Kundenrezensionen


38 Rezensionen
5 Sterne:
 (26)
4 Sterne:
 (9)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


47 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein unentbehrliches Buch mit schwacher Didaktik
Anspruchsvolle Auseinandersetzung mit den Kosmokraten der Welt, den Ursachen der globalen Armut und der beginnende Widerstand dagegen. Teilweise beklemmende Wahrheiten, die einem gelegentlich auch die Wut hochtreiben. Interessante Zahlen zur Weltökonomie. Ziegler nennt dankenswerterweise die Ursachen der Armut und des Hungers in der Dritten Welt beim Namen: die...
Veröffentlicht am 9. März 2008 von Kritischer Leser

versus
3.0 von 5 Sternen Interessant aber furchtbar zu lesen
Was er schreibt kann ich zum Großteil teilen und es ist traurig dass dieses Buch nicht bekannter ist.
Was ich aber kritisiere ist der Stil: seitenweise Zitate von Philosophen, Soziologen und Ökonomen der französischen Revoltion, von Sartre und was weiß ich wem noch die einfach verdammt schwer zu verstehen sind und höchste Konzentration...
Vor 1 Monat von Tragno veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 3 4| Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

47 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein unentbehrliches Buch mit schwacher Didaktik, 9. März 2008
Anspruchsvolle Auseinandersetzung mit den Kosmokraten der Welt, den Ursachen der globalen Armut und der beginnende Widerstand dagegen. Teilweise beklemmende Wahrheiten, die einem gelegentlich auch die Wut hochtreiben. Interessante Zahlen zur Weltökonomie. Ziegler nennt dankenswerterweise die Ursachen der Armut und des Hungers in der Dritten Welt beim Namen: die unermeßliche Profitsucht der Großkonzerne, der Industrieländer, unsere eigene! Dafür gehen täglich hunderte Menschen zu Grunde, dass einige wenige in unvorstellbarem Luxus leben können. Er belegt das mit Zahlen, die betroffen machen. Allerdings schafft Ziegler es oft und oft nicht, seine Kernaussage beim Kragen zu packen und festzuhalten: es folgen oft wichtige Aussagen unkommentiert aneinandergereiht, dazwischen Zahlenbeispiele, dazwischen andere Beispiele, sodass die Kernaussage abgeschwächt wird und nicht aufgearbeitet werden kann. Die Rückblende auf die Französische Revolution und die Menschenrechte ist gut und schön, eine geordnete Aufarbeitung der Ursachen und Folgen der Armut z.B. in Südamerika wäre effektiver.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


62 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein unvergessliches, niederschmetterndes, ermutigendes Buch, 23. Dezember 2006
Von 
Jean Ziegler schafft es, seine LeserInnen in die Welt der Politik und Wirtschaft zu entführen und Ihnen zu erklären, wie es dazu kommen konnte, dass wir - global betrachtet - nicht solidarisch miteinander leben, sondern trotz optimaler Versorgung mit Lebensmitteln andere Menschen krepieren lassen. Zugleich zeigt er Ansätze auf, wie es (noch) möglich ist, das Ruder herumzureißen - mir ist das Buch unvergesslich und ich halte es für einen großen Gewinn! Wer Ziegler im übrigen vorwirft, er polemisiere, der verkennt, dass er nur die Realität beschreibt - die ihrerseits manchmal so unglaublich ist, dass sie einem auf den ersten Blick wie eine Übertreibung erscheint.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schonungslose Kapitalismuskritik, 20. Februar 2007
Sind wir wirklich zu viele auf der Welt? Namhafte Fachleute betonen, es gibt genug Nahrung und Wasser für die gesamte Bevölkerung von sechs Milliarden und mehr. Aber das Problem liegt eben NICHT, wie immer behauptet wird, in der Verteilung, sagt Jean Ziegler. Sondern in der Ideologie. In anderen Worten, Hunger und Verschuldung auf der Welt sind gewollt. Gewollt von den multinationalen Konzernen, deren einziges Interesse darin liegt, Profit zu häufen (gerne unter Hinweis auf die soziel Verantwortung den eigenen Mitarbeitern gegenüber). Der renommierte Schweizer Globalisierungsgegner bezeichnet Auslandsverschuldung und Hunger als die beiden Massenvernichtungswaffen gegen die Völker der Dritten Welt. Am Ende der Lektüre weiss man sehr viel mehr über die Strategien, die angewendet werden müssten, um Schulden und Hunger zu bekämpfen. Aber man ist skeptischer als je zuvor, dass diese Strategien jemals auf zwischenstaatlicher Ebene relevant werden. Die Macht der Konzerne ist zu groß.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


50 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen L'Empire de la honte, 22. Dezember 2005
Von 
zueribueb (Zürich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Jean Zieglers Streitschrift "Das Imperium der Schande" ist meines Erachtens sehr viel besser als das Vorgängerbuch "Die neuen Herrscher der Welt ...". Zieglers philosophisches Fundament für seine Betrachtungen sind die Schriften der Anführer der Französischen Revolution sowie der Marxismus. Diese Ideologien von einer gerechten Welt stehen im diametralen Gegensatz zur heutigen vorherrschenden neoliberalen Lehre der Weltmärkte.
Ziegler analysiert einmal nicht gross die Mechanismen der globalisierten Wirtschaft, sondern er beschreibt, wie es zur Verschuldung der Dritten Welt kommt, die Rolle der Länder der Ersten Welt sowie die Rolle von multinationalen Konzernen. Anschaulich schreibt Ziegler über die Zustände und den Hunger in der Mongolei, in Äthiopien und Brasilien. So zeigt er etwa auf, dass der brasilianische Präsident und Hoffnungsträger Lula in einem unlösbaren Dilemma steckt. Ihm fehlt das Geld, um die versprochenen Sozialprogramme durchzuführen, da er einen beträchtlichen Teil der Staatseinnahmen für den Schuldendienst braucht. Die reichen Länder sind somit sehr direkt schuld, dass in der Welt Hunger herrscht. Dabei blendet Ziegler nicht aus, dass auch korrupte einheimische Politikerkasten sich am Vermögen der ärmsten Länder bereichern.
Zudem zeigt Jean Ziegler am Beispiel des schweizerischen Nahrungsmittelmulti Nestlé die Rolle von transnationalen Gesellschaften und deren Einfluss auf die Regierungen von Nationalstaaten. Regierungen sind heutzutage durch Grosskonzerne erpressbar geworden. So heisst es, entweder gehen die Steuern runter oder wir machen den Standort dicht, mit der Folge von Hunderten oder Tausenden von Arbeitslosen. Der Staat verkommt so zu einem Feindbild der Konzerne, da staatliche Regelungen (z.B. Arbeitnehmer- oder Umweltschutz) nur den eigenen Gewinn schmälern, den es nach den Regeln der freien Marktwirtschaft zu maximieren gilt.
Insgesamt zeichnet Ziegler ein wenig optimistisches Bild. Eine gerechtere Weltordnung dürfte eine Utopie bleiben. Darwin regiert die Welt: Der Stärkere vernichtet die Schwächeren. Ziegler geht es darum, die Leser über die wahren Gründe von Hunger und Verschuldung aufzuklären, denn ohne Wissen gibt es keine Hoffnung auf eine gerechtere Welt, auf Verwirklichung des Rechts auf Glück.
Dialektisch genial ist Ziegler schliesslich, wenn er unter dem Titel "Massenvernichtungswaffen" Verschuldung und Hunger aufzählt. Damit relativiert er Bushs Kampf gegen den Terror und zeigt auf, wo die wirkliche Gefahr des Weltfriedens liegt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


29 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beängstigend,erschreckend,erschütternd, 6. Juni 2006
Von 
Jan Ziegler deckt in diesem Buch die grausamen Machenschaften der grossen Weltkonzerne auf, wie diese die verschuldeten Entwicklungsländer in noch tiefere Not drängen. Auf Kosten weniger reicher Menschen müssen tausende andere in den armen Ländern sterben. Sie setzen sich über alle Gesetze und Abkommen der Länder hinweg und sind die neuen dunklen Fürsten dieses Globus. Wer sich ihnen in den Weg stellt wird mit mehr oder weniger subtilen Mitteln gefügig gemacht oder zur Seite geräumt. An diesem Spiel wirken auch die internationalen Organisationen wie WTO, IWF und WHO entscheidend mit. Man sieht wenig Chancen, dass der Teufelskreis und die Todesspirale unterbrochen werden können.

Durch seine Funktion als UNO-Sonderberichterstatter hält man Jean Zieglers Einblicke in die internationalen Machenschaften durchaus glaubwürdig und man erkennt die beängstigenden Tendenzen, die auch in Europa nicht Halt machen. Ein Kritikpunkt: von Seiten der angegriffenen Konzerne hätten mich die Gegenargumente interessiert, doch diesem ist in diesem Buch kein Raum gegönnt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


36 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Kampf gegen Armut und Unterdrückung, 18. Dezember 2005
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Der Autor zieht in seinem Buch eine Linie von der Französischen Revolution 1789, über die erste Republik 1792/93 bis zur Erklärung der Menschenrecht im Jahre 1948.
Damals, Ende des 18. Jahrhunderts war die Hoffnung auf das gemeinsame Glück, das materielle Glück eine Utopie. Die Menschen starben in vielen Teilen der Welt an Hunger, an materiellem Mangel. Heute, 250 Jahre später, ist die Welt auf Grund technologischer, industrieller, elektronischer Revolutionen aus dem Reich der Notwendigkeit in das Reich des Überflusses getreten. Heute wäre das gemeinsame Glück möglich. Aber nun kommt die Absurdität, die durch das ganze Buch wie ein roter Faden läuft, der Hunger.

Hunderttausende Menschen sterben jeden Tag an Hunger, 850 Millionen Menschen sind unterernährt, obwohl die Weltwirtschaft heute ohne Anstrengung 12 Milliarden Menschen ernähren könnte. Die 120 Entwicklungsländer haben zusammen 3.100 Milliarden Schulden. Da ist der jüngst beschlossenen Schuldenerlass von 10 Milliarden, sicher nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Dringend notwendige Investitionen im Sozialbereich, die zur Verhinderung von Hungertod, Epidemien und Unterernährung nötig wären, lassen sich damit nicht finanzieren.

Auf der einen Seite stehen die transkontinentalen privaten Weltkonzerne, die Globalplayer, die kein anderes Gesetz kennen als die Profitmaximierung. Die 500 größten Konzerne kontrollieren heute schon über 5O % der Brutto Weltproduktion. Jenseits der Nationalstaaten kommt es zu einer ungeheuren Machtanballung. Auf der anderen Seite wachsen die Leichenberge, wird ohne Notwendigkeit getötet.

Weltweit besitzen 225 Menschen so viel wie die halbe Menschheit. Die eine Milliarde Menschen, die in den Industrieländern lebt, verfügen über 80 % der weltweit erzeugten Wirtschaftsleistung, aus Kapital, Waren, Patenten und Dienstleistungen. 5 Milliarden Menschen in den ärmeren Ländern müssen sich mit 20% begnügen.

Das Buch soll eine Waffe sein, für den Aufstand des Gewissens, damit die Menschenrechte und die Solidarität nicht frontal bedroht werden

Brillant, rasant geschrieben, sehr verständlich. Eine Lektüre die sehr nachdenklich macht. Es ist ein Buch das ausgesprochen atmosphärisch arbeitet. Es sind düstere Atmosphären. Es gibt ganz verschiedene Reflexionsebenen.

Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


23 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Revolutionäres Manifest, 2. Oktober 2005
Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, beginnt DAS IMPERIUM DER SCHANDE mit den Idealen der Französischen Revolution und der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, und spannt den Bogen zu den heutigen Verhältnissen. Dabei belegt er präzise und anschaulich, dass wir eine globale Feudalherrschaft der Kosmokratie erreicht haben, die die Länder des Südens mit Hilfe von Auslandsschulden, Korruption, Devisentransfers und Patenten systematisch und immer brutaler ausblutet. Laut Ziegler kann dagegen auch die UNO, weil sie auf der Autorität von Nationalstaaten gründet, immer weniger ausrichten. Die wahre Macht liegt bei den Institutionen der Kosmokratie: WTO, IWF und Weltbank. DAS IMPERIUM DER SCHANDE ist ein Manifest, das die revolutionären demokratischen Ideale der neoliberalen Propaganda entreißt, um sie in ihrem ursprünglichen Sinn für die Gegenwart einzufordern.
Die besondere Gabe von Ziegler ist es, exemplarische Fakten verbunden mit messerscharfer Analyse in den entsprechenden, historisch-philosophischen Rahmen zu stellen. Dadurch unterscheidet er sich von anderen Autoren, die bloße Fakten zusammentragen - so schockierend diese auch sein mögen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Refeudalisierung durch multinationale Konzerne, 5. November 2005
Von Ein Kunde
Ein Buch das garantiert niemand kalt läßt.
Jene grenzenlose und skrupellose Profitmaximierung, die wir täglich an unseren Arbeitsplätzen erleben und die man einzig durch den "Zwang des Marktes" zu rechtfertigen sucht, führt zu einer Refeudalisierung der Weltbevölkerung durch die multinationalen Konzerne. Jene "Kosmokraten" wie Ziegler diese neuen Macht- und Kapitalträger bezeichnet, unterwerfen internationale politische Institutionen, Arbeitnehmer, Konsumenten und ganze Staaten ihren Interessen und zwar jenseits von Arbeits- und Menschenrecht, jenseits von Strafrecht und Steuerpflicht. Mit Unterstützung der Weltbank und des int. Währungsfonds halten die Kosmokraten die Dritte-Welt-Länder im Würgegriff der Auslandsschuld, welche in vielen Fällen höher ist als das jährlich BIP der betroffenen Länder. Jeder politischen Handlungsfähigkeit beraubt, trudeln diese Staaten in die Agonie. Es bleibt nur der Hunger. Ziegler formuliert es so: "Jedes Kind das heute an Hunger stirbt, wird ermordet."
Die geschilderten Zusammenhänge unseres Wohlstandes, unseres Kaufverhaltens und des Verhaltens der Großkonzerne mit dem Elend in weiten Teilen der Welt und auch mit dem schwindenden Einfluss der Arbeitnehmer, Kleinbetriebe und politischen Entscheidungsträger in Europa und Amerika, regen sehr zum intensiven Nachdenken an.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesen! Lesen! Lesen!, 12. November 2005
Ein großes, aufklärerisches, politisches Buch - eine Kampfansage an die neuen Weltherrscher, die neoliberalen "Global Player", geschrieben vom Sonderberichterstatter der UNO für das Recht auf Nahrung. Man glaubt es nicht dass die UNO solch gute Leute hat! (ein Fünckchen Hoffnung) Ein politisches Manifest. Bewegend und leidenschaftlich. Brilliant in der Analyse, aber doch klare einfache Sprache in der Tradition der Aufklärung, von Voltaire, Jefferson, Kant, Saint-Just, und vielleicht auch Karl Marx.
"Es kommt nicht darauf an, den Menschen der Dritten Welt mehr zu geben, sondern ihnen weniger zu stehlen" - Das ist es! Dieses Buch zeigt eine Perspektive in der Dunkelheit des weltweiten unmoralischen Raubtierkapitalismus - auch für das von Arbeitslosigkeit gedrückte Mitteleuropa. Im berechtigten Zorn Autos in den Vorstädten anzuzünden bringt nichts - es gilt die wahren Feinde der Freiheit, eine ganz kleine Clique, zu erkennen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


35 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hilfen zur moralischen Kompass-Ausrichtung ..., 5. Dezember 2005
Von 
FrizzText "frizz" (Wuppertal) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
"Die letzten Dämme der Zivilisation brechen", indem 500 "Global Players" (die 52% des gesamten Weltbruttosozialproduktes managen) sich eher an der kalten Mathematik der Profit-Maximierung ausrichten als an sicher geglaubten moralisch-christlichen Standards: Angesichts des nahenden Weihnachtsfestes eine kalte Informations-Dusche, die vielleicht bewirkt, dass sich der Kompass unseres Denkens etwas mehr an den realen Problemen dieser Welt ausrichtet: Jean Ziegler lässt es nicht ruhen, dass jährlich über 32 Millionen Menschen an Hunger sterben - alle 5 Sekunden stirbt irgendwo ein Kind. Seiner Meinung nach wäre es möglich, das Doppelte der gegenwärtigen Weltbevölkerung zu ernähren, wenn, ja wenn, man sich auf gerechtere Verteilung der Ressourcen einigen würde. Als Reisender im Auftrag der UNO ist er berührt worden von Hungernden mit Beinen dünn wie Streichhölzer, hat ertragen müssen, wie aalglatt New Yorker Diplomaten-Sprache die Dinge zusammenfasst und auf die lange Bank schiebt, hin zu anderen angeblich unlösbaren Problemen. Wie viele andere brandmarkt auch Jean Ziegler ein ziemlich arrogantes Auftreten der USA gegenüber der UNO. Ich frage mich allerdings, wieso die UNO dieses Land nicht längst verlassen hat und seinen Sitz nach Genf oder Den Haag verlegt hat. Manchmal scheint es nämlich, dass Bücherschreiben gar nichts nützt - nur demonstrative Handlungen mit starkem Symbolcharakter. Man hofft für Jean Ziegler (dessen Lebenszeit sich rein rechnerisch allmählich dem Ende zuneigt), dass er noch erleben möge, dass sein Engagement ein kleines bisschen Wirkung zeigt - und sei es nur daran ablesbar, dass sein Buch gekauft wird - statt irgendeines bunten Tands vom Weihnachtsmarkt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 4| Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Das Imperium der Schande: Der Kampf gegen Armut und Unterdrückung
Das Imperium der Schande: Der Kampf gegen Armut und Unterdrückung von Jean Ziegler (Taschenbuch - 13. Mai 2008)
EUR 8,95
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen