Kundenrezensionen


3 Rezensionen
5 Sterne:    (0)
4 Sterne:    (0)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Warmbier tischt kalten Kaffee auf, 14. März 2008
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der programmierte Kunde: Neuromarketing - Frontalangriff auf die Sinne (Gebundene Ausgabe)
"Neuromarketing - Frontalangriff auf unsere Sinne." So lautet der Untertitel. Um den infamen Angriff abzuwehren, zieht Werner Warmbier mit diesem Buch in die Schlacht. Das muss der Leser einfach wissen, bevor er sich zum Kauf entschließt. Ich wollte meinerseits wissen, mit wem ich es zu tun habe, gehöre ich doch zur Truppe, die sich mit Neuromarketing beschäftigt. Und immerhin steht im Klappentext, dass mir ein ausgewiesener Experte für verbraucherorientierte Marketing, Umwelt- und Qualitätsmanagement gegenüber stehen wird. Noch bevor ich mit der Lektüre begann, wurde mir mulmig, verwischte Werner Warmbier seine Spuren doch so gekonnt, dass ich seine Person nicht zu fassen kriegte. Außer dass er dieses Buch schrieb, an der Fachhochschule Osnabrück mal Professor für Agrarwissenschaften war und der Zeit einen Leserbrief einschickte, erfuhr ich nichts. Offenbar sollte der Gegenangriff aus dem Dunkeln und nur mit Worten geführt werden.

Der erste namentlich genannte Helfer von Werner Warmbier ist Vance Packard. Dieser schrieb vor fünfzig Jahren den Bestseller "Die geheimen Verführer" und warnte eindringlich vor der Macht der Werber. Von weit größerem Gewicht ist natürlich die Bibel, weshalb Warmbier die Geschichte von Jakob und Esau aus dem Alten Testament als den ersten schriftlich überlieferten Fall einer gezielt systematischer Täuschung ins Spiel bringt. Und als dann noch die Gebrüder Grimm auf dem Schlachtfeld erschienen, war mein Interesse auf Warmbiers Manipulationsstrategien vollends geweckt. Als ich auf Seite 58 angelangt war, wurde meine Ahnung zur Gewissheit. Zu Werner Warmbiers Strategie gehört das systematische Verwechseln von Hammer und Nagel. Indem er Marketingkonzepte von großen, ihm missliebigen Unternehmen oder Produkten an der Pranger stellt, suggeriert er, Verführung sei an sich ein Werkzeug des Teufels. Die alte Nummer. Das Gute in dieser Welt setzt sich durch, weil es gut ist. Nur das Böse muss sich übler Verführungskünste bedienen, zu denen selbstverständlich das Neuromarketing gehört. Was Werner Warmbier dann unter diesem Begriff versteht, wurde mir allerdings bis zum Schluss nicht klar. Das liegt vor allem daran, dass er kaum zwischen dem Einsatz technischer High-Tech-Geräte der Neurologen und den Neurowissenschaften als interdisziplinärem Forschungsgebiet unterscheidet.

Sehr viel klarer sind die Ausführungen des Autors zu Fragen der Wahrnehmungspsychologe. Was der Autor auf hundert Seiten über die menschlichen Sinne sagt, ist interessant und manchmal sogar spannend. Auf eigenen Forschungsergebnissen beruhen aber auch diese Inhalte nicht. Trotzdem, wer sich noch nie eingehender mit diesem Thema beschäftigte, hat nach der Lektüre einen echten Erkenntnisgewinn.

Mein Fazit: Obwohl der Autor eingesteht, der Buy Button sei eine Erfindung der Medien, schürt er beim Leser die Angst, Neuromarketing sei eine Geheimwaffe, die den humanistischen und autonomen Menschen auslöschen wird. Dabei übersieht Werner Warmbier geflissentlich, dass die Neurowissenschaften den Menschen nicht neu erfinden, sondern nur neu beschreiben. Und er verschleiert gekonnt, dass wir den Rätseln des Wunderwerks Gehirn noch lange nicht auf die Spur kommen, selbst mit den besten Hirnscannern nicht. Ein paar leuchtende Areale gewisser Hirnregionen erklären allenfalls das, was gute Beobachter schon lange gewusst haben. Da ich klar Partei bin, füge ich bei der Bewertung meiner persönlichen Einschätzung einen Stern zu.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das programmierte Gähnen, 11. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Der programmierte Kunde: Neuromarketing - Frontalangriff auf die Sinne (Gebundene Ausgabe)
Hier handelt es sich um ein Buch, das auf den ersten Blick viel verspricht. Der Titel ist provokant: Der programmierte Kunde". Im Untertitel wird dann gar von einem Frontalangriff" gesprochen. Das weckt Erwartungen: Handelt es sich um ein aufklärerisches Enthüllungswerk? Das konsumkritische Pamphlet eines Verbraucherschützers? Eine Anleitung gar zur gezielten Manipulation? Klappentext und Vorwort erwecken den Eindruck, hier gehe es um eine Kritik an den Methoden der Marketing-Experten - bewusst knüpft der Autor eine gedankliche Verbindung zu dem Klassiker der Werbekritik, Vance Packards Bestseller Die geheimen Verführer". Doch je weiter man liest, desto verworrener wird der Eindruck. Werner Warmbier bezieht in seinem Werk gerade nicht explizit Stellung - ganz im Gegensatz zu dem markigen Titel.

Im ersten Teil findet sich eine Werbekritik, aber ganz anders, als das Buch verspricht: Hier wird eher klischeehaft die Wirkungslosigkeit klassischer Werbemaßnahmen demonstriert. Dann folgt ein eher unkritisches Kapitel über Neuromarketing. Plötzlich gewinnt der Leser den Eindruck, mit den neurowissenschaftlichen Forschungsansätzen habe man das Konsumverhalten künftig im Griff. Nun ja, an Büchern, Vorträgen und Artikeln rund um Neuro" mangelt es ja zurzeit nicht; Warmbiers Ausführungen hierzu sind jedoch weder originell noch systematisch und auch nicht wirklich anschaulich.

Der letzte und umfangreichste Teil des Buches kreist um ein ganz anderes Thema. Nun zeigt der Autor, wie die verschiedenen Sinne durch Marketing angesprochen werden können, wobei er sich besonders auf die ansonsten eher stiefmütterlich behandelten Wahrnehmungskanäle Schmecken, Riechen und Tasten konzentriert. Auch hier ist von der konsumkritischen Haltung, die im Klappentext suggeriert wird, nichts zu spüren. Dieser Teil ist zwar noch der interessanteste, doch auch hier bleibt vieles oberflächlich und unkonkret. So mancher einschlägige Filmbeitrag in TV-Magazinen wie Galileo" liefert interessantere Infos zum Thema.

Am Ende nimmt der Leser nur wenige Erkenntnisse aus der Lektüre mit - etwa dass sich Kaffee besser verkauft, wenn er gut riecht, und dass ein Automotor charakteristisch klingen muss. Mit Neuromarketing hat das alles nichts zu tun, und ob oder wie die Kunden programmiert" werden, erfährt man auch nicht. Bei dem Buch handelt es sich leider nur um einen durchschaubaren Versuch, eigentlich heiße Themen - nämlich Neuromarketing und Verbrauchersouveränität - lauwarm abzukochen. Das Einzige, was da beim Leser programmiert ist, ist das Gähnen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3.0 von 5 Sternen Neuromarketing - eher weniger, 12. Januar 2011
Von 
Michael Hübler (Fürth) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der programmierte Kunde: Neuromarketing - Frontalangriff auf die Sinne (Gebundene Ausgabe)
Ich gebe dem Buch noch 3 Sterne, weil ich es gar nicht so schlecht fand. Flüssig geschrieben und mit einigen Informationen, die ich noch nicht kannte. Spannenderweise hat mir das Buch aus dem Grund noch ganz gut gefallen, weil es gerade auf Neuromarketing beinahe gar nicht eingegangen ist (da hab ich eben schon einiges). Letztlich aber dennoch eine Mogelpackung. Das Buch sollte 5-Sinnes-Marketing heißen. Dann gibt's auch keine Enttäuschungen. Aber vielleicht sind die Sinne schon zu abgenudelt. Neuro klingt eben um einiges peppiger.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Der programmierte Kunde: Neuromarketing - Frontalangriff auf die Sinne
Der programmierte Kunde: Neuromarketing - Frontalangriff auf die Sinne von Werner Warmbier (Gebundene Ausgabe - 1. März 2008)
Gebraucht & neu ab: EUR 1,50
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen