicht dem Bio-Einfluss für den Geist im Körper. Ein Milkshake überwindet die Selbsterschöpfung, Glukose bringt Energie, Fruchtsaft wird in Glukose umgewandelt. Unterzuckerung macht depressiv oder ist schuld, wenn Sie ausrasten. Zucker gibt den Schub, her mit der Schoko, bringt sofort Glukose, Glukose im Griff, Emotionen im Griff, wo ein Wille ist, da ist Glukose (mit diesem Doping gebe ich 4 Sterne statt 3). Keine Aufgaben, keine Besprechung, keine Prüfung ohne Glukose! Disziplin füttern, Glukose, thats it (seitenlang). Doch dann halt, stop!: Zucker als Aufputscher ok, sonst vermeiden, da langfristig negativ.
Zur konstanten SD ist Gemüse gut (kennen wir doch) Olivenöl, Fisch, Obst, Käse, Nüsse, Vollkorn und genug Schlaf (jajaja).
3
Problematischerweise haben aber wir zu viele unabarbeitbare Ziele, die sich ggf. auch noch widersprechen. Wer die langfristige Perspektive verliert, spielt mit der Zukunft, gesundheitlich wie finanziell. Kinder brauchen kurzfristige Ziele, Teenager längerfristige für bessere Leistungen, ältere Schüler sehen einen motivierenden Zusammenhang von täglichen Zielschritten zum Endziel. Monatspläne sind viel effektiver als Tagespläne, da das Leben sich selten an Pläne hält. Lang- oder kurzfristig, grob oder detailliert, beides muss verbunden werden.
Eine unerledigte Aufgabe spukt im Kopf wie ein nicht zu Ende gehörtes Lied, wie ein unvollständiges Wort, der Plan macht den Unterschied. Ein logistisch überforderter Manager ordert David Allen mit seiner Getting-Things-Done-Methode (wurde schon bei mir besprochen). Allen hatte einiges an verschiedenen Jobs und spiritueller Suche hinter sich bis er sein erfolgreiches Ding fand, um unserer Sprunghaftigkeit abzuhelfen: Alles schön in Tagesmappen, 31 für den Monat, 12 Monatsmappen fürs Jahr. Entscheidend ist immer der schriftlich fixierte konkrete magnetische "nächste Schritt".
4
Es zehrt tagsüber einiges an einem, Energie einfordernde Entscheidungsprozesse, deshalb nichts entscheiden in einem aufgedrehten oder erschöpften Zustand, das kann folgenschwer sein.
Man muß sich die Bedeutung einer Entscheidung bewusst machen, wobei die schicksalsträchtige Nachentscheidungsphase die schwerste ist, nach dem Motto: Der Würfel ist gefallen.
Wieviel Bauchgefühl ist in einer Gerichts-Sitzung? (gemeint ist, was die Richter frühstückten). Oder, wer sich nach der Pause (belegte Brote, Obst) begnadigen lassen will, hat bessere Chancen wegen der Glukose-Zufuhr!
Wir halten uns leider gerne Optionen offen, die den Willen schwächen. Beispielsweise sind in NY Partnersuchende durch die größere Auswahl und größeren Ansprüche extrem wählerisch. Ein Anwalt etwa zählt 20 Eigenschaften auf, die seine perfekte Prinzessin haben sollte. Da ist ein Speed-Dating mit 20 Teilnehmern schon effektiver. Soll heißen, wer sein Ideal einfordert bleibt wohl solo.
5
Da Stimmungs-Shopper fehlregulativer sind, können Computer unsere Ausgaben überwachen. Und das Umherschweifen im Web läppert sich beträchtlich, auch dafür gibts längst Smartphone-Selbstregulations-Apps (käme mir blöd vor, die alle aufzuzählen, also auch Kalorien, Fitness, Schlaf usw). Man rechtfertigt sich über Zahlen von Mess-Instrumenten (war zu befürchten). Schick's ins Netz und vergleich dich mit anderen, das motiviert (irrer gehts nicht). Die Software kontrolliert, mahnt und belohnt mich also (in unserer schönen neuen Welt).
6
Ein (fast zwangsgestörter) Ausdauerkünstler beginnt früh zu experimentieren, seine SD über das Normalmaß durch tägliches Üben zu steigern. Er unterzieht sich dann öffentlich der Tortur, eng umgeben von einem riesigen Eisblock, 63 schlaflose Stunden zu verbringen und bricht schließlich unter großen Schmerzen den Rekord. Bei der Arbeit sei er diszipliniert, dafür lässt er sich privat gehen, weil er keinem was beweisen muss. Seine Motivation ist also nur äußerlich.
7
Es herrschten raue Sitten in der Forschergruppe von Henry Morton Stanley im Kongo, die nach dem verschollenen Afrikaforscher Livingstone suchten im Angesicht des Todes (Hunger, Krankheiten). Stanley nutzte die Entbehrungen in der Wildnis zur Willensschulung mit unbezwingbarer Zielstrebigkeit, auch um seinen problematischen Charakter zu disziplinieren. Er schwor den Selbstverpflichtungs-Eid, die Suche unter keinen Umständen aufzugeben. Schon im Armenhaus (wo ihn seine Adoptiveltern übergaben) übte er SD-Techniken ein für härtere Situationen.
So kann man sich etwa einem ablenkungsfreien Internet-Recherche-Pfad verpflichten. Die Selbstverpflichtung (inkl. Bestrafungs-Maßnahme) wird zur Gewohnheit und wirkt sich aufs Innere aus, eine gute eingeschliffene Gewohnheit kostet keine Anstrengung mehr, ein konstantes Lern- oder Arbeitsritual ist langfristig mit geringerem Aufwand produktiver.
In 50 Tagen schrieb Stanley 900 Seiten (=18 S. pro Tag). Er verliebte sich in eine Amerikanerin, beteuerte während der Expedition, du bist mein Traum, mein Halt, doch sie heiratete einen anderen.
Bezug zu etwas Geliebtem, Selbstvergessenheit, Aktivität ist ein geistiger Rettungsanker, der ablenkt vom Leid. Hingabe an die Aufgabe schützt vor Verzweiflung. Wer Ideale hat, besitzt eine gute SD, Stanley meinte, sein wahres Ich ist sein guter Wille und glaubte an seine heilige Aufgabe, dem Sklavenhandel ein Ende zu bereiten.
8
Eric Clapton ruinierte alk- und drogensüchtig sein Leben. Bis er sich einem Gebet hingibt und seinem Willen einer höheren Macht anvertraut. Plötzlich hat er wieder SD und sein Alk-Problem ist gelöst.
Religiös Aktive weisen eine 25% höhere Überlebensquote auf, weil Religion die SD fördert (gesündere Gewohnheiten, soziale Harmonie, Rituale, einheitlichere Ziele).
Die "Anonymen Alkoholiker" erweisen sich als disziplinierend, weil sie mit Maß- und Zielvorgaben arbeiten.
Jugendliche bauen wegen Gruppen-Anerkennung SD auf, weil sich in einem guten Umfeld (gleich einer "höheren Macht") leichter Vorsätze einhalten lassen.
9
Ihr hoffnungslos ungezogenen Kids, habt ihr Probleme mangels Selbstbewusstsein und Selbstliebe? Hier ein neuer Erfolgsschlüssel: Ihr seid intelligent, aber sowas von, ihr bekommt alle einen Preis, applaudiert Euch gegenseitig. Liebt Euch selbst. (Wie angenehm). Der deutlich zunehmende Narzissmus ist eine Folge der Selbstbewusstseins-Bewegung: Man hätte Besseres verdient, ohne eine Gegenleistung zu erbringen. In Wahrheit ist fehlendes Selbstbewusstsein nicht das Problem der meisten und hat gar keinen Zusammenhang mit Umgänglichkeit, Leistung, Erfolg, Ehrlichkeit oder gar Drogen-Vermeidung.
In asiatischen Kulturen ist der ehrgeizige Erziehungs-Stil eine Form der Verehrung. Sie nutzen ihre Begabung besser als Am. und Eu. In den USA stellen sie ein Viertel aller Studenten an Elite-Unis und verdienen später überdurchschnittlich. SD als Fleiß, Ausdauer, Verlässlichkeit. Selbstbewusstsein ist eher ein Gefühl, etwas geleistet zu haben.
Tobsüchtige Kids suchen eigentlich einen disziplinierenden Alles-Wird-Gut-Boss. Eltern müssen angemessen belohnen, bestrafen und knapp, ruhig, konsequent mahnen, das schafft Wohlerzogene. Struktur ist alles, klare Regeln einhalten. Verdiente Wunscherfüllung. Pflichterfüllungs-Punkte sammeln für Vergnügungen. Einmal ungehorsam, Punkt weg. (Früher gabs paar hinter die Ohren). Geld geben macht Sinn bei zusätzlichem Einsatz. Altersabhängige Boni- und Strafen-Verhandlung. Je besser Eltern ihre Kinder kennen bzw. beaufsichtigen, über desto mehr SD verfügen diese. Den SD-Muskel deines Kindes trainieren: Instrument, Gedicht oder EK-Liste lernen, Schimpfworte meiden. Lesen fördert SD, Gewohnheiten ändern bei Routinetätigkeiten, Sport oder Körperhaltungs-Übungen, langfristige Spiele oder gute Video-Spiele, in denen man sich stufenweise hochdiszipliniert.
10
Manchen geht das Maßhalten und der Kontakt zu Körpersignalen verloren. Diäten floppen und floppen, weil sich der Körper gegen diese "Hungersnot" wehrt und Gefühlsunterdrückung zu ungezügelterem essen führt (Orientierungsverlust).
Veränderungen werden allmählich und dauerhaft angestrebt mit kleinen konstanten Schritten ohne locker zu lassen, das ist die Kunst. Vorgänge werden automatisiert: Wenn x passiert, tue ich y. Aufschieben ist besser als sich etwas zu verbieten, besser übermorgen als nie, da ist noch eine lange Vorfreude dabei, und man isst weniger von der Creme brulee. (Mein Tipp: Mit dem Dessert anfangen und sich den Appetit verderben).
11
Studenten sind bekennende Arbeitsvermeider, zumindest in einem Tagesdrittel, und bekommen die Quittung: Deadline verpasst. Letzte-Drücker-Schübe funktionieren nicht, selbstverschuldeter Druck macht krank, da hilft keine Willenskraft.
Es lohnt die Investition, monatlich besser zu werden, 2 -3 ranghöchste Wochenziele abzuarbeiten mit Zeitlimit und Deadline, meist braucht man fast doppelt so lang wie geschätzt. Wenn 2 Std. für eine Aufgabe reserviert sind, bloß nix anderes tun. Die Festlegung des nächsten Schrittes entspannt das Unterbewusstsein (dieser Akt fühlt sich bei mir wenig später so an, als sei der Schritt schon vollzogen). Wir drücken uns prinzipiell um Soll-Aufgaben. Und brauchen die Willenskraft gegen zunehmende raffinierte Versuchungen heute mehr denn je, deshalb: Widerstehen und verschieben, aufgeschoben ist dann oft aufgehoben. Man kann Belohnungs-Deals mit sich machen. Auch positives Feedback motiviert.
Die wissenschaftlichen Autoren, beide Agnostiker, schließen fast religiös anmutend ihr Buch ab:
Letztlich sind Selbstdisziplinierte großzügiger, einsatzfreudiger und gütiger.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch das den Alltag erleichert!, 2. Februar 2012
Ich finde dieses Buch super und habe es vom Anfang bis Ende mit der gleichen Begeisterung gelesen!

Es zeigt anhand von Beispielen und durchgeführter Experimente was Disziplin ist, was Sie beeinflusst
und wie man den ein oder anderen Trick für sich nutzt!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mittel gegen Trägheit, 5. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Günstig, handlich und übersichtlich mit einer gut nachvollziehbaren Struktur. Praxisnahe Experimente und Ratschläge die sich gut umsetzen lassen. Sehr empfehlenswert für alle Disziplininteressierten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut Lesenswert, gerade für Menschen, die oft Entscheidungen treffen müssen, 30. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Auch wenn es typisch amerikanisch ist (viele Verweise auf Feldversuche), so ist die Macht der Disziplin ein Buch, dessen Hinweise man sofort und in vielen Lebenslagen anwenden kann. Es funktioniert im privaten Bereich, bei der Erziehung und im Beruf.
Gerade für Menschen, die oft Entscheidungen Fällen müssen, gibt es nützliche Hinweise und belegt die Weisheit "erst einmal darüber schlafen" mit dem wissenschaftlichen Fundament.
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Die Macht der Disziplin: Wie wir unseren Willen trainieren können
Die Macht der Disziplin: Wie wir unseren Willen trainieren können von John Tierney (Taschenbuch - 17. März 2014)
EUR 9,99
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