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Kundenrezensionen

41
4,2 von 5 Sternen
Meine letzte Stunde: Ein Tag hat viele Leben
Format: TaschenbuchÄndern
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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Es ist schon ein ganz besonderes Thema "Meine letzte Stunde" und ich hatte auch noch nie ein Buch gelesen, dass so offen mit diesem Thema umgeht.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert:

Die Endlichkeit des Seins

Die Möglichkeit des Lebens

und

Ein Besuch Deiner letzten Stunde

Ich gebe zu mit dem letzten Teil des Buches begonnen zu haben. Was mir der Autor da zumutet ist zwar ein freundschftlicher, aber doch auch sehr unbequemer Ton. "Lebenslügen" soll ich fallen lassen sagt Andreas Salcher. Wer bereit ist dem Autor in diesem Buch zu folgen der wird eine Reise zu sich selbst antreten. Salcher reist von der letzten Stunde mitten in unser Leben und er macht uns klar wie wichtig es ist viel öfter in unserem Leben die Qualitätsfrage zu stellen. Also, was siegt in aller Regelmäßigkeit in Ihrem Leben:

Undankbarkeit oder Dankbarkeit ?

Wegschauen oder Hinschauen ?

Angst will der Autor mit seinem Thema nicht verbreiten, jedoch den nötigen Respekt sollten wir diesem persönlichen Thema und unserem eigenen Leben schon entgegenbringen. Nach Meinung von Andreas Salcher wird dann die "letzte Stunde" nicht von Finsternis dominiert werden, im Gegensatz zu unserer ersten Stunde.

Nachdem ich den dritten Teil gelesen hatte, las ich dann auch die ersten beiden. Auch hier geht es nicht etwa um Tod und Sterben, es geht um Dein und mein Leben.

Übrigens - sollten beim lesen Fragen entstehen, notieren Sie sich diese. Der Autor verrät seine Mailadresse und wartet auf Ihre Post.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Oktober 2010
Der bekannte österreichische Unternehmensberater und Autor zahlreicher auch in Deutschland sehr erfolgreicher Bücher hat sich in seinem neuen Buch an ein Thema gewagt, das von den meisten Menschen verdrängt wird, mit dem sie sich deshalb auch nie beschäftigen und das sie dann, wenn es so weit ist, mit einer Wucht trifft, auf die sie nicht vorbereitet sind, und der sie meistens nicht standhalten können.

Ein Ausspruch von Marc Aurel ist ihm bei diesem Buch über "Meine letzte Stunde" zum Leitmotiv geworden: "Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben."

Bei den unzähligen Beerdigungen und Trauerfeiern und bei den ihnen vorausgehenden nicht selten stundenlangen Gesprächen mit den Hinterbliebenen, die ich in meinem langen Berufsleben als Pfarrer und Seelsorger geführt habe, ist mir oft bewusst geworden, wenn ich die Lebensgeschichte hörte, dass jener Satz zutrifft, der da sagt: "Alle Menschen werden als Original geboren, die meisten sterben als Kopie."

Salcher hat sich ausführlich und bis in Tiefen seiner eigenen Seele und Persönlichkeit mit diesem Thema befasst. Es ist ein flammendes und lebendiges Plädoyer dafür, die Unachtsamkeit gegenüber unserem eigenen Leben aufzugeben, es endlich wertzuschätzen und sich dann eben auch mit seinem Ende auseinanderzusetzen. "Machen Sie sich die letzte Stunde zum Freund, anstatt ihr unvorbereitet als Fremder zu begegnen."

Ein wunderbares, ein ehrliches Buch, das mehr transportiert als die meisten religiösen Ratgeber zu diesem Thema. Als ev. Theologe kann ich allen Menschen, die sich diesem auch in ihrem Leben unterbelichteten Thema vorsichtig und behutsam nähern wollen, allen Menschen, die ihr Leben mehr achten und wertschätzen wollen und dann auch glücklicher leben können, dieses Buch nur ans Herz legen.
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Oktober 2010
Es ist ein sehr persönliches Buch. Und das macht es zu etwas Besonderem.
Andreas Salcher schreibt, dass es eines der größten Geschenke ist, sich zu öffnen und andere an den eigenen tatsächlichen Befindlichkeiten, Ängsten und Gefühlen teilhaben zu lassen. Dies ermöglicht eine Begegnung abseits von Oberflächlichkeiten und eine Auseinandersetzung in einer Tiefe und Qualität, die uns verbinden kann. Und dieses Geschenk macht uns Andreas Salcher.

Durch seine persönliche Offenheit wird eine Tür geöffnet. Wir erkennen, dass auch nach außen hin sehr erfolgreiche und glückliche Menschen Ängste und Sorgen haben, dass auch sie mit ihrer Endlichkeit hadern, Angst vor dem Tod haben und sich die Sinnfrage stellen. In einer Zeit des hohen gesellschaftlichen Erfolgsdrucks, des Multitaskings in Beruf und Privatleben und der Anforderungen des Ich-Marketings tut es gut, über Themen, die wir gerne vor anderen verbergen, zu lesen. Und zu erkennen, dass jeder Mensch auch diese dunkle, ängstliche und nachdenkliche Seite in sich trägt.
Natürlich gehen wir alle anders damit um. Andreas Salcher gibt anhand von Lebenswegen einzelner Personen, von Modellen, Erkenntnissen und Zitaten weiser Menschen und anhand seines eigenen Umgangs mit den Themen Endlichkeit und Sinn unseres Lebens, Ideen und Anregungen.
Dabei ist seine persönliche Annäherung eine rational-logische. Er bietet nützliche Fragen, Stufenmodelle und Methoden an, wie man für sich seinen persönlichen Lebenssinn und seine Lebensaufgabe finden, wie man seine Beziehungen zu anderen Menschen achtsamer und in höherer Qualität gestalten und wie man dies alles authentisch auch im Alltag umsetzen kann. Andreas Salcher macht uns ein Angebot und ein Geschenk, es geht nicht um den drohenden erhobenen Zeigefinger oder um oberlehrerhafte Belehrungen. Was wir daraus machen oder was wir uns davon mitnehmen, ist unsere Sache und Verantwortung.

Das Buch hat mich sehr berührt, es wirkt auf mich sehr ehrlich und authentisch und macht die Veränderung, die Andreas Salcher durchlebt hat, spürbar. Diese Ehrlichkeit bewirkt auch beim Leser eine Öffnung und eine Konfrontation mit dem eigenen Weg. In diesem Sinne: "Gibt es ein Leben vor dem Tod?"
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46 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. Oktober 2010
Viele Menschen werden erst dann lebendig, wenn ihnen die eigene Endlichkeit durch einen Unfall oder eine medizinische Diagnose drastisch vor Augen geführt wird. Fragen über den Sinn des eigenen Lebens und Ängste, die wir sonst leichtfertig vor uns her schieben, ohne uns wirklich damit zu beschäftigen, werden dadurch ans Tageslicht gebracht.
Mit dem Buch ermöglicht Andreas Salcher dem Leser, sich auf die eigene letzte Stunde einzulassen, auch ohne und vor allem vor einem entsprechenden Nahtod-Erlebnis. Die Beschäftigung mit der eigenen Endlichkeit führt unweigerlich zur ganz persönlichen Auseinandersetzung mit dem Sinn im Leben. Andreas Salcher bietet mit Hilfe von Geschichten konkreter Personen und der Fokussierung auf die wesentlichen Themen des Lebens ganz pragmatische Hilfen für den Leser an, das eigene restliche Leben nachhaltig erfüllend zu gestalten. Was bleibt uns in der letzten Stunde dieses Lebens? Die persönlichen Beziehungen zu Menschen, die bereit sind zuzuhören, wenn Ängste und Sorgen über Hand nehmen, die Achtsamkeit, mit der wir durch jeden Tag gehen und die Dankbarkeit für die Geschenke, die liebevollen Worte und Gesten gehören dazu.

