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Kundenrezensionen

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am 23. August 2014
Zum Inhalt ist alles gesagt und Detlef Bierstedt liest passabel, was ich aber unbedingt loswerden muss bezieht sich auf die Machart des Hörbuches. Aus irgendwelchen mir völlig uneinsichtigen Gründen meint der Lübbe Verlag die Lesung mit mehr oder weniger passender Musik unter- bzw. über-legen zu müssen. Das teilweise (gerade zu Anfang) in einer Lautstärke, dass nur die Wahl bleibt zwischen Trommelfellschaden oder Versäumnis des Textes. Auch im weiteren Verlauf stört die Musik, lenkt im günstigsten Fall nur ab, übertönt im schlimmsten den Vorleser. Und wieder frage ich mich, wer denkt sich so was aus und was dabei? Hört sich das denn niemand vorher an?
Mag sein, dass musikalische Einschübe den Text bereichert hätten, so aber erfordert es einen unbändigen Durchhaltewillen, der teilweise schauerlichen Kakophonie den gelesenen Text abzutrotzen und der Handlung folgen zu wollen. Ich weiß noch nicht, ob ich den bis zum Ende aufbringen kann.
Wäre schön, der Verlag würde seine derzeitige Praxis der Vermischung von Lesung und Geräuschuntermalung überdenken.
Zum Kauf kann ich wahrlich nicht raten. Wohl nur etwas für ganz hartgesottene Fans.
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am 3. August 2014
Ich habe alle Bücher von Rebecca Gable gelesen und war von den letzten zwei Büchern (Hiobs Brüder und der dunkle Thron) enttäuscht. Umso glücklicher bin ich über "Das Haupt der Welt". Besonders schön ist es auch mal das Mitteltalter, wie es hier war, kennenzulernen; mit vielen kleinen Stämmen, anderen Brauchtümern und Glaubensrichtungen. Auch sind mir die Protagonisten wieder sympathischer und ich kann Ihre Handlungen nachvollziehen und es gibt m. E. auch nicht überdurchschnittlich viele glückliche Zufälle. Ich finde es wirklich toll, dass Frau Gable sich nun mit dem deutschen Mittelalter auseinandersetzt und hoffe auf eine Fortsetzung. Meiner Meinung nach ist Rebecca Gable wirklich die einzige deutsche Autorin die wirklich gute mittelalterliche Romane (ohne zuviel rohe Gewalt und mit sprachlich passendem Stil) schreiben kann und ich freue mich daher, dass "Das Haupt der Welt" daher wieder so gut ist, wie Ihre früheren Romane. Das einzige, was ich mir wünschen würde, wenn ich könnte, wären wieder etwas mehr unschuldige Charaktere und fröhliche Momente, denn die gabs früher glaube ich häufiger.

LG Kitz
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am 7. Oktober 2013
Als Heinrich I. seine Nachfolge als König des Ostfrankenreich regelte, war der als sein Erbe eingesetzter Lieblingssohn Otto zunächst wenig begeistert - die Grenzen zum Slawenreich waren unsicher, die ständigen Überfälle der Ungarn berüchtigt und gefürchtet und selbst der eigene Adel ein einziger Unruheherd.
Schon seine Geschwister bedeuteten Brisanz: Thankmar, sein älterer Halbbruder aus der annullierten ersten Ehe Heinrichs - aus der offiziellen Erbfolge ausgeschlossen, selbst die Güter seiner Mutter wurden ihm vorenthalten. Oder Heinrich, genannt Henning, der Lieblingssohn seiner Mutter - den diese auf dem Thron sehen wollte, zum Preis von Ottos Tod.

Aus der Perspektive Tugomirs, eines slawischen Fürstensohns, den Otto bei seinem ersten von ihm durchgeführten Überfall auf Brandenburg als Geisel nahm, verfolgt man die Entwicklung des Reiches unter Otto von seiner Zeit als Prinz mit Pfalz in Magdeburg bis zum Jahr 941, nach den Revolten des Adels.

