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am 13. Oktober 2011
Glencoe ist ein historischer Roman über Schottland im späten 17. Jahrhundert. Glencoe ist auch ein Buch über die schottischen Highlands und seine stolzen, aber nicht immer einfachen Bewohner. Glencoe ist aber auch ein Buch über die Liebe zweier Menschen, die nicht einfach sind und es sich nicht einfach machen. Und Glencoe ist manchmal ein wenig düster.

Wie immer bei Charlotte Lyne ist der historische Hintergrund hervorragend recherchiert und die allermeisten Personen sind historisch verbürgt. Es dauert zunächst etwas, bis man sich in der politischen Großwetterlage zwischen England, Schottland und den einzelnen Highlandclans zurecht- gefunden und sich an einige gälische Begriffe gewöhnt hat. Sodann wird das Buch immer spannender, wobei es der Autorin gelingt, diese Spannung sehr subtil aufzubauen.

Besonders ist an diesem historischen Roman, dass die beiden Hauptpersonen keine strahlenden, schönen, zumindest partiell reichen und vordergründig tapferen und heldenhaften Menschen sind. Sandy Og und Sarah sind nicht die strahlend schönsten, reden nicht viel, vor allem nicht miteinander und haben tausend Ängste auszustehen. Aber sie sind intelligent und interessant. Sie sind tapfer, ohne damit zu prahlen, sie sind sensibel. Und sie sind füreinander gemacht, wenngleich man ihnen über weite Strecken des Buches helfen möchte, sich dies endlich einzugestehen.

Besonders ist auch (wieder) die Sprache: Sie ist ausdrucksvoll und lässt sofort Bilder entstehen, manchmal düster, fesselnd aber auch feinfühlig, sinnlich und fast schon poetisch. Nur dadurch kann eine Beziehung wie die von Sandy Og und Sarah realistisch erzählt werden, ebenso wie die eines Highland Clans. Öfters findet man einen Satz so schön, dass man nochmals zurückspringt und ihn schmunzelnd nochmals liest.

Ein ordentliches Personenregister (sinnvollerweise ohne Sterbedatum), eine Begriffserklärung, eine brauchbare Karte und ein gut erklärendes Nachwort runden das überaus lesenswerte Buch ab. Ein historischer Roman, der abseits derjenigen Romane, welche mit emanzipierten Frauen im Mittelalter, mit viel Blut, Gewalt und Sex ihre Leserschaft faszinieren, diejenigen begeistern wird, die Freude an einer feingesponnen Handlung und ebenso feiner Sprache haben.
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VINE-PRODUKTTESTERam 18. September 2010
Glencoe in Schottland 1689. Auch nach 12 Jahren Ehe mit Sandy Og fühlt sich Sarah, eine geborene Campbell, nicht wirklich heimisch im Clan der MacDonalds, denn beide Clans stehen sich von je her nicht wohlgesonnen gegenüber. Sarahs verschlossene Art und ihre Unsicherheit macht sie zu einer Außenseiterin und der Umstand, dass ihr Sohn Duncan mit einem verkrüppelten Fuß auf die Welt gekommen ist, trägt ihr in ihrem Umfeld eher Mitleid ein. Ihr Mann Sandy Og hingegen kämpft seit Jahren gegen den übermächtigen Schatten seines Bruders, des künftigen Clanführers und ganzen Stolz seines Vaters. Beide Eheleute glauben, einander nicht gut genug zu sein und belasten ihre Beziehung durch gegenseitiges Schweigen und Missverständnisse. Während die kleine Welt in Glencoe immer mehr ins Schwanken gerät, bahnen sich auf der weltpolitischen Bühne große Ereignisse an. König James flieht nach Frankreich und wird abgesetzt, seine Tochter Mary und ihr Gemahl Wilhelm von Oranien drängen an die Macht. Die Clans müssen sich entscheiden, ob sie ihrem abgesetzten König die Treue halten oder sich auf die Seite der neuen Herrscher schlagen. Die Zeit für eine Entscheidung wird knapp und die Schlinge zieht sich immer enger um die stolzen Hochländer.

Charlotte Lyne erzählt über einen Zeitraum von drei Jahren die historischen Ereignisse, die zu jener furchtbaren Nacht im Februar des Jahres 1692 geführt haben, deren Schrecken bis heute nicht vergessen sind. Dank verschiedener Perspektiven ist der Leser hautnah dabei wenn politische Ränkespiele gemacht und Fäden gezogen werden, erhält einen Einblick in die Ereignisse aus der Sicht der Königin Mary und kommt am Ende doch immer wieder zurück heim ins Tal Glencoe, in dem die Menschen im Gegensatz zum Leser die Katastrophe nicht kommen sehen. Der Wunsch nach Erneuerung, nach Fortschritt und einem Machtwechsel der einen Seite trifft auf den Wunsch der anderen Seite, alte Traditionen zu bewahren, nach überlieferten Gesetzen zu leben, so zu leben, wie man es von jeher getan hat. Und der Leser weiß, wer bei diesem Aufeinandertreffen den Kürzeren ziehen, wessen Welt untergehen wird. Man kann es nicht aufhalten, muss es geschehen lassen und das trifft einem beim Lesen ins Herz. Aber es ist auch eine Geschichte voller Hoffnung, weil man weiß, dass die Protagonisten stark genug sind, auch nach so einer Katastrophe wieder neu anzufangen. Sie sind gewachsen im Lauf der Geschichte, gereift und geheilt, denn das sind die zentralen Punkte in Charlotte Lynes Geschichte. Es ist eine Geschichte über das Wachsen, Heilen und Verstehen: Die Heilung von körperlichen und seelischen Wunden, kleine Narben bleiben zurück aber am Ende stehen Menschen mit gereifter Persönlichkeit und mit Selbstvertrauen, die wissen und verstanden haben, dass sie nichts besseres brauchen, weil sie das Beste schon haben: einander. Sie stehen bedingungslos für einander ein, weil die Liebe immer mächtiger sein wird als das Leid, das Unverständnis und der Hass. Sie kämpfen für und um das, an was sie glauben, dafür gäbe es sogar ihr Leben, dieses unbändige, wilde, liebevolle und stolze Volk, das das Leben liebt und feiert, die Traditionen aufrecht erhält und so den Zusammenhalt der Gemeinschaft sichert. Irgendwann merkt man beim Lesen, dass man gerne selber Teil dieses Volkes wäre. Man liebt und leidet mit, nicht nur mit Sandy Og und Sarah, sondern auch mit Gormal, John, Alasdair, Morag und mit Ceana, die teilweise historisch verbürgt sind und denen Charlotte Lyne mit großem Einfühlungsvermögen eine Stimme und eine Persönlichkeit gegeben hat. Man möchte sie ein ums andere mal schütteln, diese Protagonisten, die allesamt keine Freunde der Worte sind und die lieber schweigen und dadurch oft Unglück heraufbeschwören. Es sind die unterschiedlichsten Gefühle, die sich beim Lesen einstellen: Verzweiflung ob der ständigen Missverständnisse zu Beginn, unbändige Freude, wenn diese endlich beiseite geräumt werden, Wehmut, weil die Protagonisten für so viel stehen, was wir heute längst vergessen haben, Sehnsucht nach dieser Zeit, in der jeder Einzelne für das Wohlergehen der Gemeinschaft wichtig war, Glück, weil man für eine kurze Zeit Teil dieser Gemeinschaft sein durfte, Trauer über jegliche Form des Schmerzes, den die Protagonisten erleiden müssen, Wut, weil sich der Lauf der Geschichte nicht ändern lässt.

Charlotte Lyne hat ein Buch geschrieben über den Krieg, über das Sterben und den Tod; vor allem aber ein Buch über das Leben, die Liebe, die Lebenslust, das Feiern und das Zusammenhalten, das Stürzen und wieder Aufstehen. Ein Buch, das eine ganz andere Klangfarbe hat als die bisherigen Romane, sprachlich fast schon zurückhaltend, aber nicht minder poetisch und fesselnd. Ein Buch, das eine Liebeserklärung an die Menschen von Glencoe ist, und ihnen die Würde und Gerechtigkeit zurückgibt, die ihnen im Februar des Jahres 1692 genommen wurde.
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am 1. November 2010
Die Handlung ist ja bereits mehrmals beschrieben.

Wie alle Bücher der Autorin kein leichtes Buch, das man mal so schnell wegliest. Man muß sich auf die Geschichte einlassen, auf die Figuren so voller Leben, Leidenschaft, auf ihre Unzulänglichkeiten, Nöte und Ängste. Gar manches Mal könnte man den Protagonisten eins überziehen vor lauter Sturheit, einen Schubs geben, damit sie den Mund aufmachen, oder übers Haar streicheln vor lauter Liebe und Zärtlichkeit: allen voran Sandy Og, der Schweiger und Denker, und Sarah, beide in sich wachsend und reifend.
Besonders imponiert mir die Gestalt des Rob Glenlyon's: ein um's ander Mal in Selbstmitleid zerfließend, anstatt Verdammung zum Bösewicht.

Die Einlagen mit Königin Mary würzen auf besondere Art das Geschehen, zeigen sie doch die weltfremde Lebensweise jener Dame und ihrer Gesellschaftsschicht.

Sehr wirkungsvoll ist das spannende Finale dargestellt, das Massaker eingehüllt in einen Schneesturm, die Grausamkeiten zugedeckt mit weißen Flocken.

In jeder Zeile spürt man, wieviel Herzblut die Autorin in diese Geschichte gelegt hat und auch, daß sie die rauhe Gegend liebt, in der sie spielt.

Ja und dann noch die Sprache. Hier find ich nicht die rechten Worte, um die Ausdruckskraft zu beschreiben, sie ist das ganz Besondere an dem Buch und hebt es weit über das übliche Mittel hinaus: stark und kraftvoll, weich, zärtlich und feinfühlig, mit Worten spielend.

Im Innern des Buchdeckels gibt es eine Orientierungskarte, für mich das I-Tüpfelchen in einem Buch.
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am 9. September 2013
Ich muss zugeben, ich hatte, aufgrund der vielen positiven Rezensionen große Erwartungen in dieses Buch gesetzt. Da aber schon einige hier ganz ausführlich über die Handlung und die "Schwächen" des Buches geschrieben haben, möchte ich dieselben nur kurz zusammenfassen: Ich finde den Schreibstil außergewöhnlich, poetisch, leider sehr verschachtelt und im positiven Sinne altmodisch (ich weiß nicht wie ich es sonst beschreiben soll). Für jemanden (wie mich) der eine solche Sprache nicht gewohnt ist, ist es sehr schwer sich in die Handlung zu versetzen ohne sich dauernd mit den Sätzen herumzuplagen. Abgesehen davon ging mir die sogenannte Liebesgeschichte zwischen Sarah und Sandy Og ziemlich auf die Nerven. Dieses ständige Hin und Her, das Unausgesprochene... nun ja, die die schon andere Rezensionen über das Buch gelesen haben verstehen was ich meine. Weiterhin war es quasi unmöglich sich all die Namen zu merken, vor allem die Namen der unzähligen Generäle und Commandeure etc.

