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Kundenrezensionen

8
4,0 von 5 Sternen
Warum wir uns Gefühle kaufen: Die 7 Hochgefühle und wie man sie weckt
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Oktober 2010
Der Titel des Buches Warum wir Gefühle kaufen könnte in die Irre führen. Denn worum es dem früheren Dramaturgen und heutigen Unternehmensberater Christian Mikunda geht, ist keine psychologische Abhandlung über die Bedingungen unserer Käufermotive, sondern eine detailreiche und ebenso systematische Anleitung zur emotionalen Inszenierung von Produkten, Dienstleistungen und attraktiven Orten. Dabei kommt Mikunda seine Beratungspraxis zugute, die ihn zu Automobilherstellern und Handelskonzernen, zu Fernsehanstalten und in Museen führt. Mikunda entwickelt Brandlands und Shopping Malls und macht aus Einkaufszentren Entertainmentcenter und Tempel der Hochgefühle.

Verwurzelt in der Todsünde

Ohne Emotion kein wirksames Marketing. Diese Lektion haben auch die meisten Protagonisten der Öko-Aufklärung und Nachhaltigkeitskommunikation inzwischen gelernt. Aber wer mit Emotionen spielt, spielt auch mit der negativen Seite der menschlichen Existenz. Viele Vorbehalte gegen das Neuromarketing gründen vermutlich in der Ahnung dieses Zusammenhangs. Das leicht zu lesende, mit vielen Beispielen illustrierte Buch von Christian Mikunda zeigt einen sicheren, wenn auch schmalen Weg über den Grat, der emotionale Hochgefühle von emotionalen Katastrophen trennt. Warum wir uns Gefühle kaufen wird den Leser davon überzeugen, dass auch Nachhaltigkeit nur über große Gefühle entstehen kann und eine unästhetische Inszenierung die Chancen für eine nachhaltige Entwicklung minimiert.

Die sieben Hochgefühle, die Mikunda in seinem Buch systematisch, eines nach dem anderen, behandelt, haben ihre Parallele zu den sieben Todsünden, also zerstörerischen Formen der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse. Deshalb betont der Autor gleich zu Beginn: Wer Hochgefühle in Wirtschaft, Kultur und Lifestyle einsetzt, muss daher wissen, wie sie in den Todsünden verwurzelt sind, muss die dunkle Seite der Medaille kennen, um die helle Seite zu verstehen.

Sport befriedigt den Zorn

Das ist die Liste der niedrigen und der hohen Gefühle, mit der Mikunda arbeitet:

Hochmut: Glory
Völlerei: Joy
Zorn: Power
Neid: Bravour
Gier: Desire
Wollust: Intensity
Trägheit: Chill.

Das jeweilige Hochgefühl ist nicht als Abschwächung seines dunklen Konterparts zu verstehen, sondern als evolutionär und kulturell in sozial verträgliche Bahnen gelenkte Variation. Ein Beispiel ist der Sport: Tatsächlich war der Sport der erste Lebensbereich, in dem sich die Verwandlung des aggressiven Zorns zum positiven Power-Gefühl bemerkbar machte. Zorn und Sport funktionieren auf der Gefühlsebene weitgehend parallel. Aber auch Ego-Shooter-Videospiele domestizieren das Zornesgefühl: Das Dauerballern entspricht dem Toben des Zornigen und löst dieselben körperlichen Reaktionen aus.

Glory-Emotion in Esslingen erzeugen

Im Marketing kann die Herausforderung z.B. darin bestehen, die Überfülle eines Angebots auszutarieren. Damit die Vielfalt der Genüsse nicht in Völlerei umschlägt, empfiehlt uns Mikunda zwei Tricks: Ordnung und Überhöhung. Visuelle Überfülle erzeugt nur dann Hochgefühle beim Konsumenten, wenn gleichzeitig ein Struktur- und Ordnungsprinzip erkennbar ist. Geometrische Anordnungen z.B. verhindern die "Gerümpeltotale". Und eine überhöhte Präsentation, die Produkte z.B. in goldenem Rahmen präsentiert, sie mit Symbolen verbindet und entsprechend beleuchtet, verhindert die Abwertung der Waren durch ihre Überfülle.

Um Glory-Gefühle zu wecken wird oft mit übergroßen Elementen und Zeichen gearbeitet, die Tempel- oder Palastassoziationen wecken. Im urban design heutiger Stadtgestaltung wird zu diesem Zweck beispielsweise oft mit freigestellten Toren gearbeitet, um durch die geweckten Hochgefühle Attraktivität zu entfalten: Viele Einkaufsstraßen überall auf der Welt beginnen mit einem solchen Tor, das oft auch den Namen der Einkaufsstraße hoch über die Köpfe der Menschen hebt. In der deutschen Kleinstadt Esslingen entstand so eine ganze Flucht von Riesentoren zwischen dem Bahnhof und dem Wahrzeichen der Stadt, einem mittelalterlichen Wohnturm. Verblüffend war der Effekt: Eine hässliche Straße entlang grauenhafter Fassaden verwandelte sich durch die Glory-Gefühle, die von den Toren ausgingen, zu einer echten Einkaufsstraße mit Klasse.

Auch große Leuchtfassaden, wie sie in vielen Flagship-Stores heute eingesetzt werden, arbeiten mit Glory-Emotionen. Die Gefahr, dass diese Selbstüberhöhung in eine eher abstoßende Inszenierung des Hochmuts umschlägt, wird nach der Erfahrung von Christian Mikunda dann vermieden, wenn auf solchen Flächen keine direkten Werbebotschaften auftauchen.

Große Gefühle für Nachhaltigkeit

Auch das Prinzip der Nachhaltigkeit lässt sich ja als Versuch begreifen, die zerstörerische Völlerei und den überbordenden Hochmut in ungefährliche kulturelle Bahnen zu lenken. Nach Mikundas Beobachtungen werden im Zeitalter der Nachhaltigkeit zunehmend Naturthemen für das Joy-Gleichgewicht wichtig. Leider gibt der Autor in seinem Buch keine weiteren Hinweise zum Thema Nachhaltigkeit. Nur zu gerne hätten wir beispielsweise gewusst, wie das Gebäude aussehen sollte, in dem man den "Rat für Nachhaltigkeit" der Bundesregierung trifft, oder wie ein "Weltladen" konzipiert werden müsste, der große Eine-Welt-Gefühle hervorzurufen imstande ist.

Denn dass "die großen Gefühle unsere Welt formen" und dass der Fortschritt der menschlichen Zivilisation durch Hochgefühle, durch Schönheit und eine ästhetisch gestaltete Welt getragen wird, das glauben wir Mikunda gerne.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 50 REZENSENTam 29. November 2010
Wir leben in einer der Welt glänzender Inszenierungen, die nichts vom Gehalt Riefenstahl'scher Bilder verloren haben, im Gegenteil. Dem Wunsch nach grenzenlosem, ewigen Wachstum als weitem, breitem Pfad der Erlösung entspricht unsere Gier nach nicht enden wollenden Lust- und Glücksgefühlen. Schon Nietzsche sagte (so ähnlich): "Lust will Ewigkeit."

Ich hätte mir vorgestellt, dass Herr Mikunda ein Interview führt, sagen wir mal, mit einem Mann, der unter Dauererregung leidet oder der seiner Frau zeitlebens jeden Tag Heiratsanträge formuliert. Nichts anderes erlebt man heute schon im einfachen, linksdrehenden Gang durch vorweihnachtliche Konsumententempel, Shopping Center bzw. Supermärkte. Weihnachten und der Duft davon werden schon seit Mitte September dort vorgeführt und ich stelle mir vor, wie mein Supermarktleiter zusammen mit dem Dramaturg aus Wien die Gelüste dieses Mannes dechiffriert und sie charmant süßlich seiner superwolllüstigen Nase und seiner endlos gierigen Kaufrausch vorsetzt.

