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5.0 von 5 Sternen Der Meckeronkel der Nation
Bei Günter Ogger ist die Welt schlecht, zumindest die Bundesrepublik Deutschland. Entdeckte er schon 1992, dass deutsche Manager, von wenigen Ausnahmen abgesehen, eigentlich „Nieten in Nadelstreifen“ sind, so präsentierte er zwei Jahre später „das Kartell der Kassierer“, in dem „die Finanzbranche Jagd auf unser Geld...
Veröffentlicht am 10. November 2012 von Peter Waldbauer

versus
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Einfach nur schlecht
Günter Ogger hat ja nicht Unrecht: Die Zeit der festen, geradezu lebenslangen Arbeitsverhältnisse geht ihrem Ende entgegen. Und: Deutschen Abgestellten ging es im Vergleich zu anderen Länder-Kollegen lange Zeit sehr gut, vielleicht sogar unverschämt gut. Und, ja: Die Manager machen nicht immer alles richtig, die Gewerkschaften auch nicht, und die...
Veröffentlicht am 7. Juli 2010 von J. Rossig


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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Einfach nur schlecht, 7. Juli 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Abgestellten (Gebundene Ausgabe)
Günter Ogger hat ja nicht Unrecht: Die Zeit der festen, geradezu lebenslangen Arbeitsverhältnisse geht ihrem Ende entgegen. Und: Deutschen Abgestellten ging es im Vergleich zu anderen Länder-Kollegen lange Zeit sehr gut, vielleicht sogar unverschämt gut. Und, ja: Die Manager machen nicht immer alles richtig, die Gewerkschaften auch nicht, und die Politik schon mal gleich gar nicht.

Damit wäre auch schon so ziemlich alles wichtige gesagt.

Aber die Art, wie sich der Autor in seine Pauschalkritik hinein steigert, ist für den halbwegs intelligenten Leser schlicht unerträglich. Eine zusammenhanglose Auflistung wilder Rundumschläge ergibt eben noch kein Buch, selbst dann nicht, wenn sie mit ein paar zumeist deplatzierten Bonmots garniert sind, die vielleicht witzig sein mögen, sachlich aber mit schlafwandlerischer Sicherheit stets am Thema vorbei gehen. Zur Untermauerung seiner Meinungen greift der Autor dabei auf diverse Zahlen zurück, wobei aber stets offen bleibt, aus welcher Quelle sie stammen oder auf welchen Grundlagen sie beruhen. Die Steigerung irgendeines beliebig gewählten Indikators in einem ebenso beliebigen Zeitraum (sagen wir: zwischen 1969 und 1998) um genau 13,96% ist eben noch kein Beweis für irgendetwas, außer, dass man die Leserschaft offenbar für geistig leicht zurückgeblieben hält.

All das wäre im Rahmen des Handelsüblichen, wenn der Autor wenigstens eine klare Marschrichtung verfolgte. Doch dieser rote Faden bleibt seltsam undurchschaubar. Günter Ogger ist weder für noch gegen Gewerkschaften, weder für noch gegen flexible Arbeitsverhältnisse, weder für noch gegen... tja, was eigentlich? Er wiederholt, ohne dass die Witze dadurch besser würden, und drischt vorbehaltlos drauf, ohne dass dem Leser dadurch der geringste Erkenntnisgewinn entstünde. Wie andere Rezensenten schon angemerkt haben, wird nicht einmal eine Perspektive entwickelt oder ein eigener Vorschlag, nein, der gesamte Band beschränkt sich auf Kritik. Das ist weder erhellend noch besonders unterhaltsam.

Deshalb ein Stern für die gute Grundidee (im ersten Absatz zusammengefasst) und ein zweiter für die gute Brennbarkeit des Buches im heimischen Kamin.
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20 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Umbruchsituation mit Handlungsbedarf, 6. Oktober 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Abgestellten (Gebundene Ausgabe)
Feste, unbefristete Arbeitsverhältnisse werden immer seltener. Die Produktivität steigt ständig, wodurch weniger Arbeitskräfte gebraucht werden. Viele, auch qualifizierte, Arbeiten werden ausgelagert in Länder mit niedrigeren Löhnen.
Arbeiten in Deutschland werden schlechter entlohnt als bisher. Von den Gewerkschaften in Jahrzehnten erkämpfte Sozialleistungen (Privilegien?) müssen aufgegeben werden.

In bunten Farben wird die flexible Gesellschaft an die Wand gemalt, in der jeder sein eigener Unternehmer ist, und sich selbst vermarktet. In einem Nebensatz wird erwähnt, "dass längst nicht jeder das Zeug zum Selbstvermarkter hat" (S. 33). Zu ergänzen wäre, dass auch nicht jeder eine Nische finden wird, in der jemand bereit ist, für seine Fähigkeiten Geld zu bezahlen.

Nicht nur die "Faulen und Unfähigen" (S. 200) werden auf der Strecke bleiben, sondern z.B. auch die Behinderten und alle, die das Wahnsinnstempo und die steigenden Belastungen der Arbeitswelt nicht durchhalten. Es sind nun mal nicht alle Menschen Überflieger. Der Durchschnittsmensch, und das sind per definitionem die meisten, ist eben durchschnittlich.

Auch die nicht risikofreudigen "Bestandserhalter", die sich mit der Selbständigkeit schwer tun, haben ihre Berechtigung in der Gesellschaft, haben sie doch eine stabilisierende Wirkung, die z.B. von Investoren und auch von Politikern durchaus geschätzt wird.

Eine mögliche Lösung, nicht nur für die "Übriggebliebenen", könnte ein sogenanntes "bedingungsloses Grundeinkommen" (im Buch Grundrente genannt) für alle Bürger sein, so dass der Lebensunterhalt gesichert wäre, auch wenn man keine Vollzeit-Erwerbsarbeit ausübt. Dann gäbe es mehr Freiraum für Familienarbeit oder/und Ehrenamt, denn sinnvolle Arbeit gibt es genug. Man wird nicht gleich zum "staatlich subventionierten Sozialschmarotzer" (S. 275) nur weil man keine bezahlte Arbeit ausführt.
Die paar "Faulen", die das System ausnutzen würden, müssen wir auch heute schon bezahlen.

Verdienst des Buches ist es, die sich rasch verändernde Situation der Angestellten (immerhin ca. 18 Mio Menschen in Deutschland) offengelegt zu haben, von der vor lauter "demografischem Wandel" in der Öffentlichkeit überhaupt noch keine Rede ist.

Punktabzug gibt es für die unterschwellige Häme des Freiberuflers Günter Ogger gegen die Angestellten, die das ganze Buch durchzieht.
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5.0 von 5 Sternen Der Meckeronkel der Nation, 10. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Abgestellten: Ein Nachruf auf den festen Arbeitsplatz (Taschenbuch)
Bei Günter Ogger ist die Welt schlecht, zumindest die Bundesrepublik Deutschland. Entdeckte er schon 1992, dass deutsche Manager, von wenigen Ausnahmen abgesehen, eigentlich „Nieten in Nadelstreifen“ sind, so präsentierte er zwei Jahre später „das Kartell der Kassierer“, in dem „die Finanzbranche Jagd auf unser Geld macht“.
Natürlich macht die Finanzbranche Jagd auf unser Geld, genauso wie die Bau-, die Automobil-, die Elektronik-, die Lebensmittel-, die Medienbranche und so weiter. Die Wirtschaft macht „Jagd“ auf das Geld ihrer Kunden. Dies ist der Zweck allen Wirtschaftens: Verbrauch und Konsum, Befriedigung von Kundenbedürfnissen gegen Geld.

Aber wahrscheinlich geht es Wirtschaftsjournalist Ogger gar nicht so sehr um das Anprangern von Banalitäten, sondern um das Meckern an sich. So legte er 1996 gleich noch einmal nach, zur Abwechslung diesmal aus der Sicht der Kunden: „König Kunde - angeschmiert und abserviert“. Der durchgängige Tenor dieses Mecker-Sammelsuriums: Alles ist zu teuer, zu giftig, zu verführerisch präsentiert, zu unverschämt, zu übel getrickst, zu raffiniert, zu schlecht, zu lausig, zu desinteressiert, zu überflüssig, zu abgekocht. Ogger in seinem Meckerelement.

