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58 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mutig und anscheinend auch mißverstanden
Necla Kelek polarisiert und provoziert wieder und das ist gut so.

Ich arbeite seit Jahren mit türkischen Kindern und Jugendlichen und kann ihre Beobachtungen nur unterschreiben. Und damit meine ich so wie sie, nicht daß sie auf ALLE türkischen Jungen/Männer zutreffen, aber eben auf die, von denen dieses Buch handelt. Das sollten diejenigen,...
Veröffentlicht am 20. Juni 2006 von Christoph Gander

versus
10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut geschrieben und oberflächlich zugleich
Humorvoll und warmherzig geschrieben, ist dieses Buch ein kunterbuntes Gemisch aus autobiographischen Anteilen, Beobachtung und qualitativen Interviews. Der Informationsgehalt ist hier zweifelsohne höher als in Keleks "Die fremde Braut", dennoch bleibt Kelek auch hier leider eher an der Oberfläche. Will man sich näher mit der Thematik befassen, ist daher...
Veröffentlicht am 20. August 2006 von Hattie


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58 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mutig und anscheinend auch mißverstanden, 20. Juni 2006
Necla Kelek polarisiert und provoziert wieder und das ist gut so.

Ich arbeite seit Jahren mit türkischen Kindern und Jugendlichen und kann ihre Beobachtungen nur unterschreiben. Und damit meine ich so wie sie, nicht daß sie auf ALLE türkischen Jungen/Männer zutreffen, aber eben auf die, von denen dieses Buch handelt. Das sollten diejenigen, die das Buch so in der Luft zerreissen, sich vor Augen führen.

Es ist schon interressant: sie beklagt zu Recht den autoritären Führungsstil und die Unterdrückung durch die Väter in der türkischen Community, auf deutscher Seite wird ebenfalls zur Recht die vaterlose Gesellschaft und das Fehlen von Leitbildern beklagt.

Eine Mitte zwischen diesen Extremen zu finden wird eine große Aufgabe für die folgenden Generationen.

Ein Stern fehlt zur Maximalanzahl, weil die Autorin keine positiven Beispiele nennt und anscheinend doch bei der Recherche nicht ganz genau war (siehe vorige Kritiken).
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41 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verständnis und Wut, 22. November 2008
Von 
D. Banick "Ceylon1979" (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Anhand ausgewählter Beispiele von türkischstämmigen Migranten, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, wird dem Leser ein wichtiger Einblick in Denkmuster türkisch-muslimischer Männer und ihr Leben gewährt. Biografien, die in der Quersumme immer um Wörter kreisen wie: Umma als immanentester Schritt hin zur Sozialisierung, überdehntes Wir-Gefühl, Respekt vor dem/n Ältesten. Diese lassen deutlich erkennen WIE viele dieser Männer ticken.

Den in einigen negativen Rezensionen angeklungenen Vorwurf fehlender tiefpsychologischer Deutungen kann ich nicht nachvollziehen. Sicher kann man der Autorin vorwerfen, dass ihre verallgemeinernden "Aufleitungen" in Bezug auf türkische Männer hinken, da sie von Strafgefangenen berichtet (freilich nicht nur) und das Bild des türkischen Mannes darauf projiziert. In erwähnten Fällen mag sie durchaus Recht haben; dass ihre Interview-Ergebnisse jedoch keine allgemein gültigen Prämissen bilden, sollte jedem Leser klar sein. Dennoch gelingt es der Autorin meines Erachtens vortrefflich, den Geist der Erziehung wiederzugeben.

Erst wenn man die Situationen der hiesigen Migranten, ihre Lebensumstände vor und nach der Einreise und Einflüsse (aus Tradition, Religion etc.) genauer kennt, kann man sich disputierend der Lösungen annehmen. Und genau da bietet dieses Buch eine gute Hilfe, eventuell auch einen ersten Schritt, türkisch-muslimische Männer zu verstehen.

Ich fand es interessant zu erfahren (was ich längst vermutete), dass Integration für viele Türken gar kein erstrebenswertes Ziel ist! Dass für viele Türken Deutschland ein fremdes Land ist/bleibt und sie erst gar nicht verstehen wollen wie die Deutschen eigentlich sind. Vielen Männern ging und geht es nur darum in Deutschland Geld zu verdienen. Die Kinder bleiben in solchen Fällen auf der Strecke. Bleiben sie in der Heimat, ist der Besuch einer Schule oft nicht möglich (und das nicht nur bei Vätern, die im Ausland Geld verdienen), weil sie auf den Feldern mithelfen müssen. Gute Leistungen der Kinder, die mit nach Deutschland genommen werden, scheinen nicht erstrebenswert zu sein, weil viele Familien Deutschland nur als Zwischenstation sehen oder eigene Pläne bezüglich ihrer Kinder haben. Wie aber sollen die Kinder gut in der Schule sein, wenn ihre Eltern sie nicht dazu ermutigen, zu Hause nur Türkisch gesprochen wird und Freundschaften sowie außerschulische Aktivitäten vor allem mit deutschen Kindern (Freundinnen - o großer Gott - schon gar nicht) absolut verpönt sind?!

Dass die Kinder den Entscheidungen des Vaters sich nicht widersetzen (können) oder erst gar nicht in der Lage sind, eigene Ideen zu entwickeln, verdeutlichen die im Buch auftauchenden Beispiele immer wieder. Die herrische Position des türkisch-muslimischen Mannes ist ein ganz entscheidender Aspekt nicht nur der Erziehung, sondern auch des Erwachsenwerdens und der Sozialisation des türkischen Mannes, wo Respekt groß geschrieben wird, der Älteste geachtet, der Kontakt zu Frauen aufs Nötigste beschränkt wird.

Äußerst schlimm, ja beklagenswert ist die Situation der türkischen Frauen. Klar weiß man das. Und trotzdem macht es einen wütend, wenn man hinter die Fassaden blickt. Zwangsverheiratung - als Spitze des Eisbergs - sowohl in der Türkei als auch in der BRD. Das Unvermögen des Mannes in der Frau eine Gehilfin, eine (ebenbürtige - nie und nimmer) Partnerin zu sehen. Wie denn auch, wenn Eltern entscheiden, wen man heiraten darf?!

Zwar ist es nicht ausgeschlossen, dass man in solch einer "Zweckgemeinschaft" glücklich wird. Fataler ist die machistische Denkart des türkischen Mannes, der es für legitim erachtet seine Frau zu schlagen, für den Bordellbesuche kein Tabu sind und der seine Gemahlin deshalb auch mal "gerne" als Hure beschimpft, wenn sie nicht nach seiner Pfeife tanzt.

Der Koran gibt ihm ja in diesem Fall Recht. "In seiner letzten Stunde soll der Prophet gesagt haben: `Was die Frauen betrifft, sie sind Gefangene in eurer Hand.` Und im Koran steht, wenn sich eine Frau weigert, ihren "Pflichten" nachzukommen, hat der Ehemann das Recht, diesen Widerstand zu brechen. Sure 4, Vers 34, lautet: `Diejenigen aber, deren Widerspenstigkeit ihr fürchtet, ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie!`"

Da wähnen sich nominal gläubige männliche Jugendliche, die x-mal sich auf Allah berufen und ihre Gebetsketten schwingen, im Recht, wenn sie vor der Heirat so richtig Spaß haben können und auch mal das eine oder andere Mädel durchpoppen können. Schließlich ist der Mann nach türkischer Auffassung gar nicht in der Lage, sich zu beherrschen oder zu kontrollieren; vor allem im Übergangsalter macht ihm sein "verrücktes Blut" zu schaffen, so dass es ihm gestattet ist, sich auszutoben! Diese heißblütigen Coolen sind es auch, die im gleichen Atemzug die Frau als Hure abstempeln, wenn diese Sex vor der Heirat hatte. Aber nach der Heirat ist dann natürlich Schluss mit den exzessiven Sexerlebnissen, dann wird nach dem Koran gelebt ... (Wie oft hab ich solche Protzereien schon im TV und im realen Leben gehört. Reaktion: Wut.)

Das Traurige ist ferner die geistige Unterwerfung des Mannes von Kindheit an. Eine Abnabelung von der Umma (Gemeinschaft) findet nicht statt, Individualisierung ist so nur beschränkt möglich. Viele Jugendliche - und das scheint in fast jedem Interview durch - lernen MACHT als dumpfe Gewalt kennen (Vater darf sie z. B. schlagen und nicht nur). Sie entwickeln einfache Formeln, die sie auch auf den Alltag und den Umgang mit anderen übertragen. Schläge bedeuten dann Macht. Respekt = Angst des anderen. Schande, wenn man selbst Angst hat. Sie werden geschlagen; dafür dürfen sie schlagen. Eine Bindung zu ihrer/ihren Schwestern ist quasi nicht vorhanden. Die strenge Trennung von Mann und Frau trägt ein Übriges dazu bei.

Glücklicherweise gibt es auch Familien, die Integration zulassen, ohne ihre religiösen Ansichten gefährdet zu sehen. Und auch davon ist im Buch die Rede. Hier kann Frau Kelek sozusagen auf unmittelbare Erlebnisse zugreifen. Sie selbst ist Kind einer türkischen Familie, die nach Deutschland auswanderte. In Deutschland studierte sie, erlebte mit wie ihre große Schwester einen Mann heiraten musste, den ihre Eltern - ob seines Doktorgrades - für eine gute Partie hielten und die trotzdem nicht glücklich geworden ist. Freilich war der Freiheitsdrang der Tochter dem Vater zu viel; er überwarf sich mit seiner widerspenstigen Tochter und fuhr zurück in seine Heimat.

Necla Kelek hat sich im Laufe ihrer Karriere und ihrer Forschungen intensiv mit dem Thema "Parallelgesellschaften" befasst. Im Unterabschnitt "Last Exit Veddel" erzählt sie die Geschichte dreier Jugendlicher aus einem Problemviertel (mit hohem Migrantenanteil) in Hamburg. Ich werde nun einige Passagen aus dem Buch zitieren, die mir wichtig scheinen (wobei einige nicht nur auf türkischstämmige Bürger zutreffen):

* Jugendliche (...) benutzen Handys, als seien sie damit auf die Welt gekommen, bewegen sich eckig wie die Helden ihrer Computerspiele, gucken sich aus Actionfilmen Gesten und Sprüche ab und reden abgehackt in unvollständigen Sätzen, als würde ein Störsender ihre Sprache dekonstruieren.
* Mehr als den verbalen Appell des Vaters, lernt, lernt, lernt, haben sie nicht für die Bildungskarriere ihrer Söhne getan.
* In ihrer abgeschlossenen Welt, in der es auf Gehorsam, auf Dienen und Nachahmung ankommt, sind Neugier, Eigenständigkeit, "Welteroberung", Bildung keine Werte, sondern Gefährdungen ihrer alten Traditionen.

Ferner zeigt Frau Kelek auf wie schwer es ist mit den archaischen Mustern zu brechen; sie geht auf die Entwicklung Europas ein und stellt dieser die "Entwicklung" des Islams gegenüber, wobei sie deutlich macht, dass "ohne die Ächtung der Scharia und des Prinzips der Vergeltung alle Bemühungen um Integration der Muslime zum Scheitern verurteilt sind". Im Anschluss nennt sie dann einige Vorschläge, die Integration erleichtern oder besser ermöglichen.

Ich halte dieses Buch für wichtig, weil es:
* durch die vielen Einzel-Beispiele einen Teil der türkischen Kultur begreifbar macht
* auf Probleme türkischstämmiger Migranten und ihrer Eltern in und außerhalb Deutschlands aufmerksam macht
* die religiösen Praktiken und Traditionen beleuchtet
* Vorschläge für Integrationshilfe liefert
* Ansatzweise archaische Traditionen fortschrittlicher Angepasstheit an die Moderne gegenüberstellt
* Stoff zum Nachdenken bereitstellt

Trotz eines grobschlächtigen Denk- oder Druckfehlers, der Frau Kelek unterläuft, wenn sie schreibt: "Apostel Paulus (...) lehnte die "Beschneidung des Herzens", wie er die Amputation der Vorhaut nannte (DAS tat er NICHT; er machte lediglich deutlich, dass Beschneidung an sich - als ritueller Vorgang - ohne adäquates Handeln absolut keinen Wert hat), als Demütigung ab." Und trotz ihres innigen Wunschs, die Beschneidung per se zu verbieten, weil sie mit dem Grundgesetz unvereinbar sei, ist dieses Buch eine Horizont erweiternde, spannende Lektüre!
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53 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch aus der Lebenspraxis, 22. März 2006
Von Ein Kunde
Necla Kelek hat ein wichtiges Buch geschrieben, daß die analytischen Werke von Orientalisten und Historikern ergänzt. Es ist leicht zu lesen und erklärt aus der Praxis, was nun notwendig ist: Achtung der Einwanderer vor der Kultur der Europäer zu fordern, Trennung von Religion und Staat, Gleichberechtigung von Mann und Frau, Rechtskunde für muslimische Schüler, damit sie ihr Leben selbst gestalten können, Anerkennung des Gewaltmonopols des Staates und Aufgabe jener Teile der Shari'a, die sich nicht mit der Demokratie vereinbaren lassen. Dazu gehört auch der Austritt aus dem Islam, die Entscheidung für oder gegen eine Religion. Wenn in der Türkei, wie Focus meldete, wegen der Konversion von 368 Muslimen zum Christentum in 70.000 Moscheen Haßpredigten gegen Christen gehalten werden, wenn in Afghanistan ein Konvertit zum Christentum zum Tode verurteilt werden soll, obwohl dort u.a. Deutsche für die Demokratisierung kämpfen, dann wird hoffentlich jedem klar, daß man den Islam nicht ohne Sanktionen verlassen kann, obwohl uns Muslime immer zusammenhanglos aus dem Koran zitieren, daß es keinen Zwang im Glauben gäbe.
Das Buch ist uneingeschränkt zu empfehlen, auch wenn ein Register und die Kenntlichmachung von Zitaten fehlen. Hier hätte das Lektorat seine Aufgabe erfüllen müssen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer vermag es diese negativ-dynamische Spirale zu durchbrechen?, 11. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die verlorenen Söhne: Plädoyer für die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes (Taschenbuch)
Ein weiteres Buch das für Aussenstehende Informationen liefert, die zumindest mir zuvor nicht bekannt waren. Fern der Heimat haben Religion und Nationalismus Aufschwung, soweit also nichts Neues. Islam ist nun aber offenbar nicht einfach Religion sondern impliziert importiertes Gesetz und archaisches Brauchtum wie wir es uns nur vage vorstellen können. Besonders grotesk wirkt hier Toleranz weil mit diesen Gesetzen alles was am Katholizismus kritisiert wird in einem weit höheren Mass selbstverständlich ist. Wo das dunkle Mittelalter Vorherrschaft hat, Söhne deswegen auf Gefängnisaufenthalte gar stolz sind weil sie sich der Familiendiktatur gebeugt haben da ist ein Nährboden für Gewalt. Wenn Männer also für ihre "Unmännlichkeit" bestraft werden wie im Buch beschrieben hätte der Staat eine Pflicht sehr konkret einzugreifen. Warum nur fordern Staat und Parteien einseitige Toleranz für unmenschliches Verhalten ein? Brutalität und Gewalt im Verbund mit Religion haben zerstörerische Kraft inne auch die der Selbstzerstörung wenn die familiäre Kontrolle derart beeinträchtigend wirkt. Es sind die gleichen Menschen die demokratische Gesetze an Forderungen knüpfen die Frauen - und nicht nur die ihren - in völlig inakzeptabler Weise missachten und im eigentlichen Sinn mitten unter uns Menschenrechte mit Füssen treten. Im Alltag - im öffentlichen Raum, in Schulen, in Institutionen etc. - zeichnet sich das sehr konkret und bedenklich ab. Es wäre längst an der Zeit dass da ein Korrektiv erfolgen würde.
Da sind soviele Beispiele positiver gelungener Intgration, warum ist das bei Islam-Zugehörigen nicht möglich?

Die Aufklärung des Geistes lässt grüssen - sie ist um Welten in den Hintergrund gerückt. Nicht erwünscht aber bisher staatlich gestützt.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kelek ist eine sehr mutige Frau - und sie hat Recht., 3. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Die verlorenen Söhne: Plädoyer für die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes (Taschenbuch)
Kelek zeigt, dass es nicht wenige türkische Männer gibt, die unter den Verboten und dem Druck ihrer Kultur sehr leiden.

Es sind nicht nur die Mädchen, die unterdrückt werden (und etwa nicht am Schwimmuntericht teilnehmen dürfen). Es wird auch ein gewaltiger kultureller Druck auf türkische Jungs ausgeübt.Während sie einerseits um ihre intellektuellen und gesellschaftlichen Defizite wissen, wird ihnen andererseits in der Moschee eingetrichtert, dass sie als Türken mehr wert sind, als Deutsche. Das ist schizophren. Am Ende dieser Entwicklung steht oft die Arbeitslosigkeit und Kriminalität.
Man sieht andererseits, dass immer mehr junge Türken diese Brutalität in Frage stellen. Immer mehr Mädchen fliehen aus ihren Familien. Und auch die türkischen Männer - jedenfalls die Sensiblen und Intelligenten - entdecken, dass es Werte wie Toleranz und Liebe gegenüber anderen gibt - auch gegenüber anderen Kulturen und Religionen. Man kann nur hoffen, dass sich die Dinge in Richtung einer Öffnung und Toleranz entwickeln und nicht in Richtung einer Islamisierung und Fanatisierung dieser jungen Leute.

Menschen wie Kelek sind sehr mutig - sie riskieren viel, aber letztlich wird sich die Wahrheit durchsetzen.

Sie ist ein Vorbild für alle Türken.
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30 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch für den aktuellen Diskurs., 12. Dezember 2007
Von 
Kankin Gawain "Bis übermorgen dann..." (Eutopia) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die verlorenen Söhne: Plädoyer für die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes (Taschenbuch)
Ich habe mir das Buch eines Morgens während der Lokführerstreiks am Frankfurter Hauptbahnhof gekauft. Es stach mir ins Auge und versprach mir, einerseits informativ und andererseits eine nicht zu anstrengende Lektüre für den morgendlichen Pendlerverkehr zu sein.
Frau Keleks Buch könnte sich als außerordentlich hilfreich für den interkulturellen Dialog erweisen. Dass in der patriarchalen Welt des Islam Frauen vielerorts und immer wieder Opfer der ihnen aufgezwungenen Rolle werden, ist bereits hinlänglich bekannt. Dass aber auch die Täter, nämlich die Männer, zunächst als Opfer in das bestehende System treten, dürfte vielen unbekannt sein.
Frau Kelek breitet vor uns das Schicksal jener Männer aus, die - dem Wortlaut nach - in einem Patriarchat ja das Sagen haben müssten. Deutlich wird aber, dass in einem deformierten System auch die Priviligierten Deformationen davontragen.
Frau Kelek ist damit sehr angemessen umgegangen, indem sie in einem ersten Werk das Leben der "verkauften Bräute" schilderte und in diesem, nun als Taschenbuch vorliegenden, jenes der sogenannten und tatsächlichen Täter. Als Leser teils deutscher, teils muslimischer Abstammung kann ich Frau Keleks Beitrag zum öffentlichen Diskurs nur begrüßen. Auch sollten wir Deutschen uns, wie es ja bereits geschieht, wieder einmal Rechenschaft darüber ablegen, warum und wozu wir einst das große Projekt der Moderne - Humanismus und Aufklärung - in Angriff genommen haben. Humanismus und Aufklärung waren nur gelegentlich "wegen" aber zumeist "trotz" der christlich-kulturellen Prägung des Abendlandes möglich. Auch gegenüber dem Islam muss eine fundamentalkritische Betrachtungsweise möglich sein.
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54 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brachiales Kontrollsystem des islamischen Patriarchats, 20. März 2006
Das Buch ist ein Muss!. Hat Necla Kelek in ihrem ersten Buch "die fremde Braut" das Schicksal muslimischer Frauen analysiert, porträtiert sie jetzt die "Kontrollmänner", die im Namen "islamischer Ehre" und "Respekt" (gemeint ist damit die Unterwerfung das islamische Partiarchat)aufrechterhalten müssen.
Unfassbar ist anhand exemplarischer Beipiele, zu welchen brachialen, brutalen Kontrollmachanismen die Jungen und Männer erzogen werden und diese Gewaltkultur verinnerlichen. Es gilt immer die eigene Familie, den Clan, das Dorf, den Stamm, DIE MUSLIME "rein" zu halten. Und die Frauen zu "schützen", was aber Vollkontrolle heisst.
FOlge ist eine völlig fehlende individuelle Verantwortung des Einzelnen, die fehlende "verinnerlichte Moral", wie es eine saudische Wissenschaftlerin der islamischen Welt vorwarf. Recht ist nur, was im Koran steht und was der Patriaich sagt, ob es der Clanchef ist, der religiöse Rechtsgelehrte, das Dorf oder der Präsident.
Legitimierung gibt der Koran, z.B. Sure 4, 38 (34) (Prügelsure):
"Die Männer sind den Frauen überlegen wegen dessen, was Allah den einen vor den andern gegeben hat, und weil sie von ihrem Vermögen (für die Frauen) auslegen. Die rechtschaffenen Frauen sind gehorsam und sorgsam in der Abwesenheit (ihrer Gatten), wie Allah für sie sorgte. Diejenigen aber, für deren Widerspenstigkeit ihr fürchtet - warnt sie, verbannt sie aus den Schlafgemächern und schlagt sie."
Wie ernst diese Sure genommen wird, sieht man daran, dass von April 2004 bis Dez. 2005 allein 25 Predigten und Talk-Shows in arabischen TV-Sendern dazu gesendet wurden!!! Wer eine Frau schlägt, ist ein guter Muslim, denn der Mann hat immer einen Grund!
Die Männer, die als "Polizisten" das Verhalten der muslimischen Frauen der eigenen Familie sowie der anderen Frauen im öffentlichen Raum kontrollieren und die angeblichen "Verstösse" dem Patriarchen "melden", sind "gute" Muslime, weil sie die "Ehre" bewahren. Damit wird eine unterträgliche Denunziationsmentalität etabliert, in der der Junge oder auch das Mädchen am meisten gilt, der es zu denunziatorischer Meisterschaft bringt.
Selbst Frauen in der Türkei rechtfertigen zu 39% die Gewalt gegen sie selbst. Gründe können banaler nicht sein:
Verweigerung von Sex, Kinder vernachlässigen, dem Mann widersprechen oder Essen anbrennen lassen!(Umfrage 10/2004)
Das dazu in Anatolien, aus der die Türken in D. überwiegend stammen, die Frauen zu 78% zwangsverheiratet werden, aber 12% selbst den Partner wählten, komplettiert das Bild der akzeptierten und durchgesetzten Männergewalt.(Umfrage 1/2006)
Liebe und Vertrauen zwischen Frauen und Männern kann so nicht entstehen, sondern nur Ablehnung und Selbsthass. 54% der Frauen haben schon einmal an Selbstmord gedacht. Denn die Ehe wird meist nur einmal geschlossen, die Jungfrauenschaft nur einmal im Leben meistbietend "verkauft". Durch den im islamischen Recht vorgesehenen "Wali", den gesetzlichen Vormund der Frau, die Frau muss den Vater/Bruder/Onkel für sie den Ehevertrag aushandeln lassen. Sie darf es NICHT selbst, sie ist Vertragsgegenstand zwischen dem Bräutigam und dem Vater.
Ohne Unterschrift des Wali ist die Ehe nicht rechtskräftig.

Kein Wunder, dass ich in 30 Jahren Bindung im islamischen Raum die Lebenszeit der eigenen Familie überwiegend mit unerträglicher Klatschkultur habe verrinnen sehen. Bei den Anforderungen der ständigen Sozialkontrolle und der darauf folgenden Sanktionen der Familien- oder Clanchefs fehlt oft die Zeit, sich mit Bildung, Kreativität oder Intellektualität zu beschäftigen.
Nicht umsonst hat die arabische Welt mit ca. 50% Analphabeten, nur 53 Zeitungen auf 1000 Bürger (im Westen 285) und haben nur 1,6% Internetanschlüsseund 18 Computer vom 1000 Bürgern (78,3 global). Das arabsiche Raum ist eine Welt ohne Bücher!
Von 1980-1985 sind 4,4 Bücher pro 1 Mio. Araber übresetzt worden, in Spanien aber 920!
Frau Kelek wird nicht umsonst als DIE Islamexpertin für Regierung und Parlament angesehen, weil sie beide Seiten der Medaille zeigt und sich damit aus der Ecke der reinen "Frauenliteratur" schon längst verabschiedet hat.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die andere Seite, 1. Februar 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die verlorenen Söhne: Plädoyer für die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes (Taschenbuch)
ich habe alle Bücher von Necla Kelek gelesen, schon weil sie mir erlaubt sehr viel über die turkische immigration und ihre Frauen zu verstehen. Dieses Buch hilft die mentalität des turkisches Mannes besser zu interpretieren, da ihren Benehmungen eher in ihre Erziehung und Geschichte zu suchen sind. In Frankreich habe ich kein(e) Schriftsteller(in) gefunden den sich darüber interessiert hat. tut mir Leid wenn ich Fehlern gemacht habe.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch über Machismus und seine schrecklichen Folgen für unsere Gesellschaft, 5. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die verlorenen Söhne: Plädoyer für die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes (Taschenbuch)
Jeder sollte das Buch gelesen haben, das umfassend über den Islam und den damit eingehenden Machismus und seine Gefahr für die Gleichberechtigung aufklärt. Die falsche Toleranz durch das Nichtwissen und Nichtwissenwollen sowie das Nichtsetzen von Grenzen wird uns noch viel Leid bescheren.
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29 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ohnmacht und Gewalt, 2. April 2006
Das Buch von Necla Kelek hat mir sehr geholfen die Denk- u.Lebenseinstellung unserer muslimischen Mitmenschen zu begreifen.
Sie schafft in diesem Buch erschütternde Eiblicke in die Tradition, die Werte und Normen dieser Volksgruppe.
Erst jetzt vestehe ich die ganze Dimension der Probleme, die uns für Deutschland und ganz Europa noch bevorstehen werden.
Dieses Buch kann aber auch eine Hilfe sein, auf moslimisch geprägte Menschen zuzugehen.
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