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38 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schweigen brechen
Ehemalige Soldaten der israelischen Verteidigungsarmee haben aufgeschrieben und auch fotografiert was sie während ihres Wehrdienstes im besetzten Hebron erlebt haben.

2004 begann alles als kleine Ausstellung. Wenig später gründete sich die Organisation Breaking The Silence, was in der Übersetzung "Schweigen brechen" bedeutet.

Die...
Veröffentlicht am 12. September 2012 von Christian Döring

versus
3.0 von 5 Sternen Nur etwas für ausdauernde Leser
Wer es schafft, dieses erschütternde und dennoch fürchterlich langweilige Buch zu Ende zu lesen, der begreift einmal wieder, weshalb der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern kein oder ein furchtbares Ende finden wird. Man hat sich längst an die Schrecken gewöhnt, die gerade wieder einmal brandaktuell sind, betrachtet man den neuen...
Vor 1 Monat von Peter B. veröffentlicht


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38 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schweigen brechen, 12. September 2012
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Breaking the Silence: Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten (Gebundene Ausgabe)
Ehemalige Soldaten der israelischen Verteidigungsarmee haben aufgeschrieben und auch fotografiert was sie während ihres Wehrdienstes im besetzten Hebron erlebt haben.

2004 begann alles als kleine Ausstellung. Wenig später gründete sich die Organisation Breaking The Silence, was in der Übersetzung "Schweigen brechen" bedeutet.

Die vielen einzeln vorgetragenen Augenzeugenberichte im vorliegenden Buch geben eine fürchterliche Wahrheit aus erster Hand wieder, die mich wütend und vielleicht noch mehr sprachlos zurücklässt. Eindeutig wird klar, dass es nicht stimmen kann, dass die israelische Armee in den besetzten Gebieten lediglich Anschläge auf israelische Bürger verhindern soll. Die Berichte der Soldaten geben ein völlig anderes Bild wieder. Da geht es nicht nur am Rande um Landenteignung und um die Verbreitung von Angst und um den Aufbau eines immer engeren Kontrollsystems der Einwohner in den besetzten Gebieten.

Vier Teilen sind die Augenzeugenberichte zugeordnet:

- Vorbeugung - Einschüchterung der palästinensischen Bevölkerung

- Trennung - Kontrolle, Enteignung und Annexion

- Lebensstruktur - Die Verwaltung des Lebens palästinensischer Zivilisten

- Ein duales Herrscheftssystem: Durchsetzung von Recht und Ordnung

Avi Primor hat in seinem sehr mutigen Vorwort in diesem Buch von Zivilcourage gesprochen. Den Soldaten in diesem Buch zollt er höchsten Respekt: "Diese jungen Frauen und Männer wollen niemanden verleumden, sie wiederholen keinen Tratsch und Klatsch, sie verbreiten keine Gerüchte. Sie erzählen nur das, was sie selbst gesehen haben oder sogar: was sie selbst getan haben."

Dieses Buch zweifelt nicht Israels Recht auf Verteidigung an, aber es weist in aller Deutlichkeit darauf hin, dass es um nichts Geringeres als um die Einhaltung der Menschenrechte geht und zwar um die Einhaltung der Menschenrechte auf beiden Seiten!
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25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein schwieriges, ein wichtiges Buch, 14. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Breaking the Silence: Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten (Gebundene Ausgabe)
Seit 1967, also "ungefähr zwei Drittel seiner Geschichte, ist Israel nun schon eine Besatzungsmacht. Der israelische Sttaat ist nur 19 der jetzt 59 Jahre seiner Existenz frei gewesen vom bösartigen Geschwür der Okkupation." Dieses Zitat stammt von den Autoren des Buches "Die Herren des Landes", in welchem die israelische Siedlungsbewegung analysiert wird. Die Autoren formulieren hier etwas, was viele liberale oder linksgerichtete Israelis bereits seit langem erkannt und benannt haben: Die Besetzung der palästinensischen Gebiete ist ein Verhängnis für den israelischen Staat. Sie ist aber nicht nur politisch ein Verhängnis (aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt), sie ist es auch menschlich. Und genau das macht dieses Buch überaus deutlich. Breaking the Silence besteht aus verschiedenen Versatzstücken. Da gibt es zum einen die Einführung, ein Vorwort von Avi Primor, einige Fotos (in der Regel von Soldaten gemacht), einige Karten (Gaza, Westjordanland) und da sind einführende Passagen, die jeweils die Hintergründe für die vier Teile des Buches liefern. Ansonsten besteht der Band aber überwiegend aus kurzen (z.T. sehr kurzen) Interviews mit den Soldaten, die ihre Erfahrungen vor allem im Westjordanland schildern. Es sind Soldaten, die an Kontrollposten eingesetzt waren, die Straßensperren und Hausdurchsuchungen durchgeführt haben, die in Hebron Siedler und Palästinenser getrennt haben, die also all das gesehen und miterlebt haben, was Besatzungspolitik bedeutet. Diese kurzen Interviews (die längsten gehen etwa über vier Seiten, viele füllen aber auch nur eine Seite, bestehen nur aus einem Statement) sind sperrig, sind schwierig zu lesen - und zu verdauen. Das Buch ist nichts zum Durchlesen, zum Verschlingen. Man muss sich immer wieder in neue Personen, neue Orte und neue Zusammenhänge eindenken. Man lernt immer wieder, in wenigen Zeilen, einen Menschen kennen, der den Mut hat, sich seiner Vergangenheit, seiner Einstellung zur Sache und nicht selten auch seinen Fehlern zu stellen. Dadurch setzt sich langsam ein Mosaik zusammen, dass die ganze Bandbreite dessen darstellt, was Besatzungspolitik im Westjordanland bedeutet. Es geht dabei immer wieder um zweierlei Maß, um die Wertigkeit von Menschen. Es geht darum, das israelische Siedler andere Rechte genießen als die Palästinenser. Es geht darum, dass der palästinensischen Bevölkerung das Leben ungeheuer schwer gemacht wird. Es geht darum, dass Steine werfende palästinensische Kinder mit schweren Sanktionen zu rechnen haben, während Siedlerkinder, die auch Steine werfen, kaum daran gehindert werden können. Und es geht darum, was Besatzung aus den Soldaten und Soldatinnen, diesen unerfahrenen jungen Menschen, macht. Und hier greift das Buch dann auch weit über Israel und das Westjordanland hinaus, es zeigt sich hier ganz allgemein, was Menschen mit anderen Menschen tun, wenn es ihnen erlaubt ist, wenn es scheinbar kaum noch Grenzen gibt. Ein junger Soldat umfasst es sehr gut: "Der Wahnsinn bricht in dir durch, einfach weil es möglich ist." Es wird deutlich, dass die meisten Soldaten ihr Tun erst später reflektieren konnten, dass scheinbar grundsätzlich jüngere Soldaten viel eher überfordert waren als ältere, dass im Krieg oder während einer Besatzung die Kategorien von richtig und falsch sehr schnell zerlaufen. Insofern ist dieses Buch für mich auch ein Buch über mich und die Frage gewesen: Wie hätte ich selbst mich denn verhalten?
Insgesamt hat "Breaking the Silence" sicher einige Mängel. Ich denke, dass die einführenden Passagen zu kurz sind, ich vermute, dass viele Leser, die sich nicht intensiv in diesen Konflikt eingearbeitet haben, Probleme haben werden, sich zu orientieren. Wer z.B. schon einmal in Hebron war und die groteske Situation kennt (eine kleine Siedlung mitten in einer engen und verwinkelten palästinensischen Innenstadt wird mit ungeheurem Aufwand "geschützt" vor den Palästinensern, mit unglaublichen Folgen für deren Leben), der wird jeden Bemerkung dazu unmittelbar verstehen. Außerdem ist die Fragetechnik oft z.B. suggestiv und aus wissenschaftlicher Hinsicht nicht haltbar, einige Hinweise auf die Reaktionen der israelischen Bevölkerung auf dieses Buch wären zudem hilfreich und aufschlussreich gewesen. Und schließlich wäre es unter Umständen besser gewesen, einige der Interviewten genauer vorzustellen (was auch ohne Nennung der Namen möglich gewesen wäre), damit man sich als Leser besser in die Menschen hätte hineindenken können. Auf der anderen Seite denke ich, dass vielleicht gerade das Bruchstückhafte dieser "Collage aus vielen Stimmen" eine Stärke des Buches ist, auch wenn es uns das Lesen erschwert. Es ist eben keine leichte Kost. Es sind die brutal wahren Erinnerungen einer Gruppe von Soldaten, die sich später schämten für das, was sie getan haben. Und die etwas machen wollten, die etwas verändern wollten (und wollen). Und das lässt dann doch ein wenig hoffen, denn es zeigt ja, das viele in der israelischen Gesellschaft erkennen, dass die Besatzung falsch ist, dass dort Unrecht geschieht. Das Buch zeigt, dass die israelische Gesellschaft offen ist für Diskussionen, für Erkennen und vielleicht auch für ein Umschwenken. Es spricht zudem für die Erziehung dieser jungen Menschen, für die Werte, die ihnen beigebracht wurden. Da sind auf der einen Seite die für mich erschreckendsten Passagen dieses Buches, in denen deutlich wird, dass viele Siedler ihre Kinder dazu erziehen, die Palästinenser als Menschen zweiter Klasse zu behandeln, dass diese Siedler die Kinder sogar dafür loben, wenn sie Steine nach Palästinensern schmeißen. Aber auf der anderen Seite stehen eben diese jungen israelischen Soldaten, die das als falsch erkennen und die den Mut haben, das auch zu sagen. Das lässt mich darauf hoffen, dass irgendwann auch dieser Teil der israelischen Öffentlichkeit wieder stärker zu Wort kommt und die Politik wieder stärker bestimmt.
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27 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rezension zu Breaking the Silence, 16. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Breaking the Silence: Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten (Gebundene Ausgabe)
Ich habe dieses Buch nun gelesen und muss sagen dass ich wirklich erschüttert bin was für grausame Taten darin zu lesen sind. Sodann wundert es mich nicht, dass die israelische Regierung alles unternommen hat, um dieses Buch zu verbieten.
Aufgrund dieser (Kriegs-) Verbrechen welche darin zu lesen sind müssten die Verantwortlichen (allesamt) vor Gericht gestellt werden. Und damit meine ich auch die gesamte israelische Regierung welche zum jeweiligen Zeitpunkt an den Hebeln der Macht stand.
Was Israel den Palästinensern antut ist genau so scheusslich und verwerflich alswas die Juden während dem 2-ten Weltkrieg über sich ergehen lassen mussten. Es wird vor allem von Juden immer wieder auf die Verbrechen während des 2-ten Weltkrieges verwiesen, welche selbstverständlich allesamt scheusslich waren und verurteilt gehören, doch um das Leid der Palästinenser welches gestern, heute und leider auch morgen noch vorhanden sein wird, scheint sich die Welt nicht sonderlich zu stören. Unlängst sagte Israels Premier Netanjahu vor der UNO ob sich die versammelten Staaten nicht schämen würden - was für ein Arrogant (der interessierte Leser findet über die Ansprache mehr im Internet). Er, Netanjahu, ist hauptverantwortlich für die derzeitige Situation in den besetzten Gebieten.
Breaking the Silence zeigt auf jene Wunden welche durch die israelische Besatzung entstehen und entstanden sind, welche Israel nur zu gerne verdeckt hielt. Es bleibt zu hoffen dass das Buch jenen Menschen die Augen öffnet welche diese noch fest geschlossen halten.
