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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht nur für Journalisten
Wolf Schneider wendet sich in und mit diesem Buch zwar hauptsächlich an Journalisten, in denen er - wohl zu Recht, er muss es von Berufs wegen wissen - die Sprachverhunzer der Nation sieht; dennoch kann ich es jedem empfehlen, der aktiv mit unserer Sprache zu tun hat.
Mit den ersten Kapiteln habe ich mich ein wenig schwer getan, weil in ihnen für meinen...
Veröffentlicht am 6. Februar 2005 von Regina Karolyi

versus
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Konstruktion des idealen Satzes
Wer über begrenztes sprachliches Talent verfügt, aber dennoch gerne die journalistische Laufbahn (oder ähnliches) einschlagen möchte, findet in Schneiders Buch einige hilfreiche Anleitungen, um einen lesbaren Satz zusammenzuschustern. So wird die Verwendung von Verben ebenso angemahnt wie der Verzicht auf Schachtelsätze. Die einzelnen Kapitel sind...
Veröffentlicht am 16. Januar 2010 von Re-Aktionär


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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Konstruktion des idealen Satzes, 16. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deutsch für Profis: Wege zu gutem Stil (Taschenbuch)
Wer über begrenztes sprachliches Talent verfügt, aber dennoch gerne die journalistische Laufbahn (oder ähnliches) einschlagen möchte, findet in Schneiders Buch einige hilfreiche Anleitungen, um einen lesbaren Satz zusammenzuschustern. So wird die Verwendung von Verben ebenso angemahnt wie der Verzicht auf Schachtelsätze. Die einzelnen Kapitel sind lose miteinander verknüpft; Beziehungen untereinander finden sich nur vereinzelt. Dass sich Schneider generell für einen vorsichtigen Umgang mit dem Kulturgut Sprache ausspricht, ist im Grunde der einzige rote Faden. Besser wäre es gewesen, einen eigenen durchgehenden Text abzudrucken, um die einzelnen "Lektionen" zu veranschaulichen. Auch Übungsaufgaben wären denkbar gewesen. Stattdessen zitiert Schneider munter Beispielssätze aus anderen Werken oder dem journalistischen Alltag (wobei die teilweise mehrere Jahrzehnte alt sind!). Über deren sprachliche Qualität lässt sich zudem vortrefflich streiten. Überhaupt übersieht Schneider meines Erachtens das Wesentliche: Sprache ist keine Sportart, die man mit genug Übung zur Perfektion bringen kann. Es gibt nicht DEN goldenen Weg zum idealen Text. Sprache ist vielfältig und variabel. Entsprechend kann und sollte jeder seinen eigenen Stil finden. Deswegen sind Bücher von Leuten, die einem ihren eigenen Stil aufdrücken wollen, eigentlich komplett überflüssig. Da es aber gerade im journalistischen Bereich doch einige (Handwerks-)"Regeln" zu beachten gibt, ist das Buch gerade für Anfänger eine vorsichtige Empfehlung wert, zumal im Anhang ein umfangreiches Glossar über journalistische Fachausdrücke und eine Übersicht über Wörter, die man nach Ansicht des Autors besser nicht mehr verwendet, abgedruckt ist. Wer kein sprachliches Gefühl besitzt, wird aber auch nach intensivem Studium dieser oder ähnlicher Werke nicht zum Meister seines Faches avancieren. Eine gewisse Begabung ist eben immernoch das A und O. Ob das Buch an sich gut geschrieben ist, halte ich für einigermaßen irrelevant. Hauptsache es erfüllt seinen Zweck. Wie dargelegt tut es das, wobei die Formatierung der Texte das "Lernen" erschwert. Mitunter wirken die Texte mit ihrem Gewusel aus Fett- und Kursivschreibung, Tabellen und Zitaten recht chaotisch. Wirklich lustig fand ich das Buch im Übrigen auch nicht. Ich hatte mir deutlich mehr Biss und/oder Witz erhofft. Bastian Sick ("Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod") ist in dieser Hinsicht ganz klar überlegen.
Fazit: ein schlecht lektoriertes "Lehrbuch" für angehende Journalisten. Ingesamt zu einseitig und endgültig. Erfahrene Journalisten finden hier bestenfalls Denkanstöße, dürften über so manche Forderungen aber amüsiert die Stirn runzeln.