Mit „Absahnen und Abhauen“ übertrug Ogger 1998 dann seine Meckerphilosophie endgültig auf die gesamte Bundesrepublik: „Deutschland vor dem Chaos“. Es ging um Kriminalität und Arbeitslose, um Klassenkampf und Ausländerfeindlichkeit, um Steuerflucht und Neidgesellschaft, um Politik und Großindustrie, sogar um einen drohenden neuen Hitler. Oggersche Schwarzmalerei in Vollendung.

Nur ein Jahr danach waren wieder die Manager, Oggers Lieblingsthema, an der Reihe: „Macher im Machtrausch – Deutschlands Manager auf gefährlichem Kurs.“ Alles, was bei Oggers letztem Großreinemachen 1992 (Nieten in Nadelstreifen) übersehen wurde oder sich erst danach ereignete, bekam nun seinen desolaten Zustand quittiert.

Im Millenium-Jahr vermochte Ogger sich seine ätzende Wirtschafts- und Gesellschaftskritik gerade noch verkneifen, aber schon 2001 spielte das Schicksal ihm voll in die Karten: Crash in der New Economy. Oggers publizistische Reaktion: „Der Börsenschwindel“.
Aktienkurse können fallen, zuweilen sogar heftig, weshalb dann gerne das Wort „Börsencrash“ verwendet wird. Eigentlich keine neue Erkenntnis, so geschehen unter anderem in den Jahren 1929, 1962, 1973, 1987, 1989, 1990 und 1998. Sogar schon 1873, der sogenannte Gründerkrach, ausgehend von Wien.
Für Ogger jedoch Grund genug, Börsen und Aktien gleich pauschal zu verdammen. Obwohl die Aktiengesellschaft und damit die Aussicht auf Profite jenseits von Zinsgewinnen ja eigentlich der Motor jeder modernen Volkswirtschaft ist. Ohne Aktien keine Aktiengesellschaften, keine moderne Wirtschaft und kein Wohlstand. Weiß Ogger bestimmt auch, aber es meckert sich halt so schön.

2003 dann noch einmal Oggers Gesamtabrechnung mit Wirtschaft, Gesellschaft und Politik: „Die Ego-AG“. Oggers Message: Alle sind Betrüger.

Nun hatte Ogger zehn Jahre lang über die Zustände in deutschen Landen wirklich alles gesagt. Angeprangert, gemeckert, gemosert, gewarnt, geoggert. Was sollte jetzt noch kommen? Noch mehr Abzocke? Noch größere Skandale? Noch mehr gierige Manager und korrupte Politiker? Irgendwann war, selbst bei Ogger, die Meckerluft 'raus.

Also wechselte er flugs die literarische Gattung, weg von journalistisch-nüchterner Berichterstattung, hin zu herrlich negativer Fiktion. Weg vom Sachbuch, hin zum Roman. Oggers nächstes Projekt folgte 2005: „Der Absturz“ Ein Wirtschaftskrimi, der teilweise der Realität entliehen sein soll. Auch hier mixte Ogger noch einmal alles gründlich zusammen, was ihn seit je her faszinierte: Leuna-Affäre und vernichtete Akten im Kanzeramt, ein flüchtiger Holger Pfahl und ein milliardenschwerer Bankier in Monte Carlo, den Bürgerkrieg in Afghanistan und die türkische Mafia, Kursmanipulationen, eine Verschwörung und als Krönung:
Mikrowellen-Waffen.

Ogger wäre nicht Ogger, wollte er nicht glänzen mit eitel zur Schau gestelltem Insider-Wissen. Kurzum, es gelang ihm wieder, seine publizistische Berechtigung auf Absturz und Betrug zu gründen, auf Niedergang und Negativismus. Bei Ogger ist das Glas eben immer halb leer und nicht halb voll.

2007 erschien Oggers Nachruf auf den festen Arbeitsplatz: „Die Abgestellten“. Darin prophezeit er den Büroangestellten ein düstere Zukunft, schlimmer als der Niedergang der Arbeiterklasse. Es drohen Entlassungen, Entlassungen und nochmals Entlassungen. Dazu Kürzungen, Schließungen und Stillegungen.
Folgt man Oggers Argumentation, hat man den Eindruck, uns bliebe künftig nichts anderes übrig als uns aufzuhängen. So düster beschreibt er unsere Zukunftsaussichten.
Alle öffentlichen Einrichtungen würden kostenpflichtig werden, an den privatisierten Bundesstraßen und Autobahnen werde Maut erhoben und Strom, Gas und Wasser gäbe es bald nur noch gegen Vorkasse.
Neben den Angestellten seien auch die Selbständigen kaum besser dran und zur Selbstausbeutung verdammt. Zur Abrundung gibt es natürlich wieder die üblichen Schimpfkanonen auf Manager, Gewerkschaften und Politiker sowie die aktuellen Korruptionsskandale.

Nebenbei kommt Ogger auf das öknomische Prinzip (Minimal-/ Maximalprinzip der Betriebswirtschaftslehre) zu sprechen, doch bei ihm heisst es „...maximaler Erträge bei minimalem Aufwand“, was natürlich Unsinn ist. Jeder Wirtschaftswissenschaftler weiß, dass beides gleichzeitig nicht möglich ist. Entweder ist der Ertrag vorgegeben und ich versuche ihn mit minimalem Aufwand zu erreichen, oder aber ich will aus einem bestimmten Aufwand das Maximale herausholen. Beide Größen, Aufwand und Ertrag, gleichzeitig zu optimieren, ist nicht möglich.

Als Ogger sein Buch „Der Börsenschwindel“ 2001 in der Harald-Schmidt-Show präsentieren durfte, meckerte er zwar ordentlich, wie wir es aus seinen Büchern gewöhnt sind, über hießige Verhältnisse, fand es aber in Bella Italia, wo er damals lebte, recht schön: Italienische Lebensart ohne die ausufernde deutsche Bürokratie, die schöne Landschaft, das Wetter, das Essen.
Vier Jahre später, zu Gast in einem Fernsehmagazin mit Zuschauertelefon, wollte Ogger auch davon nichts mehr wissen: In Italien funktioniere gar nichts, totales Chaos. Aktueller Wohnort wieder Deutschland. Ich meckere, also bin ich.

Wie kommt man zu einer solch destruktiven Lebensauffassung? Nicht viel ist über Günter Ogger privat bekannt, nur dass er früh zum Halbwaise wurde, weil sein Vater starb. Litt Ogger, selbst wenn er nur ein normal-sensibles Kind war, unter der damaligen familiären Situation? Das ist mehr als wahrscheinlich.

Steht nicht der Vater, die Vaterfigur an sich, für die übergeordnete Instanz, für Autorität? Ist das Eltern-Ich nicht gleichzusetzen mit Staat, Politik und Gesellschaft? Wäre es möglich, dass Günter Ogger bereits als Kind die fehlende Ordnung beklagte und das Meckern bis heute nicht verlernt hat?
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Polarisierender Nachruf auf die gewohnten Arbeitsverhältnisse, 28. April 2008
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Abgestellten (Gebundene Ausgabe)
Günter Ogger hat den Millionen (Fest-)Angestellten in Deutschland in seinem gewohnt polarisierenden Stil ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Zu wenig mobil, zu häufig abwesend, zu anspruchsvoll: Sie seien ineffizient und passten nicht mehr in die Zeit. Ob man sich dieser Meinung anschließen mag oder nicht: Unbestritten ist, dass sich die Bürolandschaft im Umbruch befindet, hin zu flexibleren Arbeitsverhältnissen. Oggers apokalyptisch anmutende Andeutungen über das drohende Gefälle zwischen Festangestellten und Leiharbeitern und der von ihm prognostizierte, gewaltsame Verteilungskampf sind nicht gerade geeignet, diesen Wandel als Chance zu begreifen. Seine Schlussfolgerung aber, wonach sich Sozialstaat, Arbeitsmarktpolitik und Gewerkschaften endlich auf die flexible Dienstleistungsgesellschaft einzustellen haben, ist plausibel und nachvollziehbar. Die Szenarien des berüchtigten Provokateurs schärfen den Blick für dringende Reformen und helfen, zukunftsfähige Strategien zu finden. getAbstract empfiehlt dieses Buch allen Büroarbeitern, die sich verändern wollen oder müssen – und deren Chefs.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Realität, 26. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Abgestellten (Gebundene Ausgabe)
Ogger zeigt in seinem aktuellen Buch realistisch auf, wie sich unsere Arbeitswelt entwickelt: weg von den "Arbeitsstellen für's Leben" hin zu den "Jobs auf Zeit" bzw. zur Selbständigkeit. Flexibilität contra Sicherheitsbedürfnis. Weg vom Angestellten, hin zum "Mitarbeiter". Die Gegenwart besteht aus befristeten Arbeitsverträgen, Teilzeitarbeit, Zeitarbeit. Mehr ist derzeit nicht zu erwarten, denn Arbeit ist zum Luxusgut geworden. Dabei provoziert Ogger mit Thesen wie: "Wenige Glückliche dürfen immer härter schuften, damit viele Unglückliche zu Hause bleiben müssen".
Ogger möchte den Teufel nicht an die Wand malen oder Panikmachen, sondern er beschreibt die Realität, vor der sich noch zu viele verschließen. Begriffe wie Entlassungen, Outsourcing, Flexibilität definieren die aktuelle Arbeitswelt, d.h. die wegrationalisierten Arbeitsplätze werden durchaus ersetzt, aber eben flexibel. Die Zeitarbeit boomt und bietet das, was gewünscht wird. Lieber zahlt eine Firma den doppelten Preis für einen Mitarbeiter, kann ihn aber in Krisenzeiten "abmelden". Das Angestelltenprinzip kehrt sich somit ins Gegenteil.
Neben den "neuen" Flexiblen sieht Ogger aber noch eine weitere Entwicklung: Der Niedergang der Angestelltenkaste weckte die Existenzgründer. Auch diese haben Konjunktur und bereichern das Dienstleistungsangebot auf vielfältige Weise. Leider scheitern dabei viele an bürokratischen und finanziellen Hürden. Dennoch geht der Weg hin in Richtung Dienstleistung, Kreativität, Self-Management und Eigenverantwortung und Ogger füllt diese Thesen mit originellen Praxis-Beispielen, die tatsächlich Lust auf diesen Weg machen.
Ogger zeichnet ein Szenario, auf das sich Deutschland zubewegt und das unserer Gesellschaft ein neues Gesicht gibt, an das wir uns gewöhnen müssen: Selbständige als prägende Schicht, wachsende Klassenunterschiede, eventuell "Aufstände" der Unselbständigen... "...der feste Arbeitsplatz wird zur Beute einer qualifizierten Minderheit..."
Ogger appelliert an die abgestellten Angestellten, sich zusammenzuschließen und den Konkurrenzkampf anzutreten. Das Glück selbst in die Hand nehmen... wie wahr! Ogger schaut genau hin, zeigt uns schonungslos, was mit uns passiert ist und was wir tun können. Ein wichtiges Buch, das leider wahrscheinlich nicht jene erreicht, die es unbedingt lesen sollten. Aber vielleicht können zumindest wir Leser darüber reden.
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen typisch Ogger, 15. Januar 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Abgestellten: Ein Nachruf auf den festen Arbeitsplatz (Taschenbuch)
Ein typisches Buch aus der Ogger-Reihe.

Der Autor füttert seinen Leser mit einer Vielzahl von Informationen, Zahlen und Problemen.
Wie immer wird hier Dunkel-scharz gemalt. Die positiven Ansätze, Strömungen und auch Success-Stories werden m.E. nicht angemessen aufbereitet und dargestellt.
Was völlig fehlt, ist die Darstellung, wie wir den Tornaround in Deutschland/Europa nachhaltig realisieren könnten.
Fehlen hier Ideen, Visionen oder auch Fantasie?

Ich bin mir sicher, dass dieses mein letzte Buch gewesen ist, dass ich von Herrn Ogger gelesen habe, da es mich nicht positiv voranbringt sonder versucht, den Leser in tiefe Depression zu stürzen.
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Die Abgestellten: Ein Nachruf auf den festen Arbeitsplatz
Die Abgestellten: Ein Nachruf auf den festen Arbeitsplatz von Günter Ogger (Taschenbuch - 9. März 2009)
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