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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grüne Ameisen??? Wo???, 24. Juni 2003
Von 
basssopran - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Im Land der grünen Ameisen: Die erste Durchquerung Australiens (Taschenbuch)
Die erste Kontinentaldurchquerung Australiens war ein Trauerspiel. Das wissen wir spätestens nach der Lektüre dieses Buches. Warum sie ein Trauerspiel werden konnte, wissen wir auch; das soweit ich das beurteilen kann gut recherchierte Buch gibt nicht einer einzelnen Person die Schuld, sondern beschreibt detailliert, wie sich eine Ansammlung von Dilettanten aus den falschen Beweggründen und aus Standesdünkel in Widersprüche und Halbheiten verstrickt und damit alle Vernunft weitestgehend fahren läßt. Auch wenn Sarah Murgatroyd den Mythos Burke demontiert, ist man beeindruckt von der ungeheuren Zähigkeit und der Willensstärke dieser Männer. Die Autorin gibt mit ihrem Werk über diese Expedition gleichzeitig auch einen Überblick über die australische Gesellschaft Mitte des 19. Jahrhunderts. Ihre Sprache gefällt mir - sie kann wunderbar sarkastisch sein.
Was mir nicht gefällt, ist die zuweilen wirre Struktur zu Beginn des Buches. Da wird zwischen den Zeiten und den Entdeckern wild hin und her gesprungen, bis man kaum mehr weiß, wer zu welcher Expedition gehört hat. Das legt sich gottseidank später. Dem Verlag laste ich ein schlampiges Lektorat an: die vielen Grammatik- und Rechtschreibfehler gehen auf die Nerven. Und der Titel! Stellenweise passen auch Bildunterschriften nicht oder sind falsch übersetzt. Insgesamt ist es aber ein sehr lesenswertes Buch, das ich jedem empfehlen kann, der sich überhaupt für Australien interessiert oder der Spaß an Expeditionen und Entdeckern hat.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Großer Entdecker ganz klein, 15. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Im Land der grünen Ameisen: Die erste Durchquerung Australiens (Taschenbuch)
Die Geschichte ist hinreichend bekannt: In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann in Australien der Wettlauf um die erste Durchquerung des Kontinents. 1860 konkurrierten gleich zwei Gruppen miteinander: Für Südaustralien war John McDouall Stuart Richtung Norden unterwegs, für Victoria hatte sich eine Expedition unter der Leitung von Robert O'Hara Burke und William John Wills aufgemacht. Die Reise von Burke und Wills endete in einer Katastrophe, mit ihnen starben sechs weitere Männer. Die Gruppe teilte sich mehrmals, von den vier Mitgliedern, die sich auf das letzte Wegstück begeben hatten, überlebte nur einer.
Detailliert begibt sich Sarah Murgatroyd auf die Spuren von Burke und Wills, beleuchtet ihre Vorleben, ihre Motivationen und die Gründe für ihr Scheitern. Oft schmerzt es, die Fehlentscheidungen von Burke verfolgen zu müssen. Der Reisestart zur falschen Jahreszeit, die teils unsinnige Ausrüstung, die Verkettung tragischer Zufälle, das Kompetenzgerangel und die Ignoranz gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns können aus heutiger Sicht nur mit Kopfschütteln bedacht werden. Nach der Lektüre rechtfertigt nichts mehr, Burke weiterhin in einem Atemzug mit so großen Entdeckern wie Cook, Livingstone oder Shackleton zu nennen.
Aber es wäre zu einfach, einem Einzelnen das Scheitern anzulasten. Dass der Fehler auch im System lag, verdeutlicht Murgatroyd am Ende ihres Buches: „Mit seinem unerschütterlichen Glauben an militärische Ausbildung hatte das Empire seit Jahrzehnten Heerscharen von unfähigen Entdeckern an ungeeignete Orte geschickt. Es war nicht unüblich, Soldaten an den Nordpol zu entsenden, die nicht Ski fahren konnten, und Marineoffiziere in Paradeuniform in die Sahara."
Warum der reißerische Titel „Im Land der grünen Ameisen" gewählt wurde, bleibt das Geheimnis der deutschen Übersetzung - nicht auf einer Seite besteht ein Zusammenhang zum Inhalt. Außerdem ist die Autorin an vielen Stellen zu verliebt in ihre Details. Dennoch ist das Buch gut zu lesen und mit seinen zahlreichen Originalzitaten ein Muss für Jeden, der sich für die Aufarbeitung historischer Expeditionen interessiert.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Drama der Selbstüberschätzung, 5. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Im Land der grünen Ameisen: Die erste Durchquerung Australiens (Taschenbuch)
Das Buch ist ungeheuer gut recherchiert. Die Sprache packend. Der Gegenstand die erste Expedition 1860 per Kamel in das den Weißen bis da hin unbekannte Land hinter den schmalen Küstenstreifen Australiens. Die Ureinwohner wurden als zweibeinige Affenwesen betrachtet und deshalb nicht um Rat gefragt - tödlicher Arroganz. Tragisch: John O'Hara Burke war ein bei Sponsoren gern gesehener Gentleman, aber eine völlige Fehlbesetzung als Expeditionsleiter. Dazu kam die englische, bzw. europäische Überheblichkeit, die dazu führte, dass etwa anstatt genügender Wasserbehälter ein Eichentisch und ein Badezuber mitgeschleppt wurden. Die Dramatik dieser Expedition in den Untergang ergreift die Leserin und den Leser und macht das Buch zur spannenden Lektüre bis zur letzten Seite. Einziger Kritikpunkt: Als gebundene Ausgabe wäre die Form dem Inhalt eher gerecht geworden.
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5.0 von 5 Sternen Phantastisch recherchiert!, 24. Dezember 2008
Von 
larapinta (Rheinland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Im Land der grünen Ameisen: Die erste Durchquerung Australiens (Taschenbuch)
Viele Australiereisende und sicherlich die meisten Australier selbst haben schon von der katastrophalen Forschungsreise gehört, die so jämmerlich endete. Dieses Buch beschreibt in ausführlicher und unnachahmlicher Weise, wie es dazu kam, es stellt die Männer vor, die dafür ausersehen waren, an der Reise teilzunehmen, es beschreibt ihre Stärken und Schwächen und stellt die Hindernisse vor, die sich bereits aufgrund des Verhaltens von offiziellen Stellen abzeichneten. Es sind viele Photos der Forscher abgebildet, viele Zeichnungen, die auf der Reise entstanden und auch etliche Briefe, die Burke und Wills schrieben. Nicht nur die Reise von Burke und Wills selbst wird eindringlich erzählt, sondern man erfährt auch von den Nebenschausplätzen, als parallel John McDouall Stuart und Charles Sturt unterwegs waren. Oder wußten Sie bisher, daß die Macadamia-Nuss ihren Namen nach John Macadam erhielt, dem umstrittenen Sekretär der Melbourne Royal Society, die einen Großteil der Expedition finanzierte?

Die Gründe, warum die Expedition letztendlich scheiterte, werden dezidiert auseinandergepflückt und logisch zusammengesetzt, man erfährt über verheerende Versäumnisse, menschliche Schwächen, Neid und Hass sowie Selbstüberschätzung. Und letztendlich ist es der berühmte "Zufall", der Burke und Wills das Leben kostet. Am Ende des Buches wird der Leser auch noch mit auf eine Reise genommen, was aus den verschiedenen Menschen, die sowohl an der Expedition als auch in Melbourne und Adelaide in die Angelegenheit verwickelt waren, geworden ist. John King, der einzige Überlebende, konnte trotz seiner glücklichen Rettung bis zum Ende hin seines Lebens nicht mehr froh werden. Und wer weiß, ob bzw. wo seine Nachfahren in der Wüste Australiens heute noch leben...

Fazit: Ausnahmslos zu empfehlen!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Absehbares Ende..., 14. November 2007
Von 
Viking "TU-Student" (Leipzig / Berlin / Kourou / Sydney / München / Sao Paulo) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Im Land der grünen Ameisen: Die erste Durchquerung Australiens (Taschenbuch)
Das Buch setzt sich mit der Expedition von Burke und Wills auseinander, die am 20. August 1860 mit der Durchquerung des Australischen Kontinents von Süden nach Norden beginnen sollte und in halsbrecherischer Naivität als bestvorbereitete Expedition Australiens galt. Allein bei der Beschreibung der Auswahl des Expeditionsleiters oder etwa die Vorbereitungen am Tage vor und am Tage der Abreise lässt selbst jeden Laien in Sachen Expeditionen erschaudern. Kamele, eine riesige Sensation zu der damaligen Zeit, wurden extra per Schiff eingeführt, und deren heutige Nachkommen wiederum werden als hochwertige Kamele zurück exportiert. Das Buch befasst sich ebenso mit den Biographien der Hauptpersonen der Expedition wie mit dem historischen Hintergrund und den politischen Gegebenheiten. Auch wird immer wieder Bezug genommen auf eine beziehungsweise mehrere parallel stattfindende Expeditionen von Stuart, die dem gleichen Zwecke dienen sollten. Ebenso wird der Vergleich mit anderen vergangenen Expeditionen, so von Eyre oder dem deutschen Leichhardt, nach dem heute unter anderem ein Bezirk in Sydney benannt ist, gesucht. Die Expedition jenseits der besiedelten Gebiete wurde nur schlecht dokumentiert wozu der Expeditionsleiter Burke wahrscheinlich den kleinsten Beitrag geliefert hat. So stützt sich das Buch auf eine Vielzahl von Puzzleteilen aus den Büchern einiger Expeditionsteilnehmer, hier hauptsächlich Wills und einigen Wissenschaftlern, auf die Teilweise heute noch zu bestaunenden Raststätten mit ihren markanten Signierungen in der Baumrinde, überlieferte Erzählungen der eingeborenen Aborigines oder etwa den Büchern der Organisatoren. Die gut nachvollziehbaren Herausforderungen und Strapazen für die gesamten Expeditionsteilnehmer, die sich langsam aber immer deutlicher zuspitzende Lage und das schicksalhafte Ende der Expedition machen den Stoff und damit das Buch zu einem lesenswerten Einblick in den Entdeckergeist der damaligen Zeit. Etwas zu grobe, dafür umso übersichtlicher gestaltete Karten geben einen Überblick über die Routen von Burke, Stuart, Eyre und Leichhardt und eine gut gefüllte Bibliografie am Ende des Buches ist eine gute Hilfestellung für eine tiefgründigere und umfassendere Recherche zu diesem Thema.
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5.0 von 5 Sternen Lieblingsbuch, 10. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Im Land der grünen Ameisen: Die erste Durchquerung Australiens (Taschenbuch)
Diese Buch liebe ich. Als absoluter Australienfan das beste,das ich bisher gelesen habe. Müßte 6 Sterne kriegen. Zum Immer wieder lesen. Tolle Hintergründe erfährt man hier, über die einzelnen Charaktere, die Expeditonsteilnehmer, wieso weshalb warum dieser und jener ausgesucht wurde und natürlich die tragischen Vorkommnisse. SUPER!!! Gebe ich nicht mehr her!!!
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5.0 von 5 Sternen IDIOTISCHER TITEL - FASZINIERENDES BUCH, 7. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Im Land der grünen Ameisen: Die erste Durchquerung Australiens (Taschenbuch)
Der deutsche Titel ist dämlich - der Originaltitel THE DIG TREE hingegen wunderbar in seiner Anspielung auf eine zentrale Etappe der Expedition, in der alles hätte anders verlaufen können.
Dennoch: auch auf deutsch ein faszinierendes Buch.
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Im Land der grünen Ameisen: Die erste Durchquerung Australiens
Im Land der grünen Ameisen: Die erste Durchquerung Australiens von Sarah Murgatroyd (Taschenbuch - 1. Mai 2003)
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