Und mein Fazit:
Wie macht sie das nur? Aus dem (für mich sonst) eher knochentrockenen Stoff der Entstehung des Heiligen Römischen Reichs unter Otto I. hat Rebecca Gablé mal wieder einen Roman gezaubert, der mir nicht nur in den letzten Nächten verdammt viel Schlaf geraubt hat, sondern mich derart in die Geschichte gesogen hat, dass mir die knapp 850 Seiten dieses Wälzers einfach zu wenig waren.
Dabei wurden von ihr die bekannten Fakten so genial mit fiktiven zum Roman verarbeitet, dass man sich absolut vorstellen kann, dass es so und nicht anders gewesen sein muss.

Da noch einiges Potential bis zu Ottos Tod im Jahr 973 vorhanden ist, was eine spannende Fortsetzung bedeuten könnte, hoffe ich natürlich schwer darauf...

Ein klasse Roman, fesselnd bis zur letzten Silbe, herrliches Kopfkino. 10 uneinholbare, perfekte Sterne.
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am 9. Juli 2014
Gute 4 Sterne

Zum Inhalt

Es beginnt im Januar 929 a. d.

Für den Slawenfürsten Vaclavic und seine Söhne Bolitut und Tugomir sieht es nicht gut aus, denn die Brandenburg wird von den Sachsen belagert. König Heinrich und sein Sohn Otto wollen den heidnischen Slawen den rechten Glauben beibringen und die Ostgrenze zu ihrem Reich sichern.
Sie überrennen die Brandenburg und nehmen Tugomir und seine Schwester Dragomira als Geisel, um sich die Unterwerfung des hevellischen Fürsten zu sichern. Doch Otto findet schnell Gefallen an der jungen Fürstentochter und schon bald erwartet Dragomira sein Kind.

König Heinrich hat allerdings ganz andere Pläne mit seinem Sohn und das Schicksal Dragomiras scheint besiegelt. Ihr Bruder Tugomir verzweifelt beinahe an den Grausamkeiten des Krieges, die tiefe Spuren in ihm hinterlassen hat, doch seine Gefangenschaft in der Pfalz König Heinrichs entwickelt sich ganz anders, als er gedacht hat.

Meine Meinung

Gleich zu Beginn in der dramatis personae sind mir die ungewöhnlichen Namen der Figuren aufgefallen. Ich kenne die meisten historischen Romane der Autorin, die sich in Englands Vergangenheit abspielen und war sehr gespannt auf einen Blick der fränkisch-sächsischen Geschichte.

Wie immer hat es Rebecca Gablé geschafft, mich mit ihrer überzeugenden und wunderschönen Sprache zu fesseln. Sobald man sich nach den ersten Seiten in diese "Zeit" eingelesen hat, ist es faszinierend, wie bildreich und packend sie die geschichtlichen Fakten erzählen kann. Während dem Lesen konnte ich völlig in dieser von Krieg und Brutalität geprägten Welt eintauchen, die sie sehr wohl dosiert und anschaulich beschreibt.

Im Vordergrund stehen der junge Königssohn Otto, sein älterer, im Schatten stehender Bruder Thankmar, der gefangene Hevellerfürst Tugomir und dessen Schwester Dragomira. Die Handlung wird abwechselnd aus ihrer Sicht erzählt und gibt so einen sehr eindringlichen Blick in ihre Persönlichkeit und Entwicklung.
Fürst Otto ist der zweite Sohn von König Heinrich, erfährt aber von seinem Vater stets eine Bevorzugung. Sein Werdegang ist geprägt von den hochstrebenden Zielen seines Vaters und sein Mitgefühl weicht durch die grausamen Ereignisse seiner Zeit.
Sein Bruder Thankmar steht ihm trotz seiner Benachteiligung durch den Vater immer zur Seite. Er ist provokanter als Otto, spöttisch und leichtsinnig, spricht dem Wein zu und ist ein Weiberheld - hat aber trotzdem sein Herz am rechten Fleck und wird dem Slawenfürsten Tugomir ein verlässlicher Freund.
Diesen quält das Heimweh in seiner Gefangenschaft und er kann sich mit dem Glauben an den "Buchgott" der Sachsen nicht anfreunden. Aber er ist auch gefangen in seiner Wut und Hoffnungslosigkeit und erst, als er sich seiner Gabe als Heiler besinnt, findet er eine Möglichkeit, seinem Leben in der schutzlosen Fremde wieder einen Sinn zu geben.

Ganz anders seine Schwester Dragomira, die einen Bastard von Otto erwartet. Sie erkennt schnell, wie sie sich mit ihrer Verwahrung arrangieren muss und lernt, mit ihren Möglichkeiten neue Wege zu gehen.

Der ganze Schauplatz ist sehr detailgetreu beschrieben, sei es die Mode, die Baukunst, die Machtverhältnisse, die Heilkunst und auch die Religion auf beiden Seiten. Sehr schön fand ich auch den Einblick in den Glauben der Slawen über ihre Götter, Opfergaben, Elementargeister und Visionen.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert, die den Zeitraum von 929 bis 941 erfassen, jeder neue Teil wird mit einem typischen, mittelalterlichen Bild eingeleitet und natürlich gibt es wieder ein interessantes Nachwort über die realen Hintergründe.

Fazit

Wieder einmal ein spannender, gut ausgearbeiteter Ausflug in die Geschichte, der trotz der knapp 800 Seiten nicht langweilig wird. Rebecca Gablé versteht es wunderbar, die historischen Fakten in eine unterhaltsame, fesselnde Handlung zu packen, die einen völlig in diese brutale, ja fremdartige Welt eintauchen lässt. Eine klare Leseempfehlung für alle Fans gut recherchierter, authentischer Geschichte mit einem Schuss Fiktion und Romantik.

© Aleshanee
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am 14. Oktober 2013
Das Haupt der Welt

Mit großer Vorfreude habe ich den neuen, historischen Roman "Das Haupt der Welt" von Rebecca Gablè erwartet und hatte das Glück, ihn schon vorab lesen zu dürfen.
Ausnahmsweise spielt die Geschichte diesmal nicht in England, sondern in Deutschland.
Während der junge Prinz Otto nach dem Tod seines Vaters König Heinrich , als desen Nachfolger den Thron besteigt und zu halten versucht, dreht sich der Roman hauptsächlich um den slawischen Fürstensohn Tugomir und desen Schwester Dragomira, die von Heinrich als Sklaven aus der gefallenen Brandenburg verschleppt wurden und die nun fernab ihrer Heimat im fremden Sachsen um ihr (Über) Leben kämpfen müssen.
Während Dragomira das Erstgeborene Otto's zur Welt bringt, entdeckt Tugomir seine Begabung zum Heiler...und wie sollte es anders sein, trotz erbitterter Feindschaft zwischen zwei grundverschiedenen Völker werden nach und nach freundschaftliche Bande zwischen den Einzelnen geknüpft....

Das Cover ist wieder sehr schön aufgemacht, auch wenn es die Farbenpracht der anderen Bücher vermissen lässt und definitiv eine Karte fehlt (da ich bisher aber nur das Manuskript kenne, kann diese durchaus im fertigen Buch vorhanden sein).
Im Buch selbst sind einige sehr schöne Illustrationen zu finden, leider jedoch nur auf den ersten Seiten.
Der Schreibstil ist flüssig wie immer, es wurde großartig recherchiert und mit über 800 Seiten konnte man sich auf ein über mehrere Generationen verteiltes Epos bereit machen.
Dachte ich zumindest, als ich das Manuskript aufschlug...

Nachdem das erste Viertel auch sehr vielversprechend begann, man im Ansatz mit jeder Menge Charakteren bekannt gemacht wurde (wenn auch nicht so bildhaft wie sonst) und der Grundstein zu einer spannenden und zu Herzen gehenden Story gelegt war, fing das "Haupt der Welt" jedoch nach und nach an, mich zunehmend zu enttäuschen.
Im Gegensatz zu Gablès grandioser Waringham Saga, die den Leser 4 Bände lang nicht losliess, konnte dieser neue Roman mich einfach nicht richtig fesseln.
Die Figuren blieben hölzern und wirkten von der Autorin nicht richtig ausgearbeitet, so wie ich es bisher von Gablè gewöhnt war.

Ich zitiere dazu einfach mal einen Abschnitt aus meiner Rezension zu "Der dunkle Thron", dem letzten Band der Waringham Saga:

"Die Charaktere sind nie einseitig ausgelegt. Gut und Böse, Schwarz und Weiß gibt es nämlich nicht. Jede Figur, sei sie noch so sympathisch, hat ihre Ecken und Kanten und manches Mal möchte man in die Handlung eingreifen, um seine "Helden" wieder auf den richtigen Weg zu bringen oder aber sich höchstpersönlich bei einem Bösewicht zu entschuldigen, wenn er plötzlich so menschliche Züge zeigt, daß man beinahe ein schlechtes Gewissen bekommt, ihn verurteilt zu haben."

Dieses Gefühl stellte sich diesmal überhaupt nicht ein.
Bis auf ganz wenige Ausnahme waren Charakter und Handlungen der Protagonisten weitestgehend voraussehbar und es gelang mir während des gesamten Buchs nicht, richtige Sympathien aufzubauen.
Lediglich Thankmar konnte als ewig gedemütigter Antiheld einigermassen überzeugen, während grade die anderen Hauptfiguren eher dem handelsüblichen Schwarz / Weiß Klischee entsprachen.

Obwohl die Ansätze von Vielschichtigkeit durchaus vorhanden waren, konnte ich mich des Gefühls nicht erwehren, daß Frau Gablè diesmal nicht mit dem Herzen dabei war. und irgendwann einfach aufgehört hat, die Figuren weiter auszuarbeiten.
Sowohl Tugormir und Dragomira, als auch grade Otto und sein ewig böser Bruder Henning hätten das Potenzial zu mitreissenden Charakteren gehabt, der Funke sprang aber einfach nicht über.

Ebenfalls auffällig die Tatsache, daß "Das Haupt der Welt", so wie schon der letzte Band der Waringham Saga, kaum noch mit Schlachtgetümmel und wirklicher "Action" aufwartet.
Obwohl König Otto während des gesamten Buchs Krieg führt, bekommt der Leser davon kaum etwas mit.
Kampfszenen werden extrem kurz gehalten, dafür aber sehr blutig und ich habe die Liebe zum Detail vermisst, die ich von Frau Gablè gewohnt bin.
Darf man dann endlich mal an einer fesselnden Szene teilhaben, wirkt diese fast schon "hingerotzt" und es wird nahtlos zur nächsten übergegangen oder aber sie findet am Ende eines Kapitels statt und wird später gar nicht mehr richtig aufgegriffen.

Das Buch wartet durchaus mit Toden auf, auch denen lieb gewonnener Figuren - aber da dies selbst die Hinterbliebenen nicht großartig zu stören scheint, haben all die Gefallenen, Ermordeten und Dahingeschiedenen bei mir kein Gefühl des Verlustes ausgelöst.
Aus den Augen, aus dem Sinn, so kenne ich meine Lieblingsautorin nicht.

Stattdessen quillt der Roman über von mehr oder weniger nachvollziehbaren Lovestorys, die sich allesamt so schnell entwickeln, daß man als Leser Mühe hat, sie wirklich ernst zu nehmen.
Sicherlich ist es schwierig, um konkrete Tatsachen eine fiktive, mitreissende Geschichte zu schreiben, ohne die tatsächlich stattgefundenen Ereignisse zu verfälschen.
Dennoch hätte ich mir etwas weniger Politik und Kirche und etwas mehr "Abenteuer"stimmung gewünscht.
So wirkt das Ganze doch etwas trocken und mühselig aufgepeppt.

Ein einziges Mal wird man vor ein ( mysthisch anmutendes) Rätsel gestellt, über das man sich kapitelweise den Kopf zerbricht, nur um dann eine dermaßen plumpe Auflösung vorgesetzt zu bekommen, daß man sich die Zeit, überhaupt darüber nachzugrübeln, gut hätte sparen können.

Es stellt sich für mich die Frage, ob Rebecca Gablè mit ihren bisherigen Büchern die Messlatte einfach zu hoch angesetzt hat und dem nun nicht mehr gerecht werden kann.
Ich persönlich halte "Das Haupt der Welt" allenfalls für einen durchschnittlichen Gablè Roman, wäre er das Werk eines anderen Autors, hätte ich ihn vermutlich besser gefunden, da meine Erwartungshaltung dann nicht so hoch gewesen wäre.
(Das wird mich allerdings nicht davon abhalten, auch Frau Gablès nächstes Buch wieder gebannt zu erwarten, in der Hoffnung, daß es besser sein wird.)
Eine Fortsetzung ist wohl geplant, dennoch kan man "Das Haupt der Welt" auch gut als abgeschlossenen Roman lesen.

Fazit: Gute, wenn auch stellenweise etwas zähflüssige Unterhaltung für Fans von historischen Romanen nach wahrer Begebenheit.
Wer grosse Schlachten und richtige Helden erwartet, wird jedoch vermutlich enttäuscht sein.
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am 9. März 2015
Die Regentschaft Ottos des Großen ist grundsätzlich sehr interessant, das Land, die Stämme, die Religionen. Historisch ist das sicher top recherchiert.

Leider bleiben alle Charaktere blass und farblos, der sympatischte stirbt ca in der Mitte des Buchs.
Ansonsten ist die Geschichte so aufgebaut, dass man meint, es handelt sich bei einigen Beteiligten um frühere Inkarnationen aus der Waringham Saga.
Die Frauen schön, willig, belesen und tw sehr eigenständig.
Einen miesen kleinen Verräter gibt es ebenso wie einen Brutalo (Scrope lässt grüssen), mit dem Tugomir, der offenbar der Hauptdarsteller sein soll (was nicht so klar rauskommt), ungewollte verwandtschaftliche Verbindungen eingeht.

Wirklicher Sprachwitz fehlt leider diesmal, ein paar Gable'-typische Ausdrücke wie "heißen Dank auch" und "raunte er seinem Becher zu" zeigen, dass das Buch wirklich von ihr ist. Das Nachwort ist fast unterhaltsamer als die Story.

Sorry, aber das ist das bisher schwächste Buch von Rebecca Gable'.
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am 17. Oktober 2013
Mit ihrem neuen Roman wagt sich Rebecca Gablé diesmal weg vom englischen Mittelalter und schreibt diesmal über Deutschland zur Zeit Ottos.

Story:
Die Geschichte beginnt mit der Eroberung der Brandenburg, Stammesgebiet der Heveller, durch König Heinrich den I. und seinem Sohn Otto im Januar 929. Dabei wird Prinz Tugomir und seine Schwester Dragomira, beide Kinder des slamischen Fürsten Vaclavic, dem Herrscher der Burg, gefangen genommen und auf die Magdeburg verschleppt.
Tugomir, der zum Priester und Heiler ausgebildet ist, hadert zunächst mit seinem Schicksal, besinnt sich jedoch bald auf seine Fähigkeiten als Heiler. So rettet er auch Ottos Leben und wird nicht nur sein Leibarzt, sondern auch Lehrer von Ottos Kindern. Seine Schwester Dragomira arrangiert sich dagegen schneller mit ihrem Schicksal und Ottos Halbbruder Thankmar.

Historie:
Für Fans historischer Romane ist „Das Haupt der Welt“ ein absolutes Muss, vor allem weil es sich mit dem frühen Mittelalter in Deutschland zur Zeit der Ottonen beschäftigt. Im Gegensatz zu Rebecca Gablés sonstigen Romanen, die hauptsächlich im englischen Mittelalter spielen, werden die Anfangsjahre von Otto dem Großen in flüssiger, faszinierender Art und Weise beschrieben, wobei wahre Geschichte und kluge Fiktion eine perfekte Symbiose eingehen. Vor allem auch die Berücksichtigung historischer Beschreibungen, basierend auf der „Sachsenchronik“ des Widukind von Corvey, der im Roman als eine Nebenfigur vorkommt, ist gerade im Kontext des epischen und zugleich leichten Erzählstils der Autorin hervorzuheben.

Fazit:
Bisher habe ich alle historischen Romane von Rebecca Gable gelesen. Auch das Haupt der Welt ist ein sehr gutes, spannendes und historisch fundiertes Buch. Allerdings ist es mir während des Lesens schwergefallen, so richtig Freude an den Hauptcharakteren zu finden. Tugomir als Hauptcharakter macht es einem nicht immer einfach, sich mit ihm „anzufreuden“. Auch bei Otto konnte ich viele Handlungen und Entscheidungen nur schwer nachvollziehen. Meiner Meinung nach hatten Hauptcharaktere wie Jonah Durham im „König der purpurnen Stadt“ oder John of Waringham in „Die Hüter der Rose“ durchaus mehr Charisma und mehr Facetten.
Aber das ist Jammern auf sehr hohem Niveau.

Fazit: Deutsche Geschichte, spannend und mitreißend erzählt!
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am 25. November 2013
Wer die Romane von Rebecca Gablé kennt, weiss dass die Autorin sich bei ihren Romanen historisch auf Belegtes stützt und dazu Geschichten erdenkt, die sich durchaus so abgespielt haben könnten. Waren diese Geschichten bisher jedoch hauptsächlich auf das englisch-französische Verhältnis konzentriert, richtet sie nun ihre Aufmerksamkeit der deutschen Geschichte und insbesondere der Reichsfestigung unter Otto I. (dem Großen).

Der Roman begleitet die Geschichte bzw. das Schicksal des Slawenfürsten Tugomir und seiner Schwester Dragomira, die an eigenem Leib die Christianisierung ihrer Slawischen Heimat und die Eroberung selbiger durch die Sachsen erleben. Dabei durchleben sie historisch verbriefte Ereignisse und spekulative Geschichten, die Gablé geschickt in einer ihr eigenen Volumizität präsentiert.

Grundsätzlich mag ich die Romane der Autorin, die Waringham-Saga habe ich regelrecht verschlungen. Doch merkt man, dass ihr im vorliegenden Roman ein wenig zu sehr am historischen Bezug lag. Dies zeigt sich daran, dass Otto in ihrer Charakterisierung und Verhalten sehr stark an denen der gegenwärtigen Forschung orientiert ist; es fehlt der ihr sonst übliche Mut, auch mal ein wenig daran zu schleifen und gegen die bekannten Fakten zu arbeiten - alleine um die (mögliche) Vielschichtigkeit des Charakters zu vertiefen oder anzustoßen.

Mich stört auch, dass die Nebencharakteren teilweise sehr platt bleiben: Gero ist grundsätzlich schlecht, Henning verschlagen, Thankmar ein Raufbold...die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Dadurch ist die Story doch sehr vorhersehbar (man mag jetzt argumentieren, dass die Story grundsätzlich vorhersehbar ist, da über 1000 Jahre alt...). Doch folgen eigentlich die Bücher Gablés der Regel, dass durch nicht historisch identifizierte Charakteren die Geschichte einen Twist nimmt, der den Bogen hebt oder wenigstens Spannung aufkommen lässt - doch fehlt das diesmal gänzlich.

Der Hauptcharakter Tugomir (von einem anderen Rezensenten herrlich als "Dr.House - Verschnitt" bezeichnet) bleibt für mich unnahbar und desinteressiert, ja gelangweilt von seinem Schicksal. Selbst dann, als sich sein Leben in eine unbekannte, abenteuerliche Richtung entwickelt, scheint Tugomir nicht wirklich am Leben teilzunehmen und die Story über sich ergehen zu lassen. Als die Story gegen Ende des Buches noch einmal richtig Fahrt aufnimmt (auf den letzten 50 Seiten passiert wesentlich mehr als man nach den ersten 400 noch erwartet) - endet die Story; sogar die Lösung, die die Autorin anbietet erscheint eher halbherzig-zufällig als clever geschmiedet.