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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht nur für Journalisten, 6. Februar 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deutsch für Profis: Wege zu gutem Stil (Taschenbuch)
Wolf Schneider wendet sich in und mit diesem Buch zwar hauptsächlich an Journalisten, in denen er - wohl zu Recht, er muss es von Berufs wegen wissen - die Sprachverhunzer der Nation sieht; dennoch kann ich es jedem empfehlen, der aktiv mit unserer Sprache zu tun hat.
Mit den ersten Kapiteln habe ich mich ein wenig schwer getan, weil in ihnen für meinen Geschmack zu allgemein und teilweise ausschweifend über die Verfehlungen im Pressebetrieb berichtet wird. Den praktischen Teil hingegen kann ich nur loben; in ihm zeigt Schneider mögliche und gern angesteuerte sprachliche Klippen deutlich auf und bietet Hilfen an. So erkennt man Probleme und Fehler in der eigenen Schreibe und erhält zugleich die Möglichkeit, sie zu beheben. Und wem geht es nicht so, dass er/sie "aus dem Bauch heraus" eine Formulierung meidet oder gar als falsch empfindet, ohne diese Abneigung begründen zu können? Für etliche solche Fälle fand ich Erklärungen in Schneiders Buch: ein gutes Gefühl, zu wissen, dass mein "Sprachgefühl" selten trügt.
Der Hauptteil des Buchs ist m.E. hervorragend gegliedert, und Schneider stellt seine Anliegen logisch und gut verständlich dar.
Auch mir missfielen auf Dauer die Hasstiraden und ständigen Seitenhiebe auf den "Spiegel" - brauchte der Autor das fürs Ego? Dass im Buch selbst ein paar Fehler versteckt sind - wie von einem anderen Rezensenten angemerkt -, erfüllt den Leser unter diesen Umständen tatsächlich mit Schadenfreude.
Da das Buch 1984 erschienen ist, erstaunt mich die Aktualität der aufgezeigten sprachlichen Missstände in der Presse. Die Zeitungszitate aus den 70er und 80er Jahren könnten aus heutigen Blättern stammen. Vielleicht sind die Anglizismen mittlerweile noch grotesker geworden, und die Jugendsprache hat sich ein paar neue Zugpferde gesucht, aber das Buch erscheint mir in keiner Weise veraltet.
Über die Aufzählung von aufgeblähten, falsch verwendeten und unsinnigen Wörtern am Ende des Buchs kann man streiten. Hierbei spielt auch der Geschmack des Schreibenden eine Rolle; Schneider stellt den seinen allzu sehr als "Lehrmeinung" hin.
Wenn man dieses Buch mit kritischem, gesundem Menschenverstand liest, erweist es sich auf jeden Fall als sehr nützlich, manchmal originell und erstaunlich aktuell.
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67 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gegen den Mord an der Sprache, 1. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Deutsch für Profis: Wege zu gutem Stil (Taschenbuch)
Als ich Wolf Schneiders Buch zum ersten mal las, war ich erstaunt und fasziniert zugleich. Es gibt wohl keine vergleichbare Stilfibel auf dem deutschen Büchermarkt, welche so sehr in die Tiefe unserer Sprache und vor allem unseres alltäglichen Sprachgebrauchs geht, wie diese. Schneider schreibt dabei kritisch aber doch stets amüsant, mit einem "Augenzwinkern", wenn wir so wollen. Schon seine Überschriften versprechen dabei eine ganze Menge, was die nachfolgenden Texte noch übertreffen. Unter dem Titel "Wie man gut, interessant und verständlich schreibt" findet der Leser einige äußerst hilfreiche Tips, so zum Beispiel: "Weg mit den Adjektiven", "Bedingtes Lob für kurze Sätze", "Wo verständliches und gutes Deutsch sich trennen", "Volkes Maul ist nicht genug", "Schludereien und Marotten" und viele mehr. Sicherlich, manchmal mag dem Leser das Urteil Schneiders vielleicht hart oder spitzfindig erscheinen, aber es ist immer berechtigt und von äußerster Präzision scharfsinnig plaziert. Denn - wie es auf der ersten Seite nach Karl Kraus heißt: "Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben; man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken"! Dieses Buch ist daher durchweg jedem wärmstens zu empfehlen, der sich im weiten Feld des Schreibens oder, und des Lesens bewegt; es regt wie kein anderes zur kritischen Selbstreflexion im Bereich der deutschen Sprache an; es ist zudem gut, korrekt, interessant, verständlich und sogar lustig geschrieben. Die Standardlektüre deutschen Sprachstiles schlechthin.
[Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.] (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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85 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lieber Reiners als Schneider, 15. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: Deutsch für Profis: Wege zu gutem Stil (Taschenbuch)
Es steht viel Richtiges und viel Gutes in diesem Buch, aber ich muss meine Vorgänger auch in ihrer Kritik bestätigen: Man vermisst die Milde und Unparteilichkeit, die man von einem Fachmann seines Alters erwartet (Schneider schrieb das Buch mit etwa 60). Dass ein Wort wie "argwöhnen" des Teufels sei, nur weil der Spiegel es benutzt, das leuchtet mir auch nach längerem Nachdenken nicht ein.
Schneider reißt, besonders gegen Ende, manches so kurz an, als hätte er die Lust verloren oder eben mal schnell einem drängenden Bedürfnis nachgegeben; der Leser erfährt dabei nicht mehr als aus jedem Duden.
Wer eine Stilkunde sucht, die in jeder Beziehung gründlicher ist und - bei aller Leidenschaft für die deutsche Sprache - stets sachlich bleibt, dem empfehle ich die "Stilkunst" von Ludwig Reiners (bitte nicht mit dem Bändchen "Stilfibel" verwechseln). Wolf Schneider hat daraus viel übernommen, auch da, wo er's nicht angibt. Die "Stilkunst" hält sich nicht nur an die eigenen Regeln, was Schneider bei seinem vergleichsweise schmalen Buch nicht immer gelingt, es ist auch trotz der vielen hundert Seiten eine Kurzweil für jeden Sprachfreund.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutes Basiswissen für Journalisten und alle, die viel schreiben, 20. Mai 2007
Von 
Leseratte (Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deutsch für Profis: Wege zu gutem Stil (Taschenbuch)
Wolf Schneiders Buch ist Pflicht für Journalisten und alle, die - vor allem beruflich - viel schreiben. Systematisch öffnet er die Augen für tägliche Sprachschlampereien, grobe Schnitzer und Fehler, die sich eingeschlichen haben. Praktisch sind auch die Checklisten, zum Beispiel über die Füllwörter, die man besser vermeiden sollte, da sie nichts aussagen. Außerdem gibt s zahlreiche Faustregeln, zum Beispiel zur optimalen Satzlänge.

Allerdings merkt man an den Beispielen, dass der über 80-jährige Wolf Schneider irgendwann in den 70er-Jahren aufgehört hat, zu aktualisieren. Da geistern doch zu viele Zitate von 1971 durch die Gegend, längst in der Versenkung verschwundene Politiker erstehen wieder auf und sogar die "Sowjetunion" erlebt eine Renaissance. Das gibt dem Ganzen doch einen ziemlich verstaubten Eindruck. Schade - Punktabzug.
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32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Standardwerk für alle die schreiben, 9. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Deutsch für Profis: Wege zu gutem Stil (Taschenbuch)
Ein Buch über den richtigen Gebrauch der Deutschen Sprache. Klingt nicht so spannnend, nicht? Ist es aber. Der Autor räumt mit allen alltäglichen Fehlern auf, die selbst Profis von Fernsehen und Zeitung täglich machen. Die Politiker reden oft Unsinn und die Journalisten schreiben ihn dann nach: "Die Mehrheiten waren nicht so, daß sie es zugelassen hätten, die Wahrheit zu sagen." (Egon Bahr)
Zweck dieses Buches ist es, beim Leser (bzw. Schreiber) die Sensibilität für diese schlechten Gebrauch der Sprache zu wecken und ihn dadurch zu einem besseren Stil zu führen. Denn falsch im grammatikalischen Sinne ist schlechter Stil ja nicht, er ist einfach nur schlechte Kommunikation. Dieser Zweck wird erreicht durch Listen mit "verbotenenen" Wörtern, Erklärung des Unterschieds zwischen Haupt- und Schachtelsatzstil und Vorschlägen für verständliches Schreiben.
Ich finde das Buch sehr praktisch und als Ratgeber für das tägliche Schreiben sehr geeignet. Der Autor schreibt in einem sehr lockeren Stil und bietet sehr amüsante Beispiele an. Der beste Beweis für die Qualität dieses Buches ist der ausgezeichnete Stil in dem es geschrieben ist. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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37 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wirklich gut !, 15. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Deutsch für Profis: Wege zu gutem Stil (Taschenbuch)
Das ist das erste Buch dieser Art, das ich gelesen habe, deswegen fehlt mir ja eigentlich der Vergleich und trotzdem behaupte ich, dass es außergewöhnlich gut ist. Wolf Schneider hat sich in diesem Buch vorgenommen, soweit es geht in Regeln zu fassen, was gute Sprache ausmacht - ein ziemlich hoch gestecktest Ziel. Dass er aber weiß wovon er redet, merkt man spätestens, wenn man das Buch nach dem Kauf kurz anlesen will, und sich plötzlich auf Seite 70 wiederfindet. Die verwendete Sprache fließt förmlich dahin, man kann kaum aufhören zu lesen - und das obwohl es sich hier nicht um einen spannenden Roman, sondern um ein Buch zu einem (eigentlich) trockenen intellektuellen Thema handelt.
Es handelt sich bei dem Buch aber nicht um ein Standardwerk, da sich ein solches ja dadurch auszeichnet, möglichst das gesamte Wissen zu einem bestimmten Gebiet zu beinhalten. "Deutsch für Profis" hingegen setzt bereits gewisse Fertigkeit im Umgang mit deutscher Sprache voraus. Hier geht es um Optimierung. Das heißt auch, dass das Buch nicht mit dem General - Kochrezept daherkommt; der persönliche Stil wird durch die Umsetzung der Regeln nicht besonders stark beeinflusst.
Wolf Schneider verhilft mit diesem Buch nicht nur zu besserem Stil, er prangert auch den ständigen Drang von Politiker und Experten (Experten im allgemeinen Sinn) an, nichtsagenden sprachlichen Abfall von sich zu geben. Bei den Politikern mit dem Ziel der Verschleierung, bei den Experten mit dem Ziel der intellektuellen Selbstbefriedigung ("Wow bin ich gut ! 20 Fremdwörter in einem Schachtelsatz mit 10 Ebenen ! Den Satz versteht zwar kein Mensch, aber er horcht sich wirklich wahnsinnig intellektuell an !"). Dass das mal jemand einfach so sagt wie es ist, ist einer der Punkte, die mir an dem Buch persönlich besonders gefallen haben Bei allem Lob gibt es aber auch einiges, das mich stört:
Grundsätzlich muss man bei der Lektüre des Buch im Hinterkopf behalten, dass die deutsche Sprache darin vorwiegend aus der Perspekive des Journalismus betrachtet wird. Nicht alle Regeln sind deshalb generell gültig. Beispiel: Laut Wolf Schneider sollte man so gut es geht auf Adjektive verzichten. Tatsächlich lesen sich Texte um sehr viel flüssiger, wenn der Autor nur dort Adjektive verwendet, wo sie unverzichtbar sind. Wenn wir diese Regel nun vor dem Hintergrund einer anderen "Wissenschaft" betrachten, in der Texte eine sehr wichtige Rolle spielt, nämlich in der Werbung, sieht alles anders aus. Bilder erzeugen gegenüber Text beim Betracher einer Werbung tiefere Gedächtnisspuren. Dieser Effekt ist aber nicht nur auf Bilder selbst beschränkt, sondern wirkt auch, wenn es Sprache schafft, Bilder in unserem Kopf entstehen zu lassen. Das heißt: bildhafte Sprache wirkt besser. Adjektiven fällt bei diesem Verwendungszweck der Sprache also eine ganz andere Rolle zu. Die Kriterien für gutes Deutsch variieren also je nach Verwendungszweck. Dieser wichtige Tatsache wird nie expliziet betont, obwohl es in diesem Buch um gutes Deutsch geht.
Das letzte Kapitel ist eine Zusammenfassung von gängigen "Schludereien und Marotten", also abgedroschenen Floskeln und Modewörtern, die man nicht verwenden sollte. Auch hier kann man einiges dazulernen. Ich war zum Beispiel überrascht, dass mir noch nie aufgefallen ist, dass "Bevölkerung" statt "Volk" eigentlich falsch ist, weil es sich bei der "Bevölkerung" ganz offensichtlich um einen Vorgang handelt. Wirklich erfrischend habe ich gefunden, dass er auch die Kreativität angegriffen hat - oder zumindest die Art, wie dieses Wort heute von Werbeartenturen und ähnlich geartetem verwendet wird. Werbeleute nennen sich selber "die Kreativen", als wäre Kreativität eine digitale Eigenschaft, die nur sie alleine haben und alle andern nicht und haben gleichzeitig eine nur sehr klischeehafte Vorstellung davon, was Kreativität wirklich (im psychologischen Sinne) ausmacht.