Wenn Sie die Äffchen im Kaufrausch visuell pudern wollen, empfehle ich Ihnen dieses superwertvoll aufgemachte Buch mit großer Schrift, bei dem der glückliche Autor seine ganz eigene Welt des Konsums ausbreitet. Allein, ich mag nicht verstehen, warum ein Naturerlebnis wie ein Wasserfall, bei dem man in der Gruppe auch gerne mal die Arme hochnimmt, die gereinigte Fassung von Hochmut in mir sein soll. Für mich haben Naturerlebnisse wenig mit Hochmut zu tun - im Gegenteil, ich nehme an, man fühlt sich beim Anblick von majestätischer Natur eher demütig, man versucht eine Verschmelzung mit Mutter Natur oder sie sanft zu stimmen. Über den Pol "Hochmut" soll dann Glory (warum Anglizismen?) das Gegenteil sein oder was meint Mikunda mit einer gereinigten Fassung des Begriffes? Ich habe das leider nicht verstanden. Und genau hier ist die Grundkonzeption des Buches bzw. das ganze Konzept brüchig.

Irgendwo habe ich gelesen, dass Herr Mikunda Dieter Bohlen als seinen Lehrer ansieht, er liebt dessen "Powertöne" bei DSDS. Er kann sich über ärmellose T-Shirts erregen, sogenannte "Muscle-Shirts" bei Mark Medlock, die ihn an "Power" erinnern. Wenn Sie als Anwender diesen Verführungen folgen wollen und nicht ihrem gesunden Menschenverstand, dann empfehle ich dieses Buch. Ich kann nicht leugnen, dass wohl einiges stimmt. Aber einiges leider auch nicht. Und wie immer bei der Wirkungsforschung bei Werbung: man weiß nicht, welche 50% funktionieren und welche nicht.

Dass die katholische Kirche mit sexuellen Gefühlen ihre Herrschaftsinstrumente zementiert(e), bedeutet nicht, dass wir die heute noch als Todsünden auffassen. Auch negative Gefühle sowie rationale Argumente sind zudem Konsumanreize. Darüber hinaus kann der überschwellende Glücksrausch bei Mikunda auch negative Wirkungen haben. Wir alle erleben dies bei im vorweihnachtslichen Konsumrausch bestens. Dann helfen m.E. auch Chill-Räume nicht mehr, man blendet überinszenierte Erlebniscenter einfach aus, man geht nicht mehr hin!

Die Herleitung der Gefühle und Logiken bei Mikunda ist so gestrickt, dass sie vordergründig irgendwie logisch, kaufmännisch, marketing-gerecht klingt - eine differenzierte Analyse lässt jedoch Unschärfen bzw. Unlogiken offenbar werden. Zudem werden kritische Fragen nach Ethik und Moral nicht gestellt. Was ist, wenn wir alle in solch aufgestylten, hyperkonsumlustvollen Umgebungen lustwandeln? Gibt es dann nicht einen Übersättigungseffekt, den man z.B. in Ländern wie Dubai bis weit zum Überlaufen gebracht hat?

Ich habe mich beim Lesen trotzdem amüsiert und kann einige der Ergebnisse von Herrn Mikunda durchaus nachvollziehen, ohne jedoch bei den Herleitungen auf dem gleichen gedanklichen Pfad sein zu müssen.
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am 17. Dezember 2014
Hochgefühle, deren sieben, sind es, nach denen wir wahrlich verrückt sind. Glory, Joy, Bravour, Power, Desire, Intensity, Chill. Aus den sieben Todsünden geboren, bergen diese Hochgefühle eine emotionale Kraft, die jedoch keine zerstörerische Wirkung beinhaltet. Christian Mikunda enthüllt in seinem Buch „Warum wir uns Gefühle kaufen – Die 7 Hochgefühle und wie man sie weckt“ ein faszinierendes System, in dem wir uns alle bewegen, konsumieren und uns mit dem Kauf der Emotionen einfach nur gut fühlen. Ja, schon fast gut fühlen müssen.

