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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschreckend
Eines vorab: Diese Erzählung von Agota Kristof ist nichts für schwache Nerven! Beim Lesen schwankte ich zwischen Faszination und Ekel.
Die Geschichte der Zwillinge geht unter die Haut, wobei die bedrückende Atmosphäre durch die kurzen, fast adjektivlosen Sätze verstärkt wird.
Die emotionslose Aneinanderreihung von Hauptsätzen...
Veröffentlicht am 23. August 2006 von Beate

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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ein erschütterndes Buch
An diesem Buch scheiden sich die Geister.Es kann sowohl als gefühlskalte Berichterstattung zweier Schicksale verpöhnt , als auch als tiefsinniges und authentisches Werk respektiert werden. Eines steht jedoch fest: es ist kein Buch, dass man zur leichten Unterhaltung lesen kann. Ohne es zu interpretieren kann sein Grundgedanke vom Leser gar nicht erfasst...
Veröffentlicht am 3. Februar 2004 von ruehl_lisam


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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschreckend, 23. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Das große Heft (Taschenbuch)
Eines vorab: Diese Erzählung von Agota Kristof ist nichts für schwache Nerven! Beim Lesen schwankte ich zwischen Faszination und Ekel.
Die Geschichte der Zwillinge geht unter die Haut, wobei die bedrückende Atmosphäre durch die kurzen, fast adjektivlosen Sätze verstärkt wird.
Die emotionslose Aneinanderreihung von Hauptsätzen unterstreicht die Brutalität des Krieges und der Geschichte.
Die Zwillinge quälen, stehlen, lügen und morden, scheinbar ohne mit der Wimper zu zucken. Obwohl die Autorin ohne jede Gefühlsregung zu schreiben scheint, werden beim Leser vielfältige Gefühle geweckt. Eines wird allerdings ganz besonders ins Bewusstsein gerufen:
Die Abscheu vor dem Krieg, der Menschen dazu bringt, in ihrer Verzweiflung und Hilflosigkeit alle Skrupel fallen zu lassen, um die eigene Haut zu retten.
Ein Buch, das man nicht so schnell vergisst.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wann Menschen zu Maschinen werden, 1. Februar 2004
Von 
Philipp Breiner (Völkersweiler, Rheinland-Pfalz Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das große Heft (Gebundene Ausgabe)
Im Krieg, zwischen Hunger und Armut wachsen zwei Zwillinge zwangsläufig bei ihrer Großmutter, die den Ruf einer Mörderin hat, im letzten Winkel des Landes auf.
Mit dem Verlauf der Geschichte lernen beide, was sie zum überleben brauchen. Sie betteln, stehlen, töten, hungern, schlachten, stellen sich taub, blind, bewegungslos.
Nach und nach erlangen sie immer mehr Unabhängigkeit, nehmen aber zunehmend egoistische Züge an und leben nach verschobenen moralischen Werten; so lügen sie z.B. zu Beginn des Buches nie, am Ende aber lügen sie dann ihren eigenen Vater an.
Ihr Umfeld, das aus Leiden, Krieg, Tod, Verbrechen und sexueller Perversion besteht, beeinflusst die Zwillinge in ihrer Entwicklung entscheidend.
Sie verlieren bzw. besiegen Emotionen jeglicher Art und stehen zu allem was geschieht in völliger Objektivität.
Ihre Gefühlslosigkeit wird durch eine trockene Sprache untermauert. Die Autorin verwendet kaum Adjektive und Konjunktionen. Die Kapitel werden szenisch dargestellt, Dialoge verlaufen kurz und sachlich. Meist reiht sich Hauptsatz an Hauptsatz.
Agota Kristof hat es geschafft, durch die Verknüpfung von nüchterner Sprache, objektiver Darstellung und kaltem, düsterem Inhalt ein Gefühl der Emotionslosigkeit zu erzeugen.
Emotionen sind einer der Unterschiede zwischen Mensch und Maschine. Das Buch zeigt, wie sehr Menschen zu Maschinen werden können...
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein zutiefst verstörendes Buch, 9. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das große Heft (Taschenbuch)
Ein zutiefst verstörendes Buch. Als erster Band einer Trilogie erzählt es die Geschichte zweier Brüder, leiblich und geistig durch und durch Zwillinge. Sie schreiben ihr Leben auf. Gefühle haben darin keinen Platz. Sie schaden nur. Das Leben ist hart, es ist Krieg, sie werden aufs Land gebracht. Stoßen auf Ablehnung. Ihre Großmutter will mit ihnen nichts zu tun haben. Die Menschen wollen mit ihnen und mit ihrer Großmutter nichts zu tun haben. Überleben ist eine Frage der geistigen und körperlichen Abhärtung. Dennoch entwickelt sich etwas. Sie treffen auf Menschen, handeln menschlich, ohne menschlich zu denken.
Der Stil ist grandios, unprätenziös, lakonisch ohne je zynisch zu werden. Er ist gefeit gegen Hass und Lieben, gegen Gewalt und Zärtlichkeit. Nichts erreicht den Kern, der sich nur auf Umwegen erschließt. Große Ereignisse sind klein und können die selbstgeschaffene Welt der beiden nicht erreichen. Das Buch ist eine Beschreibung der Dinge, wie sie unvermeidlich erscheinen, die Beschreibung einer Flucht, die alternativlos wirkt. Wie können sich Gefühle entwickeln, für die kein Platz ist? Sie können es nicht, es gibt für die beiden keine Zukunft.
Das Grausame der Geschichte liegt im Wissen des Lesers, dass er der Faszination des dargestellten Weges nicht erliegen kann, weil er gleichzeitig stärker und schwächer ist als die beiden Kinder. Das Ende ist ein Schock, ein zerstörerisches Erdbeben, das nur versteht, wer die Geschichte lesend mitgelebt hat.
Die Bände 2 und 3 der Trilogie „Der Beweis" und „Die dritte Lüge" erzählen die Geschichte weiter, fallen aber gegenüber dem grandiosen ersten Band etwas ab. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Symbolträchtige märchenhafte Erzählung, 9. Mai 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das große Heft (Gebundene Ausgabe)
Das Buch kann meiner Meinung nach nicht als realistische Erzählung verstanden werden, sondern als eine Art modernes Märchen. Wer sich mit Märchen auskennt, wird sofort erkennen, dass wesentliche Elemente des Märchenstils verwendet werden: einfache Sprache, der Mangel an Emotionen, keine Begründungen für die vorgenommenen Handlungen (oft erklärt sich erst viel später, warum etwas getan wurde), das Auftreten einer Doppelperson, die bis auf den letzten Satz nur von "wir" spricht. Unter diesem Gesichtspunkt erscheinen auch die "grausamen" Szenen in einem anderen Licht, denn sie geben - ebenfalls wie im Märchen -Hinweise auf eine tiefere, unterbewusste Ebene, wo andere Gesetze gelten. Die Frage, was das Buch uns sagen will, stellt sich ebenfalls auf dieser Ebene: hier gibt es sicher verschiedene Interpretationsmöglichkeiten. Meines Erachtens geht es um die Wertmassstäbe der menschlichen Gesellschaft, wie sie sich einem neutralen, gewissermassen ausserhalb stehenden Beobachter präsentieren würden - denn nichts anderes stellen die Zwillinge dar: es sind keine normalen Kinder, sondern intelligente Wesen, die ganz allein zu ihren Massstäben und zu einem Weg, das Leben zu bewältigen, finden müssen. Dies macht sicher die Faszination des Buches aus: es geht um Werte, die jeder Mensch täglich für sich neu definieren muss,nicht nur in Kriegs- oder Ausnahmesituationen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schmerzloser Schmerz, 18. Juni 2001
Rezension bezieht sich auf: Das große Heft (Taschenbuch)
Ansatzpunkt des Romans ist ein ganz "normales" Trauma. Doch hier verläuft es anders. Das Außerstandesein, sich in der Wirklichkeit zurechtzufinden, das Fluchten aus der Wirklichkeit nach sich zieht, in eine den Mitmenschen verschlossene Welt; hier ist es umgekehrt! Der Roman beschäftigt sich mit dem Fliehen aus der Welt der Träume der Kindheit in die Realität; Flucht aus der Verletzlichkeit, Flucht aus den Gefühlen, Flucht aus Sehnsüchten und Wünschen. Worin liegt eigentlich der Bezug zum Heft? Es sind alltägliche, dokumentarisch festgehaltene "Aufsätze" ohne subjektive Einflüsse, die in einem Schreibheft festgehalten werden. Das große Heft ist die Summe ausgewählter Erlebnisse einer Kindheit/zweier Kindheiten, die mit unglaublicher emotionsloser Nüchternheit beschrieben werden. M. E. steht im Mittelpunkt das Lernen, das gleichzeitig spielerisch als auch mit grausamer Realität den ehrgeizig verfolgten Weg zum Ziel völliger Objektivität und Emotionslosigkeit zeigt. Hier wird der Leser mit einer Erweiterung der herkömmlichen Lernfunktion konfrontiert. Man verläßt nicht nur die Kindheit. Nur wer spielerisch die Realität bewältigt, überlebt. Kristof verschont nicht, läßt keinen Rückzug, kein Verschließen der Augen zu. Im Kern stellt sich dem Leser immer wieder die Frage, ob wirklich Zwillinge gemeint sind ("unser Körper, unser Bewußtsein ..."). Aber keine Ambivalenz, jedenfalls höchstens unterdrückt. Diese wird dem Leser selbst überlassen. Und dann, zum Schluß, die Trennung, unvermeidlich, irreparabel. Kristof wühlt in den tiefen Abgründen menschlichen Daseins und der Leser ist gezwungen, sich in diesen Morast hineinzubegeben, wird mit Schmutz nur so beworfen. Und dort findet er Erstaunliches. Trotz der Härte bricht ein Strudel wunderbarer Gefühle auf, Liebe, Achtung, Stärke, Solidarität, Gerechtigkeitssinn ... Ich freue mich schon auf "Der Beweis".
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen lakonisch und pervers � grandioses Antikriegsbuch, 14. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das große Heft (Taschenbuch)
Zwei Jungen wachsen im Krieg auf. In der Abgeschiedenheit ihres Dorfes werden sie jedoch erst sehr spät mit kämpfenden Truppen konfrontiert. Aber das Leben ist nicht friedlich, sondern rauh, es herrscht Mangel, die Dorfbewohner sind verstört. Der Krieg bietet Raum, Perversionen auszuleben, jeder für sich, ohne belangt zu werden. Die beiden Jungen wissen das, und auch sie wollen bereit sein für den Krieg. Deshalb beginnen sie ihre „Übungen", etwa die Übung in Grausamkeit: Sie erhängen die Katze und fangen die Mäuse selbst, die sie lebend in kochendes Wasser werfen, ohne daß ihnen das Spaß machte. Hinter all den kurzen Szenen dieses Buches, die in unglaublich lakonischer Sprache verfaßt sind, verbergen sich tiefe menschliche Sehnsüchte. So abartig die Handlungen der Protagonisten und auch der anderen Figuren sind, alle sehnen sich lediglich nach menschlicher Wärme und Zuneigung, die sie zur Not erzwingen wollen und die sie begierig aufsaugen. Die Menschen sind einsam im Krieg, anonym und Einzelkämpfer und jeder um jeden geht daran zugrunde. Um den Abstand zu den verschiedenen Perversionen zu wahren und nicht auch durch sie kontrolliert zu werden, probieren sie eine nach der anderen aus. Sie sind die einzigen, die den Krieg überleben, verändert, aber nicht zerstört. Kristof preist hier den Zusammenhalt der Menschen, das gegenseitige Füreinandereinstehen und verdammt den Krieg als eine wiederwärtige Hervorbringung des Homo sapiens'. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschreckender Instinkt, 1. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Das große Heft (Taschenbuch)
Agota Kristof berichtet mit ihrem Roman "Das große Heft" von dem erschreckenden Verhalten der Menschen in der Ausnahmesituation 'Krieg', von dem Verlust jeder Moralvorstellung, von gnadenlosem Egoismus und Perversionen jeder Art. In einer Zeit, in der jeder um sein eigenes Leben und Überleben kämpfen muss, sind die Gefühle der Figuren scheinbar verschwunden und was zurück bleibt ist ihr Instinkt. Dieses Instinktverhalten drückt Agota Kristof mit ihrem außergewöhnlichen Schreibstil aus, der ihr ermöglicht, die schrecklichsten Ereignisse im kleinsten Detail zu beschreiben, ohne Emotionen bei den Figuren zu zeigen. Dadurch kommen beim Leser jedoch umso mehr Emotionen auf: Trauer, Wut, Mitgefühl, Empörung, Ekel, Fassungslosigkeit.
"Das große Heft" ist ein fesselnder, sehr außergewöhnlicher Roman, der zum Nachdenken anregt und mich noch lange nach dem Lesen beschäftigt hat.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Ich will euch zeigen, wie man lebt", 9. September 2014
Von 
Felix-Ine (ca. 2 km von der schönen und grünen Uni-Stadt Oldenburg entfernt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das große Heft: Roman (Taschenbuch)
Als die beiden neunjährigen Jungen zu Kriegszeiten von ihrer Mutter aus der Stadt zu ihrer ihnen unbekannten Großmutter ins Dorf gebracht werden, ändert sich ihr Leben dramatisch.

Sie werden von der Großmutter geschlagen, erstarren im Schmutz, müssen auf einer harten Bank schlafen, für ihre eigene Nahrung arbeiten und werden nicht nur von der im Dorf als Hexe verschrieenen Großmutter als Hundesöhne, Huren- und Hexensöhne, Ferkel, Esel und Mörderbrut bezeichnet.

Das Jungen-Zwillingspärchen ist allein auf sich gestellt und entwickelt nach und nach besondere Strategien, nur um zu überleben. Diese protokollieren sie für sich in einem dicken Heft. Sie stehlen, lügen, betrügen und entwickeln immer mehr Potenzial zu steigenden Grausamkeiten, die ihnen jegliches Gefühl einer Menschlichkeit nimmt, indem sie sich selbst kasteien und abhärten. Einzig das Mädchen Hasenscharte und die später erkrankte Großmutter lösen bei ihnen Mitleidsreaktionen und Hilfsbereitschaft aus.

Es ist ein Buch, das mich sehr berührt und zugleich geschockt hat. Das durch den Überlebenskampf veränderte Wesen der Jungen driftet ab in eine gewisse nicht vorhandene Anteilnahme am Leid anderer. So löst der Tod der eigenen Mutter, die mit ihrem Baby von einer Granate zerfetzt wird, kaum Reaktionen bei ihnen aus. Die Mutter und ihr Kind werden im Garten der Großmutter verscharrt, zu einem späteren Zeitpunkt ausgebuddelt und die Skelette auf dem Dachboden aufgehängt.

So töten die beiden Jungen auf ihren Wunsch die Mutter von Hasenscharte mit einer Rasierklinge und steigen später über die von einer Mine zerfetzten Leiche des Vaters hinweg. WAS hat der erlebte Krieg aus den Jungen gemacht?
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einheit von Form und Inhalt - ein Meisterwerk, 4. Mai 2009
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das große Heft (Taschenbuch)
Man soll mit Superlativen vorsichtig sein, aber ich habe in letzter Zeit kein Buch gelesen, dass mich von der ersten Zeile an derart in seinen Bann gezogen hat. Dabei ist es ein kurzes Buch, das jeder innerhalb einiger Stunden zu Ende lesen kann. Aber es ist ein Buch, bei dem jeder Satz wie in Stein gemeißelt daherkommt. Das immer wieder geforderte Entschlacken des literarischen Textes von allem Nebensächlichem, seine Befreiung von allem Ballast, die pure Konzentration auf den Kern - in dem vorliegenden Buch ist sie gelungen.
Kompromisslos und kantig wie die Sätze, in denen die Geschichte erzählt wird, ist auch der Inhalt. Zwei Jungen, es handelt sich um ein Zwillingspaar, geraten in der Endphase des Zweiten Weltkrieges in das Elend des Hinterlandes an einer nicht näher bezeichneten Grenze (wahrscheinlich ist es die ungarische). Sie werden von ihrer Mutter bei einer monströsen Großmutter abgegeben und müssen bei der herzlosen, stinkenden alten Frau für jeden Bissen hart arbeiten. Doch die Zwillinge, die ebenso wie alle anderen Handlungsträger völlig namenlos bleiben, leiden nur kurz, bald finden sie sich zurecht und entwickeln eine geradezu gespenstische Überlebensfähigkeit. Für alle, die mit ihnen in Berührung kommen, die Magd, den Vater, den Offizier und andere werden sie zum Schicksal. Sie sind weder gut noch böse, sie folgen einfach einem inneren Kompass der sie manchmal zu Wohltätern und manchmal zu Richtern am Ende sogar über den Vater macht Das Buch enthält Schilderungen, wie ich sie noch niemals vorher gelesen habe und die ich nicht so schnell vergessen werde. Mehr wird nicht verraten. Einfach kaufen und lesen!
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ein erschütterndes Buch, 3. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Das große Heft (Taschenbuch)
An diesem Buch scheiden sich die Geister.Es kann sowohl als gefühlskalte Berichterstattung zweier Schicksale verpöhnt , als auch als tiefsinniges und authentisches Werk respektiert werden. Eines steht jedoch fest: es ist kein Buch, dass man zur leichten Unterhaltung lesen kann. Ohne es zu interpretieren kann sein Grundgedanke vom Leser gar nicht erfasst werden.
Dieses Buch zeigt am Beispiel eines Zwillingspaares wie Solidarität und Gerechtigkeitssinn in Zeiten des Krieges erhalten bleiben.
Eine, beziehungsweise zwei Kindheiten werden aus ihrer eigenen Welt heraus der harten Realität gegenübergestellt.Wie diese die beiden Kinder zwingt sich anzupassen schreiben Agota Kristof's Romanhelden ,für meinen Geschmack teilweise zu detailliert, in "das grosse Heft".Ihr kühler, sachlicher Stil, den sie bei diesen Berichten stets beibehalten,berührt und erschüttert den Leser in gleicher Weise.
Sexuelle Übergriffe und Perversion sind Teil ihres Alltages und lassen den beiden Jungen keine andere Wahl, als ihre moralischen Wertvorstellungen ganz neu zu definieren. Dabei spielt der eigene Überlebenswille stets die größte Rolle.
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Das große Heft
Das große Heft von Agota Kristof (Gebundene Ausgabe - 1. Juli 1999)
EUR 10,20
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