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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. Januar 2013
Selten so ein gutes Buch gelesen. Der Einsatz muss die Hölle gewesen sein. Die Ängste und Hoffnungen die beschrieben werden sind sehr gut herausgearbeitet. Das Buch regt zum nachdenken an und ist kurzweilig und flüssig geschrieben. Eigentlich eine Pflichtlektüre für alle Politiker die junge Soldaten in solche Einsätze schicken. Das Buch ist sehr lesenswert und der Protagonist sehr sympathisch.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. Dezember 2013
Mir war ja klar, dass die Bundeswehr nicht zum Blumen gießen in Afghanistan ist (jaja, die Freiheit der Handelswege wird am Hindukusch verteidigt oder so ähnlich, wer sagte das noch gleich?).... Spass beiseite - das Buch hat mich wirklich bewegt und ich danke dem Autor für diese sehr ehrlichen Einblicke. Irgendwie war mir doch nicht ganz klar, wie ernsthaft es dort zur Sache geht ... und andererseits kann ich auch nachvollziehen, warum sich manche Soldaten auch zum dritten Mal dorthin auf den Weg machen und manche nie wieder.
Sollte Pflichtlektüre für unsere Politiker werden.
Danke an alle, die letztendlich die Köpfe für unser Luxus-/Wohlstandsleben hinhalten, von der Politik zum Teil auch noch verraten und verkauft werden und trotzdem noch bereit sind, für etwas einzustehen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. April 2015
Lange musste man auf so ein Buch warten. Ein Buch welches nicht die Abrechnung eines Betroffenen mit seiner politischen Führung ist, oder die verbitterte Anklage an die Menschen in der Heimat, dass sie den Einsatz nicht unterstützen, oder eine geschönt, heroische Darstellung eines sich selbst beweihräuchernden Möchtegern-Rambos.

Dieses Buch ist einfach nur die Schilderung eines Frontsoldaten von seinem Alltag in Afghanistan. Auf den ersten paar Seiten hatte ich manchmal die Befürchtung, dass das Buch doch eher in Richtung Selbstbeweihräucherung kippt, da der Autor oft davon spricht, dass er gerne ganz vorne mit dabei ist und keine Angst habe. Doch das ändert sich im Laufe des Einsatzes, so dass der Autor schlußendlich unter Feindbeschuß kaum mehr handlungsfähig ist und sich selber dafür schämt.

Wer ein Buch über poltische Umstände oder das Für und Wider dieses Einsatzes sucht, der sollte sich "Vier Tage im November" nicht kaufen. Wer sich aber dafür interessiert, was unsere Soldaten in Afghanistan an vorderster Front erleben, und wie auch der Alltag in den Feldlagern so abläuft, der ist hier genau richtig.

Man sollte auch nicht unbedingt eine durchgehend Geschichte oder Handlung erwarten, so wie ich das hier aus einigen anderen Rezensionen rausgelesen habe. Es geht hier um den Tatsachenbericht eines Frontsoldaten, der manche Tages sehr ausführlich beschreibt und dann wieder einige Wochen mit einem Nebensatz überspringt.

Es geht hier explizit nicht um richtig oder falsch, nicht um politische Entscheidungen und nicht um das große Ganze. Es geht hier darum, wie die Soldaten ihre Einsatzzeit in Afghanistan tatsächlich erleben. Dies ist ein Puzzleteil des Afghanistaneinsatzes, welches man auch separiert vom Rest betrachten sollte.

Unangemessen finde ich, wenn man Rezensionen zu diesem Buch für politische Meinungsmache nutzt, so wie bei einigen anderen hier zu lesen. In dem Buch geht es um das Leben der Soldaten, die unsere demokratisch legitimierte Regierung in den Einsatz geschickt hat. Ob wir diese politische Entscheidung begrüßen oder nicht, es hat sie gegeben. Und daher tut jeder interessierte Staatsbürger gut daran, sich auch damit zu befassen was diese Entscheidung für das tägliche Leben der Betroffenen ganz konkret bedeutet.

Johannes Clair spricht auch am Rande über seine Motive und Beweggründe, aber auch hier ist ein Entwicklungsprozeß über die Einsatzdauer hinweg erkennbar.

Beureteilen sollte man dieses Buch aber nicht daran, ob es den Einsatz als solches bejubelt oder verdammt. Darum geht es hier nicht, und das passiert auch nicht. Beureteilen sollte man, ob Johannes Clair dem gerecht wird, was er mit dem Buch erreichen wollte. Laut Buchbeschreibung sollte erreicht werden, den Einsatz der deutschen Soldaten im Afghanistankrieg aus Sicht der Soldaten an vorderster Front zu zeigen. Und das ist meiner Meinung nach gelungen.

Eine politische Meinung kannsich jeder selber bilden. Dieses Buch trägt meiner Meinung nach dann aber auch sehr viel dazu bei, dass man sich ein Bild davon machen kann, was der Einsatz in der Realität für die Betroffenen tagtäglich bedeutet. Man erfährt viel über den Ablauf und die Bürokratie in den Feldlagern, über das, was ein deutscher Soldat den ganzen Tag über in Afghanistan überhaupt so macht, über die alltäglichen Probleme wenn so viele Soldaten auf so engem Raum über so lange Zeit hinweg zusammen "hausen" müssen, über den Streß durch die hohe Arbeitsbelastung welche dem Personalmangel geschuldet ist. Man ist hautnah dabei, wenn 3 Meter entfernt ein Sprengsatz zündet. Und man wundert sich unwillkürlich, dass es nicht täglich Tote unter den deutschen Soldaten gegeben hat wenn man über die Frequenz der Sprengfallenanschläge liest.

Wie wir alle politisch mit dem Einsatz umgehen, das bleibt uns überlassen. Aber der Alltag der Soldaten vor Ort ist ein Fakt, und auf den beschränkt sich Johannes Clair in einer, wie ich finde, sehr authentischen Weise. Nicht mehr aber auch nicht weniger sollte man von diesem Buch erwarten.

Es ist weder ein politisches Statement noch ist es ein heroischer Roman. Es ist die Realität.
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VINE-PRODUKTTESTERam 13. Dezember 2013
Johannes Clair...ein Fallschirmjäger aus Seedorf, schreibt über seine Erlebnisse von seinem Einsatz in Afghanistan. Als ehemaliger Soldat ( auch bei der Fallschirmjägertruppe FschJgBtl 313 Varel) kann ich mich sehr gut in Johannes Clair reinversetzen. Nur das ich meine Feuertaufe schon einige Jahre vor ihm erhielt ( 4 Einsätze KFOR und ISAF ). Wie Johannes Clair sind viele Soldaten am Anfang ihres Einsatzes total euphorisch und motiviert. Das geht den meisten aus dem Golf-Zug ebenso. Nur dann kommt eben bei Jedem irgendwann der Knackpunkt. Bei seinem Zugführer "Mü" war es ebenso wie bei mir ein knapp überlebtes "Ansprengen" und bei Johannes selbst ein Hinterhalt bei Nacht, wo sie sich nur knapp gegen den Feind behaupten konnten. Und danach war mit einem Male alles anders. Auf der einen Seite geht man "selbstverständlich" mit den Jungs raus, weil man sie nicht alleine lassen will, aber wenn dann erste Schuss fällt, ist man wieder in der Klammer der Angst. Aber Johannes hat gute Kameraden in seiner Gruppe Golf 1 ( hauptsächlich "Muli" und "TJ" ) mit denen er auch oft über seine Ängste spricht. Ganz besonders hart trifft Johannes Clair der Tod seines Kameraden Oberfeldwebel Florian Pauli ( Ruhe in Frieden ), ein Sanitäter bei den Fallschirmjägern, der ausgeliehen an eine andere Einheit bei einem Selbstmordanschlag am 07.10.2010 ums Leben kam. Der Abschied fällt ihm sehr schwer und er widmet Florian Pauli ein ganzes Kapitel in seinem Buch. Halt in dieser schweren Zeit sind seine Kameraden und ein sehr gutes familiäres Umfeld.
Dieses Buch sollten eigentlich alle Menschen lesen und dann verstehen, was unsere Soldaten motiviert, in einem anderen Land ihr Leben zu riskieren. UND GANZ BESONDERS SOLLTEN UNSERE POLITIKER DIESES BUCH LESEN!!!!! Ihr schickt unsere Kameraden erst in diese Einsätze und wenn sie fallen oder schwer verletzt zurückkommen, werden sie anstatt zu ehren, mit Eurer verdammten Bürokratie genervt. Jeder, der in einem fremden Land, für unsere Werte kämpft, ist ein HELD. Egal bei welcher Truppe. Sie verdienen Anerkennung und Respekt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Dieses Buch ist das beste, dass ich bisher zum deutschen Einsatz in Afghanistan gelesen habe. Der Autor beschreibt wie er hochmotiviert nach Afghanistan kommt, um dort etwas zum Positiven zu bewegen. Stück für Stück wird seine Einheit in immer schwerere Gefechte verwickelt. Besonders imponierend ist, wie schonungslos und offen der Autor seine Angst und seine Selbstzweifel schildert und den inneren Kampf, seine Kameraden nicht in Stich zu lassen und seine Pflicht zu erfüllen. Dem Autor gebührt Annerkennung wie offen er über seine Ängste und Zweifel zu berichtet, denn gerade im rauen Alltag der Soldaten ist dies nicht selbstverständlich.
Das Buch ist weit entfernt von Soldatenromantik und schwülstigen Ausführungen sondern liefert einen ungeschönten und offenen Einblick in den "Alltag" unserer Kampfeinheiten in Afghanistan. Die Schilderungen von Clair geben einen realistischen Einblick, wie komplex, vielschichtig und gefährlich die Situation von Bodentruppen in derartigen Einsätzen ist.
Ein weiterer Pluspunkt zum sachlichen und interessanten Inhalt war für mich, dass das Buch sehr angehm und gut zu lesen ist, weil der Autor die Gabe besitzt, Siuationen, Landschaften und Personen sehr gut zu beschreiben, so dass vor dem inneren Auge konkrete Bilder zum Geschriebenen entstehen können.
Wer jedoch eine politische und geostrategische Grundsatzanalyse zum Einsatz in Afghanistan erwartet, sollte die Finger von diesem Buch lassen. Dies ist nicht als Manko gemeint, denn der Autor sagt selbst, dass er im Grunde "nur" die von ihm vorgefundene Situation und die erlebten Geschehnisse aus seiner Sicht schildern will und dies ist ihm auch hervorragend gelungen. Eine tiefer gehende Analyse war nie die Absicht des Autors und kann somit auch von Kritikern nicht von ihm eingefordert werden. Wer diese Analyse will, sollte sich andere Literatur beschaffen.
Kurzum, für mich ein unglaublich authentisches und gelungenes Buch, das ich jedem uneingeschränkt empfehlen kann, der sich für den "Alltag" unserer Kampftruppen in Afghanistan interessiert, oder aber auch einfach dafür, wie Menschen mit Extremsituationen umgehen und fertig werden.
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25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Oktober 2012
Wenn ihr ein Buch sucht um einfach mal ein paar Stunden "tod zu schlagen" lasst lieber die Finger weg von diesem ausgezeichneten Buch.
Ich habe das Buch durch einen Hinweis auf der Facebook Seite "Soldaten-Wir stehen hinter euch" gefunden und habe innerhalb einer Nacht, in dem ich das buch regelrecht aufgesaugt habe mein Weltbild über unsere Soldaten in Afghanistan um 180 Grad verändert.
Dank dem Author, der mir Einblicke in die Arbeits und Denkweise der in Afghanistan stationierten Soldaten gegeben hat kann ich jetzt wirklich sagen: " Soldaten, ich stehe voll hinter euch ! "

Danke, Johannes Clair, für dieses gute Buch
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. Dezember 2012
Ein wirklich gut geschriebenes Buch, interessant, kurzweilig, emotional und doch von der Härte eines Krieges berichtend.
Ohne Pathos und man kann sich sehr gut alles vorstellen wie "Joe" dies alles erlebt hat.

Lieber "Joe", viel Glück und Erfolg beim Studium der Sozialökomomie in Hamburg und ich wünsche mir, dass dieses schriftstellerische Talent sich noch an einem andern Buch austoben kann. Ich warte darauf ;-)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Dezember 2012
Bericht eines Soldaten, der sich zum Auslandseinsatz meldet, um zu wissen, wie es dort ist.
Wer jetzt an Hollywood denkt liegt weit daneben. Auch wenn das Buch unbedingt verfilmt werden sollte. Aber eben nicht von Hollywood. Es gibt hier keinen Supersoldaten, der kaltblütig die dummen Feinde niedermacht. Nicht den dummen, feigen Einheimischen. Wer Klischees bestätigen will, sollte das Buch nicht anfassen.
Der Autor nimmt den Leser mit nach Afghanisten. Hinein in die Hitze, den Staub, die ständige Gefahr. Wir treffen Menschen, die unter der Belastung zerbrechen. Menschen, die trotz Trennungsschmerz, Todesangst und Selbstzweifeln ihre Aufgabe erfüllen. Wir treffen die Einwohner der Dörfer, die so unterschiedlich auf die deutschen Soldaten reagieren. Einwohner, die genug haben von Krieg und Leid. Die einfach nur überleben wollen und sich deshalb mit den Taliban arrangieren.
Die Erlebnisse lassen nicht kalt. Ich habe herzlich gelacht, als sich Joe für eine nächtliche Ruhestörung revanchiert, Kinder sich über geschenkte Bälle freuen. Aber Leid und Tod sind ständige Begleiter. Unfassbar, dass Kinder sterben müssen, weil sie von deutschen Soldaten Geschenke angenommen haben.
Was bleibt ist eine tiefe Achtung vor den Männern und Frauen, die in diesem fernen Land Ihren Dienst leisten. Für ihre Strapazen und Opfer haben sie sich unseren Respekt verdient.
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am 5. Juni 2013
Das Buch ist phänomenal, beschreibt es doch ungeschönt die Sicht eines Mannschaftssoldaten (Stabsgefreiter) in Afghanistan, der viel nachdenkt, vielleicht auch etwas naiv in den Einsatz gegangen ist (helfen wollen) und dann die Realität kennenlernt. Sicherlich mag man jetzt vorwerfen, wie es einige hier tun, dass Clair einige Aspekte nicht betrachtet - das muss er aber nicht: Er berichtet aus seiner Perspektive, der untersten Schlammzone im Einsatz. Hochpolitische Bücher mit Hintergrundinfos etc. muss von anderen erwartet werden. Hier erwarte ich die Sicht des einfachen Infanteristen im gefährlichen Dienst "draußen" - und die Erwartungen werden eindrucksvoll erfüllt!

Johannes Clair bietet einen schonungslosen Einblick in die Psyche eines jungen Mannes. Die Angst, Freude und Zweifel, die er hat und die sich entwickeln! Noch deutlicher kommt heraus, wie er selber sich entwickelt. Ein mutiger Seelenstritease, den er dem Leser bietet - und ihn mitfühlen lässt.

Sehr anschaulich geschrieben, fast durchgängig fühlte ich mit ihm mit und war "dabei". Ob dieses an eigenen Erfahrungen liegt kann ich natürlich nicht ausschließen.

Klare Kauf- und Leseempfehlung!
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Dezember 2012
"Joe", wie Johannes Clair von seinen Kameraden genannt wird, hat hier ein wunderbares Buch geschrieben!
Es ist sachlich und objektiv - was mich wohl am meisten verwundert. Weder stellt er sich permanent in den Vordergrund, noch hebt er sich glänzend hervor oder spricht abwertend über andere Kameraden - wie immer sie auch charakterlich sein mögen. Dieses Buch hat mich tief bewegt. Er ist so offen in dem was er schreibt, auch in Hinsicht auf seine Gefühle, Schwächen und Ängste.

Er wollte freiwillig nach Afghanistan, nicht um Krieg zu spielen, sondern - so wie ich es verstanden habe - auch wegen "dem Kameraden neben ihm". Und um uns und unserem Land zu dienen, uns zu schützen und dort zu helfen, wo es nötig ist. Er profiliert sich nicht, spürt aber Stolz und den wohl sicher nicht zu Unrecht. Ist dabei nie überheblich.
Ich habe einen vagen Einblick in diese Gemeinschaft erhalten. Menschen zusammengewürfelt, die sich aufeinander verlassen müssen. Unter schwierigsten Bedingungen, wie Örtlichkeiten, Hygiene, diversen Charakteren, schweren Ausrüstungen, körperlichen Defiziten, Hunger, Durst, extremster Hitze - und stinkenden Socken!
Gefechte in denen diverse Geschosse den eigenen Körper immer nur knapp verfehlten, nächtliche Ausflüge mit großen Unsicherheiten - gelesen habe ich das gemütlich auf meiner Couch unter meiner muckeligen Heizdecke. Schön sicher und mit lecker gefülltem Magen. Auch wenn man sich in diese Kampfsituationen oder Vorstellungen von zwei Tagen ohne Essen (für mich allein schon ein Ausschlusskriterium!) nicht wirklich hineinfühlen kann, die Ängste so extrem spürt wie der Autor, so vermittelt es doch zumindest einen bitteren Nachgeschmack. Und: Dankbarkeit für eine 35-Stunden Woche auf einem gepolsterten Bürostuhl und einer aufgedrehten Heizung im Winter.

Das hier ist kein Abenteuerbuch und ganz sicher kein Buch für jemanden, der "kriegs-" oder "kampfgeil" ist. Ganz selten stieß mir der ein oder andere Satz auf, in dem es darum ging, den Feind "in den Hintern zu treten" bzw. Freude zu empfinden, wenn ein Angriff "geglückt" ist. Aber... ich bin ein Mädchen und hege und pflege in der Regel meine kleine Sonnenscheinwelt - da tritt man einfach nicht in Anderleuts Ärsche.
Auf der anderen Seite fühlt sich "Joe" für mich als eine Art Gutmensch an: er organisiert Trikots, Fussbälle und Torwarthandschuhe für die Dorfkinder, ist immer und überall respektvoll der Bevölkerung gegenüber und versucht selbst deren Sprache zu erlernen. Und spätestens an dem Punkt, wo ein Tage zuvor persönlich überreichter Torwarthandschuh provozierend über einem kleineren Grab prangte, überkam auch mich friedliebendes Wesen der Unmut... Ja, ich verstehe ihn!

Ich bedanke mich recht herzlich für dieses ergreifende Buch - welches nie blutrünstig oder sensationshaschend war. Niemals übertrieb oder die Dramatik schürte - eher wohl im Gegenteil! Der Respekt vor "unseren" Soldaten ist mit diesem Buch nicht gewachsen. Weil er war schon vorher da war. Ich habe - zum Glück? - keine persönlichen Berührungspunkte mit der Bundeswehr und freue mich eher darüber einen Einblick in diese Welt bekommen zu haben.

Sicher scheint "Joe" eine Art Vorbildsoldat zu sein: mutig, stark, dem Schwächeren aushelfend, respektvoll, diszipliniert, loyal und trotzdem nicht blind hinterherlaufend - und eben doch ein Mensch, der am Ende an seine Grenzen kommt. Und er gibt es offen und ehrlich zu! Er forciert nicht sein Ich-bin-der-super-duper-Soldat-und-immer-und-überall-einsatzbereit-Bild. Er beschreibt es sehr "nüchtern", unauffällig und vielleicht sogar ein wenig demütig.
Ich mag dieses Bild von einem Soldaten. Ich wünsche mir, dass es ganz viele "Joes" gibt, die so aufrichtig und ehrlich sind und nicht nur ihren behelmten Kopf für uns hinhalten. Auch wenn das vermutlich wieder ein bisschen realitätsfremd und Sonnenscheinwelt sein mag...

Danke Joe!
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