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50 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein sehr persönlicher Einblick in eine uns fremde Lebenssphäre
Veronika Peters, gelernte Erzieherin, trat mit 21 Jahre in ein Benediktinerkloster in Bayern ein, weil sie ihrem Leben einen tieferen Sinn jenseits der materiellen Güter geben wollte. Sie war nicht eben pflegeleicht, weshalb sie nach der Novizenzeit nur knapp die nötige Zweidrittelmehrheit in der Versammlung der Ordensfrauen ihrer Abtei schaffte, um zur...
Veröffentlicht am 12. März 2007 von Finström

versus
18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Was in zwei Koffer passt
Das Buch wurde mir empfohlen, ich war gespannt und - wurde enttäuscht. Vielleicht aber bin ich einfach nicht die richtige Leserin, denn ich weiß aus eigener Erfahrung einiges über das Leben in einem Benediktinerinnenkloster, also las ich da nichts Neues. Was ich lesen wollte war: was waren ihre Beweggründe für den Eintritt? Welche geistliche -...
Veröffentlicht am 12. Juli 2012 von Steffi Dingsda


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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Was in zwei Koffer passt, 12. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Was in zwei Koffer paßt: Klosterjahre (Taschenbuch)
Das Buch wurde mir empfohlen, ich war gespannt und - wurde enttäuscht. Vielleicht aber bin ich einfach nicht die richtige Leserin, denn ich weiß aus eigener Erfahrung einiges über das Leben in einem Benediktinerinnenkloster, also las ich da nichts Neues. Was ich lesen wollte war: was waren ihre Beweggründe für den Eintritt? Welche geistliche - spirituelle Entwicklung hat sie durchlaufen? Wie ging es ihr nach dem Austritt? Doch nichts, kein Wort davon. Man erfährt gerade mal, dass Frau Peters ein sehr schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter hat und dass ihr Freundes- und Bekanntenkreis nicht unbedingt mit Zustimmung auf ihren Klostereintritt reagiert hat. Immerhin, sie beschreibt sie recht humorvoll das Klosterleben und sie macht das Kloster an- und für sich nicht schlecht, zieht nicht unreflektiert über die Institution Kirche her. Das ist doch schon was. Trotzdem fragte ich mich von der ersten Seite an: "was macht diese Frau im Kloster?" Zum ersten Mal stutzte ich, als ich las, dass die frisch eingetretene Postulantin das Kruzifix von der Wand nahm und in die Schublade steckte. Je weiter ich las, desto mehr fragte ich mich, ob sie wirklich aus religiösen Motiven eingetreten ist, denn von Glaube und Gott liest man fast gar nichts in dem Buch. Sie erwähnt mal, dass die das Chorgebet faszinierend fand und irgendwie auch die Ordenstracht, aber man muss kein Fachmann sein um zu merken, dass das für ein glückliches Ordensleben nicht ausreicht. Dann der Austritt: Es taucht ein Mann auf, in den sie sich verliebt und dann tritt sie halt aus, Schluss. Gab es Zweifel, gab es innere Kämpfe? Keine Ahnung. Alles in allem finde ich die Schilderungen mager, zwar nett zu lesen, aber es geht kaum in die Tiefe. Schade! Wenn sie ihr Inneres nicht nach außen kehren will, meinetwegen. Sie müsste keinen Seelenstrip hinlegen, aber wenn sie so total an der Oberfläche bleibt, dann frage ich mich, warum sie dieses Buch überhaupt geschrieben hat. Fazit: nett geschrieben, ein wenig Unterhaltsam, mehr nicht und schon gar nichts, was bleibt. Schade!
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Aufrichtig, aber unspirituell, 23. Mai 2008
Von 
Die Einstiegshürde, die dieses Buch legt, ist niedrig. Wer Neugier aufs Kloster fühlt, sich aber vorerst nicht die Mühe machen möchte, selber eins aufzusuchen und den Ordensleuten dort Fragen zu stellen, für die man sich womöglich schämt, mag dazu greifen. Auch in der Hoffnung, besonders aufrichtige Antworten zu erhalten: Immerhin ist Veronika Peters eine Ausgestiegene, sie muss vor niemandem als sich selbst Rechenschaft ablegen.

Sprachlich nüchtern, kühl und distanziert schildert die Autorin ihre Alltagserfahrungen in einem nicht näher genannten Kloster. Die guten und die schlechten Tage. Die Stille, die Zeit, die vergeht, die Feste, die Begegnungen mit den Mitschwestern, die mal boshaften, mal gutherzigen Geplänkel. Von Gott dagegen ist nicht die Rede. Das hat dem Buch enttäuschte Wortmeldungen und seiner Autorin böse Kritik eingetragen.

Manche Lesende fühlen sich offenbar tatsächlich betrogen von diesem Werk. Sie gehen hart mit Veronika Peters ins Gericht, werfen ihr vor, sie habe das Kloster bloß als Abenteuer auf Zeit benutzt, sie spreche immer nur von den Menschen, und das nicht besonders wohlwollend, sie habe in ihren Klosterjahren menschlich nichts dazugelernt und, ja, sie sei zu keinem Zeitpunkt gläubig gewesen.

Man kann dazu zweierlei Fragen stellen: Zum einen, ob eine solche Kritik angemessen ist für einen Text, den seine Autorin - nicht nur, aber auch - als literarisches Werk verstanden wissen möchte. Zum anderen, ob diese Kritik wirklich einer christlichen Haltung entspringt. Natürlich, das muss deutlich gesagt werden: Wer sich klösterlicher Spiritualität annähern möchte, ist mit anderen Texten besser bedient. Dennoch gibt es in diesem Buch sehr berührende Passagen. Die Protagonistin wirkt wie eine suchende, aber eben auch etwas verlorene Gestalt in ihrem vergeistigten Umfeld. An ihrem Platz ist sie dort nicht. Darf man ihr ankreiden, dass sie im Kloster nicht findet, was sie sucht, und deshalb wieder geht?

Schade ist, dass offenbar erst Ausgestiegene aus dem Klosterleben das rechte Interesse erfahren. Denn wahrscheinlich gibt es da draußen, da drinnen, wie auch immer, sehr viel mehr glückliche Ordensleute, als man sich vorzustellen vermag. Und viele von ihnen antworten mit einer Aufrichtigkeit auf kritische Gott-und-die-Welt-Fragen, die der von Ex-Nonne Veronika Peters in nichts nachsteht. Man muss sich nur die Mühe machen, sie ihnen zu stellen.
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42 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Vieles im Unklaren gelassen, 25. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Was in zwei Koffer paßt: Klosterjahre (Taschenbuch)
Veronika Peters geht mit gerade einmal 21 Jahren ins Kloster. Eine mutige Entscheidung, über deren wahren Beweggrund sie sich im Buch allerdings ausschweigt. Auch sonst geht sie nicht wirklich in die Tiefe, schreibt akkurat was wann im Klosteralltag getan wird, aber nicht, wie sie sich dabei fühlt, wie es ihr geht, wie sie zu Gott steht. Nur bruchstückhaft wird klar: Die junge Frau hat Zweifel, das Klosterleben ist ein Experiment, sie sucht nach Etwas im Leben. Einzelne Mitschwestern werden nur vage beschrieben, warum Frau Peters Sympathien und Antipathien gegenüber manchen entwickelt, lässt sie ebenfalls im Unklaren.

Wer sich für den Alltag im Kloster interessiert und den genauen Ablauf wissen möchte, der hat hier das richtige Buch gefunden. Wer sich eine spannende, mitfühlende Biographie einer jungen Nonne und deren Beweggründe für ein asketisches, spirituelles Leben erwartet, der liegt hiermit leider falsch. Ich habe Letzteres erwartet und war dementsprechend etwas gelangweilt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Was soll dieses Buch?, 23. Februar 2008
Da geht eine Frau ins Kloster und möchte über ihr Leben dort erzählen. Klingt zunächst mal ganz spannend ... bis man dann das Buch gelesen hat. Der Leser erfährt leider nur, dass es auch im Kloster Neid, Missgunst und Machtspiele gibt, aber auch Freundschaften, die jedoch nicht erlaubt sind. Nirgendwo aber eine Auseinandersetzung mit den Regeln des Klosters oder mit dem Glauben an sich. Nirgendwo erfährt man, weshalb die Autorin ins Kloster gegangen ist. Im Gegenteil, man erfährt, dass sie mit dem christlichen Glauben selbst nicht viel am Hut hat, oder wie anders soll man verstehen, dass sie das Symbol des Christentums, das Kreuz, von der Wand ihrer Klosterzelle entfernt und in eine Schublade verbannt.

Selbst als ihre beste Freundin aus dem Kloster stirbt, kommt keine Auseinandersetzung mit dem Tod oder Gott. Sie hält sich lieber an Elias Canetti, der forderte, dem Tod Widerstand zu leisten. Keinerlei Nachdenken über den Tod oder Gott oder dem Glauben.

Das Buch ist eigentlich ein Ärgernis für alle, die mehr als nur oberflächliches Gelaber lesen wollen. Für eine Doku Soap eignet es sich ganz gut, nicht aber, wenn man die Beweggründe und Gedanken eines Menschen erfahren möchte, der ins Kloster geht.

Ich habe das Buch ab Seite 100 nur noch quer gelesen und mir dabei immer wieder klar gemacht, wie überflüssig dieses Buch in Wirklichkeit ist. Schade für die Zeit, die hätte ich besser nutzen können. Es ist das erste Buch, das bei mir nicht im Bücherregal landet, sondern gleich in der Tonne, denn ich werde es auf keinen Fall mehr in die Hand nehmen.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen respektlos und dumm, 12. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Was in zwei Koffer paßt: Klosterjahre (Taschenbuch)
Dieses Buch zu lesen war für mich ein einziges Ärgernis.

Nicht, dass ich hier die spirituellen und geistigen Tiefen einer Hildegard von Bingen erwartet hätte, aber als jemand, die mehrere Jahre ihres Lebens zu Nonnen Kontakt hatte, habe ich mir doch tatsächlich erhofft, hier etwas mehr über die Beweggründe, sich für das Klosterleben zu entscheiden, den Umgang mit Glauben und Glaubenszweifeln, eben innere Einsichten in diese Frauen und ihre Gemeinschaft zu finden.

Aber weit gefehlt!! Geistig, seelische Tiefe, Gedanken zu Glaubensfragen - Fehlanzeige. Was ich in diesem Buch fand, war nicht die Begegnung mit einem reifen, erwachsenen Menschen, sondern einer Spätpubertierenden, die permanent auf eine nur schwer zu ertragende, platte und ordinäre Weise ablästert. Irgendwie hatte ich dabei immer jemanden vor Augen, aus schwierigen sozialen Verhältnissen, sperrig, widerborstig, schnoddrig; Eine, die gegen ihren Willen irgendwann in einem Heim für schwer Erziehbare landet und sich dort permanent verweigert, und auch mal ausreißt. Also weniger Nonne, als vielmehr rebellischer Zögling. - Aber die Autorin war freiwillig im Kloster, es war ihre ureigenste Entscheidung Nonne zu werden. Das, dieses Buch, oder sollte man besser sagen diese Abrechnung, verstehe wer will. Auf Seite 73 schreibt die Autorin: "Viel eher will mir scheinen, dass ich teilweise in pubertäre Verhaltensweisen zurück verfalle." Damit hat sie allerdings mehr als Recht!!! Ebenso wie mit der Feststellung auf Seite 178: "Es könnte sein, dass dies hier alles eine Nummer zu groß für mich ist."

Ihr fehlt der Blick für das große Ganze, das Wesentliche. Zu oft hält sie sich an lächerlichen Kleinigkeiten auf. Außer den äußeren Rahmenbedingungen eines klösterlichen Zusammenlebens erfährt man so gut wie nichts über die inneren Strukturen und Befindlichkeiten von Ordensfrauen und deren Glauben. Und dass Nonnen auch nur Menschen sind ist wohl jedem auch nur halbwegs denkenden Menschen klar. Das zu dokumentieren braucht es wirklich nicht die Auslassungen der Autorin.

Die Sprache bzw. der Schreibstil ist schnoddrig, respektlos und platt, erste Stunde Schreibwerkstatt. Auf Seite 62 schreibt die Autorin z. B. über eine ältere Nonne (ehemalige Cellarin und Kantorin), die ihr im Garten begegnet: "Die Alte hakt sich bei mir unter." Der Begriff die "Alte" begegnet einem an anderen Stellen noch mal. Ein anderes Beispiel: "Wenn Schwester Hildegard dieses Gesicht macht, habe ich die Vision einer Sahnetorte, deren Flugbahn in ihrem Gesicht endet." Das zu lesen ist einfach nur nervig.

Nachdem sie das Kloster wegen eines Mannes verlassen hat oder besser gesagt durchgebrannt ist, ohne sich zu verabschieden oder das Procedere eines Austritts zu durchlaufen (allein das zeigt wie wenig Respekt und Achtung sie vor diesen Lebensgemeinschaften hat) schreibt sie am Ende ihres Buches: "Gescheitert? Nein, weitergegangen." Meine Ergänzung dazu: Weiterentwickelt, nein!!!
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50 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein sehr persönlicher Einblick in eine uns fremde Lebenssphäre, 12. März 2007
Veronika Peters, gelernte Erzieherin, trat mit 21 Jahre in ein Benediktinerkloster in Bayern ein, weil sie ihrem Leben einen tieferen Sinn jenseits der materiellen Güter geben wollte. Sie war nicht eben pflegeleicht, weshalb sie nach der Novizenzeit nur knapp die nötige Zweidrittelmehrheit in der Versammlung der Ordensfrauen ihrer Abtei schaffte, um zur vorläufigen Gelübdeablegung für die Dauer von drei Jahren zugelassen zu werden, und auch die Zulassung zum ewigen Gelübde "auf Lebenszeit" nicht ohne Widerstand erfolgte. Nach dem ewigen Gelübde wurde sie angehalten, ein Theologiestudium zu absolvieren, welches sie mit Erfolg abschloss. In der Folge hatte sie den klostereigenen Bücher- und Devotionalienladen neu zu organisieren. Dies gelang ihr, womit dieser auch zur wertvollen Einnahmequelle für das Kloster wurde. In der Tätigkeit als Klosterbuchhändlerin hatte sie täglichen Kontakt mit Kunden, also Menschen von ausserhalb der Klostermauer. Dabei lernte sie einen Mann kennen und verliebte sich. Mit rund 33 Jahren verliess sie deshalb das Kloster und gründete eine Familie.

Die Autorin erzählt mit Abstand einiger Jahre ihren Werdegang und ihre Erlebnisse im Kloster. Sie schildert farbig ihre eigenen Schwierigkeiten und Zweifel sowie das Leben hinter den Klostermauern und die sehr verschiedenen Mitschwestern. Dabei lernen die Leserinnen und Leser die Ordensfrauen als Menschen mit Ecken und Kanten, also als einzelne Wesen und nicht bloss als Habitträgerinnen kennen. Die Autorin nennt den Namen des Klosters nicht und wechselte auch sämtliche Namen der Mitschwestern aus. Insider dürften allerdings erkennen, von wem jeweils die Rede ist. Veronika Peters verfügt über einen gesunden Schuss Selbstironie. Ihre Liebe zu mindestens einem Teil der ehemaligen Mitschwestern ist unverkennbar, ihre Abneigung gegenüber andern Mitschwestern allerdings auch. Sie beschreibt eine eigene Lebensphase, übt aber erfreulicherweise keine "Abrechnung". Ihr Schreibstil ist flüssig und dennoch exakt. Sie schildert die Jahre hinter Klostermauern nicht als verlorene Jahre und trifft das richtige Verhältnis zwischen Nähe zum Erlebten und inzwischen eingetretener Distanz. Sinnvoll sind das Glossar mit den kurzen Erläuterungen verschiedener klösterlicher und kirchlicher Ausdrücke und auch das Personenverzeichnis im Anhang des Buches. Letzteres hilft der Leserin und dem Leser, die geschilderten Menschen einander zuzuordnen und eröffnet hie und da auch Zusammenhänge in deren Zusammenwirken.

Das Buch gibt einen sehr persönlich gehaltenen und wertvollen Einblick in eine den meisten Leserinnen und Leser fremde Lebens- und Gemeinschaftsform. Was von den Erfahrungen in den zwölf Klosterjahren Einzug ins heutige bürgerliche Leben der Autorin gefunden hat, erfahren wir nicht. Die Frage ist wohl auch etwas zu intim, und vielleicht kann Veronika Peters diese auch sich selbst noch nicht abschliessend beantworten. Sie wäre allerdings eine Ergänzung des Buches, beispielsweise als Nachwort in einer allfälligen zweiten Auflage, wert.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das kommunistische Sozialexperiment, 27. November 2011
Von 
Mario Lener (Innsbruck) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Was in zwei Koffer paßt: Klosterjahre (Taschenbuch)
Veronika Peters, die Autorin und Protagonistin dieses autobiographischen Romans, entschließt sich ins Kloster zu gehen. So weit, so gut und an sich weder neu noch besonders interessant. Eigenartig an dieser Geschichte ist nicht so sehr der Eintritt in das Benediktinerinnen-Kloster, sondern mehr die Motivation, die sie dazu treibt, aber dazu später.
Ausschlaggebend für den Eintritt ins Kloster war ein Erlebnis mit einer Nonne: Sie trifft auf diese und sieht in ihr eine Abgeklärtheit ohne übertriebener Abgehobenheit, die spirituellen Menschen oft innewohnt. Sie glaubt einen sehr weltlichen Bezug zu sehen, der sie fasziniert und veranlasst, zunächst ein paar Wochen auf Probe in das idyllisch gelegene Koster zu gehen. Letztlich entschließt sie sich, alles hinter sich zu lassen und es mit dem Klosterleben zu versuchen, ein Versuch, der schließlich scheitert, wie schon aus dem Klappentext zu entnehmen ist.
Die Motivation für diesen Schritt ist eigenartigerweise nicht die Suche nach Spiritualität, nach religiöser Erfüllung oder nach Gott, sondern einfach nach einem Leben in einer Gemeinschaft, die ihrer Ansicht nach, nach ihren eigenen Regeln lebt - gewissermaßen als kommunistisches Sozialexperiment.

Dieses Buch ist die Geschichte einer Frau, die sich selbst für viel intellektueller und damit besser hält, als den gemeinen Pöbel, der ihr immer wieder auf der Straße über den Weg läuft und der sie mit etwas belästigt, das sie als Volksfrömmelei abtut. Sich selbst sieht sie abgehoben, intellektuell entrückt, schließlich liest sie ja Rilke. Zu ihren Mitschwestern findet sie nie richtig Anschluss, sie versteht bis zum Schluss nicht warum. Sie möchte zu einer Gemeinschaft gehören, die aber andere Motive für das Zusammensein hat, als sie. Bemerkungen über die Suche nach Gott, findet sie befremdend. Das Kruzifix in ihrem Zimmer hängt sie schon am ersten Abend im Koster ab - sie meint, sie finde, Bilder von Leichen machen ihr Angst. Eigenartigerweise ist sie, die sich selbst für so intellektuell hält, vollkommen lernresistent. Nicht einmal als ihre beste Freundin, Schwester Paula, auf eine Art und Weise stirbt, die ihr zu denken geben sollte, beginnt sie ihre Haltung in Frage zu stellen. Sie quittiert es mit: "...tot, ist tot...ist tot".
Bis zum Schluss sucht sie die kommunistische Essenz in ihrem Dasein und in dem der Mitschwestern, aber als ihr die Äbtissin die Leitung des Klosterladens überträgt, eine Tätigkeit, die sie mit dem verhassten Kapitalismus verbindet, beginnt sie zu verstehen, dass ein Kloster wohl doch keine Kommune im Sinne ihrer Ideologie ist. Sie verliebt sich schließlich und verlässt das Kloster.
Das eigentlich tragische an der Geschichte ist, dass die Protagonistin vor allem deshalb nichts lernt, weil sie sich für so intellektuell und damit den anderen überlegen fühlt. Sie hält es nicht für möglich, dass sie diejenige sein könnte, die etwas ganz grundlegend nicht verstanden hat. Und so schließt sie mit den Worten, sie würde sich mit Abschieden nie lange aufhalten, sie würde einfach weitergehen. Ironischerweise weist sie darauf hin, dass es in anderen Kulturen üblich sei, einige Zeit im Kloster zu verbringen, um etwas zu LERNEN - ironisch deshalb, weil gerade sie in zwölf Jahren eben nichts gelernt hat, abgesehen von der Tatsache, dass ein Kloster eben keine Kommune im Sinne eines Karl Marx oder einer Rosa Luxemburg ist, eine Erkenntnis, zu der ein weniger intellektueller Mensch in weniger als einer Minute gefunden hätte. Sie hatte alle Chancen, gute Lehrerinnen und Menschen, die ihre Weisheit mit ihr teilen wollten, aber sie lehnt alles ab, weil sie sich ihnen überlegen fühlt. Und so endet dieses belanglose Buch über eine belanglose Frau mit einem belanglosen Finale. Ein Buch, in der bei der Protagonistin nicht die geringste Entwicklung zu erkennen ist, ein Buch, das man schnell wieder vergisst. Ein Stern als schlechteste Bewertung, und ein Extrastern für den (mäßigen) Unterhaltungswert, den dieses Buch zweifellos hat.
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42 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Faszinierend, 13. April 2007
Ein Leben im Kloster, was soll daran schon spannend sein? Doch wer das Buch erst einmal angefangen hat, der wird nicht aufhören können, bevor es zu Ende gelesen ist.

Es ist weit mehr als nur die subjektive Beschreibung des Lebens im Kloster. Veronika Peters gelingt es auf eine ehrliche, unprätentiöse, nicht selten humorvolle Weise uns die so fremde Welt der Nonnen nahe zu bringen. Dabei unternimmt sie erst gar nicht den Versuch zu erklären, was eine junge Frau dazu bewegt, alles hinter sich zu lassen um in der Abgeschiedenheit des Klosters monastisch zu leben. Wir würden es wahrscheinlich sowieso nicht nachvollziehen können.

Der Leser merkt allerdings schon nach einigen Seiten, dass es im Grunde nicht die ihre Welt ist, auf die sie sich da eingelassen hat. Sie eckt an und tritt in fast jedes Fettnäpfchen, das sich ihr bietet. Und obwohl wir das Ende bereits kennen, fiebern wir mit Veronika, dass sie die nächste Hürde wohl schaffen werde und im Kloster bleiben darf. Sie will selbst entscheiden, wann sie geht. Dass am Schluss ein Mann in ihr Leben tritt, wird nur kurz erwähnt und ist auch nebensächlich. Den Schritt in den nächsten Abschnitt Ihres Lebens hatte sie geistig schon längst vollzogen. Warum sie dennoch fast 12 Jahre geblieben ist? Immer wenn, sie glaubte, endlich alles zu kennen, was das Klosterleben zu bieten hat, wurde sie von ihren Schwestern doch noch mal überrascht.

Am eindrucksvollsten aber sind die Beschreibungen der zwischenmenschlichen Beziehungen. Wir erfahren, dass es im Kloster Neid, Missgunst und Machtspiele gibt, aber auch innige Freundschaften, die eigentlich nicht erlaubt sind. Dass neben den offiziellen Regeln auch inoffiziell angepasste Verhaltensweisen existieren, die das Leben ein kleines bisschen individualisieren. Dass die Welt hinter den Klostermauern keineswegs so eintönig ist, wie wir es uns möglicherweise vorstellen, erfahren wir von Veronika Peters.

Ein faszinierendes Buch.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein persönliche Wegfindung der nicht gewöhnlichen Art...., 8. August 2007
Ich kann die Meinung einiger meiner Vorredner nicht unbedingt teilen: Zwar finde ich das Buch nicht gerade mit der Spannung eines Krimis beladen, aber es wirkte auf mich beim Lesen sehr interesseweckend. Ich kann auch niemandem raten, an diesem Buch unbedingt achtlos vorbeizugehen, denn das Werk von Veronika Peters ist sehr wohl lesens- und beachtenswert. Als interessant und neugierig machend habe ich das auf über 250 Seiten starke Zeugnis mit dem sehr locker/ironisch erzählten Lebensweg empfunden. Auch wollte ich unbedingt wissen, was letztendlich aus der persönlichen Lebens-Sinngabe/-Sinnsuche der Autorin wurde.

Gefehlt hat mir allerdings schon etwas, nämlich die stärkere Auseinandersetzung mit der Religiosität. Ich persönlich verbinde mit dem Gang in ein Kloster das (Aus-)Leben einer starken und tiefen Gläubigkeit, mit entsprechenden Fragen, Handlungen und innerlichen Prüfungen. Stattdessen meine ich hier eine "unechte Nonne" - zwar mit allen abgelegten Gelübden, aber auch mit (fast übermächtigen) Zweifeln und einem eher geringeren Glauben - in einem gestandenen Kloster vorzufinden. - Deshalb gibt es von mir auch nur vier von fünf Sternen.

Wer kein Geld für das Buch ausgeben will oder kann, hat ja die Möglichkeit, eine Bücherei aufzusuchen - so wie ich: Rein zufällig entdeckte ich das Werk in der Auslage meiner Bücherei, nahm es mit und las es (sehr gern!). Meine Empfehlung hat das Buch jedenfalls, es sollte jedoch nur von denjenigen gelesen werden, die sich für Lebensfindung und Lebenswege interessieren.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Was zwischen 256 Seiten passt ..., 18. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Was in zwei Koffer paßt: Klosterjahre (Taschenbuch)
ist die Geschichte einer jungen Frau, die mit 21 Jahren in ein Kloster eintrat und 12 Jahre später wieder austrat.
Die Klosterjahre fallen mit der Tür ins Haus, es gibt keine Vorgeschichte, kein Kämpfen mit sich, mit Gott. Gott? - Ja, Sie wissen schon. Dieser Typ da, dem Nonnen dienen wollen, dem sie ihr Leben weihen, für den sie auf eine eigene Familie und Anehmlichkeiten des täglichen Lebens verzichten. Ob die Autorin an Gott glaubt, kann bestenfalls vermutet werden, gestehe ich aber als Tatsache einfach einmal zu, denn warum solle man sonst in ein Kloster (KLOSTER!) eintreten? Ach ja, halt ... weil sie in einer Gemeinschaft suchte, wo sie endlich einmal dazu gehören würde. Als Postulantin fiel es ihr schwer, zu dieser Gemeinschaft zu gehören, als Novizin immer noch. Selbst als Gelübdeschwester fühlte sie sich noch außen vor ... also doch die ewige Profess ablegen. Endlich Teil der Gemeinschaft sein. Oder nicht? Als sie als Konventschwester den Klosterbuchladen übernehmen soll, fühlt sie sich zuerst von der Gemeinschaft ausgeschlossen. Als Versuche gestartet werden, sie wieder in den Klosteralltag, in die Gemeinschaft zu integrieren, lehnt sie das ab.

Das Buch ist dahingehend interessant zu lesen, als man erfährt, wie es hinter Klostermauern abläuft, als einem der tägliche Ablauf näher gebracht wird.
Das Buch ist allerdings so dermaßen kühl und distanziert geschrieben, dass es mir am Anfang (die ersten ~ 100 Seiten) ganz kalt den Rücken runter lief. Mehr als einmal habe ich mich gefragt, warum sich die Autorin für einen Klostereintritt entschieden hat, wo doch so deutlich wird, dass es nicht ihr Ding ist? Einmal heißt es im Buch (sinngemäß), dass eine Schwester zu ihr meinte, man würde 'immer wieder zweifeln, das sei normal' und ich dachte mir bloß: '... aber doch nicht ständig'. Tatsächlich heißt es im Buch, dass Veronika Peters die letzten zwei Jahre (sprich die Zeit vor dem ersten Gelübde) jeden Tag daran dachte, wieder zu gehen, erst, als es hieß, sie würde nicht genommen werden, wollte sie bleiben.

Eine Autobiographie bezüglich des Inhalts zu kritisieren, ist natürlich eine heikle Sache. Man soll sich ja nicht anmaßen, sich über die Geschichte eines anderen zu mokieren. Nur stelle ich mir die Frage, wie 'so ein Buch' über das tatsächliche Klosterleben Auskunft geben soll, wo aus jeder Seite nur so trieft, dass sich die Autorin im Kloster nicht wohl fühlt, dass es nicht ihre Welt ist? Sie ist überrascht, dass sie beichten soll (obwohl DAS wohl zum katholischen Grundverständnis gehört), sie äußert sich im Buch im lächerlichen Tonfall über Mitschwestern, die mit mehr Eifer bei der Sache sind als sie (bspw Sr. Dorothea, die nach ihr eingetreten ist), fühlt sich unwohl als Nonne in der Welt.
Mit jeder gelesenen Seite stellten sich mir nur zwei Fragen: 1. Warum ist sie nicht früher ausgetreten? 2. Warum wurde sie überhaupt zur Ewigen zugelassen? Die zweite Frage kann wohl beantwortet werden: Sie war wohl ernsthaft auf der Suche! Nur war ihr Ziel Gott?

Am besten am ganzen Buch fand ich die Geschichten rund um ihre Mitschwestern. Ich war zum Beispiel sehr, sehr berührt, als einer verstorbenen Schwester am Totenbett das "Suscipe me" gesungen wurde. Ich war sehr berührt, als eine junge Schwester zur Autorin sagte, sie wäre nach außen gleich als Schwester erkennbar, es wäre keine Verkleidung und überdies hätte sie es selbst so gewählt.

Mich irritiert, dass groß vom Mobbing der Nonnen geschrieben und sich darüber aufgeregt wird. Klar, die Autorin hatte mit einigen Schwestern Probleme, aber in dem Buch habe ich nie von etwas gelesen, dass ich als Mobbing bezeichnen würde. Aber gut ... vielleicht definiere ich Mobbing anders.
Mich wundert nur, warum man davon ausgeht, Schwestern würden sich durch ihren Klostereintritt in Heilige verwandeln. Sie sind Schwestern! Menschen! Menschen, mit all ihren Fehlern, Schwächen und Liebenswürdigkeiten. Ein Klosterleben ist nicht einfach. Man lebt mit Schwestern zusammen, die man sich nicht aussuchen kann (seinen Ehepartner kann man sich aussuchen, die Klostergemeinschaft auch, aber nicht die einzelnen Schwestern!). Man ist gefordert. Und wo lernt man wohl besser als hier, dass Liebe eine Entscheidung ist?

Zwei Sterne bekommt das Buch wegen den berührenden Geschichten rund um die Mitschwestern der Autorin. Meine Empfehlung ist es auch, den Leseschwerpunk darauf zu legen und sich von der kühl-distanzieren Schreibweise der Autorin nicht abschrecken zu lassen.
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Was in zwei Koffer paßt: Klosterjahre
Was in zwei Koffer paßt: Klosterjahre von Veronika Peters (Taschenbuch - Oktober 2008)
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