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5.0 von 5 Sternen Mit 75 Nebenfrauen ...aber rechtlos waren die Haremsdamen der Sultane keineswegs, 8. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Leben im Sultanspalast. Memoiren aus dem 19. Jahrhundert (Gebundene Ausgabe)
VON Irene Mayer-List

Die Sultane von Oman und Sansibar waren einst mächtige Fürsten. Entlang der ostafrikanischen Küste kontrollierte ihr Volk den einträglichen Handel mit Sklaven, Elfenbein und Gewürzen. Die Sultane selbst führten, umgeben von ihren Haremsdamen, ein beschauliches Leben in ihren Palästen in Maskat am Golf und auf Sansibar vor dem heutigen Tansania, bis ihnen Mitte des vergangenen Jahrhunderts deutsche und englische Kaufleute das Geschäft und später die Macht abspenstig machten. Einer dieser Kaufleute, der Hamburger Heinrich Ruete, entführte 1867 eine junge Schwester des regierenden Sultans: Emily Ruete, geborene Prinzessin Salme von Oman und Sansibar. Ihre Memoiren sind eine amüsante Beschreibung des Lebens auf Sansibar vor mehr als hundert Jahren:

Salme, alias Emily, war eine resolute Frau, die ihren Kaufmann nur allzugern nach Hamburg begleitete. Zwar war einer Mohammedanerin in Sansibar der Umgang mit fremden Männern streng untersagt. Doch offenbar war die Kontrolle schlecht, denn als Salme ihr Land verließ, war sie bereits mehrere Monate schwanger. In Aden wurde sie auf den Namen Emily getauft und ihrem deutschen Mann angetraut, der drei Jahre später in Hamburg unter eine Pferdebahn kam und starb.

Salme erlebte ihre erste Ernüchterung im scheinbar aufgeklärten Abendland: Während sie in Sansibar schon als junges Mädchen selbständig ihre ererbte Plantage und ihre Vermögen verwaltet hatte, stellte das Hamburger Recht die junge Witwe unter die Kuratel von zwei Vormündern. Die Araberin begann an der Freiheit der Europäerinnen zu zweifeln: Warum nur bemitleideten die Damen auf den Hamburger Teekränzchen ihre Schwestern im Orient?

Nicht zuletzt um diesen Damen die gängigen Märchen über das Haremsleben auszureden, schrieb sie später das Buch über ihre Heimat, in dem sie von ihrem Vater erzählt, dessen zwei ebenbürtigen Frauen und den 75 Nebenfrauen – Sklavinnen aus Afrika, Persien, Kaukasien und der Türkei. Die Kinder dieser Großfamilie waren, ungeachtet ihrer Herkunft, Hautfarbe und Sprache, alle ebenbürtige Prinzen und Prinzessinnen. Auch konnten sich die Mohammedanerinnen anders als Christinnen ungehindert scheiden lassen. Eine von Salmes 76 Stiefmüttern machte davon Gebrauch, während eine ihrer Schwestern im Ehevertrag festhalten ließ, daß sie keine weitere Frau an der Seite ihres Ehemanns dulden würde.
Ebenso ausführlich wie über das Haremsleben berichtete die Prinzessin über die Erziehung der Fürstenkinder. Zwar lernten die meisten kaum lesen und das Zählen nur bis tausend. Die junge Salme aber übte sich in Säbelfechten, Pistolenschießen und Reiten. Doch am schönsten war der orientalische Müßiggang: Morgens wurde ihr zum Aufwachen der Rücken geknetet, abends fächelte eine Sklavin sie mit einem Palmenwedel in den Schlaf. Und niemals mußten die Haremsmütter Berge von Kinderwäsche säubern: Strümpfe, Röcke, Blusen, Gamaschen, Muffs und Paletots gab es für die kleinen Sansibarer nicht.

Schließlich sinnierte die arabische Prinzessin auch über den Brauch ihrer Landsmänner, sich stets bis an die Zähne zu bewaffnen. Ihr Schluß: Das wäre ungefähr gleich absurd wie die Sitte deutscher Ehemänner, abends in eine nach Bier und Rauch stinkende Kneipe zu gehen. „... man sollte billig auch anderen Völkern das Recht zugestehen, frei und ungehindert ihre nationalen Ansichten und Einrichtungen, wie sie sich im Laufe der Jahrhunderte doch sicher nicht ohne den Einfluß gereifter Erfahrung und praktischer Lebensweisheit herausgebildet haben, weiter kultivieren zu dürfen.“

Salme von Oman und Sansibar wurde von ihren Brüdern als Christin aus der Familie verstoßen. Dennoch kehrte sie unter dem Schutz deutscher Kriegsschiffe zweimal in ihre mittlerweile deutsche Heimat zurück. Bismarck wollte dem Sultan zeigen, daß die Deutschen auf der Insel das Sagen hatten, und soll sogar erwogen haben, Salmes Sohn, Rudolph Ruete, als Deutschen auf den Sultansthron zu setzen. Letztlich entschied der Kanzler dann anders: Im Jahr 1890 gaben die Deutschen ihre Schutzrechte in Sansibar an die Engländer ab und erhielten dafür die bis dahin britische Insel Helgoland. Der Sultan hatte nichts mehr mitzureden. Seine Schwester aber verbrachte ihren Lebensabend als „schlechte Christin und etwas mehr als eine halbe Deutsche“ bei den Schwiegereltern ihrer Tochter in Jena.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Authobiographie einer interessanten Frau zwischen den Kulturen, 12. August 2010
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Rezension bezieht sich auf: Leben im Sultanspalast. Memoiren aus dem 19. Jahrhundert (Gebundene Ausgabe)
historischer Roman, aber eben wirklich passiert! Sehr neutral beschrieben, da die Frau als Prinzessin in einem Sultanat geboren wurde, hat sie einfach so viele Vorrechte der Reichen genossen, dass sie vor 100 Jahren quasi mehr Rechte als viele europäische Frauen hatte und sich den Mann ihrer Wahl ausgesucht hat, mit dem sie nach EUropa gegangen ist! Mir hat das Buch sehr gefallen, aber es ist schon in einem historischen Kontaxt zu sehen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Sansibar nach Hamburg, 27. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diese wahre Geschichte ist schier unglaublich: Es sind die Lebensbeschreibungen einer Sultanstochter aus Sansibar, die dort einen deutschen Kaufmann kennen lernt - und dann schließlich durchbrennt, heiratet und in Deutschland lebt.

Es ist eine der ersten bekannten und veröffentlichten Tagebuchaufzeichnungen einer Frau aus dem islamischen Raum (zuerst auf Deutsch erschienen), die vor allem dadurch bestechen, als dass sie einen intimen und detaillierten Einblick in das Sansibar des 19. Jahrhunderts und das Hofleben geben.

Zudem ist das Buch gerade für Deutsche interessant, lieferten sich doch Briten und Deutsche zur damaligen Zeit einen Wettlauf um die Vorherrschaft in Ostafrika und Sansibar. Deutschland verzichtete auf alle Ansprüche auf die Insel (fälschlich wird immer wieder kolportiert, dass wir Sansibar gegen Helgoland getaucht haben, was nicht stimmt). All dies ist der historische Kontext für die Zeit Prinzessin Salmes auf Sansibar am Vorabend der Kolonialisierung.

Spannende und historische Einblicke aus 1001 Nacht, postum erteile ich 5 Sterne an die Autorin.
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18 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausbruch aus einer fernen Kultur, 30. September 1999
emily ruete,ich wußte erst mal nichts damit anzufangen,wiedermal eine blöde biographie.ein ganz großer irrtum!gleich die ersten seiten fesselten mich,das ich nicht mehr in der lage war das buch bei seite zu legen,emily ruete schildert einfühlsam aber sehr bestimmt aus was für einer kultur sie entsprungen ist,daß nicht alles schön und blumig ist ,sondern auch gemein und unverständlich.sie verglich ihre kultur im fernen oman mit unserer europäischen und das ist schon ein interessantes kapitel,auch das sie sich das recht nahm zu lieben,denn das stand ihr eigendlich nicht zu!dieses buch sollten nicht nur frauen lesen,es ist auch männerlektüre,die schön und auch irritierend ist.mein bild von den orientalischen sitten und gebräuchen hat sich verändert,ist real geworden und nicht unnahbar verträumt.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen kultureller Spagat Orient/Okkzident aus dem 19. Jh., 5. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nach einer Reise durch Oman habe ich auf Empfehlung unserer Reiseleiterin dieses Buch gelesen. Spannend und eindrücklich, wie die Prinzessin aus dem Hause der Sutane von Oman ihr Leben im Palast von Sansibar beschreibt. Sie hat später einen deutschen Kaufmann geheiratet und lebte viele Jahre als konvertierte Christin in Europa. Eindrücklich ihre Sicht und der tiefe Einblick in die orientalische Lebensweise der obersten sozialen Schicht im 19. Jahrhundert, ihre Erläuterungen der moslemischen Gepflogenheiten und des Islams im Allgemeinen.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen absolut gut, 22. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Leben im Sultanspalast. Memoiren aus dem 19. Jahrhundert (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist leider nicht mehr im Buchhandel erhältlich. Der "gebrauchte Artikel" war jedoch "wie neu". Bin sehr zufrieden. Super!
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sammelleidenschaft, 11. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Lange habe ich nach diesem Buch gesucht die Erstausgabe war nciht zu bekommen
oder nur zu einem Preis den ich nicht zu zahlen bereit war.
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Leben im Sultanspalast. Memoiren aus dem 19. Jahrhundert
Leben im Sultanspalast. Memoiren aus dem 19. Jahrhundert von Annegret Nippa (Gebundene Ausgabe - 26. September 2007)
EUR 24,80
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