Der Autor zeigt Lösungsideen für ein sinnerfülltes Leben auf, ohne die üblichen Idealbilder (reich, mächtig und schön um jeden Preis oder frei werden von allen Bedürfnissen), die oft unerreichbar wirken, zu strapazieren, indem er betont, dass auch kleine Veränderungen die eigene Lebensqualität erhöhen und dass es dafür nie zu spät und auch nicht zu früh sein kann.

Andreas Salcher gelang es, mich mit diesem Buch aufzurütteln und persönlich zu berühren. Die von ihm gewählten Geschichten und Modelle stellen, wie ein Brennglas, einige wenige, sehr konkrete Aspekte des eigenen Lebens in den Mittelpunkt.

Ich fühle mich durch das Buch sensibilisiert, meine Aufmerksamkeit und Zeit bewusst einzusetzen, so dass ich mit heutigem Erkenntnisstand in meiner letzten Stunde zufrieden sein kann, weil ich meine Welt mit gestaltet und meine Talente bestmöglich eingesetzt habe.

Dr. Günter Rattay
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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. März 2011
Zuerst mal: Dieses Buch hat viele meiner Mitrezensenten tief berührt, und das möchte ich keinesfalls in Abrede stellen. Auf mich hatte es diesen Effekt nicht, und das könnte auch damit zusammenhängen, dass es mir mit Mitte 30 noch recht leicht fällt, die angesprochene Problematik zu verdrängen. Vielleicht wäre meine Reaktion zu einem späteren Zeitpunkt eine andere gewesen.

Dennoch kann ich zwei Dinge klar benennen, die mich gestört haben:

1) Schreibstil. Der Autor bedient sich sehr frei aus anderen Quellen, und reichert das Buch mit einer Vielzahl von persönlichen Anekdoten und Geschichten aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis an. Oft lässt sich nicht entscheiden, ob ein Gedanke vom Autor selbst kommt oder woanders aufgegriffen wurde, ob das beschriebene Ereignis wirklich passiert ist oder lediglich als Parabel dienen soll ("urban myths" lassen grüßen). Dementsprechend liest sich das Buch in vielen Kapiteln fast wie ein innerer Monolog, dem aus meiner Sicht eine klare Struktur und Progression fehlt.

2) Grundgedanke. Der Autor bezeichnet sein Werk als "kein Buch über den Tod, sondern über das Leben". Er geht davon aus, dass es zum Zeitpunkt der "letzten Stunde" das größte Anliegen eines jeden Menschen ist, die Sinnhaftigkeit seines Lebens zu beurteilen. Kann man nach Rückschau auf all seine irdischen Jahre ein positives Fazit fällen, so hat man einen friedlichen Tod (und leider auch andersherum). Insofern schlägt der Autor vor, die "letzte Stunde" als Kompass für alle größeren und kleineren Lebensentscheidungen zu wählen, so dass man sich am Ende "sicher" sein kann, alles richtig gemacht zu haben.

Ohne jemals einen sterbenden Menschen begleitet zu haben, scheint mir dieser Grundgedanke dennoch falsch. Ich denke, es gibt viele Gründe, warum selbst ein Mensch mit einem subjektiv sinnerfüllten Leben einen schweren Tod sterben kann, und warum auch ein Mensch, der sich immer vor den großen Fragen gedrückt hat, dies bis zum bitteren Ende durchziehen kann und friedvoll stirbt.

Mir scheint es auch fragwürdig, ob man sich im Alltagsleben ständig in die (hoffentlich) noch weit entfernte Situation des eigenen Todes hineindenken sollte, und ob es als Sterbender wirklich gut ist, sich mit den Krisen und Triumphen seines Vorlebens zu befassen. In beiden Fällen macht es doch mehr Sinn, die Gegenwart mit jeder Faser seines Körpers zu erleben und wahrzunehmen, wie dieser einzigartige Moment den eigenen Geist zum Schwingen bringt (ganz egal ob der Tod noch Jahrzehnte oder nur Sekunden entfernt ist), anstatt sich mit Gedanken an Zukunft oder Vergangenheit abzulenken!

Es mag sein, dass der Ratschlag des Autors in der Praxis zu ähnlichen Ergebnissen führt wie die von mir vorgeschlagene Sichtweise, aber letztere scheint mir intuitiver und weniger verkopft. Man merkt dem Autor an, dass er sich in sehr erfolgsorientierten Kreisen bewegt, wo Karriere zwar nicht alles ist, die eigene Selbstverwirklichung und persönliche Weiterentwicklung aber nicht minder akribisch geplant wird als das berufliche Fortkommen. Langfristige Zielsetzungen und fokussierte Arbeit an deren Verwirklichung scheinen eine Grundvoraussetzung um "der beste Mensch zu werden, der man mit seinen Anlagen sein kann" (Zitat aus dem Buch), und dem Tod dann ruhigen Auges ins Antlitz blicken zu können.

Vielleicht ist es ja gar nicht so kompliziert, vielleicht sind wir ja alle schon jetzt soweit... Nur wir realisieren es einfach nicht, weil wir zu beschäftigt damit sind, vergebenen Chancen nachzutrauern, oder für die Zukunft Besserung zu geloben?

Auch wenn der Gedankengang des Autors mich nicht wirklich angesprochen hat, so hat mich die Lektüre des Buches dennoch dazu angeregt, mich auf eigene Weise mit dem Thema zu beschäftigen und zu neuen Einsichten zu kommen. Das sehe ich auch als Verdienst des Buches an, deswegen drei statt zwei Sterne!
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TOP 50 REZENSENTam 28. November 2010
Mit Menschen, die sehr real mit der Möglichkeit des Todes konfrontiert sind, geschieht etwas Seltsames: Auf einmal verlieren die weit in der Zukunft liegenden Ziele an Bedeutung, Dinge wie Karriere, Haus oder Urlaub werden fast bedeutungslos. Dafür richtet sich der Blick auf geliebte Menschen, auf die Frage, ob man ihnen genug gegeben hat. Es ändert sich auch die Wahrnehung der Natur. Es gibt eine große Sehnsucht nach Licht und Sonne. Die Schönheit eines Baumes, der Duft einer Blume erwachen plötzlich wieder zum Leben.

Warum bedarf es der Bedrohung des eigenen Lebens, ehe Menschen Zugang zu ihren inneren Möglichkeiten finden? Von Chancen und Möglichkeiten, die uns das Leben eröffnet, und die wir aus Angst nicht ergreifen, oder aus Unachtsamkeit nicht erkennen, handelt das Buch.

Niemand wird uns je fragen, warum aus uns kein Gandhi oder Mandela geworden ist. Die Frage lautet vielmehr: Bist du der bestmögliche Mensch geworden, der du mit deinen Anlagen werden konntest? Das Leben bietet jedem die Möglichkeit, menschlich Herausragendes zu leisten. Der Autor nennt im Buch das Beispiel der Krankenschwester - ihre Freundlichkeit, ihr Einfühlungsvermögen ist entscheidend, dass wir uns ein bißchen besser fühlen, wenn es uns schlecht geht. Ihr Verhalten entscheidet darüber, ob alte oder kranke Menschen zumindest ein schönes Erlebnis am Tag haben.

Jedes Talent ist auch eine innere Verpflichtung. Ein nicht genutztes Talent ist ein verlorenes Talent. Etwas versucht zu haben, und damit zu scheitern, ist sicher eine bittere Erfahrung. Aber Verrat am eigenen Leben ist es, wenn man nicht einmal etwas riskiert hat, wenn man einen Lebenstraum aus Feigheit und Angst unwiderruflich verpasst hat.

Fazit: Das Buch ist eine Ermutigung, die Chancen die das Leben bietet, bewusster zu erkennen und zu nutzen - damit man in seiner letzten Stunde auf ein erfülltes Leben zurückblicken kann. Denn den Tod können wir nicht beeinflussen, aber die vielen Stunden davor!
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Nicht mehr weit bis Weihnachten. Aber erst muss der trostloseste von allen Monaten, der November, durchgestanden werden. Depri-Wetter und Depri-Feiertage. Zeit um über die Endlichkeit nachzudenken, Zeit für dieses Buch?Andreas Salcher will mit seinem Buch "Meine letzte Stunde - Ein Tag hat viele Leben" Anregungen geben, wie wir ein Leben führen können, mit dem wir auch noch an unserem letzten Tag zufrieden sein können und mit dem Gefühl sterben können, das unser Leben sinnvoll war und wir uns in das Unvermeidliche einfügen können, ohne Panik, dass nun alles zu spät ist und wir unser Leben vergeudet haben. Salcher betont, dass es ihm nicht um Todessehnsucht geht, obwohl er Österreicher ist und ein Witz besagt, dass Wiener, wenn sie einen Leichenwagen sehen, rufen würden: "Hallo Taxi!". Nein, ganz im Gegenteil, dieses Buch ist nicht morbide, sondern ein Appell daran, das Leben zu bejahen. Carpe diem sei kein Aufruf zum grenzenlosen Hedonismus, da dieser nie ausreichen würde, um Menschen auszufüllen, so Salcher. Statt dessen will der Autor uns die Chance bieten, die Charles Dickens seinem selbstherrlichen Scrooge gegeben hat: die Möglichkeit unser Leben zu ändern, so lange es noch nicht zu spät ist. Das Beispiel von Dickens Weihnachtsmärchen verwendet Salcher eben so wie zahlreiche weitere, sehr treffend ausgewählte, Zitate von J. K. Rowling, Hermann Hesse, Akira Kurosawa oder Christoph Schlingensief. Letzterer starb noch vor seinem 50. Geburtstag an Krebs. Und ist die Diagnose Krebs nutzt Salcher auch oft in diesem Buch, weil sie Menschen zwingt ihre Endlichkeit schlagartig zu akzeptieren und sich Sinnfragen zu stellen.

Mitunter sind mir einige Passagen des Buches etwas zu schwülstig, zu sehr Kleiner-Prinz und Paulo Coelho. Überwiegend konnte ich Salchers Worten aber viele interessante, hilfreiche und tröstliche Gedanken entnehmen. Das beigelegte Maßband mit den 100 Lebensjahren und einige Passagen sind schon sehr unangenehm, das völlige Gegenteil vom Heilsversprechen, dass jeder alles erreichen kann und ewig leben wird und sei es nur im Jenseits. Salcher hat sich mit streng Gläubigen, mit Atheisten, mit Reichen und Berühmten und ganz normalen Menschen beschäftigt. Besonders beklemmend war für Salcher der Umgang mit krebskranken Kindern. Aber das Überwinden seiner Beklemmung, brachte ihm nicht nur die Erkenntnis, dass 70 % der Kinder mit der Diagnose Krebs wieder gesund werden, sondern lehrte ihn auch, dass Kinder, wenn sie wissen, dass sie sterben müssen, vor allem daran denken, Spuren zu hinterlassen und vor allem an andere, statt an sich selbst zu denken, etwa an ihre geliebten Eltern.

Unnützen Ballast abwerfen. Sehend und dankbar für Details durchs Leben gehen. Lieber riskieren mit einer Idee oder in der Liebe zu scheitern, statt am Ende des Lebens zu bereuen, untätig in den wirklich wichtigen Dingen des Lebens geblieben zu sein. Nicht Montage hassen und unrealistische Erwartungen ans Wochenende oder ans Rentenalter hegen, sondern lieber die Frage stellen: würde ich meiner Arbeit auch ohne Bezahlung gerne nachgehen. Im Grunde genommen hat Chuck Palahniuk 1996 mit seinem Debütroman Fight Club die Essenz von Salchers Buch pointierter, provokativer und vor allem wesentlich humorvoller und unterhaltsamer vermittelt. Aber das war eben kein Sachbuch, sondern eine Satire, die eben nicht jedem Leser liegt.

Ein gutes Buch, auch oder gerade in der dunklen Jahreszeit. Und erheblich mehr auf denkende, europäische Leser zugeschnitten als manch Hurra-Ratgeber aus den USA.

255 Seiten, Hardcover, mit Maßband 100 Jahre Lebenszeit, Ecowin 2010
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Mai 2012
Weil ich mich ehrenamtlich mit dem Thema Sterbebegleitung beschäftige, habe ich mir unter anderem dieses Buch gekauft und war sehr gespannt wie Andreas Salcher mit dem Thema umgeht.

Zu Anfang erst einmal meine Anerkennung: Es ehrt den Autor, dass er sich an ein Thema heran wagt dass nicht so leicht ,verdaulich` ist und das in unserer Gesellschaft sehr oft ignoriert wird. Ich gehe davon aus, dass er sich mit dieser 'sperrigen' Aufgabe Mühe gegeben hat und es ehrt den Verlag, dass er dieses Buch veröffentlicht hat, weil es ja nicht unbedingt als leicht verkäuflich" gelten kann.

Trotzdem würde ich dieses Buch niemanden weiterempfehlen, den ich schätze. Nicht weil ich das Thema niemanden zumuten möchte, sondern weil es - meiner Meinung nach - über weite Strecken schlicht und einfach Zeitverschwendung ist, den persönlichen Ansichten, Geschichten und Anekdoten von Herrn Salcher zu folgen.

Neben ein paar guten Ansätzen sind es nämlich vor allem solche Ausführungen, die die Seiten füllen. Themen werden von vorne bis hinten durchgekaut und basieren größtenteils auf persönlichen Ansichten, angeblichen Erlebnissen und unbewiesenen Behauptungen. Und alles geschmückt mit einer Menge handelsüblicher Phrasen.

Darüber hinaus wechselt immer wieder der Schreibstil und manchmal mitten im Satz die Erzählzeit.

Ein Beispiel unter vielen:

"Untersuchungen zeigen, dass die durchschnittliche Gesprächszeit zwischen Paaren ab dem 15. Jahr bei weniger als 5 Minuten pro Tag liegt. Selbst wenn die letzte Stunde immer näher rückt, ist es für Partner, die seit Jahren in die Sprachlosigkeit abgerutscht sind, schwer, die Kommunikation miteinander wieder aufzunehmen. Dann fordert der kranke Mann zum Beispiel vom Arzt, seiner Frau ja nichts über seinen ernsten Zustand zu sagen, weil diese ihn nicht ertragen könnte. Die Frau wiederrum weiß natürlich über seine Krankheit Bescheid und will ihrerseits vom Arzt, dass er ihren Mann mit der Wahrheit verschonen möge. Und das nach 30 Jahre Ehre. Erst ein Seelsorger hilft ihnen, sich endlich ehrlich auszusprechen. Beide waren ungeheuer erleichtert, die Täuschung aufgeben zu können und zumindest in der kurzen Zeit, die ihnen noch blieb, ehrlich miteinander umzugehen und viel von dem zu sagen, was sie einander schon lange sagen wollten."

Gab es keinen Lektor, der sich das Buch nochmal angesehen hat?

In einem stimme ich mit dem Autor absolut überein: Das Leben ist endlich und sollte achtsam gelebt werden. Ich für meinen Teil setze mich lieber 3 Stunden in die Sonne und genieße das Leben als meine Zeit mit diesem Buch zu verschwenden.
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23 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. September 2010
Meine letzte Stunde' beschäftigt sich mit zwei Fragen. Wie können wir mit der Tatsache leben, dass wir eines Tages sterben werden? Wie können wir die daraus genutzte Erkenntnis nutzen, um unserem ganzen Leben eine höhere Qualität zu verleihen.

Es ist ein großartiges Buch. Oder ein mittelmäßiges. Oder ein wertloses. Sein Wert entsteht im Lesen. Ein Buch von Mark Twain oder Joseph Roth ist große Literatur, auch wenn es von einem Idioten gelesen wird. Dieses Buch von Andreas Salcher ist so gut, wie die Gedanken und Empfindungen, die es bei seinem Leser auslöst.

Salcher hat wieder mit vielen interessanten Menschen geplaudert und sich davon inspirieren lassen. Das Ergebnis ist ein Text, in dem sehr oft Worte wie Lebensträume, Liebe, Sinn, Arbeit, Danke sagen etc. vorkommen; immer im Zusammenhang mit der Gewissheit der eigenen Sterblichkeit.

