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90 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Übersicht über die Welt der Psychatrie
Über einzelne inhaltliche Aspekte kann man sicherlich streiten und Herr Lütz scheint jemand zu sein, der diesbezüglich auch nicht so fundamentalistisch eingeschränkte Ansichten hat wie manch ein abwertender Rezensent hier.
Ich möchte in meiner Rezension allerdings nicht auf inhaltliche Details eingehen, sondern einen allgemeine Bewertung des...
Veröffentlicht am 23. Dezember 2010 von Benjamin Buck

versus
61 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zuviel der Heiterkeit
Herr Lütz bringt meiner Meinung nach dem Leser verständlich das Thema psychische Erkrankungen nahe. Psychische Erkrankungen lösen in der Öffentlichkeit Angst und Spott aus, da Laien zuwenig über das Thema wissen. Daher fand ich es anfänglich gut, dass der Autor in diesem Stil, Erkrankung und Behandlung beschreibt. Diejenigen, die sich in...
Veröffentlicht am 3. Oktober 2011 von Charlotte Kaltenbach


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90 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Übersicht über die Welt der Psychatrie, 23. Dezember 2010
Von 
Benjamin Buck (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Über einzelne inhaltliche Aspekte kann man sicherlich streiten und Herr Lütz scheint jemand zu sein, der diesbezüglich auch nicht so fundamentalistisch eingeschränkte Ansichten hat wie manch ein abwertender Rezensent hier.
Ich möchte in meiner Rezension allerdings nicht auf inhaltliche Details eingehen, sondern einen allgemeine Bewertung des Buches wagen.

Ich habe das Buch als Medizinstudent und Angehöriger einer psychisch erkrankten Person gelesen; sozusagen als Halb-Laie.
Mit "Irre" ist Lütz ein ausserordentlich gut lesbares und versändliches Buch gelungen, in dem eine grober Überblick über die Welt der Psychotherapie gegeben wird und das dank vielen Bezügen zu Gesellschaftkritik, Ethik und Philosophie eine breite Zielgruppe anspricht.
Es werden viele Darstellungen mit lebhaften Geschichten aus dem Klinikalltag und humorvollen Bemerkungen untermalt, so dass man das Buch tatsächlich eine "heitere Seelenkunde" nennen darf, obwohl durchaus ernste Themen angesprochen werden. Das verleiht dem Buch einen sehr menschlichen Charm und die von Lütz oft erwähnte und geforderte Humanität im Umgang mit psychisch Kranken ist eigentlich eine Vorraussetzung, um sich nicht in allzu politischer Korrektheit über dieses Buch zu empören.
Lütz stellt sicherlich gewagte und polarisiernde Thesen auf, die insbesondere in der Kritik an den "Normalen" ein bisschen über das Ziel hinaus schießen; aber wer das Buch nicht vor dem Nachwort empört beiseite legt wird feststellen, dass diese Provokation methodisch gewollt ist um seine Anliegen zu verdeutlichen.

Alles in allem ein wirklich für jeden empfehlenswertes Buch, das seine eigenen Grenzen kennt (es ist kein umfassendes hoch-wissenschaftlich strukturiertes Lehrbuch!), aber innerhalb dieser Grenzen höchsten Ansprüchen genügen kann!
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127 von 142 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hätte es dieses Buch doch früher gegeben!!!, 22. April 2010
Von 
Anja Meyer "Celtruaidh" (Wuppertal) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Ich kann Manfred Lütz garnicht dankbar genug dafür sein, dass er es geschafft hat, das Tabu-Thema "Psychische Krankheiten" aus einem so ganz neuen Blickwinkel zu beleuchten- dem des Humors! Er hält uns den Spiegel vor.Die meisten Menschen haben von Psychisch Kranken ein völlig falsches Bild im Kopf, nämlich das eines irren ,verrückten Menschen, der angekettet in der Ecke sitzt. (So jedenfalls war mein persönliches Bild, das mir zu dem Thema als erstes einfiel. Und genau dieses völlig verzerrte Falsch bzw. Unwissen machte es mir geradezu unmöglich, mich mit meiner eigenen Erkrankung auseinanderzusetzen, die Diagnose "Deppression" zu akzeptieren. Es sollte 6 Monate stationäre Therapie, und viele dunkle Stunden, brauchen, bis ich wieder einigermaßen bereit war, mich der "normalen" Welt da draußen zu stellen.)Hätte es dieses Buch vor 2 jahren schon gegeben, mir wäre vieles erspart geblieben! Soviel zu meiner Geschichte. Lütz zeigt auf, das wir tatsächlich die falschen behandeln!Das wir, als Gesellschaft, uns fragen sollten, warum der Begriff "psychisch krank" eigentlich so negativ belegt ist. Krank, das sind für mich diejenigen, die tagtäglich durch ihr Leben hetzen, auf der Jagd nach "persönlicher Befriedigung", nach Erfolg im Job, im Privatleben. Und die darüber sich selbst vergessen. Die sich nicht mehr mit sich selbst auseinandersetzen.Mit ihrem Gefühlserleben zum beispiel. Fragen wie "bin ich glücklich?". "Hat das was ich tue, für mich einen Sinn?"
"Psychisch krank" werden meist Menschen, die besonders sensible "Antennen" haben.Die sich am alltäglichen Leben aufreiben & an den Leistungsanforderungen unserer Gesellschaft zu zerbrechen drohen.
Einige der vernünftigsten Menschen, die ich je kennenlernen durfte, habe ich in der Psychiatrie getroffen!!! Wir sollten endlich beginnen, auch die andere Seite der Medaille zu sehen, und von den Menschen, die wir als "krank" abstempeln, zu lernen!
Manfred Lütz hat mit seinem Buch einen großen Schritt in die richtige Richtung getan!
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229 von 258 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Paukenschlag gegen Vorurteile, 28. September 2009
Von 
Sobota (Wuppertal) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
"Es ist leichter, ein Atom zu spalten, als ein Vorurteil." (Albert Einstein)

Gegenüber psychisch kranken Menschen gibt es in Deutschland zahlreiche Vorurteile. Der Psychiater und Psychotherapeut Dr. Manfred Lütz lenkt zunächst die Aufmerksamkeit auf gängige Sichtweisen von Wahnsinn, Blödsinn und Normalsinn. Mächtige Politiker der Vergangenheit nimmt er ebenso unter die psychiatrische Lupe wie öffentlichkeitswirksame Personen der Gegenwart. In diesem Zusammenhang wird der verhängnisvolle Einfluss von Normalen auf landesweit übliche Sichtweisen erläutert. Der mittlere Teil des Buches befasst sich mit der Frage nach Sinn und Unsinn der Behandlung von Menschen. Die Grenzen zwischen kreativem Genie und lähmendem Wahnsinn werden veranschaulicht. Abschließend folgt eine Seelenkunde über die gängigsten psychischen Erkrankungen in Verbindung mit lösungsorientierten Behandlungsansätzen für seelische Störungen wie: Demenz, Sucht, Schizophrenie, Depression/Manie und Traumata.
Zur Einführung in das Thema beginnt der Autor mit einem Paukenschlag! Er betrachtet Personen mit Weltruf bezüglich ihres Gesundheitszustandes. Die Antworten sind unbequem bis überraschend. In jedem Fall stimmen sie nachdenklich. Bei Personen des Show-Business zeigt Manfred Lütz wenig Einfühlungsbereitschaft, wenn deren Erfolge offensichtlich auf Kosten anderer erzielt werden. Das gilt auch dann, wenn Nachwuchstalente ihren Weg ganz anders empfinden.
Am Beispiel von Franz von Assisi wird veranschaulicht, wie verhängnisvoll es wäre, würde man pauschal die Kriterien der Psychiatrie auf hochbegabte Menschen anwenden. Die Frage nach den Früchten sollte daher stets eine übergeordnete Rolle für die Beurteilung menschlichen Handelns spielen.
Den vielleicht wichtigsten Teil des Buches bildet die abschließende kleine Seelenkunde. Die Stärke des Autors besteht darin, scheinbar komplizierte Sachverhalte allgemein verständlich auszudrücken. Spätestens beim Thema Demenz wird deutlich, dass sich hinter dem anfänglich betont kämpferisch wirkenden Autor ein außerordentlich geduldiger und liebevoller Seelsorger verbirgt.
Manfred Lütz verwendet gerne Extrembeispiele. In diesem Fall ist das hilfreich, weil es darum geht, gängige Vorurteile aufzubrechen. Sein Buch ist ein außerordentlich wichtiger Beitrag in einer Zeit, in der aufgrund mangelnder Kenntnisse die Vorurteile gegenüber seelischen Erkrankungen immer noch überwiegen. Die Heilungschancen mit Hilfe eigener Kraftquellen, lösungsorientierter Mediziner und einer von Vorurteilen befreiten Gesellschaft könnten so manche Hürde zur Heilung abbauen.
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61 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zuviel der Heiterkeit, 3. Oktober 2011
Herr Lütz bringt meiner Meinung nach dem Leser verständlich das Thema psychische Erkrankungen nahe. Psychische Erkrankungen lösen in der Öffentlichkeit Angst und Spott aus, da Laien zuwenig über das Thema wissen. Daher fand ich es anfänglich gut, dass der Autor in diesem Stil, Erkrankung und Behandlung beschreibt. Diejenigen, die sich in psychosomatischen und psychiatrischen Kliniken aufhalten, sind die Gesünderen, da sie zum Größten teil, (dies gilt sicherlich nicht für alle Patienten), akzeptiert haben, dass sie krank sind und sich einer Behandlung unterziehen. Je länger ich das Buch gelesen habe, desto mehr empfand ich die Schreibweise des Buches als flapsig und öde. Es ist sicherlich in Ordnung, das eine oder andere Symptom mit Humor zu betrachten. Mir ist der Schreibstil zu radebrecherisch. Mich erinnert der Inhalt des Buches an eine Büttenrede und das ist mir auf über 100 Seiten zuviel. Meiner Meinung nach kommt das Leid der Kranken und die harte Arbeit der Genesung zuwenig zum Ausdruck. Lütz gaukelt vor, man könne die Kranken mit ein paar Pillen und ein bisschen Therapie reparieren und dann läuft alles so, wie man es gerne hätte. So sieht die Realität jedoch nicht aus. Außerdem wird für mich nicht deutlich genug dargestellt, wie man mit den übrigen Kranken, die nicht genesen, umgehen bzw. wie Sozialpsychiatrie aussehen kann.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie ist man doch blind!, 7. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sehr lustig und voller Witz lernen was im Leben auch und wirklich wichtig sein kann. Wir sind zu starr und starrsinnig. Davon bin ich nun überzeugt. Wer von uns macht sich Gedanken über sinnvolles Normalsein? Wer ist bereit die andere Betrachtungsweise zu entdecken, aufzugreifen und zu nutzen? Danke Herr Dr. Eckart von Hirschhausen und danke Herr Manfred Lütz.
Ein tolles Buch welches mir die Entscheidung, mich in die Richtung der Psychologie zu bilden und, Heilpraktiker für Psychotherapie werden zu wollen erleichtert hat. Es gibt, im Buch sehr gut zu erkennen, viel zu tun. Also: Ich packe es an, damit die neu gewonnene Entdeckungslust mich tiefer in die Psychowelt mitnimmt. Irgenwie lag ich mit meinen Gedanken in mir selbst ja schon immer richtig. Die Bestätigung ist das Buch. Wer beurteilt und behandelt die schon so fertigen ?!Normalen!?. Wieso ist es dann richtig was die so aburteilen? Fragen über Fragen. Einfach Irre. Na, und die Selbsterkenntnis ist auch nicht zu vernachlässigen. Das Buch reißt einen mit und man muss es auch zwei mal, und/oder öfter, gelesen haben um vieles nicht verstandene dann doch zu verstehen und fest zu stellen dass man selbst doch gar nicht so unnorml ist. Oder halt eben nicht so normal.Entscheiden Sie selbst wohin Sie gehören. Ich habe es getan. Gruß und viel Spaß bei der Lektüre.
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54 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die psychiatrische Hintertreppe, 17. Januar 2010
Man soll die Hoffnung nicht aufgeben. Diese Weisheit gibt Manfred Lütz seinen Lesern mit auf dem Weg und sie sollten sie auch beim Lesen seines Buches beherzigen. Wer ausgehend vom Titel eine sozialpsychologische Gesellschaftsanalyse in der Tradition eines Erich Fromm erwartet wird zunächst einmal enttäuscht. Man sollte aber im Sinne von Lützs Ratschlag trotzdem weiterlesen, auch wenn es zunächst schwer fällt. Vermutlich war dem Verlag im Dienste der Auflage an dieser Stelle ein griffiger Titel wichtiger als ein zutreffender. Der Psychiater Lütz kümmert sich nicht um die gesellschaftlichen Verhältnisse, aus denen heraus die Normalen wie der Titel suggeriert eigentlich behandlungsbedürftig seien. Dass dies so sei, widerlegt er im Gegenteil bereits auf den ersten Seiten. Die Normalen sind zwar manchmal schwerer erträglich als die vorgeblich Verrückten, und sie sind auch nicht ganz unschuldig an deren Leiden, aber sie sind nicht krank oder behandlungsbedürftig. An Stelle einer kritischen Gesellschaftsanalyse statuiert Lütz dann quasi ein Exempel, indem er bekannte Figuren wie Dieter Bohlen und Paris Hilton - sagen wir mal - beschreibt. Das ist nicht sehr originell und bringt dem Leser wenig Erkenntnisfortschritt, auch deshalb, weil Lütz die Einordnung dieser medialen Sonderfälle in ein allgemeineres Bild nicht so recht gelingen will.
An dieser Stelle möchte man das Buch beiseite legen und dem Verlag wegen des irreführenden Titels einen bösen Brief schreiben. Wenn man aber doch weiter liest, wird man belohnt, denn jetzt kommt der Psychiater zum Hauptteil seines Buches und damit auf ein Terrain, in dem er aus dreißig Jahren Erfahrung schöpfen kann. Er liefert einen kompakten, spannenden und sehr gut lesbaren Überblick über psychiatrische Methoden und Krankheitsbilder. Lütz schreibt aus einem tiefen Verständnis und Sympathie für seine Patienten, zu denen wir schließlich alle mal gehören könnten. Sein Zugang ist dezidiert unideologisch und leistet eine erhellende bis befreiende Entmystifizierung und Entdämonisierung der Psychiatrie und des Begriffes der geistigen Gesundheit. Lütz geht aus von der Schilderung des einzelnen Menschen und seines Lebenszusammenhangs, aus denen er die psychiatrischen Kategorisierungen als Wege zur Heilung von Leiden ableitet. Dies und die allgemeinverständliche Sprache haben mich an Wilhelm Weischedels 'Philosophische Hintertreppe' erinnert. Als ich diese psychiatrische Hintertreppe schließlich aus der Hand legte, war ich vom Buch recht angetan und hatte die anfänglichen Kritikpunkte längst verziehen.
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41 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterhaltsames Lehrbuch für Laien, 23. November 2010
Meine Freundin, die "nicht vom Fach" ist, hat das Buch nach wenigen Seiten entnervt aufgegeben und mir geschenkt. Bei mir fiel es auf fruchtbaren Boden, da ich mich gerade auf die Heilpraktikerprüfung für Psychotherapie vorbereite. Dafür war es ganz wunderbar. Leicht zu lesen, gewürzt mit Geschichten aus dem Klinikalltag und alle Störungen mal kurz angerissen. Manchmal war es sogar witzig. Ein lustiges Buch ist es aber definitiv nicht, dafür prangert Manfred Lütz zu oft das Menschenbild unserer Gesellschaft an. Das ist auch richtig und wichtig, nur ist dann die Vermarktung des Buches irreführend ("höchst vergnüglich", "Kabarettist", "heitere Seelenkunde").
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein heiteres Hörbuch, 5. August 2010
Von 
Villette - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Wenn Manfred Lütz etwas versteht, dann ist es das lebhafte Vorlesen. Sein rheinischer Tonfall nebst selbigem Humor machen dieses Buch zu einem kleinen Hörvergnügen, auch wenn man sich nicht unbedingt oder von vornherein für das Thema interessiert. Man wird bis zum Schluss gut unterhalten und bekommt auf diesem Weg einige nützliche Informationen über die diversen Krankenheiten des Geistes mit.
Die Hauptthese von Lütz, dass nicht eigentlich die psychisch Kranken, sondern vielmehr die Normalen das Problem sind, ist sicherlich nicht ganz unwahr. Die meisten Verbrechen werden von "Normalen", d.h. nicht psychisch Kranken begangen. Das einmal festzuhalten, ist gar nicht mal so unwichtig. Schnell ist man dabei zu sagen, z.B. Hitler sei krank gewesen. Nur damit würde man ihn entschuldigen. Wer krank ist, kann nicht anders. Nun darf man diese These natürlich nicht so verstehen, als müsse man sich also von jetzt an eher um die Normalen kümmern. Lütz nimmt seine psychisch kranken Patienten durchaus ernst und arbeitet mit viel Kraft an der Lösung ihrer Probleme.
Nachdem er also diese These (etwas zu ausführlich) von allen Seiten betrachtet hat, behandelt Lütz alle wichtigen psychischen Krankheiten. Er leistet hier wichtige Aufklärung, denn Krankheiten wie Schizophrenie sind mit vielen Vorurteilen behaftet oder werden gänzlich falsch verstanden. Es folgen Beschreibungen von Depression, Manie, Borderline, Sucht, Krankheiten infolge von Verletzungen des Gehirns etc. Lütz geht auch eingehend auf verschiedene Behandlungsmöglichkeiten ein. Alles recht interessant. Zurück bleibt meiner Meinung nach der Eindruck, dass es gar nicht so schlimm ist, mal psychisch krank zu sein, weil diejenigen, die nicht normal sind, etwas Farbe in eine sonst so eintönige Gesellschaft bringen. Das mag sein, aber man sollte die Krankheit trotzdem nicht anstreben.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geteiltes Lesevergnügen, 29. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Irre! - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen (Taschenbuch)
Das Buch habe ich geschenkt bekommen, als ich mein Jahr in der Psychiatrie begann, das für die Ausbildung zum Neurologen notwendig ist. Somit gehöre ich zwar klarerweise nicht zur benannten Zielgruppe des Buches. Dennoch ist es auch für den Arzt meist lehrreich, wenn ein Fachthema für ein breites Publikum aufbereitet wird, da man sich gegebenenfalls Formulierungen und Vergleiche für die eigenen Patienten- und Angehörigengespräche abschauen kann - oder darüber nachdenkt, ob und wieso man selbst das ganz anders formuliert hätte. Außerdem bin ich ein Fan von anekdotischen Fallbeschreibungen wie z.B. von Oliver Sacks und erhoffte mir jetzt von Manfred Lütz ähnliches; meine Erwartungen an das Buch wurden denn auch nur zum Teil enttäuscht.

Einer der Vorredner meinte, man müsse das Nachwort in die Gesamtbewertung miteinbeziehen, dem ich aber nur bedingt zustimmen kann. Herr Lütz kennt ganz offensichtlich die Schwächen des eigenen Buches und er versucht, der Kritik den Wind aus den Segeln zu nehmen, indem er die Schwachpunkte auf den letzten vier Seiten klar benennt. Das mag einen vielleicht ein wenig versöhnlich stimmen; ich allerdings habe mich gerade am Anfang sehr durch das Buch quälen und kämpfen müssen und hätte bestimmt mehr Vergnügen daran gefunden, wenn er vorher etwas mehr ironische Distanzierung zu seinen Plattitüden hätte durchblicken lassen. Außerdem kann man es als recht billigen Versuch verstehen, den Leser zum Schluß komplizenhaft auf seine Seite zu ziehen, indem er säuselt "SIE, lieber Leser, habe ich doch gar nicht meinen können! SIE lesen ja immerhin Bücher und stechen somit aus der (von mir entworfenen und sowieso in der Form nicht existenten) Gesellschaft heraus!".

Aber worum geht es eigentlich? Nun, das Buch gliedert sich in drei große Abschnitte:

A: Was ist 'normal', was ist 'irre'?
Dieses Kapitel behandelt die titelgebende These, es seien die 'Normalen', an der unsere Gesellschaft kranke. Und es ist für mich ein nahezu unerträgliches Kapitel, weswegen ich das Buch ein paar Mal gerne beiseite gelegt hätte. Hier zeichnet Lütz (überspitzt zusammengefaßt) das Zerrbild einer feindseligen Gesellschaft von selbsternannten 'Normalen', grau, langweilig, leicht verstört und verunsichert von allem, das 'außergewöhnlich' ist - weswegen alles Außergewöhnliche folgerichtig isoliert, weggesperrt, ausgemerzt werden muß. Diese 'normale' Gesellschaft hat denn auch die großen Diktaturen und die kulturellen Niederungen à la Dieter Bohlen hervorgebracht. Die 'Normalen' sind herablassend und arrogant und voller Verachtung für Dinge, die sie nicht verstehen - was Lütz auch mit einer gehörigen Portion Herablassung und Überheblichkeit ausführt. (Gefühltermaßen) jeder Absatz endet mit einem gespielt-überraschten: "Und das ist völlig normal!" über gesellschaftliche Mißstände - ein rhetorischer Kniff, der mir sehr schnell enorm auf die Nerven ging. Die 'Kranken' seien hingegen meist nur sensibler, würden in ungewöhnlicheren Bahnen denken und nur deshalb mit Diagnosen belegt, weil sie den 'Normalen' dadurch Angst machen würden. Hier hatte ich schon die Befürchtung, daß Lütz in Richtung antipsychiatrischer Esoterik abdriften könnte, was sich aber Gott sei Dank als Irrtum herausstellte.

B: Welche Behandlungsmethoden gibt es?
Dies war eine gute, übersichtliche und vor allem aktuelle Zusammenfassung der verschiedenen Methoden und therapeutischen Ansatzpunkte (Medikamente, Psychotherapie, Selbsthilfegruppen, Elektrokrampftherapie, Lichttherapie, etc. pp.). Entspricht ziemlich genau dem, was ich selbst auch zur gleichen Zeit in der Klinik lernte. Sehr sachlich, nicht sehr heiter (wie es auch schon das gar zu verbissene erste Kapitel nicht war), aber informativ und gut geschrieben.

C: Was für Krankheiten gibt es?
Das in meinen Augen beste und lesenswerteste Kapitel. Hier werden anhand vieler Fallbeispiele die wichtigsten psychiatrischen Erkrankungen (Schizophrenie, Depression, Manie, Sucht, Eßstörungen, etc. pp.) eindrücklich erklärt. Die besten Pointen schreibt, zumindest im Falle dieses Buches, das Leben selbst und Herr Lütz hätte gut daran getan, mehr zu erzählen und weniger zu kommentieren. Leider versucht er gelegentlich, den Bogen zum ersten Kapitel und zur titelgebenden These zu schlagen, was mich denn immer wieder daran erinnerte, warum ich das Buch zu Beginn uneingeschränkt fürchterlich fand. Man spürt jedoch die tiefe Sympathie, die Herr Lütz für seine Patienten empfindet, weswegen man das etwas nervige Bemühen um den großen Bogen zu diesem Zeitpunkt auch wieder verzeiht.

Zusammengefaßt ist es kein ganz gutes und kein ganz schlechtes Buch, daher die drei Sterne. Witzig ist es nicht - zuweilen ist es aber wie versprochen "heiter", durch eine Beschreibung ungewöhnlichen menschlichen Verhaltens in der Krankheit, die nicht bloßstellen möchte, sondern um Verständnis wirbt. Das man das Verhalten der 'normalen' Gesellschaft, so wie im Buch beschrieben, nicht unterstützen will, versteht sich von selbst - dafür hat Herr Lütz allerdings auch viel Mühe investiert, es in den fürchterlichsten Schattierungen zu malen. Und sagt zum Schluß, ach ja, SIE meine ich natürlich nicht! Zwinker, zwinker.
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein missverständliches aber sehr gelungenes Buch ..., 8. November 2010
... ist Manfred Lütz'' "'Irre! Wir behandeln die Falschen - unser Problem sind die Normalen'".

Missverständlich -' man möchte fast "'irreführend"' sagen -' ist der Titel. Denn davon handelt das Buch keineswegs. Vielmehr ist '"Irre!"' vor allem ein rundes, humorvolles, liebevolles, anschauliches, lehrreiches, (überraschend) undogmatisches Kompendium eines der faszinierendsten Fächer der Medizin: der klinischen Psychiatrie. Für jeden uneingeschränkt zu empfehlen, der sich einen Überblick über eine komplexe Welt verschaffen möchte, die den meisten unverständlich, spooky oder wirr erscheint. Lütz erklärt dabei so, wie es ein guter Lehrer tun sollte: mit vielen lebendigen Beispielen aus der Praxis der Psychiatrie und angemessen nüchterner Einordnung in ein schlüssiges System aus Diagnose, Ursache und Behandlung. Ich habe mich oft wieder daran erinnert, warum ich selbst so lange und mit so viel Freude in diesem Fach gearbeitet habe.

Dennoch habe ich das Buch nur auf Empfehlung eines Freundes gelesen, weil ich Manfred Lütz'' öffentliches Auftreten und seine Ansichten in Talkshows in der Regel als provokant, bizarr und wirklichkeitsfremd empfinde. Einmal hatte ich bei Plasberg selbst das Vergnügen, mit Herrn Lütz zu diskutieren -' und obwohl wir einander sympathisch waren, trennen uns weltanschaulich Welten.

Leider kommt Manfred Lütz auch in "'Irre!"' nicht ohne Provokationen und schreiend lauten Schrägheiten aus. Und zwar genau an den Stellen, an denen er 'die Normalen' beschreiben will. Hier aber greifen -' naturgemäß -' die Begrifflichkeiten und Beurteilungskriterien des Psychiaters ins Leere, weil sie eben nicht für 'Normale' gemacht sind (worauf Lütz selbst hinweist), sondern dafür, Relevantes aus der Welt leidender Menschen zu beschreiben und ihnen so besser helfen zu können. Da ist es zwar mitunter witzig aber leider auch peinlich, wenn Lütz stets die schlichte Zweiteilung in 'wahnsinnig Normale' (blasse, graue Gestalten, die brav Regeln befolgen) und 'ganz normale Wahnsinnige' (Dieter Bohlen, Stalin etc.) herunterbetet. Mir drängte sich jedenfalls folgender Verdacht auf: Möglicherweise meint es Herr Lütz gar nicht provokativ, sondern ihm fehlt für die Welt des 'Normalen' schlicht genau das Verständnis, das er für die Welt der Psychiatrie so differenziert entfalten kann. Er ähnelt dem berühmten Handwerker, der als einziges Instrument seinen Hammer kennt und folglich in jedem Problem einen Nagel sieht. Manfred Lütz fremdelt trotzig in einer Umgebung, die weit komplexer ist als seine gewohnte. Und das weiß er entweder nicht oder er will es nicht wahrhaben (oder es ist seine ganz eigene Art der Koketterie) -' wobei nicht verwunderlich ist, dass der blinde Fleck eines Psychiatrie-Chefarztes so groß sein kann: Einerseits ist er ausgewiesener Fachmann für menschliches Verhalten. Andererseits aber genau dafür blutiger Laie. So wie die Fähigkeit, eine Handfraktur richtig zu gipsen, nichts damit zu tun hat, den selben Händen auch das Klavierspielen beizubringen. Und so macht Manfred Lütz beim Begriff des 'Normalen' einen Kategorienfehler nach dem anderen. Ständig sind für ihn alle Hunde Pudel, weil Pudel nun mal Hunde sind.

Egal, niemand muss Herrn Lütz als Coach engagieren -' auch wenn er als Therapeut sicher eine Wucht ist. Und: Das Buch ist trotz seiner Schrägheiten klasse. Die Parts über die Welt jenseits des 'Verrückten' können Sie überspringen. Obwohl: Lustig zu lesen sind sie allemal -' ein Scherzkeks und brillanter Rhetoriker ist Manfred Lütz zum Glück ja. Und am Ende relativiert er seine Sicht des 'Normalen' sogar erstaunlich versöhnlich (obwohl ich ihm das im Kern nicht ganz abnehme).

Mir bleibt "'Irre!"' jedenfalls als sehr vergnüglich und berührend in Erinnerung. Obwohl ich Herrn Lütz von Herzen die Erkenntnis wünsche, dass alles, was "gleich gültig'" ist, dadurch nicht "'gleichgültig"' wird - 'sondern bunt. Denn genau das ist es ja, was er so schätzt.

Kaufempfehlung!
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Irre! - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen
Irre! - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen von Manfred Lütz (Taschenbuch - 14. März 2011)
EUR 9,99
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