Fazit: Toller historischer Hintergrund, leider nicht wirklich gut umgesetzt. Es ist gutes Handwerk, was Frau Gablé hier ablegt, den man gerne mal so nebenbei liest - mehr leider aber auch nicht. Der Roman ist zu sehr ein Hangeln von Fakt zu Fakt, ein Mangel an Kreativität (der erstaunt) und es kommt mir so vor, als sei hier nicht das Herzblut geflossen, das sonst in ihren Büchern zu finden ist. Ich hoffe, die von mir beobachteten Veränderungen und qualitativen bzw. kreativen Rückschritte nur einer einmaligen Historizität geschuldet sind.
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am 28. Dezember 2013
Der Anfang der Geschichte um Tugomir und seine Schwester Dragomira ist sehr ansprechend. Die Erzählung der Lebensumstände der Heveller zur damaligen Zeit, der Umgang mit ihren Göttern, etc. zeichnet eine fremdartige, aber faszinierende Lebensweise.
Leider bleibt diese Faszination nach der Verschleppung Tugomirs nach Magdeburg nicht mehr lang erhalten.
Dies mag möglicherweise daran liegen, dass ich keinen Charakter gefunden habe, der mir so richtig sympathisch war - Tugomir, der slawische Prinz, hat durchaus positive Eigenschaften und gerade seine Künste als Heiler machen ihn durchaus sympathisch. Aber das ganze Buch hindurch bleibt er mir einfach zu selbstgerecht - natürlich ist seine Situation als Geisel, auch wenn er meist freundlich behandelt wird, über Jahre hinweg nicht schön, aber sein erbittertes Festhalten an seinem Hass auf die Sachsen, lassen ihn mit der Zeit verbittert erscheinen...

Auch Otto, erst Prinz, dann König, ist anfangs eine sympathische Gestalt - empfindsam, aber nicht schwächlich, sticht er positiv aus den hart gesottenen Kriegern in seinem Umfeld hervor. Aber im Verlauf der Handlung verliert er wohl seine Empathie und verblasst mehr und mehr.

Noch am sympathischsten war mir Dragomira, Tugomirs Schwester - leider spielt sie in großen Teilen des Buches eine sehr kleine Rolle, sodass auch dies nicht reichte, um mir das Buch mehr ans Herz wachsen zu lassen.

Die Geschichte rund um Otto, Tugomir und die anderen Beteiligten war durchaus gut zu lesen und man musste sich auch nicht zwingen, das Buch weiter zu lesen, aber im Großen und Ganzen leider nicht mehr als "ganz nett" - und das reicht bei über 850 Seiten leider nicht aus.
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am 18. Oktober 2013
Wie so viele Gablè-Fans habe auch ich sehnsüchtig auf das Neue gewartet. Beim Preis für die Hardcover-Ausgabe zuckt man leicht zusammen, aber das neue Buch heimzutragen, es auszupacken, den Duft der frischen Seiten zu atmen entschädigt dann doch ein wenig.
Das Thema König Otto und Editha finde ich spannend. Gerade für mich, die ich in Thüringen lebe und auch Magdeburg, Quedlinburg etc. kenne, bietet das Buch eine neue Perspektive auf Historisches der Region. Erst im Jahr 2009 ging die Meldung durch die Presse, dass Königin Editha doch in Magdeburg bestattet worden ist. Nun lernen wir diese starke, für ihre Zeit selbstbewusste und kluge Frau näher kennen. Es war nicht selbstverständlich, dass eine Königin einen gewissen Mitsprache- und Beratungsanteil beim Regieren hatte.
Wie schwierig muss ein Leben als König damals gewesen sein? Ein bisschen kann ich es nachvollziehen. Ebenso das Leben der Slawen, und ihre furchtbare Unterdrückung, wurde umfassend dargestellt. Auch ich konnte das Buch nicht weglegen, musste immer und immer weiterlesen.
Trotzdem fehlt mir in diesem Werk die Tiefe in den Figuren im Vergleich zu vorhergehenden Werken der Autorin. Sie kommen mir ein wenig blass und konturenlos herüber, egal ob es Otto, Tugomir oder Gero sind. Ich hatte ständig das Gefühl, dass da noch eine Nuance fehlt, um die jeweilige Figur vor mir zu sehen. Schade, bei diesem großen Thema.
Ich denke, es wird ein Fortsetzung geben, bei diesem Schluss und freue mich darauf.
Als Bewertung möchte ich drei Sterne geben.
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