Kundenrezensionen


325 Rezensionen
5 Sterne:
 (145)
4 Sterne:
 (65)
3 Sterne:
 (40)
2 Sterne:
 (23)
1 Sterne:
 (52)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


1.075 von 1.156 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spielerisch...
...dieses in der Buchbeschreibung auf dem Umschlag mehrfach auftauchende Wort beschreibt Richard David Prechts "Wer bin ich? und wenn ja, wie viele? Eine philosophische Reise" in meinen Augen soweit treffend.
Ich habe mir das Buch, weil es eingeschweißt war, einfach mal auf gut Glück gekauft und bekam einiges zu lesen.

Precht möchte mit...
Veröffentlicht am 24. November 2007 von Alexander Ewald

versus
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Was ist Philosophie... und wenn ja, wieviele saufen wieviel?
Fast Food - warum nicht? Liest sich nebenbei so weg, so man nichts Wichtigeres zu tun hat: flüssig geschrieben... "überflüssig" würde ich nicht sagen, denn wir hören ja begeisterte Stimmen von Lesern, die erstmalig an Philosophie herangeführt werden und ganz vorsichtig beigebracht kriegen, daß sie nicht gebissen oder gescholten werden,...
Vor 19 Monaten von Alexa Rostoska veröffentlicht


‹ Zurück | 1 233 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

1.075 von 1.156 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spielerisch..., 24. November 2007
...dieses in der Buchbeschreibung auf dem Umschlag mehrfach auftauchende Wort beschreibt Richard David Prechts "Wer bin ich? und wenn ja, wie viele? Eine philosophische Reise" in meinen Augen soweit treffend.
Ich habe mir das Buch, weil es eingeschweißt war, einfach mal auf gut Glück gekauft und bekam einiges zu lesen.

Precht möchte mit seinem Buch einen Einblick geben, einen Einblick in die großen philosophischen Fragen des Mensch-Seins, verknüpft mit Ergebnissen und Sachverhalten aus Psychologie und Biologie - demnach ist das Buch also der Versuch, den Leser auf eine einleitende vielperspektivische Reise mitzunehmen, wo alles miteinander zusammenhängt.

Rein strukturell hangelt der Autor sich an den berühmten kantischen Fragen "Was kann ich wissen?", "Was soll ich tun?" und "Was darf ich hoffen?" entlang und reißt dabei die unterschiedlichsten Themen an, wie z.B.

Kapitel 1: Was kann ich wissen?
- Was ist Wahrheit?
- Wie funktioniert mein Gehirn?
- Wer ist "Ich"?
- Was sind Gefühle?

Kapitel 2: Was soll ich tun?
- Warum soll ich gut sein?
- Kann ich wollen, was ich will?
- Ist Abtreibung moralisch?
- Warum sollen wir die Natur schützen?

Kapitel 3: Was darf ich hoffen?
- Gibt es Gott?
- Was ist Liebe?
- Was ist Freiheit?
- Hat das Leben einen Sinn?

Auffallend ist die Breite der angelegten Fragen - der Autor verknüpft philosphische Überlegungen mit Biologie und Psychologie, ist bemüht um das vernetzte Denken und Fragen stellen.
Innerhalb der jeweiligen Kapitel stellt Precht verschiedene Aspekte der jeweiligen Disziplinen vor (beispielsweise Kants kategorischen Imperativ, Descartes "cogito ergo sum", Die Experimente Libets), wägt sie ab und entfaltet zum Ende hin eine Art Standpunkt, von dem aus er geschickt zum nächsten Kapitelthema überleitet.
Das Ganze erfolgt auf eine irgendwo spielrisch wie leichte Art und Weise und macht das Buch amüsant lesbar.

Vor allem entfaltet dieses durch diese spielrische Herangehensweise seinen eigenen Charme, der es sowohl für Einsteiger in die Philosophie aber auch für mehr bewandelte Leute interessant macht:

Der Einsteiger findet eine Menge an Informationen, Gedanken und Fragen vor und wird so auf ganz leichte Weise zum Nach- und Weiterdenken ermuntert.
Dennoch kann ein wenig Zeit lassen beim Lesen nicht schaden - die Informationsmenge ist sehr hoch und das Sortieren derselben kann, gerade wenn zum Ende hin die Querverbindungen häufiger werden, dazu führen, dass das Behalten des Überblicks gefährdert sein könnte.

Dem etwas mehr bewandelte Leser kann es Freude bereiten, zu sehen, welche Verknüpfungen Precht herstellt. Sicherlich wird er fachlich nicht allzu viel Neues erfahren, wenn überhaupt, und es mag sich bei manchen Verknüpfungen im Detail Zweifel oder gar Widerspruchsgeist regen - dies ist dem Autor durchaus bewusst - aber kombiniert mit den entfalteten Standpunkten kann man das Werk spielerisch wie ernster als (Neu)Ausgangspunkt zur Selbstreflexion eigener Standpunkte und Anregung von Gedanken betrachten, wo dann mE auch über das Buch hinausweisendes miteinbezogen werden kann - kurzum: ein interessantes und Freude bereitendes Buch.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


266 von 299 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die wirklich interessanten Dinge des Lebens, 11. April 2008
Schon am Titel merkt man, dass es sich hierbei um ein unterhaltsames, ein anderes Buch handelt. Ein Buch, dass einem das Hirn ein wenig verdreht. Und das ist wirklich so. Das Buch ist eine philosophische Reise und streift einige wirklich interessante Fragen: Was ist Wahrheit? Was ist Sprache? Gibt es Gott? Darf man Tiere essen? Brauchen wir Eigentum?... um nur einmal ein paar zu nennen. Das Tolle ist, dass Precht niemals belehrt, sondern vielmehr zum Denken anregt. Dazu vertritt er sehr oft verschiedene Sichtweisen argumentativ so gut, dass man erst der einen, dann der anderen lauthals zustimmen möchte, um am Ende eines Kapitels wirklich ins Grübeln zu kommen. Ganz nebenbei erfährt man auch sehr viel über die großen Philosophen. Die werden aber - anders als in anderen Philosophie-Büchern - nur am Rande erwähnt, etwa, wenn ihr Denken zu einer der Fragen, die Precht stellt, passt. Außerdem werden die Philosophie-Stars sehr menschlich dargestellt, manchmal erinnert das ein wenig an die philosophische Hintertreppe.

Alles in allem: Eine wunderbare Lektüre für zwischendurch, wenn man sich mal wieder um die wichtigen Dinge im Leben scheren möchte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Was ist Philosophie... und wenn ja, wieviele saufen wieviel?, 21. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wer bin ich - und wenn ja wie viele?: Eine philosophische Reise (Taschenbuch)
Fast Food - warum nicht? Liest sich nebenbei so weg, so man nichts Wichtigeres zu tun hat: flüssig geschrieben... "überflüssig" würde ich nicht sagen, denn wir hören ja begeisterte Stimmen von Lesern, die erstmalig an Philosophie herangeführt werden und ganz vorsichtig beigebracht kriegen, daß sie nicht gebissen oder gescholten werden, wenn sie etwas noch nie gehört haben. Aber ob diese Klientel wirklich etwas Bleibendes mitnimmt aus dieser Lektüre? Für den, der schon mal über den Zaun geschaut hat, wohl kaum und dann reichlich. Denn wenn es um Stellungnahme geht, läßt Precht den Neuling allein, drückt sich und weicht auf Mehrfach-Antworten aus: Selbstbedienung am Buffet - sucht euch aus, was ihr wollt: wenn ja, ganz viele! Der Leser hätte aber schon gern eine Empfehlung des "Küchenchefs". Der Titel hat nicht suggeriert, hochwissenschaftlich vorzugehen auf dieser "philosophischen Reise". Das kleine Bootchen auf dem Cover? ...schippert wohl derzeit in ruhigem Fahrwasser auf dem großen weiten Ozean. War es schon in Seenot geraten oder kommt das erst noch? Auf jeden Fall : gute Fahrt und immer 2 Fuß Wasser unter dem Kiel!
Ein wirklich sehr gutes und sehr empfehlenswertes Gegenstück ist das Buch von Wilhelm Weischedel "Philosophische Hintertreppe".
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


96 von 113 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was wir wissen ist ein Tropfen - was wir nicht wissen ein Ozean, 16. Mai 2008
Von 
Apefred "Fred Ape" (Dortmund Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Dieses wunderbare Zitat von Isaac Newton stelle ich mal voran.Nur um mal eine Alternative zu Sokrates zu nennen. Gut, das Buch ist gut lesbar, aber bei Licht besehen, gibt es für den, der sich beispielsweise auf den Wissenschaftsseiten von der "ZEIT" dem "Spiegel" oder der "Süddeutschen" tummelt, nicht viel Neues. Wenn man ganz gemein ist, könnte man ja sogar sagen, das stand alles schon so oder ähnlich, in GEO - Wissenschaft. Aber, und jetzt kommt das große "Aber": für den, der sich mangels einer wissenschaftlichen oder philosophische Ausbildung - oder sonst welche Studien mit Affinität zum Thema - immer mal wieder, aus reinem Wissensdurst, diesen Themen nähern will, eine Super Lektüre. Da ich ja genau zu diesem Klientel gehöre, kein Abitur, etc., aber eben interessiert am Lauf der Dinge und immer mit dem Bedürfnis, den Kopf über Wasser zu halten, habe ich dieses Buch doch genossen. Uns wird der Stand der Hirnforschung vorgestellt, ebenso wie die entscheidenden und aktuellen Aussagen von Philosophen und Wissenschaftlern früher und heute. Eben zu den Fragen die uns tatsächlich bewegen (sollten): wo komme ich her? Was mache ich hier? Und wo geht es hin? Fragen zur Umwelt-Ethik - dabei wichtig: warum müssen wir nur immer die Wale retten? - Sterbehilfe, mit guten Zusammenfassungen der aktuellen Diskussion, und was soll ich sagen: was ist Liebe, was passiert mit mir, usw.. Aber über allem steht immer wieder, je weiter wir in den einzelnen Kapiteln fortschreiten, dass wir tatsächlich so gut wie nichts wissen über die Vorgänge in unserem Hirn. Immer wieder kommt Precht zu dem Schluss, dass man nichts Genaues sagen kann, und es wohl eine Mischung aus allem ist. Nach dem Motto, das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Gut, dass ist jetzt auch schon dermaßen verwurstet worden, aber - im Zusammenhang mit diesem Buch - allemal richtig. Ich möchte ein kleines Zitat aus dem Buch, aus dem Kapitel über Liebe, verwenden, weil es mich doch zum schmunzeln brachte: "Der Verliebte sieht ein Lächeln, alle anderen eine Zahnlücke". Und wer wissen will, was da chemisch, seelisch, neurologisch abläuft, in einem Verliebten, der ist bei diesem Buch zu Hause. Aber nicht oder nie auf eine gültige Antwort hoffen. Auch zum immer mal wieder Nachschlagen geeignet, wenn mal auf einer Party einer mit Wittgenstein Zitaten oder Schopenhauer glänzen will, und man leicht zweifelt, ob der überhaupt irgendeine Ahnung hat und nur enzyklopädisches (oder Kreuzworträtsel-) Wissen reproduziert. Und man erfährt den Beweggrund, warum dieser Partylöwe an dieser Stelle so ist wie er ist. Aber ist es wirklich sein Wille?
Die Moral hält das Buch als roten Faden zusammen. Auf diese kommt Precht immer wieder und die angestoßenen Themen geben uns die Chance zur Reflektion.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Reise zum "Ich", 19. August 2013
~°~ Eindrücke ~°~

Die „Philosophische Reise“ ist gegliedert. Die Hauptthemen sind die Fragen:
- Was kann ich wissen?
- Was soll ich tun?
- Was darf ich hoffen?
Jedes dieser Kapitel ist wiederum in mehrere kürzere aufgeteilt. Die Länge der Antworten ist dabei stark schwankend. Die Kapitel beziehen sich zwar meist auf das vorrangegangene („Fragen wir uns weiter ...“), können jedoch auch gut getrennt gelesen werden. Die Gliederung erlaubt es dieses Buch auch einige Zeit aus der Hand zu legen ohne den Faden zu verlieren. Ich empfehle jedoch ein Kapitel nicht mittendrin zu unterbrechen.

Was mir als erstes auffiel war der Schreibstil. Da es sich hier (mehr oder weniger) um ein Sach-/ Fachbuch handelt rechnete ich bereits damit das ein oder andere Wort nachschlagen zu müssen. Zu meiner Freude brauchte ich dieses jedoch nicht, da der Autor eher in Umgangssprache geschrieben hat. Wenn er wirklich einmal einen Fachbegriff verwendet, was sehr selten vorkommt, so folgt die Erklärung direkt dahinter. Beides erleichterte mir das Lesen ungemein und ich kam recht zügig voran.
Ich hege selbst ein sehr großes Interesse an der Philosophie und würde von mir auch behaupten mich dort ein wenig auszukennen. Daher langweilte mich dieses Buch doch recht schnell. Die großen Philosophen werden in diesem Buch kurz vorgestellt. Beispiele (z.B. Werke) werden gegeben und somit erinnerte mich es ein wenig an ein Lexikon. Für Einsteiger sicher sehr interessant, grade um überhaupt einen ersten Überblick zu bekommen, für Erfahrene ein netter Rückblick. Etwas neues erfuhr ich über die großen Denker unser Zeit leider nicht.

Was mir sehr positiv auffiel war das Precht sich an sehr aktuelle Themen (Abtreibung, Gentechnik, ...) heranwagt und diese philosophisch durchleuchtet. Er vermeidet es auf eine gestellte Frage eine konkrete Antwort zu geben. Sehr gut, denn genau das macht ja die Philosophie mit aus: Sich selbst seine Gedanken zu etwas zu machen – und kommen sie anderen auch noch so merkwürdig vor.
Leider schweift der Autor an sehr vielen Stellen komplett ab, so das es teils schwer ist wieder zur Ursprungsfrage zurückzufinden. Teils war mir das ein wenig viel, so das ich mit dem weiterlesen kämpfen musste.

~°~ Fazit ~°~
Wer nur mal seine „Nase“ in die Philosophie stecken möchte kann mit Precht die Reise antreten. Alle die sich intensiv mit dem Thema befassen möchten rate ich hiervon ab.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


35 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wichtige und unwichtige Substanzen, 9. Januar 2010
"... Abermillarden Organismen sausen durch die Welt mit einem einzigen Auftrag: Meine Erbsubstanz ist die wichtigste Substanz auf der ganzen Erde .." so ähnlich könnte es in einem Bio-Aufsatz eines Gymnasiasten über das Thema Genetik stehen. Das Zitat entstammt jedoch dem vorliegenden Buch, einer "originellen Einführung in das Thema Philosophie" von Richard Precht.

Begeben wir uns einmal kurz geistig zurück in die Sphäre unseres jugendlichen Weltbildes. In der Schule beginnen für uns, als in einer Bildungsgesellschaft Heranwachsende Wunsch und Realität einen disparaten Bund einzugehen. Ausgelöst durch mitunter schmerzhafte emotionale Erfahrungen lernen wir zu unterscheiden was möglicherweise, was wahrscheinlich und was realistisch erreichbar sein wird für uns im weiteren Ausbildungs- und Lebensweg. Bei einigen führt dieser Bund zu positiven charakterlichen Entwicklungen und Einsichten im Hinblick auf ein späteres wertvolles Tun für die Gemeinschaft, in der man als Erwachsener Verantwortung für sein Handeln übernimmt und sich effektiv über eine soziale Zugehörigkeitsgruppe in einer oder mehreren Disziplinen einbringt oder gar hervortut. Bei anderen sind Enttäuschungen bestimmend und führen zu Rückzugsstrategien aufgrund von erlittenen seelischen Verletzungen, die dann ein Verharren auf dem Fortgang des Reifungsprozesses bewirken können. Der pubertären Reifegrad, geprägt von sexuellem Begehren, Neid, unzureichender Einschätzung eigener Fähigkeiten gerinnt zum bleibenden Bezugspunkt des Lebens und der Biographie.

Als potentieller Leser des Buches "Wer bin ich .." finden Sie sicher hier auf diesen Rezensions-Webseiten einige Kommentare die um so viel spannender und interessanter als die Inhalte dieses Prechtschen Werkes selbst, dass sich zunächst nur die Frage nach dem Grund für diesen kommerziellen Erfolg stellt. Die sich durch das über das Fernsehen, Youtube etc. laufende Marketing für dieses Produkt aber von selbst beantwortet. Als Buch ist dieses Werk schlicht unlesbar, da mehr als zwei, drei Absätze von einem denkenden Menschen nicht am Stück bewältigt werden können ohne Innezuhalten und tief Luft zu holen. Wie ein derart beworbenes Werk in Druck gehen kann, ist schier unbegreiflich. Vor grossem Publikum werden hier unreflektiert peinliche spätpubertäre Selbstbespiegelungen ausgebreitet, die philosophische Biographien lediglich als Baukasten für eine Kulisse eines aufgeblasenen Autoren-Egos benutzen. Ausser Inhalten aus dem Fernsehen bzw. Kino, dem Internet und vereinzelt angelesenen Brocken, angereichert mit eklatanten sachlichen und sprachlichen Fehlern zuhauf gibt es in diesem Werk auf den ersten Blick nichts zu finden. - Der Schriftsteller Arno Schmidt zeigte uns einst am Beispiel des Werkes von Karl May wie man dennoch Spass an einer massenwirksamen Lektüre haben kann, die keinerlei Niveau besitzt (Meine Empfehlung zur Vertiefung: "Sitara und der Weg dorthin"). Episoden dieser Art, des Herrn Precht, werden die etablierte Substanz der gebildeten Welt in Zukunft dauerhaft beschädigen wenn nicht gegengesteuert wird. Soweit pauschal.

Eines im Detail möchte ich aber dennoch über das Buch nicht ungesagt lassen. Die Respektlosigkeit mit der andere Menschen, nicht nur Geistesgrössen hier grobschlächtig abgekanzelt werden ist trotz des jugendlich unbefangenen Gemüts des Verfassers beispiellos. Zur Verdeutlichung eine kleine fiktive Stilübung: --- "Der deutsche Autor Richard Precht wurde 1964 geboren. Nach Besuchen zweitklassiger Ausbildungsstätten promovierte er schliesslich in Germanistik über den "Mann ohne Eigenschaften". Da er sich zwar eine geistige Nähe zur Philosophie erträumte jedoch keinerlei Verständis für diese komplexe Materie mitbrachte oder sich erwerben konnte, von eigenen Ideen gar nicht zu sprechen, verfasste er populärwissenschaftliche Belletristik für Halbgebildete. Mit dümmlich grossspurigen Essays in bescheidenem bis schlechtem feuilletonistischen Stil brachte er es zu einem zeitweiligen Bekanntheitsgrad in öffentlichen Sendungen. Als Vehikel hierfür diente ihm die Ehe mit einer Fernsehmoderatorin. Weder die akademische Welt noch die ernsthafte Literaturkritik nahm von ihm Kenntnis."

PS: Ein Lektorat, selbst wenn es nur im Auftrag von Goldmann tätig ist, sollte darauf achten wenn Autoren bei Wikipedia abschreiben.
PPS: Schön, dass nach wie vor ein ungebrochenes Interesse am Thema Philosophie zu bestehen scheint. Wenn auch hier das Mode-Thema "Ich" im Vordergrund steht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Na ja, 4. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wer bin ich - und wenn ja wie viele?: Eine philosophische Reise (Taschenbuch)
Einerseits empfinde ich das Buch als einen guten Überblick über die verschiedensten Themen der Philosophie. Es regt einen zum Nachdenken an und die Kapitelanfänge sind packend gestaltet.

Andererseits scheint es mir an manchen Stellen so, als wolle Precht dem Leser seine Meinung aufdrängen. Er schwafelt viel und wirkt sehr von sich und seiner Meinung überzeugt. So schränkt er das selbstständige Nachdenken der Leser widerum ein.

Alles in allem gibt es sicherlich bessere Bücher, um sich einen Überblick über die Philosophie zu verschaffen.
Nicht nur für die jüngeren Leser eignet sich zum Beispiel "Sophies Welt".
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