Was suchen wir Konsumenten, womit lassen wir uns locken und das selbst dann, wenn hohe Kosten damit verbunden sind? Und wie wird von den Produzenten, Verkäufern, Hoteliers, Entwicklern, Designern und Werbefachleuten die Befriedigung der sieben Hochgefühle des Menschen gekonnt in Szene gesetzt?

Das Kaufen, und hier unabhängig ob ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein Event, ist nur bedingt ein enger Bestandteil mit dem Konsum, denn bei einer eingehenden Betrachtung dieser Thematik wird rasch ersichtlich, dass Frauen, Männer und Kinder im Grundsatz und vorherrschend Gefühle kaufen. Diese lassen sich einen Menschen in jedem Alter großartig fühlen, wecken das verspielte Kind in einem, vermitteln das Gefühl der Erhabenheit, beruhigen, umschmeicheln oder setzen Impulse frei, deren Basis ein guter Schuss Adrenalin ist. Christian Mikunda tituliert all diese konsumierten Emotionen als die „7 Hochgefühle“, auf denen wiederum das komplette System des Kaufens eine spezielle Inszenierung findet.

Warum genießen wir es zum Beispiel, in einem teuren Hotel die, mit einem breiten roten Teppich ausgelegte, Treppe hinauf und noch lieber hinunter zu gehen? Eine Frage, die besonders auch deshalb gewichtig ist, da der Mensch allein aus unterbewussten psychologischen Gründen das Hinaufgehen in einem Gebäude als unangenehm empfindet. Weshalb sind wir fasziniert, wenn wir ein Geschäft betreten oder die Auslage in einem Schaufenster betrachten, wenn eine Überfülle an Waren uns regelrecht entgegen schreit? „Warum wir uns Gefühle kaufen“ ist ein hervorragend geschriebenes Buch, das Seite für Seite gedanklich „Aha, Oh und Jetzt verstehe ich!“ auslöst. Nicht zuletzt übrigens auch deswegen, da eine Fülle an Fotografien die Inszenierungen der Verkaufswelt rund um den Globus bildlich sehr gut darstellen. Hotel Everland in Paris, das Stadion Center in Wien, MyZeil in Frankfurt, die Bur Juman Mall in Dubai oder bestimmte Attraktionen in der Natur und Freizeitparks sowie viele weitere interessante Plätze und Gebäude- werden allesamt in diesem Buch in ihren tiefsten emotionalen Hintergründen aufgezeigt. Und somit zeitgleich die Beeinflussung auf unsere Psyche, die fast schon wollüstig nach der Befriedigung der Hochgefühle strebt.

In sehr ausführlichen Kapiteln stellt der Autor jedes der sieben Hochgefühle ausführlich dar, lässt gezielt, anhand zahlreichen real existierenden Gebäuden, Museen, Shops und vielen weiteren städtischen und natürlichen Plätzen, das Kopfkino anspringen und erläutert in verständlichen Worten die tiefe Psychologie des Konsums. Ergänzung finden die einzelnen Hochgefühle Glory, Joy, Power, Bravour, Desire, Intensity und Chill Kapitel für Kapitel mit der Verbindung und Erklärung der Todsünden. Diese stehen hinter jeder einzelnen Emotion, die wir suchen und, haben wir sie entdeckt, welche uns im wahrsten Sinne des Wortes gut fühlen lässt. Doch damit nicht genug, denn auch so interessante Themen wie verschiedene Gefühlcocktails, die Dramaturgie und Inszenierungen, welche gezielt für den Konsumenten ein- und umgesetzt werden sowie Erläuterungen der kognitiven Psychologie sowie ein großes Adressen-Verzeichnis, runden dieses wirklich sehr gut gelungene Buch ab.

Ich selbst habe das Buch regelrecht verschlungen, und das nicht nur einmal. Immer wieder nehme ich es zur Hand, um nachzulesen wie und was da gerade emotional geschieht, wenn ich mich für ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein inszeniertes Ereignis begeistere. Mein Fazit:

Ob man sich zum ersten Mal mit dem Thema Psychologie und Emotionen sowie den bewusst eingesetzten Verkaufstaktiken auseinandersetzt oder als Laien-Psychologie tiefere Einblicke in die leicht zu manipulierende Psyche des Menschen erhalten möchte – mit dem Erwerb von „Warum wir uns Gefühle kaufen – Die 7 Hochgefühle und wie man sie weckt“ macht man sicherlich keinen Fehlgriff, zumal viele gewonnene Erkenntnisse sich in den eigenen Alltag effektiv transportieren lassen. Das Lernen über das persönliche Handeln und das anderer Menschen inklusive.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. Februar 2010
Ob in Museen, Baumärkten, oder Shopping Malls -' unsere Wahrnehmung wie unser Konsum werden geleitet von starken Gefühlen. Welche Gefühle das sind und wie sie erzeugt werden, erklärt Christian Mikunda in "'Warum wir uns Gefühle kaufen'". Dabei weckt das neue Buch vom Visionär der Erlebniswirtschaft selbst optisch und haptisch Emotionen '- auf dem Einband prangen geprägte, goldene Lettern, im Innern finden sich opulenten Bildstrecken.

Mikunda nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Welt der Inszenierung und erklärt ihm diese en passant an mannigfachen Beispielen: vom ägyptischen Basar über den brasilianischen Karneval bis zum Globetrotter Flagship Store in Köln. Mitreißend beschwört er eine '"Erotik der Wahrnehmung'". Er versetzt uns in die Lage, dramaturgische Schönheit und Intelligenz zu sehen und zu verstehen, wie sie funktioniert und auf welche Art wir auf sie reagieren: ob im Museum, beim klassischen Konzert oder dem Besuch eines Einkaufszentrums.

Fazit: Die Welt ist, zumindest in weiten Teilen, von Menschenhand gemacht. Sie ist designed. Nach der Lektüre dieses sehr hochwertig aufgemachten Buches sehen Sie sie wirklich mit anderen Augen. Unbedingt lesenswert!
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. November 2009
Dass Gefühle und Erwartungen kommerziell genutzt werden, weiß wohl jeder - nicht aber, wie das funktioniert. Christian Mikunda erläutert die entsprechenden Mechanismen in seinem Buch. Er portraitiert sieben Hochgefühle detailliert und stellt sie in den psychologischen und ästhetisch-musischen Zusammenhang.
Da man, wie eingangs erwähnt, mit diesen Gefühlen mehr oder weniger gut vertraut ist, lassen sich die Gedankengänge des Autors gut nachvollziehen, zumal dieser den Leser häufig beispielhaft in bekannte Gebäude oder auf besondere Märkte mitnimmt und die dortige Atmosphäre derart beschreibt, dass man wähnt, wirklich unmittelbar dabei zu sein.
Dank der klaren Struktur der Kapitel, den logischen und anhand von Beispielen verdeutlichten Ausführungen und den zahlreichen Bildern, die die Örtlichkeiten und Situationen aus den Beispielen abbilden, benötigt der Leser keine Vorkenntnisse auf dem Sektor der Psychologie. Er tritt eine häufig verblüffende, gelegentlich atemberaubende Reise zu den beeindruckendsten Bauten und Naturdenkmälern der Welt an und lernt, die bei deren Anblick und im unmittelbaren Erleben ausgelösten Gefühle zu analysieren.
Ziel des Autors ist es nicht einmal unbedingt, dem Leser zu zeigen, auf welche Tricks er hereinfällt, sondern ihm beizubringen, die professionell in ihm freigesetzten Gefühle verantwortlich zu genießen.
Und tatsächlich gewinnt der Leser reichlich interessante Erfahrungen hinzu.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Januar 2010
Der Autor hier legt eindeutig und nachvollziehbar die psychologischen Zusammenhänge im Verkaufs- bzw. Kaufprozess dar. Ein sehr gutes Buch um die Hintergründe zu verstehen!
Als Ergänzung ist ein sehr praxisorientiertes Buch, gerade für den Key Account Manager bzw. Investitionsgütervertrieb zu empfehlen: Selling Emotions: Die Geheimnisse der Spitzenverkäufer
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21 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. November 2009
Wer verstehen will, wie die heutige Konsumwelt funktioniert, wer nachvollziehen möchte, was uns da alles verkauft wird, damit wir uns wohlfühlen, wer begreifen will, wie das geht mit dem Verbindungen im Gehirn, die die entsprechenden Glücksgefühle auslösen, der ist mit dem vorliegenden Buch gut bedient.

Wer als Verkäufer und Anbieter von Produkten oder Dienstleistungen Kunden anlocken und Geld mit iohnen verdienen will, für den ist das Buch unverzichtbar. Der kritische Zeitgenosse, der davon überzeugt ist, dass es außer Konsum und den damit ausgelösten Glücksgefühlen, die offenbar evolutionär angelegt sind ( vgl. das Buch "Go Shopping!" von Eva Tenzer aus dem Gustav Kiepenheuer Verlag) auch noch andere Dinge und Erfahrungen im Leben gibt, die es sinnvoll und erfüllt machen, liest dieses Buch mit Vorsicht und mit sehr kritischer Brille.

Christian Mikunda, ein erfolgreicher Vordenker der sogenannten Erlebniswirtschaft und Begründer der strategischen Dramaturgie, leitet seine sieben Hochgefühle, die er protegiert, und für deren strategischen Verkauf er wirbt, von den sieben Todsünden ab:

· Glory kommt von Hochmut
· Joy kommt von Völlerei
· Power kommt von Zorn
· Bravour kommt von Neid
· Desire kommt von Gier
· Intensity kommt von Wollust
· Chill kommt von Trägheit

Das Hochgefühl, das der Mensch erleben kann, bezeichnet Mikunda als eine positive Sublimierung der jeweiligen Todsünde aus der christlichen Ethik. Er will sein Buch nicht nur verstanden wissen als eine Anleitung für die professionelle Herstellung solcher Hochgefühle, was seine Haupttätigkeit als Berater großer Firmen ausmacht, sondern er möchte auch Wissen vermitteln, wie man kritisch damit umgehen kann.

Mich hat das Buch bei aller Logik und Stringenz dennoch befremdet. Denn wer sich nur darauf beschränkt, sich selber permanent Hochgefühle zu verschaffen, der ist stumpf und kalt gegenüber Krankheit, Armut, Elend, Hunger und Tod . Und er wird selbst, wenn ihn dunkle Zeiten treffen im Leben, nicht gelernt haben, damit positiv und vielleicht auch spirituell damit umzugehen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Wenn die Frage des Buchtitels weniger ausführlich beantwortet wird, als ich meinte, ist das für die meisten Leser nur gut. Denn schließlich halten wir uns lieber auf Praxisfeldern als in Theoriegebäuden auf. Wer also seinen Acker der Verführung neu bestellen und einen höheren Ertrag will, ist bei Christian Mikunda an der richtigen Adresse. Auch weil seine Arbeit so erfolgreich ist, dass er vor lauter Anfragen gar nicht dazu kommt, sich komplizierte Modelle auszudenken, die dem neuen universitären "Bologna-Geist" gerecht werden, prüfungstauglich sind und weiterhin an das fiktive Bild vom vernünftigen Menschen glauben. In diesem Buch geht es um Verführung. Und wer diese Tätigkeit als Handwerkskunst des Teufels sieht, muss eine gehörige Portion Toleranz mitbringen, um an der Lektüre Spaß zu haben. Um Moralapostel eventuell trotzdem ins Boot zu holen, operiert Christian Mikunda geschickt mit den 7 Todsünden. Dass ein Sünder gleich zur Hölle fährt, wenn er hochmütig, geizig, genusssüchtig, zornig, selbstsüchtig, neidisch oder träge ist, gehört allerdings zu den vielen Legenden und Mythen rund um diese Kategorisierungen. Und gerade im Zusammenhang von Mikundas Buch ist es besonders interessant, dass es nach der katholischen Lehre den freien Willen und das volle Bewusstsein braucht, um eine schwere Sünde begehen zu können.