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3.0 von 5 Sternen Nur etwas für ausdauernde Leser, 6. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Breaking the Silence: Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten (Gebundene Ausgabe)
Wer es schafft, dieses erschütternde und dennoch fürchterlich langweilige Buch zu Ende zu lesen, der begreift einmal wieder, weshalb der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern kein oder ein furchtbares Ende finden wird. Man hat sich längst an die Schrecken gewöhnt, die gerade wieder einmal brandaktuell sind, betrachtet man den neuen GAZA-Krieg. Man glaubt den im Buch agierenden Soldaten und Offizieren jedes Wort, wenngleich auffällt, dass vieles erzählt wird, was man nur vom Hörensagen weiß und glaubt, es richtig zu erinnern. Das macht die Aussagen angreifbar und so hat das Buch in Israel selbst wohl kaum positive Wirkungen erzielt, die in der Frage münden könnten: Haben wir wirklich immer Recht und sind es immer nur die Anderen, die Ursachen für einen unauslöschlichen Hass setzen? Das Buch bietet keinerlei Antworten. Nicht einmal Ansätze. Es beschreibt alltägliche Zustände, außerhalb eines erklärten Krieges, die wir uns nur schwer vorzustellen vermögen. Aus diesem Grunde ist das Buch wichtig. Die Dramatik des Konfliktes besteht darin, dass niemand im "Gelobten Land" eine Idee bsitzt, wie er die Spirale von Gewalt und Gegengewalt durchbrechen kann. Gott wird es nicht richten.
Die Soldaten und Offiziere, die in diesem Buch agieren, haben zumindest den Anfang gemacht. Sie versuchen zu reden. Über das, was nicht länger hinnehmbar ist.
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5.0 von 5 Sternen Lesen bildet, 14. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Breaking the Silence: Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten (Gebundene Ausgabe)
In diesem Buch findet man authentische Berichte von den Protagonisten des Krieges.
Das Lesen dieser Berichte hilft bei der Meinungsbildung ungemein.
Im Fernsehen bekommen Journalisten nur noch 90 Sekunden einen Krieg in einem anderen Land zu erklären - länger geht es nicht : die Aufmerksamkeitsspanne des Zuschauers wurde auf 90 Sekunden ermittelt, ab dann gibt es entweder eine neue Meldung oder es wird umgeschaltet.
Was bedeutet Krieg ? Können wir Deutschen, die in Freiheit und Frieden aufgewachsen sind, darüber urteilen ?
Ich war beruflich in Rammstein als dort verletzte bzw. zerfetzte amerikanische und canadische Soldaten aus den Flugzeugen aus dem Irak in die OPs der Airbase gebracht wurden. Die Angehörigen dieser Soldaten warteten schon, sie sind vorher eingeflogen - ich hab diese Bilder nicht vergessen.
Wie leicht stimmen wir Kriegen zu, die irgendwo in der Welt stattfinden, wir kaufen dann noch Aktien von Rüstungsunternehmen und freuen uns über den Kursanstieg.
Aber wir sind im Jahr 2014, gebildet und aufgeklärt - wenn wir wüssten was Krieg ist, würden wir auf die Barrikaden gehen , wenn unsere Regierungen Krieg zustimmen oder Waffen liefern.
Ja es gibt immer böse Menschen, aber es gibt noch viel mehr gute Menschen, die nur in Frieden Leben wollen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es geht „um nichts Geringeres als um die Menschenrechte und damit um das Überleben ihres Staates Israels" (Avi Primor), 16. Oktober 2012
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Breaking the Silence: Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten (Gebundene Ausgabe)
Über kaum einen Konflikt wird so viel und so kontrovers diskutiert wie über den Nahost-Konflikt - gerade in Deutschland mit seiner historischen Verantwortung für den Staat Israel. Aber wie immer sind es die Menschen, Israelis und Palästinenser, die einen hohen Preis für diesen Konflikt bezahlen. Bei aller Unterschiedlichkeit der Lebensverhältnisse: Israelis und Palästinenser sind längst Opfer eines Konflikts, der sie zu seinen Gefangenen gemacht hat und sie einschließt in die ungleichen Positionen und Rollen, die die gegebenen Machtverhältnisse ihnen zuweisen.

Die Organisation "Das Schweigen brechen" (Breaking the Silence) wird getragen von Reservistinnen und Reservisten der Israelischen Verteidigungsarmee. Diese haben sich zur Aufgabe gemacht, im Anschluss an ihren Militärdienst über die Besatzungsrealität, die sie als Soldaten selbst erlebt haben, zu berichten.
In einer Ausstellung von Breaking the Silence, die bereits in verschiedenen Hauptstädten Europas wie auch im israelischen Parlament, der Knesset, zu sehen war, werden Fotografien gezeigt, die israelische Soldatinnen und Soldaten für private Zwecke aus dem Besatzungsalltag aufgenommen haben. Mit dieser Ausstellung erhalten Besucher Einblicke in einen Konflikt, der hierzulande große mediale Präsenz erfährt, jedoch selten so klare Konturen erhält.

In dem hier vorliegenden parallel zur Ausstellung erschienenen Buch, das die NGO „Breaking the silence“ herausgegeben hat werden in insgesamt 146 Interviews israelische Soldaten unterschiedlicher Dienstränge befragt. Die Herausgeber haben dieses zu Teil erschütternden Interviews in vier Kapitel aufgeteilt:

• „Vorbeugung“ – Einschüchterung der palästinensischen Bevölkerung
• „Trennung“ – Kontrolle, Enteignung und Annexion
• „Lebensstruktur“ – Die Verwaltung des Lebens palästinensischer Zivilisten
• Ein duales Herrschaftssystem – „Durchsetzung von Recht und Ordnung“

Es ist gut, dass durch diese Organisation die alltägliche Praxis der Besatzung und deren Folgen öffentlich gemacht werden. Keine der in diesem Buch zu Wort kommenden Soldaten zweifelt das Recht Israels auf einen eigenen Staat an. Doch die Praxis der Unterdrückung in den besetzten Gebieten droht genau diesen Staat, der doch Schutz bieten sollte für alle Juden der Welt, zu zerstören. Die systematische Missachtung der Menschenrechte höhlt schon seit langem die Demokratie Israels aus. Avo Primor, ehemaliger Botschafter Israels in Deutschland, schreibt in seinem Vorwort: Es geht „um nichts Geringeres als um die Menschenrechte und damit um das Überleben ihres Staates Israels. Denn dies sind für ‚Breaking the silence’ zwei Seiten einer Medaille.“ Und er versichert: "Diese jungen Frauen und Männer wollen niemanden verleumden, sie wiederholen keinen Tratsch und Klatsch, sie verbreiten keine Gerüchte. Sie erzählen nur das, was sie selbst gesehen haben oder sogar: was sie selbst getan haben."
Ich hoffe, dass die Bewegung, die diese Gruppe in Israel auslöst, stärker sein wird, als die immer weiter an Einfluss gewinnenden Orthodoxen und die mit ihr verbandelte Siedlerbewegung. Die nächsten Wahlen in Israel werden da ein hoffentlich klares bild ergeben.
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5.0 von 5 Sternen Breaking the Silence, 10. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Israel hat gar nichts gelernt vor 70 Jahren! Es ist unglaublich welche Arroganz die Regierung und die Siedler den Palästinenser gegenüber aufführen. Der Bericht der Soldaten hat mich sehr erschüttert !!!
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5.0 von 5 Sternen Erschütternd, 25. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Breaking the Silence: Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist kein Typisches Anti Israel/USA Buch sondern bringt ohne weitere Kommentierung Aussagen von Angehörigen der Zahal auf Papier.Ich musste bei diesem Buch längere Pausen einlegen da es einem wirklich an die Nieren geht was hier tagtäglich für Verbrechen geschehen und wie man Junge Männer zu Verbrechern macht.
Unvorstellbar wie Menschen unter solchen Bedingungen überhaupt ein Leben führen können,Leben im Ausnahmezustand ist noch eine Harmlose Bezeichnung.
Auch mag ich mir gar nicht vorstellen wie die Kinder der Palästinenser die unter solchen Bedingungen Aufwachsen jemals ein Normales Leben ohne Angst und Fanatismus führen sollen.
Israel und seine Bevölkerung wird für dieses Vorgehen eines Tages einen sehr hohen Preis zahlen müssen,dessen bin ich mir sicher,die Soldaten der Zahal zahlen diesen Preis einer verfehlten Politik heute schon da ich nicht glaube das man diese Erlebnisse so einfach vergisst und danach ein normales Leben führen kann.
Das Schweigen brechen,dieses Buch tut es.
Das Buch ist eine Sammlung diverser Berichte von Soldaten der Israelischen Armee (Zahal) von ihrem Dienst in den besetzten Gebieten,es geht in keiner Weise auf die Politische Lage im nahen Osten ein und erhebt diesen Anspruch auch nicht.
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5.0 von 5 Sternen Interessanter Blickwinkel auf den Nahostkonflikt, 9. Mai 2013
Von 
Honeybal Lektor (Regensburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Breaking the Silence: Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten (Gebundene Ausgabe)
Das vorliegende Buch besteht aus einer Vielzahl von Interviews mit israelischen Soldaten, die in den besetzten Gebieten ihren Militärdienst geleistet haben. Da die Soldaten direkt und ungefiltert zu Wort kommen, verleiht es diesem Buch ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit. Die Eindrücke, die man vom Einsatz der israelischen Armee in den besetzten Gebieten erhält, sind bedrückend.
Natürlich hat Israel das Recht, sich gegen zweifelsfei vorhandene terroristische Bedrohungen zu schützen, aber viele der von Soldaten geschilderten und erlebten Einsätze scheinen nicht dazu geeignet diesen Zweck zu erfüllen. Vielmehr ensteht oft der Eindruck dass viele Operationen - bewusst oder unbewusst muss jeder für sich entscheiden - nur unnötig das Leben der palästinensischen Zivilbevölkerung zusätzlich erschweren und manche Maßnahmen muten als reine Schikane gegenüber den Zivilisten an. Durch die Vielzahl der Soldaten, die zu Wort kommen und aus verschiedenen Einheiten und Waffengattungen stammen, erhält das Buch auch einen repräsentativen Charakter und scheint somit nicht nur ein Sammelband bedauernswerter Einzelfälle zu sein, sondern lässt vielmehr ein so beabsichtigtes Vorgehen der israelischen Streitkräfte vermuten.
Selbstverständlich darf man anhand der geschilderten Beispiele nie den Gesamtzusammenhang aus dem Blick verlieren, dass Israel an vielen Fronten von Extremisten und Terroristen bedroht ist, die dem Staat sogar sein Existenzrecht absprechen. Außerdem muss auch bedacht werden unter welchen psychischen Druck die Soldaten während des Einsatzes stehen, weil sie auch jederzeit angegriffen werden können.
Dennoch kann man sich dem Eindruck nicht erwehren, dass bestimmte Maßnahmen wenig mit Terrorismusbekämpfung zu tun haben, sondern eher um allgemein Starke und Überlegenheit gegenüber den Palästinenseren zu demonstrieren. So lange diese Endlosspirale aus Provokation und Gewalt anhält, ist auch ein Friedensschluss selbst rein theoretisch nicht denkbar.
Kurzum ein hoch interessantes Buch, dass einen unglaublich spannenden Blickwinkel auf den israelisch-palästinensischen Konflikt erlaubt.
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14 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nur dem eigenen Gewissen, der Moral und Gott verpflichtet, 29. Dezember 2012
Von 
Benedictu - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Breaking the Silence: Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten (Gebundene Ausgabe)
Es gibt Bücher, von denen man als Deutscher wissen muß, daß es sie gibt, die man aber nicht durchzulesen braucht. Dieses gehört dazu. Wer bis heute noch nicht mitbekommen hat, wie es um den amerikanisch-israelisch-palästinensischen Friedensprozeß steht, den wird dieses Buch mit seinen Gewaltschilderungen nicht weiterbringen. Wer aber darum wußte, der wird von den Gewaltexzessen der israelischen Armee nicht überrascht sein. Andere werden sowieso unbeeindruckt bleiben und achselzuckend zugeben, daß Besatzung halt Besatzung ist und die israelische nicht besser, aber auch nicht schlimmer ist als andere Besatzerarmeen auf der Welt. Die Zielgruppen dieses Buches sind in Israel und Amerika. Wer z.B. das Buch des engagierten Leipziger Philosophen und Anti-Bellizisten Georg Meggle Deutschland - Israel - Palästina. Streitschriften oder ähnliche über Palästina nicht vorher gelesen hat, braucht dieses gewiß nicht, denn dann ist es nur voyeuristisch.

Was man als Deutscher wissen muß, ist, daß es eine Gruppe israelischer Veteranen gibt, die das Schweigen über die Kriegsverbrechen einer Besatzerarmee gebrochen haben. Sie verdienen den höchsten Respekt und gerne würde man mehr über sie erfahren. Das sind Menschen, die scheinbar ihrem Land schaden, sich gegen die Mehrheit ihrer Landsleute stellen, nur ihrem Gewissen, der Moral oder Gott verpflichtet sind, was sowohl Kraft und Seelenstärke erfordert, daß jeder sich fragen muß, ob er selber dazu je in der Lage wäre.

DIE AUTHENTIZITÄT DER GEWALT
Ich kann diese kritische Einschätzung aber nicht beschließen ohne zuzugeben, daß die meisten Gewaltschilderungen sehr authentisch wirken, was sie fesselnder macht, als einem vielleicht lieb ist. Die m.E. bedrückendste ist die folgende:
Als eine palästinenische Familie ihre Haustür nicht gleich aufmacht, setzen junge israelische Soldaten Sprengstoff ein. Dann öffnet die Mutter doch und die Ladung geht hoch. Sie wird zerrissen und ihre Gliedmaßen werden über der Mauer verschmiert. Geht es noch schlimmer? Ja, es geht. Die Kinder mußten anschauen, was ihrer Mutter widerfuhr. Und am Ende ihres erfolgreichen Besatzertages lachten die israelischen Soldaten darüber, wie blöde die Kinder auf ihre zerfetzte Mutter geschaut haben. Der interviewte Soldat erzählt, daß er während des Abendessens von der Operation gehört hatte, über die einer ihrer Teilnehmer gesagt hätte, daß es lustig gewesen wäre und wörtlich: „… und alle haben sich über die Situation kaputtgelacht, als die Kinder ihre auf der Wand verteilte Mutter gesehen haben.“ (2008, im Gazastreifen, S. 59)

Trotz dieser Authentizität ist das kein Buch, dessen Übersetzung ins Deutsche man vermißt hätte. Soll sich jetzt ausgerechnet eine breitere deutsche Öffentlichkeit daran ergötzen, wie größere (17-25jährige) gewalttätige israelische Kinder über kleinere (5-15jährige) wehrlose palästinensische Kinder lachen? Wieviel unaufgearbeitete Verzweifelung steckt hinter diesem Lachen? Und welche häßlichen Schlüsse wird man aus guten deutschen Verkaufszahlen ziehen können? Dies sei auch vor dem Hintergund gesagt, daß das bedeutende Buch von Phillip Knightley The First Casualty: The War Correspondent as Hero and Myth-Maker from the Crimea to Iraq (Johns Hopkins Paperback), in dem u.a. erklärt wird, wie (erfundene) Kriegsgreuel die Gewaltspirale weiterdrehen, nicht auf deutsch erhältlich ist.

Der einzige Sinn für Deutsche, dieses Buch zu kaufen, bestünde noch darin, Geld in die knappe Kasse von „Breaking the Silence“ zu bringen, zumal die Knesset offenbar versucht, die ihr mißliebige Organisation von europäischen Geldgebern wie MISEREOR abzuschneiden. Ich empfehle es also höchstens denen, die sich schon mit den Hintergründen des Nahostkonfliktes vertraut gemacht haben. Die deutsche Öffentlichkeit und die deutsche Politik kann zum Nahostproblem bekanntermaßen keinen nennenswerten Beitrag leisten. Deutsche Leser, die das Buch auch eig. gar nichts angeht, werden die Finanznöte der israelischen Aktivisten nicht lösen, eher sollte schon der wiedergewählte amerikanische Präsident, der mit bewaffneten Drohnen Menschen ohne Gerichtsbeschluß ausknipst (s. z.B. Confront and Conceal: Obama's Secret Wars and Surprising Use of American Power), den Nobelpreis und sein Preisgeld an diese Aktivisten aushändigen. Sie hätten den Friedensnobelpreis tatsächlich verdient.
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Breaking the Silence: Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten
Breaking the Silence: Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten von Breaking the Silence (Gebundene Ausgabe - 14. September 2012)
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