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Kundenrezensionen

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am 2. Februar 2014
Was ich von diesem hier rezensierten Buch hielte, war ich unlängst im Bekanntenkreis gefragt worden. "Kein Interesse", hatte ich sogleich abgewunken, "weder am Autor noch an dieser Art Literatur." Denn Richard David Precht war mir durch die Preisgabe seiner "Weisheiten" UND seiner ... eindrucksvollen "Persönlichkeit" in einigen Talkshows bereits unangenehm aufgestoßen.

Erst als der Zufall mich verurteilte, davon zu erfahren, daß Herrn Precht auch noch die Verleihung des zwar mehr als fragwürdigen Deutschen Filmpreises 2013 (!) zuteil geworden war, für sein "Verdienst, der deutschen Bevölkerung die Philosophie schlechthin nahegebracht zu haben" (???), kaufte und las ich dieses Buch. Es kostete mich nicht nur einen satten Anschaffungspreis, sondern auch sehr viel Überwindung, mich durch diese Anhäufung unbelegter Meinungsäußerungen, Vor-Verurteilungen und sonderbarer Behauptungen bis hin zu nach meinem Erfahrungs- und Wissensstand zuweilen nahezu grotesker Schlußfolgerungen hindurchzuquälen.

Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu vermelden. Außer, daß dieses hochgelobte Buch bei wohlwollender Betrachtung durchaus als Stichwortgeber taugen könnte ... sofern man die geschickt zusammengestellten höchstpersönlichen Ansichten und in weiten Bereichen beinahe rührend kindhaft-naiv-auftrumpfend verfaßten Kundgebungen des Verfassers in seriöser Literatur hinterfragen möchte. Man kann womöglich sogar bei bestimmten Veranstaltungen oder auf Parties mit einem gewissen Halbwissen glänzen, falls so etwas der eigene Stil sein sollte ...

Mir selbst ist das alles jedenfalls zu flach, zu wenig fundiert, zu wenig belegt oder gar nachvollziehbar. Daran können auch die zahlreichen im Anhang aufgelisteten Informationen und Literaturhinweise nichts ändern, denn auch diese sind jedenfalls mir zu unübersichtlich, um brauchbar zu sein. Mag sein, daß ich inzwischen schon zu viel an seriöser, wissenschaftlich fundierter Literatur gelesen, verstanden und verinnerlicht habe, um diesen insgesamt 393 Seiten "philosophischer Literatur" [sic!] des Verfassers Richard David Precht irgendetwas abgewinnen zu können.

Kleine Kostprobe aus diesem Buch:

Zitat Anfang Richard David Precht: "Wem die Rede von einem absoluten Wert der Natur nicht geheuer ist, schließt sich lieber einer anderen Überlegung an. Wenn die Natur einen Wert besitzt, so besitzt sie ihn doch unzweifelhaft [kursiv gedruckt] für den Menschen. [Normaldruck] Ein zwingender Grund, die Artenvielfalt der Natur zu erhalten, sei deshalb der [kursiv gedruckt] ökologische Eigennutz." [S.235]. Zitat Ende Richard David Precht.

Zitat Anfang Richard David Precht: "Eine oft empfohlene Möglichkeit besteht darin, seine negativen Gefühle sofort aufzuschreiben. Sie werden damit gleich zu Anfang vom Cortex gründlich geröntgt und damit zumindest etwas gelindert. Auch ein paar gute Gegenargumente aufzuschreiben, kann nicht schaden. Positive Psychologen ermuntern zudem, ein Tagebuch des Glücks zu schreiben, damit man lernt, sich an das Schöne besser zu erinnern. Eine weitere Weisheit der Glückspsychologie ist der Satz: Nimm dich nicht zu ernst, lache über dich selbst." [S. 365]. Zitat Ende Richard David Precht.

Genau! Lachen Sie über sich selbst, Herr Precht, und freuen Sie sich getrost über Leser, die sich von dem verheißungsvollen Titel wertvolle Erkenntnisse versprechen, und die dafür ihr sauer verdientes Geld auszugeben bereit sind, damit sie sich anschließend als "philosophisch gebildet" empfinden ... können ... dürfen.

Tja, ein wenig "klüger" bin ich schon geworden, denn nun habe ich die definitive Selbst-Bestätigung, daß mein ursprünglich negativer Eindruck über diesen Autor Richard David Precht völlig zutreffend war. Zwar bin ich nun um einige harte Euronen ärmer, aber wie heißt es doch so schön bei Herrn Precht: "Do be do be do, Was ist Freiheit?" [S. 313ff].

... Freiheit muß eben teuer erkauft werden, nicht wahr?

Mal sehen, ob ich in meinem Bekanntenkreis dieses Buch verschenken kann ... ich habe da allerdings so meine Zweifel. Aber immerhin gibt's ja hierzulande auch noch die WertMÜLLsammlung, für deren "Bereicherung" dieses Buch dann letztendlich doch noch seinen einen Amazon-Stern verdienen wird.

"Do be do be do, Was ist Freiheit?" [S. 313ff]. Ja, ja, auch DAS ist Freiheit!

Das tatsächlich sehr ... geradezu Gefährliche an DIESER Publikation ist ja gar nicht, daß derart viel tatsächlich fundiertes Fachwissen "verbogen" dargestellt wird, sondern daß schon allein durch diesen Buchtitel ehrlichen Menschen vorgegaukelt wird, sie könnten ihre schlichtweg entwicklingsbezogen "völlig normalen" Zweifel "an sich selbst" allein dadurch ... bewältigen, indem sie dieses Buch lesen und seinen haarsträubenden Erkenntnissen folgen. Viele junge, suchende Menschen sind in ihrem Entwicklungsprozeß zuweilen zerbrechlich wie Glas -- und genauso durchschaubar. Ihnen "falsche" Ideologien zu oktroyieren, lehnen wir alle vehement ab, wenn's "politisch" zugeht. Ganz richtig, sage ICH als bekennender Kinderschützer, aber auch: WEHRET DEN ANFÄNGEN auch dann, wenn es sich um die Lenkung einer Meinungsbildung handelt, die eine entscheidende Richtung für künftige Lernprozesse darstellen ... könnte.

Mißverständliche Buchtitel gehören deshalb nach meiner Auffassung ebenfalls zu den vielen kritisch zu hinterfragenden Themen ...
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am 9. Januar 2010
"... Abermillarden Organismen sausen durch die Welt mit einem einzigen Auftrag: Meine Erbsubstanz ist die wichtigste Substanz auf der ganzen Erde .." so ähnlich könnte es in einem Bio-Aufsatz eines Gymnasiasten über das Thema Genetik stehen. Das Zitat entstammt jedoch dem vorliegenden Buch, einer "originellen Einführung in das Thema Philosophie" von Richard Precht.

Begeben wir uns einmal kurz geistig zurück in die Sphäre unseres jugendlichen Weltbildes. In der Schule beginnen für uns, als in einer Bildungsgesellschaft Heranwachsende Wunsch und Realität einen disparaten Bund einzugehen. Ausgelöst durch mitunter schmerzhafte emotionale Erfahrungen lernen wir zu unterscheiden was möglicherweise, was wahrscheinlich und was realistisch erreichbar sein wird für uns im weiteren Ausbildungs- und Lebensweg. Bei einigen führt dieser Bund zu positiven charakterlichen Entwicklungen und Einsichten im Hinblick auf ein späteres wertvolles Tun für die Gemeinschaft, in der man als Erwachsener Verantwortung für sein Handeln übernimmt und sich effektiv über eine soziale Zugehörigkeitsgruppe in einer oder mehreren Disziplinen einbringt oder gar hervortut. Bei anderen sind Enttäuschungen bestimmend und führen zu Rückzugsstrategien aufgrund von erlittenen seelischen Verletzungen, die dann ein Verharren auf dem Fortgang des Reifungsprozesses bewirken können. Der pubertären Reifegrad, geprägt von sexuellem Begehren, Neid, unzureichender Einschätzung eigener Fähigkeiten gerinnt zum bleibenden Bezugspunkt des Lebens und der Biographie.

Als potentieller Leser des Buches "Wer bin ich .." finden Sie sicher hier auf diesen Rezensions-Webseiten einige Kommentare die um so viel spannender und interessanter als die Inhalte dieses Prechtschen Werkes selbst, dass sich zunächst nur die Frage nach dem Grund für diesen kommerziellen Erfolg stellt. Die sich durch das über das Fernsehen, Youtube etc. laufende Marketing für dieses Produkt aber von selbst beantwortet. Als Buch ist dieses Werk schlicht unlesbar, da mehr als zwei, drei Absätze von einem denkenden Menschen nicht am Stück bewältigt werden können ohne Innezuhalten und tief Luft zu holen. Wie ein derart beworbenes Werk in Druck gehen kann, ist schier unbegreiflich. Vor grossem Publikum werden hier unreflektiert peinliche spätpubertäre Selbstbespiegelungen ausgebreitet, die philosophische Biographien lediglich als Baukasten für eine Kulisse eines aufgeblasenen Autoren-Egos benutzen. Ausser Inhalten aus dem Fernsehen bzw. Kino, dem Internet und vereinzelt angelesenen Brocken, angereichert mit eklatanten sachlichen und sprachlichen Fehlern zuhauf gibt es in diesem Werk auf den ersten Blick nichts zu finden. - Der Schriftsteller Arno Schmidt zeigte uns einst am Beispiel des Werkes von Karl May wie man dennoch Spass an einer massenwirksamen Lektüre haben kann, die keinerlei Niveau besitzt (Meine Empfehlung zur Vertiefung: "Sitara und der Weg dorthin"). Episoden dieser Art, des Herrn Precht, werden die etablierte Substanz der gebildeten Welt in Zukunft dauerhaft beschädigen wenn nicht gegengesteuert wird. Soweit pauschal.

Eines im Detail möchte ich aber dennoch über das Buch nicht ungesagt lassen. Die Respektlosigkeit mit der andere Menschen, nicht nur Geistesgrössen hier grobschlächtig abgekanzelt werden ist trotz des jugendlich unbefangenen Gemüts des Verfassers beispiellos. Zur Verdeutlichung eine kleine fiktive Stilübung: --- "Der deutsche Autor Richard Precht wurde 1964 geboren. Nach Besuchen zweitklassiger Ausbildungsstätten promovierte er schliesslich in Germanistik über den "Mann ohne Eigenschaften". Da er sich zwar eine geistige Nähe zur Philosophie erträumte jedoch keinerlei Verständis für diese komplexe Materie mitbrachte oder sich erwerben konnte, von eigenen Ideen gar nicht zu sprechen, verfasste er populärwissenschaftliche Belletristik für Halbgebildete. Mit dümmlich grossspurigen Essays in bescheidenem bis schlechtem feuilletonistischen Stil brachte er es zu einem zeitweiligen Bekanntheitsgrad in öffentlichen Sendungen. Als Vehikel hierfür diente ihm die Ehe mit einer Fernsehmoderatorin. Weder die akademische Welt noch die ernsthafte Literaturkritik nahm von ihm Kenntnis."

PS: Ein Lektorat, selbst wenn es nur im Auftrag von Goldmann tätig ist, sollte darauf achten wenn Autoren bei Wikipedia abschreiben.
PPS: Schön, dass nach wie vor ein ungebrochenes Interesse am Thema Philosophie zu bestehen scheint. Wenn auch hier das Mode-Thema "Ich" im Vordergrund steht.
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am 4. Januar 2014
Einerseits empfinde ich das Buch als einen guten Überblick über die verschiedensten Themen der Philosophie. Es regt einen zum Nachdenken an und die Kapitelanfänge sind packend gestaltet.

Andererseits scheint es mir an manchen Stellen so, als wolle Precht dem Leser seine Meinung aufdrängen. Er schwafelt viel und wirkt sehr von sich und seiner Meinung überzeugt. So schränkt er das selbstständige Nachdenken der Leser widerum ein.

Alles in allem gibt es sicherlich bessere Bücher, um sich einen Überblick über die Philosophie zu verschaffen.
Nicht nur für die jüngeren Leser eignet sich zum Beispiel "Sophies Welt".
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am 20. Januar 2016
Das ist mit Postmans Buch Das Technopol - die Entmündigung der Menschheit mit diesem leicht zu lesenden, aber absolut runden, informativen Standpunkt ein wirkliches Highlight. Eindrücke werden verstärkt, neue Sichtweisen angeregt, viele Blickpunkte werden aus dem Verständnis der Wissenschaft und Philosophie zusammengetragen, analysiert, gefiltert und neu angeordnet. Der Spiegel wird uns vorgehalten aber auch Freiräume für eigene Gedankengänge bleiben. Ich mag es echt; empfehlenswert!
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am 2. April 2011
Das Gute an erfolgreichen Büchern ist, daß sie immer auch einen unverstellten Blick auf den Zeitgeist gestatten.

Vom Konzept her folgt das Buch der Strategie vieler Bücher aus der Bestsellerliste für Sachbücher. Klappere die beliebtesten Themen ab. Keine allzu langen Abschnitte. Keine zu langen Sätze oder Gedankengänge. Zusammenschreiben geht vor Kreativität. Heraus kommt ein Buch, dem man auch noch gemütlich mit einer Flasche Bier (oder auch zwei) folgen kann.

Als geübter Bildzeitungs- oder Fokus Leser kann man sich hier auch noch in Sachen Philosophie etwas berieseln lassen. Nach dem Motto "dabeisein ist alles" nur schnell muß es gehen, liegt das Buch voll im Trend unserer Copy & Paste Gesellschaft. Eigene Gedanken oder vielleicht sogar Humor - wer braucht das schon. Das Tempo in dem hier von Thema zu Thema gesprungen wird - auch innerhalb eines Kapitels, ohne einen einzigen tiefergehenden Gedanken zu verlieren, ist wirklich beeindruckend.

Wer also auch auf Partys mal den einen oder anderen philosophischen Hingucker liefern will, ist mit dem Buch bestens beraten.

Da wir uns im Zeitalter des Massen-Marketing befinden, wo man mit einer gut geführten Kampagne mehr erreichen kann als mit guten Inhalten, hat Goldman hier von Anfang an auf allen Kanälen die Werbetrommel gerührt.
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am 16. Oktober 2009
Das Buch ist eine verknüpfte Artikelsammlung wissenschaftsjournalistischer Beiträge. Deshalb sollte es der Buchhandel bei den Zeitschriften unter der Rubrik einsortieren:
"Was geo und pm wegen schlechter Recherche und sachlichen Fehlern abgelehnt haben."
Da die einzelnen Stücke recht kurz geraten sind, lässt sich das recht flüssig weglesen.Nur exemplarisch: Pauschalurteile über grosse, teilweise in der Entwicklung ihrer Gedankenwelten sicherlich heterogene und auch widersprüchliche Denker wie Wittgenstein, Freud oder Nietzsche werden jeweils mit einem einzelnen herausgestellten Aspekt ihres Werkes gefällt. Der Verdacht liegt nahe, dass der Autor vieles davon nicht selbst gelesen oder verstanden hat. Einigermassen ausführlich werden Boulevardthemen zu den behandelten Personen wie sexuelle Präferenzen und dergleichen behandelt. Hier zeigt sich der Autor voll auf der Höhe und das macht sicher auch den Erfolg des Buches aus. Man kann innen Bohlen lesen und es steht aussen Hirnforschung und Philosophie dran. Katja Kessler schreibt jedoch wesentlich pointierter.Der Schutzversuch im Schlussteil, sich mit Moralisierendem auf der richtigen Seite zu positionieren, schlägt fehl. Wer für so etwas so viele Bäume zum Papiermachen fällen lässt, scheitert auch da.
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am 13. August 2009
Als interessierter Laie suchte ich immer mal wieder den Zugang zur Philosophie. Aber die Bücher großer Philosophen verstand ich nicht wirklich, denn meistens waren mir ihre Begriffe und Konzepte unbekannt. Ich brauchte eine Einführung in die Philosophie, und dafür schien mir das Buch "Wer bin ich..." aufgrund seiner Versprechen und des Hypes geeignet zu sein.

Doch das Buch hat mich überhaupt nicht weiter gebracht. Die philosophischen Denkrichtungen werden nur oberflächlich beschrieben. Es werden Einzelfragen unter verschiedenen philosophischen Perspektiven betrachtet, aber als Fazit folgt dann jeweils, wenn überhaupt, ein unverbindlicher Ideen-Mischmasch ohne klares Konzept. Der Rest bleibt dem Leser überlassen.
Vordergründing soll hier die "Lust am Denken" geweckt werden, aber das Fehlen einer klaren Linie weist eher darauf hin, dass der Autor selber keinen Plan hat. Angesichts der vielen überflüssigen Anekdoten in dem Buch geht ihm wohl eher um die Lust am Klatschen und Tratschen. Dieser Verdacht erhärtet sich rückblickend schon in der Einleitung, wo er erzählt, dass ihm Philosophievorlesungen zu trocken waren; lieber war es ihm, mit Kommilitonen in Mensen und Kneipen zu diskutieren. Am Spaßhaben und Quatschen ist nichts einzuwenden, aber was die Erlangung von Erkenntnis betrifft, wird es schon seine Gründe gehabt haben, dass die großen Denker dafür eher die Abgeschiedenheit als den Rummel suchten.

Nebenbei, Prechts Tick, laufend Denkrichtungen mit Städten in Verbindung zu bringen, soll wohl eine Reise versinnbildlichen. Aber das ist etwa so nützlich wie eine Klassifizierung von Philosophen nach ihren Lieblingsspeisen.

Das Buch liefert dem Leser das Gefühl, sich jetzt auch mal mit Philosophie befasst zu haben und mitreden zu können, und es ist spaßig geschrieben. Das ist ja auch ganz schön, dafür zwei Sterne. Aber einen Weg zur Selbsterkenntnis und einen Einstieg in die Philosophie, der für eine anschließende Vertiefung geeignet wäre, liefert es nicht. Die Philosophieeinführung "Leben lernen" von Luc Ferry, die ich nach "Wer bin ich..." las, fand ich um Längen hilfreicher und erhellender.
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am 8. Juli 2012
Dieses Buch habe ich geschenkt bekommen und fand es unterhaltsam zu lesen. Schon der Titel weist darauf hin, dass man es nicht mit bierernsten theoretischen Abhandlungen zu tun haben wird, sondern dass der Autor sein Wissen um die Suche nach Antworten auf die zentralen Fragen der Menschheit eher locker-flockig und mit Humor präsentiert.
Und so liest sich das Buch auch sehr flüssig, ich persönlich wurde mit seinem Stil aber nie wirklich warm. Dazu kommt, dass ich am Ende nicht das Gefühl hatte, etwas Neues hinzugelernt zu haben, was ich mir eigentlich anfangs erhofft hatte.
Wirklich in die Tiefe geht das Buch also nicht, den Menschen, die sich mit den besprochenen Themen noch nicht befasst haben, liefert es aber sicherlich einen interessant zu lesenden Überblick.
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am 9. November 2012
"Eine faszinierende Reise in die Welt der Philosophie", so wird Prechts Buch allerorts angepriesen. Ich möchte das "faszinierend" durch "schnell" ersetzen und vor "Reise" ein fettes "Kurz" stellen. Ich frage mich, was ist der Sinn solcher Werke? Es ist ja löblich, dass Precht versucht, die Philosophie, in Verbindung mit Erkenntnissen der Hirn- und Verhaltensforschung, jedem nahezubringen, doch was wird letztendlich damit erreicht? Vieles wird angesprochen, im Gröbsten angerissen und der fälschliche Eindruck erweckt, nach dieser Lektüre bestens bewandert auf allen Gebieten zu sein.

Was kann ich wissen, was soll ich tun und was darf ich hoffen? Mit diesen Fragen wird das Buch dreigeteilt. Systematisch geht Precht an das Sezieren der einzelnen Themen. Schnell, anschaulich und wortgewandt bringt er sie auf den Punkt. Was durch dieses rasante Verfahren verloren geht, ist der wichtigste Teil der Philosophie an sich: die gedankliche Auseinandersetzung und schließlich die Erkenntnis selbst.

Das Buch ist für mich daher ein nichtgelungener Spagat zwischen der Herausforderung, die großen Fragen des Lebens einem breiten Publikum verständlich zu machen und dem Anspruch auf Vollständigkeit. Ich möchte trotzdem eine Lanze für den Autor brechen, weil er es versucht, es meiner Meinung nach jedoch schlichtweg nicht möglich ist. Hier stellt sich natürlich die Frage, warum dann überhaupt dieser Ansatz? Eine Frage, auf die man leider keine charmante Antwort findet.

Für eine gelungene Sprache und das gezielte Heranführen an viele wichtige Kernthemen gibt es dann doch ein paar Pluspunkte. Mit der Gewissheit, einen oberflächlichen Streifzug durch die wichtigen Fragen des Lebens zu vollziehen, kann das Buch getrost gelesen werden.
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am 15. Dezember 2008
Nach der Lektüre von Prechts "Wer bin ich und wenn ja, wie viele?" überkommt mich ein "Faust-Feeling": "Habe nun, ach! Philosophie (hier: die 400 Seiten lange "philosophische Reise" von Herrn Precht) ... durchaus studiert, mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor!", denn auf die entscheidende Frage: "Wer bin ich?", die auch Faust umtrieb, gibt das Buch keine Antwort!
Die Enttäuschung wird noch vergrößert durch das Vorkommen vieler sachlicher Fehler. So kam ich beim Lesen zu mehr "Aua"- als zu den erhofften "Aha"-Erlebnissen! Einige Beispiele: Die Menschenfamilie "Hominae" gibt es nicht. Es ist die der "Hominidae". Dendriten sitzen nicht an Axonen, sondern entspringen typischerweise den Zellleibern der Neuronen. Nervenimpulse wandern nicht "von einer Synapse ... in eine andere", sondern von der prä- zur postsynaptischen Membran der Synapse. Mitochondrien sind keine Zellorgane, sondern Zellorganellen. Die "Gattung Homo sapiens" auf Seite 246 tut einem Biologen besonders weh! Außerdem darf man nicht, nur weil man möglicherweise betonen möchte, dass an der Uni Parma Hervorragendes in der Hirnforschung geleistet wird, diese zur ältesten Universität Europas erklären. Die befindet sich nun einmal in Bologna und wurde bereits 330 Jahre früher gegründet! Störend wirken zudem die vielen vermeidbaren Schreibfehler. Und, und, und ...
Prechts Buch wurde trotz dieser Mängel zum Bestseller. Warum? Mag sein, dass sich viele Leser mit dem "Weg als Ziel" zufrieden geben und weniger interessiert sind an einer überzeugenden Antwort auf die im Buchtitel gestellte Frage. Wahrscheinlicher aber ist, dass das Glücksversprechen von Frau Heidenreich: "Wenn Sie dieses Buch lesen, haben Sie den ersten Schritt auf dem Weg zum Glück schon getan", nicht unerheblich dazu beigetragen hat. Dem Versprechen folgte jedoch bei mir die Enttäuschung!
Dennoch, es gibt sie, die Antworten auf die sog. "letzten Fragen": "Wer bin ich?" und "Was ist der Sinn des Lebens?", allerdings nicht aus philosophischer sondern aus naturwissenschaftlicher Sicht! Das entsprechende Angebot erhält man unter dem Stichwort/Tag "Welt-Erklärung" hier bei amazon.de.
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