Laut Wolf Schneider ist also Kreativität ein Modewort, das statt "Fantasie" oder "Produktivität" verwendet wird.
Das ist aber gleichzeitig ein Beispiel für einen weiteren Kritikpunkt. Diese Aussage stimmt nämlich nicht. Wie Intelligenz lässt sich auch Kreativität schwer definieren, auf jeden Fall beinhaltet sie aber, dass durch die äußere Wahrnehmung viele und starke Assoziationen angeregt werden und auch, dass man die Fähigkeit hat, nicht nur in gesellschaftlich und kulturell geformten Denkschemata zu denken, sondern - wie Picasso es ausgedrückt hat - beiseite zu denken. Diese Definition ist natürlich bei weitem nicht umfassend, aber weder Fantasie noch Produktivität beinhalten alleine diese beiden Eigenschaften. Hier scheint Schneider etwas an Wissen zu fehlen. Selbiges bei "Motivation": laut Schneider als Modewort verwendet, eigentlich ein Vorgang (also andere Variante von Motivierung). Nun ist es aber so, dass ein Menschen immer einen gewissen Grad an "Motiviertheit" hat. Wie hoch dieser ist, hängt z.B. von der Menge von gewissen Neurotransmittern ab, die im Blut rumschwimmt. Hier handelt es sich um einen Zustand. Wie sollten wir diesen bezeichnen, wenn Motivation zusammen mit Motivierung ein Vorgang ist ? Motiviertheitsniveau ?? Stärke der inneren Angetriebenheit ??? Nein, da klingt Motivation schon sehr viel besser und es hat sich auch so eingebürgert und das ist gut so. Von mir aus, "Motivation" wurde in grauer Vorzeit als Vorgang verstanden, aber es gibt eben so etwas wie die Evolution der Sprache. Und die scheint er teilweise ein bisschen zu ignorieren.
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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keep it simple stupid!, 1. Dezember 2001
Von 
H.C.Schgor (Wokingham, Berks United Kingdom) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Deutsch für Profis: Wege zu gutem Stil (Taschenbuch)
Nach 30 Jahren im Ausland und einer fremden Sprachen in allen Aspekten des Alltags, hatte ich mich oft gewundert, warum ich so manches in deutschsprachigen Zeitschriften weder zu schaetzen wusste noch verstehen konnte. Ich hatte die deutsche Liebe zur banalen Kompliziertheit fast voll vergessen. Als ich dann vom Deutschen ins Englische zu uebersetzen begann, musste ich viele Saetze erst in muehsamer Arbeit zerpfluecken, ums sie ueberhaupt zu verstehen. Dann, nach der Uebersetzung war ich oft ueberrascht, wie einfach die Sache eigentlich war.So beschloss ich, mir eine Stilfibel oder etwas aehnliches anzuschaffen, um meinen Stil zu verbessern, d.h. dem in deutschen Zeitungen etc ueblichen anzunaehern. So kaufte ich dieses Buch und verschlang es mit Heisshunger. Die Worte meines Deutschlehrers klangen mir ploetzlich wieder im Ohr. Er war immer dafuer, alle Aussagen einfach zu halten, und bemaengelte das Schwelgen in der Grossartigkeit. Der Author dieses Buches muss bei ihm in die Schule gegangen sein. Es war erfrischend, seine Ansichten zu lesen, und sein Kommentar hat mich zum Denken angeregt. Meine Zusammenfassung in englischer Sprache ist das, was er kurz gefasst empfiehlt, und was mir ein viel spaeterer Lehrer Jahre nach meinem Deutschlehrer erneut beigebracht hat. Fuer mich war das Buch nicht nur sehr wertvoll, es las sich auch sehr leicht, und ich habe es in einigen wenigen Tagen durchstudiert. Ich empfehle es jedem, der an seinem Stil herumfeilen will.
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37 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gemischte Gefühle, 19. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Deutsch für Profis: Wege zu gutem Stil (Taschenbuch)
Wolf Schneider hat in diesem Buch versucht darzulegen, wie man gut, interessant und gleichzeitig korrekt schreiben kann. Dieser Versuch ist ihm über weite Strecken sehr gut gelungen, so daß ich das Buch jedem empfehlen kann, der Lust hat, seinen Schreibstil zu verbessern. So wird u. a. auf lästige Anglizismen wie »Technologie« oder »Administration« aufmerksam gemacht.
Gerade hier liegen allerdings auch die Schwächen des Buches. Man sollte sich sehr wohl Gedanken darüber machen, welche Wörter man benutzt; man kann hier gerne auch spitzfindig sein. Wenn man dies aber tut, dann sollten Sätze wie »Die allerdümmsten Lieblingswörter der Illustrierten und der Yellow Press« nicht auftauchen (S. 238). Die »dümmsten Lieblingswörter« scheinen hier nicht mehr auszureichen, sondern es müssen die allerdümmsten sein - ein Fehler, auf den vorher mit großer Deutlichkeit eingegangen wurde. Zusätzlich wäre es kein Problem, den Anglizismus zu umgehen.
Zusätzlich treten im Buch einige Satzfehler auf, die nicht auftreten müßten. Wenn man explizit schreibt, daß in manchen Wörtern mehr Buchstaben stehen, als zur Widergabe notwendig sind, dann sollte man nicht das Wort »though« und als Lautwert »thru« schreiben (S. 149). Zusätzlich ist es schon sehr peinlich, wenn die Bibel falsch zitiert wird: »Im Anfangs war das Wort ...« Und das gleich zweimal (S. 74).
Man mag argumentieren, daß es sich um Spitzfindigkeiten handle und das wird auch stimmen. Aber wenn der Autor (zu recht) spitzfindig ist, dann darf es der Leser auch sein und sich dran stören.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Teilweise pedantische Analyse, trotzdem exzellent!, 30. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Deutsch für Profis: Wege zu gutem Stil (Taschenbuch)
Meine Motivation das Buch zu lesen: Verbesserung des eigenen Schreibstils beim Verfassen wissenschaftlicher Texte im Bereich Wirtschaftsinformatik.
Das Buch hat meine Aufmerksamkeit und Sensibilität für Stil und Sprache deutlich gesteigert. Es ist erstaunlich, mit welcher Präzision der Autor bei der Identifikation von schlechtem Stil oder falschem Deutsch zu Werke geht. Gelegentlich fällt der Leser kleineren Lachern anheim, da der Autor wirklich witzige Beispiele schlechten Stils anführt.
Was mir nicht so gut gefallen hat:
- Die wiederholte Rumhackerei auf der Zeitschrift "Spiegel" nervt nach einer gewissen Zeit.
- Die Textanalyse des Autors setzt teilweise ein extrem hohes Maß an grammatikalischer Kompetenz voraus.
- Die angeführten Beispiele schlechten Stils sind für mein Veständnis sehr oft zu fein und zu pedantisch analysiert. Wenn sich der Leser nach der Lektüre dieses Buches zunächst nicht mehr traut, einen ganz normalen Satz zu formulieren, dann hat der Autor meines Erachtens sein Ziel verfehlt. Hier wäre eine weniger aggressive Grundstimmung zielführender gewesen als ständig den "Rächer des guten Stils" zu geben. Die Leser sollten "Spaß" und nicht "Angst" mit Text und Sprache assoziieren.
- Der Autor legt teilweise willkürlich fest was "gut" und was "böse" ist. Der Gipfel der Willkür findet sich auf Seite 173. Dort empfiehlt er kurzerhand einen Verstoß gegen die Schulgrammatik.
- Die Regeln guten Stils, z.B. "mehr Verben" oder "mehr handelnde Menschen" lassen sich nicht auf alle Literaturgattungen übertragen. Wenn ich bespielsweise die Architektur und das Datenmodell eines Informationssystems beschreibe, dann lässt sich da mit "Verben" und "handelnden Personen" nicht viel machen.
- Es ist leider unmöglich, alle Hinweise und Tipps, die der Autor gibt, in die tägliche Praxis umzusetzen. Dafür müsste man sich für jeden Satz drei Stunden Zeit nehmen.
Trotz der angeführten negativen Aspekte kann und will ich dieses Buch jedem empfehlen, der sich für Text und Sprache interessiert. Erst recht jenen, die beruflich in großem Umfang Texte verfassen. Das Buch sensibilisiert und hat mir den Zugang zu einer bislang unbekannten Dimension in Text und Sprache eröffnet.
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Deutsch für Profis: Wege zu gutem Stil
Deutsch für Profis: Wege zu gutem Stil von Wolf Schneider (Taschenbuch - 2001)
EUR 8,95
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