Betrachten wir den kirchengeschichtlichen Hintergrund, ist es mehr als nur erlaubt, die sieben Todsünden in einem größeren Kontext zu sehen. Oder als menschliche Verhaltensmuster, die sowohl negativ als auch positiv gesehen werden können. Und genau das macht Christian Mikunda, wenn er die sieben Hauptsünden auch als Geburtsstätten für Glory, Joy, Power, Bravour, Desire, Intensity und Chill sieht. Diese Hochgefühle haben in jedem Menschen einen Sitz, den wir bis zu einem gewissen Grad dank neurowissenschaftlicher Erkenntnisse sogar ausmachen und beschreiben können. Vor allem wissen wir heute mehr darüber, wie wir starke Gefühle auslösen, verstärken und festigen können. Und wir kennen auch einige der Rezepturen für besonders attraktive Gefühlscocktails.

Nachdem Christian Mikunda die sieben Hochgefühle beschrieben und mit ersten Beispielen veranschaulicht hat, nähert er sich jedem einzelnen an, übersetzt seine Eigenschaften in die Sprache der modernen Psychologie und zeigt sie vor allem in Aktion. Wie jede Übersetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Metaphern des Alltags, bietet auch die Arbeit von Christian Mikunda unzählige Angriffsflächen, an denen sich Kritiker reiben können. Aber die vorgestellten Beispiele, von denen viele durch Bilder an zusätzlicher Aussagekraft gewinnen, sind so einsichtig, dass sich deren Ablehnung nur mit der Verteidigung des eigenen Glaubensmodells erklären lässt.

Wer den Ausführungen des Autors aufmerksam folgt, wird es nicht für Zufall halten, dass er vor seiner Tätigkeit als Gestalter von Erlebniswelten als Dramaturg Erfolg hatte. Denn letztlich geht es bei jeder guten Inszenierung um das Erzählen einer starken Geschichte, womit sich der Kreis zur Bibel und zur Kirchengeschichte wieder schließt. Selbst wer Mühe mit dem Vergleich hat, muss akzeptieren, dass wir von der Erfolgsgeschichte des Christentums lernen können, was Menschen anzieht oder abstößt, wie Sehnsüchte geweckt oder gestillt werden, was Begierde weckt oder beruhigt.

Christian Mikunda lehrt als Dozent und Gastprofessor an verschiedenen Universitäten, gehört aber nicht zu den Experten, die ihren Wissensschatz so umständlich öffnen und präsentieren, dass die Umstehenden eher von Schwindelgefühlen als von Freude ergriffen werden. Wie ich bei einem gemeinsamen Auftritt selber erleben durfte, ist der österreichische Marketingexperte frei von akademischem Dünkel, offen für Meinungen seiner Berufskollegen und dankbar für jede Anregung, die seine Lehr- und Lernexpeditionen weiterbringen. Diese selten gewordene Haltung eines Forschenden spürt auch der Leser dieses Buches, was dazu anregt, Christian Mikunda zu folgen, ohne die eigene Autonomie zu verlieren. Vorausgesetzt wird lediglich, dass man sich dazu verführen lässt, eigene Denkmodelle in Frage zu stellen und sich auf die Kunst der Inszenierung einzulassen.

Mein Fazit: Der Leser spürt unschwer, dass ich den Autor dieses Buches bewundere und schätze, seine Arbeit als hohe Handwerkskunst betrachte und viel von ihm gelernt habe. Welche Begriffe man den Ordnungsmustern des Unbewussten letztlich zuteilt, ist unwesentlich. Hauptsache man glaubt daran, dass der Mensch kein rationales Wesen ist, sondern von Gefühlen und erlebten Geschichten geleitet wird.
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