Fazit: Ich liebe dicke Bücher, aber nur wenn sie mir während des Lesens nicht so dick vorkommen. Ich habe ungefähr 4 Wochen gebraucht um es durchzuwälzen, da mir die Lust immer wieder vergangen ist. Vielleicht versteht man vieles besser wenn man sich am Riemen reißt und es in einem Rutsch durchliest. Auch wenn es mir nicht so gut gefallen hat, behaupte ich, dass es ein außergewöhnlich gutes Buch ist, da es gut recherchiert und realistisch geschrieben ist.
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am 11. Februar 2011
Frau Lyne hat sich wieder einmal eine düstere Geschichte ausgewählt, um ihre Leser leiden zu lassen. Die im neuen Roman von Frau Lyne beschriebenen Vorkommnisse sind schlimm, keine Frage, aber die Autorin verliert sich in diesem Roman im Leiden der Eheleute, im Leiden der Leute eines ganzen Gebietes, im Leiden eines alten Soldaten und auch im vermeintlichen Leiden einer Königin, welche den Thron des Vaters für sich und ihren Ehemann in Anspruch nimmt.
Vor allem das erste Drittel ist schwer auszuhalten, ständig werden Sarah und ihr Mann als unfähig dargestellt sich auszudrücken, sich ihre Liebe zu zeigen, Sarah die aus einem anderen Clan stammt eine Fremde in Glencoe, nicht geliebt, anders und daher einsam.
Ihr Mann auch ein Außenseiter im eigenen Clan, ein Außenseiter wie seine Frau, er kämpft um die Liebe des Vaters und tut doch alles, diese nicht zu gewinnen.
Nicht genug damit, es kommt zum Krieg der Hochländer mit dem neuen König, ein Krieg der nicht gewonnen werden kann, die Rechnung bezahlen die Hochländer und eben vor allem die Menschen von Glencoe.
Eine drmataische Geschichte, interessant, aber schon düster genug, ohne dass die Autorin diese Düsternis noch erhöhen muss, Geduld braucht man vor allem für das erste Drittel, erst dann bekommt man ein Gefühl für die Geschichte selbst und die handelnden Personen.
Eigentlich hatte ich mir von diesem Roman mehr erwartet, aber schon der vorangegangene Roman von Frau Lyne hat sich meiner Ansicht nach zu sehr in Leiden und Düsternis verloren................
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am 27. April 2011
Ich habe diesen Roman gekauft und bin ihm verfallen. Nun, Schottland ist meine Heimat und das Tal des River Coe ist mir als zerstörerisch und zauberhaft zugleich in Erinnerung. Sich in diese Geschichte einzufinden bedarf es aber keinesfalls schottischen Blutes. Nein. Nicht einmal einer Reise - diese jedoch wird unweigerlich auf dem Plan stehen, sind erst die letzten Sätze dieser Lektüre verhallt... Es bedarf eines stillen Raumes, evtl. eines feinen Malts und der bedingungslosen Liebe zur Natur - der draußen und der in uns selbst. "Glencoe" ist ein Denkmal. Und es ist der tragischen Geschichte derer des Clan des MacDonald würdig. Das darf ich als eine Nachfahrin des ersten Königshauses der Schotten wohl anstellen. Genießen Sie die Reise in eine Zeit der Rebellen - eine Zeit, in der Ehre noch ehrenwert war und in der Werte noch wertvoll waren. In eine Zeit des Umbruchs. In die Zeit des Alisdair MacDonald of Gelncoe und seines mutigen und tapferen Clan!
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TOP 1000 REZENSENTam 27. Juni 2015
Glencoe, Ende des 17. Jahrhunderts: Sarah Campbell aus Glenlyon ist eine Campbell. Vor deren Tod hat ihre Großmutter eine Ehe mit einem MacDonald aus Glencoe, den Erzfeinden der Campbells, arrangiert. Sandy Og MacDonald raubt seine Braut nach einem Fest in Glenlyon und bringt sie nach Glencoe. Als Zweitgeborener muss er sich seinem Vater und seinem Bruder gegenüber immer wieder beweisen, doch Sandy ist anders: sanft, überlegt, zurückhaltend. Sarah wird in Glencoe nie wirklich akzeptiert und auch Sandy ist oft das Ziel von Hohn und Spott, vor allem nachdem beide lediglich einen körperlich behinderten Sohn bekommen, der in der Clangemeinschaft nicht als vollwertig angesehen wird. Das Leben wird den beiden noch dadurch erschwert, dass in England ein Krieg um den Thron herrscht, denn Mary Stuart und ihr Ehemann William haben Marys Vater James aus England vertrieben. Doch die Hochlandschotten sind Unterstützer von James und somit bald im Visier des neuen Königs ...

Ich habe schon etliche Bücher von Charlotte Lyne gelesen und auch dieses hat mich wieder einmal überzeugt, mehr sogar, als manch anderes. Sarah und Sandy Og leben eine merkwürdige Liebe. Sie sind ineinander verliebt, aber weder in der Lage, sich das gegenseitig zu sagen, noch zu zeigen. Und so ist ihre Beziehung schwierig und anfällig für Störfaktoren von innen und außen. Trotzdem wird die Sehnsucht immer stark greifbar, wenn Sandy auf Kriegszügen unterwegs ist. Wer die Autorin kennt, weiß, dass ihre Charaktere immer sperrig sind und sich oft mit ihrem Leben schwertun. Auch hier fällt es manchmal schwer, die beiden Protagonisten zu mögen und nicht immer wieder durchschütteln zu wollen. Und doch wachsen sie einem ans Herz und können den Leser davon überzeugen, dass sie unbedingt zusammengehören.

Die Autorin vermag auch das raue Leben im schottischen Hochland sehr anschaulich zu schildern. Sie kann überzeugend darstellen, wie es zu Clanfehden kommt und wie diese abgelaufen sind. Auch die politischen Verwicklungen werden gut verständlich. Der Roman wirkt sehr gut recherchiert, ist detailverliebt und entführt unter anderem auch durch den historisch angehauchten Schreibstil ins 17. Jahrhundert.

Gerade als ich mich dann beim Lesen anfing zu fragen, wohin die Geschichte eigentlich führen soll und ich zu fürchten begann, dass der Roman Längen entwickelt, nimmt die Handlung Fahrt auf und es werden verheerende Entscheidungen getroffen, die man so gern aufhalten möchte und durch die man noch mehr Mitgefühl mit den Charakteren entwickelt. Die ganze Bedeutung des Romans weiß man schließlich erst am Ende zu schätzen, denn Charlotte Lyne widmet mit diesem Buch einem historischen Massaker Aufmerksamkeit, das deutlich macht, dass es ethnische Säuberungen schon immer gegeben hat, denn hier ist es sowohl ein Konflikt zwischen Anhängern der verschiedenen politischen Parteien als auch ein Konflikt zwischen den Hoch- und Tieflandschotten und deren Lebensweisen gewesen. Die Hochland-Clans sollten komplett ausgerottet werden, da man auf ihre Lebensweise herabsah. Die Nachuntersuchung des Massakers war ein historischer Vorläufer der Nürnberger Prozesse, in dem sie die Frage nach der eigenen Verantwortung beim Befolgen von Befehlen stellte. Bis zu diesem Punkt geht die Romanhandlung allerdings nicht, aber diese Informationen sind dem Nachwort und auch Wikipedia zu entnehmen. Und genau dieser historische Gehalt hat mich am Ende des Buches restlos begeistert.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für diesen historischen Roman, der einem wahren, schrecklichen Ereignis im schottischen Hochland gedenkt und der bei mir noch lange nachgewirkt hat.
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am 16. März 2013
Meine Meinung:
Ich lese sehr viele historische Romane. Mal sind es Romane, die die historischen Schauplätze als Handlungsort haben und mehr auf die Liebe zweier Menschen basieren, mal sind es aber auch Romane, die eine besondere historische Begebenheit, eine fast vergessene Geschichte erzählen wollen, damit sie den Menschen in Erinnerung bleiben. "Glencoe" von Charlotte Lyne gehört zu den letzteren, denn sie erzählt die Geschichte von Glencoe, die auf tragische Weise in die Geschichte eingegangen ist. Wer hier eine atemberaubende Liebesgeschichte erwartet ist fehl am Platz.
Dieses Buch setzte sehr viele Emotionen bei mir frei: Ich habe mit den Menschen gelitten, habe gelacht, hatte Angst und war wütend. Aber trotz des unverstellbaren und grauenhaften Leid, welches den Menschen widerfahren ist, haben sie sich nicht unterkriegen lassen und die Hoffnung behalten. Sie haben sich nicht unterkriegen lassen und sind aufgestanden. Dies war besonders auf den letzten Seiten spürbar, aber auch unterschwellig im ganzen Buch.
Ganz besonders sind mir Sandy Og und seine Sarah ans Herz gewachsen. Zwei Personen die sich ohne große Worte verstanden haben, aber mit wunderschönen Gedanken, die sich um den jeweils anderen drehten. Aber auch Duncan und Angus habe ich so lieb gewonnen. Ihre Freundschaft war etwas ganz besonderes und hat sich im Laufe des Buches entwickelt.
Charlotte Lyne erzählt in einer wundervollen Sprache und lässt das Schottland im Jahr 1678 wieder lebendig werden. Sie hat allen Personen die im Buch vorkamen, wieder Leben eingehaucht. Für die Gefühle der Menschen findet sie die passenden Worte, die mir alle so viels näher gebracht haben.

Fazit:
Ein großartiges Buch, welches trotz der schwiergen Zeit und der Abscheulichkeit des Anschlages auf Glencoe, voller Hoffnung ist.
Absolut empfehlenswert!
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am 2. März 2011
Als sie sechzehn Jahre alt ist, wird Sarah Campbell aus ihrem Tal Glenlyon weggeführt von Sandy Og MacDonald. Ausgerechnet nach Glencoe, dem Tal der Schatten, bringt er sie, als seine Braut. Doch in Glenlyon war sie nur die dürre Sarah, die Waise, die keiner beachtet, die keinem fehlen wird.

Elf Jahre Später, im Jahr 1689. Sarah ist in Glencoe nicht heimisch geworden. Ihr einziges Kind ist verkrüppelt, ihre Beziehung mit Sandy Og stumm.
Da erschüttern weitreichende Ereignisse die Hochländer: Das englische Volk hat ihren geliebten König James zum Teufel gejagt, seine Tochter Mary und ihr niederländischer Mann William haben den Thron geraubt. Glencoe, wie die meisten Täler, hält Jamie die Treue, doch die Campbells schlagen sich auf die Seite des neuen Königs.
Und Robert, Sarahs Onkel, hat noch mehr als eine Rechnung mit denen aus Glencoe offen ...

Nach Vineta, dem Hof Heinrich VIII und Plymouth zur Zeit der Pest führt uns die Autorin in ihrem vierten historischen Roman in das schottische Hochland. Aber dieses Buch hat nichts von einem Highland-Liebesroman, obwohl die Liebe natürlich eine Rolle spielt, in mehr als einer Hinsicht. Verschmähte Liebe, missverstandene Liebe, Hunger nach väterlicher Liebe, nicht zuletzt Liebe zur Heimat und zu alten Traditionen vor den Umbrüchen eines anbrechenden neuen Zeitalters. Die Hochländer lassen sich in einen Krieg hineinzerren, der nicht der Ihre ist, und merken zu spät, was machtgeile und verblendete Menschen wirklich mit ihnen vorhaben. So schwören sie einen Eid für Jamie, ein Eid, der sich als tragisch erweist.

Charlotte Lyne macht in ihrem Buch den Versuch, das Massaker von Glencoe zu verstehen und zu interpretieren. Sie gibt insbesondere Robert Glenlyon eine Geschichte, ein Gefühls- und Innenleben, die zeigen, wie jemand, in die Enge getrieben und vom Leben gebeutelt, eine solche Entscheidung fällen kann.
Gleichzeitig erhalten wir tiefe Einblicke in das Leben eines Hochlandclans, mit seinen aus heutiger Sicht mitunter verstörenden Traditionen, die nicht nur Gutes bewirken, mit seinen komplizierten zwischenmenschlichen Beziehungen, vor dem Hintergrund einer Landschaft, die atemberaubend ist, aber auch gefährlich, und ihren Bewohnern alles abverlangt.
Die Figuren sind größtenteils historisch, wenige hat die Autorin hinzugefügt, und sie sind so unglaublich lebendig, dass ihre Schicksale sehr unter die Haut gehen.
In Einschüben schwenkt die Sicht immer wieder auf Königin Mary und ihre Verzweiflung ob ihrer Kinderlosigkeit, ihrem Unmut darüber, in England sein zu müssen, und ihrer Verachtung für ihre schottische Abstammung.
So kommt eines zum anderen und der Leser muss hilflos mit ansehen, wie die Figuren der Katastrophe entgegenschlittern, einer Katastrophe, die niemand mehr aufhalten kann.
Die Sprache ist, wie wir sie von Charlotte Lyne kennen, üppig, sinnlich, sehr bilderreich, voller überraschender Formulierungen.
Eine Sprache, die man sich auf der Zunge zergehen lassen kann wie einen weichen, alten Highland Single Malt.
Ein Buch für lange Leseabende vor einem Kaminfeuer, ein Buch, das Lust macht, augenblicklich die Koffer zu packen und nach Glencoe zu fahren.
Zu hervorheben ist auch die aufwendige Gestaltung des Buches: Ansprechendes Cover ohne abgeschnittene Frauenportaits, Lesbändchen, Landkarte, ausführliches Glossar, ein Personenverzeichnis, das nur die Geburtsdaten beinhaltet, um nicht die Spannung zu zerstören, und ein sehr interessantes Nachwort der Autorin.
Der ich zurufen möchte: Wohin führst Du uns das nächste Mal? Ich komme mit!
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am 15. Januar 2011
Bis jetzt habe ich alle Romane von Frau Lyne gelesen und ich schätze diese Autorin, sowohl von den Themen her, aber vor allem her von der Sprache.
Glencoe verlangt den Lesern anfänglich doch etwas Geduld ab, nachdem die Helden - Sandy Og und Sarah - wortkarg durchs Leben gehen und sich so, selbst das Leben ungemein schwer machen. Erst im Laufe des Romans löst sich dieser Knoten und aus den beiden werden starke, wenn auch weiterhin schwierige Persönlichkeiten. Ich selbst musste daher nach rund 150 Seiten eine Lesepause einlegen, da mir das Leiden von Sandy Og und Sarah einfach zuviel wurde.
Es dauert eine Weile, bis sich der Leser durch die vielen Beschreibungen diverser Vorkommnisse selbst als "Bewohner dieses Tales" fühlt, ist es soweit, kann der Leser das Buch nicht mehr aus der Hand legen und versinkt darin.
Gut gelungen sind die "Zwischenberichte" der Gedanken und Überlegungen von Königin Mary, welche in den Augen der Schotten eine Thronräuberin ist, obwohl eine Stuart kann sie für das schottische Hochland keine positiven Gefühle aufbringen.
Letztendlich empfinde ich als Leser den Vater von Mary, König James gleichfalls als Verräter an Schottland, er hat die Schotten für seine Zwecke benützt, ist ihnen aber nicht beigestanden, die Wahrheit ist, dass allen Königen Schottland egal war und die Schotten vom eigenen Königshaus (Stuart) verraten worden sind.
Unabhängig von den wirklich gut aufgezeigten politischen Geschehnissen dieser Zeit lässt die Autorin die Menschen eines ganzen Tales lebendig werden, mit ihren Stärken und Schwächen, der Lebensart in diesem Land zu dieser Zeit und ihren Gefühlen und Sorgen, ein ständiger Kampf um das nackte Überleben in diesem rauhen Land.
Das Ende ist so manchem bekannt, da auch andere Autoren diese Geschehnisse bereits aufgegriffen haben, dies ist aber kein Nachteil, nimmt nur vielleicht ein wenig an Spannung oder besser gesagt, Hoffnung.
Immer wenn Romane von wirklichen Geschehnissen handeln, ist der Leser um so mehr betroffen, was bei diesem Roman kaum zu vermeiden ist, man ist einfach betroffen von diesem Verrat an einem Clan, nicht möglich wäre dies wohl alles gewesen, hätte sich der König oder seine Tochter wirklich mit diesem Land beschäftigt und es nicht anderen überlassen, welche letztendlich eigene Ziele verfolgt haben.

Nun bleibt nur noch zu fragen, mit welchem Thema sich die Autorin beim nächsten Buch beschäftigen wird, nach diesem Roman wird es schwierig werden, ein gleichwertig anspruchsvolles Thema zu finden.
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