Kennen Sie die Aerobic Videos von Jane Fonda? Andreas Salcher ist die Jane Fonda des Gemütsturnens. Eine Disziplin, die '- wie Aerobic auch '- nicht durch Zuschauen wirkt, sondern nur durch Ausübung.

Was Salcher konkret etwa über Liebe aus der Perspektive des Todes zu sagen hat, interessiert niemanden so sehr wie ihn selbst. Die Qualität des Buches entsteht durch die Provokation des Lesers, sich selbst auf solche Überlegungen und vor allem Empfindungen einzulassen, sich in bewusster Sterblichkeit zu üben.

Dieses Buch ist großartig, wenn es nicht zu Ende gelesen wird, weil der Leser durch eigene Gedanken abgelenkt wird. Es ist keine Anleitung, sondern eine Anregung. Keine Offenbarung, sondern eine Öffnung.

Der Tod ist ein Versprechen, das immer gehalten wird, aber selten zum passenden Zeitpunkt. Zehntausende Menschen werden Andreas Salcher verdanken, dass sie ein bisschen Tod in ihr Leben lassen, wenn es für sie passt. Mit einer Prise Tod wird jedes Leben besser, so wie Palatschinkenteig durch Salz.

"Meine letzte Stunde'" wird zahllose Leser dazu bringen, es weiter zu empfehlen, weil es für sie so wertvoll war '- oft nicht ahnend, dass sie selbst das Buch des Lesens wert gemacht haben.

Ich gebe dem Buch fünf Sterne, warnend, dass nur ein Fünf-Stern-Leser diese Bewertung gerecht empfinden wird.

Offenlegung: Salcher ist ein Freund, das Buch habe ich bereits in der Rohfassung gelesen. Kritik bekommt man von mir oft unverdient, Lob nur aus gutem Grund.
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17 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. September 2010
Mein Vorurteil: alles klar, Midlife-Crisis Buch. Another one. Abgestempelt, beinahe schon abgeschoben wenn da nicht die Neugierde dem Autor gegenüber gewesen wäre. Was motiviert einen Andreas Salcher, der Bestsellerautor des Buches "Der talentierte Schüler und seine Feinde" ist, der in Österreich bei keiner Fernsehdiskussion über die neue Schule fehlen darf, so ein Buch zu schreiben - nebst dass er selbst 50 geworden ist. Ich bekam eine Antwort, die mir aus meinem Herzen sprach und ich schon fast verloren hatte: aus Achtsamkeit sich selbst gegenüber. Ich bin 33 Jahre alt und Mutter von einem 2 monatigen Kind. Ich habe im Moment andere Sorgen als über meine Stunde vor dem Tod zu lesen. Und da genau fängt die Unachtsamkeit an.

Andreas Salcher liebt es, Geschichten von Menschen detailgenau und liebevoll zu präsentieren, so dass ich mich damit identifiziere oder aber besser noch: er zeigt mir auf: auch ich bin die Heldin meiner kleinen Geschichten. Sie wiederspiegeln sich in den Augen meiner Tochter. So wie wir unsere letzten Stunde begehen sagt alles über unser Leben aus, sagt Salcher. Meine Hebamme sagt übrigens dasselbe über die Geburtsstunde(n). Dazwischen, zwischen Geburt und Tod, da liegt das Leben und bestenfalls die Ruhe, wahrzunehmen wer man ist. Ich tendiere im Moment dazu mich zu verlieren: in Hausarbeit, in Babystillen und nicht zuletzt in Mutterliebe. Dieses Buch hat mich ein Stück weit geohrfeigt - liebevoll natürlich - um mich aus meiner Bewusstlosigkeit zu holen. Die innere Ruhe und Verantwortung sich selbst gegenüber aufrechtzuerhalten, das ist es, was ich auch meinem Mädchen weitergeben will.
War ich reif für das Buch? Ja wohl. So sehr, dass ich mir die Zeit genommen habe für diese Rezension.
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