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42 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Krieg bekommt eine Gesicht
Jürgs zeigt in seinem Buch die andere Seite eines brutalen und nie dagewesenen menschenverachtenden Krieges. Er zeigt, was in den kleinen Kampfpausen an Menschlichkeit überlebt hat und macht deutlich, dass die "Feinde" gar nicht so anders waren als der Soldat im Schützengraben sie immer vorgegaukelt bekommen hatte. Es sind die leisen Versuche, in diesem...
Veröffentlicht am 29. November 2003 von Ruth Grützmacher-Behrendt

versus
36 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Oberflächliche Recherche
Eine Kritik zum Buch von Michael Jürgs
Das im November 2003 erschienene Buch wird ja inzwischen überall als Bestseller empfohlen und begeistert aufgenommen. Ich habe es vor ein paar Wochen gelesen und war sehr enttäuscht. Viel hatte ich mir davon versprochen, da es doch durch einen renomierten Journalisten recherchiert und geschrieben wurde. Michael...
Am 10. Juni 2004 veröffentlicht


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36 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Oberflächliche Recherche, 10. Juni 2004
Von Ein Kunde
Eine Kritik zum Buch von Michael Jürgs
Das im November 2003 erschienene Buch wird ja inzwischen überall als Bestseller empfohlen und begeistert aufgenommen. Ich habe es vor ein paar Wochen gelesen und war sehr enttäuscht. Viel hatte ich mir davon versprochen, da es doch durch einen renomierten Journalisten recherchiert und geschrieben wurde. Michael Jürgs war u.a. Chefredakteur beim "Stern" und "Tempo" und hat sich in den letzten Jahren als Autor von Biographien einen Namen gemacht.
Die Beschäftigung mit dem Buch hat mir persönlich weitaus mehr Fragen und Unklarheiten, als interessante neue Informationen gebracht.
Zunächst finde ich, daß die wenigen Stärken in dem Buch immer dann zum Tragen kommen (besonders im Mittelteil), wenn sich Jürgs ganz hart an den originalen Tagebüchern z.B. vom Leutnant Zehmisch orientiert. Dann wird es interessant, ja teilweise sogar fesselnd. Da ist für mich auch sein Verdienst zu sehen. Jürgs hat u.a. eben diese Tagebücher beim Sohn des Leutnants aufgetan. Dazu kommen zum Teil völlig neue, interessante Fotos und Zeichnungen.
Meiner Meinung nach hätte man allerdings besser die Aufzeichnungen einfach nur transkribieren, komplett veröffentlichen und es dann dabei belassen sollen. Was Herr Jürgs mit seiner teils blumig weihnachtswunderseligen, teils harten effekthaschenden Sprache (Generalhandschuhe an denen Blut klebt, Ratten, die Hunde fressen u.s.w) daraus gemacht hat, erinnert mich stark an die geschraubte Schreibweise eines Werner Beumelburg.
Längst als Legenden entlarvte Geschichten werden überbetont eingesetzt. Schon ganz am Anfang des Buches "zelebriert" Jürgs wieder mal das sog. Kindermassaker von Ypern. Ganze Schulklassen, die sich jauchzend samt Lehrer von der Schulbank freiwillig melden und dann von ihren Offizieren in den Tod geschickt werden, während sie das Deutschlandlied singen. Eine kitschige Metapher jagt die andere. Auffallend, daß danach fast jeder Soldat der genannt wird, natürlich ein kriegsfreiwilliger Student ist.
Ein Landsturmmann von Seite 81 bleibt die einsame Ausnahme.
Es ist bekannt, daß sich 1914 eine große Anzahl Freiwilliger zu den Waffen meldete und die Kriegsbegeisterung in weiten Kreisen der deutschen Bevölkerung groß war. Mich stört allerdings, wie Jürgs dies völlig stereotyp und verallgemeinernd immer wieder hervorhebt. Heute weiß man doch längst, daß die deutschen Regimenter des Jahres 1914 in Flandern keineswegs nur aus Freiwilligen bestanden. Außerdem war nicht jeder Freiwillige ein Schüler oder Student ! In den Einheiten der 4. Armee und in den entsprechenden Armeekorps war der Anteil mal höher und mal niedriger. Sieht man sich in den amtlichen Deutschen Verlustlisten der Jahre 1914/1915 bei den entsprechenden Regimentern einmal die schier unendlichen Reihen von Namen an, fällt auf, daß es nicht wenige Einheiten gab, die größtenteils aus aktiven Soldaten, Reservisten, Ersatz Reservisten und Landwehrmännern bestanden.
Bei den Angaben über Verluste dieser deutschen Regimenter drückt sich Herr Jürgs zumindest ziemlich undeutlich aus. So schreibt er z.B. über die kriegsfreiwilligen Studenten, die von ihren Offizieren in den Tod getrieben werden. Sie laufen Arm in Arm, die Gewehre über den Köpfen schwenkend, Blumen an der Pickelhaube, das Lied vom Vaterland auf den Lippen, ins britische Feuer (Zitat: "etwa hunderttausend sind es gewesen.").
Gleich im nächsten Satz nennt er die Zahl von 165 000 deutschen Gefallenen. Es bleibt offen, ob hier etwa alleine die Toten 1914 in Flandern gemeint sind. Aus dem Zusammenhang heraus könnte man es fast meinen. Das hieße die gesamte 4. Armee (und noch ein paar Divisionen dazu) wäre 1914 bei Ypern und an der Yser mit Mann und Maus vernichtet worden.
Ein paar Seiten später schreibt er von 160 000 gefallenen Engländern und 300 000 Mann, die Deutschland bis Dezember 1914 "verloren" habe. Mir persönlich drängt sich der Eindruck auf, daß hier mal wieder aus Gründen der Effekthascherei bei den Verlustzahlen nicht ganz klar zwischen Gefallenen (also Toten) und Verwundeten, Vermißten und Gefangenen differenziert wird. In diesem Bereich hätte dem Buch mehr Ausgewogenheit und vor allem Präzision gutgetan.
Auch werden mal wieder die Schleusen von Nieuwpoort gesprengt, die, wie man heutzutage weiß, nur bei Flut geöffnet und bei Ebbe geschlossen wurden. Beumelburg läßt grüßen ! Das Buch von Karl Unruh: "Langemarck, Legende und Wirklichkeit" hat Jürgs wahrscheinlich nicht gelesen. In diesem für mich immer noch besten Buch über die Langemark-Legende hätte er ansonsten viele seiner aufgewärmten Klischees widerlegt gefunden.
Dazu kommen kleine Fehler und Ungenauigkeiten, die sogar Hobbyforschern sofort auffallen müssen. Beim "95.! bayerischen Reserveinfanterieregiment" mag man noch auf einen Druckfehler tippen. Da taucht plötzlich ein deutscher "Unterfeldwebel" auf, der Infanterie-Offizier Zehmisch stützt sich auf seinen "Säbel" und schon im Text des Schutzumschlages ist von der frohen Nachricht die Rede, die sich an Weihnachten 1914 durch Gräben und "Bunker" verbreitet habe (die ersten Anlagen, die diese Bezeichnung verdienen, wurden in Flandern nicht vor 1915 gebaut).
Dann zieht sich wie ein roter Faden eine klare Trennung zwischen Bayern, Württembergern, Sachsen auf der einen und den bösen Preußen auf der anderen Seite durch das Buch. Aus welchem Grund ?
Die Preußen reagieren nie auf Zurufe. Sie schießen aus ihrem Abschnitt hinüber, als sich die Bayern im Niemandsland mit den "Tommys" treffen und als dabei ein Engländer durch einen Schuß hinterrücks getötet wird, ist es natürlich ein preußischer Scharfschütze gewesen.
Diese Tendenz zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch. Auch wenn man kein Anhänger des Preußentums und dessen ist, was man mit dem Begriff heute verbindet, fällt diese Schwarz-Weiß-Malerei störend auf. Anscheinend sind diese Farben nicht nur 1914 sondern auch 90 Jahre später "die Modefarben der Saison", wie Jürgs am Anfang des Buches die politische Stimmung in Europa beschreibt.
Jürgs läßt keine Gelegenheit aus, um "die Preußen", ab und zu von "den Deutschen" (deutsche Art= martialisch) abgelöst, als kriegslüsterne Killer darzustellen. Sie geben niemals Pardon, während alle anderen meistens menschlich bleiben. Bemerkenswert, daß er dabei wiederholt von fraternisierenden Hannoveraner und vor allem Westfälischen Regimentern schreibt, die ja zum preußischen Heer gehörten und sich größtenteils auch als Preußen ansahen. Die Preußen wohnten scheinbar für ihn 1914 nur in
Potsdam und Umgebung. Hier hätte er dann aber auf der anderen Seite konsequenterweise z.B. von Brandenburgern sprechen müssen.
Diese Trennung ist ungewöhnlich und mir völlig unverständlich, dient aber anscheinend der Intention des Buchs. Der Autor möchte außerdem so scheint es den Eindruck erwecken, daß die Flandernfront Weihnachten 1914 vor Ypern nur von Sächsischen, Bayerischen und ein paar Württembergischen Regimentern besetzt war, was einfach falsch ist.
Da werden dann auch schon mal die Männer vom Reserve Infanterie Regiment 235 (aufgestellt in Koblenz und Bonn) zu Württembergern gemacht, die am 24. Dezember 1915 ihren englischen Gegnern ein Ständchen bringen. Oder ist hier etwa nur die Handvoll Soldaten gemeint, die sich eventuell aus Württemberg in dieses Regiment "verirrt" hat ?
Auch hier lassen die ungenauen Informationen wieder alles offen.
Der absolute "Höhepunkt" ist für mich allerdings die Geschichte von dem angeblich Bayerischen 16. Brigade Ersatz Bataillon, das Weihnachten 1914 bei Diksmuide eingesetzt worden sein soll. Der Kommandeur war ein Deutscher mit dem britisch klingenden Namen John William Anderson (Zitat: "einer der Helden des Weihnachtsfriedens"). Die heroisch erzählte Geschichte besagt, er habe in einem belgischen Hospital auf der deutschen Yserseite eine Monstranz entdeckt. Diese habe er dann ehrenvoll und edel, wie die Bayern ja nun mal Weihnachten 1914 in diesem Buch sind, übers Eis der Yser an belgische Truppen übergeben lassen. Sogar ein Bild ist von dem Anderson vorhanden, der laut Jürgs 1916 an der Somme gefallen ist.
Ein heldenhafter bayerischer Anführer einer heldenhaften bayerischen Truppe, so wird dem Leser suggeriert.
Allein, die Bayern haben 1914 nur ganze 12 Brigade Ersatz Bataillone aufgestellt und es existierte somit gar kein 16. Bayerisches Brigade Ersatz Bataillon. Das einzige Brigade Ersatz Bataillon mit der Nummer 16 wurde 1914 in Torgau errichtet. Dafür gab u.a. das Ersatz Bataillon des Infanterie Regiments 72 zwei Kompanien ab. Es kämpfte Oktober bis Dezember 1914 an der flandrischen Küste und bei Diksmuide.
Es gab einen Major Anderson, der, in Angermünde geboren, zumindest 1910-1914 Hauptmann beim Infanterie Regiment Nr. 72 (Torgau) diente. Bei Beginn des Krieges wurde er höchstwahrscheinlich Major und Kommandeur des eindeutig preußischen Brigade Ersatz Bataillons Nr. 16.
"Ein" William Anderson ist in der Online Datenbank des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge aufgeführt und am 7.10.1916 an der Somme bei Le Sars im Infanterie Regiment Nr. 361 gefallen. Dieses Regiment wurde wiederum u.a. aus eben dem besagten 16. Brigade Ersatz Bataillon aufgestellt.
Gab es etwa zwei Offiziere mit dem Namen (John) William Anderson ? Oder hat Major Anderson etwa nie eine bayerische Kaserne von innen gesehen ? Die bayerischen Truppen bei Diksmuide waren eindeutig Preußen ! Wurden hier kurzerhand Tatsachen verdreht und aus preußischen Soldaten Bayern gemacht ? Passten preußische "Fraternisierer" einfach nicht ins Buch, weil sie ja eiskalte Killer waren ?
Wieder bleiben viele Fragen offen, da leider auch auf ausführliche und nachvollziehbare Quellenangaben verzichtet wurde.
Für Tips, die hier etwas Licht ins Dunkel bringen, wäre ich deshalb dankbar. Meine diesbezügliche Anfrage über die Verlagsgruppe Randomhouse an Herrn Jürgs blieb leider unbeantwortet.
Mein persönliches Fazit:
Michael Jürgs wird mit seinem Buch deshalb Erfolg haben, weil scheinbar in Deutschland in bezug auf historische Themen schon eine Art "Legendenseligkeit" besteht. Das hartnäckige Ignorieren von Autoren wie beispielsweise Karl Unruh und deren Erkenntnissen beruht wohl darauf, dass die nüchterne Realität allein zu roh und öde, teilweise unerträglich bis grausam war. Ein seliges "Wunder im Niemandsland" liest und verkauft sich eben viel besser.
Die Hoffnung, als Neuerscheinung endlich mal ein gutes und vor allem sachliches 1.WK-Buch, durch einen kompetenten Journalisten geschrieben, zu lesen, ist leider dahin ! Man sollte nicht alles vorbehalt- und kritiklos konsumieren, was einem heutzutage als Literatur und im Fernsehen in bezug auf den Ersten Weltkrieg angeboten wird.
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42 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Krieg bekommt eine Gesicht, 29. November 2003
Jürgs zeigt in seinem Buch die andere Seite eines brutalen und nie dagewesenen menschenverachtenden Krieges. Er zeigt, was in den kleinen Kampfpausen an Menschlichkeit überlebt hat und macht deutlich, dass die "Feinde" gar nicht so anders waren als der Soldat im Schützengraben sie immer vorgegaukelt bekommen hatte. Es sind die leisen Versuche, in diesem Krieg an einer Zeitenwende ein wenig Geborgenheit und Mitgefühl blühen zu lasen, da sonst das Wort "Mensch" und die damit verbundene Menschlichkeit Gefahr lief, in Vergessenheit zu geraten. Der Austausch unter den feindlichen Kämpfern "nach Feierabend" belegt, dass aus Soldaten nicht nur hirnlose Kampfmaschinen gemacht werden können; sie waren und sind in erster Linie immer noch Menschen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erzählte Geschichte, 10. August 2006
Von 
Nikola Hahn (Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Frieden im Großen Krieg: Westfront 1914: Als Deutsche, Franzosen und Briten gemeinsam Weihnachten feierten (Taschenbuch)
Das Wichtigste vorweg: Dieses Buch ist KEIN Roman, sondern "erzählte Geschichte", will heißen: Es geht hier nicht um den Aufbau eines (romanhaften) Spannungsbogens oder die chronologische Geschichte eines einzelnen Protagonisten, sondern der Autor erzählt in seiner eigenen Handschrift eine Geschichte aus der Geschichte nach: Die Verbrüderung feindlicher (vor allem deutscher und englischer) Soldaten zu Weihnachten/Neujahr 1914/15 an der Westfront.

Dabei verwendet er eine Fülle an historischem Material, das - leider - nicht durchgängig benannt wird. Für den "normalen" Leser ist das o.k., für mich hat es das Erschließen des Buches etwas schwerer gemacht, denn ich habe es zu Recherchezwecken gelesen.

Nichtsdestotrotz bietet dieses Buch viele authentische Einblicke in diesen wahnsinnigen Krieg und ein Stückchen (Weihnachts-)Geschichte, das in der Tat in dieser Dimension unfaßbar ist.

Das kann man erst richtig begreifen, wenn man sich selbst einen Teil der Quellen erschließt, die der Autor genutzt hat, z. B. die Briefe gefallener Soldaten liest. Es ist erschütternd.

Fazit: Ein Buch, das nicht nur viele Fakten, sondern auch ganz viel Gefühl bietet - das aber eines nicht leisten kann und sicherlich auch nicht leisten will: Den Ansprüchen eines Unterhaltungsromans genügen.

Es ist und bleibt ein - sehr persönlich geschriebenes - Sachbuch, das anrührt und begeistert.

Sehr empfehlenswert!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rührende Episode aus dem Ersten Weltkrieg, 21. März 2004
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Der Journalist Michael Jürgs hat mit dem Buch "Der kleine Frieden im großen Krieg", eben dem Ersten Weltkrieg, eine Episode herausgegriffen und beschrieben. Die Geschichte klingt wie ein Märchen, ist aber unglaublich wahr. An der Westfront im Jahr 1914 feiern Belgier,Engländer und Deutsche mitten im Krieg zusammen friedliche Weihnachten. Sie steigen aus ihren Schützengräben, begraben ihre Toten, umarmen sich, tauschen Geschenke aus, wünschen "Frohe Weihnacht" oder "Merry Christmas", singen Lieder miteinander.
Es gibt darüber Tagebuchaufzeichnungen und Augenzeugenberichte, Zeitungsartikel, Feldpostmeldungen, Fotos. All das hat Bestseller-Autor Michael Jürgs gesichtet, hat es als gewissenhafter Journalist erarbeitet, hat auch sehr schöne Fotos gefunden und mit in dieses Buch eingefügt. Jürgs war auf den Schlachtfeldern von damals, er hat Gespräche mit Kriegsveteranen geführt und er hat selbstverständlich auch Gedenkstätten besucht. Daraus hat er ein überzeugendes Mosaik des Kriegsschreckens zusammengestellt.
Er hat ein beeindruckendes Buch darüber geschrieben, wie Kriege irgendwo ausgeheckt werden, aber vorne stehen immer Menschen. Und irgendwann, in irgendeiner Situation verhalten sich dann Menschen auch wirklich wie Menschen.Die erste Frontweihnacht im Ersten Weltkrieg, ein geglücktes Stück Antikriegsliteratur. Sein Ziel war es den Irrsinn und Wahnsinn des "Großen Krieges" ebenso vestehbar zu machen wie das Unglaubliche des "kleinen Friedens".Das ist ihm mit seinem anrührenden Buch perfekt gelungen.
In diesem Buch steht ein Gedicht von dem jungen, damals 18 Jahre alten Carl Zuckmayer, der in diesen furchtbaren Krieg 1914 einberufen wurde, abgedruckt. Er schreibt:" Einmal, wenn alles vorbei ist, werden Mütter weinen und Bräute klagen. Und man wird unter dem Bild des Herrn Jesus Christus wieder die frommen Kreuze schlagen. Und man wird sagen, es ist doch vorbei, lasst die Toten ihre Toten beklagen. Uns aber, uns brach es das Herz entzwei und wir müssen unser Lebtag die Scherben tragen".
Das sinnlose Sterben auf den unwegsamen,blutgetränkten Feldern Flanderns begann wieder als die Generäle, unter Androhung drastischer Strafen, der Kriegspause ein jähes Ende machten.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Handshakes zwischen Gräben, 16. Dezember 2005
Von 
Stephan Seither (Berg / Rheinland-Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Frieden im Großen Krieg: Westfront 1914: Als Deutsche, Franzosen und Briten gemeinsam Weihnachten feierten (Taschenbuch)
Bereits auf Seite 8 sah ich mich zum ersten Punktabzug "genötigt" - die
Aussage des Autoren (Michael Jürgs): "Einen solchen Frieden von unten gab
es noch nie in der Geschichte eines Krieges. Es hat niemals wieder einen
gegeben." - hier irrt der Autor ganz einfach....
Johannes Nosbüsch beschreibt z.B. in seinem Buch "Damit es nicht vergessen
wird" - friedliche Begegnungen der sich gegenüberliegenden Deutschen und Franzosen
des Zweiten Weltkrieges zwischen der Südpfalz und dem Elsass - zum Teil lagen sich verwandtschaftlich
verbundene Nachbarn gegenüber, schon immer war man hier durch die Lauter
verbunden, nicht getrennt - folglich hatte man keine große Lust sich gegenseitig
zu töten - der sog. "Sitzkrieg", bzw. "Komische Krieg" begann und zog sich
über Wochen hin - man hatte sich damals sogar ab und an am Ufer des
kleinen Flüsschens Lauter getroffen, spielte Karten, trank Wein..... - bis
die Soldaten von vorgesetzter Stelle gegen völlig "fremde" ausgetauscht wurden und
der Krieg "ungehindert" weiterlaufen konnte... - wie gesagt, wir sprechen vom
Zweiten Weltkrieg und hätten somit, zumindest durch diese dokumentierten Beispiele die
"Einzigartigkeit" der von Jürgs beschriebenen Verschnaufpause aus dem sog.
"Großen Krieg" wiederlegt....
Zum Buch selbst....
Die Einleitungsseiten des Buches waren noch mit das lesenswerteste Material - mit einfachen Worten
erklärt dort der Autor, wie es zum "Großen", sprich dem Ersten Weltkrieg
kam - "GROß" aus dem Grunde wohl, da kein Mensch an einen zweiten Krieg
glauben wollte / konnte und sich daher eine Nummerierung, zum damaligen
Zeitpunkt, ganz einfach nicht ergab...
Das Buch selbst "wimmelt" geradezu vor lauter zusammengewürfelter Splitter
der Geschichtsschreibung - so werden immer wieder Sätze aus
Feldpostbriefen, damaligen Zeitungsartikeln, s/w Fotos, Zeichnungen usw.
(aller Kriegsparteien!) eingestreut - hierbei wäre jedoch ein wenig mehr
Struktur wünschenswert gewesen... - dennoch "informiert" und "unterhält"
das Buch auf ganz eigene Art und Weise - "Geschichtchen" zur Geschichte
eben...
Wer sich also erhofft, diese ungewöhnlichen, jedoch n i c h t
einzigartigen, Ereignisse der ersten "Kriegsweihnacht" aus der Perspektive
eines einzelnen Soldaten berichtet zu bekommen, wird ein wenig enttäuscht
sein.
Die Schrecken des Ersten Weltkrieges lassen sich fast "greifbar" im Roman
"Der Krieg und die Kröte" (von Timothy Findley) nachvollziehen - es wird
dort eine wirklich schockierende Geschichte erzählt, die sich so zwar nicht
(belegbar) ereignet hat - dennoch sind die dort beschriebenen Ereignisse,
aus zusammenhängender Sicht der sehr "lebendig" wirkenden Romanfigur
geschildert, mehr als erschütternd.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Als Jugenbuch zu empfehlen, 11. Oktober 2004
Von 
Roland Scheerer (Wolnzach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Das Thema ist sensationell und es allemal wert, sich damit zu beschäftigen; für das, was hier entscheidend ist, hätte aber ein Viertel der Seiten gereicht. Der Autor bläht sein Thema - wohl, weil die Zahl der zur Verfügung stehenden Quellen eben doch eher gering ist - auf mit moralisierenden, sich ständig wiederholenden Betrachtungen über die Schlechtigkeit des Krieges und das Menschenverachtende allgemein. Hier wird wohl jeder zustimmend nicken, kaum jemand irgendetwas Neues erfahren und der interessierte Leser, der ja über eine gewisse Vorbildung verfügt, wird immer wieder unzufrieden weiter- und weiterblättern auf der Suche nach den raren eigentlichen "facts".
Der Versuch, die Angelegenheit durch das Herausarbeiten von Verbindendem einerseits und Gegensätzlichem andererseits spannender zu machen, ist bisweilen allzu durchsichtig: Einmal spricht der Autor von zum Verwechseln ähnlichen Lebensbedingungen in den Gräben beider Seiten, um wenige Absätze darauf zu erklären, dass sich die französischen von den deutschen Stellungen in ganz wesentlichen Punkten unterschieden hätten - ja, was denn nun?
Fazit: Der Versuch, ein Spezialthema des Ersten Weltkrieges so zu behandeln, als hätten die Leser noch nie etwas vom Ersten Weltkrieg gehört, ist wenig überzeugend. Das Buch ist sicher sehr gut geeignet für Schüler. Als Erwachsener fühle ich mich durch das ständig mitklingend Moralisieren des Autors aber - ja, bevormundet: eher daran gehindert, mir eine eigene Meinung zu bilden. Der vor allem pädagogische, weniger historische Ansatz ist zu offensichtlich.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leben und Sterben, 27. März 2004
Wie schon das Buch "Alzheimer" von M. Jürgs habe ich auch "den kleinen Frieden im Großen Krieg" nicht aus reiner Leselust gekauft, sondern, um mir Informationen für meine eigenen historischen Romane zu verschaffen. Zugegebenermaßen macht Jürgs einem diese Arbeit nicht gerade leicht, denn er schreibt kreuz und quer durch die Zeiten, wechselt vergnügt Orte und Perspektiven, und dennoch zählt "Der kleine Frieden ..." zu den besten Sachbüchern, die ich seit langem gelesen habe (und ich lese sehr viele!). Jürgs gelingt es, seine Leser mit in diesen wahnsinnigen Krieg zu nehmen, sie das Grauen des Stellungskrieges erleiden, erfühlen zu lassen. Man kommt nicht los von diesem Buch, verschlingt es wie einen Roman. Und selbst wenn man es zugeklappt hat, sieht man all die jungen, sinnlos geopferten Leben noch immer vor sich, möchte ihnen zurufen: Macht weiter mit Eurem Frieden, laßt Euch von Euren Offizieren nicht den Tod befehlen.
Fazit: Unbedingt lesenswert - auch wenn ich zum Gliedern und Wiederfinden der vielen Infos ein ganzes Heftchen "Post-it" verbrauchte ...
Nikola Hahn, Schriftstellerin
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Unfassbar schlechte Sprache, 18. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Frieden im Großen Krieg: Westfront 1914: Als Deutsche, Franzosen und Briten gemeinsam Weihnachten feierten (Taschenbuch)
Es ist hier viel gesagt worden über dieses Buch. Was es mir aber vor allem anderen schwer gemacht hat, es nicht wegzulegen, ist die unfassbar schlechte Sprache, die Michael Jürgs mir hier zumutet. Befremdlich auch die Vorstellung, dass diese schlimmen Satzkonstruktionen, teilweise fehlerhaft, durch ein Lektorat gegangen sind.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Viel hilft nicht immer viel, 6. Dezember 2004
Von Ein Kunde
Leider bläht der Autor dieses wirklich interessante Thema unnötigerweise auf - wiederholt sich mehrmals, springt von einem Ort zum anderen, widerspricht sich teilweise selbst etc.
Von einem guten Buch erwarte ich mir mehr. Der anspruchsvolle Leser wird sich hierbei wohl eher langweilen.
Empfehlung: Lieber "Im Westen nichts Neues" zur Hand nehmen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Gut gemeint, aber nicht gut gemacht, 29. März 2008
Das Buch von Jürgs möchte viel, vor allem aber den Weihnachtsfrieden in Deutschland bekannt machen. Die Aufdeckung eines historischen Sachverhaltes ist es jedoch nicht, vielmehr eine Zusammenstellung von Erkenntnissen aus der einschlägigen (wenn auch englischsprachigen) Fachliteratur, gestreckt und aufgehübscht durch eine journalistische Schreibweise, die leider mit (zu) vielen inhaltlichen Fehlern aufwartet. Jürgs Quellen sind teilweise fehlerhaft gedeutet und in keinster Art und Weise mit Belege versehen.

Der fachwissenschaftlich interessierte Leser ist bei den neueren wissenschaftlichen Aufsätzen zum Thema (siehe wikipedia.de unter "Weihnachtsfrieden") auf jeden Fall besser aufgehoben.
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