94 von 115 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Viel Geschwafel, 22. September 2009
Diese Buch habe ich geliehen bekommen, also zum Glück kein Geld dafür ausgegeben.
Nach dem Lesen des Inhaltsverzeichnisses und des Vorwortes war ich zunächst restlos begeistert. Die in den Kapitelüberschriften aufgeworfenen Fragen waren super-spannend, und die Vorgeschichte des Autors verhiessen Leidenschaft für die Philosophie und eine unkonventionelle Herangehensweise.
Leider hielt der Rest des Buches nicht im geringsten, was der Anfang versprach. Zu jeder Fragestellung wird erst mal langatmig eine Kurzbiografie eines (oder mehrerer) Philosophen dargeboten - ein Verfahren, mit dem auch andere Autoren ihre Leserschaft zu Tode gelangweilt haben. Dann versucht der Autor auch noch, die aufgeworfenen Fragen abschliessend zu beantworten, und verliert sich dabei jedes mal in einem "sowohl", "als auch" und "es könnte aber noch anders sein". Bezeichnenderweise kann ich mich bereits jetzt, nachdem ich das Buch gerade ausgelesen habe (innerhalb von 2 Wochen), bei keiner einzigen Kapitelüberschrift an den Inhalt des zugehörigen Kapitels erinnern. Es gibt keine klare oder gar provokante Aussage, keine stichhaltige Begründung, keine Fragestellung ist so präsentiert, dass sie den Leser zu Weiterdenken anregt. Das Buch macht einen zu gross angelegten Rundumschlag, und endet in einem Haufen Informationskonfetti, das den Leser letztlich nicht weiter bringt. Von der grossen Masse anderer Einführungen in die Philosophie unterscheidet es sich lediglich dadurch, dass es ausnahmsweise nicht chronologisch vorgeht, sondern statt dessen entlang der 3 grossen Fragen Kants gegliedert ist (was kann ich wissen - was soll ich tun - was darf ich hoffen).
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


50 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Philosophisches Fastfood, 2. April 2011
Das Gute an erfolgreichen Büchern ist, daß sie immer auch einen unverstellten Blick auf den Zeitgeist gestatten.

Vom Konzept her folgt das Buch der Strategie vieler Bücher aus der Bestsellerliste für Sachbücher. Klappere die beliebtesten Themen ab. Keine allzu langen Abschnitte. Keine zu langen Sätze oder Gedankengänge. Zusammenschreiben geht vor Kreativität. Heraus kommt ein Buch, dem man auch noch gemütlich mit einer Flasche Bier (oder auch zwei) folgen kann.

Als geübter Bildzeitungs- oder Fokus Leser kann man sich hier auch noch in Sachen Philosophie etwas berieseln lassen. Nach dem Motto "dabeisein ist alles" nur schnell muß es gehen, liegt das Buch voll im Trend unserer Copy & Paste Gesellschaft. Eigene Gedanken oder vielleicht sogar Humor - wer braucht das schon. Das Tempo in dem hier von Thema zu Thema gesprungen wird - auch innerhalb eines Kapitels, ohne einen einzigen tiefergehenden Gedanken zu verlieren, ist wirklich beeindruckend.

Wer also auch auf Partys mal den einen oder anderen philosophischen Hingucker liefern will, ist mit dem Buch bestens beraten.

Da wir uns im Zeitalter des Massen-Marketing befinden, wo man mit einer gut geführten Kampagne mehr erreichen kann als mit guten Inhalten, hat Goldman hier von Anfang an auf allen Kanälen die Werbetrommel gerührt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nichts Neues, aber unterhaltsam präsentiert, 8. Juli 2012
Dieses Buch habe ich geschenkt bekommen und fand es unterhaltsam zu lesen. Schon der Titel weist darauf hin, dass man es nicht mit bierernsten theoretischen Abhandlungen zu tun haben wird, sondern dass der Autor sein Wissen um die Suche nach Antworten auf die zentralen Fragen der Menschheit eher locker-flockig und mit Humor präsentiert.
Und so liest sich das Buch auch sehr flüssig, ich persönlich wurde mit seinem Stil aber nie wirklich warm. Dazu kommt, dass ich am Ende nicht das Gefühl hatte, etwas Neues hinzugelernt zu haben, was ich mir eigentlich anfangs erhofft hatte.
Wirklich in die Tiefe geht das Buch also nicht, den Menschen, die sich mit den besprochenen Themen noch nicht befasst haben, liefert es aber sicherlich einen interessant zu lesenden Überblick.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 233 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Wer bin ich - und wenn ja wie viele?: Eine philosophische Reise
Wer bin ich - und wenn ja wie viele?: Eine philosophische Reise von Richard David Precht (Taschenbuch - 17. September 2012)
EUR 8,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen